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General-Anzeiger

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Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil R i ch ard ö u l tsch: für lokalen und provinziellen Teil AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan | Reklamen August Brodt, alle in Lanau a. Main. ' 3 ' I Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Fernsprechanschlüffe Nr. 1287 und 1238.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Nr. 285

Dienstag den 6. Dezember

1921

Das Neueste.

Die englische Presse malt das Repara- tionsproblem schwarz in schwarz, betont die Be­vorzugung Frankreichs durch das Wiesbadener Abkommen und droht mit deutsch-englischen Sonderverhandlungen.

Der französische Botschafter in Berlin, sowie General Rollet weilen in Paris.

Der Hauptausschuß der preußischen Lan­desversammlung nahm einen Antrag an, die Rückerstattung von Lohn- und Gehaltsem­pfängern zuviel gezahlten direkten Steuern an­gesichts der fortschreitenden Notlage zu beschleu­nigen.

Das polnische Kabinett ist zu der einmü­tigen Auffassung gekommen, daß eine besonde­rer Minderheitenschutz in den neuen polnischen Gebieten nicht zugestanden werden sönne.

Nach einem Funkspruch aus S..... ifto« pol ist gestern der deutsche DampferHerold" mit 300 deutschen Kriegsgefangenen nach Triest «bgelaufen. Die Absendung der Oesterreicher wird nach angelangter Genehmigung erfolgen.

Es wird gemeldet, daß Aul-ralisn die Sperre gegen die deutschen Waren aufhebt, daß es aber das Antidumpinggefetz einführt.

Wie das Reuterbüro aus London meldet, ist in der irischen Frage ein Abkommen erzielt worden. Einzelheiten über das letztere fehlen noch.

Der Kampf um das Moratorium.

Pessimismus im englischen Schatzamt. Frankreichs Bevorzugung durch das Wiesbade­ner Abkommen. Englands Zwangslage. Deutsch-englische Sonderverhandlungen.

London, 5. Dezbr. Der diplomatische Bericht-

e

------,__.... . ______

^y der Reparationskommission seien für ein Moratorium, die Vertreter Frankreichs Npd Belgiens seien jedoch dagegen. Man sei im britischen Schatzamt der Ansicht, daß während der nächsten 10 oder 15 Jahre wenig Stuss: *t auf irgendwelche Zahlungen Deutsch­lands nach dem Reparationsplan bestehe. Das Wiesbadener Abkommen würde daher die ein­zige Art der Bezahlung während der nächsten 15 Jahre darstellen und deshalb ausschließlich Frankreich zugute kommen.

In einem Leitartikel verwirftO b s e r v e r den Plan eines Moratoriums oder einer An­leihe an Deutschland und schreibt, die britische Politik müsse mit aller Macht und Entschluß- fraft die Herabsetzung der Gesamtsumme der Deutschland auferlegten Reparationen und jähr­lichen Raten zu erreichen suchen. Die gründliche Revision der deutschen Reparationen sei für Handel und Gewerbe Englands eine Frage von Leben und Tod. Wenn die Entente dem im

Wege stehen sollte, so müsse sie geopfert werden. Die Entente dürfe nicht dazu dienen, daß sich Frankreich und England gegenseitig und ge­meinsam mit DeutschlenO ins Verderben hinein« reißen. England könne nicht auf Amerika war­ten und auch nicht auf die Zustimmung Frank­reichs. Wenn es keinen anderen Wege gebe, so müsse England zu einer unmittelbares, getrenn­ten Verhandlung mit Deutschland kommen. Man habe bereits zu lange damit gewartet.

Auch Keynes sagt in einem Leitartikel herSunday Times", der Plan eines zweijähri­gen Moratoriums fei ein schlechter Man. Frank­reich würde in der Periode, wo es llntsrstützun- gen am notwendigsten gebrauche, nicht5 be­kommen, zugleich würde die Unsicherheit da­rüber. was nach zwei Jahren änlichen werde, ss Deutschland schwer machen, seine Finanzen in Ordnung zu bringen. Keynes meint, d i e Finanzlage Deutschlands werde sich nicht bessern und die Alliierten würden kein Geld erhalten, bevor ihre Forde­rungen nicht der Leistungsfähigkeit Deutsch­lands angepaßt wären. Nach der Ansicht Key­nes müßten die Alliierten von Deutschland die Bezahlung von 250 Millionen Goldmark am 15. Januar und weiterer 250 Millionen Gold­mark am 15. März fordern, die am 15. Februar und am 15. April fälligen Zahlungen müßten bis zur Entscheidung durch eine neue Konferenz in der Schwebe gelassen werden. Ohne eine ausländische Anleihe könne Deutschland nicht die geforderten Januar- und Februarraten be­zahlen, ohne dadurch in eine Krise zu geraten, und wenn Deutschland diese Summe bezahle, ^p könne es die Aprilrate nicht auch noch bezahlen. Keynes tritt außerdem für die Ratifizierung des Wiesbadener Abkommens durch England ein, wenn die Zustimmung Frankreichs zu dem Vorschlag Englands ge­

sichert werden könne. Keynes schließt seine Aus­führungen mit den Worten: Ich sehe keinen besseren Ausweg aus dem Loch, in das wir ge­raten sind.

London, 4. Dezbr. DemDaily Telegraph" zufolge kann der in der Aufstellung des Planes für eine neue Reparationspolitik eingetretene Stillstand nicht überwunden werden, bevor das Reparationsproblem einfcbOd^ic?) des interalli­ierten Abkommens vom 13. August und des Wiesbadener Abkommens vom Obersten Rat oder wenigstens von dem Ausschuß der alliier­ten Finanzminister erörtert worden sei.Ti­mes" berichtet, der Finanzausschuß des briti­schen Kabinetts werde in dieser Woche seine Be­ratungen über die ihm vom Schatzamt unter­breiteten, die deutschen Reparationen betreffen­den Vorschläge wieder aufnehmen. Ein Be­schluß in dieser Frage werde erst gegen Ende der Woche erwartet. Das vorgeschlagene Mora­torium für Deutschland sei, wie angenommen werde, die Lösung, die von feiten der Minister am meisten begünstigt werde. Die Frage fei jedoch schwierig. und werde wohl nicht ohne Beratungen zwischen den alliierten Regierungen geregelt werden. Bevor das Kabinett einen Be­schluß fasse, werde die Ansicht der Reparations­kommission eingeholt werden müssen.

Reichsregierung und Kreditfrage.

B e r (i n, 6. Dezbr. Es ist nicht richtig, wie gemeldet wurde, daß Dr. Rathenau heute Lon­don bereits verlassen habe. Das lag ursprüng­lich wohl im Plane, er wird aber nun bis gegen Ende der Woche drüben verweilen. Die Ent­

icin.

scheidung der englischen Finanz- und Regie­rungskreise dürfte mithin noch nicht gefallen keim Reichskanzler Dr. Wirth hat gestern in seiner Ansprache an denVerein der Berliner

Presse" in einer nicht ganz verständlichen An­deutung von Schritten gesprochen, die die Re

n

er-

ie Mittel zur Erfüllung pflichtungen zu schaffen. Tatsächlich ist außer der Reise Dr. Rathenaus noch ein anderer Ver­such gemacht worden und zwar Haft wie wir er­fahren, die Reichsregierüng sich an ein leitendes englisches Geldinstitut mit der Anfrage ge­wandt, ob Deutschland ein Kredit von 25 Millio­nen Pfund Sterling gewähr! werden könnte.

Berlin, 6. Dezbr. Heute vormittag tritt in der Reichskanzlei der interfraktionelle Ausschuß der Koalitionsparteien zusammen. Der Zweck dieser Beratungen wird die Besprechung der politischen Lage und die Reformvorschläge des Reichskabinetts fein.

Zu der Mahnnole der Reparationskommission.

Berlin, 5. Dezbr. Die von Havas bereits ver­öffentlichte Note der Reparationskommission über die nächstfälligen deutschen Zahlungen wurde gestern der deutschen Regierung amtlich überreicht. Wie dasVerl. Tagebl." hört, ist

in hiesigen maßgebenden Kreisen der An­

man

sicht, daß durch die Mahnnote eine Aenderung in der Lage oder eine Verschärfung der Situ­ation nicht eingetreten ist. Ob eine Antwort auf diese Note erfolgen wird, steht zur Zeit noch nicht fest, da sich das Kabinett mit ihr noch nicht beschäftigt hat.

Botschafter Laurent und Rollet in Paris.

Paris, 6. Dezbr. Der französische Botschafter in Berlin, Laurent, wellt gegenwärtig in Paris. Wie derTemps" mitteilt, hat sich der Bot­schafter zu Briand begeben und mit ihm eine Besprechung über die nächste deutsche Repara­tionszahlung gehabt. DasJournal" teilt mit, daß Laurents Reise in engstem Zusammen­hang mit der Frage der deutschen Zahlungen und den in London geftihrten Besprechungen steht.

Paris, 6. Dezbr. Ministerpräsident Briand empfing gestern General Rollet.

Von der Wafhingloner Konferenz.

Die Friedens-Entente.

London, 5. Dezbr. Reuter meldet aus Washington: Heute wurde von zuständiger Stelle bestätigt, daß die Regierungen der Ver­einigten Staaten, Englands, Japans und Frankreichs im gegenwärtigen Augenblick den Plan eines Einvernehmens zwischen den vier Mächten prüfen, das das englisch-japanische Bündnis ersetzen soll. , .,. ,

Paris, 6. Dezbr. Wie der »Matm berichtet, wird, wenn der englisch-japanische Allianzve^ trag durch eine Entente ersetzt werden soll, durch die der Friede im Stillen Ozean aufrecht erhal­ten werden soll, auch Frankreich aufgefordert werden, an dieser Entente teilzunehmen. For­melle Versicherungen nach dieser Richtung seien Briand gegeben worden, der aber Hughes gegenüber erklärt haben soll, daß auch noch an­dere Userstaaten, wie 3. B. China und Holland, daran teilnehnien müßtem ,

Iaxan verzichtet auf Schanlung.

Washington, 6. Dezbr. Die zwischen China und Japan direkt geführten Verhandlungen haben eine Einigung erg^-en. Japan hat den Vorschlag angenommen, auf seine Vorzugs­rechte in Schantung zu verzichten.

Falls die Konferenz scheitern sollte.

Washington, 5. Dezbr. Das gesetzgeberische Programm des Kongresses umfaßt in der Hauptsache die Vorlage über die Revision des Zolltarifs und die Vorlage über die Konsoli­dierung der alliierten Schulden. Den Blättern zufolge wird Präsident Harding in seiner Rede erklären, daß die Vereinigten Staaten, falls die Abrüstungskonferenz schei - ternfollte, mehr als 800 Millionen Dollars für Militär- und Marineausgaben in dem am 30. Juni 1923 zu Ende gehenden Jahr aufwen­den müßten. Die Zahl ist um 60 Millionen geringer als die des laufenden Jahres, aber sie ist viel größer als alle Heeres- und Marine- kredite in der Zeit vor dem Kriege. Er werde hinzufügen, dis Vereinigten Staaten könnten einer erheblichen Einschränkung der MUitär- und Marinekredite nicht zustimmen, solange die anderen Mächte nicht ebenfalls Verminde­rungen vornehmen.

Selbstverwaltung in Deutschsüdwest- afrika.

London, 6. Dezbr. Die deutschen Ver­treter der ehemals deutschen Kolonie Deulfch- Südwestafrika haben in Pretoria darauf ge­drängt, Deutsch-Südwestafrika ein eigenes Voll- zugsksmitee und einen eigenen gesetzgebenden Rat zu geben. General Smuts erklärte seine Sympathie für die deutschen Forderungen nach einem vollständigen Bürgerrecht. Ferner hat er seine Zustimmung für die Erhaltung der deut­eben.

Dre neuen Gehallsforöerungen Ser Beamken.

Berliner Blätter veröffentlichen die Denk­schrift über die neuen Lohnforderungen der Beamten, Staatsangestellten und -arbeiter, die dis gewerkschaftlichen Spitzenorganifationsn der Reichsrsgierung überreicht haben. Die Denk­schrift fordert eine Aenderung der Grundge­hälter und zwar derart, daß die Abstände zwi­schen den einzelnen Besoldungsgruppen durch Annäherung der Grundgehälter der unteren und mittleren Besoldungsgruppen an die obe­ren verringert werden. Weiter wird eine Aen-

derung in der Höhe des Teuerungszuschlages und eine Verschiebung der Ortszuschlagsgrenze gefordert. Weiter verlangt die Denkschrift eine Besserstellung der Pensionäre und Hinterbliebe­nen. Die für die Beamten aufgestellten For­derungen sollen auch für die Angestellten gelten. Für die Arbeiter wird eine Erhöhung der Grundlöhne um 4.50 Mark pro Stunde ver­langt. Die Neuregelung soll mit Wirkung ab 1 Oktober d. Js. beginnen. Die Mehrbeträge sollen noch vor Weihnachten ausgezahlt werden. Für die Länder und Gemeinden sollen Reichs­mittel bereit gestellt werden, um eine e: chends Erhöhung der Bezüge der Beamte gestellten und Arbeiter der Länder und Gemein­

re- ln-

den sicher zu stellen.

Der Kampf um die Vermögenssteuer.

zum

Berlin, 6. Dezbr. In dem Entwurf _ neuen Vermögenssteuergesetz wird bestimmt, daß die Grundstücke nicht nach dem Nutzungs­wert, sondern nach dem Gemeinwert zur Be­steuerung herangezogen werden sollen. Die Bestimmung kommt der sozialdemokratischen Forderung auf die Erfassung der Sachwerte entgegen, ist aber für die bürgerlichen Par­teien nicht annehmbar. Wie dieTägl. Rund­schau" hört, ist man jetzt auf bürgerlicher Seite bemüht, einen Kompromiß zu schaffen, indem man den Begriff des gemeinen Wertes durch den Begriff des produktiven Wertes ersetzt.

Neue Plünderungen in Berlin

Berlin, 6. Dezbr. In den späten Nach­mittagstunden kam es gestern wieder zu Plün­derungen in Neukölln, in der Breslauer Allee und in angrenzenden Straßen. Große Trupps von Obdachs- und Erwerbslosen durch­zogen die Straßen, um zu demonstrieren. Sie wurden von Schutzpolizisten auseinander ge- trieben. Darauf bildeten sich kleinere Trupps von etwa 100 Personen, die Kleidungs- und Lebensmittelgeschäfte plünderten. Schließlich gelang es, 110 Plünderer wegen Plünderns und Landfriedensbruchs zu verhaften. Eine Abordnung der Erwerbs- und Obdachlosen be­gab sich dann in das Rathaus und verlangte den Oberbürgermeister zu sprechen. Oberbürger- lie Leute, die von ihm

meister

s empfing d

eine sofortige Wirtschaftsbeihilfe von 100 Mark für jeden Erwerbslosen verlangten. Der Ober­bürgermeister erklärte, daß dazu erst die Zu­stimmung des Magistrats notwendig sei. Di« Schutzpolizei ist in erhöhte Mar setzt. Autos der Schutzpolizei du gefährdeten Stadtteile.

Aus Sorojel-Rutzland.

Die Erhebung in Karelien. Botto

Kopenhagen, 5. Dezbr. DerBerlingsk, Tidende" wird aus Helsingfors telegraphiert: Die letzten Nachrichten aus Rußland besagen, daß der bolschewistische Generalstab einen großen Feldzug plant, um die Erhebung in Ost­karelien niederzuschlagen. In Karelien seien bereits bolschewistische Truppenverstärkungen eingetroffen. Wie die ZeitungHelsingin Sanomat" erfährt, sind in den letzten Tagen 3000 Mann zuverlässige bolschewistische Trup­pen von Petersburg an die karelische Front ab- gegangen.

Stockholm, 5. Dezbr. Nach der Charkowei Jswestija", dem ukrainischen Regierungsblatt wurden am 6. November 216 ukrainische Gei­seln erschossen. Sie waren von den bolsche­wistischen Truppen auf dem Rückzug mitgenom­

men worden.

folgte aus Reihe von

Vergeltung für die Hinrichi _ Sowjetbeamten durch die ukrainischen Aufstau-

dischen.

Kopenhagen, 5. Dezbr. Wie aus Helsing­fors gemeldet wird, enthältPrawda" einen Beschluß des Rats der Volkskommissare, daß mit Rücksicht auf die großen Schwankungen des Rubelkurses, durch die der Kaufwert des Rubels beständig verändert werde, von 1922 ab der Haushaltsetat auf Grundlage des Wertes auf­gestellt werden soll, den der Sowjetrubel vor Beendigung des Krieges hatte.

Polikifche Tagesberichte.

Der Leipziger Betriebsräte-Kongreß. Gestern begann im Leipziger Volkshès der erste Reichsbetriebsrätekongreß für die Metall­industrie. Außer den Reaierungsbehörden waren der Internationale Metallarbeiterbund. die Metallarbeiterverbände Norwegens, Oester­reichs und der Tschecho-Slowakei sowie die großindustriellen Unternehmerverbände, u. a. A. E- G., der Siemenzkanzern und die Deut­schen Werke, vertreten. Zum Vorsitzenden wurde der Abgeordnete Dißmann aus Stutt­gart gewählt. Als erster Referent sprach Prof. Lederer-Heidelberg über das ThemaWelt­wirtschaft".

Klara Zetkin über die ihr abgenomme­nen Dokumente. Klara Zetkin versichert in einer Erklärung, daß die Dokumente, die ihr an der russischen Grenze beschlagnahmt wurden, chr erst eine Viertelstunde vor der Abreise nach Moskau gebracht worden seien. Sie wisse bis heute noch nicht einmal, was alles in Eydt- kühnen beschlagnahmt wurde. Sie habe aber den Eindruck gehabt, daß dort denunziert wor­den sei. Man habe sie ziemlich zu allerletzt revi­diert, und da der Zug schon zur Abfahrt bereit stand, hatte sie nicht einmal Zeit, ein Protokoll über den Vorgang und die beschlagnahmten Dinge aufnehmen zu lassen. Deshalb sei sie außerstande, mit ja oder nein auf die Frage zu antworten, ob das Material ihr gehöre oder ihr bekannt sei. Sie betont an anderer Stelle, er solle nicht etwa abgeleugnet werden, daß einige in den Protokollen aufgeführten Fälle der Wahrheit entsprächen.

Französische Frontkämpfer gegen die Teilnahme deutscher Arbeiter am Wiederaufbau. In Peronne fand gestern nachmittag in An­wesenheit verschiedener Abgeordneter eine Ver­sammlung statt, die von der Vereinigung der ehemaligen Frontkämpfer einberufen worden war. 800 Personen waren anwesend, die sich einstimmig gegen die Beschäftigung deut­scher Arbeiter ausgesprochen haben. Dre M- stimmung in den 11 Dörfern, die für den Wie­deraufbau durch Deutschland bestimmt sind, hat ergeben, daß sich 51 Prozent gegen die Be- chäftigung der Deutschen ausgesprochen habe«. Von 306 Familien, die befragt wurden, habe« 141 dafür und 157 dagegen gestimmt.

Vive la Prasse! Aus Straßburg wird gemeldet: Bekanntlich war es 'm Sommer die­ses Jahres anläßlich des Metallarbeiterstreiks zu Demonstrationen gekommen, bei denen der Sekretär des Exekutivkomitees der kommunisti­schen Jugend GäbstVive la Prasse" gerufen hatte. Wegen dieses Rufes wurde er von der Strafkammer zu zehn ^mnaten Gefängnis ver­urteilt.

Weitere politische Nachrichten.SHlM