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General-Anzeiger
Amtliches Organ für ElaSl- und Landkreis Sana«
Erscheint lägüch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Nr. 232
Dienslag den 4. Oktober
1921
Das Neueste.
— Nach dem „Temvs" wird der Völkerbundsrat spätestens am Samstag oder Sonntag sein Gutachten über die oberschlesische Frage bekanntgeben.
— Das Reichskabinett beriet gestern über das Wiederaufbauabkommen und sprach sich dem B. T. zufolge nach einem Vortrag Rathenaus für die Ratifizierung des Abkommens aus.
— Die Hamburger Buchdrucker find gestern in den Streik getreten. Die Zeitungen erscheinen nicht.
— Der Streik der Berliner Easthausangestellten dauert fort.
— Die S-wietregierung hat eine Verordnung erlassen. nach welcher Pässe für Auslandsreisende wieder eingefübrt worden find. Ein Paß mit Reiseerlaubnis von Rußland in das Ausland kostet 300 000 Rubel.
— Die ungarische Regierung hat sich verpflichtet das Burgenland zu räumen.
Am -ie -eulsche Zukunft.
Geht es dem deutschen Volk schlecht? Hat man seine Rüstung zerschlagen? Läuft die Not durch sein Land? Hat man aus seinem Reich Stücke gerissen? Ist dieses Volk ein Riesenschuldner geworden? Trägt es ein Sklaven- jod)? — Wenn man auf die innerpolitischsn Wirren der letzten Wochen, sowie auf die bis aus den heutigen Tag innerhalb der Parteien geführten Besprechungen und die sich dabei her- lusgesteLen parteipolitischen Widerstände zu- cückblickt, könnte man daran zweifeln, daß das deutsche Volk sich der Nöte und Gefahren je bewußt sei, in die es durch ein grausames Schicksal und nicht zum geringsten durch eigene Schuld gebracht worden ist. Seit vielen Monden redet man in den deutschen Landen von der Notwendigkeit des Wiederaufbaues. Aber die Parteien reden aneinander vorbei, verstehen sich nicht, obwohl sie die gleiche Sprache reden. Wir waten weiter in dem Sumpf und das Wort vom „Wiederaufbau" bleibt lediglich eine hohle Phrase, ja es droht zu einem Kennzeichen der Schande für uns zu werden, wenn nicht das Licht der Einsicht noch aufdämmert. Ein Lou- cheur will Deutschlands Bankerott und strebt auf den finanziellen Zusammenbruch hin. Dieser kenn nur abgewendet werden, wenn wir alle zusammenstehen und eine starke Abwehr bilden, wenn sich alle eng zusammenschließen, die eines guten Willens sind. Aber solches Werk zu vollbringen, scheint bei der seelischen und geistigen Verfassung des deutschen Volkes, das eigensinnig und eigenlebig ist wie kein anderes dieser Erde, in unseren Notzeiten schier unmöglich zu sein. Oder hat jenes Wort Logaus für unser deutsches Gegenwartsgeschlecht Berech- ngung: „Manches find geborene Knechte, die nur folgen fremden Stimmen; manches find ge- borene Herren, die felbsten leiten können." Und uvll Bitterkeit denkt der Politiker an ein anderes Wort, nämlich das Miltons aus dem „Ver- reüen Paradies": Lieber Fürst in der Hölle, als Knecht im Himmel. Nichts ist bezeichnender
das Britentum, als dieses Wort eines seiner Dichter. Das Herrentum ist die erste Voraus- schung für jeden Engländer. Das deutsche Ge- ichlecht der Gegenwart aber sträubt sich noch immer, den Weg zu gehen, der aus der Knechtschaft zur Freiheit führt, immer und immer wieder muß man die traurige Wahrnehmung machen, daß die politische Tatkraft des deut- schen Volkes sich im Kampf innerer Gegensätze erschöpft, daß seine Parteien in Augenblicken versagen, da die höchste Kraftentfaltung not- wendig ist, um Staaten und Reich zu erhalten.
Darüber durfte es wohl keinen Zweifel mehr geben, daß die Hauptursache unseres heutigen Elends einzig und allein der Ver ailler Vertrag und im Zusammenhang damit das Londoner Ultimatum ist. Beide müssen revidiert werden. Wie verheerend dre Londoner Forderungen und die erste bescheidene Erfüllung auf die deutsche Valuta gewirkt haben, kann man daraus erkennen, daß Anfang Mai d. I., also zurzeit der Londoner Konferenz, 142 Mark noch immer die Kaufkraft von 10 Goldmark hatten. Heute sind wir nun glücklich so weit gekommen, 240 Papiermark aufwenden zu müssen, um 10 Goldmark i$u erhalten. Der Kanzler hat kürzlich selbst zugegeben, daß wir die künftigen Ratenzahlungen des Ultimatums wohl nicht mit der gleichen Schnelligkeit leisten könnten, als es bei der ersten der Fall war. Wie man die erste Rate rufbrachte, hat die Reichsbank kundgetan: Aufbringung von rund 600 Millionen Goldmark auf dem Wege des Devisenankaufes, Entnahme von -70 Millionen Goldmark aus dem Goldbestand, 80 Millionen aus der Lombardierung der Reichsbank-Silbervorräte und endlich 15 Mil- itonen Goldmark aus dem Ankauf von Goldstücken im freien Handel. Das letztere bedeutet.
an sich weiter nichts als die Tatsache der Verpfändung von Vermögensstücken der deutschen Volkswirtschaft. Das geht einmal, geht vielleicht auch ein zweites Mal, aber dann ist Schluß.
Wie sich nun die Regierung eine Lösung der obwaltenden Schwierigkeiten denkt, ist aus keiner ihrer bisherigen Maßnahmen und Aeußerungen zu erkennen. Daß es mit Steuern allein nicht geht, wird kaum noch von irgendeiner Seite bestritten. In den Kreisen der I n d u st r i e aber, von denen man noch nicht weiß, wie weit sie in ihrer Gesamtheit sich hinter die von uns kürzlich mitgeteilten Beschlüsse der Münchner Reichsverbandstagung stellt, herrscht zum mindesten schwere Besorgnis in der Richtung, daß auch die in München in Aussicht genommene großzügige Hilfsaktion vergebens sein dürfte. Trotzdem geben wir die Hoffnung für das Gelingen dieses Problems noch nicht auf, und wir richten an die politischen Parteien wie an die Vertreter der Industrie den Appell, alle Mittel und Wege in Erwägung zu ziehen, um ein durchführbares Aktionsprogramm zu schaffen. Dabei wird der Besitz den klaren Beweis erbringen müssen, daß er bereit ist zu opfern und zu steuern bis zu einer Grenze, die lediglich von der Notwendigkeit gezogen wird, die nationale Produktion bis zum höchstmöglichen Maße zu steigern. Andererseits ist es Pflicht der politischen Parteien, die Fragen rein politischen Charakters bis zu einem gewissen Grad in den Hintergrund zu rücken, vor allem aber die Parteiselbflsucht vollkommen auszuschalten. Unsere gegenwärtige Lage drängt auf das Zustandekommen einer Einigung aller politischen und wirtschaftlichen Kräfte. Nur durch das Zusammenwirken der politischen Parteien mit den entscheidenden Faktoren . unserer WirtMast - Unternehmer sowohl als auch Arbeiter — ist es möglich. daß wir aus den innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten herauskommen. Politisch gesprochen heißt das die Zusammenfassung aller politischen Energien und Fähigkeiten des deutschen Volkes, soweit sich diese nur irgendwie zusammenfassen^ lassen. Ist diese Zusammenfassung möglich, dann würde der Regierung — trotz des großen persönlichen Kredits, den Dr. Wirth im Auslande genießt — u. a. auch diejenige Festigkeit gegeben werden, die das Ausland dazu bewegen könnte, den mit uns, wie schon gesagt, unbedingt notwendigen Verhandlungen über eine Revision des Friedensvertrages näher zu treten.
Außergewöhnliche Verhältnisse zwingen zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Außergewöhnliche Anforderungen, die an ein Volk gestellt werden,. erfordern die Zusammenfassung aller seiner Kräfte, Hintansetzung alles seine Teile sonst Trennenden. Wer noch auf eine deutsche Zukunft rechnet, der darf nicht mit einem Zufall, mit einer eventuellen Uneinigkeit unserer Feinde, oder mit dem Kommen eines großen Mannes rechnen. Nein, nur aus uns selbst heraus kann die Gesundung kommen, nur in uns selbst müssen wir die Kraft zum Weiterleben als Volk, die Kraft zum Wiederaufstieg finden. Und diese Kraft liegt in der Einheit des Volkes, zu der wir gelangen müssen auch über die Köpfe der Widerstrebenden hinweg. U. H.
Die Regierungsumbildungen.
Die gestrigen interfraktionellen Besprechungen beim Reichskanzler Dr. Wirth über die Umbildung bei ReichskabincttS haben noch kein positiver Ergebnis gehabt. Die Aussprache drehte sich vor allem um die Meinungsdifferenz, die in der Auffassung über das Steuerproplem besteht. Im Zusammenhang damit nahm einen breiten Raum der Erörterung das Angebot der Industrie, der Bankwelt und der Landwirtschaft zur Beschaffung von Devisen für die Reparation ein. Es wurde beschlossen, daß Reichrkanzlcr Dr. Wirth nach Rückkehr der leitenden Persönlichkeften des ReichsverbandeS der deutschen Industrie von > bet Münchener Tagung mit den Vertretern der Industrie, der Bankwelt und der Landwirtschaft in Verhandlungen über ihr Angebot eintritt. Daraus wurde die Aufforderung der Mebrhcitesozialisten und der Unab- lrängigen zum Eintritt in die Regierung und deren Antwort besprochen. Eine grundsätzliche Ablehnung der Mitarbeit der Unabhängigen wurde weder von den Demokraten, noch von dem Zentrum ausgesprochen. Die Verhandlungen über die Regierungsumbildung wurden darauf auf Mitte nächster Woche vertagt.
Neubildung der preukischeu Negier««-.
Die Besprechungen beim Ministerpräsidenten Steger» Wald über die Regurungkneubildung in Preußen hat gleichfalls kein positive« Ergebnis gehabt. ES wurde beschlossen, daß jede Fraktion ihre Grundsätze für weitere Verhandlungen und ihre Forderungen an die künftige RegierungSpolitck schriftlich formulieren soll. Darauf sollen dann darüber in einer neuen Besprechung der Fraltionrführer mit dem Ministerpräsidenten Stegerwald, die am nächsten Donnerstag stattfinden soll, beraten werden»
Um Oberschlesien.
Die Gewerkschaften fsrderu Entsendung v»« Bölkerbundsvertreteru «ach Oberschlesten.
Kattowitz, 3. Oktbr. Die deutschen Gewerkschaften Oberschlesiens richteten am 1. Oktober folgender Telegramm nach Genf: Herrn Erich Drumond, Generalsekretär bei Völkerbünde«. Die Unterzeichneten bitten, den zur Vernehmung durch den Völkerbundsrat nach Genf berufenen deutschen Gewerkschaftsvertretern Ehrhardt, Franz und Griese folgender zu übermitteln, da die Adresse der Herren vier noch nicht bekannt geworden ist: Die deutschen Gewerkschaften ersuchen ihre nach Genf berufenen Vertreter den Völkcrbundrrat um die Entsendung von Vertretern der VölkerbundsrateS nach Oberschlesien zur Prüfung der Frage zu bitten. Bei der unübersehbaren Bedeutung der bevorstehenden Regelung ist die Prüfung aller Verhältnisse an Ort und Stelle unabweirbar notwendig. Diese örtliche Prüfung kann auch durch die mündliche Vernehmung unserer Vertrauensmänner in Genf nicht ersetzt werden. Allgemeiner deutscher Gewerkschaftsbund, Deutscher Gewerkschaft-bund und Gewerkschaftkring.
Die Abrüstung Deutschlands und die anderen Möchte
Wir haben dieser Tage über das völlige Versagen des Völkerhundes in der Abrüstungs frage und dem praktischen Mißerfolg der wohlgemeinten Worte des norwegischen Delegierten Lange berichtet. Wie die Behältnisse tatsächlich liegen, soll folgende, amtlichem Material entnommene Uebersicht zeigen. Sie beweist schlagend die Haltlosigkeit des französischen Geschwätzes von der Notwendigkeit, Deutschland gegenüber auf der
Hut zu sein.
Die K o p f st ä r k e n des Friedensheeres einschließlich zugehöriger Luffftreit- kräfte betragen:
in Deutschland in England:
reguläre Armee indische Armee
Territorial-Armee in Frankreich in Polen in der Tschechoslowakei
1913
779 880
250 QOO 150 000
315 000 985 000
1921
100 000 Mann,
277 000 Mann, 243 000 Mann, 100 000 Mann, 882 000 Mann,
550 000 Mann
180 000 Mann,
in Belgien — 120 000 Mann.
Es stehen also allein auf dem Festlande
Europas den 100 000 Mann deutschen, 1732 000 Mann völlig französisch orientierter Staaten gegenüber. Hierbei ist besonders zu beachten, daß die deutsche Wehrmacht weder schwere Artillerie noch Tanks, noch Luftschiffe, noch Flugzeuge, noch Gaskampftruppen besitzt, während besonders Frankreich gerade diese Kampfmittel be
sonders stark ausgebiaut hat.
Auch ein Vergleich der Flotten rüst- ungen Deutschlands mit der der wesentlichsten Seemächte gibt das Bild vollständiger Abrüstung Deutschlands und WeiterMtung der Feindmächte. Wir stellen gegenüber Deutschlands 6 Linienschiffen, 6 geschützten Kreuzern, 12 Torpedosahrzeugen über 200 Tonnen und 12 Tor- pedofahrzeugen unter 200 Tonnen mit einem Gesamtdeplacement von 11 930 Tonnen die Rüstung der Feindmächte nach Durchführung ihrer gegenwärtigen Flottevrogramme mit folgenden Zahlen: England 574 Schiffe mit 1 665 332 Tonnen, Ver.Staaten 438 Schiffe mit 1 609 410 Donnen, Japan 52 Schiffe mit 1 048 426 Tonnen, Frankreich 174 Schiffe mit 491740 Tonnen.
Den 116 930 deutschen Tonnen würedn somit 4 814908 Tonnen feindlichen Schiffsraums gegenüberstehen.
Keine Einigung in der chem. Industrie.
Höchst a. M., 3. Okt. Die Vereinbarungen zwischen dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie und den Gewerkschaften über die Frage der Wiederaufnahme der Betriebe« der Höchster Farbwerke waren heute mittag der beteiligten Arbeiterschaft zur Entscheidung unterbreitet worden. Die Abstimmung war geheim. Abschließende Ziffern liegen bis zu den Abendstunden nicht vor. da namentlich die umliegenden Landorte zum größten Teil noch ausstehen. Rach Mitteilungen aus Gewerkschaftskreisen haben jedoch nur etwa 40 Prozent der Belegschaft an der Abstimmung eilgenommen. In Alt-Höchst wurden, einer Ee- werkschaftszählung zufolge 207 Stimmen mit ia. 1228 mit nein abgegeben, während die Zahl der in Betracht kommenden Arbeiter ein Mehrfaches dieser Ziffern ausmacht. Aehnlich soll das Verhältnis in zahlreichen Landorten sein. Trotz des fehlens der Abschlußziffern ist aber schon soviel letzt zu erkennen, daß die Bedingungen der Arbeitgeber von den Abstimmenden mit starker Mehrheit abselehnt worden sind.
Der Bankrott -er & P. D.
Der „Vorwärts* schreibt: Der ehemalige Führer der K. P. D., Dr. Paul Levi, bestätigt in seiner Zeitschrift „Unser Weg" dem deutschen Kommuni«. mui seinen Bankrott, indem er zu einem Artikel in her saniert Sahn#*, tot dâ« &ni« .
Wicklung in der Metallarbeiterbewegung all ein „Klärung" bezeichnet, bitter bemerkt:
Ja, eine verteufelte Klärung! Wo die, die xttfrri besten Freunde waren, die unsere Hoffnung und unser« Kommenden waren, zurückgega^gen sind dahin, von wo sie kamen: Wir denken, dar ist Klärung. Dar ist Klarheit, daß der MärzksmmuniSmus, der — wir können das ja heute offen sagen — BakitnismuS und Bclakunismus Bankrott gemacht haben: sich und die K. V. D. Da» ist klar geworden 1
Allerdings!
Räumung des Burgenlandes.
Pra«, 3. Okt. Das tschechoslowakische Pressebüro meldet: Die ungarische Regierung brachte durch das Ministerium deS Aeußern offiziell der Botschafter- konferenz zur Kenntnis, daß sie die westungarischen Komitete zur festgesetzten Frist räume.
Oedendurg, 3. Okt. Nach einer Meldung bei Ungar. Korrespondenzbüros ist heute nachmittag das auf die Uebergabe Westungarns bezügliche Protokoll von ungarischer Seite von dem Generalleutnant Hcge- dueS unterzeichnet worden. Damit fei auch dar letzte Hindernis zwischen Oesterreich und Ungarn durch Vermittelung der ital. und tschechoslowakischen Regierung gefallen. Auf Wunsch der un, arischen Regierung und der Geueralkommission werde die ungarische Wenbarmeru Weisungen drS GeneralkommissarS zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Oedenburg und Umgebung vollstrecken
PolMsche Tagesberichle.
— Todesstrafe für unbefugte Lebens mitttlausfuhr. Dir Spitzenorganisation bei deutschen GetreidehandelS, der Verband der «etteide- uni Futtermittelvereinigungen Deutschlands, e. V., hat ar die ReichSreiierung z. H. des Herrn Rcichrjustir^ minister Schiffer eine Eingabe gerichtet, in dem ei u. a. heißt: Da leider die Möglichkeit nicht von bei Hand zu weisen ist, daß verruchte Gesellen aus gemeinem Eigennutz sich am eigenen Volk versündigen, so würden wir es im Juteresse . der Beruhigung der Oeffcntkichkeit und vor allem auch zur Vergeltung so nichtswürdiger Verbrechen für notwendig und zweck- mäßig erachten, wenn auf die unbefugte Ausfuhr von Getreide, Kartoffeln und ähnlich wichtigen Lebensmittel« die Todesstrafe gefetzt würde. Wir bitten di« ReichSregierung.eine entsprechende Vorlage dem Reichsra! und Reichstag vorlegen zu wollen.
— Verschärf««« des amerikanisch »japanische« Meinungsaustausches. AuS London meldet das „Petit Journal": Aus Toki, wird gemeldet: daß Japan die amerikanischen Vorschläge für die Abrüstungskonferenz als eine beabsichtigte Einschränkuuz der Autorität Japans im äußersten Osten betrachtet. Staatssekretär Hughes erklärte nämlich, daß , die Vereinigten Staaten gegenüber Japan keine Politik der Duldung befolgen könnten, wie sie sie während des Weltkriege« bewahrt haben. Die Erklärung verursachte große Bestürzung in den posttischen Kreisen Japans, weil man erklärte, daß die Regierung von Tikio ihre Politik in der Atandschurei und in Korea nicht ändern werde. Der Botschafter der Vereinigten Staateu in Tokio erklärte, daß Amerika nur die Ursachen bei Konflikte« beseitigen wolle und daß es die Entwicklung der nationale« Kräfte der iw Pazifische« Ozean interessierten Mächte sichersteller wolle. .
— Die Ariedensbedingungen der Türkei Aus dem Pressebüro Kemal Paschas wird nad einem Konstantinopeler Telegramm mitgeteilt daß Kemal Pascha keine Friedensverhandlungen mit den Griechen führen will. Er sei aber bereit, wenn sich die Mächte als Vermittler an ihn wenden, mit diesen zu verhandeln. Die Friedensbedingungen der türkischen Nationalisten seien kurz in die Sätze zu fassen: Vollkommene Unabhängigkeit der Türkei; Rückgabe aller türkischen Gebiete; Aufhebung des türkischen Friedensvertrages mit den Alliierten.
Die Vernunft bricht sich Bahn.
(Letzte Meldungen.)
L»«»»n, 4. Okt. Laut „Daily Mail' herrscht in gewissen industriellen Kreisen die Ansicht sehr ftar! vor, daß, wenn man Deutschland iw gegebene« Augenblick zwinge, feixe Verpflichtungen zu erfüllen, dies nur zu einem weiteren Fallen der Mark und zu ernsten We ch selkur»sch w ank«ngen ührex würde, wodurch de« Wiederaufleben de« Handel« chwcrer Schaden ,«gefügt würde. Beschlüffe der Re- gierung in dieser Frage könnten nicht gefaßt werden bevor Lloyd Leorge aw D»nner«tag mit bew Kabiueb ix London beraten habe. — Dem Blatt zufolge be
leht jedoch die Möglichkeit, daß Acndernnge, >o« großer Bedeutung in der inter nationale« Politik der britischen Regier««!
da« ErgcbxiS der in Gairloch stattfindenden Konferenz«
stiu könnte«.
L-ttdou, 4. Oktbr. Laut „Daily Mail' erstarb der augenblicklich in London weilende Vizepräsident der amerikanischen Handeltkammer, er sei persönlich der Ansicht, daß eine Neuregelung der Kriegsschulden der gesamten Welt zugute komme« würde, kr müsse etw«« getan werben, um bin Lorkriegslage wieder her.zustellen.
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