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Hanauer W Anzeiger

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General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Nr. 278

Wontag den 28. November

1921

Das Neueste.

DieMorning Post" berichtet, daß Rathe­nau und Simons heute aus Berlin in London ringetroffen sind.

Die erste Genfer Tagung der deutsch- ^olnischen Konferenz wurde am Samstag ge- s-hlofsen, nachdem die erste Vereinbarung über

i Geschäftsgang unterzei DerVorwärts" setzt t Dokumenten über die ko

den Geschäftsgang unterzeichnet war.

DerVorwärts" setzt die Veröffentlichung von Dokumenten über die kommunistische Putsch­

taktik fort.

Lloyd George tnitb sich bestimmt am 3. Dezember nach Washington einschiffen, um an der Beschlußfassung über die Abrüstung zur See noch mitzuwirken.

Nach einer Meldung derChicago Tri- bune" wird die Abrüstungskonferenz in der ersten Hälfte des Dezember vertagt werden, um im Frühjahr einer anderen Konferenz Platz zu machen.

Die Urheber -es Märzpuisches entlarvt.

Vor dem Märzaufstand sollten Arbeilerhäuser in die Luft gesprengt und Arbeiter getötet wer- bett, um Stimmung für die kommunistischen Parolen zu machen.

Die Kommunisten und Unabhängigen haben beschlossen, über die Köpfe der Führer der Ge­werkschaften und der SPD. hinweg einen allge­meinen deutschen Betriebsrätekonkreß nach Berlin einzuberufen, um in Anlehnung an die Methoden der ehemaligen Arbeiter- und Solda- lenräte die proletarische Diktatur aufzurichten. Die SPD. Holt nun zum Gegenschlage aus und lommt mit Enthüllungen, die auch den Verblen- SÄsten und Dümmsten zeigen müßen, wie wel- iènweit die Kommunisten davon entfernt sind, !rie..Sache der Arbeiter zu der ihrigen zu machen. Die Enthüllungen bestehen in der Ver- öffeirtlichung der Berichte der Kommunisten Lemck und Bowitzky, in deren Händen während des Märzaufstandes die Leitung der auf- ständigen Bewegung in Halle lag. Lemck berichtete seinerzeit an die Zentrale der KPD., daß bei den kommunistischen Beratun­gen, bei denen der von der Zentrale gesandte kommunistische Landtagsabgeordnete Eberlein die Hauptrolle spielte, beschlossen wurde, die Arbeiterschaft durch Attentate aufzuputschen, da sie sonst nicht dazu zu bewegen gewesen sei, den kommunistischen Parolen zu folgen Eber­lein wollte, daß zwei mit Granaten und Muni­tion befrachtete Waggons, die auf dem Bahnhof in Halle standen, in die Luft gesprengt würden. Dann sollte das kommunistische Parteiorgan in Halle folgenden Bericht brin­gen:Durch Unvorsichtigkeit ist die Munition der Konterrevolution in die Luft geflogen, die Wohnungen der Arbeiter zusammengestürzt, hundert Arbeiter sind tot." Der Blutdurst Eberleins war damit noch nicht gestillt. Es sollten außerdem noch die M u n i t i o n s a n - st alt und dieProduktivgenossen- schaftjndie Luft gehen, denn er hoffte, die Arbeiterschaft würde gerade dadurch gereizt werden, wenn man ihr sagen könnte, die Kon­terrevolution habe dasHeimder Arb ei­ter zerstört. Der Bericht Bowitzkys bestä­tigt in allem die Ausführung Lemcks. Auch er schreibt, daß die kommunistische Parteizentrale ton direkten Auftrag gegeben habe, die Aktion in Halle einzuleiten und unter allen Umstän­den in Mitteldeutschland eine Parole zu schas­sen, auf die bin im ganzen Reiche eine Arbeiter­bewegung hätte in Fluß gebracht werden kön­nen. Da die Sipomannschaften sich trotz aller Provokationen außerordentlich zurückhielten, sollten ihnen die Waffen gewaltsam entrissen werden. Bowitzky berichtet serner:Er (Eberlein) gab den offiziellen Auf- tzag das Munitionsdepot in Seesen und einige Stunden darauf, um die Wechselwirkung glaub­haft zu machen, das neu erworbene Grundstück der Produktivgenossenschaft in die Luft zu Mengen." Nur einigen Zufällen ist es, wie Bowitzky an die Zentrale berichtet, zuzuschrei- den, daß beide Aufträge nicht durchgeführt wer- oen konnten. So mißlang der Anschlag auf das «enossenschaftsgebäude, weil dort die Zündung versaate. Eberlein äußerte feine E m- pörung darüber, daß nicht einmale i n "»ständiges Stück Zündschnur" vorhanden war. Geradezu beispiellos an Nied- sigkeit und Gemeinheit der Gesinnung war auch folgender Plan der Kommunisten:Es sollte »der Nacht durch einige Stoßtrupps eine lebhafte Schießerei, möglichst auch mit Handgranaten, in einigen Punkten der Stadt einsten. Es sollte dann die Melduna verbreitet

werden, der Genosse Lemck sei bei den Kämpfen schwer verwundet und durch Sipo- oder Orgesch- leute im Auto verschleppt worden, unbekannt wohin. Eine ähnlicheKomödie sollte mit meiner Wenigkeit (Bowitzky) aufgeführt wer­den. Da unsere Namen bei der Arbeiterschaft einen guten Klang haben, so erhoffte man da­durch ein gutes Ansteigen (!) der Empörung und einen spontanen Ausbruch des General­streiks. Von der Durchführung dieses Planes kam man durch die Weiterentwicklung der Ver­hältnisse ab." Bowitzky berichtet noch, daß Eber­lein, empört über das Mißlingen des Anschlages auf das Gebäude der Prodnktivgenosssnfchaft darauf gedrungen habe, daß dieser Anschlag unter allen Umständen, ganz gleich ob am Tage oder in der Nacht, erfolgen solle. Als man ihm zu bedenken gab, daß bei der Durch­führung des Anschlages am Tage dieses u n - gefähr 20 Genossen das Leben kosten würde, Habs er diese Bedenken mit einer Handbewegung abgetan.

DemVorwärts" zufolge sollten diese Be­richte von den Anhängern der Levigruppe dem Exekutivkomitee der Moskauer Internationale unterbreitet werden, um als Unterlage für die Oppositionsstellung der Anhänger Levis gegen­über der Parteizentrale der KPD. zu dienen. Die Berichte wurden dann Klara Zetkin, als sie nach Sowjetrußland reiste beim Ueberschreiten der Grenze abgenommen. Ein Zweifel an ihrer Echtheit kann somit nicht aufkommen.

Neue Enthüllungen.

Betlin, 28. Novbr. DerVorwärts" setzt die Veröffentlichung der Dokumente fort. Ein Be­richt, den der Kommunist Richard Wegener aus Stettin um die gleiche Zeit wie die kom- aistischen.

erstattet hatte, ergibt daß Wegener am 26. März ds. Is. von dem kommunistil^en Abge­ordneten Eberlein den Auftrag erhielt, die Ententeschiffe, die in Stettin lagen und für Danzig bestimmt waren, in die Luft sprengen zu lassen. Das ist, wie derVor­wärts" hinzufügt, der vierte kommunistische Führer, der berichtet, von Eberlein mit Spreng­ungen beauftragt worden zu sein. Diese merk­würdige Uebereinstimmung unter den Berich­ten ergebe, daß die Weisungen zu terroriftiWen Gewalttaten im März auf eine Zentrale zu­rückgegangen sein müssen, und für diese Zen­trale trage der Abgeordnete Eberlein in erster Linie die Verantwortung.

Levi bestätigt die Echtheit.

Berlin, 27. Novbr. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Paul Levi bestä­tigt in einer von den sozialistischen Blättern wiedergegebenen Erklärung die Echtheit der vomVorwärts" veröffentlichten kommunisti­schen Protokolle über den Märzaufstand in Mitteldeutschland.

Levi stellt fest, daß er der Veröffentlichung vollkommen fernstehe. Ihm sei erst vor etwa zwei Monaten aus der Aussage des Staats- kommissars Weismann vor dem Untersuchungs­ausschuß und aus weiteren zufälligen Aeuße­rung bekannt geworden, daß der Staatskom- misjar sich in den Besitz der Protokolle gesetzt habe dadurch, daß diese Klara Zetkin beim Grenzübertritt von der deutschen Polizei abge- nommen worden seien. Weshalb Klara Zetkin als deutsche Reichstagsabgeordnete sich der Wegnahme von Papieren durch die deutsche Polizei nicht widersetzt habe und weshalb sie von der Wegnahme weder ihren damaligen noch ihren heutigen Freunden Kenntnis gageben habe, um der Verwertung des Materials vor­zubeugen, entziehe sich seiner Kenntnis. Zum Schluß bemerkte Levi:Diese Protokolle sind von den Beteiligten abgefaßt und mir zugäng- lich gemacht worden aus ganz anderen Gründen als aus dem, daß ich im Lande herumgereist sei oder hätte reisen lassen. Die Gründe, weswegen die Genossen sich an mich drängten, waren an­dere. Ich nehme an, daß Hugo Eberlein trotz seiner Rede im Reichstage darüber Bescheid weiß."

Weiter teilt derVorwärts" eine Erklärung des Staatskommissars für die öffentliche Ord­nung mit, aus der hervorgebt, daß die Regie­rung das Material Zetkin'seit dem 8. Juli in Händen hat, aber die Veröffentlichung bisher zurückhielt, weil der Oberreichsanwalt in Leip­zig, dem das Material zur Einleitung der straf­rechtlichen Verfolgung übergeben war, bisher gegen die Veröffentlichung Bedenken hatte. Diese Bedenken bestehen feit dem 10 November nicht mehr.

Eine Unterredung mit Kermworlhy.

Berlin, 28. Novbr. Berliner Morgenblätter veröffentlichen Unterredungen mit dem eng­lischen Unterhausmitglied Kennworthy, der gegenwärtig in Berlin theilt. Kennworthy erklärte, der einzig mögliche Ausweg aus dem wirtschaftlichen Chaos in Europa beliebe in der Schaffung der Vereinigten Staaten von Eu­ropa. Dieser Gedanke stoße freilich bei den Re­gierungen und bei den breiten Masten der Völker noch immer auf den heftigsten Wider­stand. Was aber wohl heute schon erreichbar sein müsse, das wäre der internationale Zu­sammenschluß von Geschäfts- und Finanzleuten zu einer gemeinsamen planmäßigen Sa­nierungsaktion. Für besonders dringlich hält Kennworthy ein gemeinsames Vorgehen in Rußland, um die reichen Bodenschätzte dieses Landes, insbesondere auch Sibiriens, zu heben. Rußland sei ohne Zweifel auch ein Markt von unbegrenzter Aufnahmefähigkeit, namentlich für Produkte der Maschinenindustrie, Lokymo- tiv- und anderes Transportmaterial sowie für landwirtschaftliche Geräte. Ueber die wirtschaft­liche Lage Deutschlands äußerte sich Kennwothy sehr zurückhaltend. Er glaubt nicht, daß Deutsch­land über die Januar- und Februarrate hinaus Reparationszahlungen werde leisten können. Auch im eigenen Intereste der Gläubiger müsse man daher Deutschland eine angemessene Stun­dung bewilligen.

Die hessischen Landlagswahlen.

Gesamkresulkak.

Darmstadt, 28. Novbr. Nach dem vorläufigen Sesamtresultat wurden insgesamt abgegeben 452 981 Stimmen. Davon erhielten die

Sozialdemokraten 148 579 (273 468),

^MMssüa-ullL PMssarW (fifjiW Volks- pertfei 24 006 (45 785),

Deutsche Volkspartei 68 908 (62 072), Hessischer Bauernbund 64 301 (0), Demokratische Partei 33660 (116 252), Zentrum 78 914 (108 539).

A. S. P. 15 797 (9077),

Kommunisten 18 764 (0).

Die übrigen Stimmen sind zersplittert. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Sozialdemo­kraten 23 Sitze (31), Deutschnationale Volks­partei 4 (5), Deutsche Volkspartei 11 (7), Hessi­scher Bauernbund 10 (0), Demokratische Partei 5 (13), Zentrum 12 (13), U. S. P. 2 (1), Kom­munisten 3 (0). Danach verfügen die drei Koalitionsparteien über eine Mehrheit von 10 Stimmen; sie haben 40 Mandate gegenüber 30 der anderen Parteien erhalten. Ueberraschend ist das Resultat inso­fern, als der Bauernbund, der bisher nicht ver­treten war, 10 Mandate erhalten hat. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen sehr gering.

Einzelergebnisse.

Gesamtergebnis aus der Provinz Oberhessen: Sozialdemokraten 24 092 (62 324), Deutschnatio­nale 8519 (32 449), Deutsche Volkspartei 9410 (9469), Hessischer Bauernbund 32 734 (0), Demo­kraten 5302 (30 756), Zentrum 2383 (8325), U. S. P. 5278 (3088), Kommunisten 1803 (0).

Gesamtergebnis aus der Provinz Starken­burg: Abgegeben wurden insgesamt 229 376 Stimmen Es erhielten: Sozialdemokratische Partei 85 548 (146 206), Deutschnationale 11 921 (12 251), Deutsche Volkspartei 34 748 (27 053), Bauernbund 26 543 (6), Demokraten 14 003 (48 918), Zentrum 35 624 (45 617), Re- visionspartsi 52 (0), U. S. P. 6887 (5636)^Kom- munifkn 14 000 Stimmen.

Gesamtergebnis aus der Provinz Rhein- besten: Soziallremokraten 38 889 (64 938), Dtsch Nationale 3566 (1058), Deutsche Volkspartei 24 750 (25 550), Hessischer Bauernbund 5004 (0), Demokraten 14 355 (36 578), Zentrum 40 907 (54 597), 11. S. P. 3642 (453), Kommunisten 2961 (0) Stimmen.

Die Defichriguugsreise der Juler- nationalen Arbeilskonferenz.

Die Internationale Arbeitskonferenz Genf, die, wie am Samstag gemeldet, am Freitag das WerkWolfgang einer Besichtigung unter- zog, und dann na 5 Erfurt weiterrelste, um die dortigen Aul ... er Deutschen Werke zu be­sichtigen, is -a Berlin eingetroffen und wird heute fr . - . .e in Spandau und Hasel­horst in Augenschein nehmen. Wie verlautet, wird die Delegation in Berlin General Rollet um eine Unterredung ersuchen, um ihm über das Ergebnis der bisherigen Be- sichtigungen Mitteilungen zu machen, und zu betonen, daß die internationalen Arbeiterorgani­sationen an einer gerechten Lösung der schwe­benden Fragen für die deutsche Arbeiterschaft orokes Interesse habe».

Die üeulsch-pvlu. Verhandlungen.

Guef, 26. Novbr. Die erste Genfer Tagung der deutsch-polnischen Konferenz, die die for­mellen Vorarbeiten zu erledigen hatte, nahm heute mittag ihr Ende. In einer sehr kurzen Schlußsitzung wurde das Reglement der Konfe­renz, das heißt die Arbeitssatzung der weiteren Verhandlungen gebilligt und von den bevoll­mächtigten und dem Präsidenten unterzeichnet. Hierauf hielt Calonder eine Ansprache an die beiden Abordnungen, in der er das verständ­nisvolle und versöhnliche Zusammenarbeiten hervorhob. Schiffer für Deutschland, Olszowski für Polen dankten dem Präsidenten für die um­sichtige Leitung der Verhandlungen.

Genf, 26. Novbr. Der deutsche Bevollmäch­tigte Schiffer gab vor seiner Abreise aus Genf dem Sonderberichterstatter des Wolff- büros folgende Erklärungen ab: Bei aller Zu­rückhaltung, zu der uns unsere schwere Lage verpflichtet, müssen die deutschen Vertreter an­erkennen, daß sich die Verhandlungen in durch­aus angenehmen Formen abgespielt haben. Vorkommnisse und Zustände, wie man sie leider in früheren.Konferenzen erleben mußte, waren in keiner Weise zu verzeichnen. Zur Sache selbst möchte ich darauf hinweisen, daß die Konferenz keine eigentlichen Entscheidungen brachte und auch nicht bringen konnte, da die Lösung der vorliegenden Probleme den Unterausschußar- beiten vorbehalten bleibt. Aber die Persönlich­keit Calonders, der seine Tätigkeit sichtlich im Sinne eines Ausgleiches der Gegensätze und unparteiischer Geschäftsführung auffaßte, dürfte viel dazu beitragen, die Lösung der nicht weg­zuleugnenden Schwierigkeiten auf dem Wege des gegenseitigen Einvernehmens Herbsizu- führen. Ich selbst, fügte Schiffer hinzu, bemühte mich im Laufe der Beratungen immer wieder darauf hinzuwsise», daß die Probleme, die uns anvertraut wurden, nicht nur wirtschaft­lichen Charakter tragen, sondern auch aufs engste verknüpft sind mit den Schicksalen der moralischen Interesten der Deuffchen in Ober- Schlesien.

Genf, 26. Novbr. Nach Schluß der heutigen Sitzung empfing der polnische Abordnungsbe­vollmächtigte O l s z e w s k i den Sonderbericht­erstatter des Wolffbüros. Olszewski betonte, daß die Verhandlungen zwischen den beiden Par­teien im Zeichen staubiger Versöhnlichkeit stan­den und daß der leitende Gedanke für beide Parteien die Auftechterhaltung des Wirtschafts­lebens in Oberschlesien war. Er erklärte: Ich hegte, als ich nach Genf kam, die Befürchtung, daß die deutschen Bevollmächtigten die Ver- harchlungen in die Länge ziehen möchten. Ich reise mit der Ueberzeugung ab, daß davon keine Rede sein kann, daß die deutschen Vertreter keine Verschleppung beabsichtigen. So sind wir ohne größere Schwierigkeiten zu einer Ueber­einstimmung gelangt. Die Bevollmächtigten bei­der Parteien haben es verstanden, daß sie falt« blütig und maßvoll Vorgehen mußten, um mög­lichst einen Schiedsspruch zu vermeiden. Die Beratungen galten übrigens nur der formellen Seite des Problems. Was die weiteren Ver- Handlungen betrifft, so gelten sie ausschließlich den Fragen, die in dem Beschluß vom 20. Ok­tober angeführt sind. Ueber diesen Rahmen wird die Konferenz nicht hinausgehen. Sobald jedoch die Konsereiu endgültig abgeschlossen ist werden wir andere Verhandlungen mit Deutsch­land anbinden, die sich auf eine Reihe anderer deutsch-polnischer Fragen beziehen, die mit den gegenwärtig zur Debatte stehenden Problemen nichts zu tun haben. *

Einst und jetzt .... Wir lesen in bet Tägl. Rundschau": Eine Ententekommission hatte vor kurzem auf eine Denunziation hin eine Nachforschung nach MunUion veranlaßt, die im Stall einer Kaserne in Potsdam ver­borgen sein sollte. Die Untersuchung führte zur Auffindung einer größeren Anzahl von Kisten mit Munition, die für die Waffen der Reichs­wehr nicht geeignet ist Napoleon I. zog am 28. Oktober 1806 in größter Gala durch das Brandenburger Tor in Berlin ein. Als der von ihm zürn Gouverneur der Stadt ernannte Ge­neral Hulin höflich die Ablieferung der Waffen anordnete, fetzte der Berliner Magistrat, wie Wolfgang Menzel in feiner Weltgeschichte er­zählt, aus eigener Weisheit hinzu:bei Todes­strafe sollen alle Waffen abgeliefert werden". Hulm selbst mußte die Stadt beruhigen, so fei es von ihm nicht gemeint gewesen. Es gab aber viele, die aus Gewinnsucht und Schadenfteude alles, was etwa noch vom Staatseigentum vor­handen war, den Franzosen anzeigten. Als ein­mal dem General Hulin ein großer Holzvorrat denunziert wurde, rief er entrüstet:Den soll euer König behalten, damU ihm das Holz nicht fehle, um die Verräter daran ru härmen.