SanaueM Anzeiger
General-Anzeiger
AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou
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Rr. 239 Mittwoch den 12. Oktober 1921
Das oberschlesische Problem.
Die Teilung Oberschlesiens so gut wie feststehend — Sirifenluft in Berlin — Gefährdung der Kredilangebole — Reichskanzler werde hart!
Die letzten Meldungen aus Genf lassen reinen Zweifel mehr darüber, daß die Teilung Oberschlesiens in irgendeiner Form beschlossene Sache ist und daß die Völkerbundsratsvertreter nur noch über die redaktionelle Fassung des Gutachtens beraten. Die Teilung dieses deutscher Muttererde gehörenden Landes ist so gut wie sicher und wer glaubt, daß dieser Teilungsentscheid etwa durch ein Veto Lloyd Georges verhindert werden könnte, ist ein Optimist, der sehr bald enttäuscht werden dürfte. In Berliner amtlichen Kreisen ist man sich über den Genfer Fehlspruch klar, und wie es scheint auch über die unmittelbaren Folgen desselben. Die Umstände sind für das Kabinett Wirth außerordentlich ernst geworden, und die. Möglichkeit einer Kabinettskrise wird nirgends- mehr abgestritten. Das Reichskabinett hält Dauersitzungen ab, um sich darüber schlüssig zu werden, was zu tun ist, wenn der gefürchtete ungünstige Entscheid in Berlin eintrifft. Diese Nachricht soll die Reichsregierung nicht unvorbereitet finden, so daß ein Wirrwarr entsteht, sondern man will die Schritte der nächsten Tage genau vorzeichnen. Man ist sich innerhalb des Kabinetts darüber klar, und hierin herrscht allgemeine Einstimmigkeit, daß der Verlust eines Teiles von Oberschlesien direkt in eine wirtschaftliche Katastrophenpolitik Europas unb der ganzen Welt hineinführen müßte. Ein weiteres Sinken der Mark und dv-völlige Unmöglichkeit, weiter neue. Zalüun-_ gen zu leisten, würde die unmittelbare Folge des Genfer Entschlusses sein, wenn er so ausfällt, wie man es mit Recht befürchtet. Unter den Trümmern würde dann auch das Abkommen Rathenau-Loucheur und alles andere begraben werden, was zur (Erfüllung unserer Verpflichtungen im Laufe des letzten Halbjahres vorbereitet wurde. Die oberschlesischen Parteien haben bereits, wie die unten folgenden Telegramme ergeben, ihre Parteivorstände beauftragt, ihre Regierungsmitglieder zu ersuchen, sofort aus dem Kabinett auszutreten, wenn Oberschlesien zerstückelt werden sollte. Besonders markant ist die Aufforderung des deutschen Ausschusses für Oberschlesien: Reichskanzler werde hart!
Die Lage ist äußerst ernst. Auch die V e r - treter der Industrie haben sich mit der bevorstehenden oberschlesischen Entscheidung beschäftigt und keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie ihr Kreditangebot rückgängig machen müßten, wenn Oberschlesien geteilt werden sollte. — Wie sich die Dinge nun weiter entwickeln werden, hängt von dem endgültigen Genfer Entscheid ab, der ja in diesen Tagen der Öffentlichkeit übergeben werden muß. Das eine steht aber schon heute fest, einem Entscheid, wie ihn die unten folgende Teilungsmeldung enthält, wird ein deutsches Kabinett mit politisch ernst zu nehmenden Männern niemals zustimmen können und der Reichstag »ird zweifellos einmütig den selbstverständlichen Vorschlag des Kabinetts zustimmen, der Entente gegenüber diesen Entscheid als u n - annehmbar und mit dem Friedensvertrag in Widerspruch stehend, zu bezeichnen.
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Kein Zweifel mehr über die Teilung.
Gerst, 11. Oktbr. Wenn man den vorliegenden, natürlich rein privaten Informationen Glauben schenken kann, kann kaum mehr ein Zweifel darüber bestehen, daß der Völkerbundsrat tatsächlich die Teilung Oberschlesiens und ’ zwar auch des Industriegebietes beschlossen hat. Ueber die dem Obersten Rat vorzuschlagende Grenzlinie ist naturgemäß nichts Sicheres und Endgültiges zu erfahren. In den Kreisen, die dem Völkerbund nahestehen, verlautet aber mit Bestimmtheit, daß die Grenze ein Kompromiß zwischen den beiden Sforzalinien darstellt. Darnach soll an Polen fallen: Rhbnik, Pleß, der in den Kreis Pleß hineinragende Südzipfel des Kreises Hindenburg, Kattowitz Stadt und Land, der Ostteil des Landkreises Beuthen ohne die Stadt, und Teile der Kreise Tarnowitz und Lublinitz ohne die Städte. Was die reindeutsche Stadt Königshütte betrifft, so wird von einer für Polen günstigen Lösung gesprochen. Neben den Bestimmungen über die neue Grenze soll das Gutachten des Völkerbundsrates eine Fülle von teilweise sehr verwickelten Bestimmungen enthalten über technische und wirtschaftliche Fragen, deren redaktionelle Ausarbeituna auf aroke
Schwierigkeiten stößt. Von de« Mitgliedern des Völkerbundsrates wird jede weitere Auskunft über die Grenzlinie verweigert.
Paris, 11. Oktbr. Wie der Genfer Sonderberichterstatter der „Times" meldet, ist der Völkerbundsrat heute nachmittag zu einer inoffiziellen Sitzung bei Baron Jshi zusammengetreten, um dem Sonerdberichterstatter des Vierer-Ausschusses (Belgien, Brasilien, China und Japan) anzuhören. Heute nachmittag wird der Rat in außerordentlicher Sitzung mit der Prüfung dieses Berichtes fortfahren, wenn über die Fassung des Gutachtens, oder genauer die Lösung, die er anempfehle, im Bölkerbundsrat selbst noch keine volle Einigkeit hergestellt werden könne. Gleichwohl nahm man in Genf an, daß der Völkerbunds rat am Mittwoch dem Vorsitzenden des Obersten Rates, Briand, sein Gutachten werde zustellen können; 'es sei eine kleine Verzögerung noch möglich. — In Genf dementiert man, daß die englische Regierung gegen eine für Polen zu günstige Lösung eine Art Veto e i n I e g e.
Paris, 11. Oktbr. Das „Journal de Debats" erfährt aus Genf, daß gewissen Nachrichten zufolge der Völkerbundsrat seine Schlußfolgerungen bereits offiziell dem Obersten Rat mitgeteilt haben soll; Frankreich und England sollen gewisse Abänderungen vorgeschlagen haben. Der Oberste Rat soll gegenwärtig mit einer endgültigen Fassung des Gutachtens beschäftigt fein, das er abend, oder morgen dem Winisterpräsiden- ten Briand werde zugehen lassen.
Dauersitzungen des Reichskabinetis.
Berlin, 11. Oktbr. Wie die Blätter melden, ist die heutige Vormittagssitzung des Kabinetts, die sich mit dem oberschlesischen Problem befaßte, um eins abgebrochen worden. Die Sitzung wurde abends um ^7 Uhr fortgesetzt, ist aber ergebnislos verlaufen, da dem Kabinett authentische Nachrichten über das Schicksal Oberschlesiens nicht vorlagen. Das Kabinett wird heute vormittag 9 Uhr zu einer neuen Sitzung zusammentreten. Man hofft, bis dahin klarer zu sehen und erwartete nähere Berichte, namentlich aus London.
Berlin, 12. Oktbr. Die Sitzung des Reichstagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, die für heute vormittag anberaumt war, ist abgesagt worden, da, wie die Bläter annehmen, die Regierung noch nicht in der Lage ist, positive Mitteilungen über das oberschlesische Problem zu machen.
Die Stellungnahme der Industrie.
Wie der „Lokalanz." mitteilt, weilten gestern abend einige Mitglieder des Reichsverbandes der deutschen Industrie beim Reichskanzler, um sich mit ihm über die Kreditaktton zu unterhalten. Auch die o ber s ch le s i sch e Frage ist im Zusammenhang damit besprochen worden. Industrie, Landwirtschaft und Handel seien dem Blatte zufolge fest entschlossen, angesichts der Nachrichten über die Beschlüsse des Völkerbunds- rates, die größte Zurückhaltung zu üben. Nach dem etwaigen Verlust von Oberschlesten oder nach der Teilung des Industriegebietes werde die deutsche Volkswirtschaft nicht die Kraft besitzen, Leistungen zu vollbringen, wie sie mit demAb- schluß des Kreditabkommens verbunden wären. Das Abkommen dürfe also nur herausgebracht werden, wenn Deutschland Oberschlesien behalte, denn die Industrie und mit ihr Handel und Landwirtschaft dächten nicht daran, Leistungen zu übernehmen, von denen sie von vornherein wüßten, daß sie nicht erfüllt werden können. Außerdem verlaute dem Blatte zufolge, daß die ausländischen Finanzkreise, die an die deutsche Wirtschaft mit Anleiheangeboten herangetreten waren, entschlossen sind, ihre Angebote zurückzuziehen, wenn Deutschland wichtige Teile von Oberschlesien verlieren sollte.
Die Parteien Oberschlesiens fordern den Rücktritt des Kabinetts.
Kattowitz, 12. Oktbr. Die Sozialdemo - kratische Partei Oberschlesiens hat an den sozialdemokratischen Pärteivorstand in Berlin ein Telegramm gerichtet, in dem erstere für die Unteilbarkeit Oberschlesiens hinweist. Bei einer Teilung würden die Arbeitermasson naturnotwendig von allen Bevölkerungsschichten am schlimmsten betroffen werden. Zum Schluß des Telegramms heißt es: Die in der Sozialdemokra
tischen Partei Oberschlesiens organisierten Mitglieder stellen deshalb an den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands das dringende Ersuchen, die sozialdemokratischen Mitglieder der deutschen Reichsregierung zu beauftragen, bei einer für Deutschland ungünstigen Entscheidung in der oberschlesischen Frage ihre Aemter im Reichskabinett nieder- z u l e g e n und zu erklären, daß die sozialdemokratische Partei als Vertreterin der arbeitenden Bevölkerung die Verantwortung für die Zu- stimmung einer solchen Entscheidung nicht zu tragen vermag.
Kattowitz, 12 Oktbr. Die Zentrumspartei Oberschlesiens richtete an den Reichskanzler folgendes Telegramm: Der Völkerbundsrat soll eine weitgehende Teilung Oberschlesiens, sogardes Industriegebietes unter Errichtung einer phantastischen wirtschaftlichen Einheit ernsthaft erwägen. Die Durchführung dieses Pâ- nes würde den Ruin Oberschlesiens bedeuten und eine Quelle ständiger Bedrohung des europäischen Friedens sein. Wir erwarten eine alsbaldige Erklärung der Reichsregierung, daß eine solche Entscheidung unannehmbar wäre und den sofortigen Rücktritt des Kabinetts zur Folge hätte.
Gleiwitz, 12. Oktbr. Die Deutschnationale Volkspartei richtete ebenfalls ein Telegramm an den Reichskanzler, in dem sie auf das Abstimmungsergebnis hinweißt und fordert, daß das Reich es keinesfalls zugeben dürfe, daß Oberschlesien um die Früchte dieses Abstimmungs- sieges betrogen wird. Die Partei stelle sich hinter jede Maßnahme der Regierung, die geeignet sei, Oberschlesien ganz und ungeteilt dem deutschen Reiche zu erhalten.
„Reichskanzler werde hart!"
Berlin, 12. Oktbr. Der deutsche Ausschuß für Oberschlesten hat an Den Reichskanzler ein Telegramm gerichtet, in dem es am Schluß heißt:
Wir fordern vom Reich, daß es unser Recht verficht, ohne Rücksicht darauf, ob uns im einzelnen wieder schwere Tage üevovstehen. Reichskanzler werde hart! Wir sind es.
Auch der Landesverband Oberschlesien der Deutschnationalen Volkspartei und der der Deutschen demokratischen Partei haben ähnliche Telegramme an den Reichskanzler gerichtet, in denen auf die Unteilbarkeit hingewiesen und Nichtanerkennung eines für Deutschland ungünstigen Entscheides gefordert wird.
Die amerikanisch-englische Spannung.
Frankreich wirbt rnn Amerika.
Die „Chicago Tribune" behauptet, daß Ministerpräsident Briand in Washington ein französisch-amerikanisches Abkommen zustande bringen wolle, das sich einesteils auf den Rhein, andererseits auf die Fragen des fernen Ostens erstrecken solle. Sollten die Vereinigten Staaten Frankreich Garantien geben, daß sie es gegen deutsche Angriffe unterstützen werden, so würde Frankreich den Vereinigten Staaten seine Unterstützung anbieten, falls es im Pazifischen Ozean und im fernen Osten Frankreichs Hilfe benötige. Ein leitendes Mitglied der amerikanophilen Gruppe in der französischen politischen Welt erklärte der „Chicago Tribun e", daß Briand die größten Anstrengungen machen wolle, um diese Verständigung mit den Vereinigten Staaten zustandekommen zu lassen, trotz der Warnungen der Anglophilen in Frankreich, die erklären, daß England geographisch näher liege und Frankreich rascher helfen könnte, als Amerika, wenn Deutschland wirklich wieder einmal angriffe. Briand werde während seines kurzen amerikanischen Aufenthats nur die Grundlagen für dieses französisch-amerikanische Abkommen entwerfen und es der ftanzöstschen Abordnung überlassen, die weiteren Verhandlungen zu führen. Würde Briand seitens des Präsidenten Harding Zustimmung finden, so könne er dann nach Paris zurückkehren und mit Lloyd George Verhandlungen führen, um mit ihm eventuell einen neuen Allianzvertrag abzuschließen. Der „Chicago Tribune" zufolge würde Briand weiter mit der amerikanischen Regierung die Frage der Kosten der amerikanischen Besatzungstruppen am Rhein erörtern.
Wirtschaftliche Wiederherstellung und Weltfrieden.
Lond»», 12. Oktbr. Gellern würbe unter dem Vorsitz« von Lord Parmoor die dritte internationale Konferenz für wirtschaftliche Wiederherstellung und Weltftieden eröffnet. Er waren 200 Delegierte aus allen Teilen der Welt anwesend. Zur Erörterung tarn dar Thema „Die Religion al» ein vereinigender Faktor unter den Nationen und al» praktische Grund
der europäischen Gesellschaft nach dem Weltkriege. Der schwedische Vertreter Dr. Westmann erklärte, es ge- reiche Gott nicht zum Nutzen, daß augenblicklich 1700 deutsche Missionare von ihrer Arbeit in den britishen Kolonien und in Indien abgehalten würde«, war auch ein große» Hindernis für die Erneuerung normaler Beziehungen zwischen den Christen auf beiden Seiten der Nordsee sei. Die Konferenz nahm eine Enschließung an, in der die religiösen Kräfte der ganzen Welt aufgefordert werden, die Annahme einer auf alle Nationen angewandten Abrüstung durch bü Washingtoner Konferenz zu unterftü^en.
Italien.
Für eine Politik der freien Hand.
Aus Rom wird geschrieben:
Das Blatt Jl Paese tritt heute offen für best Austritt Italiens aus dem Bunde mit den West- mächten ein und befürwortet eine Politik der freien Hand. Das Wohnen mit Frankreich und England in ein und derselben Wohnung führe zu fortwährenden Streitigkeiten. Die Dienste, die Italien dem Verband leiste, würden als selbstverständlich hingenommen und mit Undank vergolten, wie die ftanzosenfteundlichen Blätter oft genug sebst feftgefteKt hätten. Deshalb keine Politik der Feindschaft gegen die Westmächte und des Bündnisses mit Deutschland, sondern eine Politik der Selbständigkeit, die von Fall zu Fall vorgehe und bei den großen Entscheidungen das Gewicht der italienischen Macht in die Wagschal« werfe.
In der Erwiderung auf diesen Vorschlag des Paese. entwirft das ftanzosenfteundliche Fas- cistenblatt, das Giornale d'Jtalia, ein geradezu trostloses Bild von der politischen Lage, in die das „siegreiche Italien" durch den „Befteiungs- krieg" geraten ist. Ein Austritt aus dem Verband würde die wfttschafMche Wiedereroberung und die politische Unterwerfung Italiens unter Deutschland bedeuten, was die Südtiroler Frage zum Vorwand für seinen Angriff nehmen ^erbe. Man würde sich den Vergeltungsmaßnahmen von Frankreich und England und den Angriffen der Feind-e Italiens auf dem Balkan aussetzen Wenn Italien nicht mehr dem Verband angehöre, mürbe es bei den Beratungen der Verbündeten nicht mehr seine Stimme geltend machen können, und die Verbündeten würden einfach über Italien hinweggehen. Nur innerhalb des Verbandes könne man die „Früchte des Sieges" retten, die Besiegten niederhalten und eine Störung des „neuen europäischen Gleichgewichts" verhüten. Denn der Verband sei die „einzige, organische, lebendige und geordnete Macht in dem durch ben Krieg aus den Fugen gebrachten Europa". Mit wem solle Italien gehen? Mit dem „am Boden liegenden Deutschland" ober dem „hungernden Rußland" oder dem in „Unordnung befindlichen Balkanien oder Dannbien?" Dann klagt das Giornale, dessen Direktor Bergamini heute vom Paese öffentlich als „Betrüger" bezeichnet, wurde, an den letzten Arttkel des Temps über die Vorgänge in Venedig anknüpfend, über Frankreich, dessen Politik es dem Giornale wirklich schwer mache, sich gegen die „deutschen Agenten" zu verteidigen. Es warnt Frankreich, mit Italien in Zwist zu geraten, da Amerika sich von ihm abgewandt und England häufig eine antifranzösisch Politik treibe. Italien wolle im Verband bleiben aber es müsse „unter guten, würdigen und vorteil haften Bedingungen" geschehen.
So bewegt sich das Giornale d'Jtalia in seiner Angst in lauter Widersprüchen: Italien ist siegreich und Deutschland liegt am Boden, aber Deutschland bedroht Italien; der Verband ist die einzige lebendige und organische Macht, aber England treibt eine antifronzösische Politik. Der Bund mit Frankreich ist die einzige Rettung für Italien, aber Frankreich behandelt Italien schlecht. Und damit die dem Giornale zur Gewohnheit gewordene Verleumdung nicht fehlt, werden die Schriftleiter des Paese als die „Sklaven" und „Landsknechte Deutschlands" bezeichnet. Tatsächlich gleicht das ftanzösisch-italienische Bündnis heute auf ein Haar dem frühern österreichisch-italienischen, über das Graf Nigra gesagt hat: „Italien und Oesterreich können nur Verbündete oder Feinde sein." Das Bündnis wurde durch wirklichen oder angeblichen Zwang der Dinge zusammengehalten. aber die Volks- stimmung stand ihm feindlich gegenüber. Kein Blatt hat — bis zur Stunde der Entscheidung — eifriger das österreichisch-italienische Bündnis verfochten als das Giornale d'Jtalia. -
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— Die Streikbewegung. Der „Lokalanz.' meldet aus Essen: Bei der Dortmunder Union trat gestern ein Teil der Belegschaft des Hochofen- und Thomasstahlwerkes wegen Lohndifferenzen in einen wilden Streik. Da durch den Ausstand auch die Stromerzeichung unters bunden wurde, mußte das^ganze. Werk Mge«! legt werben*
lage der Weltfrieden»". Lord Parmoor erklärt« in seiner Rede, da» Ziel der Sonferenz sei die Förderung de» internationale» Friedens und der Wiederaufbaues