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Hanau

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General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Senat

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Richard öultsch: für lokalen und srovinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanan. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Nr. 224

Samstag den 24. September

1921

Das Neueste.

— Die Zahl der Toten von Oppau wird auf 400—500, die der Verwundeten auf über 1000 angegeben.

— Da die zwischen der Reichsregierung und dem Grafen Lerchenfeld heute in Berlin statt­findenden Besprechungen im Laufe des heutigen Dayes Haiitn zu einem endgültigen Abschluß kom­men werden, ist die für heute angesagte Sitzung des Ueberwachungsausschustes abgesagt worden.

— Am 30. September läuft die Frist zur Anmeldung für die Ausgleichsforderungen ab.

— Nach Blättermeldungen soll von der ame­rikanischen Regierung die Erklärung abgegeben worden sein, daß die amerikanischen Truppen Ws Deutschland zurückgezogen würden. sobald her Austausch der Ratifikationen mit Deutsch­land erfolgt sei.

— Die Note der Dotschafterkonferenz an Ungarn fordert die Räumung Westungarns inner­halb 10 Tagen.

Sanktionen- Besetzung und Abrüstung.

Seit Annahme des Ultimatums am 10. Mai haben wir die von uns verlangten Leistungen bis zum letzten Rest, auf Heller und Pfennig erfüllt, aber auf die Gegenleistungen, auf die Aufhebung der Sanktionen und die Entschei­dung über das Schicksal Oberschlesiens warten wir noch immer vergeblich. Nunmehr wird von uns verlangt, daß wir in die Einsetzung einer Kommission willigen sollen, die an der Westgrenze unsere gesamte Ein- und Ausfuhr im Interesse des französischen Handels dauernd kontrolliert. Das bedeutet eine Verewigung der

rum

wirtschaftlichen Sanktionen zum Schaden unse­rer gesamten Wirtschaft, während von der Zu- " '" der Pesatzungstruxpen aus den zu-

'besetzten Gebietsteilen noch viel weniger die Rede ist Gleichzeitig aber erfahren wir aus französischen Quellen selbst, was für ungeheuer­liche Lasten die Unterhaltung der verschiedenen Besatzungsarmeen im Rheinland allein uns auferlegt. Bei dem heutigen Stand der Wäh- haben wir für die Zeit vom Abschluß des enstillstandes bis zum 1. Mai d. Is., also

?& Jahre, weit über 100 Milliarden Pa­riermark zu bezahlen, während infolge des chnellen Sinkens der Mark sich die gleichen Kosten für ein weiteres Jahr abermals auf rund 100 Milliarden mindestens beziffern wer­den. Zum Verständnis des Ganzen sei ange­führt, daß uns heute ein amerikanischer Soldat im Rhenland täglich über 450 Mk. kostet — wohlgemerkt ein gewöhnlicher amerikanischer Soldat, Unteroffiziere und Generale entspre-

schon aus gelegentliche Hinweise, daß tand für die Finanzen Deutschlands

it man

dieser Zustand für die Finanzen Deutschlands auf die Dauer unerträglich ist. Es muß auch dem Blödesten einleuchten, daß es einfach ein Ding der Unmöglichkeit ist, gleichzeitig diese Rie ensummen, die Reparationszahlungen in Gold und die Ausfuhrabgabe der wirtschaftlichen Sanktionen zu tragen, während eben infolge dieser Verhältnisse der Wert der Mark täglich fällt und sich die Zahlungen damit automatisch entsprechend erhöhen. Wenn Frankreich und England überhaupt Zahlung von Kriegsentschä­digungen erwarten, dann müssen sie für eine wesentliche Erleichterung der Lasten Deutsch­lands durch Verminderung der Besatzungs­

ssen sie für ein, Lasten Deutsch

armeen sorgen. . .,

Es stehen sich nun aber in den feindlichen Ländern zwei Richtungen schroff einander ge­genüber. In Frankreich legen es die maßgeben­den Politiker vor allen Dingen darauf an, Deutschlands Zahlungsunfähigket und wirt­schaftlichen Zusammenbruch geflissentlich herbec- zuführen, weil sie nur auf diese Weise hoffen dürfen, ihre machtpolitischen Absichten durch dauernde Besitznahme des linken Rheinufers, Besetzung des Ruhrgebietes und Zerstückelung Deutschlands zu erreichen. In England, wo natürlich eine solche Stärkung der französischen Machtsvhäre nicht gewünsckt wird, hat man die große Gefahr wohl erkannt. Die englische Re­gierung ist ja auch im Verein mit der amerika- niimen unverkennbar bestrebt, der Verwirk­lichung der französischen Absichten entgegenzu­arbeiten. Aber England selbst steht überall in der Welt und bei sich zu Hause vor so großen Schwierigkeiten, daß es verständlicherwèise alles vermeidet, was zu einem ernsten Konflikt mit Frankreich führen könnte. Das unbestreit­bar große Entgegenkommen, das Lloyd George den Iren bewiesen hat, ist nur mit dem Wunsch SU erklären, endlich die irische Frage für immer Su lösen und so einen Stein des Anstoßes für die Amerikaner aus der Welt zu schaffen. Dazu Aminen dauernde Arbeiterschwierigkeiten, die setzten Endes infolge der Zunahme der Er­

werbslosigkeit auf den Frieden von Versailles zurückzuführen sind, weil hiermit die Stockung der Ausfuhr im Verhältnis zur deutschen Wa- rensinfuhr im Zusammenhang steht. Wenn man weiter bedenkt, daß es in Indien und Aegypten zu sehr ernsten Unruhen gekommen ist, daß in Kleinasien noch immer Türken und Griechen gegeneinander Krieg führen, daß die ganze mo­hammedanische Welt sich in hoher Aufregung befindet, daß die dunklen Wolken im fernen Osten noch nicht geschwunden sind, dann wird man begreifen, warum sich England in seiner Politk Frankreich gegenüber Zurückhaltung auferlegt und warum Frankreich den Augenblick nutzen zu sollen glaubt. Die Leidtragenden sind wie immer in solchem Fall wir.

Die gänzliche Unzulänglichkeit des Friedens von Versailles und das augenblickliche Vordrin­gen französischer Pläne spiegelt sich deutlich in den Genfer Verhandlungen des Völkerbundes über die Abrüstungsfrage wieder. Es ist ein unverkennbarer Sieg der französischen Auffas­sung, wenn im Völkerbund selbst der zuständige Ausschuß über die Abrüstungsfrage ausführt, eine wirkliche Abrüstung dürfe man den großen Militärmächten des Völkerbundes nicht zumu- ten, solange drei große Mächte außerhalb stün­den, von denen die eine (die Vereinigten Staa­ten) bereits eine große Militärmacht sei, wäh­rend die beiden anderen (Deutschland und Ruß­land) die innere Möglichkeit besäßen, wieder zu großen Militärmächten zu werden. Noch mehr entspricht es französischen Gedankengängen oder richtiger französischen Vorwänden, wenn darauf hingewiesen wird, eine Abrüstung der anderen Mächte, also vornehmlich Frankreichs, köpne erst dann gefordert werden, wenn die Ueber­zeugung allseitig vorhanden sei, daß Deutsch­lands Abrüstung vollständig durchgeführt und die Ueberwachung so geregelt sei, daß eine Wiederaufnahme auch nur geheimer Rüstungen ausgeschlossen erscheint. Hieraus ergibt Ym^vuy auch in der Abrüstungsfrage der Völkerbund versagt. Frankreich unterhält sein gewaltiges Heer in der Hauptsache auf Deutschlands Ko­sten, um Deutschland dauernd niederzuhalten, wirtschaftlich zu ruinieren und eine Gesundung zu verhindern. Es ist der ewige Kreislauf: Das angebliche Mißtrauen gegen Deutschlands Entwaffnung und Deutschlands friedfertige Ge­sinnung muß zur Rechtfertigung der Erhaltung eines Riesenheeres dienen und den weiteren Vorwand zur Fortdauer der Sanktionen liefern. Dadurch wird Deutschland an der Erfüllung seiner Verpflic^ungen gehindert und es gibt einen neuen Vorwand, von Deutschlands schlech­ter Gesinnung zu sprechen. Das ist der Fluch des Friedensvettrages von Versailles. . . .

Das Wiesbadener Rbkvmmen.

Paris, 23. Septbr. Minister Loucheur hat heute in Roye vor Vertretern des Arondiffement von Montdidier die Wicderaufbaufvage bespro­chen und u. a. nach dem Bericht der Havasagentur erklärt, man habe die Frage der Beschäfti­gung deutscherArbeiter viel besprochen, Die Deutschen selbst hätten aber niemals daran gedacht, italienische Maurer und tscheschiche Zim­merleute und Schreiner kommen zu lassen, um die Fragen zu lösen, die sie ernstlich während 3 oder 4 Jahren gestellt hätten, besonders aber dann, wenn" genügend Baumaterial vorhanden sei. Minister Loucheur erklärte, er verhandele mit Deutschland, aber er sei noch nicht in der Lage zu sagen, ob das wichtige Abkommen ratifiziert würde, da es gewisse Ein­wände der Alliierten hervorgerufen habe. Er hoffe aber, daß er die Alliierten über­zeugen könne. Sicher aber sei, daß, wenn dieses Abkommen ratifiziert würde, es kein Problem der Materialien, sondern nur noch eine Frageder Arbeiterrechte geben werde. Bei seinen Verhandlungen habe er fiel) von dem Gedanken leiten lassen, ein Zahlungsmittel zu finden und vor allen Dingen zwei Jahre für den Mederauf­bau zu gewinnen.

Das Oppauer Explosions- unglüâ.

400—500 Tote — über 1000 Verwundete.

Ludwigshafen, 23. Septbr. Nach den letzten Meldungen der hiesigen Blätter ist es bisher noch nicht gelungen, sämtliche Tote unter den Trünr- mcrn zu bergen. Die Zahl derselben wird gegen­wärtig auf 400—500 angegeben. Die Zahl der Verwundeten auf über 1000. Zur Warnung für die Neugierigen, die immer noch in großen Scharen nach Oppau aus allen Richtungen ziehen, wird mitgeteilt, daß Gefahren insofern noch be­stehen, als mit den, Einsturz von Dächern und abgesprießten Wänden immer noch gerechnet wer­den muß.

Die für den kommenden Sonntag angesehte Herbstmesse ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Der Unterricht in den Volksschulen der Stadt­teile Mundenheim und Ludwigshafen-Süd konnte wieder ausgenommen werden, in den Stadtteilen LudwigshafenNord und Friesenheim muß er aber noch einige Zeit ausgesetzt bleiben.

Ludwigshafen, 24. Septbr. Es bestätigt sich, daß gleich nach dem Unglück gewissenlose Ele­mente in Oppau und im Stadtteil Friesenheim eingebrochen sind, um zu stehlen und zu plündern. Selbst Leichenräuber trieben ihr Unwesen. Sie zogen den Toten die Ringe von den Fingern und raubten Wertgegenstände.

An der Ruhestatt der Toten.

(Von unserem nach Oppau entsandten Son­derberichterstatter.)

Erschüttert von all dem Elend und Jammer wendet man sich von der Unglücksstelle einer neuen Stätte des Grauens zu. Vorbei am alten Oppauer Friedhof, dessen Grabkreuze weit in die Lande geschleudert wurden, wandert man zur neuen Ruhestattder Toten, wo man im Innersten gepackt wird, von dem Schmerz und dem Entsetzen, das sich hier kundgibt. Eine dünne Lage Stroh, mitten in der Sonne und darauf alle die Toten, die man nicht identifizieren kann. Frauen und Kinder stürzen über die entseelten ausgequollenen Leiber, suchend, weinend und zitternd, den Vater und Bruder und finben statt dessen Zerrbilder von Menschen. Teilweise kaum bekleidet, denn viele Arbeiter wurden beim Ba­den von der Explosion überrascht, liegen sie da die Männer der Arbeit, ost nur noch an Kleinigkeiten kenntlich. Schauerlich, unbeschreiblich der Anblick. Die Glieder mit Stricken zusammengebunden, daß wenigstens die Form des Menschen verdeut­licht wird, alle Körpermaße vernichtet. Menschen- hat dem Schauder Platz gemacht. Frauen werden von Weinkrämpfen geschüttelt und in der bis auf die Grundmauern zerstörten Leichenhalle stehen wir an den schmucklosen Särgen kleiner Kinder, die der Tod hinwegmähte, ehe sie erblühten. Ein junger Mann fragt uns nach dem Leichenwärter, er will den endlich gefundenen Vater in den Sarg betten, um ihn heimzuführen, den aller­letzten treuen Liebesdienst zu erweisen. Fremd irrt er auf dem Friedhof, auf dem unaufhörlich Weinen und Wehklagen die Luft erschüttert. Wir wenden unsere Schritte wieder dem Städtchen zu, wo man im völlig verschlagenen Armenhaus gerade ein dreijährig Kind lebend und unverletzt hervorholt aus den Trüm­mern, das vierundzwanzig Stunden eingeschlossen war, ohne daß man von seiner Anwesenheit wußte., Es fragt nach der Mutter, doch diese weilt nicht unter den Lebenden. Sie starb fast un­mittelbar nach der Explosion, während ihr Kind und selbst derMkleine gelbe Vogel im Käfig auf wunderbare Weise am Leben blieben. Und der Vater . .? Kein Mensch weiß, wo er weilt! Tot jedenfalls, wie so viele andere. So könnte man schildern der Schrecken stundenlang unaufhörlich. Ein Unglück, wie es Deutschland wohl kaum größer gesehen. Zwar sucht die Direktion der Anilin- und Sodafabrik den Schaden in der Fabrik selbst geringer hinzustellen, doch ist jeder Besucher, der das Chaos betrachtet, davon über­zeugt. daß man in einigen Monaten unter keinen Umständen an eine Aufnahme des Betriebes den­ken kann. Solange dauern allein die Aufräu­mungsarbeiten.

Die Beerdigung der Opfer des Unglücks be­gann am Donnerstag nachmittaa auf dem Fried­hof in Ludwigshafen, meist nur unter Anwesen­heit der nächsten Angehörigen auf dem Ehren­platz der Stadt. Eine Reihe von Leichen konnte nicht identifiziert werden, sie werden in beson­deren Gräbern beigesetzt. Für die obdachlose Be­völkerung, die vielfach auf einem Ofen im Freien kocht, wurden Schulen freigemacht, dock, ist die Not gewaltig. Es fehlt an allem, angefangen von den Kleidungsstücken bis zu den geringsten Ein­richtungsgegenständen. Hier muß die deutsche Hilfsaktion einsetzen. Wer dieses schauerliche Elend mit eigenen Augen gesehen, wer sich fern von der Unglücksstätte eines schönen Heimes er­freut, der gedenke all der tausenden und aber­tausenden unglücklichen Männer, Frauen und Kinder, die schwer verwundet — leider haben viele auch das Augenlicht verloren — ärmer sind, wie der Aermste sein kann. Laßt sie nicht im Stich, hier ist es Menschenpflickt zu helfen, so­viel jeder kann. Spendet für Oppau, die Not schreit wirklich zum Himmel.

Das Hilfswerk für Oppau.

Mannheim, 23. Septbr. (Wolff.) Ueber die Absichten und bisherigen Maßnahmen der Neichs- regierung erfahren wirs

Die Reichsregierung hat sich sofort nach dem Bekanniwerden des Unglückes von Oppau für die Hilfeleistung der Opfer bereit erftärt. Die in der Presse bereits erwähnten 10 Millionen Mark, die die Reichsregierung bei den gesetzgebenden Kör­perschaften anfordern wird und die sie der baye­rischen Regierung zur Verfügung gestellt hat, sollen nur der ersten Nothilfe dienen. Die Ent­schädigung für die privaten Sachschäden wird zrrm Teil von der Bad ifchen Anilin - fabrik übernommen werden. Auch die Ver­sicherungen werden ihren Anteil daran haben und darüber hinaus werden öffentliche und private Mittel in weiterem Umfange erfor­derlich sein. In erfreulicher Weise zeigt sich schon jetzt in allen Kreisen die größte Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft und große Mittel sind aus öffentlichen und privaten Quellen schon zur Ver­fügung gestellt. Es wird jetzt darauf ankommen, daß diese Mittel zweckentsprechend und gerecht verwendet werden. Man wird die Gefahr einer Häufung der Hilfsmittel an nur einer Stelle und die Vernachlässigung anderer Hilfsbedürf­tiger von vornherein ausschließen müssen. Zu diesem Zwecke ist eine Uebersicht über die gesam­ten verfügbaren Hilfsmittel an einer Stelle ein unabwendbares Bedürfnis. Sowohl die Samm­lung der Gelder wie die gerechte Verteilung und endlich auch die Rechnungslegung können dabei nur gewinnen. Die Reichsregierung hat deshalb den betroffenen Landesregierungen den Vorschlag gsrnacht, einen deutschen Hilfsausschuß für die Sammlung, Verwaltung und Abrechnung der einkornmenden Spenden einzusetzen. Das Nähere soll schon morgen festgesetzt werden. Selbstverständlich müssen noch die schwer beschä­digten Gemeinden und die beteiligten wirtschaft­lichen Organisationen bei der Hilfsaktion heran­gezogen werden. Soweit die Reichsregierung zu­ständig ist, hat sie das Reichsarbeitsministerium mU. der. U U^I juch IHifi des Unglücks und der Durchführung der notwen­digen Hilfsmaßnahmen beauftragt. Infolgedessen hat sich das Reichsarbeitsministerium bereit er­klärt, schon jetzt vorbehaltlich der späteren Be­stimmung einer Anzahl anderer Sammelpersonen auch seinerseits Spenden entgegenzunehmen. Fer­ner hat sich der Reichsarbeitsminifter mit feinen Staatssekretären und seinen Fachreferenten an die Unglücksstelle begeben, um dort die Lage in Augenschein zu nehmen und festzustellen, welche Maßnahmen eventuell getroffen werden können und müssen, um für die Zukunft solche Kata­strophen innerhalb der Grenzen des Menschen­möglichen zu verhüten, und in welchen Richtungen sich die Hilfsmaßnahmen bewegen müssen.

Berlin, 23. Septbr. Oberbürgermeister Böß hat namens des Deutschen Städtetages und der Reichshauptstadt in einem Telegramm an den Gemeindevorstand von Oppau anläßlich des schweren Unglückes herzliches Beileid ausgespro­chen und zugleich mitgeteilt, baß der Berliner Magistrat die Bewilligung von 100 000 Mark bei der Stadtverordnetenversammlung zur Linderung der ersten Not beantragte.

Ein neues ExplosisnsAnglück in einer Farbenfabrik.

Dem „Lokalanzeiger" wird aus Karlsruhe ge- medtle, daß durch eine Explosion in den Nitrum­werken bei Klein-Laufenburg die Abfüllstatton für Sauerstoff vollkommen zerstört wurde. Mehrere Arbeiter wurden getötet. Der Materialschaden ist bettächtlich.

Das Valulaprvblem.

Wie der „Lokalanz." erfährt, sind erfolgver« sprechende Verhandlungen im Gange, um eine Hinausschiebung des Fälligkeitstermins der von Holland durch Vermittelung des Bankhauses Mendelssohn der Reichsbank gewährten Kre­dite zu erreichen. Diese Verhandlungen bewegen sich im Rahmen von Besprechungen, die eine weitere Entwertung der Mark verhindern sollen.

Der griechisch-türkische Krieg.

Athen, 24. Septbr. Das amtliche griechische Kommunique vom 21. besagt: Die Armee hat begonnen, sich in ihren endgültigen Stellungen etwa 50 Kilometer östlich von Derylec einzu­richten.

Paris, 24. Septbr. In dem kemalistischen Kommunique vom 22. ds. heißt es: Die Ver­folgung der Griechen wird fortgesetzt. Dis griechischen Truppen, die in der Richtung auf Siwri Hissar vorgerückt sind, sind vor unseren Truppen zurückqekehrt.

Paris, 24. Sesitbr. Die Konstantinopeler Blätter geben Mitteilungen wieder, wonach das Gros der griechischen Streitkräfte zwischen Michalilje, Sariköj und Siwri Hissar einge» schlossen sein soll. Die Rückzugslinie des Fein- des nack Westen soll abgejchnitten fein,