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General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. JndermLhle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richardöultsch:für lokalen und provinziellen Teil

Amklickes Organ für Sladl- und Landkreis Saturn Reklamen August Brodt. alle^inHanau a° Main.

Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«

Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

Nr. 219

Montag den 19. September

1921

Das Neueste.

Die Verwendung des preußischen Ctaats- kommissar» Weirmann in Bayern durch die Keichsregierung ist der preußischen Staatr- regierung seinerzeit nicht mitgeteilt worden.

Der Eoldankaufsprei» der Reichsbank wurde um 60 Mk. auf 450 Mk. für ein Zwanzig- markstück erhöht.

Gestern ist eine von den Krieoervereinen eon Bernau und Umgegend in Wilmersdor veranstaltete Tannenbergfeier von den Ange­hörigen der Linksparteien gesprengt worden.

WieHava» aus Washington meldet, hat die amtliche Kommission für Luftschiffahrt den Prä­sidenten Harding ersucht, wenn möglich mit Deutschland über den Ankauf einer Zeppelin luftschiffer zu verhandeln.

Nach ausländischen Blättermeldungen ist man der Ansicht, daß die militärischen Opera­tionen in Klein-Asien mit einem griechischen Siege geendet haben.

Bayern und das Reich.

An dem nun schon seit vierzehn Dagen zwi­schen München und Berlin bestehenden Konflikt und besonders an den in den letzten Dagen ge­gebenen Erklärungen der beiden Parteien sann niemand in Deutschland Freude haben. Der in der Sitzung des UeberwachungsauSschusses vom Reichskanzler verlesene Bericht des Staatskoin- missars ZVeißmann, der so fürchterliche Anschul­digungen gegen Angehörige der bayerischen Re­gierung enchielt, daß er im Auslande die Sen­sation bildet, hat soviel Staub aufgswirbelt, daß man die Befürchtung hegen muß, sehr schwer Wicher SU Juten Beziehungen zwischen Bayern E dem Reiche zu gelangen. Berlin und Mün­chen stchen sich schroff gegenüber und man dann noch nicht sagen, welchen AusganL die Dinge nehmen werden. Seit Samstag ist nun noch die preußische Regierung auf den Plan getreten und hat in einer Erklärung gegen den Reichskanzler Stellung genommen und dessen Verhalten im Ueberwachungsausschuß scharf kritisiert. Die Er- Kärung hat folgenden Wortlaut:

In der vom Reichskanzler am 15. Septbr. im Ausschuß des Reichstages verlesenen Nie­derschrift, die der preußische Staatskommrffar für öffentliche Ordnung dem Reichskanzler auf dessen Wunsch übergab, ist von Ermittelungen die Rede, die in Bayern von dem Staats- kommissar veranlaßt wurden. Die Ermitte­lungen fanden im Mai 1920, und zwar auf Anordnung der damaligen Reichsregierung statt. Zur Erklärung hierfür dient, daß der preußische Staatskommissar für öffentliche Ordnung seit Bestehen der Einrichtung auch von den Reichsinstanzen in Anspruch genom­men wird und von diesem Auftrage empfängt. Das Reichskommissirriat für öffentliche Ord­nung war zudem damals erst im Entstehen be- Stiffen. Das preußische Staatsministerium er­hielt von den durch seinen Staatskornmissar angestellten Ermittelungen erst durch die Ver­lesung der Niederschrift durch den Reichs­kanzler im Reichstagsausschuß Kenntnis. Das Staatsministerium bedauert, daß derartige Schritte eines seiner Organe in einem anderen Lande stattfanden, ohne daß darüber die Re­gierung dieses Landes unterrichtet war. Es bedauert weiter, daß darüber der Oeffentlich- keit Mitteilung gemacht wurde, bevor die Re­gierung des beteiligten Landes die Möglichkeit hatte, sich zu dem Ergebnis der damaligen Er­mittelungen zu äußern. Gegen die Wieder­holung derartiger Vorkonunniffe sind die ge­eigneten Vorkehrungen getroffen."

Soweit die,ErKärung der preußischen Staots- -Merung, die damit in den München-Berliner Gegensatz eingreist. Wir erfahren also, daß die Reichsregierung im Dkai 1920 den preußischen Staatskommissar wich Bayern geschickt hat. um °»rt Hinterm Rücken der bayerischen Regierung Nachforschungen nach dem Verbleibe von Ehr­hardt oder anderen Kappisten anzustellen. Reichs­kanzler war damals Hermann Müller-Franken, 6Et also wohl dem Reichskanzler Wirth erst auf ^e romantischen Berichte Wißmanns aufmerksam gemacht haben wird. Preußischer Ministerpräsident a>ar damals Müllers Parteigenosse Braun. Welche politische Folgen das Eingreifen Preußens in den München-Berliner Konflikt haben wird,, rst abzumarten. Wir glauben, daß wir uns in einer ^rise befinden, die nicht nur Berlin und Mün­zen angeht, sondern daS ganze Reich.

Vorschläge auf Aenderung der Staats- und Reichsverfassung.

, Berlin, 17. Septbr. Wie die Blätter melden, «achte die BârULe DolkLvartet im Laudtâ

zwei Anträge ein, die sich auf die Aenderung der SivirtS- und Reichsverfaffüng beziehen. Die An­träge verlangen erstens die Aufstellung eines Staatspräsidenten, dem bas Recht zu­steht, int Rahmen der Bestimmungen der Reichs­verfassung und der bayerischen Verfassung Bayernnachaußenhinzuvertreten, gemeinsam mit dem Präsidenten des Landtages Staatsverträge und Dandesgesetze auszufertigen und zu verkünden, dem Landtag die Vorschlags­liste der Minister zu unterbreiten und sie im Ein­verständnis mit dem Landtag zu berufen, die Beamten im Sinne der bayerischen Verfassung zu ernennen und Erlasse im Sinne der baye­rischen Verfassung ergehen zu lassen. Fernerhin soll die bayerische Staatsregierung im Reichsrot ein Gesetz beantragen, welches gemäß Artikel 48 Absatz 5 der Reichsverfassung die dem Reichs­präsidenten gemäß Artikel 48 Absatz 2 a. O. ver­liehenen Machtbefugnisse dahin be­schränken werde, daß sie in keine Hoheitsrechte eines Landes eingreifen dürfe, daß insbesondere der Vollzug eines vom Reichsvräsidenten jeweils verhängten Ausnahmezustandes Sache der Landesregierung bleibt, und ledig­lich im Falle der Weigerung einer Landes­regierung ihm das Recht zusteht, die Entscheidung des Reichsrates herbeizusühren.

Eine Richtigstellung des Reichskanzlers.

. Berlin, 17. Septbr. Der bayerische Sozial­minister Oswald hat nach vorliegenden Zeitungs­berichten in überaus scharfer Weise die Reichs­regierung, insbesondere den Reichskanzler, in einer öffentlichen Rede in München angegriffen. Zu den einzelnen Auslassungen des bayerischen Ministers wird vorläufig amtlich folgendes er- JM £H,Ä^'^#'J^

Magen sich Bereits nach dem bayerischen Budget- recht sehne und dieses demBerliner Magen" einverleiben wolle. Berlin werde in diesem Be­streben von eineraußerdeutschen" Stelle unter­stützt. Der Grund zu diesem Vorgehen des Rei­ches sei die Hoffnung, mit Hilfe des bayerischen Etats eher das Ultimatum erfüllen zu können. Oswald fordert selbst den Reichskanzler zu einer Stellungnahme gegenüber diesen Gerüchten auf. Dies geschieht hiermit.

Der Reichsregierung ist von solchen Plänen und Absichten nichts bekannt. Diese würden auch der Auffassung des Reichskanzlers in keiner Weise entsprechen. Die Gerüchte, die Oswald vor­eilig weiter gegeben hat, sind frei erfunden und gehören in das Gebiet jener tendenziösen Ver­leumdungen, die in letzter Zeit im Umlauf gesetzt worden sind, um die Reichsregierung zu diskre­ditieren. Auch an einer anderen Stelle der Rede sprach Oswald davon, daß die Regierungspolitik unter Einflüssen von außen stehe. Eine solche Unterstellung entspricht nicht den Tatsachen und muß im Interesse und der Würde des Reiches zurückgewiesen werden.

Ferner hai Oswald in der Rede den Vorwurf erhoben, man habe in Berlin die bayerische Ver­kehrs-, Finanz- und Heereshoheit verschachert. Die Abgrenzungen der Souveränität der Länder im Verhältnis zum Reich sind in der Weimarer Verfassung festgelegt. Alle späteren Regelungen erfolgten aufgrund und im Rahmen dieser ver­fassungsmäßigen Bestimmungen, an denen Bayern sowohl durch seine Volksvertretung als auch durch seine Staatsorgane mitgewirkt hat. Es kann also Lilligerweise nicht von einem ein­seitigen Akt der Reichsregierung, geschweige denn von einerVerschacherung" bayerischer Rechte die Rede sein. Im Gegenteil, bei der Auseinauder- setzung zwischen Bayern und dem Reich ist, wie jedem, der in den Gang der damaligen Verhand­lungen Eingeweihten bekannt ist, auf die baye­rischen Wünsche mehr als auf die jedes anderen Landes Rücksicht genommen werden.

Ferner hat Minister Oswald mit Bezug auf das Abkommen von Spa die Behauptung aufge­stellt, dort seien die ba^cri^n Einwohnerwehren von der Reichsregierung verschachert und Bayern die Ententevertreter auf den Hals geschickt wor­den. Es ist jedermann bekannt, daß die Annahme des Abkommens von Spa unter dem Druck der Entente zustande gekommen ist. Wie man auf ein solches Abkommen den von Oswald beliebten Ausdruckverschachern" anweilden kann, ist un­erfindlich.

Die neuesten Auseinandersetzungen, die zwi­schen dem Reich und Bayern wegen der Verord­nung des Reichspräsidenten vom 29. August 1921 stattfinden, hat Oswald dahin charakterisiert, daß die Reichsregierung dabei denstarken Mann" spielen wolle Die Reichsregierung glaubt, durch ihr Verhalten, ebenso wie durch ihre wieder­holten ausdrücklichen Erklärungen genügend dar- aeian au haben, bak tu tiwa SionfliZt au ver-

meiden und den Weg der Verständigung zu schreiten gewillt ist.

Kahr lehRl eine Degierungs- bil-ung ad.

München, 18. Sevt. Kabr lehnt die neue aierungSbildnna ab. Die Berbandlunaen, die

be-

Rf. bie

Bayrische DoMpartei mit ibm führte, sind gescheitert, weil Kahr von dem Justizminister sich nicht trennen will. Inzwischen sind dir Bedinonnoen bekannt ge- worden, die von der bayrischen DolkSpartei durch Hel> 'n Verbindung mit der Antwort an Kabr gestellt wurden. Die eine Bedingung ist, daß Kasr sein Kabinett gegen rechts bin etwas begrenzen müßte, d. b. eine Wiederkehr des JustizministerS Roth dürfte nicht in Frage kommen. Eine ander« Bedingung ist Kabrs Zustimmung zu dem Kompromißbeschlnß de? LanbtagranSschnsse» bezüglich der Aufhebung de? bayrischen Belagerungszustandes und der Ebertschen Ausnahmeverordnung. Wie heute m.München bekannt wird, kann Kabr in der Verfonenfrage nicht nachgeben und sich nicht von Dr. Roth trennen, da er sich rccbts- nationalen Kreisen gegenüber in dem Sinne sestgeleot hat, daß er nur mit einem unveränderten Kabinett die Regierung wieder übernehmen werde. In politischen Kreisen in München hat man heute morgen erfahren, daß die Berchtesgadener Verhandlungen gestern die Unversöhnlichkeit zwischen Kahr-Bindunacn und den Forderungen der Volk-Partei ergeben haben. Man erwartet daher allgemein, daß Kabr heute Held offiziell die Ablehnung de» erneuten RegierungS-AngebotS Mit­teilen wird.

Dke Kosten des Frredensverlrages.

Was die Durchführung des FriedenSberkrage? kostet, zeigen folgende Zahlen des Haushaltsplanes zur Durchführung der Vertrages, wie er im ReichSschatz- Ministerium ausgestellt worden ist:

1. Interalliierte Rheinlandkommission 108 673 280 M.

2. Unterhaltung der alliierten und assoziierten De- 'atznngStruppcn in den Rheinlanden, Vergütungen von

&Sf«r'^ v

gefeites vom 2, März 1919/27. März 1920 7 236 374 000 M.

3. GrundstückSerwerbtlvgen, Neubauten «nd Ilm« bauten anläßlich der Unterbringung der DesatzungS- truppm im Rheinland 1208 697 500 M.

4. Jnstandbalten der von den Besohnngstruppeu im Rheiiiland benutzten Grundstücke und Baulichkeiten 32 000 000 M.

5. Beschaffung n«d Unterhaltung der Einrichtungs­gegenstände für die Besatzungstruppen im Rheinland 21525 240 M.

6. Betriebskosten, und zwar Feuernng, Beleuchtung und Wasservcrsorgnng, Reinigung, kleine Wirtschafts­bedürfnisse sowie für Mieten 58 773 000 M.

7. GeickästSbedürsnisse, Schreibgebühren und ver­mischte Ausgaben 45 816 000 M.

8. Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren sowie Frachtkosten 507 000 M.

9. Entfestigung durch RcichSbanverwaltung 250 000 000 Mk.

10. Unterbringung her interalliierten UeberwachungS- ausschiisse für Landheer, Seemacht und Luftfahrt so­wie Unterbringung der Sonderkommissionen de» Wieder- gulmachungSaurschnsser und der sonstigen inter­alliierten Kommissionen in Deutschland 53 278 000 Mk.

11. Auslieferung und Unbrauchbarmachung von Kriegsmaterial sowie Rückgabe von Bentegerätcn. 275 000 000 Mk. Gc-samtausgaben: S 320 640330 Mk.

Die Lasten der Besatzung.

Pari-, 18. Septbr. Nach beut »TempS* be­tragen die Sofien bet Zurückerstattung, die die fünf alliierten Staaten für die Unterhaltung ihrer «e- satzuugsarmeen vom 11. November 1918 bis zum 1. Mai 1921 zurSckvcrlangcn, für die Vereinigten Staaten ritnb 278 Millionen Dollar», für Frankreich runb 2305 Millionen Franken, für England 53 Millionen Pfund Sterling, für Belgien rund 879 Millmnen Franken und für Italien rund 15 Millionen Franken. Der tägliche Durchschnittrverbrauch beläuft sich für die Vereinigten Staaten ans 4'/, Dollar?, Frankreich aus 15'/. Franken, für England auf 14 Schilling, für Belgien auf 16*/, Franken und für Italien auf 22 Franken pro Kopf.

Eine Kundgebung der Deutsch. Oesierretcher.

Wien, 18. Sept. Au» Anlaß de? Jahrektage« bei Friedens von St. Germain veranstaltete gestern die Wiener Nationalorgauisation eine Protestkund­gebung gegen die Unterdrückung der Deutschen. Es wurde eine Entschliessung angenommen, in der gegen die Unterdrückung der durch die FnedcnSverträge von St. Versailles und St. Germain unter fremde Herr­schaft gekommene Volksgenossen protestiert, da» Selbst- beftimmungsrecht für alle deutschen Stämme und die Freigabe beS Anschlusses an das deutsche Reich ge- -ordert wird. Nach der Kundgebung marschierten die Teilnehmer nach dem KarlSp!atz, wo ReichstagSabge- ordneter Wullc über den Anschluß Oesterrechs an Deutschland sprach. Mit dem Absingen de? Liede» Deutschland Deutschland über alles" wurde die Kund­gebung geschlossen.

Das Durgenland.

Prag, 17. Scpt. Der Wiener Korrespondent de» I Blatte» .Brauer Prelle" erfährt aus biulomatiicben 1

Kreisen der Entente, daß feit einigen Tagen in Ungar» in aller Stille eine regelrechte Mobilisierung durchge- fährt werde. Die Reserve-Offiziere itnb Mannschafter der Jahrgänge 1895 Bis 1900 erhielten von Maior Offenburg unterzeichnete Einberufungsbefehle. Du Einbernsungen lauten nach Oldenburg zum Gen darmerieregiment. Gleichzeitig werde die demobilifiert« Artillerie nach Kce?kement einBeruftn.

Wien. 18. Sept. Amtlich wird gemeldet: Im Grenzabschnitte von Kirchschlag verstärkten sich die un­garischen Banden Bei der Abwehr eines Angriffe« ungarischer Banden mit Maschinengewehren auf Gillersdorf südlich von Fürstenfeld wurden Unsere Gendarmerieabteilnngen durch BundeStruppen unter, stützt; nach längerem Feuergesecht wurde der Angriff abgewiesen. Die ungarischen Banden zogen sich unter Mitnahme von Verwundeten zurück. Ans unserer Seite wurde niemand verwundet. Vor kurzem wurde ein militärischer Posten in der Nähe von Hohenbrugg hon Freischärlern mit Maschinengewehren ohne Erf»!z beschösse«.

Die irische Frage.

Soubo«, 18. Sept. Lloyd Keor»« sankt« heute nachmittag ein Telegramm an de Valera, in dem es heiBt: Ihr Telegramm von gestern ahe«d ändert «icht» «« de« Anspruch, daß Ihre Delegierte« mit uns als Vertreter eines souveräne« »n»bbS«gigen Staate» »u> >amme«trcffe« sollte«. Sie haben keine derartige« Vorbedingungen gestellt, als Sic mich im Juli le- . suchte«. Ich habe Sie damals eixgeladen, mit wm zusammenzutreffe« als der een der großen Mehrheit bei südirlä«dischc« Volke» erwählte Führer, und Sie lmbe« diese Sinladu«, ««genommen. Gleich bei 8c« tun unserer Besprechungen sagt« ich Jhnrn, wir er« warteten, daß Irland seine Pflichten gegen den Thr»n anerkenne und in Zukunft als Mitglied deS britischen Gemeinwesen» handle. Das war »i« Grundlage

unseres D»rschla,eS. Wir könne» diesen nicht ver­ändern. Das was Sie jetzt für Ihre Delegierten im Soraiis fordern, ist in Wirklichkeit die 8«rleugnn«g dieser Grundlage. Ich bi« bereit, mit Ihren Dele­gierte« zufammenzutreffen, mit ich mit Ihnen im Juli i*famwe*tr«f, «ämtrch tw oer Eigenschaft al» er. wählte Vertreter Ihr«? Volke«, um iiier eine Ver­bindung Irland» mit dem britische« Semeinwese« jr berate«. Meine Kollege« und ich könne« «icht mU Ihne« zulammenkomme« als Vertreter» eine» souve-

räncn und unabhängigen Staate», ohne dadurch eine Treulosigkeit unsererseits gegeu den Thron und da» Neich zu begehrn. Ich muß deshalb wiederholen, daß, '»fern nicht der gweite Absatz Ihres Briefes vom 13. September zurückgezoge« Nirb, eine Konferenz zwischen uns unmöglich ist.

(Dieser letzte 86fa| betraf die Forderung, dich di< britische« Delegierten mit der irischen Delegierte« als Vertretern eines unabhängige« souderäne« Staate! verhandeln solle«. D. Red.).

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Der Krieg in Kleinasien.

Paris, 18. Sept. Räch'einer HavaSmeldung a«» Konstantinopel sei es dem Kommandanten de? linke» griechischen Flügel» gelungen, der ihm drohenden Um­zingelung zu entgehe«. Er hätte bei der Schleife des südlichen Sakharia zurückgehen können und wäre io »er Gefahr entgangen, in der Richtung der Salzwüst, zurückgeworfen zu werden.

Pari-, 18. Sept. Hava» meldet au? Athen: Die Blätter sind der Ansicht, daß die militäri­schen Operationen in Kleinasien mit einem griechischen Siege geendet haben. Das Wort gehöre jetzt der Diplomatie. Ueber die amtlichen Absichten der griechischen Regierung bezüglich der Friedensschlüsse? besitze man jedoch noch keine Nachrichten. In amtlichen Kreisen sei man sehr reser- viert. Der Minister der Acußern dementiert die Mel­dung, daß Griechenland die Vermittelung der Alli­ierten angeruken oder Schritte in dieser Richtung unternommen habe.

Politische Tagesberichte.

200 000 Mark für »ie Ergreifung bet Mörder Erzberger-. (Amtlich). Die Reichsregie- rnng hat mit Rücksicht darauf, daß die Mörder »es Abgeordnete» Erzberger nunmehr festgestellt, aber noch nicht ergriffen sind, die ausgesetzte Belohnung »on 100 OO0 auf 200 000 Mark erhöht. Zuständig fit die Verteilung sind die badische« Landesdehörden.

Eine kommunistische Konferenz au-g«. hohen. Nach einer Meldung aus M ü « ch e n ist dort ix der Sonntagnacht eine ksuimunistischc Bezirks- konferenz auszeheben worden. Etwa 50 Personen, darunter der radikal-kommunistische württembergische RcichstagsabgeordncteRcmmcle, der Bruder des frühere» badischen Ministers de» Innern, wnrden in Lastautos zur Polizeidirektisu gebracht.

Die Strei!l«gr in Nordfronkreich. Trotz­dem die Tcxtilindustriellcn »on Roubaix und T»urcoing der Einladung de» Ministerpräsidenten zu einer Be­sprechung Nachkommen wollen, bleiben sie einstimmig bei ihrer Ansicht, daß die Lshnherabsctzun, eine ge­bieterisch: wirtschaftliche Notwendigkeit sei und d«ß keinerlei Konzessionen gemacht' werden könnten. I« einem Anschlag werden den Arbritern «»chmal» die Gründe für die beabsichtigten Lovnherabsetzungen au»- einanoergefeSt. Ferner »erpflichtrn sich die Arbeit­geber, eine Organisation in» Leben zu rufen, um die Herabsetzung der Leben»k»stcn durchzuführ««. Die Arbeiter werden sodann zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert. Nach dem »Echo duN»rd" sind ernste «ussichten vorhanden, daß der Textilstreik sich feinem Ende nähert. E» seien Zeichen der Ermüd itll^fichtbar.