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General-Anzeiger
AmMches Organ für Eladl- und Landkreis Kam«
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Nr. 222 Donnerstag den 22. September 1821
Die Explosionskataslrophe von Oppau.
Vestern nachmittag 300 Tote geborgen. — Das Dorf Oppau vollständig vernichtet. — Die Arfachen der Explosion.
Tief erschüttert, voll Trauer sind die Blicke ganz Deutschlands auf die Stätte gerichtet, an der sich gestern, wie schon berichtet, eine der schrecklichsten Katastrophen ereignet hat, die unser Land je erlebt hat. Namenloser Jammer und furchtbares Elend starren uns von jener Un- Mcksstelle entgegen, Jammer und Elend in fast unbeschreiblichem Maße. Wir haben uns im Kriege an große Menschenverluste leider gewöhnt und nicht nur die Front, sondern auch die Heimat hat hier und da Explosionen von Munitionslagern erlebt. Was aber gestern sich in Oppau ereignet hat, übersteigt an Schwere alles während des Krieges in der Heimat Erlebte. Mehrere Hunderte von Menschen, die in schwerer Arbeit einem Werke des Friedens dienten, haben ihr Leben eingebüßt, weitere Hunderte sind schwer verstümmelt worden — die Wohnungen der Arbeiter gleichen einem Trümmerfelde der Vernichtung. Ein Bild des Entsetzens, grenzenloser Ver- ivüstung geben die Meldungen von der Unglücksstelle wieder, das jeden Einzelnen von uns tief ergreifen und mitempfindend machen muß. Es ist jetzt Pflicht der gesamten deutschen Bevölkerung helfend einzugreifen, um das maßlose Elend einigermaßen zu lindern, um wenigstens der äußeren Not der vom Unglück so hart betroffenen Oppauer Familien zu steuern.
Aus der Fülle der hier eingelaufenen Melsungen verzeichnen wir die folgenden:
Mannheim, 22. Septbr. Wie die Ludwigshafener Polizeidirekkion mikteilk, waren bis nachmittag 4 Mr ^^«tu w- , borgen. Ueber die Anzahl der Verwundeten konnten nähere Angaben bisher nicht gemacht werden, da sich der weitaus größte Teil der Arbeiter, der glücklicherweise mit leichteren Verletzungen davon gekommen ist, sich sofort nach dem Unglück nach Hause begab und die Schwer- verwundeten durch zahlreiche Fuhrwerke nach allen Richtungen in die umliegenden Ortschaften und Krankenhäuser geschafft wurden. — Die „Reue Badische Landeszeitung- bezeichnet die umlaufenden Gerüchte, die von 2000 Toten und Verwundeten sprechen, als übertrieben und hofft, daß es der Direktion der Anilinwerke gelingt, alsbald authentische Angaben zu machen. Das Blatt regt zugleich zur Sammlung für die Oppauer Kinder hinsichtlich der Bekleidung an.
Mannheim, 22. Septbr. Der Explosionsherd (ein Silo, in dem 4000 Tonn. Ammoniaksulfatsalpeter lagerten) stellt sich als e i n T r i ch- tervonetwa100MeterDurchmesser und 50 Meter Tiefe dar. Die Explosion hat das Dors Oppau mit seinen 400 Häusern so gut wie vernichtet. Die Bewohner wurden unter den einstürzenden Häusern begraben, hauptsächlich Kinder, die noch in den Betten lagen. Die überlebenden Familien kampieren auf denFeldern. Aus den S rv K» der Häuser hängen die Möbelstücke, ausgerissene Bettstellen, gestürzte Schränke wie Eingeweide heraus. Die auf den Feldern arbeitenden Leute wurden weil fortgeschleudert und schrecklich zugerichtet. Zentnerschwere Cisenstücke wurden hunderte von Metern weit fortgerissen. Die auf dem Rhein liegenden Schiffe wurden schwer beschädigt. Auf einem französischen Frachtdampfer wurden zahlreiche französische Soldaten ver- mundet. Das in der Anilinfabrik befindliche Dachtkommando der französischen Resatzungstruppen ist ein Opfer der Explosion geworden.
Mannheim, 22. Septbr. Man vermutet unter den Trümmern der Fabrik noch etwa 100 Tote. Auch unter den Trümmern der Oppauer Häuser sind noch Tote und Verwundete anzunchmen.
Wie die Blätter melden, sind sämtliche Uhren in Ludwigshafen gleichzeitig um 7 Uhr 33 Minuten stehen geblieben. Dies ist also der Augenblick der Explosion.
Der Herd der Explosiv«.
Ludwigshafen, 21. Septbr. Die Direktion der Anilinfabrik teilt folgendes mit: Es ist nunmehr einwandfrei festgcstcllt, daß die Exvlosion im Oppauer Werk in einem Silo stattgefunden hat, in welchem 4000 Tonne« Ammonsulvhaffal- Keter lagerten. Bevor zur Lagerung dieses Produktes geschritten wurde, war dasselbe sowohl rn der Anilinfabrik als auch anderwärts eingehend untersucht worden, sodaß mit einer Explosionsgefahr in keiner Weise gerechnet werden konnte. Üeber die näheren Umstände der Entstehung der Explosion ist die Unterimbuna im Ganae. Bis
zur Stunde ist die Zahl der Toten und Verwundeten noch nicht festzustellen.
Ein Bild der Verwüstung.
Von einem Mitarbeiter erhalten wir folgende Schilderung von der ungeheuren Verwüstung:
Aus dem Nebeldunst ragen zwei Fabrikschorn- steine, um sie eine gelb-dampfende Wolke. Allmählich wächst das Bild der Zerstörung ins Phan- tastische-Grauenhafte. Betonblöcke von vielen Zentner, von verbogenen Eisenteilen durchstoßen, bedecken das Feld. Eisenmassen jeden Formats liegen auf den Aeckern. Ein wie Teig zusammengerollter Kessel von mehreren hundert Zentner hat sich etwa 400 Meter von der Explosionsstelle entfernt in den Boden gegraben. Eisenbahnschienen stecken wir Wurfspeere in der Erde, Reste von Menschenleibern vermehren das Grauen. — Jetzt wird auch der Blick auf die zerstörte Fabrik frei, die sich in weitem Bogen durch das Gelände zieht. Die gewaltigen Gebäude sind einfach durcheinandergeborsten. Die Hallen und Anlagen liegen wirr durcheinander. Immer noch quellen die Ammoniakdünste in dicken Wolken auf, und je näher wir herankommen, umso schwerer wird das Atmen. Farbige und weiße Franzosen haben das Unglücksgelände 100 Meter im Umkreis abgesperrt. Nach vieler Mühe gelingt es, durch den Kordon der Schwarzen zu brechen. Eine schwere Kletterei beginnt, denn immer wilder werden die Trümmer, immer tiefer die Löcher, immer fürchterlicher das Bewußtsein, daß unter den zusammengeftürzten Stein- und Eisenmaßen. die oft raffermcHerschaNf mèerrßen find und mit ungeheurer Gewalt in die Erde getrieben wurden, Hunderte von Menschen liegen, die noch vor wenigen Stunden ohne die geringste Besorgnis ihre gewohnte Arbeitsstätte betraten. Manchmal sind die Dämpfe kaum noch zu ertragen. Die Fabrikanlage wird zum Kriegsschauplatz. Haushohe Löcher, in deren Tiefen das Grundwasser gurgelt, hemmen den Weg. Hier war die Flamme brausend aufgeschlagen. Von hier aus war in wenigen Sekunden die Explosion über die gewaltige Anlage gerast und hatte sie zerdrückt wie ein Bretterhaus.
Die Rrttungsarbeiten«
Von einem Augenzeugen wird uns über die Rettungsarbeiten geschrieben: Erste Hilfe leisteten die Feuerwehren von Ludwigshafen und Mannheim, denen alsbald Samariter aller benachbarten Fabriken, sowie die Schwestern der Krankenhäuser folgten. Schnell gezimmerte Tragbahren, die mit Stroh belegt wurden, schaffte man mit der Fabrikbahn so nahe als möglich an die Unglüägftätte heran. Dichter Rauch machte zuerst ein Vorgehen sehr schwierig. Die Leichtverwundeten kamen bereits von der inneren Fabrik zurück und wurden alsbald mit dem ersten Notverband versehen. Inzwischen waren weitere Hilfsmannschaften, größtenteils die in dem Werke tätigen Arbeiter der Tagesschicht, eingetroffen, meist mit Schaufeln, Hacken und Leitern ausgerüstet. Diese Mannschaften wurden auf einzelne Bezirke verteilt, um ein s h st e m a t i s ch e s Vorgehen zu ermöglichen. Die Arbeit ist äußerst schwierig, da ohne Hebekrane und sonstige Hilfsmittel kaum den gewaltigen eingestürzten Eisenbauten beizukommen ist. Don den Verschütt e- t e n sind schwerlich viele mit dem Leben davongekommen. Ich wenigstens sah keinen, der lebend aus den Trümmern geborgen wrwde. Die Leichen sind vielfach bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet. Gegen elf Uhr kamen die ersten Helfer von Mannheim, Ludwigshasen und Heidelberg. Extrablätter hatten zur Entsendung aller verfügbaren Fuhrwerke, Last- und Privatautos zum Abtransport der Verwundeten und Toten aufgs- sordert. Mediziner der Heidelberger Universität,die sich während der Ferien zur Vorbereitung des Staatsexamens dort befanden, tarnen ebenso wie viele Heidelberger Aerzte nach Oppau.
Uebertriebene Gerüchte.
Mannheim. 22. Septbr. Die Meldungen, die von über 1000 Toten sprechen, sind, wie die Direktion mikteilt, übertrieben. — Bis jetzt wurde» 300 Leichen geborgen.
Etaatliche Hilfsmabnahmeu.
München, 21. Sept. Aus Anlaß der Ludwig?- Hafener Explosionrunglücks haben die pfälzischen Abgeordnete« der^Baycrnckcn Volkrpartci einen Dring- lichkcitrantrag ciiigcbrawt, wonach die Staatkregierung durch den Landtag ermächtigt werden soll, zur Hufer« stützn«, der durch bas schreckliche Unglück in der
Badischen Anilin- und Sodafghrik in Ludwigshafen betroffenen Personen die notwendige« Mittel b^eit zu stellen. Von den pfälzischen Abgeordneten der Bayerischen Mittclpartei wird an die Regierung die dringliche Anfrage gerichtet, welche €5 dritte sie anläßlich der schrecklichen Unglücks zur Hilfeleistung zu tun gedenke.
Mainz, 22. Septbr. Wie mitgeteilt wird, hat der französische Oberbefehlshaber in den Rheinlanden den Arbeitergewerkschaften in Ludwigshafen als erste Beihilfe für die Familien, die Opfer des Unglücks von Oppau geworden find, 75 000 Mark überreichen lassen.
Beileitz des Reichskanzlers.
Der Reichskanzler hat im Namen der ReichS- regierung der bayrischen Staatsregierung, dem Regierungspräsidenten von Speyer und der Stadt Mann- beim au 8 Anlaß des schweren Explosionsunglücks in Oppau telegraphisch-sein Beileid ausgedrückt.
Die Vedeulung der Anilin- un- Soüasabrik Oppau.
Ueber die Bedeutung der Anilin- und Sodafabrik in Oppau wird uns von einem hiesigen fachmännischen Mitarbeiter unseres Blattes geschrieben:
Das furchtbare Explosionsunglück, das sich gestern ereignet hat und dem nach den bisherigen Meldungen eine sehr bedeutende Anzahl von kostbaren Menschenleben zum Opfer gefallen ist, hat seinen Schauplatz in dem etwa 5 Kilometer nord-nordwestlich von Ludwigshasen auf der linken Rheinseite gelegenen Fabrikstädtchen Oppau. Den eigentlichen Herd der Explosions- latastrophe stellen die vor einigen Jahren erst errichteten großen Salpeter säu.re-An- lagen der Badischen Anilin- und Sodafabrik für eine geplante Tagesproduktion von rund 200 Tonnen Ammoniak dar, die in den letzten Kriegsjahren einen beträchtlichen Teil der in gewaltigen Mengen verbrauchten ein unentbehrlicher Rohstoff der chemischen Großindustrie, durch nichts anderes zu ersetzen und wird verwandt bei der Herstellung von künstlichen Düngemitteln, Spreng- und Farbstoffen, Heilmitteln, bei der Gewinnung boy Schwefelsäure und in Mischung mit Salzsäure als sogenanntes Königswasser zum Lösen der Edelmetalle, Gold und Platin u. a. m. Während früher Salpetersäure ausschließlich aus dem in Chile in großen Lagern natürlich sich vorfindenden sogenannten Chilesalpeter gewonnen wurde, sind, hauptsächlich in den letzten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts, eine Reihe anderer Verfahren und Gewinnungsmöglichkeiten ausgearbeitet und im größten Maßstabe in die Technik eingeführt worden. Einerseits war es die Erkenntnis, daß die Lager in Chile keineswegs unerschöpflich sind und der weite Ueberseetransport überdies mit großen Kosten verbunden ist. Andererseits steht uns der Grundstoff der Salpetersäure, nämlich der Stickst-off in der Luft überall in unbegrenzten Mengen und völlig kostenlos zur Verfügung, so daß es bei der umfassenden technischen Bedeutung der Salpetersäure eine Aufgabe von allergrößter Tragweite war, die Ueberführung des Luftstickstoffes im Salpetersäure zu bewirken.
Leider setzen sich dieser Aufgabe außerordentliche Schwierigkeiten entgegen, da der Stickstoff durch eine auffallende Trägheit und chemische Indifferenz ausgezeichnet wird. Will man daher Salpetersäure aus Luftstickstoff gewinnen, so muß man sehr beträchtliche Mengen von Energie, sei es nun in Form von Elektrizität, von Hitze oder Druck aufwenden und eben diese auf engstem Raum zusammengedrängten Energievorräte sind es gewesen, welche der gestrigen Katastrophe ihre so verheerenden Begleiterscheinungen gegeben haben.
Die Anlagenin Oppau arbeiteten nach dem sogenannten Ammoniak-Verfahren von Haber-Bosch-Mittasch indem zunächst aus den Elementen Stickstoff und Wasserstoff Ammoniak, im gewöhnlichen Sprachgebrauch als Salmiakgeist bezeichnet, hergestellt wurde. Dieses Ammoniak wurde dann in einem zweiten Arbeitsgauq mit Luft verbrannt, wobei als Endprodukt die fertige Salpetersäure in konzentrierter und reiner Form erhalten wurde. Die künstliche Gewinnung von Ammoniak, welche in wissen- schastlicher Hinsicht von Haber ausgearbeitet und sodann von Bosch, dem jetzigen Generaldirektor der B. A.- u. S.-F-, technisch durchgebildet wurde, ist erst nach vieljährigen unentwegten Versuchen möglich geworden und stellt geradezu einen klassischen Erfolg unter den neuzeitlichen Leistungen der Chemie dar. Es wird dies leicht verständlich, wenn man sich klar nmcht, daß diese Vereinigung von Stickstoff und Wasserstoff bei Temperaturen von etwa 500 bis 700 Grad und Drucken bis zu 200 Atmosphären im ununterbrochenen Betrieb bewirkt wird Es läßt sich leicht vorstellen, welche Schwierigkeiten überwunden werden mußten, um
geschloffene Apparate bei beginnender Rotglut und einem so gewaltigen Jnnendruck wie 200 Atmosphären zum glatten Arbeiten zu zwingen. In dem Augenblick, wo diese Zeilen geschrieben werden, liegen noch keine endgültigen Nachrichten vor, ob die Explosion im Verlaufe dieser Ammoniak-Herstellung oder bei der darauf folgenden Ammoniakoxydation sich ereignet hat. Daß bei diesem ersten Teil bereits die Möglichkeit zu so gewaltiger Entladung gegeben ist, liegt auf bei Hand. Natürlich hat man aber diesem Umstand durch geeignete Maßnahmen stets vorbeugend Rechnung getragen, mit dem Erfolg, daß glücklicherweise diese Exploston bisher einzig in ihrer Art dasteht.
Zur Verarbeitung auf Salpetersäure wurde in Oppau nun dieses Ammoniakgas mit sorgfältig gereinigter und filtrierter Luft gemischt und durch ein 200 P.-S.-Gebläse in ein etwa 60 Kubikmeter fassendes Mischgefäß gedrückt. Von hier aus führten Rohrleitungen durch einen Dor- wärmeapparat hindurch in die eigentlichen Kontaktöfen. Diese bestanden aus runden Zh-lindern von etwa 354X5% Metern und waren innen mit feuerfestem Stein ausgekleidet. Im Inneren dieser Zylinder befand sich ein sogenannter Kontaktkörper, welcher aus den Oxyden einiger Metalle, wie Eisen, Mangan und Chrom bestaub und welchem die Aufgabe zukam, das durch ihn hindurch geleitete heiße Ammoniak-Luftgemisch sofort zu Stickoxyd und Wasserdampf zu verbrennen. Das diese Oesen verlassende rötlich- braun gefärbte Gasgemisch trat dann in die Eisen umkleideten steinernen Kondensationstürme von etwa 7X20 Meter ein, an deren Ende die konzentrierte Salpetersäure abgewogen wurde.
Andere Meldungen über das gestrige Unglück sprachen von einer Explosion in einer Kompressionsmaschine. Es ist nun möglich, daß das Unglück sich auch zugetmgen hat im Ver- We bwte» »witei^^iMß^^^ Ammonrakoxydatron. Wennschon auch em Ammoniak-Luftgemisch für gewöhnlich nicht explosiv ist, so Tonnen unter Umständen doch wohl unvorhergesehene Verhältnisse eintreten, die trotzdem eine Explosion bewirken. Da die Salpetersäure ein außerordentlich energisches Oxydationsmittel ist, so könnte es immerhin möglich sein, daß eine geringe Menge von Staub, Oel oder dergl., die sich irgendwo in den langen Rohrleitungen hat zusammenfinden können, von -den Salveteriäure- gasen mit explosiver Heftigkeit verbrannt wird. Da nun in Oppau eine größere Anzahl solcher Apparate zu einem einheitlichen System zufam-m engefaßt wurden, ist es verständlich, daß sich eine solche Explosionswelle mü großer Schnelligkeit auf einen benachbarten Kontaktofen überträgt und das darin befindliche heißk Gasgemisch zur Explosion bringt, wobei dann ir kurzem Abstand verschiedene Eplosionsstöße ent stehen können, wie sie tatsächlich bei dem Unglüc in Oppau gemeldet werden.
Bevor über die näheren Umstände jedoch eingehendere Angaben gemacht werden können, muß man auf Grund der im Augenblick noch ausstehenden weiteren Nachrichten ein vollständigeres Bild über die Vorgänge vor sich sehen. So sehr wir auch heute den schweren Verlust an Menichen und an Material beklagen müssen, so wird dieses Vorkommnis jedoch keineswegs dazu führen, diesen Prozeß von größter volkswirtschaftlicher Bedeutung, der überdies von großer Wichtigkeit bezüglich unserer Zhangs- lieferungen an unsere Feinde ist, zu verlassen. Nicht nur die cheniische, sondern auch die räumliche Eroberung der Luft hatte ihre mit rotem Blut geschriebene Geschichte, aber auch ihre g e - waItigen Erfolge.
Die AbrLskungs-KvKferenz.
Lontz»», 21. Septbr. Dar Rentcrichr Bär» meldet ans Wasbiu-ton: Der Programmentwurt der Steuerung für die Abrüstungskonferenz wurde den Teilnehmern an der Konferenz Übermittelt. Ten in ^rage kommenden Mächte« wurde mitgeteilt, dah dar Programm int wesentlichen nur Anregunge« enthält und AbänderungS- und Zusatzsuträgen unterworfen ist. Das Programm enthält folgende Punkte: 1. Se« schrânkung der Rüstungen zur Ece uxb Ausführung», bcstimmungt», 2. Kontrollbestimmungen für die neuen Regeln der Kriegführung 3. Beschränkung brr Rüstungen zu Lände, 4. Die Fragen betreffend China, 6) Die Fragen betreffend Sibirien und gleichartige, China betreffende Fragen, 6. Die Diandate über die Issel«.
Da» Reutersche Büro erfährt, daß da» Programm in gntilnterrichteten britischen Kreisen nicht al» irgendwie bc«crken»werte Förderung der in Frage kommenden Punkte betrachtet wird. Da die der Erörterung^ unterliegenden Fragen insgesamt zu unbestimmt gefaßt seien, mache sich ix gewissen Kreisen, starker Widerspruch gegen die Erörterung ber ßanbrüflungert geltend und e» sei zweiselhaft, ob Dieser Punkt zur) Erörterung komme.
(Weitere Politische Nachrichten/Seite 3.)^