Hanauer S Anzeiger
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Erschein! täglich mü Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Fernivrechanfchlüfie Nr. 1237 und 1238.
Nr. 278 Dienstag den 29. November
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1921
Das Neueste.
— Die Reichsregierung wird sich heute nach- Mag in einer Kabinettssitzung nochmals mit M Maßnahmen gegen die Teuerung und den Wucher beschäftigen.
— Es wird berichtet, daß in der verfloffe- nen Woche etwa 100 Deutsche aus dem Rheinlande angekommen sind, und sich für die Fremdenlegion haben anwerben lassen. Die Leute werden alle in Metz eingekleidet und nach Marokko transportiert.
— In Buenos Aires find politische Un- cuhen ausgebrochen. Die bedeutendsten Politiker und Journalisten wurden verhaftet. Patrouillen durchziehen die Straßen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
— Die russische Sowjetregierung verhandelt mt der A.E.-G. über die Uebertragung der Konzessionen der ehemals von Belgiern in Rußland betriebenen Straßenbahnen in allen größeren Städten. Die Sowjetregierung verlangt dafür 50 Prozent des Nettogewinnes. Die Gesellschaft müßte die Verpflichtung übernehmen, das Personal und die Arbeiter zu ernähren.
— In französischen Kreisen in Washington pricht man sich gegen eine Hinzuziehung Deutschlands zur Konferenz aus.
Washington u.Schul-enausgleich
Die angebilche Einladung Deutschlands.
Don Washington kommen immer neue Sensationen. aber sie klingen noch ein wenig nach .Programmusik". Das Rüstungsprob- le m, mit dem man freilich nicht vom Fleck kommt, da eine Einigung über die pazifische Frage noch nicht in Sicht ist, während gleich- iettiâ ÄcrMr die AHMtung zur See und Lronk- reich die zu Lande sabotiert, tritt zur Zeit wie- ler einmal vor dem Finanzproblem in den Hintergrund. Ursprünglich war berichtet worden, daß dieses von Frankreich und Italien angeschnitten werden solle; aber der unermüdliche Harding hat das nicht abgewartet, sondern M, wenn die noch etwas unklaren und wider- spruchsvollen Meldungen aus Washington zutreffen, mit einem großzügigen „Reparationsvorschlag" vor diese oder die nächste Konferenz treten.
Der Plan, nämlich die Streichung der alliierten Schulden untereinander, ist freilich nicht ganz neu, sondern derartige Anregungen sind schon vor einiger Zeit von London aus lanciert worden. Der Vorschlag der Washingtoner Re- giemng soll angeblich dahingehen, daß diese ihre Forderungen an die Alliierten um 50 Prozent herabsetzen wolle, wenn England mit seinen Forderungen an die Alliierten in gleicher Weise verfahre. Wir haben schon früher betont, daß dies vielleicht der Weg oder wenigstens der erste Schritt zu einer Herabsetzung der Deutschland zugemuteten und eben schlechterdings nicht erfüllbaren Reparationen sein könne; aber man wird gut tun, die Sensationsmeldungen aus Washington zunächst mit nüchterner Skepsis ZU behandeln. Wird doch schon dämpfend be- werkt, daß diese Frage vermutlich nicht auf der leigen Konferenz, sondern auf einer späteren Zur Verhandlung gelangen solle, zu der man dann Deutschland und auch Rußland hinzu- Ziehen wolle. Es wird also anscheinend schon Angesehen, daß es eine verkehrte Taktik rüar, das Fell des Bären in absentia zu verteilen.
Die dem Präsident Harding zugesckriebene Anregung des fünfzigprozentigen Schuldenab- jugs ist übrigens durchaus nicht von so weit- nagender Bedeutung, wie es beim ersten Anschein aussieht, wenigstens nach dem Maßstab der Reparationsforderungen. Die Vorschüsse, welche die Union den Alliierten geleistet hat, betragen zusammen 8286 Millionen Dollars, Aswan fast die Hälfte auf England, über ein âertel auf Frankreich und beinahe ein Sieben- Al auf Italien kommen. Mit Hinzurechnung der unterdessen angelaufenen Zinsen würden das nahezu 10 Milliarden Dollars und in Mark ungerechnet etwa 40 Milliarden Goldmark ein. Die Kriegsschulden der Alliierten an England betragen 1224 Millionen Pf. Sterling, wovon 556 Millionen auf Frankreich, 476,8 auf Italien und 103,4 Millionen auf Belgien kom- Aan. In Mark umgerechnet würden das über
Milliarden Goldmark sein. Wenn von diesen Schulden der Alliierten an England und Ameri-
50 Prozent gestrichen würden, so würde das einen Betrag von mehr als 32 Goldmilliarder ^geben, was aber nur einen verhältnismäßic geringen Teil der deutschen Neparationsschuld bedeutet, die bekanntlich 132 Goldmilliarden betagt. Es blieben also noch mehr als 100 Gold
milliarden übrig. Und da liegen die Dinge denn so, daß es für uns im Grunde ziemlich Jacke wie Hose ist, ob wir 100 oder 132 Goldmilliarden zu zahlen haben; denn wir können eben weder die eine oder die andere Summe jemals bezahlen. Immerhin wird man es schon begrüßen müssen, daß dieses Problem in Washington angeschnitten wird, denn man ersieht daraus die wachsende Einsicht der alliierten Staatsmänner, daß der Reparationswahnsinn nicht ad infinitum fortgesetzt werden kann, wenn darüber nicht Deutschland und mit ihm Europa zu Grunde gehen soll. Spricht doch aus Hardings Anregung die Erkenntnis, wie sehr sogar das goldgeschwollene Amerika darunter leidet. Trotzdem sträuben sich dort noch weite Kreise gegen einen solchen Schuldennachlaß, der wie gesagt, nur den Anfang darstellen würde, denn es müßte ein weit tiefergehender Schnitt in die Deutschland aufgehalsten Reparationen erfolgen, wenn unserer finanzieller Zusammenbruch vermieden werden soll. Die Dinge liegen aber so, daß jedenfalls vor der Aufbringung der Ianuarrate an eine Revision des Reparationsabkommens schwerlich zu denken ist, wie das ja auch aus dem Ufas der Reparationskommission klar hervorgeht. Ob es gelingen wird, diese Zahlung zu leisten ohne völlige Zerstörung unserer Währung — das neuerliche Sinken der Mark ist ein Menetekel für die Alliierten — wird ganz von dem Ausgang der Anleiheverhandlungen abhängen. Die dann notwendig folgende Erörterung der Rsparationsrsvision wird aber wiederum ganz darauf eingestellt fein, inwieweit die Miierten mit Frankreich fertig werden, das nach dem Worte Briands durchaus der Soldat der Welt sein will (im Zeichen der Washingtoner Abrüstung!) und zwar auf deutsche Reparationskosten!
Deutschlands Teilnahme würde Frankreichs Rückgang bedeuten.
Rewyork, 29. Novbr. Der Sonderberichterstatter der „Chicago Tribune" meldet feinem Blatte, in französischen Kreisen in Washington sei davon die Rede, daß der Zutritt Deutschlands zur Konferenz das Signal für die Zurückziehung Frankreichs von den Beratungen fein würde, Viviani habe sich nach dem Berichterstatter folgendermaßen geäußert: Die Ansicht der Franzofen ist, daß die Deutschen weder zu dieser noch zu ähnlichen Konferenzen eingeladen werden sollen, solange sie keine Sicherheit dafür bieten, daß sie ihre Verpflichtungen zu erfüllen beabsichtigen.
Pariser Stimmen zur englisch-amerikanischen Initiative.
Paris, 28. Novbr. Die englisch-amerikanische Absicht, das Problem der Wechselkurse und im Zusammenhang damit die Frage der Reparation und der interalliierten Schulden zum Gegenstand einer internationalen Konferenz zu machen, beschäftigt die französische Oeffentlich- keit in außerordentlich starkem Maße. Die Blätter vermeiden es aber, zu dieser Frage in bestimmter Form Stellung zu nehmen; man wartet offenbar auf die Parole von oben und in amtlichen Kreisen scheint man sich vor der Rückkehr Briands in keiner Weise festlegen zu wollen.
Der „T e m p s" meint heute abend nur, Lloyd George könne nicht im Unklaren darüber sein, daß, wenn das Reparationsproblem in Washington erörtert werde, eine solche Aussprache von selbst eine solche über die interalliierte Verschuldung und wahrscheinlich auch über eine amerikanische Anleihe an Deutschland oder dessen Gläubiger auf die Tagesordnung bringen würde. Wenn Lloyd George sich trotzdem nach Washington begebe, so müsse man daraus schließen, daß er im voraus von Amerika bestimmte Zusicherungen hinsichtlich des Erlasses der Schulden und der Gewährung einer Anleihe an Deutschland erhalten haben müsse.
Die „I n f o r m a t i o n" schreibt am Schluß eines längeren Artikels, in dem sie die englisch- amerikanische Initiative als einen Versuch bezeichnet, der Wirtschaftskrise der eigenen Länder durch die Hebung der Valuta der hauptsächlichen Verbrauchsländer zu steuern, daß Frankreich über die im Wiesbadener Abkommen vorgesehenen Sachleistungen hmaus dringend deutscher Barzahlungen bedürfe; diese könnten dann zum Teil zur Kompensation seiner Auslandsschulden dienen. Im übrigen aber dürfe man sich in Frankreich nicht verhehlen, daß die beabsichtigte Finanzkonferenz mit dem Kapital der Reparation das Verfahren zur Revision des Versailler Vertrages entfette.
Von Ser Washingtoner Konferenz.
IN» Briand unzufrieden.
Paris, 28. Novbr. Das „Journal des Debüts" schreibt, es habe versucht, den Ministerpräsidenten Briand davon abzuhalten, nach den Vereinigten Staaten zu reifen, um eine Rolle zu spielen auf dem Terrain, das von Abgründen durchzogen sei. Es habe verschlossenen Ohren gepredigt. Briand habe es vorgezogen, nach Washington zu reisen, nachdem er gewissermaßen als Vorwort zu seiner großen' Rede vor dem transatlantischen Aereopag nach Angora ein Telegramm geschickt habe, in dem er die Ratifizierung des' französisch-türkischen Abkommens anzeigte. Jetzt sei man in der Lage, diesen „glücklichen Einfluß" des türkisch- französischen Abkommens und die Wirkung der Redediplomatie zu würdigen. Das Blatt hofft, daß die Erfahrungen die französischen Staatsmänner vom schlechten Wege abführen werden und daß sie nunmehr zu Methoden zurückkehren, die durch glücklichere Präzedenzfälle geheiligt seien. Sie müßten in konkreter Form den Meinungsaustausch mit London aufnehmen. Das „Journal des Debats" sagt, es sei vorzuziehen, daß an der Spitze der Regierung ein aktiverer und schweigsamer Mann stehe, der die gemeinsamen Angelegercheiten zur allgemeinen Befriedigung regele. Der Platz für Artisten sei die Theaterbühnè; Staatsmänner aber, die damit beauftragt seien, die ausländischen Geschäfte zu führen, müßten in ihrem Arbeitszimmer arbeiten und müßten die Erfahrungen und die Talente chrer Mitarbeiter bestens nutzbar machen. Das Blatt findet die größte Nützlichkeit darin, daß Briand nach seiner Rückkehr aus Washington vor den Kammern eine öffentliche Erklärung abgibt. Es wolle die Aufgaben der Regierung nicht erschweren, sondern nur den Ministerpräsidenten auffordern» den besten teresse zu ziehen. Das Pariser Kabinett möge mit dem von Sonbon eine allgemeine Prüfung der Orientangelegenheiten vornehmen, denn die Lage sei verpfuscht. Gewisie Fehler seien nicht wieder gutzumachen, jedoch sei es möglich, nod) einige Ordnung in die Dinge zu bringen. Aber um das zu erreichen, müsse man die Frage der Eigenliebe bei Seite lassen und nur an das allgemeine Wohl denken.
Italien gegen die Rüstungen zu Lande.
Rom, 29. Novbr. Zum Abrüstungsthema sagt der „Resto del Carlino", Italien könne nicht länger dulden, daß Polen, Jugoslawien, Rumänien und die Tschechoslowakei in Mittel- und Südeuropa, wo Italien so viele Lebens- interessen habe, mit ftanzösischem oder mit deutschem Reparationsgeld furchtbare Heere unterhalten.
Deutsche Industrie und Euleule.
Die Teilnehmer an der von der Genfer Arbeiterschutzkonferenz gebildeten Kommission zum Studium deutscher industrieller Anlagen die bekanntlich am Frestag im Werk Wolfgang bei Hanau war, wurde gestern abend in Berlin im Beisein des Reichswsttschaftsministers Schmidt und des Reichsschatzministers Bauer von Vertretern der deutschen Gewerkschaften empfangen. Der zweite Vorsitzende des Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes, Graßmann, begrüßte die Mitglieder der Kommission und drückte den Wunsch aus, sie möchten in den zwei Wochen ihres Aufenthaltes in Deutschland die Gewißheit bekommen, daß sich das deutsche Volk wieder friedlicher Arbeit zuwandte, und daß es bestrebt sei, die auferlegten Verpflichtungen zu erfüllen. All die unsinnigen Gerüchte über Revanche-Ideen der deutschen Arbeiter würden sich dann selbst widerlegen. Der Sonderberichterstatter des „Daily Cronicle" H. N. Bell dankte namens der ausländischen Vertreter für die erwiesene Gastfreundschaft und drückte die Hoffnung aus, daß die Reise den Grundstein zur Versöhnung zwischen Deutschland und den übrigen Ländern legen möge. Die Kommission besichtigte gestern die deutschen Werke in Spandau. Die Reise wird am Mittwoch fortgesetzt Folgende Städte sollen noch besucht werden: Hamburg, Kiel, Köln, Düsseldorf, Essen.
Ein Reichs-Etsenbahn-Parlament ?
Berlin, 29. X obr. Nachrichten aus parlamentarischen Kreisen zufolge ist im Relchsver- kchrsministerium der Referentenentwurf zur Reform der Reichseisenbahnen fertiggestellt. Der Grundgedanke ist die Loslösung des Ver- kehrsministerium aus dem allgemeinen Etat. Ferner wird geplant die Angliederung eines Geueralrates an das Direktorium. In diesem Geueratrat sotten die Reichsreaicruna. der
Reichstag, die Eifeubahnbeamtenschaft und die Wirtschaft vertreten sein.
Die KPD. verurteilt . . .
Der „Vorwärts" schreibt: Es gibt noch Ueber* raschungen. Die „Rote Fahne", die vorgestern log, die Behörden hätten die Märzaktion angezettelt, und die sich gestern mit Eberlein identifizierte, bringt jetzt, am Sonntag, einen ßett« artikel von I. Walcher, der folgendes reumM- ges Geständnis enthält:
Die Kommunistische Partei wird schon des» wegen durch die Veröffentlichungen des „Vor- wärts" keinen Schaden leiden, well sie freimütig die Fehler der Märzaktion eingestanden und in zähem und leiden- fchafllichem Ringen daraus die praktischen Folgerungen gezogen hat. Wir dürfen das um fs befriedigender feststellen, als wir von Anfang an der Märzaktion ablehnend gegenüberstanden. Sarüber, daß es sich in den veröffentlichten Berichten um phantastische Uebertreibungen handelt, ist kein Wort zu verlieren Ungleich wichtiger ist, daß mit jener Auffassung, die glaubte, man könne proletarische Massen zu revolutionärer Aktionen zwingen und die tat sächlich in der Märzaktion vorhan d e n w a r, in der kommunistischen Partei rück' sichtslos gebrochen rvurde.
Das ist einmal etwas ganz Neues. Bis jetzt wußte man nur, daß Levi und Konsorten als „Sozialverräter" aus der Partei ausgeschlosien worden waren, well sie an der verbrecherischen Märzpolitik der KPD.-Zentrale und der „Roten Fahne" Kritik zu üben wagten. Jetzt aber hat die Zentrale ihre Fehler „freimütig eingestan- den" und mit ihnen „rücksichtslos gebrochen". Jetzt gibt man zu, daß man im März den Der- such gemacht hat, die Arbetter in den Bürger- Lrieg zu MMLSK.Wd, verspricht, es HP mietet hm zu wollen.
BetSttgungsmöglichKeiten in Rutzlauö
Eine Unterredung mit dem Vertreter der russischen Regierung in Berlin.
Der Vertreter der russischen Regierung in Berlin, Herr Krestinski hatte heute mit einem Vertreter der Telegraphen-Union eine Unterredung, in der er über eine Reche wirtschaftlicher und politischer Fragen Sowjetrußlands u. a. folgendes ausführte:
Der deutschen Industrie und dem deutschenKapital eröffnen sich nicht nur in Sowjetrußland, sondern auch in den mit Sowjetrußlond eng verbundenen Nachbarstaaten, nämlich der Ukraine unb den kaukasischen Staaten, große Betätigungsmöglichketten durch die Erwerbung von Konzessionen und durch Warenlieferungen. An Konzessionen kommen in erster Linie die landwirtschaftlichen in Betracht. Derartige Konzessionen können vergeben werden im Wolgagebiet, Sibirien und Südrußland. In Betracht kommen ferner Berg- werkskonzessionen zur Ausbeutung von Kohlen, Metallen, Graphit, Asbest usw., sowie Naphcha im Uralgebiet, Sibirien, der Ukraine, im Kaukasus und am Kaspischen Meer. Ferner sind Waldkonzessionen in Nordrußland, Sibirien sowie Westrußland zu vergeben. Die deutsch« Regierung wird ferner durch den Verkauf chrer Fertigfabrikate mit der Sowjetregierung Geschäfte machen können. Bei der schwierigen ökoiwinischen Lage Rußlands ist bei der Erledigung eines derartigen Handelsverkehrs die Gew^rung von Krediten Bedingung. Selbst- verständlich ist das Leben der in Rußland lebenden Ausländer wie auch der russischen Bürger genau so gesichert wie in den anderen europäischen Staaten. Darüber hinaus kommt Mr die Inhaber von Konzessionen die gesetzliche Regelung der Konzessionen in Betracht, deren jede einzelne ein Separatgesetz bilbet. Eine Verletzung des Konzessionsoertrages würde also eine Gesetzesverletzung sein und die ent- sprechende gerichtliche Ahndung finden. Die in Rußland sich betättgenden Ausländer sind also bezüglich ihres Lebens als auch ihres Eigentums völlig gesichert. — Ueber die Kredit- frage äußerte Herr Äreftinsfi u. a. folgendes:
Der Staat behäll sich das Bankmonopol. Privatbanken können sich also in Rußland nicht etablieren. Die Staatsbank basiert auf einem vom Staat gegebenen Grundkapital und ist wirtschaftlich von der ^'nanzoerwaltung abgesondert. Zurzeit steht sie in Verhandlung mit auswärtigen Banken über die Art des Geschäftsverkehrs, insbesondere der technischen Durchführung der Geldüberweisungoki. Die in Sowejetrußland eingeschlagene neue ökonomi- sche Richtung eröffnet also der ausländischen Industrie und dem ausländischen Kapital grosse Entmicklunasmöglichkeiten,