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General-Anzeiger
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FernsorechanschlLge Nr. 1237 und 1238.
Nr. 286
Mittwoch den 7. Dezember
1921
Das Neueste.
— Die Meldungen, daß die Kreditaktion der Industrie geschettert sei, sind völlig falsch.
— Im Reichsausschuß für die Steuerfragen Würbe über eine Abgabe von Vermögenszumachs aus der Nachkriegszeit beraten und in erster Lesung angenommen.
— Der Reichskongreß der Betriebsräte hat sich den 10 Forderungen der Gewerkschaften angeschlossen.
— Vrrand sprach gestern im Senat über die Deutschlandpolitik-
— Bei einer Abstimmung über die Verwen- -ung deutscher Arbeitskräfte beim Wiederaufbau der elf Dörfer im Somme-Departement, sprach sich die Mehrheit der geschädigten Familien in der Gegend von Chaulnes dagegen aus.
— Lloyd George ist wegen der vorzeitigen Einberufung des Parlaments gegen seinen WAen gezwungen, seine Absicht der Washingtoner Konferenz beizuwohnen, aufzugeben. Die Einberufung steht mit der Ratifikation des irischen Abkommens im Zusammenhang.
Kammer- und Senatsmehrheil für Brian-.
Briand hat gestern in der Kammer jede Erklärung über die auswärtige Politik verweigert. Sin Anttag, die Interpellation über die Washingtoner Konferenz zu verschieben, wurde mit 160 gegen 100 Stimmen angenommen. Im Senat hat Briand dagegen eine große politische siede gehalten, in der er sich über die Stun- »ungs- und Reparationspläne, die heute alle anderen Fragen in den Hintergrund drängen, äußerte. Zum Schluß sprach ihm der Senat das Vertrauen aus. Erster Interpellant war.Sena
ts Friedensvertrages vob Versailles und über diè Nichtausführung be4 ministeriellen Pro- Rramms interpellierte. Briand habe gesagt, Frankreich werde alle seine Rechte geltend machen, damit Deutschland seine Schulden be« zahle. - Er frage, ob der Senat mit der Aus- flihrung zufrieden sei. Ein Senator habe jüngst «klärt, in Deutschland gebe es ein Ges etz für diemilitärischeVorbereitung. Das dplde man! Ein Senator ruft dazwischen: Es gebe zwar kein Gesetz, aber eine militärische Vorbereitung. Senator Brangier sagt, man habe gezeigt, daß Deutschland in wenigen Wochen 6—7 Millionen Menschen mit den erforderlichen Kadres aufstellen könne. Sei das eine loyale Ausführung des Friedensvertrages? Die Kontrollkommission entdecke jeden Tag neue Waffen. Die Regierung habe auch von der Loyalität Deutschlands gesprochen. Deutschland habe nichts bezahlt und noch nicht einmal den zehnten Teil des weggeführten Viehes zurück- erftattèt. Die französische Kapitalflucht habe man verhindert, die deutsche aber nicht. Wenn die Regierung nicht die genügende Autorität besitze, um Deutschland zum Zahlen zu zwingen, tynn müsse sie sich zurückziehen.
Senator de Lamarzelle befragt als« vann den Ministerpräsidenten über die Entwaffnung Deutschlands. Diese Frage i?t besonders ernst nach den Worten, die Briand in Washington gesprochen habe: Deutschland besitze die erforderlichen Kadres, um ein Heer von 6—7 Millionen Mann aufzustellen. Es habe 3Ue feine Fabriken zu feiner Verfügung und alle notwendigen Rohmaterialien zur Anfertigung von Kriegsmaterial; die Gefahr fei also vorhanden. Briand habe auch gesagt, es gebe nicht nur eiee materielle, sondern auch eine Moralische Gefahr; denn D e ut s ch l a n d sei von einem Revanchegeist beseelt, der jeden Tag wachse. Aber es gebe eine Hoffnung, das sei das Deutschland der mutigen und räfonab« > len Leute, die den Frieden durch demokratische Einrichtungen befestigen wollten. Diese Leute Merde man ermutigen. Es gebe zwei Deutschland: das habe man 1917 und 1918 gesehen. Nach seiner Ansicht gebe es aber kein weises Deutschland, sonst würde es die Bewaffnungen verhindern, die von allen Seiten in Deutschland vorbereitet würden. Man habe den Reichskanzler Wirth gelobt, aber er wolle nicht ober er könne nicht die Entwaffnung Deutschlands sicherstellen. Wenn er nicht könne, dann sei eben das zweite Deutschland ohnmächtig. Frankreich habe im Augenblick des Friedensabschlusses seine natürlichen Grenzen verlangt. Die Alliierten hatten sie ihm nicht bewilligt, ihm aber dafür eine Garantie versprochen, die nicht zur Aus- ührung gekommen sei. Frankreich sei also allein, um seine Grenzen zu bewachen. Es habe mcht nur die militärische Sicherheit sondern auch die finanzielle Sicherheit nötig. Aus dieser ^age müsse Frankreich herauskommen, deshalb Deutschland bezahlen. Deutschland habe
Wen sie ihm nicht bewilligt nne Garantie versprochen, d
die Welt angegriffen; es sei besiegt worden. Über die Sieger seien in wirtschaftlicher Bezie- )ung in einem schwierigeren Zustande als die Besiegten Wie stehe es mit den Zahlungen Deutschlands? Die Reparationskommission habe einen Zahlungsplan ausgestellt. Die Geschäfts- eute und Industriellen in Deutschland aber, die Waren exportierten, organisierten den Bankerott les Reiches mit Gedanken, die Alliierten würden auf ihre Forderungen verzichten. Der Ministerpräsident habe erklärt, dazu gebe er sich nicht her; Deutschland und alle Deutschen seien chuld und müßten zahlen. Der Senator hofft, )aß Frankreich die militärischen Zwangsmaßnahmen und die Konttolle über die deutschen Rüstungen beibehalten werde und sagt zum Schluß, er hoffe, daß Frankreich, das weder eine nationale Grenze, noch einen Schutzvertrag erhalten habe, das Beängstigende seiner Lage begreife. Die deutsche Einheit habe man bestehen lassen; jetzt müsse man Deutschland verpflichten, zu zahlen, sonst würde es seine Einheit verlieren,
Briand erklärte, bevor er nach Amerika
es
abgereist sei, habe er Aufklärungen versprochen. Jetzt sei er zum Rendezvous gekommen. Er stehe auf einem Posten, der ernste Verantwortlichkeit mit sich bringe. Wenn man die augenblickliche Lage in Frankreich, die ganz ruiniert und verwüstet sei, gegenüber dem intakten Deutschland betrachte, sei es leicht zu erklären, müsse und könne zahlen. Darüber sei alle Welt einig. Aber das Land verlange mit Recht etwas anderes als Bestätigung, es verlange, daß man erkläre, was man getan habe.
Briand fuhr fort: Die Reparationskommission habe die Schuld Deutschlands festgesetzt. An diese halte sich Frankreich und die Regierung habe einen Zahlungsplan in den Händen, den die Reparationskommission aufgestellt habe. Das sei ein solides Terrain, auf dem sie bleiben
die Regierungen unter den
ändert, ihr Einverständnis sei aber unerläßlich gewesen, um aus dem Vertrag das zu ziehen, was Frankreich günstig sei. Daraus erklärten sich die Verhandlungen und er beglückwünsche sich, daß der Inhalt aufrechterhalten worden sei. Aber die internationale Solidarllät entbinde
nicht jedes Land von der Sorge um seine Sicherheit. Das müßten die anderen Länder begreifen. 1871 hätten die französischen Bürger die Schulden Frankreichs als eine Ehrenschuld bezeichnet; für Deutschland könne es jetzt nichts anderes fein. Der Vertrag sichere eine allgemeine Hypothek auf Deutschland zu. Man dürfe aber nicht sagen, daß Frankreich nichts erhallen habe. Durch derartige Uebertreibungen beeinträchtige man die Güte der französischen Sache. Frankreich habe bedeutende Summen erhalten, gering allerdings gegenüber der ungeheuren Größe seiner Forderungen. Die eine Milliarde Goldmark habe Deutschland bezahlt. Jetzt handele es sich darum, wie sie verteilt werde. DasWiesbadenerAbkom-
men sei in der ganzen Wett gut ausgenommen worden, da es den guten Willen Frankreichs gezeigt habe. Man müsse auch an den Kapp- Putsch denken, der mißglückt sei. Man befinde sich jetzt einer Regierung gegenüber, die von besserer Absicht beseelt sei, als die Regierungen, die ihr vorausgegangen seien.
Briand schloß seine Rede, indem er sagte, er habe die Gewißheit, daß er seinerseits nichts vernachlässigt habe, um die Interessen Frankreichs zu verteidigen. Ein Ministerium, das großen Schwierigkeiten gegenüber gestellt werde und das schon eine gewisse Zeit an der Regierung sei, werde schließlich müde. Wenn man denke, daß es schlecht gehandelt .,—, ------ müsse man das aussprechen und wenn man das glaube, dann müsse man es stürzen.
Paris, 6. Dezbr. Nach Schluß der Rede Briands nahm der Senat die von der Regierung genehmigte Vertrauenstagesordnung mit 249
daß es schlecht gehandelt habe, dann
gegen 12 Stimmen an.
Aus den ganzen Ausführungen Briands geht hervor, daß er fein Doppelspiel m der Deutschlandpolitik weitertreiben will, das beißt, er will es einerseits nicht mit den natumalifti« sehen Kreisen Frankreichs verderben, anderer- eits will er sich auch auf guten Fuß mit den der heutigen deutschen Regierung angehorenden Kreisen stellen.:
Zum Kreditgesuch der Regierung.
Wir berichteten in unserer gestrigen Nummer, daß die Reichsregierung an ein bedeutendes englisches Bankinstitut herangetreten fet, um einen Kredit von 25 Millionen Pfund Sterling zu erhalten. Wie uns heute aus Berlin gemewet wird, handelt es sich bei dieser Anfrage um ein Schreiben der Reichsregierung an den Präsidenten der Bank von England. Das Schrecken
soll am Freitag der vergangenen Woche abgesandt sein. Die Antwort ist nicht vor Ende dieser oder Anfang nächster Woche zu erwarten.
Die gestern von einer Korrespondenz verbreitete Meldung, daß die Kredttaktion der Industrie als geschettert anzusehèn sei, wird als vollkommen falsch bezeichnet. Die Tatsache, daß die Verhandlungen Rathenaus in London wettergehen, darf als ein günstiges Zeichen angesehen werden.
Unser Tribut für 1922.
Die Reparationsverpflichtungen Deutschlands an die Entente für 1922 werden fick nach einer amtlichen Berechnung auf 234,2 Milliarden Papiermark stellen, ohne die Lefftungen aus dem Wiesbadener Abkommen.
Demgegenüber beträgt das deutsche Steuersoll für 1922 110 Milliarden -. -
Belgien gegen ein Moratorium.
Paris, 6. Dezbr. Der Brüsseler Sorrefpon« dent des „Temps" will fick mit einer Persön- licykeit besprochen haben, Die offiziellen belgischen Kreisen nahestehe. Sie habe erklärt» jeder Antrag, Deutschland ein Moratorium zu gewähren, würde zurückgewiesen, da dies den Ruin Belgiens bedeuten würde. Belgien werde sich in dieser Frage resolut an die Seite Frankreichs stellen und werde nicht die geringsten Konzessionen zulassen. Der gleiche Berichterstatter meldet, ein Delegierter des britischen Schatzamtes sei am Montag in Brüssel angekommen und habe eine Unterredung mit dem Finanzminister Theunis gehabt. Der Berichterstatter glaubt zu wissen, daß man sich von der Absicht Belgiens unterrichtet habe, ein evü. Moratorium für Deutschland abzulehnen und wenn nötig, durch strenge Maßnahmen die Ausführung der Verpflichtungen Deutschlands zu
ung der belgischen Regierung tiuebergSben sollte, dann müßte man allerdings die Gewährung des Moratoriums als gefährdet ansehen. Frankreich wird keinesfalls zustimmen und die Haltung Italiens erscheint einstwellen noch sehr zweifelhaft. In diesem Falle gäbe es im Ausschuß der Reparationskommission zwei Sttö- mungen, nämlich England und Japan für und Frankreich, Belgien und Italien gegen die Gewährung eines Moratoriums. Doch Bestimmtes läßt sich noch nicht sagen — wir müssen vorläufig abwarten. D. Red.) •
Vorn Betriebsräke-Kougretz»
Leipzig, 6. Dezbr. Auf dem zurzeit hier tagenden ersten Reichskongreß der Betriebsräte der Metallindustrie gelangte heute nachmittag unter Beifall folgende Entschließung einstimmig zur Annahme: Der erste Reichsbettiebsräte-- - Kongreß für die Metallindustrie stimmt den Beschlüssen der Internationalen Metallarbeiter von Kopenhagen und Luzern sowie den damtt übereinstimmenden Kundgebungen der Amsterdamer internationalen Konferenzen der Metallarbeiter, Transportarbeiter- und Bergarbeiter« verbände zu. Pflicht der deutschen wie der internationalen Arbeiterklasse ist es, alle Kräfte einzusetzen, um Kriege in der Zukunft unmöglich zu machen. Die deutschen Metallarbeiter werden mit allem Nachdruck darauf bringen, daß die Umstellung früherer Kriegsindustrien zur Produktion nützlicher, gesellschaftlich notwendiger Gegenstände restlos erfolgt. Der Kongreß fühlt sich einig, mit aufs schärfste darüber zu wachen, daß diejenigen Friedensbedingungen strikt befolgt werden, Lie verlangen, keinerlei Gegenstände zu produzieren, die für den Kriegsbedarf in Frage kommen. Der Kongreß muß jedoch auf das entschiedenste protestieren gegen die Forderungen der interalliierten Kontrollkommission, die nicht eine Verhinderung der Anfertigung weiteren Kriegsmaterials erzielen, sondern folgenschwere, unberechtigte Eingriffe in die Produktion der deutschen Wirtschaft darstellen und gleichzeitig in ihren Wixkungen die deutschen Arbeiter ernstlich schädigen. Dies trifft insbesondere zu auf:
a) Verbot des Baues schnelllaufender Dieselmotoren, die der Friedensindustrie dienen sollen und
b) die Forderung weiterer Zerstörung von Maschinen, Einrichtungen und Gebäuden deutscher Werke, die für die Erzeugung von Friedenswaren in Betracht kommen. Das Interesse der Arbester erfordert dringend, daß diese unberechtigten Verbote und Forderungen aufgehoben werden.
Leipzig, 7. Dezbr. Der Reichsbetriebsrate- Kongreß der deutschen Metallindustrie hat in einer einstimmig angenommenen Entschließung folgende Sortierungen ausgestellt,
International bedarf es der Revi- sionder wirtschaftlichen Bestimmnungen bei Friedensvertrages:
1. durch möglichst umfangreiche Umgestaltung der Barleistungen in Sachleistungen hinsichtlich der Wiedergutmachungen,
2. durch Stabilisierung der Währungsver- . Hältnisse,
3. durch Gewährung eines Zahlungsaufschubs bis zur Erholung der deutschen Wirtschaft,
4. durch eine internationale Kredithilfe. Nationalist notwendig:
1. Stillegung der Notenpresse.
2. Erfassung der Sachwerte,
Z. der Kongreß stellt sich mit allem Nachdruck hinter hie vom Allgemeinen deutschen Gewerk- schastsbund und dem Afabund ausgestellten 10 Punkte und fordert die Spitzenverbände aus. mit allen Mitteln für die Verwirklichung dieser Forderungen einzutreten.
Eine Erklärung Ludendorffs.
München, 6. Dezbr. General Ludendorff sandte der Telegraphenunion unter der Uebtzr- schrift „Die Friedensmöglichkeiten im Sommer 1918" folgende Erklärung:
Die Morgenausgabe des „Vorwärts" vom 3. Dezember bringt unter der Aufschrift, „Wie Kühlmann und Ludendorff den Krieg verlor" einen Auszug aus einem demnächst erscheinenden Buches eines ungenannten Verfassers. Im „Vorwärts" steht, ich hätte den Versuch einer Verständigung mit England im Sommer 1918 hintertrieben. Sie sei aus den Status que ante möglich gewesen. Ferner wird gesagt, ich hätte den endgültigen Verlust des Krieges herbeigeführt, well ich den Rücktritt des Staatssekretärs Kühlmann entschieden hätte. Auf weitere Ent- Hüllungen einzugehen, enthalte ich mich. 2ter
noch im Sommer 1918 vom Reichskanzler oder vom Staatssekretär des auswärtigen Antte^ eine Mitteilung von der Möglichkett einer Verständigung mit England gemacht worden. Im Frühjahr hatte General Smuts z. B- erklärt, mit Deutschland könne die (Entente nicht sprechen. Am 1. Juli 1918 erklärte die oberste Heeresleitung dem Reichskanzler in Spaa, also nach her bekannten Kühlmannrede, daß sie jederzett Besprechungen mit England zustimmen würde, falls dies dazu bereit fei. Der Reichskanzler stellte darauf fest, ohne von ir- gend einem Angebot Englands zu sprechen: „Wir sind also darin einig, daß wir zunächst unsere Kriegspolittk wetter einsetzen, daß mir aber zu vernünftigen Besprechungen bereit sind". Am 12. Juli sprach sich der Reichskanzler im gleichen Sinne im Reichstag aus: „Auch die oberste Heeresleitung hat mir gefegt, sobald ein ernster Friedenswille sich auf der andern Seite bemerkbar macht, müssen wir der Sache nachgehen". In diesen Tagen sprach zu mir Major Draudt vom Kriegsministerium, der im Haag mit englischen Offizieren über Krie<"""'efangr- nenaustausch beraten hatte, von der Möglichkeit, in Besprechungen mit englischen Offizieren über den Frieden zu kommen. Ich trug ihm auf, die Angelegenheit zu fördern. Der militärische Mißerfolg am 15. Juli ertötete in England alle Friedensregungen, falls sie vorhanden gewesen sein follteiL Was den Abgang des Herrn von Kühlmann betrifft, so habe ich dem Reichskanzler von dem niederschmetternden Eindruck der Rede des Herrn von Kühlmann auf. bas Heer Mitteilung gemacht. Im übrigen habe ich mich persönlich, stark zurückgehalten, zumal meine Gedanken durch den bevorstehenden Angriff ge« fesslt waren. In Sonderheit bin ich nicht bei Seiner Majestät vorstellig geworden, als es schien, als ob der Staatssekretär vorläufig im Amte bleiben sollte. Die Gründe für den Abgang des Herrn von Kühlmann liegen nicht in meiner Person. Ich kann nur dringend wünschen, daß die mit der Angelegenheit seiner Zeit dienstlich betrauten Stellen sich zur Entlassung des Staatssekretärs und zu der vermeintlichen Friedensmöglichtett auf-den Status quo ante äußern. Es ist unverantwortlich, dem gequälten Volke immer wieder von der Möglichkett eines Friedens zu sprechen, den ich natürlich verhindert hätte, gez. Ludendorff. 4
— Ein bayerischer Protest. Wie aus München gemeldet wird, hat der bayerische Ministerrat beschloßen, den bayerischen Gesandten in Berlin zu beauftragen, dem Reichsjustizminister Dr. Radbruch auf seine Mitteilungen über Niederschönenfeld zu antworten, daß. man in dem Vorgehen des Reichsjustizministeriums einen Versuch sieht, die Reichsaufsicht auszuüben, wüG rechtlich nicht haltbar tf^