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Hanauer

General-Anzeiger

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Ein rückungs gebühr:

Die 8gefo. KoloneizeUe oder deren Naum 2J5O Mk^ die 4geiv. Zeile im Retlameteil 5.50 Mk.. Finanzinierate 2.70 Mk. O ffertgebührSO Pig. Bezugspreis: Viertel- iöhrL 18. Mk.,monatl. 6. Mk.. f. Postbezug viertel- tährl. 22L0 Mk. monatl.7.S6Mk. DieNummerWPfg.

Vostickieck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

Verlagsleitung: Ad. Indermühl«.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil Amtliches Organ für SkaSt- und Landkreis Sanou I Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. I Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau. Fernivrechanschlülle Nr. 1237 und 1238.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Nr. 283

Samstag den Z. Dezember

1921

83

Das Neueste.

Die Reparationskommission sandte gestern »ine Zahlungsmahnuna für die Januar- und Februarrate nach Berlin.

Beamte des Washingtoner Schatzamtes versicherten, es fei wahrscheinlich, daß auf der bevorstehenden Konferenz der Ententebankiers, her amerikanische Vertreter Vorschläge darüber machen würde, wie Störungen des Wechselkurses zu vermeiden seien.

Briand hielt gestern in Le Havre von Washington fommenb eine Rede, in der er aber­mals Verdächtigungen gegen Deutschland aus- lprach.

Zwischen Japan und China finden direkte Besprechungen über die Schantungfrage statt.

Großbritannien und Japan wollen auf ihr Bündnis verzichten.

Pall Moll and Globe" will misten, daß in England für Februar nächsten Jahres allge­meine Neuwahlen zu erwarten seien.

Eine Mahnnole der Reparattons- korrrmWon.

Paris, 2. Dezbr. Wie derTemps" mitteilt, hat die Reparationskommission heute nachmit­tag nad). einstimmiger Genehmigung eine Note an die deutsche Regierung abgehen lasten, da §ie endgiltige Antwort, die sie gestern von der deutschen Regierung über die kommende Repa­rationszahlung erwartete, nicht eingetroffen sei. Nach demTemps" ist der deutschen Regie- rung die Note heute nachmittag durch das Ber- Itrter Büro der Reparationskommission über­reicht worden. Der Text selbst sei durch, einen Expreßboten nach Berlin überbracht worden.

Äst.fp!gZnd

Die - i^uffch^-Acgierung an die mündlichen Cr- f^ungen, bis "e dem Reichskanzler anläßlich ihres Aufenfhalls in Berlin aea^ben hat und hie, kurz wiederholt, folgende sind:

1. Nachdem die Reparationskommission von den Arbeiten des Garantiekomttees Kennt­nis genommen und die von dem deutschen Reichskanzler gegebenen Erklärungen sowie die seiner Vertreter bezüglich der Maßnahmen an- gehört hat, die die deutsche Regierung ergriffen hat oder zu ergreifen gedenkt, um bie am 15. Januar und 15. Februar fälligen Zahlungen 'scherzustellen, besteht sie nachdrücklich darauf, daß die deutsche Regierung all ihre Aufmerk­samkeit auf die erforderlichen Maßnahmen, cnkt, um die fälligen Zahlungen an ihrem Ver­falltage ficherzustellen. Die teutsche Regierung sollte die schweren Folgen bedenken, die nof- wendigermeise für Deutschland daraus ent- skehen werden, wenn es an den FSlligkeits- lageu feine Zahlungen nicht leisten^de. Die Reparafionstommifflon fordert die deutsche Re­gierung dringend auf, entweder bei ihren Staatsangehörigen, die notorisch im Besitze von ausläudischen Guthaben sind, oder bei den aus- Lndischeu Geldleihern alle Anstrengungen 'u machen, um die erforderlichen ausländischen De­visen zu erhalten.

2. Die Reparaüonskommifsion ist überzeugt, tmh die Schwierigkeiten, die der deutschen Re­gierung begegnen, eng mit der neuerlichen Heisse des Kurswertes der Mark zufammen- bârrm und einen mehr finanziellen af« irf- schastlichen Charakter haben. Sie sind in hohem Aoße durch die Tatsache bedingt, daß es die deutsche Regierung versäumt hat, beizeiten die erforderlichen Mttel anzuwenden, um das Budget derart ins Gleichgewicht zu bringen, daß die öffentlichen Ausgaben nicht in einem immer größer werdenden Maße bürd Kredite edeckt werden, die von der Rcrcksb^nk gewährt sind und durch die Vermehrung des Papiergeld- umlaufs, der die Folge dieser Kredite gewesen ist. Die Reparationskommission fordert die deuffche Regierung dringend auf, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen zur Gesundung der Finanzlage zu ergreifen.

gez, Dubois, John Brabbum.

Deutschland der Angelpunkt Europas.

Die Zahlungseinstellung Deutschlands der Zv- fawmenbruch des Finanzsystems in Mittel­europa.

Die Hofe

rma

London, 2. Dezbr. Sir Edward Mackay Edgar, Mitinhaber der Londoner Bankfi Sperling u. Co., erklärte in einer Unterredung, die Nachricht, daß die Regierung endlich das ge­samte Problem der deutschen Reparationen neu erwäge, seibie beste Kunde seit dem Waffen­stillstand^. Wenn Deutschland nicht eine große Zeitspanne gewährt werde, so würde es ent­

weder im Januar oder Februar seine Zahlungen einstellen, und das Ergebnis würde fein der Zusammenbruch des Banken- und Finanz­systems in ganz Mitteleuropa. Das britische In­teresse fordere gebieterisch, daß man Deutschland zur Zahlungsfähigkeit und Stetigkeit verhelfe und daß die deutsche Kaufkraft wieder hergestellt werde. Das Wiesbadener Abkommen müsse so­fort ratifiziert und alle weiteren Reparations­zahlungen um wenigstens drei Jahre verscho­ben werden. Es sei eine vollkommen unmögliche Geschäftspolitik, Deutschland für den Krieg zah­len zu lassen. Deutschland sei der Angelpunkt Europas, das nicht gedeihen könne, solange Deutl^land zwischen Revolution und Bankerott schwebe. Der ganze Kontinent sei unstetig, weil Deutschland unmögliche finanzi.elle Aufgaben aufgebürdet worden seien.

Frankreichs Moratoriums- bedingungen.

Paris, 3. Dezbr. DerTemps" bringt ver­suchsweise eine Aufstellung der französischen Bedingungen für den Zahlungsaufschub. Diese soll nur auf Barzahlungen Anwendung finden. Als Sicherheit kämen in Betracht Kontrolle und Reduzierung des Notenumlaufs der Reichs­ban? durch einen alliierten und neutralen Auf­sichtsrat, Festsetzung des Maximums des jähr­lichen Budgets und des Steuerminimums. Gleichzeitig müsse Deutschland eine Anleihe be­willigt werden.

Sine Äre-iloereinigung der deutschen Gewerbe.

Der Reparationsausschuß des vorläufigen Reichswiltschastsrates beschäftigte sich mit dem

Entwurf eines

Gesetzes über die Errich­tung einer Kreditvereinigung der deutschen Gewerbe. Der Paragraph 1 wurde in folgende Fassung abgeändert: Zwecks

na der dem Rsicks kraft des Fris- densvsrtrages und demselben folgenden Akte obliegenden Zahlungsverpflichtungen soll eine Anleihe ausgenommen werden. Aufgabe der Kreditoereiniouna ist es, entweder die Anleihe selbst aufzunehmen oder, falls die Ausnahme von dritter Seite mit Zustimmung der Regierung er­folgt, die Erfüllung zu gewährleisten. Die Grundlage Mr die Gewährleistung sollen das Betriebsvermögen des Gewerbes, die Grund­stücke der Land- und Forstwirtschaft und die zur Vermietung bienenben Gebäude der Mit­glieder der Vereinigung bilden.

Paragraph 8 erhielt folgende Fassung: Mtt der jeweiligen Zahlung der Amortisations- und Zinsraten der in § 1 bezeichneten Anleihe ent­steht für die Vereinigung ein Ersatzanspruch gegen das Reich. Die Erstattung geschieht aus­schließlich in der Verrechnung von in Mark aus­gestellten Gutscheinen mit steuerlichen Ansprü­chen des Reiches gegen die Mitglieder der Ver­einigung.

Ferner wurde folgende Entschließung gefaßt:

Der Reparationsausschuß erwartet, daß der endgültige Gesetzentwurf betreffend die Kredit- vereinigung der deutschen Gewerbe vor Zulei­tung an den Reichsrat dem Reichswirtschaftsrat zur Begutachtung überwiesen wird.

Die Deutschen Werke.

Paris, 2- Dezbr. Der Sonderberichterstatter desPeuple", bet die Delegation der Genfer Arbettskonferenz begleitet, schreibt seinem Blatte: Man nehme von diesem Besuche die Ueberzeugung mit, daß es zurzeit unmöglich sei, in Spandau für militärische Zwecke zu produ­zieren. Man zerstörte dort wie anderwärts nicht nur die gesamte Ausrüstung zur Herstellung des großen Materials und alle für die frühere Pro­duktion geschaffenen Einrichtungen, sondern auch alle Maschinen, die der Fabrikation von Waffen und Munition dienstbar gemacht wer­den könnten, ohne von vornherein ausschließlich dafür geeignet zu sein. Die Deutschen Werke, so fährt der Berichterstatter fort, wünschten die Einrichtung abzuändern und zu erneuern. Die interalliierte Militärkommission lehne das cb. Man könne sich wohl die Gründe oorstellen, die sie zu einer solchen Haltung veranlaßten. In­dessen begreife man schwer, warum sie den kauf­männischen, rationellen Betrieb des Unterneh­mens unmöglich mache, zu dessen Bestehen sie im Prinzip die Erlaubnis gab. In zahlreichen Fällen wurde das gleiche Verfahren in den ver­schiedenen Zweigen der Spandauer Fabriken und in großem Maßstabe in allen Betrieben der Deutschen Werke angewandt.

Esten, 2. Dezbr. Die Kommissiottsmitglieder der Arberterkonserenz in Genf besichtigten heute unter Führung des ehemaligen Wirtschastsnu- nisters Wissel die Kruppsche Gußstahliabnk. Die Kommffsionsmttglreder fanden Gelegenhett, sich

von Kriegsgerät vorhanden gewesenen Werk­zeugmaschinen, Werkzeuge und Einrichtungen zerstört oder umgearbeitet wurden. Die zerstör­ten Maschinen und Einrichtungen stellen im Gewicht von 27 000 Tonnen einen Wert dar, der, wenn sie heute wieder hergestellt werden sollten, 800 Millionen betragen würde.

Von der Washingtoner Konferenz.

Verzicht auf das englisch-japanische Bündnis?

Paris, 3. Dezbr. DemRewyorker Herold" wird aus Washington berichtet, man erfahre aus absolut sicherer Quelle, Kotto und Balfour wür- den in der nächsten Vollsitzung der Konferenz ankündigen, daß Großbritannien und Japan auf ein Bündnis verzichteten.

Chinesisch-japanische Unterhandlungen.

Paris, 2. Dezbr. Nach dem Sonderberichter­statter der Havasagentur in Washington wünscht China den chinesischen Kreisen zufolge bei den km Gangs befindlichen direkten Unter­handlungen mit Japan sich auf folgende beiden Punkte zu beschränken:

1. auf die Forderung Japans, Tsingtau zum offenen Handelshafen für alle Nationen unter Gewährung gleicher Bedingungen zu erklären,

2. auf dis japanische Forderung, daß die er­worbenen Rechte und Interessen respektiert, würden.

Die letztere Frage könne nur teilweise dis­kutiert werden; außerdem soll, nach dem Be­richterstatter, China geneigt sein, die Peber- tragung der an der Schantungbahn gelegenen Bergwerkskon,Zessionen, soweit sie aus der Zeit vor dem Kriege stammen, zugestehen. Die Uebertragung der seit dem, Kriege in diesem Gebiete beschlagnahmten Güter würde jedoch

ein Land gebe, das über jeden Verdacht in die­ser Beziehung erhaben sei, so fei es Frankreich. Er hatte nicht an dem Edelmut des amerifanb schen Volkes gezweifelt und wohl gewußt, dr ß jeder Versuch, die Ziele Frankreichs in seinen Augen zu entstellen, Amerika von ihm abwen­dig zu machen. Frankreich als den Störenfried und die Ursache des Unbehagens in der Wett hinzustellen, sich sofort verflüchtigen würde, wenn man auf die Tatsachen Hinweise, Fran- reich habe sich nicht geweigert, die Vorschläge zur Einschränkung der Seerüstungen zu unter­schreiben. Wenn es sich um die militärischen Kräfte zu Lande handelte, lägen die Dinge frei­lich anders. In Deutschland gebe es nach wie vor sieben Millionen Soldaten, 250 000 Offi­ziere und Unteroffiziere in der deutschen Polizei und ungeheuere Fabriken, die Maschinenge­wehre, Gewehre und Kanonen herzustellen, im Stande seien. (?!) Es gebe auch jenseits Deutschlands und Polens ein ungeheueres Land im Zustande der Zersetzung, das zu unbekann­ten Zwecken eine Armee von 1?< M^'-men Menschen unterhätt. Frankreich, fuhr Briand fort, beschwere sich über niemand, daß man es allein laste. Jedes Land trage seins eigene Ver­antwortung in voller natürlicher Souveränität, aber wenn man Frankreich sich selbst überlaste, dann möge man es auch von dieser traurigen Freiheit Gebrauch machen lasten, damit es sich organisiere, wie es imstande fei. Frankreich' habe durch die Lage, die die Natur ihm gege­ben habe, die furchtbare Ehre, der Soldat der Zivilisation und Freiheit zu fein. Seme Vergangenheit sei die der aanzen Welt. Er müsse sagen, daß die Svrache Frank­reichs in Washington vollkommen verstanden worden sei. Als er Abschied nahm, seien die wenigen Besorgnisse. die wenigen Irrtümer, die sich durch eine üble Drovaaanda in oewiffe Geister einzuschleichen vermocht hätten, zerstreut worden. Er habe alp die feste Ueberzeugung, dâß aus der KottksreNz von Washington nichts erwachsen könne, was der Freiheit und Sicher­heit Frankreichs gefährsich werden würde. Bri­and pries die moralische Kraft Frankreichs. Die Franzosen müßten vor allem Vertrauen in sich selbst haben und welcher Meinung sie auch seien, mit welchem Eifer sie diese Meinung auch ver­teidigten, niemals dürften sie in noch so heißem Kampfe vergesten, daß wenn dieser zu Ende sei, es eine gemeinsame Partei gäbe, ein Feld, das weit genug sei, um die Aufmerksamkeit aller Franzosen zu verdienen. In einer Demokratie, wie die der Franzosen, könnten die Bürger einer vor dem anderen Achtung haben, ohne die ibrige amzuqeben. Dann könnten sie sagen, daß Frankreich die Gründe für sein Vertrauen in die Zukunft seiner Vergangenheit, seinem Ge­nius entlehne. Frankreich durchlebe schlimm. Augenblicke. Wie könnte es nach einem " schrecklichen Kriege anders sein, wenn selbst b: Völker, die das Glück gehabt haben, abseits zu stehen, durch eine Art gegensettiger Lbbänm"- seit der wirtschaftlichen und finanziellen In- teressen von den Folgen dieses Krieges betrof­fen worden seien. Während des Kampfes, schloß Briand, hätten alle Verbündeten nur an bett Sieg gedacht, aber wie hätten, nachdem Monats und Jahre vergangen seien, die Mei - nungen nicht ausei n a nd erg ehen sollen? Man reibe sich unter den Augen der öffentlichen Meinung, die von der fresse in einer manchmal allzuhestigen Art beeinflußt werde, aber mitunter gäbe es gemeinsame In­teresten, man einige sich, man vermittele, mar regele die materiellen Interesten so gut mar könne und bleibe einig. So handele man untei den Alliierten und so bemühe er sich ttotz der Schwierigketten seiner Aufgabe, sie durzuführen

Politische Tagesberichte.

Der Staßfurter Kommunistenprozeß. In dem Hochoerratsprozeß gegen die Staßfurter Kommunisten, der seit 17. November vor dem vereinigten zweiten und dritten Straffenat des Reichsgericht verhandelt wird, wurde gestern nachmittag das Urteil verkündet. Bon 5s An­geklagten wurden 16 freigesprochen. Von den übrigen wurden 10 wegen Beihilfe zum Hoch­verrat verurteilt, darunter der Haupträdels­führer, der Arbeiter Otto Dauersack in Magde­burg zu zwei Jahren Festungshaft, der schon zu vierzehnjährigen Zuchthaus verurteilte Melker Franz Junge aus Staßfurt zu vier Jah­ren Festungshaft, die anderen zu einer Festungshaft von zwei Monaten bis,eineinhalH Jahren, die übrigen wegen Aufruhrs, Gefange- nenbefreiung, Beamtennöttgung, Diebstahl usw zu Gefängnisstrafen von eineinviertel bis # drei Monaten verurteilt.

(Weitere .Päsche Nachricht«' Seite &>.

sich nicht einverstanden erklären, mit der Ueber­tragung der Eisenbahn von Tsingtau nach Tsi-Nan--, ebensowenig könne es darauf ver­zichten, daß Japan Schandung bedingungslos zurückerstatte. In japanischen Kreisen zeige man große Befriedigung über die Eröffnung der direkten Verhandlungen. Die Japaner seien der Ansicht, daß sie auf einem Abkommen be­stehen müßten, das ihnen die Möglichkeit ge­währe, die Eisenbahn von Tsingtau nach Tsi- Nan-Fu als chinesiscb;lapanisches Unternehmen zu bettachten. Das Abkommen würde auch das Statut der an dieser Bahn gelegenen Bergwerke unter den gleichen Bedingungen regeln. Die Japaner wiesen darauf hin, daß DeuffÄand, als es Schantung besetzte, die ausschließttche Kontrolle der Eisenbahn in der Hand gehabt habe. Sie seien der Ansicht, daß Japan in Bezug auf alle Rechte Schantungs, an die Stelle getre­ten sei und daß es eine außerordentlich ehren­volle Haltung an den Tag lege, wenn es den Vorschlag mache, mit China gemeinsam die Eisenbahn zu leiten.

Briand über Washinglon.

Paris, 2. Dezbr. Ministerpräsident Briand ist heute vormittag Jill Uhr in Le Havre ein- getroffen. Er wurde im Rathause empfangen und hielt nach der Begrüßung durch den Bür- germeifter und den Abgeordneten Siegfried eine Rede, in der er sagte, er sei nach Amerika gegangen mit einem Aktenmaterial, anhand dessen selbst ein mittelmäßiger Advokat mit Aussicht auf Erfolg hätte plaidieren können, denn diese Akten seien die Akten Frankreichs gewesen. Auf einer Konferenz, wie die von Washington habe ein Land wie Frankreich nicht fehlen dürfen. Es dürfe nirgends fehlen, wo über die großen Interessen der Weit verhan­del. -;ürbe,' sonst würde ein leerer Raum ent­stehen, und wenn es eine Konferenz gebe, auf der Frankreich hätte anwesend sein müssen, so sei es gerade diejenige gewesen, die sich das dohe Ziel steckte, die militärischen Lasten zu er- leichtern. Als Frankreich nach dem Kriege von 1871 so viele Gründe gehabt habe, in seiner isolierten Stellung zu verharren, habe es be­reits seine Mitwirkung bei gleichen Bemüh­ungen nicht versagt, und als man im Haag an die Völker appeliert habe, die Rüstungen zu be­schränken, habe es die Antwort gegeben: Hier! Es habe den Dorschalg, der gemacht wurde, an­genommen; aber bei einer Zusammenkunft, t:l der die Beschlüsse Einstimmigkeit erf^Tten, habe nur ein einziges Land, . das Hinterge­danken und böse Absichten hegte, diese Vor­schläge nicht angenommen »mb sie seien geschei­tert. Die Franzosen seien sich also bewußt, in der Vergangenheit das Mögitcye getan zu haben, um den Krieg zu vermeiden. Wenn «