Sanauer W Anzeiger
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General-Anzeiger
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AmMches Organ für SlM- vnS Landkreis Sanou
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Erscheint tSgllch mL Ausnahme der Som- und Feiertage
FernspreLanMüsse Nr. 1237 und 1238.
Nr. 290 Monlag den 12. Dezember 1921
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Das Neueste.
— Wie wir erfahren, ist als deutscher Botschafter ji Rom der gegenwärtige Gesandte in Kopenhagen, Wit Neurath, in Aussicht genommen.
— In der Eamrtagfitzung der Washingtoner Konferenz wurde das Biermächte-Abkommen verkündet, des voraussichtlich von allen Mächten ratifiziert werden dürfte.
— Die Londoner und Washingtoner Presse begrüßt das Washingtoner Biermächte-Abkommen, das einen neuen Schritt auf dem Wege des Weltfriedens bedeute.
— Briand hat mitgeteilt, daß er heute in acht Tagen nach London zu kommen hoffe, um mit Lloyd George über das Reparationsproblem und, andere Fragen zu beraten.
— Minister Loucheur ist gestern nach Brüssel adgereist und wird heute eine Besprechung mit dem Finanzminister Theunir haben.
— Nach einer Meldung aus London ist gestern der frühere Lordkanzler Halsbury gestorben.
Das heimliche Keer Deutschlands
Der Reichskanzler gewährte dem Berliner Vertreter des „Matin", Paul Genty, heute eine Unterredung, in der er über die Frage der angeblichen deutschen Rüstungen folgendes aus- fühete:
In der Sitzung der französischen Kammer vom Donnerstag sind über den Zustand der deutschen Rüstungen und über eine angebliche Bedrohung des europäischen Friedens durch deutsche Offensivpläne aufs neue ungeheuerliche Behauptungen aufgestellt worden, die ich im Interesse der friedlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland nicht unwidersprochen lassen darf,
umsomehr, als es der frühere französische Kriegsminister Lefevre gewesen ist, der in feiner Rede diese Behauptungen aufgestellt und als der jetzige französische Kriegsminister Barthou ausdrücklich die Wahrheit dieser Angaben bestätigt hat. Ich spreche zu Ihnen nicht aus Freude an einer Polemik über diese Angelegenheit, sondern nur um einige ganz klare Feststellungen zu machen. Lefevre behauptet, die Reichswehr sei für den Fall der Mobilisierung dazu bestimmt, die nötigen Cadres für Freikorps zu liefern, die in Deutschland vorhanden seien. Demgegenüber stelle ich fest, daß in Deutschland alle Freikorpsdur ch Verordnung des Reichspräsidenten aufgelöst sind und daß diejenigen, die sich an der Bildung solcher Freikorps beteiligen, den gesetzlichen Strafen verfallen. Die Bildung von Geheimorganisationen wird von der Regierung, wie jedem bekannt, der die Entwickelung in Deutschland kennt, mit Energie verfolgt, einer Energie, zu der sich die Regierung einer demokratischen Republik schon aus innerpoli- uschen Gründen verpflichtet sieht. Lefevre bricht in diesem Zusammenhang auch von angeblich vorhandenen Aufmarschlinien r deutschen Armee hinter dem Schwarzwald, die von Stuttgart nach der Schweiz verdoppelt seien. Davon ist in Deutschland keinem Menschen etwas bekannt und ich feiste nicht daran, daß sich Lefevre die nötige Beruhigung in dieser Beziehung von jedem der ^ Deutschland vorhandenen Kontrollosfiziere holen könnte, die eine solche Linie wohl fest- WE hätten, wenn sie vorhanden wäre.
Die Frage der W a f f e n f u n d e in Deutschland und der geheimen Bewaffnung mit ver- ootenen Waffen spielt in der Rede Lefevres ebenfalls eine große Rolle. Man behauptet Men Jagdkarabiner gefunden zu haben, in 30 Minuten in ein Jnfanteriegewehr Mgewandelt werden könnte. Tatsache ist, daß "Aich von der interalliierten Kontrollkom- /’un bei der Kraftfahrabteilung in Cannstadt einzelner neu gefertigter, aber für scharfen unbrauchbarer Karabiner vorgefunden ^^ Truppe hatte diesen Karabiner, der wglich als Zielwaffe nutzbar und auch dazu °Itlinmt war, nicht zu den von der Kommission lM^enen Waffen gerechnet, und mit diesem ne,l hat sie, glaube ich, mehr recht gehabt, als einigen, die aus dem Vorhandensein dieser Mfe auf eine Bedrohung der französisch schließen wollen. Es ist richtig, daß i
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rm° «* Gewehre und andere Waffen in ge- Anzahl immer noch gefunden werden; Müderes Aufsehen scheint die Auffindung von ^".Geschützrohren in einer kleinen sächsischen Lenwcht zu haben. Ich habe mir über iett Fall genau Bericht erstatten lassen. Es
handelt sich dabei nicht etwa um Geschütze, also nicht um fertige Kriegswaffen, sondern um Geschützrohre aus Nickelstahl, die vor Kriegsende fertiggestellt worden waren, aber infolge des Waffenstillstandes nicht mehr zur Ablieferung an das Reich kamen. Der Besitzer der Fabrik hat nun diese Rohre in der Absickt, das Rohmaterial bei seiner auf den Frieden eingestellten Fabrikation zu verwerten, für sich behalten und verborgen. Die Absicht, aus diesen Rohren Geschütze zu machen, bestand nicht. Die Beteiligung deutscher amtlicher Stellen oder irgend einer privaten Organisation an der Zurückhaltung dieses Materials liegt in keiner Weise vor. Von den großen Kanonen des Modells 77, von denen Lefevre sagt, daß sie noch nicht entdeckt seien, war nur eine sehr geringe Anzahl vorhanden. Es wurden während des Krieges im ganzen sieben dieser Riesengeschütze hergestellt, von denen bereits vier während des Krieges unbrauchbar geworden und zerstört worden waren; die Obigen drei sind im Laufe des Jahres 1919 zerschnitten und verschrotet worden.
Besondere Bedeutung hat Lefevre dem V o r=
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das General v. S e e ck t
dem zur Ausbildung der Reichswehr bestimmten Reglement beigegeben hat. Seine Interpretation dieses Vorwortes als Dokument, das in offener Weise den Angriffskrieg vorbereite, hat aus der französischen Kammer selbst heraus Widerspruch erfahren. Auch ich kann feststellen, daß in diesem Vorwort von einer Offensiv
daß in diesem Vorwort von einer Offensive mit keinem Worte die Rede ist. Es wäre ja auch mehr als unsinnig, wenn Deutschland beabsichtigen würde, mit den geringen ihm verbliebenen Kampfmitteln einen Angriff gegen einen seiner Nachbarn zu unternehmen. Da jedoch die Unver-
weoer durch den Frwdensvertrag noch durch den Völkerbund garantiert ist und Deutschland deswegen mit einer Gefahr immerhin rechnen muß, so muß es die ihm verbliebene Wehrmacht so ausbilden, daß sie zu der Verteidigung der Grenzen des Reiches tauglich ist. Dazu gehört die Unterweisung der Reichswehr in der Abwehr auch derjenigen Kampfmittel, über welche die Reichswehr zwar selbst nicht verfügt, mit deren Gebrauch durch die Gegner sie aber zu
48 in zwei neuen Mo
rechnen hat.
Die Ausführungen des Abg. Lefevre wurden vom Kriegsminister Barthou ausdrücklich bestätigt und noch erweitert. Ich bin deshalb genötigt, auch Barthou einiges zu erwidern. Es ist nicht richtig, daß der o b e r s ch l e f i f ch e Selbstschutz über Panzerzüge verfügte, als der Polenaüfstand ausbrach. Es wurden Eisenbahnwagen, deren sich übrigens der von den alliierten Regierungen beteiligte Selbstschutz bediente, mit improvisierten Schutzvorrichtungen versehen. Man verbarrikadierte die Wagen mit Brettern, Bohlen, Beton, Betonplatten und Sandsäcken, da und dort wohl auch durch Metallschutz. Ebensowenig wie Panzerzüge gibt es in der deutschen Reichswehr neukonstruierte Maschinengewehre, die nach Angaben Barthous seit ist dellen hergestellt worden sein sollen.
Ich füge hinzu, daß über alle diese Beschwerden zwischen der deutschen Regierung und den interalliierten Kommissionen eine Fülle Noten ausgetauscht worden sind, in denen das meiste wohl zur Befriedigung der Letzteren klargestellt werden konnte, so daß ich die Bedeutung nicht verstehe, die man jetzt in Frankreich der deutschen Entwaffnmrgsfrage aufs neue beimiht. Ueber diese Frage bestand im Oktober ds. Js. in Frankreich offenbar vollständige Beruhigung, denn am 21. Oktober hat Briand in einer Rede vor der französischen Kammer ausdrücklich festgestellt, daß Deuts ch- lan d allen Forderungen auf Ent - waffNung und Zerstörung des Kriegsmaterials und auf die Herabsetzung seiner Wehrmacht und Auflösung seiner Einwohnerwehren entsprochen habr: und daß eine Gefahr für Frankreich nicht mehr bestehe. Der französische Ministerpräsident berief ich damals ausdrücklich auf die Berichte der ranzöfifchen Vertreter in der Kontrollkommif- ion, welche die Ergebnisse der Entwaffnung als lefriedigend bezeichnet hätten. Auch Nollet selbst hat, wie Briand mitteilte, auf eine Anfrage, ob er ernstlich an die Möglichkeit eines Widerstandes der deutschen Regierung glaube, verneinend geantwortet. Ich glaube nicht, daß seit Oktober ds. ^s. in dem Zustqnd der deutschen Entwaffnung Veränderungen eingetreten sind, welche das Mißtrauen rechtfertigen, das in den franzo- stschen Kammerverhandlungen zum Ausdruck kommt. Die deutsche Regierung ist nach w:e der Meinung, daß alles geschehen ist, was die Vorschriften über die Entwaffnung von ihr fordern. Ich kann nur wiederholen, was Briand im Oktober ds. Js. selbst bestätigte, daß von
vor
Deutschland dem europäischen Frieden keinerlei Gefahr droht, wenn man es seiner friedlichen Arbeit und Entwicklung seiner demokratischen Einrichtungen überläßt.
Das Drer-Mächle-Abksmmen.
Aufhebung des englisch-japanischen Vertrages.
Washington, 11. Dezbr. In der Samstagsitzung der Konferenz wurden zunächst die beiden Resolutionen des Ausschusses für den fernen Osten erledigt, die sich auf die Unabhängigkeit Chinas und auf die Frage der Exterritoria- litntsrechte beziehen. Ferner fanden zwei Resolutionen Annahme, die der dritten und fünften Forderung des chinesischen Memorandums entsprechen. Die erste behandelt die Frage der Neutralität Chinas im Kriegsfalle. In der zweiten verpflichten sich die Signatarmächte, kein Abkommen zu schließen, das mit den vor der Konferenz eingegangenen allgemeinen Grundsätzen ihrer chinesischen Politik in Widerspruch steht.
Hierauf verlas Senator Lodge das Vier- m ä ch t e a b k o m m e n, das am Freitag paraphiert wurde und dessen Unterzeichnung wahrscheinlich am Montag erfolgen wird.
Das Abkommen hat folgenden Wortlaut:
Die Vereinigten Staaten von Amerika, das britische Reick:, die französische Republik und das japanische Reich haben beschlossen, zwecks Erhaltung des Weltfriedens und zum Schutze ihrer Rechts betreffs
hrer insularen Abkommen zu
ihrer insularen Besitzungen und ihrer insularen Dominions im Stillen Ozean ein Abkommen zu
schließen. Zu diesem Zwecke haben sie Vertreter ernannt, die sich auf folgende Bestimmungen geeinigt haben.
1. Die hohen vertragschließenden Teile ver-
Dominions im Stillen Ozean zu achten. Wenn zwischen den hohen vertragschließenden Teilen eine Meinungsverschiedenheit entsteht, die sich aus irgend einer den Stillen Ozean ergebenden Fragen ergibt und ihre obenerwähnten Rechte berührt und wenn diese Meinungsverschiedenheit nicht auf diplomatischem Wege in befriedigender Weise geregelt wird und die gegenwärtig zwischen ihnen bestehende erfreuliche Harmonie zu gefährden droht, werden diese Mächte die anderen vertragschließenden Teile zu einer Konferenz einladen, der die Gesamtheit der Fragen zwecks Prüfung und Regelung vorzu- legen ist.
2. Sollten die obenerwähnten Rechte durch die aggressive Haltung einer anderen Macht bedroht werden, so werden die hohen vertragschließenden Teile sich untereinander in vollständiger und freimütiger Weise verständigen, und zu einem Einvernehmen über die wirksamsten Maßnahmen zu gelangen, die sie gemeinsam oder gesondert ergreifen werden, um allen Erfordernisse:: der Lage gerecht zu werden.
3. Das vorliegende Abkommen bleibt von dem Tage an, an dem es in Kraft tritt, zehn Jahre i n G ü l t i g k e i t. Nach Ablauf dieses ZeitrauiNes läuft es weiter, mit dem Vorbehalt, daß jeher der hohen vertragschließenden Teile das Recht hat, es mit monatlicher Kündigung zu beenden.
4. Das gegenwärtige Abkommen wird sobald wie möglich, entsprechend den konstitutionellen Gebräuchen der hohen vertragschließenden Teile, ratifiziert werden. Es tritt in Kraft, sobald die Ratifikationsurkunden in Washington niedergelegt sind. Sobald dies geschehen ist, ist die zwischen Großbritannien und Japan am 13. Juli 1911 in London abgeschlossene Konvention aufgehoben.
Die Erklärungen der einzelnen Delegationen.
iere
Lodge fügte nach Vèrlesen des Abkommens hinzu, die Unterzeichnung erfolge unter dem Vorbehalt amerikanisch-japanischen Verhandlungen in der Japfrage. Er fugte ferner hinzu, das Abkommen sehe von dem Gebrauch gewa fneten Zwanges ab und suche den Frieden im Stillen Ozean zu sichern, indem es sich auf den ehrliche:: Willen der Völker gründe.
Viviani erinnerte nach Hävas daran, daß das Abkommen zu Vieren sich auf den fernen Osten beziehe. Er habe den Wunsch ausgesprochen, daß dieser Friedenswille auch auf anbr-- Teile der Welt ausgedehnt werde. Frankreich habe seiner Zeit alles getan, um den Krieg zu vermeiden. Als Ministerpräsident in jener kritischen Periode, sagte Viviani, habe ich die einzig dastehende Verantwortlichkeit in der Geschichte übernommen, die französischen Truppen zehn Kilometer von unserer Grenze zurückzunehmen. Ich habe einen Teil des französischen Bodens dem Feinde preisgegeben, um den Konflikt zu vermeiden. Ich habe die Verantwortlichkeit übernommen, als Letzter in einem von Waffen starrenden Europa die Mobilisation 'anzuord-
nen. Ich habe bis zur letzten Stunde, bis zur letzten Minute gewartet, solange ein Hoffnungsschimmer übrig geblieben ist. Aber dann sind wir gezwungen worden, zu den Waffen zu greifen und Frankreich hat nicht nur gekämvft» um seine Unabhängigkeit zu verteidigen, sondern auch um die Freiheit der Welt und das Schicksal der Zivilisation zu retten. Er zähle auf Amerika, sagte Viviani, da es die europäischen Angelegenheiten mit Gerechtigkeit beurteile und Europa Vertrauen schenke.
Balfour, der britische Delegierte, sagte u. a. unter Beifall, die Spannung in der pazifischen Frage sei beendet. Das englisch-japanische Bündnis, welches nunmehr sein Ende nehme, habe die Prüfung von zwei großen Kriegen bestanden. Unter diesen Umständen hätten die Unterzeichner des Bündnisses nicht auseinander gehen können wie Fremde. England fei Mißverständnissen ausgesetzt gewesen, ob es nun das
gehen können tote Fremve. Engtano fet Mißverständnissen ausgesetzt gewesen, ob es nun das japanische Bündnis aufrechterhielt oder nicht. Infolgedessen sei das einzige Auskunftsmittel gewesen, den Vertrag auf eine breitere Grundlage zu stellen. Ich freue mich, sagte Balfour zu sehen, daß die Vereinigten Staaten und Frankreich jetzt durch ein gemeinsames Abkommen mit Großbritannien und Japan verbunden sind. Nichts ist besser geeignet, den Frieden zu sichern und die Abrüstung zu ermöglichen.
Fürst T o k u g a n a sagte u. a., ganz Japan . ■ • - — - stimmen
echterhielt ober nicht, inziae Auskunftsmittsi
werde der Vollendung dieses We und sich über dieses Unterpfand
riedens
freuen.
Schanzer erklärte, die italienische Delegation sei mit allen Maßnahmen einverstanden, die der Sicherung des Weltfriedens dienten.
Der holländische Vertreter v â Karne- b e e k sprach dem Staatssekretär Hughes seinen Glückwunl^l: zu dem ersten Ergebnisse der Kon-
ite und Haffe,
daß das gegenwärtige Abkommen durch weitere Abmachungen, an denen China teilhabe, »er« vollständigt werde.
Nach weiteren Ausführungen des belgischen und des portugiesischen Vertreters schloß Staatssekretär Hughes die Sitzung mit den Worten: Ich glaube fest, daß dieses Abkommen einen außerordentlich großen Fortschritt auf dem Wege zur Erhaltung des Friedens bedeutet.
Fortschritt auf Friedens bedeutet.
Die irische Frage.
Rücktritt de Baleras?
London, 11. Dez. Den Blättern zufolgt wird angenommen, daß, wenn de Valera bei der am Mittwoch im Sinnfeinerparlament statt, findenden Abstimmung über den englisch-irischen Vertrag eine Niederlage erleidet und zurücktritt, Griffith an die Spitze des irischen Freistaates treten und Collin Schatzkanzler im irische» Freistaate werde. , . ..
Laut Evening News sind die Anzeichen für die endgiltige Annahme der englisch-irischen Vertrags sowohl durch Nord- als auch durch Südirland befriedigend. Lloyd George foH_bem Ulster-Premierminister Craig, gewisse Zusicherungen bezüglich der Krenzregelung gegeben haben, Ulster habe darum ersucht, daß eine Kommission sich mit der Grenze von neun Grafschaften statt sechs befassen solle.
London, 12. Dez. Kardinal Logue, da, Haupt der römisch-katholischen Kirche in Irland hat eine Zusammenkunft der irischen Bischöfe für morgen zusammen berufen, um formell zu erklären, daß der englisch-irische Vertrag bestätigt werden müsse.
Wor-ansHlag auf den japau. Premier.
Pari», 12. Dez. Nach einer Meldung der „Chicago Tribune" aus Tokio ist gestern ein Mordanschlag auf den kürzlich ernannten japanischen Premierminister Baron Taka« hashi verübt worden. Das Attentat ist das zweite von wenigen Tagen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
(Bekanntlich wurde der Vorgänger Takahashis, d« Premier Hera, am 4. November dr. Js. durch einen Dolchstich ermordet. Es scheint also, sah Hrer cüu Verschwörerbande ihre Hand im Spiel hat. D. Red.'
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— Die Demokratische Vartei Hessens. Der gestern in Franksurt a. M. tagende Landesaus« schuß der demokratischen Partei Hessens hat svlgende Entschließung angenommen: Die Partei ist nicht verpflichtet, eine Verantwortung für die künftige Regierungsbildung zu übernehmen. Diese Verantwortung fällt vielmehr denjenigen Parteien zu, denen die Wählerschaft diese Ver- pflichtnng durch die Stimmenabgabe zugewiesen hat. Der Ausschuß vertraut darauf, daß die Fraktion diejenige Entscheidung treffen wird, die geeignet und nötig ist, eine entschiedene und tatkräftige demokratische Politik im Canbe_ zu; gewährleisten,