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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Slaöl- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Verlagsleitung: Ad. Indermuhle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil R t ch a rd ö u l t s ch: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Nr. 26$

Mittwoch den 9. November

1921

Das Neueste.

Im Reichstag teilte Finanzminister Dr. Hermes mit, daß die am 15. November fällige Reparationsrate 275 Millionen Goldmark be­trägt. Sie gilt durch -bte bereits getätigten Sachlieferungen als abgegolten.

Wiè derBerl. Lokalanzeiger" hört, hat der preußische Gesandte in Dresden, v. Berger, seine Enthebung von diesem Amte beantragt.

T- Durch Mehrheitsbeschluß des Thüringer Landtags sind die Bußtage und das Refor­mationsfest in Thüringen abgeschafft worden.

Die fünf Mitglieder der Reparations­kommission, die sich nach Berlin begeben, haben gestern abend Paris verlassen.

Die Kleine Entente ist mit dem Gesetz über die Entthronung der Habsburger noch

und des Willens aus dem Jammer so oder so lerauszukommen gedeutet werden kann. Auf Lesern Wege fortgefahren! Die furchtbare Not hat in Preußen die erste große Arbeitsfront usammengeschmiedet die zweite muß sogleich fügen, nämlich die im Reich. Das ist der Weg, >en wir zu betreten haben, der uns vor dem Intergang noch retten kann, d. h. wenn er bald, ehr bald beschritten wird. Nur eine starke Re-

gierung, eine wahre Volksregierung, getragen von weiten Schichten unseres Volkes ist in d Lage, den Sturz des Volkes bis zur letzten

er

müssen, zufolge des neuen Sieges der USP.- Politik, die ersten Zahlungen geleistet werden: am 3. Oktober kosten 100 Gulden 4050 Mark, am 12. Oktober 4400, am 13. Oktober 4850, am 17. Oktober 5900, am 4. November 8000 Mark! In drei Jahren hat sich, unter der Nachwirkung des 9. Novembers 1918, der Preis des Hollän­dischen Guldens verdreißigfacht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist . . .! Seit zwei Jahren etwa wird auch wieder der Dollar notiert. An-

nicht befriedigt.

Der Mörder des .ninisters Haras hat ein '

japanischen Premier- Geständnis abgelegt.

Der Weg am Abgrunö.

Dichte, dunkle Herbstschwaden um und über unserem Volke! Ein Tappen und Tasten durch die graue Gegenwart. Welche Richtung? Wo­hin? Kein Mensch weiß es zu sagen. Die Zu­kunft liegt völlig lichtverhangen vor uns. Schlimmer noch! Gefahrenvoll! Mit dumpfem Bangen und schwerer Sorge müssen wir durch Herbst und Dämmerung, Ernst und Dunkel schreiten, jeden Augenblick gewärtig, daß neues Unglück Volk und Land überfällt.

Noch wütet grausamer Schmerz über Ober­schlesiens Verlust in der deutschen Seele, da bereitet sich ein neuer Raubzug der Entente vor, der auf die Zerstörung friedlicher Arbeits­stätten, der Deutschen Werke, ausgeht und der tausende und abertausende von Arbeitern auf die Straße werfen und der Not preisgeben soll, die-heute schon so bitter an uns nagt. Und wäh­rend wir an das zukünftige Schicksal der deut- , scheu Industrie und der deutschen Arbeiterschaft I denken, da bricht schon neues Unheil über uns ' herein. Die Mark erleidet einen Kurssturz, wie man ihn in solchem Umfang bei allem Pessi­mismus in dieser rasenden Schnelligkeit nicht für möglich gehalten hätte. Voll Schrecknis müssen wir wahrnehmen, daß die deutsche Pa­piermark mit dem Tode ringt und nur noch einen Goldpfennig wert ist. Der unheilvolle Kreis, in den uns die Jnflationswirtschaft ge­trieben, dreht sich in unheimlichem Tempo immer schneller, immer rasender, und mit Schrecken sehen wir, wie nahe wir neben dem wirtschaftlichen Abgrund dahinsausen. Und tau­send Fragen, die das Erfüllungsproblem und die deutsche Volkswirtschaft umschließen, stehen antwortheischend vor uns. Wer kann sie beant­worten, da um und über uns ein dichtes, graues Nebelmeer wogt und wallt. Der Riesensturz der Mark hat eine Teuerungswelle, schon besser ge­sagt eine Teuerungsflut im Gefolge, die weite Schichten unseres Volkes vollkommen zu ver­nichten droht. Ja zu vernichten droht, denn heute find wir schon, der weitaus größte Teil unseres Volkes in unserem Lebensniveau bis ' zur nacktesten Armut, herabgedrückt worden, be­sonders aber der geistige Mittelstand. Unersetz­liche Werte gehen damit unserem Volkstum zugrunde. Stammen doch gerade aus diesen Schichten die Verkünder deutscher Ideale, unsere Erfinder, Künstler, Dichter und Politiker. Schlaflose Nächte sind es für die Hausfrauen, die sich jetzt mit dem Rechenexempel abquälen müssen, wie sie mit ihrem Wirtschaftsgeld aus­kommen sollen, bei einem Steigen der Preise um das Doppelte und Dreifache innerhalb zweier Monate. Der Preis für Margarine Butter kommt überhaupt nicht mehr in Frage ist von 11 auf 26 Mark gestiegen, Kakao und Kaffee Luxusartikel geworden und müssen aus dem Bürgerhaushalt verschwinden, haben höchstens da noch Asylrecht, wo zwei oder drei Geldverdiener vorhanden sind. Der Jam­mer ist /groß, und wenn er nicht bald beende werden kann, wird er unübersehbare Folgen haben.

Tiefe des Abgrundes auszuhalten. Nur eine tarke Regierung ist geeignet, darauf hinzu- irbeiten, den Schwindel von Versailles gu be- eitigen und die Reparationsforderungen in die Welt der Wirklichkeit zu rücken. Denn darüber dürfte es wohl keinen Zweifel geben, daß die Hauptursache der Währungskatastrophe allein der Versailler Vertrag mit seinen Nebenan­kommen bezw. den Reparationsforderungen, ein Zahlenwerk, das den Boden der Wirklichkeit verlassen hat, ist. Schon werden wie weiter unten ersichtlich ist, Auslandsstimmen laut, die las deutsche Elend verstehen. Hier ist einzu- )aken und die Gelegenheit, die sich jetzt in Wa- hington bietet, muß wie schon gestern an dieser Stelle gesagt, beim Schopf gefaßt werden. Mit Recht stellt der frühere Reichsminister Dr. Dernburg imB. T." ein Programm auf, das ich die deutsche Regierung zu eigen machen öllte. Er verlangt die Stundung und Strei­chung amerikanischer Forderungen an die En­tente und Kredite an Deutschland für Rohstoffe. Die Goldzahlungen für die Reparationen müs­sen zinslos für 10 Jahre gestundet werden, die Sachleistungen können höchstens für eine Mil- liarde Goldmark in Frage kommen. Das inner­deutsche Finanzproblem muß in Ordnung ge­bracht, die deutschen Noten im Ausland fun­diert werden, und die Besatzungskosten müssen

aber hat die Pflicht, die deutsche Leistungsfähig­keit auf Grund des Artikels 234 sofort nachzu­prüfen. Dieses Programm sollte von allen Par­teien unterstützt und sofort in die Tat umgesetzt werden. Dann wird auch die geplante Kredit­hilfe der Industrie einen Zweck haben. Letzte­res wird aber nicht der Fall sein, solange die politische Lage nicht geklärt ist, solange noch ein Einmarsch Frankreichs in das Ruhrgebiet und Drohungen mit Sanktionen usw. in Frage kommen.

Deshalb, deutsches Volk, schließe dich eng zusammen, trete den Verführern entgegen, die dich zerreißen möchten, die Haß und Zwietracht gegen die eigenen Volksgenossen säen, die nicht zuerst dir, deutsches Volk, sondern anderen Völ­kern helfen wollen, die nicht zuerstn a t i o - n a l", sondern international denken und fühlen. Wir meinen, daß gerade in der Stunde der Not dieser Zusammenschluß und die Bildung einer eüergischen Abwehrfront möglich sein sollte. Wer deshalb heute den dritten Jahrestag der No­vemberrevolution nachdenklich feiern will, der lenke seinen Blick auf die unsäglichen Zeichen des Niederganges, die uns umgeben und frage sich ernstlich, ob ein Fortschreiten auf dieser Bahn dem deutschen Volke zum Nutzen ge­reichen kann, oder ob nicht eine Einigung inner­halb der einzelnen Volksschichten in der Lage ist, unser armes Vaterland wieder qufzurichten.

R. H.

Deshalb, deutsches Volk, ammen, trete den Verfül

MarKflurz und Aevolutionsseiern

fang Januar 1920 stand er 49, Ende Mai gar nur 31.40 Mark. In der ersten Hälfte fr

165

. Es ist daher dringende Aufgabe unserer Führer, diese Flut mit allen Mitteln, die ihnen zu Gebote stehen, unverzüglich aufzuhalten und unser Volk vor dem Untergang zu retten. Dazu ist nötig, daß aller zersetzender Parteihader auf- hört. Wir sind der Ansicht, daß in der Stunde der Not, bte Parteien, aber auch keine Partei, nicht mehr das Recht haben, sich um ihrer grundsätzlichen Anschauungen willen -von der gemeinsamen Aufgabe fernzuhalten. Wir be­grüßen deshalb in den trostlosen Tagen der Gegenwart den Schritt, der in Preußen mit der Bildung der großen Koalition gemacht worden »st, ein Schritt, der als das bedeutsamste Er­eignis seit der Revolution zu nennen ist, ü» Schritt, der weiter als ein Zeichen des Mutes

Unter der UeberschriftSie feiern!" schrei­ben dieLeipz. N. N." in ihrem heutigen Leit­artikel u. o.Sehen wir doch einmal zu, wie man im unparteiischen Auslande die Tat des 9. Novembers und ihre Folgewirkungen beur­teilt/ Für 100 holländische Gulden hatten wir bei Kriegsausbruch rund 170 Mark zu zahlen, am Schlüsse des verlorenen Krieges dagegen 280,25 Mk. Für verloren hat uns das neutrale Ausland also wegen des verlorenen Krieges noch längst nicht gehalten. Bis zum Jahres­schluß wurden die Folgewirkungen der Revo­lution derart geschätzt, daß wir für 100 Gulden schon 348.25 Mk. hergeben mußten. Mit Be­kanntwerden der Friedensbedingungen, die in ihrer diktatorischen.Form erst durch Revolution . ----- - - - ^ ^ waren,

und

Tage der

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ein

Unterzeichnung des Versailler Sklavenver­trages, am 28. Juni 1919, auf 535.25 Mk. V o n nun angeh t'smitderMarkreiß end bergab. Anfang Januar 1920 kosten 100 Gulden 1885 Mk., Anfang Januar 1921 kosten sie 2363 Mark. Eine leichte, auf Stimmungen beruhende Erholung bringt der Tag der An- nähme des Londoner Ultimatums: 2250 Mark. DieAtempause" dauert nicht lange, am 1. August sind 2478 Mark zu zahlen. Dann

Jahres 1921 bewegte sich der Dollarpreis zwischen 60 und 80 Mark. Dann feierte, die am 9. November eingeleitete Unterwerfungspolitik ihren zweiten großenTriumpf" mit der An­nahme des Londoner Ultimatums, es folgten prompt" die ersten Erfüllungen und ebenso prompt die bekannten Sprünge des Dollarwer­tes: auf 127.50, auf 161, als Oberschlesien da­hin war, weiter auf 185, auf 230, auf 300. Muß das nicht gefeiert werden?"

Der Gesetzentwurf gegen -as freie Dörfenfpiel.

Berlin, 9. Novbr. Das Reichskabinett hat gestern, wie die Blätter melden, dem vom Reichswirtschaftsministerium eingebrachten Ge­setzentwurf über den Verkehr mit Devisen, frem­den Geldsorten und Banknoten seine Zustim­mung erteilt. Das Gesetz bestimmt, daß der Handel mit Devisen usw. an die Banken ge­bunden sein soll. Also nur durch Vermittlung von Banken und Bankiers können in Zukunft Devisen und ähnliche Geschäfte abgeschlossen werden. Die Banken sind verpflichtet, von jedem, der ein Devisen- oder ähnliches Geschäft eingehen will, eine genügende Legitimation zu verlangen. Ferner sind die Banken verpflichtet, über jedes abgeschlossene Geschäft einen S ch l u ß s ch e i n auszustellen. Dieser Schluß­schein muß dem Finanzamt überwiesen werüen. Die Finanzämter nehmen die überwiesenen Schlußscheine zu den Steuerakten. Der Gesetz­entwurf wird binnen kurzem dem Reichsrat und dem Reichstag zugehen.

Briand auf der Washingtoner Konferenz.

London, 8. Novbr. Der Newyorker Bericht­erstatter von Reuter erfährt, daß Briand auf die Washingtoner Konferenz komme mit voll­kommen freier Hand, unbehindert durch In­struktionen seines Kabinetts. Wie verlautet, werde Briand folgende Grundsätze vorlegeu:

1. Frankreich stimmt mit den Vereinigten Staaten bezüglich der kommerziellen Angele­genheiten in China überein.

2. Die Verminderung der Rüstungen zur See findet von Seiten Frankreichs keine Schwierigkeiten, da die französische Flotte be­reits unter dem Maßstab steht, der wahrschein­lich von der Konferenz angenommen werden wird.

3. Die französischen Interessenten werden in der Hauptsache von den Rüstungen zu Lande berührt angesichts der Stellung Frankreichs gegenüber Deutschlands.

4. Was die Frage der deutschen Repara­tionen betrifft, so ist sie so eng verbunden mit der Frage, wann und wie Frankreich mit der Bezahlung seiner amerikanischen Schulden be­ginnen könne. Wenn daher Washington den Wunsch habe, die Frage der alliierten Schulden auf der Konferenz anzuschneiden, so sei die französische Delegation bereit, diese Frage zu erörtern.

5. Frankreichs Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund behindern nicht den Anschluß Frankreichs an andere Mächte innerhalb oder außerhalb des Bundes bei der Verminderung der Rüstungen oder der Regelung einer an­deren Frage, die der Völkerbund als auch innerhalb seiner Rechtsgewalt befindlich be­trachtet. *

Italienische Anträge in Washington.

Rom, 8. Novbr. Der Londoner Berichter­statter desSecolo" berichtet auf Grund eines Gespräches mit italienischen Sachverständigen über bemerkenswerte Absichten der italienischen Delegation auf der Abrüstungskonferenz: Die italienische Delegation beabsichtigt darauf hin­zuwirken, daß in Washington einige Ungerech­tigkeiten in den Entscheidungen der Pariser Friedenskonferenz korrigiert würden. Italien sei wie Amerika an einer Lösung der Oelfelder- fragen im Orient ebenso wie alle Völker in­teressiert. Es gelte hier den Beschluß von San Remo, zu revidieren. Italien, das mit England und Amerika einer Meinung über die Notwen­digkeit einer Neuregelung aller Weltfragen

sei, werde die Streichung der Interalliierte« Schulden beantragen.

Italienische Verstimmung gegen Frankreich.

Rom, 9. Novbr. In der ZeitungJl Paese" heißt es, man müsse als Angehöriger eines Ententelandes erröten, wenn man die schamlose Vergewaltigung Deutschlands durch die Fran­zosen mit ansehe. Nicht einmal die Wilden Zen­tralafrikas behandele man so. Bereits seien die Deutschen in eine Masse von Kulis verwandelt. Aber der endgültige Ruin und Zerfall Deutsch­land, den England und Amerika mit Besorgnis kommen sehen, werden auch die Sklaverei Ita­liens unter französischem Joch bedeuten.

Amerikanische Forderung nach Revision des Versailler Vertrages.

Washington, 9. Novbr. DieNewyork World" spricht in einem Artikel die Erwartung aus, daß auf der Washingtoner Konferenz der Versailler Vertrag einer völligen Revision unterzogen werde. Der Vertrag müsse durch ein neues gerechteres System ersetzt werden, das auch Deutschland und den anderen Län­dern die gleichen Rechte gewährt wie den Sie­gerstaaten. Um das heutige Chaos zu lösen müsse durch ein besonderes Institut eine Art Weltwirtschaft über die Geld- und wirtschaft­lichen Angelegenheiten ausgeübt werden.

Das Wiesbadener Abkommen eine neue Last.

Loudon, 9. Novbr. Das britische Amt hat gestern abend den Bericht des britischen Delegierten in der Reparakionskommission über das Wiesbadener Abbkommen 1921 veröffent­licht. Es heißt darin, das Abkommen würde be­deuten, daß Deutschland zu den von der Repa­rationskommission unter dem Friedensvertrag auferlegten Lasten noch neue auf sich genom-

Zur Entthronung der Habsburger.

Die kleine Entente noch unbefriedigt.

London, 8. Novbr. Reuter erfährt, daß die rumänische Regierung in voller Uebereinstim­mung mit den Regierungen von Prag und Belgrad die Aufmerksamkeit der britischen Re­gierung darauf gelenkt hat, daß das ungarische Gesetz die Möglichkeit der etwaigen Wahl eines Mitglieds der Familie Habs­burg für den Thron nicht ausschließe. Heute abend hat der rumänische Gesandte in London im Auswärtigen Amt eine formelle Note aus Bukarest überreicht, wonach Take Ionescu Beschwerde führt, daß das ungarische Gesetz nicht genügend klar sei. Die rumänische Regierung ist der Ansicht, daß dieser Mangel an Klarheit zu neuen Kriegen führen werde, und weist darauf hin, daß die Frage der Dy­nastie Habsburg von allgemeinem Interesse und keineswegs eine ausschließlich innere Ange­legenheit Ungarns sei. Es wird vorgeschlagen, daß die Botschafterkonferenz dieser Ansicht Geltung verschaffen solle.

Politische Tagesberichte.

Neue Feierlage in Sachsen. Der sächsisch» Landtag nahm gegen die Stimmen der Bürger- lichen einen Antrag der Linksradikalen an, die Regierung zu ersuchen, dem Haus einen Gesetz- entwurf vorzulegen, durch den der 1. Mai und der 9. November als gesetzliche Feiertage er-

klärt werden.

Aufhebung der Bußtage als Feiertage. Der thüringische Landtag beschloß in seiner gestrigen Sitzung gegen die Stimmen der bur- gerlichen Parteien die Aufhebung der Bußtage als gesetzliche Feiertage. Als Uebergangsmaß- nähme soll auf Wunsch Urlaub für die Lehrer und Schüler zum Kirchenbssuch gewährt wer- den. Der Landtag vertagte sich darauf bis An- fang Dezember. (Das Reformationsfest ist chon beseitigt, dafür ist der 9. November als Feiertag bestimmt worden. Nunmehr hat man

- "" "''n und der nächste Schritt

des Karfreitags fein.

die Buß! soll die

D. Red.)

DasAutonomiegesetzfürOber- schlesien. Zu der Vlättcrmeldung, nach der die Durchführung des oberfchlesifchen Autono- miegesehes zweifelhaft sei, erfährt dasVerl. Tageblatt", daß weder die Reichsregierung noch die preußische Staatsregierung daran denken, der Durchführung des Autonomiege­setzes Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Gegenwärtig werden lediglich die Ausführungs­bestimmungen zu dem Gesetz beraten.

(28 eitere Politische Nachrichten aus Seite &>