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Hanauer N Anzeiger

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General-Anzeiger

Verlagsleituns: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeine«Teil Ridiarb öuItiézTüt lokalen und vrovinziellen Teil

/Tama». sowie Svort Wilhelm Moritz: für Anzeigen und

Amtliches Organ für Slaot- und Landkreis Kamm «««-».«»AugustBrodt â t« s«.«-. «-»». Rotatlonsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Sanem.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Ar. 234

Donnerstag den 6. Oktober

1921

Das Neueste.

Lon amerikanischen Finanzgrupp-« sollen zahl- eeiche Anerbieten eingelaufen sein, in denen die Be- reitroilli gleit betont wird, der deutschen Industrie be- nächtliche Kredite zur Verfügung zu stellen.

Die Völkerbundsversammlung hat gestern ihre zweite Tagung beendet.

Die Vertreter deS Zentrums, der Demokraten, der Mehrheitssozialdemokraten und der Deutschen Volks- Partei kommen heute zu einer Besprechung beim Preuß. Ministerpräsidenten Stegerwald zusammen.

Ein bewaffneter Konflikt zwischen Jugoslawien und Albanien wird al» unvermeidlich erklärt.

Einem offiziellen Bericht aus Tokio zufolge ist »er Mikado sehr schwer erkrankt. Die Bevölkerung erwartet mit jedem Augenblick die Nachricht von seinem Ableben.

Die entscheidenden Tage.

Und der König sprach: Holet mir ein Schwert her! Und da das Schwert vor den König gebracht ward, sprach der König: Teilet das lebendige Kind in zwei Teile und gebt die­ser die Hälfte und jener die Hälfte. Da sprach das Weib, des Sohn lebte, zum König (denn ihr mütterlich Herz entbrannte über ihren Sohn): Ach, mein Herr, gebt ihr das Kind le­bendig und tötet es nicht! Jene aber sprach: Es sei weder mein noch dein, laßt es teilen." Und i der Auseinandersetzung zwischen den beiden Müttern folgte jenes berühmte salomonische Urteil, dessen Klugheit und Gerechtigkeit geprie­sen wird bis auf den heutigen Tag.

Seit über einem Monat spukt die Geschichte von König Salomons klugem und gerechtem Spruch in der Politik herum. Diplomatische - Weisheit soll ein Aehnliches vollbringen. Sie ist in Genf versammelt und hält geheimnisvolle Beratungen ab über ein Urteil, das gefällt wsr- K den soll über einen Körper, denen Lebensda- jein vernichtet ist, wenn er geteilt ist. Ober- schTesten! Jnneralb dieser Woche noch soll der Weisheitsspruch gefällt werden, der aber nach unseren gestrigen Meldungen in keiner Weise mit salomonischer Weisheit in Beziehung steht. Was man von Genf hört, gleicht einer einzigen großen diplomatischenSudelköcherei", die einem Mephistopheles Freude machen könn­te. Und das Widerliche dieser Genfer Sudel­köcherei liegt besonders darin, daß man sie mit dem Tuch der Moral, der Gerechtigkeit, des Völkerfriedens zu überdecken sucht.Das deut­sche Volk sollte sich auf eine schwere Enttäu- ^ung gefaßt machen." So meldete gestern der Draht von Genf und nach allem was vorher schon aus den Ententeblättern zu entnehmen war das ist das Unangenehme, daß wir nur aus Ententequellen unterrichtet werden ge- urteilt, mußein salomonisches Urteil" ange­zweifelt werden.

Dem Eindruck einer gründlichen und ge- ^ssenhaften Prüfung des Problems von feiten oes Völkerbundes hat es schon geschadet, daß er «-nicht für nötig hielt, Vertreter der beiden an Oberschlesien interessierten Mächte über chre Argumente zu befragen, denn da eine dieser Machte Polen Mitglied des Völkerbundes TV oie andere dagegen nicht, war felbstverständ- ilch ine Gefahr einer Parteinahme vorhanden. Dazu kam noch die schamlose diplomatische Kühlerer Frankreichs. Wir erinnern nur da- daß es ein Leon Bourgeois war, der als Vertreter Frankreichs es durchsetzen mußte, daß dre Oberschlesien-Kommission in ständiger Be­rührung und fortwährendem Austausch mit den säenden Großmächten bleiben sollte. Daß die französische Diplomatie, deren Gerissenheit in unseren Tagen ihresgleichen sucht, es dabei nicht versäumt haben nnrd, einen Regen vonBe- weismaterkal, Gutachten und sonstigen Din- gen auf die Kommission niederprasseln zu lassen, £ L - anzunehmen. Ein salomonischer ©Mettsforud) ist aus diesen Gründen zwei- elhast ferner auch aus dem Grunde, daß man sich nach tote vor nur mit Teilungsplänen, die bald einen größeren, bald einen kleineren Teil des Industriegebietes an Polen überweisen wal- befaßt hat. Das eigentliche Problem der Teilbarkeit oder Unteilbarkeit Oberschlesiens an sich scheint man wenigstens ist darüber bis­her nichts in die Oeffentlichkeit gekommen überhaupt nicht erörtert zu haben. Allem An­schein nach, ist nur darüber gesprochen worden, in welchem Maße man am geschicktestenVöl­ker wie Schachfiguren" hin- und Herschjeben kann, was eigentlich nach den Grundsätzen Wil­sons, des Verkünders des Völkerbundsgedan­kens, nie mehr geschehen sollte. Gerade in diesen -tagen der Entscheidung ist das Urteil des ame- fuanifdjen Sachverständigen DavidHunter ^tHer bekannt geworden, der als Rechtsbei­stand des einstigen Präsidenten Wilson und als Mitarbeiter am Versailler Friedensvertrag und so den Satzunaen des Völkerbundes einiaer-

maßen unterrichtet darüber ist, auf welchen Grundlagen die Bestimmungen des Friedens­vertrages, die für Oberschlesien maßgebend sind, aufgebaut wurden, und der in feinem Gutachten erklärt, die Unteilbarkeit O b e r s ch l e s i e n s sei bei der Abfassung die­ser Bestimmungen ausdrücklich anerkannt wor­den allerdings weil man geglaubt habe, daß sich eine polnische Mehrheit bei der Abstimmung ergeben würde. Nach dem Volksabstimmungs­ergebnis aber müsse Oberschlesien nun unge­teilt beim Deutschen Reiche verbleiben. Die­ses Gutachten, das wir nur unterstreichen kön­nen, kommt wahrscheinlich leider zu spät, denn nach allen oben angeführten Anzeichen und den weiter unten wiedergegebenen Meldungen dürfte die Oberschlesien-Kommission ihren Ent­schluß bereits gefaßt haben, der darauf hinaus­geht, Oberschlesien zu zerreißen.

Dennoch dürfen mir die Hände nicht in den Schoß legen im Gegenteil, wir müssen immer und immer wieder auf das deutsche Recht Hin­weisen, auch dann noch, wenn in Genf die Ver­nunft zum Schafott geschleppt werden sollte. Die Teilung Oberschlesiens bedeutet nicht nur das deutsche Recht mit Füßen treten, sondern Mord am Wirtschaftskörper dieses Landes und die Verewigung eines Streites zwischen Deutsch­land und Polen. Was daraus wird, ist nicht schwer zu sagen. Polen wird aus dieser Teilung niemals dauernde Vorteile ziehen können. Die Ruhe Europas ist für die kommenden Jahre dahin. An einen wirtschaftlichen Ausbau des aus vielen Wunden blutenden europäischen Kontinents ist nicht zu denken. Dessen sind sich alle Kenner der oberschlesischen Verhältnisse be­wußt: Das Volk deutscher wie polnischer Zunge wird den Spruch jetzt oder später verfluchen, der den oberschlesischen Wirtschaftskörper teilt oder aus chm Stücke herausschneidet. R. H.

Ein Dyrentwurs. "MWW

Genf, 5. Oktbr. Der Korrespondent derIn­formation" teilt mit, daß gestern von dem Aus- schuß der Vier der Vorentwurf für die Regelung der oberschlesischen Frage, der nach der gestrigen Meldung des Berichterstatters von zwei Sach­verständigen ausgearbeitet worden ist, grund­sätzlich angenommen worden sei. Der Vorent­wurf sei auch Briand und Lloyd George vorge­legt worden, deren Antwort und Stellungnahme erwartet würden. Indessen sei im Ausschuß die TeilungderBeuthenerGegend noch strittig. Die italienischen Delegierten schienen den Vorentwurf nicht sehr begeistert ausgenom­men zu haben und hätten Vorbehalte gemacht Die französisch-englischen Verhandlungen haben indessen ein sehr gutes Einvernehmen hervor­gerufen.

Unteilbar!

Berlin, 5. Oktbr. In einer Unterredung mit einem Vertreter desBerliner Tageblattes" kam David Hunter Miller, dessen Rechtsgut­achten über Oberschlesien dem Völkerbundsrate oorliegt, nochmals zu dem Schlüsse, daß nach Recht, Gerechtigkeit und Gesetz Deutschland un­bezweifelbar berechtigt sei, die Gesamtheit der Abstimmungszone in Oberschlesien als inte­grierenden Teil des deutschen Territoriums zu behalten. Miller erklärte der Ueberzeugung zu sein, daß das Gutachten des Völkerbundsrats an den Obersten Rat dementsprechend ausfallen müßte

Zürich, 5. Oktbr. Zu den Teilungsplänen, von denen Genfer Gerüchten zufolge Oberschle­sien bedroht ist, schreiben dieBasler Nachrich­ten":Daß überhaupt nicht geteilt werden sollte, daß in Europa schon allzuviel mit leben­digen Wirtschaftskörpern jongliert worden ist, davon spricht in Genf kein Mensch. Und doch wäre es so leicht, Deutschland für so lange zur Lieferung von oberschlesischen Roh- und Jn- dustrieprodukten an Polen zu zwingen, bis die riesigen Kohlenlager Polens erschlossen sind und das Land dadurch in den Stand gesetzt ist, allen feinen Bedürfnissen, insbesondere denen der ehemals deutschen Provinzen Posen und West­preußen, mehr als zu genügen. Der Völker­bund peitscht seine Rosse dem Abgrund entgegen und glaubt sich dadurch den ewigen Dank Frank­reichs zu erwerben. Die Ewigkeit wird aber nur so lange dauern, bis dank der Saarwirt- schast der französischen Industrie der Atem aus­geht und dank der oberschlesischen Katastrophe Deutschland die letzte Möglichkeit verliert, Repa­rationszahlungen zu leisten. Nachher hört der Dank auf."

polnische Banden.

Beukhen, 6. Oktbr. Polnische Banden griffen in der Nacht zum Dienstag an zwei verschiede­nen Stellen die Grenzwachen an. Die Angreifer wurden zurückgeschlagen, doch wurden dabei zwei Beamte der Abstimmungspolizei ver­wundet,

Die Regierungsumbildungen»

Die Demokraten.

Auf die Anfrage der Sozialdemokraten, ob die Demokraten grundsätzlich geneigt sind, die U. S. P. D. in die Koalition einzubeziehen und ob sie gewillt sind, die in dem Briefe der U. S. P. D vom 1. Oktober aufgestellten Forderungen in das Regierungsprogranun aufzunehmen, hat namens der Reichstagsfraktion der Deutschen Demokra­tischen Partei Reichsminister a. D. Koch u, a. wie folgt geantwortet:

Die Demokratische Fraktion lehnt die Mit­wirkung keiner Partei ab, die sich in der Not des Vaterlandes zu dem Entschlusse durchringt, auf dem Boden der Weimarer Verfassung an der Wiederauftichtung unseres staatlichen und wirt­schaftlichen Lebens mitzuarbeiten. Aus diesem Grunde bittet die Denwtratische Partei vor Ein­tritt in weitere Verhandlungen um Aufklärung über folgende Hauptpunkte:

1. Ist der Sozialdemokratie bekannt, ob die U. S. P. D. bereit ist, Erklärungen dahin abzu- geben, daß sie auf die Einführung der Rätere­publik auf dem Wege der Gewalt verzichtet.

2. Die Verstärkung der Regierung durch Ein­tritt der Deutschen Volkspartei ist zur Gesundung unserer Finanzen von unbestreitbarem Wert. Ist der S. P. D- bekannt, ob die U. S- P, D. be­reit ist, an einer Koalition unter Einbeziehung der Deutschen Volkspartei teilzunehmen?

Das Zentrum.

DerVorwärts" veröffentlicht die Antwort dèr Reichstagsfraktion des Zentrums auf die so­zialdemokratische Anfrage betreffend einer Koali­tionsbildung mit der U. S. P. In dem Schrei­ben heißt es, daß eine Antwort der Zentrums- fraktivn erst dann gegeben werden könne, wenn vorher feststehe, ob die U- S. P- einer Erweite­rung der Koalition nach rechts zustimme und ob sie bereit ist, auch ihrerseits die nötigen Deraus- setzungen dazu zu schaffen.

Zur preußischen Regierungsbildung.

Heute vormittag kommen die Vertreter deS Zentrums, der Demokraten, der Mehrheitsso­zialdemokraten und der Deutschen Volkspartei zu einer Besprechung beim preußischen Ministerprä­sidenten Steyerwald zusammen. Es soll der Ver­such gemacht werden, auf Grund der von den ein­zelnen Parteien aufgestellten Mindestforderun­gen die Grundsätze eines gemeinsamen RegierungsprogrammS auszuar­beiten. DieGermania" meint. daß irgend­welche Entscheidungen von diesen Besprechungen nicht zu erwarten seien. Vor Ende nächster Woche sei mit einer Entscheidung nicht zu rech­nen. Auch im Reich dürften die Verhandlungen erst Mitte nächster Woche in ein entscheidendes Stadium treten.

Die Kredttaklion der Industrie.

Berlin, 5. Oktbr. Der in München gebildete Ausschuß der R«ich»verb«ndS der Deutschen Industrie, der sich mir dem Kreditangebot beschäftigen soll, wird bereits am 13. Oktober zu seiuer ersten Sitzung zusa»- mentreren. Noch in dieser Woche wird er mit Vertretern der Landwirtschaft, der Banken usw. Fühlung nehmen. Wie die Blätter melden, gingen auf den Beschluß bei ReichSverbandeS her deutschen Industrie, die AuS- landskredit« der deutschen Industrie der Reichrregierung zur Verfügung zu stelle«, bereits mehrere Anerbieten von Anleihen großer amerikanischer Finanzgruppex ein, die sich bereit erklärten, Vertreter zu Verhandlungen nach Deutschland zu senden. In maßgebenden Kreisen rechnet man damit, daß die ersten Besprechungen mit Amerika, bereits in de« nächsten Tagen in Berlin stattfind«».

Der Konflikt in der chemischen Industrie.

Wie bereits gemeldet, wurde am 30. Eep- tember eine Vereinbarung zwischen dem Arbeit- geberverband der Chemischen Industrie und den Vertretern der Gewerkschaften (Fabrikarbeiter- verband, Bauarbeiterverband, Metallarbeiter, verband und Christliche Organisationen) be­schlossen, wonach u. a. die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter und Arbeiterinnen nach Maßgabe der Bedarfs und nach freiem Er­messen der Werksleitung erfolgen soll und jede Entschädigung für nicht geleistete Arbeit abge­lehnt wird. Der Verband der Fabrikarbeiter hatte den bezirklichen Schlichtungsausschuß der Chemischen Industrie zu Frankfurt a. M. an» gerufen zwecks näherer Erläuterung dieser Vereinbarung. Der Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie gab vor dem Schlichtungs- ausschuß folgende Erklämng ab:

1. Die Frage der ScchSundsünfzig-Stunden-Woche ist dukch ml« '»ito^aufc^l^

Verhandlungen auSgeschaltet worden. Wir hab« uns inbeffen Vorbehalten, von unserem tarifmäßigen Recht Gebrauch zu machen, diese Frage unseren tarif­lichen Schlichtungsinstanzen zu unterbreiten ober sie zum Gegenstand von Tarifverhandluugea m mache».

2. Er ist von bet Firma nicht beabstchttgt, die augenblickliche Sachlage zu BetriebSeiuschrÄmmgvi oder Stillegungen «uSznnxtzen.

3. Die Firma wird den Betrieb so schnell tottba anfnehmen, wie biel technisch möglich ist.

Auf Gmnd dieser Erklärung empfiehlt bei Schlichtungsausschuß in einet einstimmig ge­faßten Entschließung den Gewerkschaften:

möglichst bald eine erneute Abstimmung, btt feit* herigen Gesamtbelegschaft herbeizusühre». Lev Schlichtungsausschuß gab weiter der Erwartung Aus­druck, daß die Firma Chemische Fabrik GrieSheiw- Elektron, über deren Angelegenheit »»nächst verhaxd«lt wurde, nach einem »ustimm«nde« Beschluß der Ar­beiterschaft ihren Betrieb so schnell wie irgenbmögkich in vollem Umfang wieder aufnimmt, «« die wr«d«r- einzustellenden Arbeiter und Arbeiterinn« möglichst in wenigen Tagen wieder in Arbeit ,u bringen.. Der Schlichtung,auSschuß hofft damit, den Weg gezeigt »x haben, unter entsprechenden Bedingungen btt Arbeit auch in Höchst und Kelsterbach wieder ausznnebmen.

Wie mitgeteilt wird, soll unter der Belegschaft Griesheim die Abstimmung bald vsrgenommen werden.

Reichselsenbahnen oder Privat- bahnen?

Ein Aufsatz bei ehemaligen StaatSministerS a. IX e. Breitenbach imRoten Tag" hat in Berlin leb« hafteS Aussehen erregt und zu zahlreichen Sommm- taren Veranlassung gegeben. Der Minister bespricht die in die Milliarden laufenden Defizite der Reichr­eisenbahn« unter staatlicher Verwaltung und erörtert die Möglichkeit, durch den Uebergang der Bahnen in privat« Besitz mit diesem Minus im ReichShaurhalt aufzuräum«. Er rechnet damit, daß der Unter­nehmungsgeist, der einer privaten Gesellschaft inne« wohnt, vielleicht dazu berufen sei, die Bahnen wieder Gewinn abwerfen zu lassen. Auf Einzelheit«« bei interessanten Ausführungen emzugeh« führt hier »p weit. Außerordmtlich bedeutungsvoll aber ist folgenbet Passus:

Es wirb angenommen werden rinnen, dab die zustLndigen Stellen der Reich«, regierens dieser entscheidnnasschwere« Sraae bereits ihre Animerksamkeit ,«ge­wendet habe«. Die Oeffentlichkeit will aber Aber die zukSnftige Entwicklung «nd dieienige« Mahnabmen. bie_,« einer siinftigen Gestaltung führen können, auf­geklärt kein. Die jeder Vorstellung spot­tenden Fehlbeträge trotz der tne Uner­trägliche gehenden Tarifzuschlage recht» fertigen diese» verlangen

Daraus scheint hervorzugehrn, daß der frühen Minister bei preußischen EisenbahniveseuS bereits mit den amtlichen Stellen irgendwie Fühlung genontmei bat und zum mindest« bér Ansicht ist, das sie bew Plane nicht direkt ablehnend gegenüberstehen. Leider war eS bisher nicht möglich, eine amtliche Auskunft zu erhalten. DaS ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, daß el sich bei dem Vorschlag BreitenbachS zunächst um einen Fühler handelt, dessen Wirkung in der Oeffentlichkeit abgewartet werden muß, ehe man sich auf diesem Gebiete weiter vorwagt. Daß der Uebergang der Bahn aus dem Besitz des Staat«, in Privathand vielleicht VerwaltxngSm仫el nach sich ziehen kann, ist nicht unmöglich. So bleibt die Frage offen, ob der zu erwartende große p«k«»iSr< Vorteil das Jx-den-Kauf-Nehmen der klein« Be­schwerden rechtfertigt. Max darf erwarten, daß sich um dieses Thema schon in nächster Zeit eine lebhaft» Diskussion entwickeln wird.

»»Die frauzösisch-engrische Sus Cuse unerläßlich.'*

Paris, 5. Okt. Der Vertreter Exglaxdr im Völkerbund Fisher hat dem Redakteur der TempS, Jean Herdette, intern eine Mitteilun, über seine Auffassung von den französisch-englischen Beziehungen gemacht. Er erwähnte u. a., die französisch- englische Entente sei au, 2 Gründen nach wie »or unerläßlich; 1.) damit in Europa der Triebe aufrecht erkalten werde, 2.) damit im Falle einer neuen Konfliktgefahr die wirtschaftlichen Interessen England« und Frankreich, sichergestellt feien. Leun fügte er hinzu die fortwährende Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse lasse schon jetzt er. kennen, daß ein neuer Krieg, wenn el dazu kommen olle, für England von nicht minder unmittelbarer und urchtbarer Bedeutung fein würde, wie für Frankreich. Bei der täglichen Kleinarbeit, in welcher bie Franzose« und Engländer alle Angelegenheiten von Be­deutung regeln müßte«, an denen sie Interesse haben, würde nach sicherer Ueber»eung der Völkerbund gute Dienste leisten. DaS gemeinsame Interesse Frankreich, und Eng- tnb8 liege in der Entwickelung Leutsch- and, zum Pacifirmu« und um diese Ent­wickelung zu unterstütze«, müßten die nächsten 15 Jahre aulgenult werden, in benen ein neuer Angriff unwahrscheinlich fet. Ueber die Mittel, beten sich diese Unterstützung »n be­diene» habe, aber auch nur über diese, fei in Frank­reich und England allerdings nicht immer dieselbe Meinung. Aber da, sei eine Frqge, die sich mit Hilfe von Ueberlegung, Erfahrung und Loyalität lösen lasse.

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