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General-Anzeiger

Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ für Stadl« und Landkreis Samu Reklamen Augus?Biwd^ all? inSanSsiait

* ö " Rotationsdruck der Waisenhausbuchdn'.ckerei Hanau.

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Nr. 300 Freilag den 23. Dezember 1921

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Das Neueste.

Briand hat gestern London verlassen und st nach Paris zurückgekehrt.

In einem offiziellen Kommunique über die Londoner Besprechungen wird die Befriedi­gung über das Ergebnis zum Ausdruck gebracht.

Nach dem Sonderberichterstatter des »Journal des Debats" in London soll der Oberste Rat in Cannes am 3. Januar zusam­mentreten.

v. Iagow ist bald nach der Urteilsverkün­dung in Haft genommen worden.

Der braunschweigische Landtag hat zestern in dritter Lesung die neue Staatsver- safsung angenommen.

Der in Kattowitz und Gleiwitz ausge- brochene Eisenbahnerstreik ist auf gütlichem Wege beigelegt worden.

Das Ergebnis von London.

Deutschland muß im Januar und Februar 500 Millionen Goldmark zahlen.

London, 23. Dezbr. Briand hat gestern nach­mittag London wieder verlassen. Lloyd George hat ihn noch bis zum Bahnhof begleitet. Die letzte Besprechung, die Briand und Lloyd Ge­orge gestern mit einander gehabt haben, dauerte von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Auch Loucheur und Berthelot wohnten dieser letzten Besprechung bei. Die französischen und englischen Sachverständigen legten ihren Be­richt über die Stundungsfrage vor. Die­ser Bericht schlägt dem Obersten Rat, der in Cannes am 3. Januar zusammentreten soll, vor, an der Erfüllung der Januar- rate festzuhalten, dagegen die Februarrate provisorisch" zu erlassen, weil diese Februar- rate in chrer Eigenschaft als Quartalsabzahlung

Die Ianuarrate von 500 Millionen Goldmark soll auf die beiden Termine vom 15. Januar und 15. Februar verteilt werden. Die Frage der Stundung der späteren Repara­tionszahlungen ist im Sachverständigenbericht nicht behandelt und wird der Konferenz von Cannes überlassen bleiben.

Das offiziöse Lommuniquè.

r i e d i g t. enden Cha­tanden und

ammentritt

Paris, 22. Dezbr. Nach der letzten Unter­redung zwischen Lloyd George und Briand ist nach Schluß der Sitzung folgendes Commu- mque ausgegeben worden:

Die französische und englische Regierung seien in allen Punkten sehr b e Die Unterhandlungen seien befriedig rakters gewesen und blieben wohlver vorläufiger Art bis zum Zus_.............. des Obersten Rates. Die wirtschaftlichen Ver- Hältnisse Europas seien sehr sorgfältig geprüft und die Möglichkeit ihres Wiederaufbaues be­sprochen worden. Man sei vollkommen einig Darüber, daß die Initiative zu einem solchen Wiederaufbau von den Mächten ausgehen müsse, die die größere Stabllität besitzen. Ein Beschluß hierüber sei nicht gefaßt worden. Be­schlossen sei, daß die englischen Industrie- und Finanzvertreter morgen mit dem Premiermini­ster in allen Einzelheiten über das nach den Unterhandlungen der letzten Tage einzuschla­gende Verfahren beraten sollen. In dem gleichen «erfahren der Unterhandlungen würden in Paris die französischen Interessen diskutiert werden und die nâchstwöchige Konferenz der Pertreter beider Regierungen über Die Finanz- fiage verhandeln. An diesen Verhandlungen würden auch die Minister teilnehmen. Die Er­gebnisse dieser Besprechungen würden auf der Konferenz in Cannes erörtert werden. Die Vorschläge, die dort den beiden Regierun­gen unterbreitet werden sollten, würden sich mich auf die Einberufung einer europäi schen wirtschaftlichen Konferenz beziehen.

der R e p a r a t i b n s f r a g e sei keine ernste Meinungsverschiedenheit zutage getreten, swer die Frage könne dem europäischen Wirt- Ichaftsproblem nicht angereiht werden.

, Paris, 22. Dezbr. Nach dem Londoner Kor- sbjpondent desTemps" haben die französi-

und englischen Sachverständigen sich über une gewisse Anzahl wichtiger Punkte geeinigt, Me zur Grundlage des Programms des nächsten Obersten Rates gemacht werden sollen. Wohl­verstanden könnten diese allgemeinen Grund­igen nicht als eigentliche Beschlüsse angesehen werden, denn die Sachverständigen selbst ver- yeimlichten nicht, daß unter ihnen gewisse Mei­nungsverschiedenheiten beständen. Es sei aber sein Anlaß deshalb, wie es einige zu tun glaub* h ' Zu erklären, daß die Unterhandlungen von er Downing-Street gescheitert seien und daß

Mnzösische Standpunkt mit der englischen ElLliung unvereinbar sei. Indessen legten die

englischen Regierungskreise eine gewisse Ent­täuschung an den Tag. Man hätte eine ziemlich rasche Verständigung über die Reparationsfrage im allgemeinen und der umfassenderen Poblème der wirtschaftlichen Wiedererhebung Europas, auf das Lloyd George offensichtlich großen Wert lege, erhofft. Von englischer Seite seien schon jetzt die Grundlagen der Beratungen i n Cannes wie folgt angenommen worden:

1. keine bruchstückweise Regelung; alles müsse Zusammenhang haben;

2. Wiederherstellung des englisch-französi­schen Einvernehmens auf solidarischer Grund­lage; keine chronischen Krisen mehr.

Nach dem Korrespondenten sei ein Mora­torium für Deutschland unwahrschein- l i ch. Nach den Berichten englischer Blätter be­hauptet derTemps", Deutschland würde auf­gefordert werden, seinen Verpachtungen vom 15. Januar und 15. Februar nachzukommen, während die übrigen im Jahre 1922 fälligen Zahlungen zum Gegenstand der Beschlüsse des Obersten Rates gemacht wer­den müßten. Das Garantiekomitee werde mit neuen Vollmachten ausgerüstet werden. Ueber die Ausdehnung dieser Vollmachten bestünden noch Meinungsverschiedenheiten. Die Franzosen verlangten eine viel stärkere Kontrolle als die Engländer geneigt seien ins Auge zu fassen.

Der besorgteTemps".

Paris, 22. Dezbr. DerTemvs" treibt, die Besprechungen außerhalb des Reiches könnten keinen Franzosen enttäuschen. Während der Dezember- und Januarwoche, die sonst gewöhn­lich eine Pause mit sich gebracht hätte, bereite man Entscheidungen vor, die die Finanzen, die Sicherheit und die Zukunft Frankreichs be­trafen. Jeder werde sich in Kürze über die bei­den internationalen Diskussionen aussprechen

deutschen Bankerott und die Debatte der Beschränkung der Rüstungen z u r S e e, die sich in Washington vollziehe. Das französische Volk sei tief überrascht worden, als es erkannte, daß das maritime Programm Frankreichs plötzlich so lebhafte Diskussionen Hervorrufe, zu einer Stunde, da die Frage des deutschne Bankerottes die ganze Aufmerksamkeit der Alliierten verdient hätte. Man möchte wissen, ob die französische Regierung, bevor sie das eingeschlagene Programm vorgelegt habe, Gelegenheit gehabt hätte, das Terrain abzu­horchen. Man möchte aber auck andererseits wissen, warum so rasch und so vollkommen eine Diskussion über das fransn- -"gramm ver­öffentlicht worden sei, während die Verhand­lungen mit so viel Ged'-^b geführt worden seien. Man möchte auch endlich wissen, wie man die Antwort ^riand an Hughes auslegen könne. Von amerikanischer und englischer Seite habe man verstanden, daß Frankreich bedingungs­los auf die Panzerkreuzer verrichte, die es ver­langt habe. Die Konferenz in Washington werde auch vollkommen frei sein, der lronzösis^"n Re­gierung die leichten Kreuzer, 330 000 Tonnen Ueberwasserk-^iffe und 90 000 Tonnen U-Doote zu verweigern, die Frankreich für den Schutz seiner Küsten und Kolonien verlangt habe. Wenn auch die Beschränkung der Se-rüstungen augenblicklich der Gegenstand der französisch- amerikanischen Verhandlungen sei, so fühle man doch etwas heraus, daß unter diesem Problem, wie auch unter dem Reparations­plan, der Hauptgedanke der französisch-engli­schen Besprechungen schlummere. Darüber dürfe man sich nicht wundern. Gewisse Engländer, und nicht die Geringsten, weil man sie irrt War Office vermute, bildeten sich ein, ein mächtiges Frankreich könne eine Gefahr für Paland wer­den und sie sicherten Großbritannien gegen diese vermeintliche Gefahr. DerTemps" sagt, es wäre unmoralisch, wenn unter der Autorität Englands als Schiedsrichter ein gleicher Ver­dacht auf Frankreich, das überfallen wurde und auf Deutschland, das überfallen habe, ruhe. Das fei übrigens auch seltsam ungeschickt, weil England sich nicht über die kontinentalen Völ­ker stellen könne, ohne gegen sich eine kontinen­tale Solitarität zu schaffen, deren es sich nicht zu rühmen haben werde.

' Die U-Boolfrage.

Paris, 22. Dezbr. DasJournal des Debüts" verzeichnet die phänomenale Tat­sache, daß ein Ministerpräsident im Amt und ein ehemaliger Ministerpräsident der Reihe nach den Vorsitz der französischen Delegation in Washington "geführt, Aufsehen erregt und Reden gehalten hätten, in dem Augenblick, in dem die Fragen, die Frankreich interessierten, nicht auf der Tagesordnung standen oder doch

nicht ernst diskutiert worden seien. Einer nach dem andern sei abgereist und nunmehr sende der Präsident der Konferenz. Hughes, Depesche auf Depesche an Briand, der in London mit Lloyd George beschäftigt sei, um eine Antwort zu erzielen, als ob Frankreich auf der Konfe­renz in Washington nicht offiziell vertreten ge­wesen wäre. Briand habe also in den Vereinig­ten Staaten geglänzt. als seine Anwesenheit unnütz gewesen sei und er befinde sich diesseits des Atlantischen Ozeans, wenn die rein fran- zösischen Fragen in Washington diskutiert wür­den. England bilde sich ein, wenn man 1921 die U-Boote offiziell beseitige, sei es gegen die Unterssebootsgefahr gesichert. Welcher Irrtum! England klage Frankreich an, dis Mittel zu be­halten, um es zu bekämpfen und die großartigen pazifischen Kombinationen, die es aufrichte, zu kompromittieren. Welche Ungerechtigkeit, wenn man voraussetze, daß die U-Boots offiziell durch die beratenden Mächte in Washington beseitigt wurden. Damit die Beseitigung wir­kungsvoll werde, müßten alle anderen Staaten dsr Welt ihr zustimmen. Aber ein Staat, der einen Angriff vorbereite, könne immer irgend­wo U-Boote konstruieren, die in Aktion treten würden, sobald ein Konflikt ausbreche.

DasJournal des Debats" bek-bwsrt sich über die Haltung der britischen Presse und er­klärt, Frankreich müsse die These weiterhin stützen, daß es im gemeinsamen Interesse der Wsstmächte liege, während des Friedens eine Anzahl, ob Untersee- oder Ueberseeschiffe zu be­sitzen, um ihre Verbindungen sicherzustellen und um zur rechten Zeit die Absichten übel ge­sinnter Mächte zu verhindern.

Washington, 23. Dezbr. Der 15er Ausschuß für Marinesragen trat gestern vormittag mit den Sachverständigen zusammen, um die Vor- schlägs Frankreichs, betreffend Erhöbun eines Toni-

Kreuzern zu beraten.

Vorschlag einer neuen Völker- Konferenz.

Washington, 23. Dezbr. Senator Frace stellte im Senat den Antrag, eine neue Konfe­renz nach Washington einzuberufen und zu die­ser etwa 50 Nationen einzuladen. Die Ein­ladung soll gerichtet sein an die Volksvertretun­gen. Aufgabe der neuen Konferenz soll sein, eine Organisation zu schaffen, die auf eine Siche­rung des Sieges der Freiheit für die Völker hin­zielen soll. Weiter soll die neue Konferenz die Lösung der finanziellen und wirtschaftlichen Probleme bringen. Unter den Einzuladenden befinden sieb u. a. Deutschland, Oesterreich, Ir­land und Rußland.

Die Oplionsfrage in den abgetretenen Gebieten.

Berlin, 22. Dezbr. Vom Präsidenten des Reichstages wird uns geschrieben: Durch die rasche Vertagung des Reichstages am letzten Sonntag vor Weihnachten ist die Anregung mehrerer Parteien unerledigt geblieben, die sich mit den Besorgnissen der deutschstämmigen Be­wohner des polnischen Abtretungsgebietes und anderer Gebiete wegen der Möglichkeit einer späteren Wiedereinbürgerung in Deutschland im Falle des Verzichts auf die Option befallen. Am 10. Januar endet nämlich die Optionsfrist für die Bewohner einer Reihe von Abtretungs­gebieten in Polen, Danzig usw. Nach fast zwei­jähriger Bedenkzeit müssen die Optionsberech- tigten sich endgültig entscheiden, ob sie die durch den Friedensvertrag automatisch er­worbene polnische oder eine sonstige fremde Staatsangehörigkeit beibehalten oder in die deutsche Reichsangehörigkeit zurückkehren wollen. Wirtschaflliche und andere Gründe, wie die Erkenntnis der Schwierigkeiten, die sich un­ter den heutigen Verhältnissen auch in Deutsch­land dem Wiederaufbau neuer Existenzen ent­gegenstellen, werden viele Deutschstämmige in den Abtretungsgebieten veranlassen, vielleicht sogar zwingen, Die neu erworbene Staatsange­hörigkeit des Landes, in dem sie lebten und leben, zu behalten und auf die Option für Deutschland zu verzichten. Diese Deutschen können versichert fein, daß im Reichstag da­rüber Einmütigkeit herrscht, daß Vorsorge ge­troffen werden muß, damit den Deutschstämmi­gen aus den abgetretenen Gebieten, die später die Reichsangehörigkeit wieder erlangen wollen, keinerlei S ch w i e r i ffk e i t e n her e i« t e t werden, sondern im Gegenteil jede mög- üd)e Erleichterung bei den vorgeschriebenen Formalitäten gewährt wird. Eine solche For­derung des Reichstages an dis Regierung wird die-allgemeine Zustimmung der Parteien und auch bereitwillige Befolgung bei der. Regierung finden.

Amsterdam und Moskau.

DerRoten Fahne" zufolge hat das Zen- tralkomitee der kommunistischen Partei Deutsch- lands beschlossen, bei der Exekutive der kommu­nistischen Internationale zu beantragen, schleu­nigst Schritte zu unternehmen, um ein Zusam­menwirken sämtlicher Organisationen der Ar­beiterklasse (der zweiten Internationale in Am­sterdam, der Wiener Arbeitsgemeinschaft, des internationalen Gewerkschaftsbundes, der roten Gewerkschaftsinternationale und der kommu­nistischen Internationale) zustande zu bringen. Die Ziele dieser gemeinsamen Aktion sollen u. o.

g aller Rüstun­

sein die internationale Annullierung Kriegsschulden, die Verhinderung neuer

gen, die Verhinderung von Gewaltmaßnahmen des französischen Imperialismus und die Aner­kennung Sowjetrußlands.

Generaloberst v. Vefeler f.

Berlin, 22. Dezbr. Generaloberst v. Bss» ler ist vorgestern in einem Sanatorium in Neu­babelsberg gestorben. .

Hans Hartwig Bessler wurde am 27. April 1836 in Greifswald geboren. Er trat 1868 in die Armee ein und wurde Offizier im Garde-PionierBataillon, mit dem er den Krieg von 1870/71 mitmachte. Seine Laufbahn schien abgeschlossen, als er 1911, inzwischen zum General d. Inf. befördert, zur Disposition ge­stellt wurde unter gleichzeitiger Berufung in das Preußische Herrenhaus. Als der Krieg ausbrach, trat er jedoch alsbald an die Spitze des 3. Reserve­korps, an dessen Spitze er sich unvergängliche Lor­beeren durch die rasche Einnahme Antwerpens am 10. Oktober 1914 erwarb. Er führte das Korps dann in den Schlachten an der Pstr und später in Rußland an der Rawka. Als der große Vormarsch im Sommer 1915 auch in Nordpolen einsetzte, schloß Beseler die Festung Nowo-Georgiewsk ein und brachte sie am 19. Äugust 1915 zu Fall. Kurz da­rauf, am 27. August 1915, wurde er zum General- gouverneur der besetzten Gebiete im Osten ernannt, mit dem Sitz in Warschau. Unter seinem Regiment p^tn^rn Umver­ität und technischen Hochschule statt. Seine Tätigkeit

fand mit Ausbruch der Revolution in 2 und mit dessen Zusammenbruch ihr Ende.

land

Die Oedenburger Abstimmung.

Wien, 22. Dezbr. Die österreichische Regie­rung hat der Botschafterkonferenz zur Ueber- prüfung des Abstimmungsergebnisses von Oedsnburg sehr umfangreiches Material zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung über die Anerkennung des Abstimmungsergebnisses wird in der Vollversammlung der Botschafter­konferenz stattfinden. Oesterreich hat in Paris auch nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Note der Botschafterkonferenz, mit der die Kommission der Ententegeneräle in Oeden- burg ermächtigt wurde, die Volksabstimmung zu verschieben, durch unaufgeklärte Umstände sehr langsam von Budapest nach Oedenburg gelaufen ist.

Heute liegen die Einzelheiten über Abstim­mung in den Oedenburger Landgemein­den vor. Sie bestätigen neuerlich, daß Oester­reich trotz aller widrigen Umstände 54,6 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt. In Wandorf wurden abgegeben 1177 Stimmen, für Oester­reich 81 Prozent, in Agendorf 848 Stimmen, für Oesterreich 82,2 Prozent, in Harlau 581 Stimmen, für Oesterreich 90,4 Prozent, in Kroisbach 1370 Stimmen, für Oesterreich 60,7 Prozent, in Wolfs 595 Stimmen, für Oester­reich 60,4 Prozent. Nur in drei Gemeinden blieben die Oesterreicher in der Minderheit, in dem von Kroaten bewohnten Kolnhof, wo sie von 813 Stimmen nur 31 Prozent erhielten in Hollingen, wo von 342 Stimmen 22,3 Pro­zent auf sie entfielen, und in Zinkendorf, wo alle 1039 abgegebenen Stimmen Ungarn ge hörten.

Arbeitszeit des Eisenbahnpersonals. Im Reichsverkehrsministerium wurde der Entwurf des Gesetzes über die Arbeitszeit des Eisenbahn- personals ausgearbeitet. Der Entwurf macht einen Unterschied zwischen der Arbeitszeit als Zeit der wirklichen Arbeitsleistung und der so­genannten Dienstbereitschaft. In besonderen Ausführungsvorschriften wird geregelt, ob und in welchem Umfang die Dienstbereitschaft auf )ie Arbeitszeit angerechnet werden kann. 6s lesteht danach die Mög ichkeit, daß die Dienst* dauer der Beamten auf über acht Stunden aus*/ gedehnt werden kann, sofern nur die Arbeitszeit acht Stunden innerhalb dieser Dienstichicht nicht überschreitet. Der Entwurf macht somit scheina- isch den Achtstundentag zum Achtstunden-Al> beitstag. Die Dienstschicht darf nach dem Ent­wurf höchstens fünfzehn Stunden betragen Dieses Höchstmaß wird aber nur dort zur An^ Wendung kommen, wo infolge einfacher Verhäl» Nisse geringe Anforderungen an die Arbeitz« kraft des Personals gestellt werden»^ v