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General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

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Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« I Reklamen August ^Brodt. all/in Hanau a^Maim ' Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Fernsâechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage

Nr. 226

Dienstag den 27. September

1921

Das Neueste.

Die Hanauer Dunlopwerke haben heute morgen Hitz gesamte Arbeiterschaft infolge Lohn- stfferenzen ausgesperrt.

Das Reichsjustizministerium erklärt, daß Reformen bevorstehen, durch die eine stärkere Heranziehung von Laien zur Rechtspflege er­folgen soll.

Nach einer Meldung derChicago Tri­bune" soll Harding die Ansicht geäußert haben, saß es Unfug wäre, Deutschland fernerhin mit Sen Unterhaltungskosten der amerikanischen Truppen am Rhein zu belasten.

Churchill erklärte in einer in Dundee ge­haltenen Rede das Zusammenwirken Englands, Frankreichs und Deutschlands für notwendig.

Zwischen der schweizerischen und rumäni­schen Regierung ist ein Kreditvertrag abge­schlossen worden.

I

Die Verbretterung der Ksalttion.

Die politische Entwicklung Deutschlands ist durch Görlitz in neue Bahnen gedrängt und die erste Auswirkung der neuen Verhältnisse wird die kommende Regierungsumbildung im Reiche und in Preußen sein. Der Block von Scheide­mann bis Stresemann erscheint in seinen Grundumrissen gesichert, und was in den letzten Tagen an Auseinandersetzungen zwischen rechts und links vor sich gegangen ist, waren wohl Vorpostengefechte, welche die Stärke der beiden Gegner feststellen sollten. Ob der Block in Wirk­lichkeit zustande kommen wird, bleibt dabei zu­nächst eine offene Frage. Wer auf eine Konso­lidierung unserer politischen Verhältnisse hin­strebt, wer die Sehnsucht nach geordneten inner­politischen Verhältnissen im Herzen trägt, kann

»^üMen, daß eine Verständigung Mischen

Parteien sehr bald erfolgt. Die Parole: Das Vaterland über die Parteien! muß jetzt in d«r 'Vordergrund gestellt werden und unter dieser Parole sollten sich alle diejenigen Teile unseres Volkes, denen das Staatswohl, das Vaterland an erster Stelle steht, vereinigen. Die Frage der Regierungsumbildung muß in den nächsten Tagen gelöst werden, sie drängt; denn heute tritt der Reichstag zu einer Sitzungs­periode zusammen, die vielleicht die schwierigste ist, die der Reichstag je zu verzeichnen gehabt hat. Es harren große Probleme der Erledigung und nur eine starke Koalition wird in der Lage sein, dis sich ergebenden Schwierigkeiten zu meistern.

Wie aus Berlin gemeldet wird, hat denn mch gestern nachmittag zwischen dem Reichs- icmzler Dr. Wirth und dem Führer der Deut­zen Volkspartei, Dr. Stresemann, eine Ve- prechung stattgefunden über die Frage der üabinettsneubildung. Ueber Einzelheiten der Vesprechung wird nichts verlautbart. Ueber die Haltung der Deutschen Volkspartei wird in einer parteioffiziösen Kundgebung gesagt: Die Deutsche Volkspartei hat in Heidelberg ihre prinzipielle Bereitwilligkeit zu einer Koalition auf breiter Basis erklärt. Ein Ausschuß von mehreren Mitgliedern ist eingesetzt worden, um die Voraussetzungen zu prüfen, unter denen eine Mitwirkung der Deutschen Volkspartei bei der Regierungsbildung möglich wäre. Soweit Wir unterrichtet sind, werden die Forderungen der Deutschen Volkspartei, falls man an sie her­mtritt, weniger in Personal- oder Ressortforde- Mgen als in der Forderung der Aufstel- mng eines sachlichen Programms !ur Lösung der aktuellen Fragen, namentlich wf finanziellem Gebiete, bestehen. Man sieht m Kreisen der Deutschen Volkspartei die finan­zielle Lage des Reiches als außerordentlich ernst unb gefährdet an und würde zu einer Mitarbeit W nur bereitfinden, wenn energische Rittel angewendet werden, um das Elend "er Reichsfinanzen zu beseitigen.

DerVossischen Zeitung" zufolge sind gestern Mch die Führer der Zentrumsfraktion des Reichstages beim Reichskanzler erschienen, um dje allgemeine politische Lage zu erörtern. Die Sozialdemokraten folgen heute. Ueber die Aus- Achten der Kabin sbildung äußert sich der -Vorwärts" nicht gerade sehr hoffnungsvoll, das Blatt schreibt: Ob eine Verbreiterung der Koalition zustande kommt, ist noch ganz unge- . Auf Intriguen gegen Wirth lassen wir Wis nicht ein. Eine Verbreiterung der Koa- i'tion kommt nur dann in Betracht, wenn das Kabinett Wirth dadurch gestärkt und nicht ^schwächt wird.

Die.UMersuchung Ser Mârz-Unruhen

Berlin, 26. Septbr. Der Untersuchungsaus­chuß des preußischen Landtags nahm vor einer choche die wegen des Görlitzer Parteitages unter- ^ochene Arbeit wieder auf. Ein Angestellten- ^tZmttglied von Kneip-Leuna bekundet. daß

größere Diebstähle auf dem Leunawerk vor dem Märzputsch ihm nicht bekannt seien. Im Leuna­werk herrschte eine scharfe gewerkschaftliche Dis­ziplin. Der Kampf um das Leunawerk sei dem Angestelltenrat von vornherein als aussichtslos erschienen, da die Bewaffnung der Arbeiter durchaus unzureichend war. Die Einnahme des Werkes durch die Schupo sei denn auch fast ohne Gegenwehr erfolgt. Es seien höchstens 600 Ge­wehre vorhanden gewesen. Die Arbeiter und Angestellten waren gegen die Stillegung des Werkes, da sie zweifellos eine längere Arbeits­losigkeit nach sich ziehen mußte. Die Notstands­arbeiten wurden stets aufrechterhalten. Er­schießungen nach der Einnahme sah der Zeuge nicht. Der Zeuge Morgenstern, der vor und während des Aufstands Betriebsrat bei der Mansfelder Gewerkschaft war, bekundet, daß im Januar und Februar die Diebstähle, namentlich an wertvollen Metallen, wie Silber und Platin, Schreibmaschinen usw. zunahmen. Infolgedessen wurde ein Werksicherheitsdienst organisiert. Die Löhne waren sehr gering. Kleinere Brennholzdieb- stähle kamen schon seit Jahren vor. Allerdings wurde die Sache im November und Dezember 1920 ziemlich stark. Erschießungen durch die Schupo hat der Zeuge nicht beobachtet, wohl aber Mißhandlungen, Der nächste Zeuge General­direktor Heinold von derselben Gewerkschaft, kam als Ersatz für den beim Kapp-Putsch er schossenen Generaldirektor aus Westfalen. Er war entsetzt über Sen gewaltigen Umfang der Dieb­stähle. Die Diebstähle an Holz machten im Mo­nate mehrere hunderttausend Mark aus. Die Löhne seien vielleicht etwas niedriger als in b&n umliegenden blühenden Industrien. Der Zeuge ist der Ansicht, daß heute noch zahllose Waffen im Manfeldschen Revier vorhanden sind. Möglich sei die Unterbringung ten geheimen Kampforganrsatronen hat der Zeuge keine Kenntnis erlangt. Der Zeuge bekundet noch auf Befragen, Hand in Hand mit den Zuständen in Eisleben sei die Verringerung der Arbeits­leistung gegangen; in einem Monate hatte das Werk eine Einbuße von 13 Millionen Mark.

Wären die Zustände so geblieben, so wäre ruiniert worden.

es

in

Churchill über die Welllage.

Für Revision des Versailler Vertrages.

London, 26. Septbr. In seiner großen Rede Dundee befaßte sich Churchill nach der Er-

örtsrung der irischen Frage mit dem Niedergang des Welthandels, mit dem Bolschewismus und der Washingtoner Konferenz. Churchill sagte, dem ausführlichen Bericht derTimes" zu­folge, u. a.: Die Länder, an die die Bezahlung der Reparationen zu erfolgen habe, könnten nur in beschränktem Maße die ausländischen Waren, die infolge der Kriegsschulden 'ge- d u m p t e Ware darstelle, aufnehmen und in einem Jahre nur eine bestimmte Entschädigung erhalten, weil sonst ihr eigenes industrielles System ernstlich in Mitleidenschaft gezogen und ihrer Arbeiterbevölkerung das Brot vom Munde weggenommen werden würde. Churchill sagte, die großen Nationen der Welt boten augenblick­lich ein merkwürdiges pathetisches Schauspiel. Amerika, England, Frankreich, Italien, alle hofften, riesigeGeldsummen voneinander oder von Deutschland herauszubekommen. Die Kaufkraft der Schuldnernationen sei vollkommen erloschen. Die Gläubigernationen hätten infolge der Währungsverhältnisse größte Schwierigkeiten nach den Schuldnernationen auszuführen, da diese 'letzteren ihnen bereits mehr schulden als sie bezahlen können. Die Schuldnernationen seien gezwungen, jährlich nach den Gläubignruationen riesige Mengen auszuführen, was ihre Lei­stungsfähigkeit bei weitem über­schreite. Die Gläubigernationen wollten diese Ware jedoch nicht annehmen aus Furcht, daß darunter ihre eigene Industrie leide. Die Staatsmänner aller Länder müßten sobald als möglich zusammenkommen, um sich diesem Problem des internationalen Handels zuzuwenden. England habe ver­sucht, soweit angängig, Deutschland eine Mög­lichkeit zu sichern, seine eigene Wohlfahrt wieder- aufzubauen.

England habe sich erboten, zu vergessen und alle Schulden zu streichen, die ihm europäische Nationen schuldeten, vorausgesetzt, daß England von der geringeren Schuld befreit werde, die es für seine Alliierten bei den Ber­einigten Staaten ausgenommen habe. Es würde zum Vorttle der Welt sein, wenn alle jene Verpflichtungen, die aus dem Kriege entstanden seien, von neuem auf eine prak­tische Dimension herabgesetzt und in eine Kategorie für sich oeltellt würden.

Ob dies möglich sei oder nicht unmittel­bar n o tw e n d i g sei ein Mittelding von in­ternationaler Währung, dos von den Kriegsverpflichtungen unbeeinflußt sein würde und wenigstens zeitweilig und während der Periode der Gesundung den Verkauf von Waren zwischen den Nationen auf einer natürlichen und normalen Grundige sichern würde. Eine Kon­ferenz über die Schaffung normaler Währungen würde wertvoller und noch dringlicher sein als die Abrüstungskonferenz in Washington.

Hierauf wandte sich Churchill der sozia­listischen, kommunistischen und bol­schewistischen Agitation zu, durch die ebenfalls die Gesundung der Welt verzögert werde. Er erörterte weiter die furchtbare Lage, die die Bolschewisten über Rußland gebracht hätten. Trotzki und Lenin hätten einfach von dem gezehrt, was von dem Regime des Zaren übrig geblieben sei. Sie hätten vno dem Geld gelebt, das sie von der russischen Staatskasse oder Don den Rumänen genommen hätten. Sie hätten von den Juwelen gelebt, die sie den Frauen gestohlen hätten, die sie ermordeten. Sie hätten ferner die Getreidereserven aufgezehrt, die die Bauern ge­sammelt hätten, um sich vor einer Hungersnot, wie der augenblicklichen, zu schützen. Der Welt habe keine furchtbarere Lehre von dem Wahnsinn der Sozialisten und von den Folgen gegeben werden können, die entständen, wenn man ihnen ungezügelte Macht überlasse. Lenin und Trotzki hätten vier Jahre gebraucht, um Rußland in seine augenblickliche Not zu bringen. England würde etwa vier Monate gebrauchen, um Lebens­mittel zu verzehren, über die es verfüge, und nach dieser Zeit würde der größere Teil der Be­völkerung Englands eine neue Welt aufsuchen müssen, um dort zu leben.

pen von Nationen, wovon rede notwendig für das Wiederaufleben der Sicherheit der Welt sei. Erstens sei notwendig ein Zusammenwir­ken Englands, Frankreichs und Deutschlands, um die Wohlfahrt Europas wieder aufzubauen; weiter sei notwendig ein Zusammenarbeiten der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Japans, um neue Wett­bewerbe in den Rüstungen zur See zu verhin­dern und den Frieden des Stillen Ozeans zu sichern. Ein Zusammenwirken zwischen England, Frankreich und Deutschland würde niemals zu­standekommen, wenn England mit Deutschland auf Kosten Frankreichs Freundschaft halte, son­dern im Gegenteil nur dadurch, daß England Frankreich fühlbar mache, daß es immer noch sein Freund sei. Der Freund in der Not werde England die stetigen Beziehungen für das Ver­trauen in Frankreich und Europa schaffen, die es in die Lage setzen würden. die zwischen Deutschland und Frankreich bestehende Spannung zu mildern und eine einträchtige gemeinsame Aktion dieser drei Mächte zu fördern, wovon nicht eine einzige ausgelassen werden dürfe, wenn Europa den früheren Reichtum und Ruhm wie­dergewinnen wolle.

Der Völkerbund zur Bloekudefrage.

Genf, 27. Septbr. Die Völkerbundsoersamm­lung widmete gestern ihre ganze Sitzung der Blockadefrage, ohne zu einem Abschluß zu ge­langen, sodaß die Abstimmung erst heute er­folgen kann. Die Sitzung war zweifellos eine der wichtigsten der bisherigen Tagung. beson­ders, weil das schwierige im Artikel 16 des Pak­tes aufgeworfene Problem der Völkerbunds- aktion gegen paktbrüchige Staaten, des eventuellen Kriegszustandes und der wirtschaftlichen Sank­tionen verhandelt wurde. Der Berichterstatter S ch a n z e r-Jtalien setzte mit großer Klarheit den Sinn der Kommissionsanträge auseinander, so wie sie teils in Auslegung des Artikels fest­stehen, teils in Zusatzanträgen zu dem Artikel formuliert sind. Es handelte sich dabei im allge­meinen um eine wesentliche Abschwächung der Tragweite des Artikels 16. Man will den Zu­stand, in dem ftd) laut Artikel 16 der Völker­bund einem paktbrüchigen Staate gegenüber be- fmdet, nicht sogleich eintreten lassen und möglich durch die ausgiebige Verwendung der wirtschaft­lichen Waffe herabsetzen. Man will, daß der Rat nicht sofort Maßnahmen ergreift, sondern ein Gutachten abgibt, seine Zuständigfeit einschränkt, die Souveränität der einzelnen Staaten berück­sichtigt. Man wünscht endlich die wirtschaftlichen Sanktionen sehr streng zu handhaben, vor allem für die blockierenden Staaten selbst. Aufnahmen zuzulasseu und Modalitäten über Ort und ^it der Teilnahme. Auch soll zu Gunsten des blockie­renden StaateS eine mildernde Anwendung stattfinden. Der Abbruch der wirtschaftlichen und anderer Beziehungen soll sich nur auf die Be­

wohner des betreffenden Landes, nicht aber auf *

seine Staatsangehörigen in der ganzen Welt be­ziehen. Auch soll die Aushungerung der Zivilbevölkerung nur in den äußersten Fällen angewandt werden.

Die meisten Redner stimmten int wesent­lichen dem Berichterstatter zu. Der Delegierte der Schweiz trat vor allem für die Aufscsssung ein, die er bereits im Vorjahre verfochten hatte, daß sich nämlich die Sanktionen nicht aus Staatsangehörige sondern nur auf die Bewohner des betreffenden Landes erstrecken dürfe und die humanitären Beziehungen aufrecht erhalten wer­den müssen. An eine Aeußerung Schanzers an­knüpfend der die Lösung des Problems für schwierig hielt, solange nicht alle Staaten dem Bunde angehören, trat Motta-Schweiz von neuem mit warmen Worten für die Universalität des Bundes ein, die nicht nur eine ideale, son­dern eine praktische Forderung sei. Fran- g u l i s-Griechenland befürchtete. daß die Blockademaßnahmen zu Racheakten werden konnten. Er verlangte daher, daß sie mit allen Garantien umgeben werden mögen. Der französische Delegierte Reonald rief beträcht- liche Erregung hervor, der auch der Berichter­statter Schanze: Ausdruck verlieh, als er, ob­gleich Frankreich in der 3. Kommission bersteten war, vor der Versammlung die Anträge der Kommission bekämpfte, ihre Nachprüfung durch die 1. Kommission forderte und vor allem für die Beibehaltung des WortesStaatsangehörige" anstelle des WortesBewohner" eintrat. Reg- nald wies darauf hin, daß die Erfahrungen des Krieges die Notwendigkeit gezeigt hätten, den Feind überall zu bekämpfen. Nachdem Schanzer Italien sein Befremden darüber ausgesprochen hatte, daß man der zuständigen Blockadekom­mission wertvolle Fragen zugunsten einer anderer Kommission entziehen wolle und Fisher-England

Meiterberatung auf heute vertagt.

Das Opzrauer Exprssisnsungrü^.

Mannheim, 26. Septbr. In einer Unter* redung mit Pressevertretern erklärte heute vor­mittag der Direktor der Badischen Anilin- und Sodawerke Dr. Iulius, daß bis jetzt 380 Tote (einschließlich einiger Vermißter) festgestellt worden seien. -Das Rätsel der Katastrophe sei, welche Ursache die zweite Explosion, die stärkere gehabt haben könne. Nach Ansicht der Direftion müsse die Ursache der Katastrophe von außen gekommen sein. Am Mittwoch werde ein Kommissar der chemisch-technischen Versuchs­anstalt, der größten Autorität auf diesem Ge­biet, in Oppau eintreffen. Auch die Staatsan­waltschaft werde Sachverständigen-Gutachten ein­holen. Weiter teilte Dr. Iulius mit, daß seit Arbeiter wegen der Stillegung des Oppauer Be­triebes entlassen werde. Sämtliche Arbeiter wer­den mit Notstandsarbeiten beschäftigt.

Ludwigshafen, 26. Septbr. Die Zahl der Toten belief sich am Samstag abend nach den vom Bürgermeisteramt herausgegebenen drei Totenlisten auf 325. Außerdem sind noch 75 Leichen vorhanden, deren Namen noch nicht fest- gèstellt werden konnten. Gemeldet waren am Samstag als vermißt 90 Personen!

Politische Tagesberichte.

Das Abkonnnen mit der Industrie. Gestern trafen auf Einladung des Reichskanzlers die führenden Vertreter der deutschen Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Großorganisationen in der Reichskanzlei zusammen, um die Möglichkeit einer Unterstützung der von Jndusttie und Banken geplanten Mion für die Reparotionsverpflich- , tungen zu erörtern. Die Erörteruna hatte den Charakter einer Vorbespreckiung und wird ^fort­gesetzt t»erben, nachdem sich die Vertreter bei Landwirtschaft mit ihren Organisationen ins Benehmen gesetzt haben.

Austritt Diiumigs und Hvfstintntts aus der K .P. D- Das Berl. Tageblatt meldet: D« kommunistischen ReichstagSabgeordneten Däumst und Adolf Hoffmann haben soeben, einer Kor. respondenz zufolge, ihren Austritt aus der kom­munistischen Partei erklärt Vorläufig verlautet nichts darüber, ob sie auch ihr Reichstagsmandat niederlegen, oder sich einer anderen Fraktion, etwa der Unabhängigen, anfchließrn.

Die Schweiz gibt Rumänien einen Zwischen der schweizerischen und der rumänischen Regierung ist ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach die Schweiz Rumänien einen Kreditbo» 40 Millionen schweizerischen Franken eröffnet, der durch Getreidelieferungen, welche m den nächsten Monaten beginnen und spätestens im Sommer 1923 beendet sein sollen, zuruo»^ zahlen ist.