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Montag den 17. Oktober

Xr. 243

Handelsteil des Hanauer Anzeigers

, mitgeteilt von dem

Bankhaus Carl Kiefer L Co., Hanan.

Naehdreek verboten. Hanau den 15. Oktober 1921.

èerliner nnd Frankfurter Börse am Samstag den 15. Oktober 1921 geschlossen.

Wochenschau der Getreide- und Produktenbörse.

m. Mannheim, 14. Oktober 1921.

Für Biertreber bestand gute Nachfrage, wo­gegen darin nur wenig Material heran kam. Malz- ksiiye per November-Dezember lieferbar waren zum Preise von 340 M. die 100 kg ab München offeriert. Für vollwertige Zuckersehnitzel lauteten die Forderungen auf 450460 M. per 100 kg ab mitteldeutsche« Stationen. Für süddeutsche Tfocken- sehnitzel verlangte man 270 M. ab Versandstationen. Weizenkleie wurde mit 250 M. und Roggenkleie mit 270 M. die 100 kg bahnfrei Mannheim genannt, Hülsenfrüehte nahmen bei kleinem Ver­kehr festen Verlauf, die Preise konnten anziehen, doch scheiterten grössere Umsätze an den hohen Forderungen. Viktoriaerbson bedangen 650700 M. die 100 kg ab württembergischen Stationen. In­ländische Erbsen wurden mit 500650 M. die lOO^kg, je nach Qualität, genannt. Ackerbohnen waren zu 390400 M. die 100 kg bahnfrei Mann­heim angeboten. Reis lag sehr fest und die Preise wurden weiter erhöht Man forderte, je nach Qualität, 8001000 M. für die 100 kg bahnfrei Mannheim.

Mehl hatte -sehr festen Markt und die Mühlen sahen sich infolge der erhöhten Weizen- und Roggeo-Forderungen veranlasst, die Preise hinauf­zusetzen. Der Absatz in Mehl lässt aber zu wünschen übrig. da sieh die Konsumenten zu den

heutigen Preisfordernngen über den Bedarf hinaus nicht eindecken. Für norddeutsches Weizenmehl stellten sieh die Preise auf 635675 M. und für Roggenmehl auf 480530 M. für die 100 kg ab norddeutschen Mühlen. Unsere süddeutschen Mühlen haben die Preise für Weizenmehl, Spezialmarke 0, auf 740 M. und für Roggenmehl I auf 600 M. per 100 kg ab süddeutschen Mühlen zu den Verkaufs­bedingungen der Vereinigung süddeutscher Handels­mühlen erhöht.

Wein. Im Weinhandel war es in der letzten Woche ziemlich lebhaft. Die Ernte ist grössten­teils beendet und der Neue findet infolge seiner vorzüglichen Güte lebhaften Zuspruch. Die Preise sind weiter steigend, zumal seitens ausländischer Firmen hohe Preise irf der Pfalz geboten werden, was infolge der weiteren Verschlechterung unserer Valuta nicht Wunder nehmen kann. Die Folge davon ist, dass bedeutende Mengen unserer vor­züglichen Weine von den Franzosen im besetzten Gebiet aufgekauft werden. Für diesjährige Weine aus der Mittelhaardt wurden 9501250 M. für die Logei bezahlt. Ober- und Upterhaardter Weine gingen zu 9001100 M. bezw. 15 50018 000 M. die 1000 Liter in andere Hände über. Auch im badischen Oberland wurden die Weine zu steigen­den Preisen aus dem Markte genommen; für Kaiserstühler zahlte man für Weissmost 10000 bis 12 500 M., für Markgräfler 13 50016 500 M. und für Ortenauer nnd Bühler Weine 700010 000bis 14 090 M. für die 1000 Liter.

Tabak. Die katastrophale Verschlechterung unserer Mark hat auch auf dep Einkauf der neuen Tabake bezw. Sandblätter ausserordentlich preis­steigernd gewirkt. Im badischen Oberland, so in den Riedorten Ichenheim, Dundenheim und Alten­heim stellten sich die Erlöse auf 1600 M. und in den Nebenorten auf 10001450 M. per Zentner. Bei dem am 13. Oktober stets gehabten Verkauf der

rheinpfälzischen Schneide-Sandblätter, unter dem Vorsitzenden Herrn Oekonomierat Hoffmann, der sich für den Qualitätsbau von Tabaken grosse Verdienste erworben hat, wurden Preise erzielt, wie man sie bisher für deutsche Tabake nicht ge­kannt hat, sie beliefen sich für Sandblätter bis auf 1800 M. per Zentner, mit Zuschlag bis zu 20%, sodass sieh der Zentner auf über 2000 M. stellte. Als Käufer hierfür traten in der Hauptsache grosse pfälzische Sehneidefabrikanten auf. Der Markt für alte Tabake ist naturgemäss stürmisch, doch steht der Nachfrage nur noch ein ganz minimales Angebot gegenüber. Auch der Rippenmarkt wurde von der allgemeinen Aufwärtsbewegung erfasst; für feine Rippen werden heute 550 M. und für in­ländische Rippen 450 M. für den Zentner gefordert und bezahlt. Der Handel' in überseeischen Tabaken hat infolge der hohen Devisen nachge­lassen. Die Tendenz wird von den holländischen Märkten als fest gemeldet.

Rheinschiffahrt. Vom Oberrhein wird ein weiteres Fallen des Wasserstandes gemeldet und es wird wohl damit gerechnet werden müssen, dass die Schiffahrt nach den oberhalb Mannheim gelegenen Hafenplätzen eingestellt werden muss, wenn nicht ganz bald Wasserzuwachs kommt. Die für nach Strassburg bestimmten Kähne müssen in Mannheim Leichterung vornehmen, um weiterfahren zu können. Die Frachten wie auch die Schlepp­löhne wurden aus diesem Anlass weiter erhöht.

Holz. Die Haussebewegung am Holzmarkte machte weitere Fortschritte. Die Nachfrage ist in den letzten Tagen recht bedeutend und die Gross­abnehmer passen sich immer mehr den heutigen erhöhten Forderungen an. Für unsortierte Bretter werden Preise bis" 850 M. per cbm franko mittel­rheinischen Stationen bezahlt. Von Hobelware bleibt reine und halbreine Ware gesucht, bezahlt werden 30 M. per qm und darüber.

Kurse der Frankfurter Börse,

Anitl. Dev.-K. v. 15.10.:

Belgien Holland London Paris Schweiz Spanien

Italien Portugal

Brief 1041.10 4915 565.10 1058.90 1061.10 2817.10,2822.90 2017.90 2022.10 594.40! 595.60

Geld 1038.90 4905.

563.90

Dänemark Norwegen Schweden Heisings. New York Wien (alt.) D.-O.(abg.) Budapest

Geld I Brief 2772.20*2777.80 1748.2011751.80 3346.60 3353.40

146.85

147.15

7.54

2159«

7.56

,A.uy- 22.65«,

157.80 158.20

Marknotierungen im Ausland.

Zürich *) Amsterd. Kopenhg. Stockh.

14. 10.

3.70 2.11'/,

4.-

3.15

15. 10.

3.57

2.02»/,

3.85

3.15

Wien . . N. -York Paris . . London.

14. 10,115. 10.

*) Diese Notierung ist vom heutigen Tage.

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