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General-Anzeiger

Anzeiger

Amtliches Organ Mr Stadt- und Landkreis Sana»

Erscheint täglich Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RichardSultsch:nir lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Sanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hana«. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Nr. 268

Dienstag den 15. November

1921

Das Neueste.

Der deutsche Beamtenbund sprach sich gegen bie Entstaatlichung der Eisenbahnen und damit gegen die Forderung der Industrie aus.

Die gemeinsamen Besprechungen der Ver­treter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Kreditaktion der Industrie finden am 17. Nov. statt.

Vertreter der Arbeiterschaft der Deutschen Werke sprachen gestern bei General Nollet vor.

Präsident Harding hat gestern nachmittag 4 Uhr die Proklamation unterzeichnet, in der der Friede zwischen Amerika und Deutschland erklärt wird.

- Die wöchentliche Statistik für die Arbeits­losigkeit in England bringt eine neue Zunahme von 111000 Arbeitslosen.

Havas meldet aus Eus, die Gräfin von Eus. vormalige Kaiserin von Brasilien, ist gestern im Alter von 74 Jahren gestorben.

Daily Telegraph berichtet, in Amerika er­warte man, daß die Beratungen der Washingtoner Konferenz mindestens zwei Monate dauern.

aus Washington meldet, den Pressevertretern unter anderem erklärt: Japan sei wie andere Länder über die Aussicht auf die finanzielle Erleichterung, die sich nach den Vorschlägen Hughes eröffne, befreut. Bis jetzt habe Japan Befürchtungen gehegt, die es genötigt hätten, die Schiffsbauten fortzusetzen. Es habe nie­mals in seiner Politik noch in seiner Absicht ge­legen, mit irgendeiner der beiden ersten See­mächte der Welt zu rivalisieren. Die Erklär­ungen Hughes hätten die Lage geklärt. Ver- 'icherungen von Japans Seite seien unnötig. Der große Abstand zwischen Japan und der amerikanischen Küste und die Ueberlegenheit der Vereinigten Staaten, was Reichtum und Hilfsmittel anlange, machten etwaige Ver­sicherungen von Japans Seite überflüssig. Wenn die Befürchtungen beiderseitig zerstreut feien, könnte es nicht ausbleiben, daß e i n A b -

Die Washingtoner Konferenz.

Tu ffeu« Antwort auf Hardings Vorschlag.

Paris, 15. Novbr. Wie ein hervorragendes Mitglied der englischen Delegation erklärte, soll Balfour heute die Erklärung abgeben, daß England die von Hughes bekanntgebenen Vorschläge . für die B e s ch r ä n k u n g der Seerüst ungen im Prinzip an­nehme, daß die britische Regierung sich je­doch vorbehalte, eine Einschränkung der Zulässigkeitsgrenze für den Un t e r se e b o o ts- bau vorzu schlagen. Ferner wird die bri­tische Delegation eine Aenderung der Vorschläge . Wreffend das Verbot .von Ersatzbauten be- Mtragen. Der Gewährsmann fügte hinzu, die allgemeine Anschauung gehe dahin, daß die wirtschaftlichen Fragen einer späteren Konfe­renz vorbehalten sein sollen. Frankreich habe sich bereit erklärt, jetzt die Frage derAn - nullierung der Kriegsschulden aufzurollen.

Die Forderungen Japans.

Paris, 14. Novbr. Der Sonderberichterstat­ter desNewyork Herold" in Washington, Louis Seibold, dessen Artikel über die Zu­stände in I a p a n kurz vor der Eröffnung der Washingtoner Konferenz gewisses Aufsehen er­regten, teilte seinem Blatte u. a. mit, von eng­lischer Seite sei die Anregung gekommen, die maritimen Fragen einige Tage zurückzustellen, namentlich, wenn Japan ein wenig mehr Zeit zum Studium des Hughes'schen Planes zur Formulierung der Gegenvorschläge zu haben wünsche. Von der Haltung der japanischen De­legation sagt Seibold, die Sachverständigen ließen durchblicken, daß ihre Gegenvor­schläge bedeutend von denen Hughes a b - weichen würden. Admiral Kato habe als Sprecher der Japaner die Vorschläge Hughes als sehr bestimmt und sehr logisch begrüßt, sich aber beeilt, zu erklären, daß nach dem vorläu­figen Eindruck nicht auf die Politik der japani­schen Regierung geschlossen werden dürfe. Der Korrespondent weist noch auf die Angelegen­heit des japanischen Oppositionsführer im Par­lament, Notschluki, der sich nicht als Mitglied der Delegation, sondern als Beobachter im Auftrage seiner Partei in Washington . auf­halte, hin, ein Umstand, der die Uneinigkeit zwischen den politischen Parteien in Japan in das rechte Licht rückte, Notschiuki erklärte, Ja­pan könne die Vorschläge Hughes nicht an­nehmen, wenn nicht gleichzeitig die Befesti - 8 ungeni m stillen Ozean aufgege­ben würden. Nach Ansicht vieler amerikani­scher Marineoffiziere fährt Seibold fort würde aber die Aufgabe der Befestioungen unter Umständen der Verlust der pazifischen Besitzungen in den Vereinigten Staaten bedeu­ten. Unter den japanischen Zeitungskorresvon- denten stellte Seibold die vorherrschende Mei­nung fest, daß Japan möglicherweise die An­nahme der Hughes'schen Vorschläge non der Verständigung über die Beseitigung der Be­festigungen im Stillen Ozean abhängig machen werde. Die Befestigungen im Stillen Ozean, namentlich auf Manilla und Honolulu seien aber, wie der Korrespondent binmifügt, Land- befestigungen. die als solche bei Einschränkung der Landbefestigungen zur Sprache kommen müßten.

Kato für ein amerikanisch-japanisches Ab­kommen.

Paris, 14. Novbr. Admiral Kato hat, wie bei Sonderberichterstatter der Havasaaentur

1 ommen zwischen den Vereinigten StaatenundJapan abgeschlossen werde.

London, 15. Novbr. Der Washingtoner Be­richterstatter derMorning-Past" meldet, daß Japan befürchtet, daß die Vereinigten Staaten an Großbritannien und Japan die Aufforde­rung richten würde, ihren Bündnisver­trag a u f z u g e b e n.

Eine Konferenz zwischen Hughes und Briand.

Paris, 14. Novbr. Nach einer Washingtoner Meldung Exchange-Telegraph hat Briand sich dahin geäußert, daß die Einschränkung der Rüstungen zur See eine der zahlreichen Fragen ei, die auf der Konferenz erörtert werden 'önnten, daß aber Frankreich von diesen Ein- chränkungen nicht unmittelbar berührt werde. Wenn die Reihe an ihn komme, werde er frei­mütig sprechen.

Paris, 15. Novbr. Hughes hatte gestern

:eichs gegenüber Deutschland, ferner über die ranzösischen militärischen Streitkräfte und über )ie Summe, die Deutschland schuldet.

Die WiMörkonirvMvmmWvn auf der Waffensuche.

Wie die Blätter aus Dresden melden, ver­suchten aufgrund einer Denunziation Mitglieder der interalliierten Militurkontrollkommission in die Rockstroh-Werke bei Dresden einzudringen, um Durchsuchungen nach versteckten Waffen vor­zunehmen. Die Ententcofsiziere verlangten so­gar, daß ein Teil der Gebäude gesprengt wer­den müsse, weil angeblich dort Waffen ver­graben oder ein gemauert seien. Die Werkleitung und auch die Arbeiter widersetzten sich einer folgen Maßnahme. Es wurde schließlicb ver­einbart, daß die Militärkontrollkommission heute die Stelle, an der angeblich Waffen versteckt sein sollen, in Gegenwart des Betriebsrates durchsollen solle. Die Blätter bemerken dazu, daß die Rockstro^ ^erke Druckmaschinen und Prägepressen herstellen und auf Waffenfabri­kation überhaupt nicht eingerichtet feien.

(Dieses Unternehmen der Mstitärkommisfion er­innert stark an das rigorose Vergehen der Entente gegen die Deutschen Werke. Hoffentlich läßt es die Arbeiterschaft von Heidenau an der richtigen Antwort nicht fehlen; denn diese Belästigungen und Eingriffe von feiten der Ententekommissionen scheinen ständige Einrichtungen zu werden. D. Red.)

ReparaiivnsKommlfsivn u. Industrie.

Berlin, 15. Novbr. In gut unterrichteten Kreisen ist man sich klar darüber, daß wenn die Anleiheaktion der Industrie nicht zum Ziele führen sollte, Deutschland kaum in der Lage sein werde, die nach dem 15. Januar fällige Rate aufzubringen. Die Reife der Reparations- kommisfion nach Berlin dürste auf die Initia­tive der Engländer und Italiener zurückzu­führen sein, die den Vertretern Frankreichs und Belgiens ein Bild über unsere Notlage ver­schaffen wollten, um ihnen zu zeigen, daß es uns unmöglich ist, über eine gewisse Leistungs-

Hm die Deutschen Werke.

Vertreter der Arbeiterschaft bei Nollet.

Berlin, 14. Novbr. Die Vertreter des Ge­samtbetriebes des Werkes Spandau der Deut­schen Werke, unter Führung des Vorsitzenden Lueck, verhandelten heute im Auftrage der deut- schen Arbeiterschaft mit General Nollet. Bei den Besprechungen war auch General Bingham zu­gegen. In der mehrstündigen Besprechung, be­gründete der Vorsitzende des Gesamtbetriebs- :ates die Forderungen der Arbeitnehmer, die auf die Zurückziehung der seit September gegen die Deutschen Werke A.-G. erlassenen Noten ab­zielten. Die Vertreter der Arbeitnehmerschaft lie« Ben keinen Zweifel darüber, daß sie auf der Er­füllung ihrer Forderungen bestehen würden. General Nollet versprach, die von den Arbeit­nehmervertretern gegen die Ententemaßnahmen vorgebrachten Gründe der Botschafterkonferenz zu übermitteln, da er die Gründe für die Auf­hebung der Noten durchaus würdige. Die Ar­beitnehmer machten ihre weitere Haltung davon abhängig, ob die alsbaldige _ Rücknahme der Noten durch die Botschafterkonfsrenz erfolgt.

DernLok.-Anz." meldet hierzu noch, Die Arbeiter-Abordnung habe betont, daß die For­derungen der interalliierten Kommission in den Reihen der deutschen Arbeiter deshalb als schi­kanös empfunden würden, weil die deutsche Ar­beiterschaft selbst bestrebt sei, die Herstellung von Kriegswaffen über das durch den Friedensver­trag bedingte und zulässige Maß hinaus zu unterbinden. Die Arbeiterschaft sei fest .ent­schlossen, die geplanten Maßnahmen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln abzuwehren. Die deutsche Arbeiterschaft werde sich an die mter- natronalen Organisationen wenden und sie zur Solidarität auffordern, da hier das Wohl von Zehntausenden deutscher Arbeiterfamilien be­droht sei.

Die deutsche Note übergeben.

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" hört, ist die Note der deutschen Regierung in der An­gelegenheit der Deutschen Werke am «anntag dem General Nollet in Berlin und gestern dur^ den deutschen Botschafter in Paris der Botschas- terkonferenz überreicht worden. Die Note wwo heute veröffentlicht werden. .. .

Den Blättern zufolge stattete gestern die Ber­liner Gewerkschaftskommission den Deutschen Werken in Spandau einen Besuch ab, um sich davon zu überzeugen, was dort hergestellt wiro. Nach einem Rundgang erklärte die Gewerk- schaftskommission, daß sie die Forderungen der Arbeiterschaft mit allem Nachdruck vertreten werde.

»gen

zum Frieden sei, auß Krieg und dem Ver Aber wir können au

iren über die Schuld am

en zu reden.

______ ____________ ______ Bahn komme», nur dadurch, daß wir aufhören, über die Ver­gangenheit zu reden. War der Friedensvertrag ungerecht, so gleicht die Aufforderung des Sie­gers, einen neuen Start zu machen, gar sehr der Mahnung eines erfolgreichen Diebes, Vergange­nes auf sich beruhen zu lassen. Die Erfahrung der letzten Monate hat bewiesen, daß die klarsten Erfordernisse des Selbstinteresses eine weite Korrektur der Reparationsforderungen nicht herbeiführen können, so lange Lie Ueberzeugung besteht, daß Deutschland allein für den Krieg verantwortlich sei, und daß der Versailler Frie­den daher zum mindesten gerecht sei in der Strafe, die er den Feinden der Menschheit auf» erlegt habe. Wollen wir daher für die Zukunft planen, so dürfen wir eine sorgfältige Prüfung der Vergangenheit nicht verschieben."

RücklrM der ungarischen Regierung.

Budapest, 15. Novbr. Die Regierung Bethlen ist zurückgetreten. Der Reichsverweser ersuchte die Regierung um Wetterführung der Geschäfte bis zu feiner Entscheidung über die Demission.

(Es handelt sich hier um den bereits vor Einbringung des Gesetzes über die Entthronung der Habsburger angekündigten Rücktritt, der nur formalen Charakter haben dürfte. D. Red.)

Eine private Mnanzkonferenz ?

Genf, 1L. Nov.Debie" berichtet, el sei davon die Rede, daß im Laufe bei nächsten Monat» in Bern ober Brüssel eine internationale Finanzkonferenz statt­finden werde, auf der die Regierungen offiziell nicht vertreten wären. In französischen Kreisen begrüßt man diesen Plan nicht; denn man befürchtet, daß die Regelung der Weltfinanzen ganz in die Hände eine! englisch-amerikanisch-deutschen Konsortium» geraten

in Berlin dürften also für die Repärätions-!°"

kommission lediglich informatorischen Charakter VvllkiMS TSÄSSberithle.

haben. Vorläufig finden in den Kreisen des

Reichsverbandes der Industrie keine Besprech-I Die deutsch-polnischen Verhandlungen.

ungen mehr statt. Auch sind Gutachten von wirtschaftlichen Autoritäten eingefordert wor­den. In der Industrie selbst sind starke Wider­stände gegen die Erklärung bemerkbar.

Die deutschen Reparalivnsschulden.

Paris, 15. Novbr. DieChicago Tribune" meldet aus Newyork, daß das Handelsdsparle- ment gestern eine Ueberpcht über die gesam­ten deutschen Reparationsschul­den veröffentlicht hat, die sich hiernach auf 32 455 600 000 Dollar belaufen und durch Schuldverschreibungen der Serien A, B und C gedeckt seien, von denen die Serie C noch nicht übergeben sei. Bei einer festen Jahreszahlung von 476 603 000 Dollar, die vierteljährlich zahl­bar ist und einer Wprozentigen Abgabe vom Werte der deutschen Ausfuhr, dis ebenso vierte'.« jährlich in bar oder Waren zu zahlen ist, werde, so besagt die Veröffentlichung, die Gesamtzahl für das am 30. April 1922 endende Repara- nonsjahr sich auf 5 512 730 000 Dollar belaufen. Die bis jetzt bezahlte Summe betrage 360 Mil­lionen Dollar.

Der Beamlenbund gegen die EntsiaaMchung der Eisenbahnen.

Berlin, 14. Novbr. Der Deutsche B e -

amtenbund teilt mit: Der Deutsche Beam- tenbund hat sich mit den Forderungen des Reichsverbandes der deutschen Industrie beschäf- wehrt sich mit aller Entschiedenheit n Versuch, die Not des Reiches auszu- m, um die Reichseisenbahnen und die übri­gen Reichsbetriebe, den wertvollsten Besitz des deutschen Volkes, in Privathand zu bringen. Lie Kreditaktion, die anfänglich als patriotische Großtat ausgegeben wurde, soll nunmehr zur Stärkung einseitiger politischer Macht benutzt

tigt und

gegen den nutzen,

ifeitiger politischer Macht benutzt werden. Die Sanierung der Eisenbahnen, die nötig ist, kann ohne die Auslieferung der Reichs- eisenbahn.en in die Hand des privaten Groß­kapitals bei Durchführung gesunder wirtschaft- liu)cr Grundsätze erreicht werden. Mit der Eisen­bahnbeamtenschaft sind auch alle anderen im Deutschen Beamtenbund organisierten Beamten darüber einig, daß dieser selbstsüchtige, mit dem ^gcmeinwohl unvereinbare Versuch der In­dustrie mit allen Mitteln abgewehrt werden

muß. ,

Die Schulösrage, das Brecheisen für den Versailler Vertrag.

Die angesehenste amerikanische Wochenschrift, die NewyorkerNation", schreibt in ihrer ersten Novembernummer:

Es liegt eine gewisse oberflächliche Sinket) ung in der populären Bebauvtuna. der Weg

Zum Vorsitzenden des deutsch-polnischen Schiedsgericht» ist der frühere schweizerische Bundespräsident Calonder ernannt worden, da der jetzig« Bundespräsident Ador diese Funktion abgetehnt hat. Als VerhandlungSort für die deutsch-polmschen Verhandlungen ist Genf bf stimmt worden.

Reichsregierung und Repa­rationen. Das Reichskabinett wird heute endgültige Beschlüsse über die Politik der Be­sprechungen mit der Reparationskommission fassen. Es sind gesetzliche Maßnahmen in Aus­sicht genommen, die dem Reich vorläufig die Erträge geben, die es in den ersten Monaten zur Regelung seiner Verpflichtungen nach den Vereinbarungen mit der Reparakionskommij- sion nötig hat. ..

Sozialistische Wahlniederlage. Wie die Blätter aus Dresden melden, ist in einer größe­ren Anzahl sächsischer Städte und Gemeinden bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen die sozialistische Mehrheit gebrochen worden, so u. a. in Grimma und in allen Ortschaften der sächsischen Lausitz. v

Erhöhung der Kohlensteuer um dreißig Prozent. Der Kohlensteuerausschuh des vorläu­figen Reichswirtschaftsrates beriet den Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung des gegen- wärtigen Kohlensteuergesetzes. Die Steuer soll nach der Regierungsvorlage auf 40 Prozent des Wertes der gelieferten oder sonst abgegebenen Kohlen erhöht werden. Der Ausschuß nahm den Entwurf mit Mehrheit unter Vornahme folgen- der Aenderungen an: 1. Der Steuerbetrag soll nicht 40, sondern 30 Prozent betragen. 2. Die Ermächtigung des Reichsministers der Finan­zen, die Steuersdtze zu bemessen, soll nicht nur an die Zustimmung des Reichskohlenrates, son­dern auch an die des Reichsrates und Reichs- Wirtschaftsrates gebunden sein.

- Tschechisch-«*»« onen". Die bei bet tschechischen Mobilmachung Sutane getretenen großen Uebelstände lassen el der Regierung ratsam erscheine«, die Demobilmachung zu beWeuniaen, um bie Schäden zu verdecken. Gleichwohl werden nur zunächst die Jahrgänge 1896 und die älteren entlassen. In Wahr­heit verfolgen die tschechischen Rüstungen den Zweck- gleichzeitig mit der hier in naher Zeit erwartete» französischen Besetzung der RuhrgebuteS von tschechi­scher Seite au» bal Waldenburger Revier zu besetze«.

Länder. Die Vertreter »er R-ich«d«»ken bet Mit nordischen Länder hielten dieser Tage in Stockholm eine Konferenz ab. 61 «mdc eine Reihe von Frage» deS ftmtiniamen Jnieresse» behantelt, darunter auch die Valutavcrvältuisse. In den nächsten Tage» wèr» ein amtlicher Bericht über die Btrhanâ»ae« der««»- lerem veröffentlicht werben.