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General-Anzeiger

, , Ä_< sowie Sport Wilhelm Moritz: für Ameisen und

AmMches Organ für Slavi- uns Lanokreis Lamm «*1®? *«»« Brodtä inba»»» a.M°i».

' ~ Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Indermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: Mr lokalen und vrovimiellen Teil

Fernjvrechanschlüfle Nr. 1237 und 1238.

Nr. 246

Donnerstag den 20. Oktober

1921

Das Neueste.

Der amerikanische Senat hat gestern die Friedensverträge mit Deutschland, Oesterreich und Ungarn ratifiziert.

*- Die UeLerreichunz des Völkerbundsent­scheides über Oberschlesien an Deutschland und Polen wird heute nachmittag erfolgen.

Wie eine rechtssozialistische Korrespondenz erklärt, soll im Zentrum und bei den Demokraten störet Strömung für eine Reichskanzler-Kandi­datur des deutschen Botschafters in Varis Dr. Mayer vorhanden sein. Mayer soll bedingt zuge­sagt haben und morgen in Berlin eintreffen.

In London fand zwischen britischen und ausländischen Sozialisten, u. a. auch Ledebour, ein privater Meinungsaustausch über die Frage der Bildung einer neuen Internationale statt, die auf dem internationalen Kongress zur Erörte­rung kommen soll.

In der fmnzösischen Kammersitzung wurde gestern eine Gesetzesvorlage eingebracht, die dahin lautet, den 11. November, den Tag des Ab- schlussS des Waffenstillstandes, zum Feiertag zu erklären.

Im Burgenlande wächst sich das ungarische Bandenwesen immer mehr zu einer großen Ge-

Die Ueberreichung -er Völkerbunds - Entscheidung.

Die Botschafterkonferenz hat gestern ihre Be­ratungen über die anzuwendente Prozedur bei der Uebereichung der Völkerbund sentscheidung über Oberschlesien beendet und die Zustellung der Ent- scheid-ung an Deutschland und Polen steht, wie aus Haris gemeldet ^wird, für heute nachmittag 'W-erwarten.

einen Begleitbrief, den Text der Entscheidung dèr Alliierten und die Bestimmimgen über die bei der Anwendung zu befolgenden Prozedur. Diese Entscheiung ist bereits gestern abend der inter- Mierten Kommission in Oppeln mitgeteilt wor­den und die Kommission für die Festsetzung der deutsch-polnischen Grenze ist beauftragt worden, unverzüglich mit der genauen Festlegung der neuen Grenzlinie in Oberschlesien zu beginnen.

Die «Kunde, in der wir Genaueres über das Genfer Dokument erfahren sollen, steht also nahe bevor und es heißt in diesem Augenblick, alle Nerven zusammenzufassen, um die Ruhe zu be­wahren. Wir wissen, und daran wird die bevor­stehende amtliche Mitteilung nichts ändern, daß man von unserem Reich ein wertvolles Glied trennen will uitb zwar nach dem alten Räuber- rezept: Bedrohung durch den Revolver. Wie aus einer unten folgenden Meldung desPetit Parisien" hervorgeht, sind bereits Zwangsmaß­nahmen festgelegt, die angewandt werden sollen, wenn wir uns weigern, den Gewaltspruch anzu­nehmen. Ganz französische Politik, die in ihrer Art von einem Raffinement und einer Grausam­keit ist, daß man sie nur als politischen Sadismus kennzeichnen kann. An unserer Volksvertretung, die jedenfalls morgen zusammen­treten wird, liegt es, die r e ch t e A n t w o r t zu geben, und dabei zu bedenken, was wir bisher durch unser fortgesetztesJa"sagen erreicht haben. Es ist ein Weg voll Marter und Pein, der, wenn er weiter gegangen wird, an einer Todespforte endet. Hinter ihr liegt die Schädelstätte des deut­schen Volkes! Das sollte sich unsere Volksvertre­tung wohl und reiflich überlegen. Das Volk aber hat Ruhe zu bewahren und sich eng zi^sammen- zufchließen!

Androhung von Zwangsmaßnahmen.

Paris, 20. Oktbr. Der «Pelit parisien schreibt zu der bevorstehenden Uebermrkklung oes Textes der Völkerbundsentscheidung an Deutschland und Polen, daß man entschieden habe, sofort die Grenzfestsehungsarbeiten voc- zunehmen und zwar nach den Bestimmungen der Abmachungen von Genf, ohne zu warten, daß man sich zuvor über die vorgesehenen Dirtschaftsmaßnahmen geeinigt hat. Die inter­alliierte Verwaltung in Oppeln werde erst zu Ende gehen, an dem Tage, an dem die wirl- schafllichen Kompensationen ausgeführt worden sind. In der Mitteilung der Votschafterkonfe- renz heißt es ferner, daß im Falle die eine oder die andere Partei sich weigern sollte, die vor­gesehenen wirtschaftlichen Abmachungen anzu­erkennen, die Möchte sich Zwangsmaß­nahmen vorbehielten. Man glaubt sogar zu wissen, daß es sich nicht nur um eine Drohung handelt, sondern daß man sich jetzt schon über die Mittel, die anzuwenden seien, geeinigt habe.

(Die Androhung der Zwangsmaßnahmen kommt ür denjenigen nicht unerwartet, der die bisherige ranzösische Politik richtig eingeschätzt hat. Der be- »eutscunste Teil des oberschlelischen Industriegebietes

wird uns genommen, damit wir zunächst dem Ban­krott verfallen sollen. Unter Ausnützung der wert­losen Mark will Frankreich dann da wir die ge­waltigen Reparationssummen nicht aufbringen kön­nen die große Aufteilung - der deutschen Werte vornehmen. Der erste Posten, auf den man scharf ist, heißt: Ruhrkohlengebiet. Dies muß Frankreich aus alle Fälle bekommen so oder durch Zwangsmaßnahmen. D. Red.)

Italien mit dem Genfer Spruch einverstanden.

Rom, 20. Oktbr. Stefani meldet: Da die Regierung davon überzeugt ist, daß es im In­teresse der allgemeinen Ruhe durchaus notwen­dig ist, ohne weitere Verzögerung zu einer Regelung in Oberschlesien zu gelangen, hat sie dem italienischen Botschafter in Paris die In­struktion gegeben, sich in der Botschafterkonfe­renz dafür ^inzusetzen, daß auf der Grundlage der Entscheidung des Völkerbundsrates die An­gelegenheit so rasch wie möglich gelöst wird.

Die wirtschaftlichen Folgen der Teilung.

Veulhen, 19. Oktbr. In der gestern hier ab­gehaltenen Sitzung der Handelskammer sprach der Geheime Bergrat Dr. Williges über die wirtschaftlichen Folgen der Genfer Entscheidung. Er sagte u. a.: Da die gegenwärtigen Verhält­nisse sechs Monate lang bestehen bleiben, ist uns Zeit zur Sammlung gegeben. In dem vom Observer" veröffentlichten Wirtschaftsabkom­men wird von der Beibehaltung der deutschen Mark gesprochen. Die Handelskammer wird sich unaufhörlich damit befassen müssen. Es ist n cht angängig, daß das Loch im Osten aufgetan wird; die Industrie wird die bisherige Entfal­tung nicht mehr auftecht erhalten können. Der Absatz an Steinkohlen wird in den ab­zutretenden Gebieten fast ganz unmöglich sein, da die Kohlenverwendung bei der Industrie erst in den Anfängen steckt. Die »umfangreichen inen werden

Zinkindustrie geht für Deutschland verloren sind die Eisenindustrie geht ihrem Ruin ent­gegen. Mit dem Niedergang der Industrie wird die Zahl der Arbeitslosen wachsen, bei welchen Ernährungsschwierigkeiten ein­treten werden. Während auf der einen Seite Verluste in der Handelsbilanz entstehen, wird auf der anderen Seite der Bolschewismus zu­nehmen. Oberschlesien verliert 90 Prozent seiner Industrie und Deutschland 42 Prozent seines gesamten Kohlenreichtums, wodurch es Deutsch­land unmöglich sein wird, die R e p a r a t i - onskohlen zu liefern. Diese Lieferungs- möglichkeit ist gleichbedeutend mit dem Z u - sammenbruch des Westens.

Protest in letzter Stunde.

Breslau, 19. Oktbr. Die Handelskammer hat an die Ministerpräsidenten der Entente­staaten folgendes Telegramm gerichtet:

Die Handelskammer der schlesischen Haupt­stadt legt gegen die Entscheidung, die in Genf über das Schicksal Oberschlesiens getroffen wor­den ist, feierlichst entschiedenen Protest ein. Die Entscheidung widerspricht den Seftitm mungen des Friedensvertrages, widerspricht dem Ergebnis der Volksabstimmung, die trotz polnischer Vergewaltigungen eine überwie­gende deutsche Mehrheit ergaben, widerspricht jedem Empfinden von Recht und Billigkeit. Die Genfer Entscheidung zerreißt die wirtschaft­lichen, nationalen und kulturellen Zusammen­hänge, die Oberschlesien seit über 600 Jahren mit unserer Heimatprovinz untrennbar ver­knüpften und zerstört das Fundament des von deutschen Ingenieuren, deutschen Beamten und deutschen Arbeitern zu fruchtbarster Entwick­lung gebrachten Wirtschaftsgebietes, dessen un­eingeschränkte Leistungsfähigkeit die Voraus­setzung für den Wiederaufbau der deutschen und der europäischen Wirtschaft ist. Sollte die Gen­fer Entscheidung nach dem Willen des Obersten Rates zur Wirklichkeit werden, so muß der wirtschaftliche Zusammenbruch Oberschlesiens die unausbleib­liche Folge sein. Wir erheben in letzter Stunde warnend unsere Stimme: Wie lange noch werden die verantwortlichen Leiter der Politik die elementaren Notwendigkeiten deut­schen und europäischen Wirtschaftslebens miß­achten?

Lloyd George über Ne Arbeitslosen» frage.

London, 19. Okt. Lloyd (Bettge hielt nachmittag» seine mit Spannung erwartete Unterhausrede über die Arbeitslosen- frage. Er sagte, da» Land mache die schärfste Periode von Arbeitslosigkeit seit zweihundert Jahren durch. Im gegenwärtigen Augenblick seien in England 1 750 000 Erwerbslose. Die größte Arbeitslosigkeit herrsche in der Metall­industrie. Die Ursachen einschließlich der Störung der öanbtltmatine unb bet Schwankungen der

Wechselkurse könnten in dem WarteKrieg" zusammengefaßt werden. Zwei Arten von Po­litik seien möglich: Entweder tue der Staat nicht» oder er biete, soweit e» ihm seine be­schränkten Mittel gestatten, Unterstützungen. Niemand trete ernstlich für die erste Politik ein. Sie würde, ganz abgesehen von Erwägungen menschlicher Att, auch nicht klug sein. Die Re- aierung empfehle ohne Zögern die zweite Po- littk. E» entspreche nicht den Tatsachen, daß die Regierung bisher nichts unternommen habe. Lloyd George gab eine Uebersicht über die bisherigen Maßnahmen bet Re­gierung zur Wiederbelebung de» Handel» und zur Behebung der Erwerbrlofigkeit, unter anderem durch Förderung der Ansiedlung von Kriegrteilnehmorn in den ver­schiedenen Dominion» der britischen Reiches. Der Premierminister erklärte, die Regierung werde weitere 300000 Pfund Ster­ling beantragen, um es noch mehr Kriegs­teilnehmern zu ermöglichen, au»zuwand«rn. Lloyd George sagte, die BehauptURg, daß für Rußland genug Arbeit vorhanden sei, um für Jedermann Erwerb zu schaffen, sei vollkommen irreführend, denn der Handel, bet unter dem englisch-russischen Handelsabkommen in der Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. August zwischen Rußland und England getätigt worden sei, belaufe sich auf 3150000 Pfund Sterling. Lloyd George fuhr fort, e» bestanden zweifellos Anzeichen, die aüf ein Wiederauf­leb en einiger der wichtigsten eng­lischen Jndustrieen deuteten. Anderer­seits gebe er einige wichtige Handelszweige, die keinereil Besserung aufwiesen. Eine -.roße Besserung im Handel könne vorläufig nicht eintreten und es müsse beträchtliche Erwerbslosigkeit herrschen. Da» Veste, was

mastige

losiakeit in großem Umfange bestehen und man müsse sich entsprechend einrichten. England sei ein Ausfuhrland und hange vom Ueberseehandel mehr ab, als irgend ein anderes Land unter der Sonne. Soweit der Handel in Betracht komme, beruhen Englands Interessen in seiner Wiederherstellung, in einem Wiederaufleben des Handels, der Industrie und der Kauflrast der Auslandes; denn daß englische Waren be, nötigt werden, darüber herrsche kein Zweifel. Die Regierung beabsichtige, den Expottkreditplan abzuändern. Es sei klar, daß weder der Ex­porteur noch der Jmpotteur auf einerakro­batischen Grundlage" der Wechsel­kurse aufbauen könne. Wenn überhaupt der Handel wieder in Gang gebracht werden solle, müsse dar. Risiko bestehen. Die Regiemng sei jedoch zu dem Entschluß gekommen, daß das Risiko viel größer sei, wenn sie die Hande in den Schoß lege und nichtr tue. Er sei geplant, die Garantie für die Kaufleute von 85 auf lOOProzentzuerhLhen und für jede Fabttk ein Maximum festzusetzen, das von einem beratenden Komitee bestimmt werden solle. Bisher sollte das Exportkredit- system nur auf die Länder Anwendung finden, deren Kredit durch den Krieg so gut wie zer­stört ist. Jetzt werde vorgeschlagen, den Expott­kreditplan noch auf andere Länder einschließlich des britischen Reiches anzuwenden. Er bestehe kein Zweifel daran, daß die Produktionskosten zu hoch seien. Die Regierung würde für neues Kapital für Unternehmungen, wie z. B. Eisen­bahnen und Elettrizitätranlagen, die dazu bestimmt seien, da» (Erwerbsleben zu verbessern, die Bezahlung brt Zinsen unter gewissen Be­dingungen garantieren. Nach dem Plan« solle jedock die gesamte Garantie der Staates die Summe von 25 Millionen Pfund Sterling nicht überschreiten. ,

London, 20. Oktbr. Nach einer ergänzenden Reuterdepesche sagte Lloyd George in seiner Unterhausrede u. a. noch: Die politische Unruhe hindert den Handel am Wied er aufblühen. Ein Beispiel dafür bietet Deutschland, wo da» ungeheure Fallen der Mark, das bereits drei Wochen andauert, auf keine wirtschaftlichen Ursachen zurückzuführen ist. Wenn politische Unruhen vorhanden sind, oder militärische Putsche drohen, kann der Handel nicht wieder aufgebaut werden. Wir müssen uns von einer Atmosphäre frei machen, in der man nicht alr Patriot gilt, wenn man über Deutschland ohne Ctirnmnzeln spricht. Großbntanien tritt für Frieden und Ruhe ein. Was auch immer über unsere Motive im Aus­lande gesagt werden möge, wir haben keine anderen. Sowohl zwischen den Nationen als auch ben Volksklassen muß ein guter Wille zur Zusammenarbeit bestehen.

Asquith trat dafür ein, daß die ganz«

Kr»L0 ber internationalen V«rlchuld»

ung und bet Reparation erneut et* wogen werden sollte. Er begrüßte dar kürzlich abgeschlossene deutsch-französi­sche Abkommen über die Lieferung von Maschinen und Wiederaufbaumaterial als ein gutes Beispiel dafür, wie der Reparationr- prozeß ohne die geringste Störung de» nor­malen Verlauf» des internationalen Handel» vor sich gehen könnte.

Äredttvereinigung der deutschen Gewerbe.

Bern«, 19. Ott. Der Reparationrautzschuß de» ReichSwirtschaftsrate» hat sich heute grundsätzlich mit dem von dem Unterausschuß ausgearbeiteten Entwurf für die Kreditveremigung der deutschen Gewerbe ein­verstanden erklärt. Er wird dem Plenum empfehlen, die ReichSre-iermea uw die Einbringung einer Se- setze» über die Bildung einer Kredit,emeinschaft, unter Zugrundelegung der iw Entwurf enthaltenen Richt­linien, z« ersuchen.

Die Kapprebellen stellen sich -em Gericht.

Berli«, 19. Oktbr. Im Kapp-Prozeß ist eint Aenderung der Sachlage dadurch eingetreten, daß vier der flüchtigen Angeschuldigten Oberst Bauer, «or. Vettenkapitäu Ehrhardt, Major Pabst und der Schriftsteller Schnitzler sich bereit erklärten, s i ch dem Gericht z» stellen, wenn sie gegen Sicher- Heitsleistung mit der Untersuchungshaft verschont würden. Da» Reichsgericht bewilligte ihnen durch Beschluß vom 17. Oktober sicheres Geleit jedoch nur unter der Bedingung, daß sie sich ungesäumt dem Untersuchungsrichter in Leipzig zur Vernehmung stellen, und daß sie an einem im Benehmen mit dem Untersuchungsrichter zu bestimmenden oder von diesem

,«ichue»dcn Orte int Inland Aufenthalt nehmen. Ferner, daß sie liefen Ort ohne richterliche Ge­nehmigung, außer zur Wahrnehmung gerichtlicher Termine, nicht verlassen und daß sie jeder Ladung zu den gerichtlichen Terminen folgen. Auf diese Weise wird ermöglicht, da» Verfahren gegen ben größten Teil der Angeschuldigten in der Kappsache nämlich außer den Vorgenannten auch gegen die Angcschnldigten v. Jagow, von Wengenheim nnd Dr. Schiele einheit­lich durchzuführen. Der gegen letzter« bereit» auf den 27. Oktober angesetzte HauptverhandlungStermin mußt« daher aufgehoben werden. Das Verfahren gegen sämtliche Angeschuldigte« wird nach Möglichkeit be­schleunigt. Mit dem Stattfinden der Hauptverhand­lung ist in naher Zeit zu rechnen.

Unter dem Druck der Teuerung.

Berlin, 19. Oktbr. Die Reichrgewerkschaft bet Post- und Telegraphenbeamten teilt mit: Die Leitung der Reichrgewerkschaft befaßt sich erneut mit der Frage der Steuerung der wirtschaftlichen Not der Beamtenschaft und beschloß, daß die Beamtenschaft, um sie vor einer sonst unabwendbaren Katastrophe zu bewahren, sofort durchgreifend geholfen werden muß. Die in Vorbereitung befindliche Neuregelung der Be­amtenbesoldung ist mit größter Beschleunigung durch­zuführen. Außerdem verlangt die Neichrpostgewerkschast zur Abwendung der dringendsten Not und zur Be­schaffung von Wintervorräten und Kleidung die so­fortige Vorauszahlung eine» namhaften Bettages auf die zu erwartenden Mebrbezüge. Die Reichrvost- Gewerkschaft übermittelte den Beschluß dem Deutschen Beamtenbund zur nachdrücklichen und schleunige» Ver­tretung bei den maßgebenden Stelle».

Politische Tagesberichte.

Im Berliner Zeitung-korrftikt sende« gestern im Beisein de» Reich»arbcit»minister» Verhand­lungen zwischen der Firma Mosse und dem Druckerei- Personal de» Verlag» unter Hinzuziehung der tarif­lichen Instanzen statt. Zu einem Ergebnis sind die Beratungen nicht gekommen. Die Verhandlungen sollen heute früh fortgesetzt werden und zwar, wie du Freiheit" meldet, unter dem Vorsitz deS Reichs- arbeitSminister».

Die «in» nnb A«»f«l,r Frankreich-, Frankreich bat in den ersten neun Monaten dieser Jahre» 24 806 681 Tonnen Waren im Werte den 1b 833 528 000 Frank« ein,efShrt. Im Jahre 1920 betrug in der gleiche« Zeit die Einfuhr 36 185 285 Tonnen im Werte den 38 014 020 000 Frank». Die Ausfuhr Frankreichs betrug im Jahre 1921 10 727 693 Tonnen im Werte von 15 862 655 000 Frank». In der gleichen Zeit 1920 führte Frankreich au»: 8 951 680 Tonnen Waren im Werte von 19 847 795 000 Frttk». (Diese statistischen Mitteilungen sind wieder cw Beweis dafür, daß die seinerzeit bei Aufhebung bei wirtschaftlichen Sanktionen am Rhein franzSfischcrsciU ausgestellte Beh«u»tu«r, von deutscher Seite sei dal System der Ein- und Aurfuhrbewilligunge» mißbraucht werben, absolut nicht stimmt. Die Au»f»hr Frankreich» im allgemeinen ist seit 1920 bedeutend gestiegen, ebenso iw besonderen nach Deutschland, wie bereit» veröffent­lichte Srattstikcn bewiese«. D. Red,).