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Sammer «Anzeiger

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General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernlorechanschlüge Nr. 1237 und 1238.

Nr. 258 Donnerstag den 3. November 1921

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Das Neueste.

*- Die Regierungskrise in Preußen hat noch keine Lösung gefunden.

: — Die Arbeiter und Angestellten der Deut­schen Werke protestierten gestern in Berlin «gen den neuen von der Entente geplanten Raubzug.

— Wie berichtet wird, ist die Bestallung des Internationalen Gerichtshofes für Ende Januar zu erwarten. Der Gerichtshof wird feine nächste Sitzung im Haager Friedenspalast abhalten.

— Der österreichische Finanzminister gibt be­kannt, daß er an die Auflegung einer Zwangs­anleihe nicht denke.

— Die ungarische Regierung wird morgen einen Gesetzentwurf zur Vorlage bringen, der die Entthronung des Hauses Habsburg enthält.

— Die schwedische Hilfsaktion für Samara ist von Stockholm nach Reval abgegangen. Außerdem werden zwei Schiffsladungen Fische von Göteborg nach Rußland übergeführt. Der gesamte Wert der Ausrüstung übersteigt 300 000 Kronen.

Die preußische Kabinettskrisis.

Die preußische Kabinettskrise hat im Laufe des gestrigen Tages keine weitere Klärung er­fahren. Ministerpräsident Stegerwald ist gestern mittag vom Reichspräsidenten empfangen wor­den, doch über das Ergebnis dieser Besprechung ist bisher nichts laut geworden. Die Berliner Blätter" find vollgefüllt von Kombinationen über die Neubildung des Kabinetts — es be­steht ein bunter Wirrwarr, wie es in solchen Krisentagen immer der Fall ist. Während auf der einen Seite gesagt wird, daß die Sozial- s dsMo^raten Anspruch auf den Posten des Mi- Ü Merprâsidenten erheben, ^ Mä^ deren Seite, daß Stegerwald wiederkehren werde. Die „Voss. Ztg." will weiter wissen, daß bereits ein Einvernehmen zwischen dem Zen- trum, den Demokraten und den Sozialdemokra­ten dahin erzielt fei, daß zunächst die alte Koali­tion wiederhergestellt und aus ihren Reihen ein neues Kabinett gebildet werden soll, worin zwei Plätze für die Deutsche Volkspartei frei- gehalten bezw. durch Platzhalter besetzt werden sollen. Das gleiche Blatt schreibt auch, daß heute vormittag das Zentrum und die Sozialdemo­kratische Fraktion zu Beratungen Zusammen­treten werden. Um 12 Uhr wird der Äeltesten- ausschuß des Landtags eine Sitzung abhalten und man nimmt an, daß der Ausschuß be­schließen werde, die für 1 Uhr festgesetzte Ple­narsitzung nicht abzuhalten, damit die Frak­tionen Bewegungsfreiheit für ihre Beratungen haben.

Die Berliner Meldungen sind, wie schon ge­sagt, nur Kombinationen und solange heute nicht die einzelnen Fraktionen, besonders das Zentrum und die Deutsche Volkspartei zu der neuen Lage Stellung genommen haben, läßt sich über die Lösung der Krisis nichts authen­tisches sagen. Fest steht nur, daß die Lage rußerordentlich verworren ist. Wir müssen daher abwarten — gleichzeitig aber auch den Wunsch aussprechen, daß die Lösung der Krisis bald gelingt, und zwar auf der Grundlage, die es gestattet, baldigst an die Bildung der großen Koalition heranzutreten. Denn an dem Gedan­ken der großen Koalition müssen wir festhaltery da wir, wie Stegerwald der Ansicht sind, daß die große Koalition im Reich wie in Preußen kommen muß, weil sie in der Natur der poli- ischen Entwicklung liegt, weil sie eine auf die dauer unvermeidliche und unentbehrliche inner- ?olitische Lebensnotwendigkeit bildet. Dies unten die in Frage kommenden Parteien enb= ■id) einsehen.

Die Zerstörung der -enlfchen Werke.

Berlin, 3. Nov^r. lPrivattelegramm.) Gegen Den Versuch der Ententekommission, die Betriebe Jet Deutschen Werke lahmzulegen, protestierten gestern in einer Versammlung im Herrenhause in Berlin die Arbeiter und Angestellten der Hauptverwaltung der Deutschen Werke, die die Zentrale für die vierzehn Be­triebe der Gesellschaft im Reiche darstellt. Der Versammlung wohnten Vertreter der Direktion, Der Gewerkschaften und der Angestelltenorgani- iationen bei. Der erste Vorsitzende des Be­triebsrates S tü ck l e n wies darauf hin, daß der ron der französischen Militärclique diktierte Schlag gegen die Deutschen Werke in erster Linie Die Tausende von Arbeitern und Angestellten tiefer Werke treffe. Die Protestkundgebung habe den Zweck, den unzweideutigen Willen der Arbeitnehmer festzustellen, sieh die geplanten unerhörten Maßnahmen nicht mehr gefallen zu lassen. Der zweite Vorsitzende des Betriebs­

rates Becker appellierte an die Arbeiter und Angestellten Frankreichs, daß sie die deutschen Kollegen vor Arbeitslosigkeit und Not bewah­ren mögen. In einer einstimmig angenomme­nen Entschließung wird festgestellt, daß die Be­triebe, die früher nur für Zerstörungszwecke ge­arbeitet haben, setzt dem Wiederaufbau, dem Handel und der Verständigung dienen. Die Ver­sammelten erblickten in dem Vorgehen der En­tente einen systematischen Feldzug der franzö­sischen Militärpartei, der darauf hinauslaufe. Deutschland und sein Volk zu vernichten.

Lin Interesse an deutscher Leistungsfähigkeit.

Madrid, 2. Novbr. In einem Leitartikel kritisiert „A. B. C " die Forderung der Entente, einzelne Werke' der „Deutschen Werke" in Ha­nau, München. Spandau und Erfurt zu zer­stören. Das Blatt betont, an der deutschen L e i st u n g s f ä h i g k e i t. die immer wieder bedroht werde, hätten auch Neutrale, auf die die Entente größere Rücksicht nehmen müsse, ein Interesse.

(Hoffentlich tauchen noch mehr derartige Stimmen aus neutralen Ländern auf. D. Red.)

Lloyd Georges „Oberschlefifche Niederlage".

Hamburg, 3. Novbr. Mit dem liberalen Unterhausabgeordneten Kennworthy hatte der Londoner Vertreter des „Hamburger Fremden­blattes" eine Unterredung. Kennworthy er­klärte. daß die-englische Auffassung in der obep schlesischen Frage unverändert sei. Es liege keine Aenderung der englischen Politik vor, sondern eine Niederlage der englischen Politik. Für diese Niederlage sei Lloyd George verant­wortlich. Wenn er in Paris nur 24 Stunden länger aüsgehalten hätte, so würde er seine

Zahlungen bald ernsteren muß. und daß dann mit einem erfteuten Drängen Frankreichs auf eine Besetzung des Ruhrgebietes die große Krise der Rsparationsfragen kommen wird.

Die Kre-itSeschaffunst der Fn-ustris unS LandWirlfchafk

Berlin, 3. Novbr. Wie die „D. A. Z." mit­teilt, wird der Reichsverband der deutschen In­dustrie am 5. November über die Frage der Kreditbeschaffung für die Reparationsverpflich­tungen des Reiches Beschluß fassen. Diese Frage ist auch für die Landwirtschaft von weittragen­der Bedeutung, wie auch eine Verlautbarung des Reichslandbundes erkennen läßt. Voraus­setzung für alle Verpflichtungen. die von der Landwirtschaft getragen werden sollen, ist die Feststellung, welche Gesamtbelastung dem landwirtschaftlichen Vermögen und dem land­wirtschaftlichen Betriebe auferlegt werden soll. Es muß daher von der Regierung verlangt werden, daß sie umgehend erklärt, welche Ge­samtbelastung sie in dieser Hinsicht im Auge hat.

Wiederaufbau Frankreichs.

Beteiligung deutscher Arbeiter.

Paris, 2. Novbr. Minister Loucheur hat heute vormittag eine Abordnung von Vertretern der deutschen Arbeiterverbände und deutscher Sachverständiger aus Industrie, Handel und Landwirtschaft empfangen, die in Begleitung von Delegierten des französischen Gewerkschafts­verbandes und französischer industrieller, Han­dels- und landwirtschaftlicher Sachverständigen dem Minister durch den französischen Gewerk- schaftssekretär Marcel Laurent vorgestellt wur­den. Laurent hielt dem Minister Loucheur einen Vortrag über ein vorläufiges Ab - komm e n, das den raschen Wiederauf­bau von 11 Dörfern in der sogenannten „roten Zone" a n d e r S o m m e in der Gegend von Chaulnes bezweckt, die die Delegation in den letzten Tagen besichtigt hat. Der Wieder­aufbau soll sich im Laufe des Jahres 1922 voll­ziehen. Minister Loucheur nahm diese Erklärun­gen zur Kenntnis. Es wurde vereinbart, m gemeinsamer Sitzung am kommenden Montag die praktischen Voraussetzungen für die Durch­führung des Planes zu prüfen.

*

Ueber das genannte Abkommen wird weiter aus Paris gemeldet, daß die elf zerstörten Dör­fer den deutschen Organisationen zum Wieoer- aufbau überwiesen werden sollen, wodurch end­lich die auch von uns stets geforderte, aber Frankreich bekämpfte Beteiligung deutscher Ar­beiter am Wiederaufbau Frankreichs zur Tat­sache würde. Die Besprechungen zwischen der deutschen Delegation, den Vertretern der fran­zösischen Arbeiterschaft und den Repräsentanten der Einwohner der zerstörten Zone sollen zu einem völligen Einvernehmen geführt haben.

Die deutschen Delegierten haben sich bereit er­klärt, mit 2500 deutschen Arbeitern und Tech­nikern den Wiederaufbau dieser elf Dörfer, die eine Zone von etwa 30 Quadratkilometern um­fassen, zu übernehmen. Für die technische Durch­führung des Unternehmens soll eine Aktien­gesellschaft gegründet werden, in der beide Teile gleichmäßig vertreten sein sollen. Die Kosten des Wiederaufbaues sollen ausschließlich auf Reparalionskonto gehen.

Zum Gedächtnis -er in Frankreich ruhenden Krieger.

Paris, 2. Novbr. Zum Gedächtnis der in französischer Erde ruhenden deutschen Krieger hat der deutsche Botschafter Dr. M a y e r heute auf dem Pariser Friedhof in Lory, auf dem ungefähr 100 deutsche Krieger beerdigt sind, in Gegenwart der Mitglieder der Botschaft und der übrigen deutschen Stellen einen Kranz nie­dergelegt und hierbei eine Ansprache ge­halten. woin er darauf hinwies, daß die Feier allen in Frankreich ruhenden deutschen Kriegern gelte, deren ganz Deutschland in tiefer Trauer, aber auch in unsagbarer Dankbarkeit und Be­wunderung gedenke. Der Kranz sei vergänglich und die Gedenktafel bescheiden, aber unver­gänglich hochragend stehe das Denkmal der Tapferen errichtet im Herzen des deutschen Volkes. Die Gattin des Botschafters Mayer widmete einen Kranz für die deutschen Mütter und Frauen. Sämtliche Gräber wurden mit frischen Blumen geschmückt.

Die ungarische Ksnigsfrage.

Die Entthronung Karls.

Paris, 2. Novbr. Die Botschafterkonferenz hat heute vormittag unter dem Vorsitz von ^2uleL.-LLmbun eine Note des tschechoslawaki- nis genommen. Sie stellt fest, daß, wenn die ungaritche Regie mng die Absetzung aller Mit­glieder der Habsburgischen Dynastie erkläre, dadurch die kleine Entente die geforderten be­ruhigenden Versicherungen erhalte. Damit die Versicherung der Budapester Regierung, diese Absetzung zu erklären, der kleinen Entente die Möglichkeit gebe, ihre militärischen Vorberei­tungen einzustellen, habe die Konferenz be­schlossen, von der ungarischen Regierung zu verlangen, daß diese spätestens bis 7. November tatsächlich die Absetzung der Habsburger er­kläre. Darauf beschäftige sich die Botschafter- konferenz mit der Frage, in welcher Weise Exkönig Karl zu internieren, insbesondere auch, in welcher Weise er zu überwachen sei. Ein weiterer B schlug der Konferenz betrifft die albanische Frage. Die südslawische Regierung solle aufgeforbeit werden, sich aller militärischen Operationen in Albanien zu enthalten, dessen Grenze unverzüglich festgestellt würde.

Budapest, 2, Novbr. Ungarisches Korr.-Büro. In einer vormittags unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten abgehaltcnen Konferenz wurde der Entwurf zur Regelung der König;- frage einstimmig angenommen.

Prag, 2. Novbr. Die ungarische Regierung te'fte der tschechoslowakischen Regierung offiziell mit, daß sie alle Belorusse durchführen werde, welche ihr von den Regierungen der Groß­mächte vorgelegt würden.

Budapest, 3. Novbr. In einer Sitzung der Partei der kleinen Landwirte teilte Graf Betheln mit, daß er morgen der Nationalver­sammlung einen Gesetzentwurf vorlegen werde, der die Aufhebung der Herrscher- re chle Karls und der Thronfolge des Hau­ses Habsburg zum Inhalt habe.

In dem Gesetzentwurf heißt es: Die Herr­icherrechls Karls von Habsburg werden aufge­hoben. Die pragmatische Sanktion, die die Thronfolgerrechte des österreichischen Hauses regest, bat ihre Wirksamkeit verloren. Hiermit ist das Recht der freien Königswahl wieder an die Nation zurückgefallen. Die Nation hält die ätaaksform des Königslums u n - verander taufrechl. verschiebt jedoch die Iefetzüng des KorugsflnhK auf spätere Zeilen, und weist das Ministerium an, zu geeigneter Zeit entsprechende Vorschläge zu machen. — Das Gesetz tritt am Tage der Veröffentlichung in Kraft.

Die Partei hat beschlossen, dem Gesetzent­wurf zuzustimmen.

Zur Washingtoner Abrüstungs­konferenz.

Paris, 3. Novbr, Nach einer Meldung der Havas-Ageirtur aus Newyork berichtet der Washingtoner Korrespondent des „Newyorker Hsrald", daß die Delegierten der Vereinigten

Staaten der Washingtoner Konferenz den Ge­danken der Errichtung einer freiwilligen Ge­sellschaft der Nationen mit einem internatio­nalen Gerichtshof als das beste Mittel zur Herabsetzung der Rüstungen zu Master und zu Lande betrachten. Sie hätten die Absicht, diesen Vorschlag als einen Zusatz zu dem Punkte von Paris, also dem Völkerbundsstatut einzu­bringen. — Nach der „Chicago Tribune" han­delt es sich um den ursprünglichen Harding- schen Plan einer Gesellschaft der Nationen, die an die Stelle des Völkerbundes treten soll.

Rutzlan-s Anerkennung -er Schul-en

London, 2. Novbr. Die britische Regierung hat gestern eine lange Antwort auf die Sowjet­note, in der sich die Bolschewisten bereit er* klären, die Vorkriegsschulden Rußlands anzuer­kennen, nach Moskau gesandt. Dis britische Note ersucht um Klärung zahlreicher Punkte. Die Sowjetnote nimmt zum Beispiel Bezug auf die zaristischen Schulden, an denen Frank­reich außerordentlich interessiert ist, erwähnt jedoch nicht die riesigen Forderungen aus städti­schen Anleihen, an denen das englische Kapital in sehr hohem Maße beteiligt ist.

In der englischen Antwort heißt es weiter, die Sowjetregierung habe sich damit auf einen Weg begeben, der zu dem beabsichtigten Zweck führen könne, nämlich zur Zusammenarbeit mit den anderen Nationen. Jndesten müsse ine englische Regierung ausführlichere Auskünfte erhalten, bevor sie die weitere Behandlung der Angelegenheit beschließe. Die britische Regie rung ersucht die Sowjetregierung, sich deutlich darüber auszusprechen, was sie z. B. bezüglich der von der Regierung des Zaren feit dem Jahre 1914 aufgenommenen Anleihen, der stabilsten und Eisenbahnanleihen sowie ber gegenüber . den ausländischen Ngentümern, deren Güter in Rußland von ber Sowietregierung konfisziert oder zerstört wur­den, zu hm gedenke. '' -

Politische Tagesberichte.

— Der Arbeitsplan des Reichstags. Del Reichstag, der heute nachmittag wieder gut am mentritt, wird sich zunächst mit einem sozial­demokratischen Antrag über die Aenderung des Lohnbeschlagnahmegesetzes und mit einem demokratischen Antrag über die Erhebung der Einkommensteuer beschäftigen. Die sozialdemo­kratische Interpellation über die Lebensmittel­verteuerung, die geschäftsordnungsmäßig heute auf die Tagesordnung der Freitagssitzung ge- stellt wird, wird wahrscheinlich am Montag vom Minister Hermes beantwortet werden. Am Freitag und Samstag soll die Generaldebatte über die Steuervorlagen stattfinden, die wahr­scheinlich mit einer Rede des Ministers Hermes eingeleitet wird, der bei der Kabinettsumbil­dung mit der Wahrnehmung der Geschäfte bee Reichsfinanzministeriums betraut wurde. Bei Reichskanzler wird, wie man hört, nach den bis­herigen Dispositionen in der Steuerdebatte nuty das Wort nehmen.

— Die Beamflenbefoldungsordnung. Wie die Blätter hören, ist bie neue Beamtenbefol- dungsordnung den zuständigen Ausschüssen des Reichstages zugegangen. Das Plenum des Reichsrates wird sich am nächsten Montag mit der Angelegenheit beschäftigen.

— Die Mörder Datos. Das wegen Beteili­gung an der Ermordung des spanischen Mini­sterpräsidenten verhaftete Ehepaar Fort befindet sich zurzeit noch in Hast auf dem Ber­liner Polizeipräsidium. Gegen eine Ausliefe­rung der beiden Spanier hat Rechtsanwall Dr. Kurt Rosenfeld bereits jetzt Einspruch exhobyn. Er stützt sich dabei auf den Auslieserungsver- trag mit Spanien vom 2. Mai 1873- — Die „Rote Fahne" ruft das Berliner Proletariat zu Protestversammlungen gegen biè Auslieferung der Mörder auf.

— Generalstreik in Berlin? In der gestrigen Plenarversammlung de. Berliner Gewerk- schaftskommission wurde eine Resolution ange­nommen, in der erklärt wird, daß, wenn der Konflikt im Berliner Gastwirtsgewerbe in drei Tagen nicht beigelegt wird, die Plenarver­sammlung entschlossen ist, den Generalstreik in Berlin zur Anwendung zu bringen. ♦

— Zum Attentat auf den Abg. Auer. Außer den am Freitag verhafteten fünf Personen, gegen die sich der Verdacht der Mittäterschaft bei dem Attentat auf den Abg. Auer richtet, sind jetzt zwei weitere Personen verhaftet wor­den. Wie der „Lokalanzeiger" aus München meldet, wurden diese Personen aus Mangel aus Beweisen indes wieder freigelassen,

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