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Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger

AmMches Organ für ElaSt- und Landkreis Kanan

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ar, 245 Mittwoch den 19. Oktober 1921

Das Neueste.

Die alliierten Regierungen erklärten sich damit einverstanden, die Vorschläge des Völker­bundsrates inbezug auf Oberschlesien ohne jeden Vorbehalt anzunehmen.

DerMatin" veröffentlicht eine Meldung aus Washington, nach der offiziell angekündigt wird, daß im Lause der heutigen Sitzung der amerikanische Senat die Resolution annehmen wird, die den Friedenszustand mit Deutschland und Oesterreich erklärt.

In der französischen Kammer entspann sich gestern eine lebhafte Debatte gegen Briands Politik der Nachgiebigkeit.

Reuter erfährt, daß die japanische Dele­gation für die Washingtoner Konferenz am 17. d Mts. nach den Vereinigten Staaten abgereist ist. Die Bevölkerung brachte ihr lebhafte Kund­gebungen dar.

Sturm in -er französischen Kammer.

Paris, 18. Oktbr. Die außerordentliche Session der Kammer ist heute nachmittag eröffnet worden. Präsident Raoul Peret gibt Kenntnis von den eingegangtznen Interpellationen und fragt den Ministerpräsidenten Briand, wann er bereit sei, diese Interpellationen au beantworten, Briand erklärte, es sei wohl gut, die Inter­pellationen über die allgemeine Politik der Re­gierung und über die auswärtige Politik der Regierung miteinander zu verbinden: die Re­gierung stehe sofort zur Verfügung des Par­laments.

Ms erster Jnterpellationsredner ergreift hierauf der Radikale Marga ine. der zu Be­ginn seiner Rede über die oberschlesische ÄLa^ g? spricht, das . Wort. Er setzt den Stand- Mnkt Deutschlands und Polens sowie den Frankreichs und Englands auseinander und er­innert daran, unter welchen Umständen die An- Mlegenheit dem Völkerbund überwiesen worden sei. Er bedauert, daß Deutschland einen beträcht­lichen industriellen Einfluß im Industriebezirk von Oberschlesien behalten solle. Der Redner spricht alsdann von der Washingtoner Konferenz und drückt seine Befriedigung darüber aus, daß Briand selbst Frankreich dort vertreten werde. Der Redner verbreitet sich so­dann in längerer Rede über die innere Lage in Ehr na und erläutert die Interessen Japans, der englischen Dominions und der Vereinigten Staaten in China. Die englischen Dominions würden England und Frankreich dazu bringen, eine gute Rolle in China zu spielen.

Der Sozialist M o u t e t interpelliert als­dann über die Maßnahmen, die getroffen werden müßten, um den Hungernden in Ruß­land Hflfe zu leisten. In einer Zwischenbe­merkung erklärt Ministerpräsident Briand, die französische Regierung und die anderen teilneh­menden Staaten im internationalen Hilfsaus­schuß hätten keine Hintergedanken und nur das Ziel im Auge, den Hungernden Hilfe zu leisten.

Ms dritter Interpellant tritt alsdann der Royalist Daudet auf. Er verbreitet sich über die

Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen in Deutschland, die fünf Wochen nach der Er- nordung des Komandanten Monialegre erfolgt et Nach seiner Ansicht scheine die Regierung Deutschland gegenüber eine klarbestimmte Politik zu verfolgen, die zum Ausdruck komme durch das Abkommen in Wiesbaden. In diesem Augen­blick unterbricht von der öffentlichen Tribüne aus, in der die Parlamentsjournalisten sitzen, jemand Daudet und nennt ihn einen Verräter seiner Partei. Der Ruhestörer wird von einem Saaldiener entfernt. Daudet fuhr fort, es scheine, daß die französische Regierung die Ge­schichte verkenne und wieder die Haltung des Besiegten einnehme die vor dem Abschluß des Friedensvertrages von Versailles hätte gebilligt werden können, aber jetzt nicht mehr zulässig sei. Er wundert sich, daß der Mörder Montalegres nur zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden sei. Die französische Regierung habe nicht chre Pflicht getan. Alles das sei geschehen auf einem Gebiet, das der interalliierten Rechtssprechung llnterworfen sei. Briand fragt Daudet, was er getan hätte. Dieser erwidert darauf, die Regie­rung habe nicht ihre Pflicht getan dadurch, daß ëe wenige Wochen nach dem Attentat auf Mon- talegre die wirtschaftlichen Sanktionen aufge­hoben habe. Er erinnert daran, daß heute der Jahrestag der Schlacht von Jena sei. Im wei­teren Verlauf seiner Rede kritisiert Daudet heftig die Polttik der Regierung und erklärt, die nach­folgenden Regierungen würden einen Krieg sichren müssen. Ministerpräsident Briand pro- iestiert, aber Daudet wirft ihm vor, daß er H«lch^f> h»fl fltaf ^jt^^ sich die Obren

mit Baumwolle zu verstopfen, um nicht diejenigen zu hören, die schon 1913 und 1914 auf die deutsche Gefahr aufmerksam gemacht hätten.

Briand bestreitet, daß er gesagt habe, Frank­reich soll sich die Ohren verstopfen. Er habe ge­sagt, Frankreich habe Arbeit und Vertrauen zu sich selbst nötig. Die Worte der Entmutigung und der Beunruhigung, die fortwährend an Frankreich gerichtet werden, könnten es nur be­unruhigen. Der Franzose müsse Vertrauen in sich haben. Aber das alles könne nur in Ordnung und in Frieden erreicht werden. Den Frieden wolle er aufrecht erhalten, so lange dies möglich und er habe dem Lande den Rat gegeben, nicht die Ohren Provokationen zu leihen. Leon Daudet fährt fort über Deutschland zu sprechen. Er kenne die deutsche Sprache, wie seine Muttersprache. Er spricht deshalb über den Geisteszustand in Deutschland und fordert die Kammer auf, allen Deutschen zu mißtrauen, namentlich aber Stresemann und Rathe­nau. Stresemanns Partei sei die alte Partei Bismarcks. Aber auch den Sozialisten könne man kein Vertrauen schenken. (Nach dem Bericht der Agence Havas soll Leon Daudet gesagt haben: Ich liebe die deutschen Sozialisten und Republi­kaner sehr, weil ich Deutschland die Pest wünsche!) Der Sozialist Comp 6 re Morel läßt sich in einen Wortstreit mit Daudet ein. Daudet aber fährt in seiner Rede fort und spricht von den zahlreichen alarmierenden An­zeichen in Deutschland. Er spricht von Worteck Ludendorffs und sagt zu Briand, er habe durch den Mangel an Klarsicht sowie durch seine Schwäche den Krieg näher gebracht. Man hätte Deutschland die Hand an den Hals­kragen legen müssen und die Ruhr besetzen. Briand aber habe die französischen Soldaten für nichts mobilisiert.

dre Teilung Oberschlesiens

zu sprechen. Er bedauert, daß Briand nicht die gerechte Sache habe zum Sieg führen können. Briand erwidert, Frankreich sei im Obersten Rat nicht allein gewesen, er habe seinen Stand­punkt vertreten, aber auch die Verbündeten. Er fragt, was Peyreux gemacht hätte. Dieser ant­wartet, er hätte seinen Alliierten eine gute Rück­reise gewünscht, indem er die Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr ausgesprochen hätte. Briand erwidert, damit hätte man die Grenzlinie in Oberschlesien nicht festgesetzt. Peyreux aber sagt, er sei überzeugt, daß Lloyd George sich schließlich gebeugt hätte und daß Briand recht behalten hätte. Er vertritt den Standpunkt, daß der An- teil, den der Völkerbund Deutschland zugesprochen habe, für Deutschland vollkommen unerwartet, komme. Deutschland behält die Möglichkeit, in Oberschlesien sein großes Kriegsarsenal wieder aufzurichten. Der Abgeordnete sucht durch Sta­tistiken nachzuweisen, daß auch Deutschland eine günstige industrielle Situation in Oberschlesien behalte. Oekonomisch werde es bald den Teil des Industriegebietes absorbieren, der Polen zuge­sprochen worden sei. Peyreux spricht alsdann von der Politik gegenüber Deutschland, Briand aber erklärt, der Friedensvertrag zwinge Frankreich Solidaritäten auf, die es nicht ohne Gefahr aufheben könne. Die Besetzung des Ruhrgebietes sei eine Bedrohung gewesen, sie wäre nur mit den Alliierten gemeinsam ge­macht worden, wenn Deutschland das Ultimatum nicht angenommen hätte. Wenn man das Ein­verständnis der Alliierten vernichtet hätte, das die wesentliche Bedingung für die gute Ausfüh­rung des Friedensvertrages sei, dann hätte man Frankreich in eine Politik mit schweren Lasten verwickelt. Peyreux sagt, alle Mitglieder der Kammer wollten eine Friedenspolitik. Briand aber erwiderte, es sie klug, das von der Tribüne herunter zu betonen, aber Franfteich hätte wäh­len müssen zwischen seiner Politik und einer anderen Politik. Er habe die Kammer darauf aufmerksam gemacht, sich über die Politik auszu- sprechen. Die Vertreter des Landes müßten ihre Verantwortlichkeit übernehmen. Das Ernste sei, dem Lande den Glauben beizubringen, dich die Politik des Alleinhandelns nicht neue Lasten für Frankreich schaffe. Er sage nicht, daß sie in den Krieg führen werde, aber die Unsicherheit werde die wirtschaftliche Erhebung unmöglich machen. Tardieux ruft dazwischen: »Und die Steuern?" Briand antwortet: »Sie werden ja sagen, wie Sie das Defizit decken wollen." Briand erklärt auf den Zwischenruf Tardieus: Ich werde nur nach Washington abreisen mit der Gewrßhett, daß eine große Mehrheit meine Politik billigt. Briand erklärte weiter von seinem Platze aus, während der Abgeordnete Peyreux auf der Red­nertribüne verbleibt, daß die Regierung zur Aus- Mrung des FriedenAvertraaeS «urückaekommLu

sei. Tardieu protestiert heftig. Es entsteht ein lebhaftes Zwiegespräch Mischen den beiden Politikern. Briand erklärt, daß die Po­litik des forfait, die einer Verbesserung der Ausführung des Friedensvertrages hätte führen können, zu nichts geführt habe. Die Regierung habe die Rechte der Reparationskommission wieder hergestellt. Tardieu ruft dazwischen: Diese Kommission habe Instruktion erhalten von feiten der Regierung. Briand widerspricht und sagt ferner, selbst der Urheber des Friedensver­trages habe erhärt, der Vertrag sei ein fortge­setztes Werden. Daraus gehe hervor, daß der Wille Frankreichs zur Ausführung nicht genüge. Man müsse stets mit seinen Alliier­ten einig bleiben, um den Friedensver­trag ausführen zu können. Tardieu weist auf den Wert der Unterschriften des Vertrages hin. Briand erwidert, Tardieu habe gesagt, Frank­reich habe gewisse Garantien erhalten, die seine Sicherheit gewährleisten. Wo seien diese Sicher­heiten und Unterschriften? Tardieu fragt: Sind wir nicht am Rhein? Briand erklärt weiter, daß der französische Delegierte bei der Revarattons- kommission allein keine Instruktionen vonseiten seiner Regierung erhalten habe. Das Land müsse sich Rechenschaft darüber ablegen, daß der Wechsel­kurs den Milliarden deutscher Goldmatk ihre Bedeutung nehme. Briand stellt fest, daß Deutschland bis jetzt gezahlt habe genau nach dem Zahlungsplan. Das Ultimatum sei ange- nommen worden, was wolle man mehr. Die Stellung Frankreichs sei weit davon entfernt, geschwächt zu sein. Die Politik, die Tar­dieu und seine Freunde praktizieren wollten, betrachte er für katastrophal.'Wenn sich in der Kammer eine ziemlich starke Mehrheit finden werde, die in ihm die Meinung erwecke, daß man andere Gedanken habe, dann müßte

â ârer feine. RMolgcrschaft üb-rnehmen.

Nunmehr kann der Abg. Tardieu seine Rede beenden, indem er darauf hinweist, man dürfe die französischen Forde­rungen nicht verkürzen und die fran- zösischen Steuerzahler nicht über Gebühr belasten. Die Weiterberatung der Interpellationen wird dann auf morgen vertagt.

Die Neubildung der Reichsregierung.

Der erledigte Kanzler.

Trotz allem Dunkel, das um die Verhand­lungen innerhalb der Parteien und der Parteien mit Regierungsstellen gewoben ish und ttotz aller Langsanckeit, zu einem Ende zu kommen, scheinen doch zwei Dinge festzustehen: die jetzige Regierung wird gehen, und von den Abgehenden mit der Reichskanzler Wirth höch­stens, als Finanzminister wiederkehren. Außer­dem scheint noch die Annahme begründet, daß der Reichstag bei seinem Zusammentritt am Donnerstag oder Freitag die neue Regierung schon fertig vorfindet. Die Sozialdemo­kratie freilich ist mit dient dem nicht einver­standen, denn sie will die alte Regierung auch in die Zeit nach der ober schlesischen Entscheidung hinüberretten, und sie will vor allen Dingen Wirth erhalten, während die Demokratie und das Zentrum so gut wie einstimmig anderer Ansicht sind. Ueber die neue Besetzung der Kabinetts­posten dürfte die Einigung weniger weit ge­diehen sein, nur darüber ist man sich klar gewor­den, den Reichskanzler dem»Zentrum zu überlassen. Aber das Zentrum leidet vorläufig noch unter der Qual der Wahl. Bis jetzt sind vier Namen im Felde: der Kölner Oberbürgermeister Adenauer, der Reichs- arbeitsminister Brauns, der Zentrumsführer Marx und der preußische Ministerpräsident S t e g e r w a l d. Gegen Adenauer hat sich indes auf sozialistischer Seite sofort starker Widerstand geltend gemacht, weil er seinerzeit, als seine Wahl zum Reichskanzler schon einmal erwogen wurde, ein Programm vorlegte, in dem die Ab­schaffung der achtstündigen Arbeitszeit empfohlen wurde. Auch gegen Brauns und Stegerloald wer­den mehr Einwände schoben, als gut und dien­lich ist, so daß man vielleicht schließlich auf den neuen Vorsitzenden Marx verfallen wird. Be­zeichnend ist ein Satz, der in der Abendausgabe des Deutschen, des Organs Stegerwalds, zu lesen ist und der lautet: »Festzustchen scheint auf jeden Fall, daß Dr. Wirth nicht wiederkehren wird." Sogar die Germania, die doch bisher stramm an der Seite Wirchs zu finden war, hat sich auf das Wenn und Aber verlegt, wenn sie schreibt, das deutsche Volk erhebe mit Recht einen lauten Widerspruch gegen die Art, wie Genf die ober­schlesische Frage gelöst habe: aber es müsse auch jeder verstehen, daß es nicht genüge, zu pro­testieren, und daß wir fortftchren müßten, Politik zu treiben.Dazu gehört", sagt die Germania, in diesem Augenblick von-allem., daß kein vor­

zeitiges Zerlassen des politischen Kampffeldes er­folgt. Das gilt für das deutsche Volk wie für die deutsche Regierung. Je wichtiger die Zett ist, je schwerere Entscheidungen sie bringen will, um so notwendiger und unentbehrlicher ist eine solche Selbstverständlichkeit, daß man sich wun­dern muß, sie überhaupt irgendwo verkannt oder gar bestritten zu sehen. Eine Demission der Re­gierung wird dann erfolgen können, aber auch nur dann, wenn ein politischer Abschnitt abge­schloffen ist. Soweit aber sind wir in diesem Augenblick noch nicht." Das heißt ins Deutsche übersetzt, die Germania will einen Rücktritt der Regierung nicht vor dem Zusammentritt des Reichstags haben. Das übrige überläßt sie der Zukunft.

Die interfraktionellen Besprechungen.

Der interfraktionelle Ausschuß des Reichs» tages beschäftigte sich gestern in einer Sitzung beim Reichskanzler mit der Frage der Kredit­hilfe durch die Jndusttie. Auch die politische Lage wurde besprochen, jedoch wurde eine Klärung nicht erreicht. Die Sozialdemokraten wiederholten ihre Erklärung, daß ein Rücktritt des Kabinetts Wirth nicht angängig sei.

Der Sturz der deutschen Mark.

London, 18. Okt.Westminster Gazette" widmet der deutschen Mark einen Leitartikel. Das Blatl schreibt, der Sturz der Mark sei das bei weitem ernsteste Ereignis in Europa. Deutschland glaube an­scheinend nicht daran, daß die wirtschaftlichen Bürg­schaften der »berschlesischen Entscheidung des Völker­bünde, die friedliche Förderung der deutschen Industrie in dem geteilten oberschlesischen Gebiet sichern werden. Es sei zwecklos, von einer Stabilisierung der Wäb- rungen zu sprechen, solange ungeheure Verpflichtungen, von denen jedermann wisse, daß sie nicht erfüllt werden könnten, nicht nur über Deutschland, sondern den meisten anderen europäischen Nationen schweben ge­lassen würden.

München, 18, Oktober. Das bayeri,cht H an d e l s m i n i st e r i u m ließ, dem Vernehmen nach, schon vor Ungerer Zeit die Aufmerksamkeit der zuständigen Neichsstellen darauf lenken, daß die Ausschreitungen der Spekulation vor allem auf dem Devisenmarkt auch in den weitesten Kreisen der bayerischen Be. vèlkerung schwerste Besorgnisse und üefgeheude Beun­ruhigung hervorrufen. Dabei wurde darauf hinge­wiesen, daß in Bayern die kleinen uw die Grenze bei Existenzminimums sich bewegenden Vermögen und die Schicht der nun mit Untergang Bedrohten verhLllnis- mäßig größer und wichtiger ist, als in manchen anderen Teilen des Reichs und daher Bayern, be- sonders an den Vorgängen interessiert ist, die bot «Hem an den großen Börsen in Erscheinung treten. Wenn schon diese Vorgänge mehr eine Folge, als die Ursache der inneren Weltbewegung der Mark find uni es hiernach unmöglich ist, mit technischen Mitteln dev Sturz der Mark aufzuhalten, so muß doch nach Auf- fassung der bayerischen Regierung versucht werden, wenigstens den gröbsten Ausschreitungen der Speku­lation entgegenznwirken. Hierzu wurde in Ueberein­stimmung mit dem Urteil hervorragender bayerischer Sachverständiger »eben anderen Maßnahmen die Ein- führung der Legitimation-pflicht uni des Schlußscheinzwaug» bei Devisenge' schäften axgeregt.

Unter dem Druck der Teuerung. Bevorstehende Nengestaltuns der Beamten bezüge.

Berlin, 18. Oktbr. Im Beamtenausschuß des. preußischen Landtages wurde über den Tenerim , antrag des Zentrums weiterberatcn. Im Verlaufe r i Debatte erklärte der Finanzmimstcr Samisch, Staatsrgierung verfolge mit wachsender Sorge btt immer weitersteigende Verteuerung der wichtigsten Lebensbedürfnisse. Von der Regierung wxrde aner­kannt, daß hier eine durchgreifende Abhilfe bringe«! geboten sei. Eine weitere Anspannung des ^Systems der Ausgleichs- und Versorgungszuschläge über 100 Prozent der Grundgehälter hinaus würde grundsätzlich bedenklich und nicht durchführbar sein. ES müsse des­halb versucht werden, int Rabmen der Besolsungs- ordnung auf einem anderen Wege zu einer Neu- g e st a l t n n g d e r B e z ü g c zu kommen. £ie «r. beiten dazu seien im preußischen Staatsmulisteriu« eingeleitet. Um aber ein Zustanockommen der beab­sichtigten Maßnahmen nicht zu gefährden, müsse er sich eS zur Stunde noch versagen, über weitere Einzelheiten Mittestungen zu machen. Es werde die Führer der Parteien zu einer Besprechung einladen, sobald die Verhandlungen mit dem Reich soweit gediehen sind. Der Berichterstatter Abg. Blank (Z> wies daraut hin, daß schnellste Hilfe am Platze sei. Die Redner sämtlicher Parteien stirmuten den: zu.

Der Finanzminister crtlärte darauf, er hoffe nach Fühlunguahme mit den Parteiführern innerhalb 8 Tagen hinreichende Erklärungen abgeben, gu können Die Regelung werde eine g ro ß zügrge ser« und. ans alle StaatsLedienstete auSgedchut werden-