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Hanauer N Anzeiger

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General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil NichardHultsch:mr lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ Mr Slaök- und Landkreis Sanou Reklamen Auguft^Bro bT all?in Scmau^cv Maiw ' Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Kr. 298

Mittwoch den 21. Dezember

1921

Das Neueste.

Der Reichsrat beschloß in seiner gestrigen öffentlichen Sitzung, gegen die Novelle zum Ein­kommensteuergesetz keinen Einspruch zu erheben.

In einer Berliner Versammlung der un­teren und mittleren Post- und Telegraphenbe- amten wurde gestern ein an die Regierung zu stellendes Ultimatum betr. Gehaltsfragen be- lchloffen.

Manchester Guardian" veröffentlicht weitgehende Vorschläge Lloyd Georges.

Die Havasagentur dementiert die Nach­richt, wonach Loucheur in London mit Rathenau eine Unterredung gehabt haben soll.

Nach tagelangen Verhandlungen ist gestern die neue Regierung in Hessen zustande gekommen.

Die Londoner Verhandlungen.

Grundlage» für eine Verständigung.

Frankreichs Roke. Lloyd Georges Be­dingungen.

London, 20. Dezbr. LautManchester Guar­dian" verlautet von französischer Seite, daß die dem britischen Schatzamt gestern unterbreitete französische Note im wesentlichen besage, daß Frankreich bereit sei, einem teilweisen bezw. vollständigen Moratorium für die deutschen Zahlungen zuzustimmen, jedoch unter Bedingungen. Die Note erinnere daran, daß, als im vergangenen Mai der alli­ierte Reparationsplan aufgestellt worden fei, ein Garantiekomitee geschaffen wurde. Man habe diesem Komitee jedoch keinerlei Kontrolle über die innere Verwaltung Deutschlands ge­stattet. Darauf sei der Mißerfolg sowie die Nichterfüllung der deutschen Reparationsver- psiichtungen zurückzuführen. Wenn der deu

Reichskanzler Wirth die Sarantiefn Hipter sich gehabt hätte, so würde er stark ge nug gewesen sein, um finanzielle Reformen einzuführen, die Deutschland in die Lage ver­setzt hätten, zu zahlen. Die französische Note erkläre weiter, es müßten Garantien dafür geschaffen werden, daß Deutschland durch eine Finanzreform in den Stand gesetzt werde, in den auf den Zeitpunkt des Moratoriums folgenden Jahren feine Re­parationen zu zahlen. LautManchester Guar­dian" war die genaue Art der von Frankreich erderten Garantien noch nicht festzustellen.

i französischer Seite werde jedoch angenom­men, daß die vorgeschlagenen Garantien umfassen: die Kontrolle über die deutschen Zölle und die Forderung, daß die Reichsbank von der deutschen Staatskontrolle befreit wird, mit an­deren Worten, daß sie dieselbe Unabhängigkeit erhält, wie sie die Bank von England oM: die Bank von Frankreich besitzt und nicht auf Ge- tschen Regierung eine unbeschränkte Menge von Papiergeld auszugeben braucht.

LautManchester Guardian" ist d i e P o - litik Lloyd Georges folgende: Groß­britannien ist bereit, die französische

der den

militärische Sicherheit auf folgende Art zu ga­rantieren: Zunächst müssen die Reparations­schwierigkeiten aus dem Wege geräumt werden. Zu diesem Zweck ist Großbritannien bereit, den gesamten Reparationsplan zu revidieren. Frankreich und Belgien sollen ihre verwüsteten Gebiete durch Deutschlannd nach der Methode des Wiesbadener Abkommens wieder hergestellt erhalten. Großbritannien gibt feine gesamten Forderungen an Deutschland auf unter der Begründung, daß die verwüsteten Gebiete Großbritanniens sein Handel sind und daß die einzige Art der Erholung die Wieder­herstellung des europäischen Han­dels und die Beseitigung der künstlichen durch ein fruchtloses Reparations­system geschaffenen Atmosphäre ist. Großbri­tannien stellt jedoch Bedingungen. Die erste und wichtigste Bedingung, auf die, wie verlautet, Lloyd George dringen werde, sei, daßFrankreichsowohlzuLande als vuch zur See abrüste. Die Mitteilung, daß Frankreich seine Forderung nach einem größeren Flottenverhältnis aufgegeben habe, gehe Lloyd George nicht weit genug. Seiner An- slcht nach müsse Frankreich auch seine ü - Boots - und Zerstörerwaffe ab - ^.ii st e n. Die von Seiten Frankreichs als Be­dingung für eine Abrüstung geforderte Sicher- Yeit solle dadurch garantiert werden, daß die augenblicklich von den alliierten Truppen be­setzte Zone westlich des Rheins neu- rralisiert wird. Ihre Neutralität würde

Deutschland, Frankreich und Großbritan­nien und möglicherweise auch von Belgien ga- rontiert werden. Sehe Partei, bie Trunnen irr

diese Zone sende, solle von den übrigen Parteien daraus vertrieben werden. Für Deutschland hat diese Neutralität lautManchester Guar­dian" denReiz", daß die französischen Trup­pen unverzüglich aus der Rheinzone zurückge­zogen werden. Für Frankreich habe es den Vorteil, daß es eine endgültige Garantie für seine Sicherheit erhalte, falls Deutschland die Neutralitätszone verletzen, sollte.

Die Lage verwickelter als erwartet.

London, 20. Dezbr. Der politische Bericht­erstatter der ,',Evening News" will wissen, daß die Erörterungen zwischen Lloyd George und Briand verwickelter würden, als man erwartet habe. Man habe bei der ersten Unterredung zwischen den beiden Premierministern entdeckt, daß die beiden Länder sich von einander weiter entfernt hätten, als man anfangs geglaubt habe. , Der politische Berichterstatter desStar" schreibt, die französischen und die britischen An­sichten über die Methode der Bezahlung der deutschen Reparationen gingen so weit ausein­ander, daß es eine schwierige und heikle Sache sei, den Schleier zu lüften und die Art der Er­örterungen zu enthüllen.

Ist Deutschland in der Lage, zu zahlen?

Paris, 21. Dezbr. Der Sonderberichterstatter der Havas-Agentur meldet aus London: Lou­cheur hat einen Plan ausgearbeitet, der dazu be­stimmt ist, den Deutschland am 10. Mai 1921 bekannt gegebenen Zahlungsplan zu ergänzen. In englischen Kreisen glaubt man, daß heute vormittag über diesen Plan Einigkeit erzielt wird. Unter den von der französischen Regierung geforderten Bürgschaften be­findet sich die A u f st e l l u n g einer vollstän­digen und aufrichtigen Statistik derAus - und Einfuhr seitens der deutschen Regie­rung^ Ueber diesen besonderen Punkt hat unter

frage aufgestellt:

Ist Deutschland tatsächlich imstande, Zah­lung zu leisten, wozu es sich für den 15. Januar n. Js. verpflichtet hat?

Die französischen Sachverständigen bemühten sich, an Hand von Dokumenten ihren englischen Kollegen zu beweisen, daß dieAntwortnur bejahend lauten kann. Anscheinend haben sie sie bereits überzeugt.Wenn dies erreicht ist, so würde nichts mehr im Wege stehen", heißt es in der Meldung des Sonderberichterstatters, daß Maßnahmen ausgearbeitet werden, um Deutschland zu zwingen, den nächsten Zahlungs­verpflichtungen nachzukommen. Heute oder

morgen wird man

könnnen.

rd man zu diesem Ergebnis gelangen

Jm Laufe der Londoner Bespre­chungen wird man jedoch keine Entscheidung hierüber treffen können. Die französische und

Äe Regierung werden sicherlich die Ansicht iierten hierüber einholen und sich mit ihnen über die endgültig anzunehmende Lösung

verständigen.

Paris, 21. Dezbr. Wie derMatin" zu wissen glaubt, sei bei den Vorbesprechungen der Sachverständigen über einzelne Punkte ein Uebereinkommen erzielt worden. Das bedeut­samste sei, die Kontrolle der deutschen Reichsbank und die Kontrolle der d eut - schenSteuern.

(Um diese Nachricht auf ihre Bedeutung zu prüfen, muß man berücksichtigen, daß der Son­derberichterstatter desPetit Parisien" erklärt, Briand und Lloyd George hätten gestern den Beschluß gefaßt, absolutes Stillschweigen über ihre Besprechungen zu beobachten. Es scheine, daß die Verhandlungen zwischen den Sachver­ständigen über die Verfalltage der Januar- und Februarrate noch zu keinem Ergebnis geführt hätten.)

Von einer französisch-englischdeuischen Entente keine Rede.

Paris, 21. Dezbr. Briand hat dem Sonder­berichterstatter desMatin" erklärt, die Mel­dung, Lloyd George habe eine Entente zu dreien mit Deutschland als Partner vorgeschlagen, sei eine reine Erfindung. Nicht ein Wort daran sei wahr.

(Dieses Dementi zeigt, wie vorsichtig die aus­ländischen Pressenachrichten über die Konferenz aufzunehmen sind. D. Red.)

Eine europäische Konferenz im Januar.

London, 21. Dezbr.Daily Chronicle" be­hauptet, Lloyd George habe mit Briand über einen Plan gesprochen, um den Frieden und den Wiederaufbau Europas auf eine breitere Basis zu stellen. Dieser Versuch soll mit einer europäischen Konferenz, auf der sämtliche Mächte vertreten fein sollen, gemacht werden. Anscheinend besteht gute Aussicht, daß diese Konferenz Anfang des nächsten Jahres zustande kommt.

London, 21. Dezbr. Ueber die gestrige Kon­ferenz verlautet weiter, daß Lloyd George den Vorschlag gemacht habe, für Anfang Januar eine Fünf-Mächte-Konferenz einzuberufen, zu der auch die Vertreter Rußlands und Deutsch­lands eingeladen werden sollen.

Ein Heldenlied auf das deutsche Keer.

Hermann Stegemann, der bekannte Schwei­zer Militärschriftsteller, hat seine Geschichte des Krieges, von der drei Bände bereits erschienen waren, in einem vierten Band zum Abschluß gebracht, in dem er uns u. a. ver­kündet schlimm genug, daß das Deutschen erst gesagt werden muß!, welch heldenhafte Gesamtleistung der Rückzugskampf des deut­schen Heeres, im letzten Vierteljahr des Welt­krieges, gewesen ist. Stegemanns Schlußurteil lautet:

Lansing hatte der deutschen Regierung am 5. November mitgeteilt, daß die Alliierten unter gewissen Vorbehalten bereit seien, die Verhand­lungen aufzunehmen. Am Tage, da Kaiser Wilhelm die holländische Grenze überschritt, unterzeichnete Matthias Erzberger in Fochs Hauptquartier im Walde von Compiegne den Waffenstillstand, der den Feindseligkeiten ein Ende machte. Er trat am 11. November, um 11 Uhr mittags, in Kraft.

Als die Kanonen schwiegen, war die deutsche Front rückwärtsschreitend vor der Maaslinie angekommen, aber nirgends von Panik erfaßt, nirgends geworfen worden. Dieses von allen Glücksgöttern verlassene, der obersten Leitung entbehrende, auf sich selbst gestellte Heer focht unter der Rührung des auf seinem verlorenen Posten ausharrenden Feldmarschalls v. Hinden­burg bis zum letzten Augenblick in verbundener Front und setzte seinen Rückzug in Staffeln fort, ohne dem Feind den Rücken zu wenden und ' ne ihm den Weg in seine Flanken freizugeben.

ühsam schob der Feind den zäh fechtenden

A deutschen Armeen hinter dem Terneuzkanal, öst lich von Gent, östlich Ath und Mons, westlich von Thuin und Ehimay, nördlich von Rocroy, östlich von Charleville, nördlich von Sedan, öst­lich von Stenay und Damoillers, westlich von Etain, nördlich von Norroy und Nomeny, an der lothringischen Grenze, auf den Ostkuppen der Vogesen und an der burgundischen Pforte ausgerichtet. Fochs Manöver war bis zur letz­ten Stunde nicht zur großen Operation ge­diehen, sondern in der Parallelschlacht stecken ge­blieben. Zwar hatte der Marschall nach der Verdrängung des deutschen Zentrums aus dem Raume Valenciennes-Landrecies abermals da­rauf Bedacht genommen, zum Manöver zurück­zukehren, und das Schwergewicht wieder auf vis Flügel verlegt, um die deutsche Front bei Gent

und bei Metz überflügelnd anzugreifen, und in Lothringen die große Entscheidung zu suchen, ober die Frage, ob er diesmal fein Ziel erreicht Hütte, liegt für immer in Ungewißheit gebunden. Aus der unvollendeten Operation blicken ver­traute Züge. Foch ist dem ererbten Gedanken treu geblieben, auf Mainz durchzubrechen und die an der Maas standhaltenden Armeen vom Rhein abzuschneiden. Noch einmal taucht die Erinnerung an die von den Deutschen siegreich durchgesochtene Schlacht bei Saarburg auf die strategische Entwicklung vollendet sich in einem tragischen Kreislauf. Ist die Frage, ob Foch der Durchbruch gelungen wäre, der zwar nicht mehr zum Gewinn des Krieges notwendig war, wohl aber zur Krö­nung des Feldzuges gedient hätte, auch von der Geschichte nicht mehr beantwortet worden, so sei doch die Behauptung ausgesprochen, daß die amerikanisch-französischen Armeen sicherlich " ' üsche Bajonette gestoßen '" Armee stand noch g ausmarschiert, : zu sperren uni

unterwegs auf beir, wären, denn Bothmers 19. ! zwischen Metz und Straßburg ausmarschiert, um die Mosel- und die Saarlinie zu sperren und die

Pfalz zu decken.

So bleibt dem deutschen Heere der Ruhm, unter den schwierigen Umständen, vor sich den Feind, hinter sich die Revolution, von den Bun­desgenossen verlassen, aber sich selbst getreu und seiner unsterblichen Taten eingedenk, bis zum letzten Augenblick gefochten zu haben, ohne die Grenzen des Vaterlandes zu öffnen. Die Kriegs­geschichte wird ihm, ob Deutschland auch den Krieg verlor, zu allen Zeiten und vor allen an- deren Slrmeen den Lorbeer reichen.

Slreikandrvhung der Post- und Telegraphen-Beamle«.

Lin Ultimatum.

Aus Berlin wird uns gemeldet:

In einer von der Reichsgewerkschaft deut­scher Post- und Telegraphenbeamten einberufe­nen Versammlung, an der Tausende von Post- lwd TelLüraphercheamten der mittleren und

unteren Beamtengruppen teilnahmen, wurde gegen das Handeln des Reichsfinanzministers protestiert, der die Forderungen der Beamten» gewerkschaften ablehnte. Es wurde eine Ent» schließung angenommen, in der es heißt: Der Regierung ist ein Ultimatum von 24 Stunden zu stellen, das vom 21. Dezember, mittags 12 Uhr, bis zum 22. Dezember, mittags 12 Uhr, läuft. Bei Ablehnung der vom deut­schen Beamtenbunü eingereichten Forderungen ist die sofortige Urabstimmung vorzunehme» und noch vor Weihnachten aus den Betrieben herauszugehen.

Aus dem Beamtenausschuß.

Berlin, 21. Dezbr. In seiner gestrigen Sitzung befaßte sich der Reichstagsausschuß für Beamtenangelegenheiten zunächst noch einmal mit der Vorschußzahlung an Beamte und Ange­stellte der Ortsklaffen A und B. Die Meinung des Ausschusses ging dahin, daß die Maßnahme dieser Vorschußzahlung ganz einseitig nur den Beamten und Angestellten der Ortsklaffen A und B zugute komme, während die Angehörigen der übrigen Ortsklaffen ganz leer dabei aus­gingen. Diese Maßnahme könne wegen ihrer Ünvollständigkeit auch nicht die Billigung des Reichstagsausschusses für Beamtenangelegen­heiten finden. Hierauf trat der Ausschuß in die Beratung des Veamtenrätegesetzes ein, wobei die grundlegenden §§ 13 in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen wurden. Nach Behandlung einiger Petitionen vertagte sich der Ausschuß.

Die Deutsche Dolksparlei keine Stinnes-Parlei.

Ein Bekenntnis Severings.

---Duisbura^Ü.Bezbr. 2n einer von mehre. ren Taufend Personen besuchten Versammlung in Homburg-Hochheide sprach am Sonntag abend der preußische Minister des Innern Severing über die politische Lage. An einen auf Stinnes bezüglichen Zwischenruf anknüp- send, sagte Severing, er halte Stinnes auf poli­tischem Gebiet für einenblutigen Delitanten", aber diese Einschätzung des Politikers hindere ihn gar nicht, anzuerkennen, daß Stinnes auf wirtschaftlichem Gebiet eine Kraft ist, die wir nicht unterschätzen sollen, und die wir leichtfertig zu beurteilen kein Recht haben. Stinnes ist eine Persönlichkeit mit Initiative und Beharr­lichkeit, ein Mann, der genau weiß, was er will, und der versucht, mit allen Mitteln seinen Willen und seine Wünsche durchzusetzen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen besprach Severing eingehend die Notwwendigkeit der Verbreiterung der Koalition durch die Deutsche Volkspartei, da man nach dem Ausfall der letz­ten Landtagswahlen keine andere Wahl gehabt habe, als Bundesgenossen auf der , anderen Seite zu suchen. Die Volkspartei ist keine Stinnes-Partei. Hätte sie nur Männer in ihren Reihen von der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Mannes, dann stände es um unsere Steuern besser. Das fei aber nicht so. In der Volkspartei ständen neben dem Großindustri­ellen Stinnes, Doegler und einige anderen auch Taufende und Abertausende von Angestellten, Handwerkern, Landwirten und sogar Arbei­tern. Man solle sie nicht dadurch bekämpfen, daß man sie beschimpfe, sondern, daß man sie zur Verantwortung mit heranziehe. Schließ­lich unterzog der Minister noch die Reparation-!- frage einer eingenhenden Erörterung. Die Ausführungen Severings wurden fortwährend durch Zwischenrufe unterbrochen und es wuxde dem Minister sogar unmöglich gemacht, sein Schlußwort zu sprechen.

Politische Tagesberichte.

Abschaffung des Bußtages in Braun­schweig. Die braunschweigische Landesver­sammlung hat mit 29 Stimmen der Linken gegen 27 Stimmen der Rechten beschlossen, den 9. November als gesetzlichen Feiertag zu er. klären und den Bußtag als gesetzlichen Feie» tag aufzuheben.

Ein Abkommen zwischen Japan uud Sow- jetrußland. Zwischen der Sowjetrepublik des fernen Ostens und Japan ist ein Abkommen getroffen worden, das folgende Punkte vor­sieht: 1. Die Forts von Wladiwostok werden von den roten Truppen geräumt. 2. Wladiwo­stok wird ausschließlich Handelshafen. 3. Die von der Regierung in Tzhita im letzten Früh­ling in Nikolajewsk mit Japan getroffenen 23 ent einbarungen werden bestätigt. 4. Die japanh schen Truppen räumen die besetzten sowjetrussi» ichen Gebiete im Laufe des Monats ÄarytMi