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Hanauer S Anzeiger

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General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Richa rd öuItsch: für lokalen und vrovinziellen Teil

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou I Reklamen August Brodt, alle in Hanau a. Main. | Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

FernivreLanichlülle Nr. 1237 und 1238.

Nr. 303

Mittwoch den 28. Dezember

1921

S2

Das Neueste.

Morgen wird in Paris eins Besprechung zwischen Vertretern der deutschen Regierung und der Reparationskommission stattfinden.

Die gestrigen Verhandlungen der Eisen­bahner im Reichsverkehrsminmerium haben ein negatives Ergebnis gehabt. Auf Stationen des Elberfelder Direktionsbezirkes sind Teilaus- ftände zu ve^-eicknen.

Der Zentrumsabgeordnete Dr. Pfeifer ist zum deutschen Gesandten in Wien ernannt worden.

In der französischen Kammer wurde eine Tagesordnung, die der Regierung im der Hoff- nAstg^auf Wiederherstellung der Chinabank das Berkauen ausspricht, angenommen.

Nach sitter Washingtoner Meldung sind Vorbesprechungen im Gange, um eine neue in­ternationale Konferenz für die Entwaffnung einzuberuken.

Ueber Kairo wurde der Belagerungszu­stand verhängt.

Das Reparations-Problem.

Besprechungen mit der Reparationskommission.

In der ^rage der Beantwortung der der deutschen Regierung Mitte Dezember zuge- gangenen Note der Reparationskommission haben während her beiden Weihnachtsfeiertage eingehende Beratungen stattgefunden, die auch gestern fortgesetzt worden sind. Der Zweck der Verhandlungen war der, eine Grundlage zu schaffen, auf der man der Reparationskom- mission neue Vorschläge zu Verhandlungen machen könne. In erster Linie ist es bekanntlich der deutsche Reichshaushalt, dessen Aufbau auf neuer Grundla ge und unter Einhaltung größter -LparAmM soll, unsere Finanzen g'dm ^u gestalten. Es haben sich nun verschiedene Rückfragen an die Repara- ümskommission notwendig gemauit und die Deutsche Regisrun" hat dieserhalb um eine Aus­sprache nachgesucht, die ihr, wie aus dem unten folgenden Telegramm hervorgebt, für morgen gewährt worden ist. Wie wir hierzu von parla­mentarischer Seite erfahren, ist zu dieser per­sönlichen Fühlungnahme mit der Reparations- kommission der Staatssekretär Fischer der in Paris Vorsitzender der Kriegslastenkommission ist, ausersehen. Fischer soll heute nach Paris zurückkehren. Näheres über die von der deut­schen Regierung geforderten Rückfragen ist nichts bekannt.

Parishs. Dezbr. Die Reparalionskommlffion ne röffentlief folgendes Kommunique:

Diè deutsche Regierung hat die Reparalions- kommiffion ersucht, ihre Vertreter wegen ge­wisser Aufklärungen, deren die deutsche Regie­rung noch zur Vor.üwortung des Briefes der Kommission vom 16. Dezember bedürfe, zu empfangen. Die Reparationskomm,«- >on hat be­schlossen, die Vertreter der deutschen Regierung am 2 9. Dezember 4 Uhr nachmittags zu empfangen.

Havenstein gegen einen Eingriff in den Goldbestand.

Berlin, 28. Dezbr. Im Laufe des gestrigen Tages fand in der Reichskanzlei eine Chefbe­sprechung statt, in der wiederum das Repara- üonsprogramm erörtert wurde. Auch in der Sitzung des Reichskabinetts, das abends zu- iammentrat, stand die gleiche ^ age zur Be­ratung. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. In Wirtschaftskreisen beurteilt man nach wie vor die Lage als nicht sehr optimiftum. Man müsse bezcimmt danüb rechnen, daß wir bis zum Io. Februar die 5W Millionen Goldmark zu zahlen haben. Rèichsbankprösident Havenstein hat sich gegen einen Eingriff in den Goldbestand der Reichsbank ausgesprochen.

Ein angeblicher Zahlungsplan für Deutschland.

Paris, 27. Dezbr. Wie der Londoner Bericht­erstatter derOeuvre" meldet, hat Lloyd George bei den Londoner Vorbesprechungen folgendes Angebot der französischen Regierung unter­breitet:

England tritt seine Prioritätsrechte aus dem Abkommen vom 19. August an Frankreich ab. Somit würde Frankreich, selbst wenn Deutsch­lands Zahlungen für 1922 um die Hälfte ver- m utberi würden, doch noch eine beträchtlichere- Summe erhalten als ursprünglich vorgesehen. Hierzu müllen dann noch die deutschen Liefe- nirtgen gemäß dem Wiesbadener Abkommen treten. England will weiter auf seinen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen ver- zichten, was eine Verminderung der deutschen Gesamischuld aus 103 Milliarden bedeuten würde. Schließlich wäre England geneigt, gegen ^öVlMr^g Lsv.deMchöN .Bonds derSerre C

auf seine Forderungen an Frankreich in Höhe von 14 Milliarden Goldfranken verzichten.

Frankreichs Gegenleistungen würden be­stehen in der Einwilligung, daß das linke Rheinufer von den interalliierten Truppen voll­ständig geräumt werde sowie in einer Berringe- rung der französischen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande.

Ein italienischer Vorschlag.

Rom, 28. Dezbr. Ministerpräsident Bononi gedenkt nach Blättermeldungen in der Konfe­renz von Cannes eine versöhnliche Tätigkeit auszuüben. Zu diesem Zwecke arbeite er mit dem Schatzminister, dem Arbeitsminister und dem Handels- und Jndustrieminister einen Vor­schlag zur Regelung der Kriegsschulden aus. Auch das Handelsabkommen mit Rußland wird hierbei zur Sprache kommen.

Cannes.

Cannes, 27. Dezbr. Lloyd George ist heute vormittag 10 Uhr hier angekommen und wurde auf dem Bahnhof von den Beyörden begrüßt. Er begab sich darauf in Begleitung des Bür­germeisters nach der für ihn bestimmten Villm

Paris, 27. Dezbr. Es steht hKute ^. daß die Beratungen des Obersten Rates am 6. Ja­nuar beginnen. Man glaubt, daß sie fünf bis sechs Tage dauern werden.

Amerika, und eine Wirkfchafkskonferen;.

Washington, 28. Dezbr. ImWeißen Hause" wurde bezüglich des Planes einer Wirt- --afts- konferenz erklärt, daß die Vereinigten Staaten für eine solche Konferenz nicht die Initiative er­greifen könnten. Sie würden jedoch eventuell daran teilnehmen oder in einem Europa gün­stigen Sinne eingreifen.

Drohender Eisenbahnerstreik?

Die vor Weihnachten begonnenen Bespre­chungen mit den Eisenbahnern wurden gestern im Reichsverkehrsministerium fortgesetzt. Die Beratungen hatten ein negatives Ergebnis, sollen jedoch heute fortgesetzt werden.

Wie derVorwärts" aus Düsseldorf meldet, haben die Funktionäre des Deutschen Eisen- bahneroerbandes aus dem Direktionsbezirk Elberfeld, Köln und Essen in einer gemeinsamen Beratung eine Entschließung gefaßt, in der für verheiratete männliche Bedienstete ein Vor­schuß von 1000 Mark und für ledige und weib­liche ein solcher von 750 Mark gefordert wird. Wie es weiter in der Entschließung heißt, wird die Bewilligung dieser Forderung bis spätestens Mittwoch, 28. Dezbr., mittags 2 Uhr erwartet. Die Ablehnung der Forderung würde zweifellos für die genannten Dire^tionsberirke den Streik bedeuten. Wie das Blatt weiter erfährt, sind auf einzelnen Bahnhöfen des Direktionsbezirks Elberfeld die Cisenbahnarbeiter bereits in den Ausstand getreten. Die Beamten verhalten sich bisher noch passiv. .

Das Unterseeboot-Problem.

London, 27. Dezbr. (Wolff.) DieTimes" erinnert in ihrem Leitartikel daran, daß nach neuerlichen amerikanischen Vorschlägen die Tonnage der amerikanischen und englischen Unterseeboote auf je -00 Tonnen verringert werden solle, während die Tonnage der Unter­seeboote Italiens und Frankreichs auf 22 000 bezw. 24 000 Tonnen erhöht weroen solle. Das Blatt wei" darauf hin, daß die deutschen Unter­seeboote von den alliierten Hikfsschisfen ge- schlagen worden seien und fügt hinzu, die S. -rheit der miujugften Handelsstraßen habe für England die gleiche Bedeutung wie für Frankreich die Sicherbeit seiner Ostgrenzen. Die Anwesenheit großer Unterseebootskräfte in der Nähe der englischen Handelsstraßen würde England unbedingt die Pflicht auferlegen, ge­nügende Unterfeebootsabwehrkräste zu organi­sieren und auf der hohe zu ha-en. DieTimes" erhärt zum Schlüsse, selbst, wenn das Unt'rss.- bootsprobkem in Washington nicht gelöst wer­den könne, werde England durch seine Dar­stellung und Erläuterung der Frage einen gro­ßen moralischen Sieg errungen haben.

Newyork, 27. Dezbr. (Durch Funkspruch.) DieRewyork Times" meldet, aus Washington verlaute aus guter Quelle, daß yte am eri ka- nischeDelegation hinsichtlich der U-Bool- lonnage auf der höck"nffer von 60 000 Tonnen für die Vereinigten Staaken und England, Jt' 000 Tonnen für Japan und 35 000 Tonnen für Frankreich und Italien b e harte.

Wie derRewyork Herold" aus Washington meldet, gelangen die Franzosen zu der Ansicht, daß sie gegen eine amerikani sch - e ngp lischekombinalion kämpfen. Frankreich 'ür^fe. daß Großbritannien beabsichtige, sich Amerikas zum A u f b a u d e r a n g el s S ch f i- f ch e n he rri-ch a M zu bedienen.

Eine neue Entwaffnungskonferenz.

Paris, 28. Dezbr. Aus Washington wird ge­meldet, daß Vorbesprechungen im Gange seien, um eine neue internationale Konferenz für die Entwaffnung einzuberufen, auf der eine größer? Anzahl von Nationen vertreten sein soll. Präsi­dent Harding sei tatsächlich der Ansicht, daß fünf Mächte nicht allein der gesamten Welt Gesetze diktieren könnten.

DieGefährdung" des Achtstunden- tages.

Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund wendet sich scharf gegen die geplante Umfort mung des Achtstundentages. Die Gewerkschaf­ten könnten nur einem Arbeitszeitgesetz zustim­men, das

1. die Arbeitszeit aller Arbeiter, Angestell­ten und Beamten einschließlich der Sonntags­ruhe und des Urlaubs gleichzeitig und gemein­sam nach den gleichen Grundsätzen regelt;

2. zum mindesten die Verpflichtungen der Abkommen von Washington und Genua sofort und in vollem Umfange verwirklicht, und

3. den Achtstundentag wirksam schützt, an­statt ihn preiszugeben.

DieRote Fahne" meint sogar, es sei klar, daß der Schutz des Achtstundentages über das Zusammenwirken der Arbeiter im nationalen Rahmen hinaus eine internationale Aktion der Massen erfordere.

(Wir sind der Ansicht, daß durch die trauri­gen Zustände unseres Verkehrswesens die Un­möglichkeit einer schematischen Durchführung des Achtstundentages bereits zur Genüge bewie­sen und die Gleichstellung eines bloßen Bereit­schaftsdienstes mit der Arbeitsleistung der Schwer- und Schwerstarbeiter eine Ungerech­tigkeit ist.)

Eine Rede Lenins.

London, 27. Dezbr. Der Sonderberichterstat­ter desObserver" meldet aus Moskau: Lenin hielt bei Eröffnung des 9. Sowjetkongresies eine von 2000 Delegierten begeistert aufgenommene Rede, worin er die internationale und die in­nere Lage der Sowjetrepublik darlegte, Lenin sprach nicht als Führer der Kommunistischen Partei, sondern als Premierminister. Er griff mit bitterem Sarkasmus die Kommu­nisten wegen ihrer Ansicht an, daß es noch mög­lich sei, das Wirtschaftsproblem durch die Me­thode des Bürgerkrieges und kommunistischer Abgeschlossenhell zu lösen. Rußland sei arm, erschöpft und schwach. Es werde jedoch nicht dulden, daß feine Friedfertigkeit zum Zwecke eines Angriffs benutzt werde. Das soll­ten sich Polen, Finnland und Rumänien gesagt sein lassen. Großes Aufsehen erregte die Erklärung Lenins, daß die Regierung vor den Sowjetkongreß trete mit dem endgültigen Ersuchen, die Befugnisse der außer­ordentlichen Kommission drastisch zu beschränken. Er sagte, derursprüngliche Zweck der außerordentlichen Kommission sèi un­vereinbar mit der neuen Wirtschaftspolitik und müsse den neuen Zellen und der neuen Polllik angepaßt werden.

LautDaily Telegraph" sind besondere Maß­nahmen getroffen worden, um zu verhindern, daß irgendwelche Informationen über den 9. Sowjetkongreß durchsickerten. Jedes Mitglied des Kongresses müßte einen besonderen Aus­weis besitzen, und die Sekretäre und Stenogra­phen würden einer strengen Kontrolle unter­zogen. Auf dem Kongreß würde auch die An­erkennung der russischen Staatsschulden erörtert werden. Die britische Delegation in Moskau verfolge die Lage sehr genau und werde aus­giebig Gericht erstatten.

London, 28. Dezbr. Einer Reutermeldung aus Washington zufolge wurde imWeißen Hause" mitgeteilt, daß die vor kurzem stattge­fundene bezw. bevorstehende Aent.rung in der Politik der Sowjetregierung vielleicht die Wie­deraufnahme der Handelsbeziehungen zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten herbei­führen würde.

Briand über die Ehmabank.

Paris, 27. Dezbr. Lünisterpr^went Briand hat heute vormittag in der Kammer einen Ge- setzentwurf eingebracht, durch den die Saure- rung der Banque Industrielle de Chine sicher­gestellt werden soll. Nach diesem Gesetzentwurf sollen die Jahreszahlungen, die China als Ent- Ichädigung aus dem Boxerausstand an Frank-, reich zu leisten hat, im Einverständnis mit der djinefiWen Regierung zu Kreditoperatronen verwendet werden, durch welche die Sicher-, stellung der materiellen und moralischen In­teressen Frankreichs im fernen Osten gewähr­leistet wird.

Paris, 27. Dezbr. In der heutigen Kammer­sitzung ergriff Ministerpräsident B r i a mi> das Wort, um auf die Interpellationen über die Sanierung der Banque Industrielle de Chine zu antworten. Er beschäftigte ft* im einzelnen m't den gegen den abgegangenen Generalsekre­tär Philippe Berthelot vorgebrachten Beschul­digungen und erklärte, das Telegramm, das Berthelot dem französischen Finanzagenten übermittelt habe, sei kein offizielles Telegramm gewesen, jedoch habe Berthelot geglaubt, er sei im Unrecht und sei deshalb gegangen. Es sei ein Unglück für das Land, einen derartigen Be­amten zu verlieren. Die Lage der Banque In­dustrielle de Chine werde jetzt durch den Gesetz­entwurf, den er heute in der Kammer einge­bracht habe, gerettet. Das hindere nicht, daß, wenn Fehler begangen worden seien, die Schul­digen bestraft würden. Eine Untersuchung sei im Gange. Im Laufe der Debatte, die fortge- seßt wird, sprach der Abg. P a l n l e v é den Wunsch aus, daß in Zukunft die Regierung über alle bedeutende Bankunternehmen eine Kou- trclle ausüben möge. Abg. T e i t t i n g e r, der die Anklage gegen Berthelot am Samstag er­hoben hatte, ergriff nochmals das Wort, um feine bona fides festzwtellen. Er sei nicht stolz darauf, daß Philippe Berthelot demissioniert habe, den er jedock mit Vergnügen davongehen sehe. Als der Abgeordnete de Moro G i a f f e r i eingreifen wollte, schrie die Kammer: Landru' Der Abg. Teittinger fuhr fort und erklärte, der Untergang der Bank sei erfolgt, weil nach um­laufenden Gerüchten das Ministerium für Aus­wärtige Angelegenheiten die Tank habe retten wollen, während der Finanzminister sie habe untergehen lassen wollen.

Nach weiterer Debatte wurden aus dem Hause verschiedene Tagesordnungen etngebradü. Ministerpräsident Briand nahm die Tagetzord- mmg de- Abg. Qu treu an, in der gesagt wird, man vertraue der Regierung, daß sie ras Prestige und den Kredit Frankreichs im fernen Osten nicht vermindern laste und daß sie alle erforderlichen Maßnahmen hierzu ergreife, auch alle Verantwortlichkeiten im der Angelegenheit der Banque In^"^ielle de Chine femWe, um Sanktionen gegen die Verantwortlichen zu er­greifen. Zu dieser Tagesordnung stellte der Abg. Herriot den Zuiatzantrao jedem Parla­mentsmitglied und jedem Staatsbeamten zu verbieten, in den Aulüchksrat von Finanzgesell- ichaften einzutreten. Den gestellten Antrag, eine Enquetekommission einzusetzen, lehnte Briand ab. Die Kammer lehnte ebenfalls mit 390 gegen 213 Stimmen die verlangte Untersuchung ab. Gegen die. beantragte einfache Tagesordnung stellte Minister Loucheur namens der Regierung die Vertrauensfrage. Die einfache Ta­gesordnung wurde mit 373 gegen 153 Stimmen rbgelehnt Hierauf folgte die Abstimmung über die Tagesordnung Outrey und über den Zusatz- antrag Herriot, den Briand ebenfalls ange­nommen hatte.

Die Vertrauenslagesordnung wurde mit 355 gegen 117 Stimmen angenommen.

PoMifche Tagesberichte.

268 Alärzputsch-Teilnehmer begnadigt. Die Zahl der auf Wunsch des Reichspräsidenten vom Reichsjustizminister zu Weihnachten be­gnadigten Teilnehmer an dem Märzpntsch be­trägt *268. Aus der Haft entlassen wurden folchr Gefangenen, die zu einer Gefängnisstrafe unter einem Jahr verurteilt waren.

Rückgang der amerikanischen Geschäfte mit Europa. Wie demNeuyork Herald" aus Washington gemeldet wird, ergibt die Statistil für die ersten 11 Monate des Jahres 1921, das die Geschäfte mit Europa um 50 Prozent hinter denen des Jahres 1920 zurückgeblieben find.

Zur Oedenburger Abstimmung. Da« Wiener Korr.-Büro meldet: Der Beschluß her Botschafterkonferenz über Oedenburg ist hier noch nicht amtlich übermittelt worden. Bekannt« lich hat Oesterreich bei der Botschasterkonferenz und bei den Mächten Schritte unternommen, gegen die Art und Weise der Durchführung der Volksabstimmung in Oedenburg und in einem Memoire,'das ebenfalls der Botchiafterkonferenz und den Mächten übermittelt wurde, seinen Rechtsstandpunkt und feine Beschwerden neuer­lich wiederholt. Sollte die Meldung des Ungar. Korr.-Büros (über die Zuweisung des ^oftun« myngsgebietes an Ungarn, D. Red.) zutreffen, so müsste schon jetzt das Bedauern ausgedrückt werden, daß die Machte, welche gegenwärtig die entscheidende Instanz in der Weltpolitik dar­stellen, die von Oesterreich in der westungari schen Frage immer bewiesene L-yalkrät nicht gewürdigt und seinen Beschwerden über das |i-genannte Plebiszit nicht Rechnung getragen haben.

(Weitere^poMche.Nachrichten Seite 4>