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Hanauer W Anzeiger

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General-Anzeiger

Verlagsleitung: .Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil RichardHultsch:iür lokalen und vrovinziellen Teil

AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan Reklamen August Vrodt. allein Hanau a8 Mairu ' SJ i Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

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Nr. 297

Dienstag den 2®. Dezember

1921

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Das Neueste.

Die oberschlesische Grenzkommission hat tM 18. Dezember die Demarkationslinie des obsrschlesiichen Industriegebiets festgesetzt.

Gestern haben die ersten Besprechungen zwischen Lloyd George und Briand stattge- funden.

Rathenau ist wieder in London einge- trofsen.

Die Londoner Treffe hofft, daß die Kon­ferenz in London zur Einberufung einer inter­nationalen Konferenz unter Einschluß Deutsch- ands und Rußlands führen werde.

Jm Kleppelsdorfer Mordprozeß bean­tragte der Oberstaatsanwalt gegen den Ange­klagten Grupen die Todesstrafe.

leid, oder um der schönen Augen willen unseres Kanzlers, nein, solche Gefühle kennt Räuber- unb Erpressertum nicht. Nur eigene Interessen, nur krasse Selbstsucht, nur Händler- und Krä­mergewinn werden die Ursachen sein, wenn man jetzt in London dazu kommen sollte, den Deutschen scheinbar Erleichterungen zu gewäh­ren. Vergessen wir ferner nicht, daß noch immer die britisch-französischen Gegensätze, die vor kur­zem erst wieder in Erscheinung getreten sind, stets beigelegt wurden. Man denke an Ober- fchlesien! Lloyd George und Briand werden verhandeln und werden dann einig werden, was mit Deutschland, mit dem armen, wehrlosen deutschen Volke zu machen ist. Und selbst wenn in London ein Sieg der Wirklichkest, der Wirt­schaft über das politische Schlagwort, über das Sentiment", ein Sieg der Vernunft über machtpolitischen Unfug errungen werden sollte, bleibt das Ergebnis besteben, daß das kauf­männische Prinzip unter Umständen noch viel einschneidender und rücksichtsloser sein kann als machtpolitische Diktatur.

Wir haben also absolut keinen Grund opti­mistisch in die Zukunft zu schauen und zu sagen: Wir haben unsere Zahlungsunmöglichkeit ange- fagt, nun werden die Reparationsbedingungsn geändert werden. Das ist falsch. Wenn schließ­lich die Bedingungen auf der einen Seite ge­ändert werden, so werden doch auf der andern Seite neue hinzukommen und wir werden bald wieder da stehen, wo wir heute sind. Hat doch Lloyd George erst kürzlich wieder vor Arbeiter- vertretern erklärt, niemand könne einen Verzicht auf die Reparationen befürworten. Man ver- longe ja auchnur" Wiederaufbau der zerstör­ten Gebiete und Bezahlung der Kriegscpera- ttonen. Hieraus spricht die englischeGroßmut", von der jetzt vielfach gesprochen wird. Wir WW*WWW werden müssen, und diese Opfer werden mit neuer Schmach und neuer Schande verbunden sein. Denn was bedeutet eine Finanzkontrolle anders als den Verzicht auf nationale Selbstän­digkeit?

Deshalb dürfen auf unserer Seite die Hände nicht tatenlos in den Schoß gelegt werden, wir dürfen uns nicht allein auf Hoffnungen ver­lassen, sondern wir müssen alles tun, was in unseren Kräften liegt, um das Furchtbarste, was uns angetan werden kann, die vollständige Versklavung, von uns fernzuhalten. Und dazu ist u. a. nötig, daß die Regierung eine Verbreiterung erfährt, daß die große Koalition endlich als die Lebens­notwendigkeit des neuen Deutschen Reiches er­kannt und unter Zurückstellung aller kleinlichen und egoistischen Bedenken verwirklicht wird. Wir brauchen in diesen Schicksalsstunden ge­schlossene Parteien und eine geschlossene Regie­rung, die uns den rechten Weg führt und nicht uns dahingleiten läßt in Hoffnung und Sehnen, wir brauchen eine starke Regierung der großen Koaltion! R. H.

Die Londoner Besprechungen.

Der Gedanke einer französisch-englisch-dcukschen Entente.

London, 20. Dezbr. Lloyd George und Briand hatten gestern vormittag*11 Uhr in der Downing-Street ihre erste Besprechung, d. h. einen Meinungsaustausch, im Verlauf besten die beiden Ministerpräsidenten die Gesamtheit der zur Diskussion stehenden Fragen berührten. Der französische Ministerpräsident war begleitet von Loucheur, Berthelot und einem Dolmet­scher. Auf englischer Seite nahmen an der Zusammenkunft Chamberlain und Sir Robert Horne teil. Die Hauptbesprechungen sollen heute Dienstag erst beginnen.

Paris, 20. Dezbr. Die hiesigen Blätter ver­öffentlichen eine Fülle von Details über die an­geblichen Absichten und Pläne der beiden Staatsmänner, die es unmöglich machen, das Wahrscheinliche von dem rein Sensationellen zu unterscheiden.

Nach demEcho de Paris" soll Lloyd Ge­orge bei der gestrigen Zusammenkunft mit Briand einer. ganz bestimmten Plan entwickelt haben. Er mochte der Besetzung der R h e i n l a n d e e i n E n d e m ä ch e n und er glaube, daß es möglich sei, dazu zu gelangen, wenn man durch eine französisch-eng- lisch-deutsche Entente die Sicherheit Frankreichs garantiere und sofort zur Enlwaft- nung schreite. Das Reparakionsproblem wolle Lloyd George zu einem rein kaufmännischen machen, indem er es beschränke auf den Auf. bau der ehemaligen Kriegszone. Er wolle aber auch die russische S owjelregierung offiziell anerkennen und eine gemeinsame Aktion Frankreichs, Englands und Deutsch­lands, der sich auch Anurrika vinschließen könne.

Stein Optimismus!

Gestern hat in London zwischen Lloyd Ge­orgs und Briand eine Konferenz begonnen, die vomObserver" als die solgenschwerste aller bisherigen Konferenzen bezeichnet wird. Des­halb diefolgenschwerste"? Weil so vieles von ihrem Ausgang abhängt, von der Haltung der­jenigen Männer, die jetzt wieder einmal über Europas Schicksal beraten. Es sind noch keine 8 Monate her, daß die letzte Zusammenkunft dieser beiden Regierungshäupter am Themse­strand stattfand. Was da beschlossen worden war, das Reparations-Ultimatum an die deutsche Regierung, hat sich, was von uns an dieser Stelle damals schon gesagt wurde, als ganz das Gegenteil dessen erwiesen, was seine Läter von ihm erwartet haben, nicht als eine endgültige und durchführbare Regelung eines weltwichtigen Problems, sondern als Arbeit, die beim ersten Versuch, sie in der Praxis an- zuwenüen, in sich zysammtzybrao Man wieder zusammen, üm, entweder denvor 8Monüten gefaßten Beschluß zu erneuern, oder ihn abzuändern. Ohne Frage ist etwas im Werk, etwas in Bildung begriffen. Seit zwei MoNaten haben die Mächtigen dieser Erde ausgenommen Frankreichs Staatsmänner rinzusehen begonnen, daß es so, wie bisher, nicht westergehen kann, sollen die Völker und ihre Wirtschaft nicht zugrunde gehen. Aber was für ein Gebilde aus dem Wust von Strömun­gen und Ansichten, von Begierden und Wün­schen, die in diesen Tagen die ausländischen Blätter enthalten, entstehen kann, vermag kein Mensch zu sagen. Die Nachrichten sind sämtlich unkontrollierbar, wie auch die Widersprüche, die die heutigen Drahtmeldungen enthalten, be­weisen. Wir Deutschen haben zunächst alle Ver­anlassung, von jedem rosigen Optimismus uns abzuwenden. Eindringlich, voll tiefem Ernst sei die Mahnung erhoben: Nüchternheit be­herrscht die Lage!

Man tut gut, all die Nachrichten von einem Eingehen auf die deutsche Zahlungsaufschub- Note mit aller Skepsis auszunehmen, wie man überhaupt alle. Aktionen der Entente-Politik mit größter Vorsicht und Nüchternheit betrachten muß. Denn deutsche Gefühlspolitik sieht sich be­reits veranlaßt, auf Englands Edelmut zu schwören. Sie vergißt, daß dem Britentum in seiner nationalen Gesamtheit eine höchst ver­schlagene Denk- und Handelsweise seit Jahr­hunderten innewohnt, daß das englische Wirt­schaftsdasein mit Handel identisch ist und daß dieser sogenannte Handel eine kultivierte Form desVeutemachens" darstellt. Aus der Fülle der Londoner Nachrichten der letzten Tage kann man immer wieder das eine feststellen: Man Mill sich sichern, die eventuell in Frage kommen­den Erleichterungen ziehen neue Forderungen Mi Deutschland nach sich. Da heißt es, daß die Gläubigerstaaten sich das Aufsichtsrecht über die Aufstellung der deutschen Staatshaushalte, über die Ausgabe der Erzeugnisse der deutschen No- dknpresse, ja sogar über die Ein- und Ausfuhr Vorbehalten. Man denke nur an die prächtige Gelegenheit britischer Industriespione, bei der Aufsicht über die deutsche Ein- und Ausfuhr zu­gunsten Englands wirksam zu sein. Worauf zielt alles hinaus? Auf Finanzkontrolle, Stellung unter Kuratel, Sklaoenvolk eine Gemein­schaft, die nichts mehr in ihrem eigenen Lands zu sagen hat. Wir haben also alle Ursachen, Mwärzestes Mißtrauen an den Tag zu legen.

unten folgende Meldung desMatin" sagt genug. Für den deutschen Realpolitiker gleicht Me Situation seines Volkes derLage eines wehr- msen, beraubten Menschen, dem man eine fest "^gezogene Schlinge um den Hals gelegt hat. Der Unglückliche ist, wie die Note über die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands zeigt, am Er- Acren. Sein Tod würde den Räubern keinen "orteil, sondern nur Nachteil bringen. Das Mud man auf unsere Erklärung hin tun? Man mrd die Schlinge lockern, den nahezu Erdrossel- k*i etwas Luft gewähren. Aber nicht aus Mit­

organisieren, um das große Reich wieder aufzu- richten. Nach dem gleichen Bericht er statt er könne es jedoch möglich sein, daß Lloyd George es für klüger halten werde, zuerst von Briand den Grundsatz zu einer internationalen Konferenz, an der Deutschland und Ruß­land teilnehmen sollen, annehmen zu lassen.

London, 20. Dezbr. Der Sonderberichter­statter desManchester Guardian" schreibt zur Frage der englisch-französischen Allianz mit Deutschland, von franzö­sischer Seite verlaute, daß Briand seine Politik im Prinzip festlegte. Briand gelangte nach den letzten Beratungen Loucheurs mit Lloyd Ge­orge und Horne zu dem Entschluß, falls die britische Regierung bereit sei, Frankreich ge­wisse finanzielle Zugeständnisse gegen ein Ver­sprechen seitens Frankreichs zu machen, dem großen Plan Lloyd Georges für den wirtschaft­lichen Wiederaufbau Europas unter Einschluß Deutschlands und Rußlands keinen Wie­derstand entgegenzusetzen. Briand werde Lloyd George als fundamentalen Grund­satz unterbreiten, daß die wirtschaftliche Seite der augenblicklichen Lage so lange zurückgestellt werde, bis die englisch-französische Politik auf eine endgültige Grunblage gestellt werde; mit anderen Worten: Briand werde Lloyd George fragen, ob er irgend einer Art von Bürg­schaft für bie Sicherheit Frank- r e rchs zustimme, da bei einer solchen Bürg­schaft Frankreich weder in der Frage der Land­abrüstung noch der U-Boote, auch nicht in den Beziehungen Frankreichs mit Deutschland Schwierigkeiten begegnen würde. Die Frage, welche Gestalt eine solche Bürgschaft annehmen soll, sei während der letzten Wochen sowohl in Paris als auch in London erwogen worden. WWWWWWWWWWM» hauptsächlich infolge ihrer Haltung gegenüber Deutschland bestehen, gelöst werden durch die Ausdehnung der Entente zwischen England und Frankreich auf Deutschland. Briand soll während der letzten Woche tatsächlich sondiert worden sein, ob er das Dreimächteabkommen zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland, worin sich zwei Parteien bei einem Angriff der dritten Partei Unterstützung Zu­sagen, als wirksame Bürgschaft für die Sicher­heit Frankreichs ansähe.

(Letzte Meldung).

Paris, 20. Dezbr. Ueber den ersten Ver­handlungstag meldet der Sonderberichterstat­ter desEcho de Paris" Lloyd George und Briand hätten am ersten Tags noch nicht klar ihren Plan entwickelt. Jeder scheine abwarten zu wollen, daß der andere die Initiative er­greift. Die Frage betr. Mitteleuropa und Ruß­land sei zuerst gestellt worden. Ueber die an­deren Fragen berate eine Kommission zu dreien. Diese Kommission solle bis Mittwoch Bericht erstatten.

Hinsichtlich des Reparationsproblems glaubt der Sonderberichterstatter desMatin" fest­stellen zu können, daß die Unterordnung von Horne und Lloyd George zu bedeutenden Er­gebnissen geführt hätte. Die Engländer sehen jetzt ihr Unrecht ein, das sie im Mai dadurch begangen hätten, daß sie düW Einmi­schungsvollmachten für das Ga­rantiekomitee verweigert hätten, die Frankreich damals verlangt habe. Man habe sich vollkommen Rechenschaft darüber abgelegt, daß man Hand legen müsse auf gewisse Teile der deutschen Verwallung, sei es auch nur um zu verhindern, daß Deutschland seine Gläubiger im Innern bezahle von den alliierten Gläubi­gern und daß es seine Industriellen entschädige in gutem Gelde, während Frankreich seine Geschädigten nur durch Anweisungen bezahlen könne.

Der französische Standpunkt in der Stundungs- frage.

Paris, 20. Dezbr. Ueber den Standpunkt der französischen Regierung in der Stundungs­frage erfährt man folgendes: Solange das deutsche Reich in der Lage ist, den Dienst der Jnnenschuld zu gewährleisten, solange sei eine Nichterfüllung der Reparationsverbindlichkei- ten nicht zu dulden. Frankreich habe als Gläu­biger Seutfchlanbs den unbedingten Vorrang vor den deutschen Rentnern.

Rathenau in London.

Wie der Londoner Berichterstatter derVoss. Zkg." meldet, ist Dr. Rathenau auf Veran- lassung der britischen Regierung nach London gefahren. 3n seiner Begleitung befindet sich

der Vorsitzende der deutschen Lriegslasteukom- mission Dr. Fischer.

Eine Anfrage Kenworthys.

London, 19. Dezbr. Im Unterhause fragte heute Kenworthy ob irgend eine neue Mittei­lung gemacht werden könne über das Ersuchen der deutschen Regierung um Aufschub der Zah­lungen der nächsten Reparationsraten und ob das Parlament befragt werden würde, bevor der militärischen Besetzung weiteren deutschen Gebietes ober der Auferlegung neuer Zwangs­maßnahmen zugestimmt werde. Chamberlain erklärte, daß die augenblicklich stattfindenden Beratungen wahrscheinlich während des größ­ten Teiles der Woche fortdauern werden. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß, während seine Kollegen und er selbst an diesen Erörterungen teilnähmen, man ihn nicht zwingen werde, eine weitere Mitteilung zu machen. Es sei sehr schwer, über die Fragen, über die augenblicklich zwischen anderen Mächten und England be­raten werde, Erklärungen abzugeben.

Die GrsKF'sstsetzung in Oderfchlefien.

Breslau, 19. Dezbr. Die Grenzkommission hat am 18. Dezember die Demarkationslinie im aberschlesischen Industriegebiet festgesetzt. Die wichtigsten Entscheidungen von Westen nach Osten sind folgende:

1. In der Gegend von Niebarowitscher Ham­mer kleiner deutsch-polnischer Eebietsaustaufck mit dem Ergebnis, daß die Kleinbahn Räuden Gleiwitz auch hier ganz auf das deutsche Ge­biet zu liegen kommt. Niebarowitscher Hammer ist deutsch geblieben.

2. Ebenso verbleiben die Dellbrückschächte bei Deutschland. Sie auf polnischem Gebier ge­legenen, âur Grubenanlage gehörigen Baulich­keiten sind bis zur Bahnlinie Makoschau-Glei- witz zu Deutschland geschlagen worden.

3. Die Königin Luise-Grube erhält il>re drei lebenswichtigen SchächteGlückauf",Ruda' undGeorg", sowie ihr gesamtes Grubenfell bis zum südlichen und östlichen Markschein zu­rück mit Ausnahme der KolonieGlückaus", des Kirchhofes von Ruda und der Fläche von Ruda-Peruba.

4. Leider ist es nicht gelungen, Rudaer Ham­mer einschließlich des dortigen wichtigen Stra­ßenstückes und der elektrischen Bahn des Knapp- schastslazaretts für Deutschland zurückzuge- winnen. Die nördlich der Ortschaft gelegener Teile (Grubenfelder von Borsig und Schaff- gotsch) sind Deutschland zurückgegeben worden

5. Zwischen Ruda Hammer und Garnalz- Freudenschacht bildet auf Grund beiderseitige, kleiner Gebietsaustausche das Beuchener Waste, die Grenze. *

7. Oeftl. von Beuchen keine Veränderungen gegenüber der Genfer Entscheidung, sodaß der auf Rosenberger Gelände liegende Teil des Blei-Scharleyer Grubenfeldes deutsch geblieben ist

8. Bei Alt-Eoretzky wurde die Grenze um annähernd 150 Meter von der in Polen gelege­nen Andalusienbahn abgerückt, ebenso der über die genannte Dahn hinausgehende Teil des Zinkbergwerkes Fiedlergrube zu Polen ge­schlagen. Die Anlagen des Garnalz-Freuden- schachtes sind polnisch geblieben. Alle übrigen Teile von Fiedlersglück sind bei Deutschland ge­blieben.

9. Die Neuhofsgrube mit dem Rest des Zink­bergwerkes Neuhof ist Deutschland zurückge» geben worden.

10. Die weiterhin von der deutschen Dele­gation geforderte Rückgabe des Radzionkau­schachtes, der Lazy-Zinkhütte und des Stroßek» Waldes ist verweigert worden.

Gegen polnische Vergewaltigung.

Berlin, 19. Dezbr. In der Angelegenheit der deutschen Domänenpächter und Ansiedler in den an Polen abgetretenen früheren preußischen Gebietsteilen hat die Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung eine Note gerichtet, in der sie mitteilt, daß sie beschlossen habe, die beiden Mächte Deutschland und Polen dazu einzuladen, baldmöglichst in direkte Verhand­lungen zur Regelung dieser Frage einzutreten. Sie hat ferner beschlossen, für den Fall, daß eine Einigung nicht zustande kommt, den Fran­zosen Alphand zum Schiedsrichter in der An­gelegenheit zu bestimmen. Im übrigen hat die Botschasterkonferenz der polnischen Regierung, mitgeteilt, daß diese bis zur Regelung Frage: von iealicben Maßnahmen chbseheu stMu