Einzelbild herunterladen
 
  

Jlt. 210

Donnerstag Ven 8. Sepken' :

Seite 3

Landkreis Kanan.

N. Aus dem Landkreis Hanau, 7. Septb. (Obstd i e b e.) Allenthalben hört man Klage darüber, daß zur Nachtzeit die Aepfelbäume bestiegen, geschüttelt und ganze Säcke voll Aepfel gestohlen werden. In Ravolzhausen ist es in den letzten Tagen schon einigemale ge­lungen, die Diebe auf frischer Tat zu über­raschen.

r Dörnigheim, 7. Septbr. (T urneri sch e Erfolge). Dem Turner Wilhelm Wankel von der hiesigen Turngesellschaft war es wieder­um vergönnt, auf dem Lorelehturnfe-st den 4. Sieg mit 85 Punkten zu erringen. Der Verein fft stolz auf diesen Turner, dem kein Weg zu weit ist, um die Farben des Vereins zu ver­treten.

e. Hochstadk, 7. Septbr. (Jubiläum.) In aller Stille beging heute Herr Lehrer Geb fein. 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß brachte ihm der GesangvereinFroh­sinn", welchen der Jubilar lange Jahre als Dirigent leitete und dem er noch heute als Ehrendirigent angehört, ein Ständchen. In warmen Worten gedachte der 1. Vorsitzende des Vereins der großen Verdienste, welche sich Herr Geb auf dem Gebiete des Männerge­sangs in der hiesigen Gemeinde erworben hat, sowie feines edlen, aufrichtigen Charakters. Zu der Feier hatten sich auch viele Mitbürger ein­gefunden, ein Zeichen der großen Beliebtheit, welcher sich der Jubilar in unserer Gemeinde erfreut.

Wetter-Voraussage

für Freitag den S. September:

Wolken, teils Sonne, strichweise Rezen, milde.

Der Verein der Kanauer Kaus- und Grundbesitzer

hat die folgende Eingabe an den Magistrat ge­richtet:

Eine Anzahl deutscher Städte hat aus An­laß ähnlicher Vorgänge, wie sich solche in der Stadtverordnetensitzung vom 1. d. Mts. bei Be­sprechung des Magistratsbeschlusses betr. Miet- höcbstfestsetzung abgespielt haben, statistische Aufnahmen über die Leistungsfähigkeit der Hausbesitzer vorgenommen. Aus diesen amt­lichen Feststellungen hat sich die für uns längst bekannte Tatsache aufs neue ergeben, daß die so oft ausgenützte Behauptung, die Hausbe­sitzer beständen in ihrer Mehrheit aus Kapi­talisten, nichts weiter als ein Märchen ist.

Aus dem uns vorliegenden statistischen Material erlauben wir uns zwei Feststellungen herauszugreifen.

^, Die Hausbesitzer, der Stadt Flensburg nach Berufsgruppen:

1. Handwerksmeister,. Kaufleute, Gast­

wirte, Gärtner, Kleinhändler . . . 47 %

2. Arbeiter...... 14 %

3. Witwen, Waisen, alleinsteh. Damen 13 %

4. Beamte und Angestellte..... 8 %

5. Rentiers, Privatiers, Invaliden . 7 %

6. Freie Berufe, Aerzte, Lehrer, In­genieure ..... 4 %

7. Fabrikanten ........4 %

8. Banken, Großkaufleute, Makler, Agenten .......... 3 %

100 %

poetische Traumleben in Monrepos schien ihr nämlich gar nicht mehr so begehrenswert, seit sie eine feste Tätigkeit kennen gelernt hatte.

Die Tage wurden so kurz und köstlich da­durch! Es war ein wundervolles Gefühl, andern nützen/u sönnen und etwas zu leisten'

Auch nun es ja gar nicht so schlimm geworden ruf Grafenegg, wie sie anfangs dachte. Ignorierte ie auch Anneliese, und fühlte sie instinktiv die Abneigung der Gräfin, so hatte sie doch auch nun hier Herzen gefunden, die ihr gut waren. Die Kinder hingen an ihr, Hertha hatte sie lieb und Onkel Ubald erst recht, wenn es auch nicht in sei­ner Natur lag, es direkt auszusprechen.

12. Kapitel.

Rüdiger kam stattMoirtag oder Dienstag" erst Ende , der nächsten Woche zurück. Er kam auch nicht mit Magelone, sondern allein.

Magelone sei noch immer krank, sagte er kurz. Ein hartnäckiger Katarrh, der ärztliche Behand­lung erfordere, zwinge sie, wie sie ihm erklärt habe, noch einige Tage in Wien zu bleiben.

Anneliese, bie fett Sonntag, wo sie vergebens auf Rittmeister von Wendlohs Kommen gewartet hatte, beständig in gereizter Stimme war, fragte spöttisch:Und die liebe Tante Ulrike? Sie i|t natürlich kerngesund?"

Ja , ich glaube," antwortete Rüdiger zerstreut.

Na, das dachte ich mir ja! Die gute Dame hat wohl nur als Vorwand dienen müssen. Hast Du übrigens Wendloh nicht gesehen. Rüdiger?"

Doch. Einmal flüchtig auf der Straße.

Sagte er dir nicht, weshalb er «onntag ^icht kam?" .

Nein. Wir wechselten nur ein paar Worte, dann trennten wir uns. Er schien es sehr eilig ju haben. Von Grafenegg war gar nicht bie Rede." . .

Anneliese preßte die Lippen zusammen und llne zornige Falte stand auf ihrer weißen Stirn.

Er hatte es also nicht einmal der Mühe wert refunden, einen Gruß an sie aufzugeben.

Aber ich weiß, wem ich das verdanke, dachte ie erbittert.

Wollte Gott, ich könnte es Magelone einmal heimzahlen!"

Fortsetzung folgte

3.

4.

II. Die Hausbesitzer der Stadt Wiesbaden nach Einkommengruppen:

Der Magistrat der Stadt Wiesbaden hat anfangs dieses Jahres nachstehende statistische Feststellungen vorgenommen:

Wiesbaden hat. 2899 Hausbesitzer.

1. Hiervon haben 1718 Hausbesitzer ein Einkommen unter 5000 Mk. = . . 59 % 2. 318 Hausbesitzer haben ein Einkom­men zwischen 5000 und 8000 Mk. 11 % 167 Hausbesitzer haben ein Einkom­men zwischen 8000 u. 12 000 Mk. 6 % 696 Hausbesitzer haben ein Einkom­men von über. 12 000 Mk. . . . 24 %

100 %

Also 2203 Hausbesitzer oder 76 % des Ge­samtbausbesitzes haben ein Einkommen unter 12 000 Mark. Sind dies Kapitalisten?

Die Hausbesitzer sind keine Kapitalisten. In ihrer überwiegenden Mehrzahl sind es Hand­werker und Gewerbetreibende, die sich ihres Geschäftes wegen ein Grundstück erworben haben, oder es find kleine Rentner, Beamte, Arbeiter usw., die ein Grundstück erstanden haben, um durch die Verwaltung ihres Grund­stücks, die sie in ihrer freien Zeit ausüben oder durch Familienmitglieder ausüben lassen neben einer Verzinsung ihres eigenen Geldes mit 5 % eine mäßige Aufbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage erwartet haben. Werden sie weiterhin gezwungen werden, ihre Woh­nungen unter Selbstkostenpreis abzugeben, so werden mit Bestimmtheit die Zwangsversteige­rungen einsetzen und diese vorwärts streben­den Leute werden durch behördliche Maßnah­men um ihre Spargroschen gebracht werden.

Doch nicht allein den Hausbesitzern wird Hab und Gut genommen werden, auch die Hypothekengläubiger werden mit in den Strudel hineingerissen. Und auch bei diesen wird es sich zum weitaus überwiegenden Teil um Personen handeln, die ihre Spargelder in 2. und 3. Hypotheken angelegt haben, um eine etwas höhere Verzinsung zu erzielen (Kapi­talisten wissen bekanntlich ihre Gelder ander­weitig mit höherem Verdienst zu verwerten) Selbst die Sparkassenhypotheken, die doch fast ausschließlich den Spargeldern kleiner und kleinster Sparer entstammen, werden gefährdet, weil die Hnpothekengeldgeber jegliches Ver­trauen verlieren. Und letzten Endes würde die Stadt selbst den größten Schaden leiden, wenn das seßhafte Bürgertum zum Steuer­zahlen leistungsunfähig gemacht wird.

Wir halten es für dringend erforderlich, daß auf Grund einwandfreier amtlicher Fest­stellungen auch die Leistungsfähigkeit der Haus­besitzer der Stadt Hanau klar gestellt wird und bitten den Magistrat, nach dem Modus der Stadtverwalftvng Wiesbaden alsbald ent- fnredienhe JeMellungen vorzunebmen. und

dem Ergebnis Mittei-

ââ lung zu

Aus Rah und Fern.

mc. Frankfurt «. M., 7. Sept. Der am Frei« lag vom Schlichtungraurfchust berüqlich der Farbe« rangen der Metallarbeiter gefällte Schiedrfpruch wurde heute sowohl von den Arbeitgeberverbänden, wie auch von sämtlichen Arbe'tnetzmeroraanisotionen angenom­men. Durch denselben erbaffen die' Arbeiter eine Lohnerhöhung von dnrch'chnittlich 20%.

MV. Fraukfttrt *. M., 7. Sevt. Eine Ab­ordnung der englischen Adult Schools (Schule fir Erwachsenei befindet fick z. Zt. als Gast des Frank­furter Bundes für Volksbildung in unserer Stadt wo sie verschiedene Besichtigungen von Volksbildungsver- anstaltnngen Vornahmen, auch der Akademie der Arbeit einen Besuch abstatteten. Sie wurden im Römer durch Bürgermeister Gräf im Namen der Stadt be- nrüsit woraus ihr Sprecher den Dank der Gäste ab­stattete und bns Verbrechen ablegte alles zu tun im Sinne der Völkersriedens und der Völkerver- oändinung. Zu Ebren b?r englischen Gäste fand am Dienstag abend ein Konzert der Arbeitergesang- bereine statt.

.^ainnrünvat», 7. Sevt. In den Anwesen von Friedrich Holzinger und Friedrich Meininger brach H'ftern mittag Feuer aus, dem zwei Scheunen und zur Hälfte ein Wohnhaus zum Ovfer fielen. Die Feuer­wehr, unterstützt durch die Ortscinwobner die zeitig zur Stelle war, leistete tatkräftige H>lfe, sodaß ein weiteres Umsichgreifen des Reiters verbätet wurde. Wie man annimmt, sollen Kinder, welche an der Brand- rtcHe mit Streickbölzer gefistelt hatten, und ohne Auf­sicht waren, die Urheber fein.

As^ asicnbur«z, 7. Septbr. Ende Juli wurde im Keller beS Stadtobersekeetärs Herzog dessen Dienst­mädchen in einer groben Blutlache liegend auf« gefunden Damals schon stiegen Zwei-el auf, daß nicht, wie das Mädchen angab, ein Ueberfall in Frage kommen dürfte, sondern bgb es sich bei dem ganzen Vorfall um einen äußerst raffiniert angelegten Schwindel handelte. Gestern vormittag wurde das Dienstmädchen vom Städtischen Kronkenbans, wo es %mnls ShUnahme fenb, ins hiesige Gefängnis ab- transportiert, da es sich als eine abgefeimte Schwind­lerin entpuppte. Das Mädchen hatte aus dem Keller der Fami'ie Herzog längere Zeit Lebensmittel ent-- Wenbet. Da es damit rechnete, bah bie Diebstähle gufgedeckt würden, verschaffte es sich, bei einem hiesigen Metzger zwei Liter Ochsen blut, die es einige Zeit, bevor es in den Keller geschickt wurde, trank und baun im Keller erbrach. Dadurch suchte . die Schwind­lerin den auf sie gelenkten Verdacht von sich abzulenken und durch die Vorspiegelung eines UeberfallS bie Sin« Gelegenheit in Dunkel zu hüllen. Ins Krankenhaus eingeliefert, lag sie in der ersten Zeit mit weiteren 4 Oranten in einem Zimmer zusammen. Nachdem einige Tage weder irgendwelche Krankdeitssymptome noch die Spuren einer körperlichen Verletzung an ihr festgestellt werben konnten, blutete sie eines Tages wieder aus Mund und. Vase. Dadurch wurde die ganze Ange- legen1 eit neuerlich gebeimnisvoll. Die Aerzte legten sie daraus allem in ein Krankenzimmer, und siehe da, von da ab war es mit der Krankheit vorbei. Gestern nun legte die Schwindlerin ein Gcstänonir ab. Sie gab zu, bah sie auch im SbranfenhauS sich durch einen Kranken Ochscnblnt verschaffen liefe, es traut uns bann wieder erbrach. Eine große Anzahl von Betrügereien und Diebstählen stehe»: auf dem Schuldkonlo dieser

.Dame". In einem hiesigen Mädchenheim wohnte sie fünf Tage unter dem l

-sigm Mädchenheim wohnte sie I deutschen Volkes und Landes fällt der deutscher hochküngenden Namen Gräfin Wissenschaft eine bedeutsame Mitwirkung zu. Di.

von Scbulthe 8 und betrog das Hei« um d«s Pensions­geld. Von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wird

sie wegen Diebereien und Schwindeleien gesucht, und auch megen der Diebstähle bei Stadtoberiekretär Herzog, wo ihr neben Lebensmitteln auch ein ansehnlicher Geldbetrag in die Hände fiel, wird sie sich zu verant- worten haben. Es ist aber höchüwahrschemlich, daß die Hochstaplerin sich auch noch an anderen Orten betätigte. Vorläufig werden die schwedischen Gardinen ihreWünlche' unerfüllt bleiben lassen.

Klein-Auheim, 7. Septbr. Am Sonntag ben 11. d Mts. findet im goldenen Faß die lokale Ausstellung des Kaninchen-Züchterklub mit Produkten- und Kaufgelegenheit, Preisschießen und Tambola statt. Prämiirung Samstag.

Caffel, 7. Septbr. In einer Anstalt in Betten­hausen wurde am Montag ein 4jähriges Mäd­chen gebadet. Als es kurze Zeit allein gelaffen wurde, drehte das Kind den Hahn mit heißem Wasser auf. Das Kind lag, als das Unglück ent­deckt wurde, bereits in den letzten Zügen und starb nach kurzer Zeit.

g. Caffel, 5. Septbr. Am Sonntag tagte hier der Verband Deutscher Gebirgs- und Wander­vereine. Es waren nahezu 100 Vereine aus allen Teilen Deutschlands erschienen. Aus der umfang­reichen Tagesordnung sei besonders erwähnt, Vorträge des Herrn Pfarrer Löscher (Erzgebirgs- Verein) über Jugendwanderungen und Herbergs­wesen und des Herrn Forstmeisters Guntrum- Heppenheim überWald und Wanderer". An beide Vorträge knüpfte sich ein recht lebhafter Meinungsaustausch. Eine längere. Aussprache zeitigte der Punkt:Anschluß an den Reichs­ausschuß für Leibesübungen", zu einem An­schluß kam es aber nicht den hohen Beitrags kosten wegen. Ein Antrag des Werratalvereins betr. Fahrpreisermäßigungen für Wanderungen wurde nach längerer Debatte dahin erledigst daß der Verband eine Vertretung im Bezirkseisenbahnrat erstreben solle. Als Verbandsorgan wurde die Deutsche Reise-, Bäder- und Touristenr-eituna bestimmt. Ferner taute hier die 12- Haupt­versammlung des Deutschen Ma^ktscheider-Ver- eins. Aus der Tätigkeit dieses Vereins interissiert die Öffentlichkeit, daß der Verein nach Vertiefung und Erweiterung der wissen- ichaftlichen Vertreter dieses Faches an Hochschulen seit Jahrzehnten strebt, und daß dieses Bestreben in der heutigen Zeit für den gesamten deutschen Berabau ganz besonders notwendig ist. Des Weiteren hatten sich die Okkultisten, von denen Vertreter aus allen Teilen Deutschlands, Däne­mark, Schweiz, Holland und Polen zu- einem Kongreß zusammengefunden, welcher eine grund- mtzliche Klärung der Lebensfragen des Geheim- f'iinb bringen soll. Hatten die vorerwähnten Veranstaltungen verhältnismäßig gerinne-Teil­nehmerziffern aufzuweisen, so stand die 25jährige Gründungsfeier der Ealleler. Ortsgrubve des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes

Desto ersEMlung stillte berttoetten^aTber Stadtstalle. Als Fc^ebner t^gt der deutsch- nationale Reichstvosabaeordnete Lanrbach-Harn- burg auf. Ein Trupp Burschen, welcher an den schwarz-weiß-roten Schleifen und Enblemen An­stoß nabm, versuchte zwar die Feier zu stören. r»nnt aber Anoesichts der großen Zahl der Föst- tilnehmer nichts ausrichten. Das Fest nahm einen glänzenden Verlauf. Die Stadtver­ordnetenversammlung beriet gestern die Ma- aistratsvorlage über die Erhöhung der städtischen Beamten-, Lehrer-, Angestellten und Arbeiter- uilaaen. Es kommen hierfür etwa 1100 Personen in Betracht. Die Mehrbelastuna für die Stad beläuft sich auf 3,5 Millionen Mark. Nach un­erheblicher Debatte wurde die Magistratsvorlage angenommen. Ferner genehmigte die Stadt­verordnetenversammlung die Annahme eines Darlehens von 6 Millionen Mark bei der Ar­beiterpensionskaffe der preußisch - hessischen Eisenbahngemeinschaft in Berlin für Zwecke der Wohn'mgsst'irsorge.

§ Tiefenort (Rhön), 7. Septbr. An der Ruhr sind hier bisher gegen 300 Personen er­krankt, von denen 35 starben, dabei 28 Kinder.

Herborn, 6. Septbr. Im Kalksteinbruch von Benner-Bicken wurde gestern die Leiche eines jungen Mannes namens Wetz gefunden. Der Ver­unglückte, der erst kürzlich aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, hatte eine. Kopfverletzung. Wie das Unglück geschehen, bedarf noch der näheren Aufllärung.

Fisrhclbach bei Wittgenstein, 6. Septbr. Auf der Hühnerjagd traf aus Versehen der Jagd­pächter Fabrikant Kuhmichel aus Bochum seinen 16jährigen Sohn. Die Schrote drangen dem jungen Manne in ben Kopf, so daß der Tod so­fort eintrat

Neustadt a. d. H., 5. Septbr. Um der dies­jährigen, überhandnehmenden Mäuseplage abzu­helfen,, hatten die verschiedenen Gemeinden Be­lohnungen für. eingefangene Mäuse ausgesetzt. Die Mäusejäger stellten sich aber alsbald mit einer o zahlreichen Beute ein, daß die Gemeinden nun­mehr ihre Belohnungsausschreibungen aufgeben mußten, da sie sonst in finanzielle Bedrängnis gekommen wären. So wurden in Minfeld in wenigen Tagen Tausende von Mäusen abgeliefert, wofür 10 000 Mark bezahlt wurden. Die Gemeinde Berg bezahlte für 30 000 Mäuse 6000 Mark.

Ein Aufruf der katholischen Wissenschaftler.

mc. Worms a. Rh., 7. Septbr. Bei der augen­blicklich hier tagenden Generalversammlung der Görresgcfellschaft, der Vereinigung der katho- ischen wissenschaftlichen Kreise, wurde unter dem Präsidium von Grauert-München folgende Ent- chließung auf Vorschlag des Reichstagsabgeord­neten Profeffor Dr. Schreiber-Münster einstim­mig angenommen: .Bei. dem Wiederaufbau-des

Erhaltung der deutschen Wissenschaft ist «bei durch die schwere Wirtschaftslage stark bedroht. Gleichwohl ist es die ernste Pflicht des Reiches, der Länder, der Gemeinden und der deutschen Gesamtbevölkerung das heilige Feuer der Wiffen- schaft zu hüten. Auch an das katholische Volk er­geht von der Görres-Gesellschaft, welche den Zweck hat, im katholischen Deutschland wissen­schaftliches Leben nach allen Richtungen zu wecken und zu fördern, der Aufruf, der Notlage bei Wissenschaft ernsteste Aufmerksamkeit zu schenken Mehr denn je bedarf die - Görres-Gesellschaft bei tatkräftigen Unterstützung zur Erhaltung und zum Aufbau ihrer Forschungseinrichtungen, Ar­beitsaufgaben und zur Förderung des akademi­schen Nachwuchses Die Görres-Gesellschaft er­sucht darum dringend im Sinne eines Notsignals und Notrufs die moralische und geldliche Unter­stützung und Mitwirkung aller katholischen Kreise der Geistesarbeiter und der Handarbeiter im Zeichen eines umfassenden katholischen Gemein­schaftssinnes."

Vereine^ Versammlungen.

* Gesangverein der Marienkirche. He«tk ebend 8 Uhr UebunaSftunbe. Wichtizc Vorbereitungen. Nach 66Iu6 Aussprache über neue« Ueb«ni»l»k«l. Erscheinen aller Mitzlieder notwendig.

* Brodt'scher Mannergesangverein. Von jetzt «b werden wieder wie alljährlich die Einzel- 8in,stunden abgehalten und zwor ist die erste für beide Tenöre auf Sexte abend von 78 Uhr in der Brauerei Orschler" festgesetzt. Die Herren von den beiden Biffen werden gebeten, sich pünktlich morgen ifreiteg um 7 Uhr einzufinden. Die Allgemeinsing» stunde beginnt dann wie sonst «nch Freitag '/,9 Uhr.

* Turn» u. Fechtkluv (Spielabtciinng.) Heute abend «b6'/»Ubr Training der Handballmannschaften. Wegen eines Wettspiel» bis Sonntag, wollen sich olle Spieler rechtzeitig einünbex.

* Turnverein 1860 (Handballabteilung). Heute abend 6 Uhr Uebungtzstunde.

* Theatralische Verbindung. Heute abend 8Vi Uhr Monatrversammlung im Nest.Znm Karpfen".

* Stenographen « Verein Stolz« Schrey Heute abend 5 Uhr Anfänger-Unterricht, 6 Uhr Uebungg. stunde, 7 Uhr neuer Anfängerlehrgau, in der Mädchen- mittelschule.

* Turnverein Keffelstadt (Spielabteilung). Heute abend l/i9 Uhr Spiclcrsitzuug. Er ist Pflicht jeden Spielerr pünktlich zu erscheinen. Die 2. Mann­schaft spielt am Samrtag, 10., abend» 6 Uhr gegen die 1. Mannschaft der Wartburgvereinr. Er haben lolgende Spieler zu erscheinen: Heil, Ortb, Hähnlein, Häusel, Protzmann, Schmitt, Röder, Honsen, Pense, Häfner, Reuter.und Starck.

* Boxabteilung (Turngemeinde). Heute abend Trainingrstunde für sämtliche aktive Boxer und Teil­nehmer, an den Boxwettkämpfen vom 17. Sept. Auch werben heute abend photograpbische Aufnahmen ge­macht. Vollzähliger Erscheinen daher dringend>rwünscht.

* Evangel. Kasino. Die Mitglieder werden gebeten, ihren Kartoffelbedarf von heute ab bei unten« letzenden Herren «nzumcldcn: Georg Lysel, Schulstr. 4,

. T. 6, Zat»v Hit», .peunrara t, Carl Nader, Langstr. 58, Joh. Söming, Spessartstr.

* Wartburgverein. U,88 Uhr Posauncnchor- Uebung für Anfänger, »9 Pfadfinder, 910 Bibel- stunde. Spielersitzung.

Aus aller Well.

Milliardxn-Betrügereien in Kopenhagen Aus Kopenhagen wird gedrahtet: Der hiesige Vertreter- der kooperativen Gesellschaft Arcos, Gregori Jgnatiew, ist verhaftet worden unter der Beschuldigung, Milliardenbetrügereien be­gangen zu haben. Er soll namentlich Beftechungs- gelder dänischer Firmen entgegengenommen haben. Von einer einzelnen Firma sollen ihm im Sommer 150 000 Kr. als Provision für Lieferungsaufträge an die Sowjetregierung ge­zahlt worden sein. Die Verhaftung erfolgte aus Veranlaffung des nachgesandten Vertreters bei Sowjetregierung, Professors Rabonowitsch.

Unglücksfall eines deutschen Dampfers in Kleinen Belt. Der deutsche DampferJona- Sell" ist bei Strib im Kleinen Belt auf Gruni geraten. Der Dampfer befand sich mit- 200t Tonnen Kohlen unterwegs von Leith nach Sonderburg.

Seltsamkeiten aus einem sächsischen Königs­schloß. Paul Sorgenfrei berichtet imKunst­wanderer" von seinem Besuch in dem. weiteren Kreisen noch wenig bekannten Jagdschloß Moritzburg, unweit Dresden, das Kurfürst Moritz im 16. Jahrhundert erbaute und das ins­besondere durch die glänzenden Jagdfeste Augusts des Starken berühmt wurde. Unter den hier auf­bewahrten Seltenheiten und Seltsamkeiten , be­findet sich auch ein Teil des Geweihes, eines 36-Enders. das oben eine Höhlung hat, aus bei die Jagdgäste trinken mußten, was natürlich infolge der mehrfachen Enden recht schwierig war. Dieser sonderbare Pokal war mit einer Buch­führung verbunden, die 1686 Aufzeichnungen zählt, wer alles daraus getrunken hat. Das Eigenartigste, was das Schloß besitzt, ist wohl das sogenannte Federzimmer. August der Starke hatte in Madrid bei einem Stiergefecht einem Stier den Schädel mit einem Hieb zerhauen und erhielt als Preis vom König von Spanien dieses Zimmer. Es besteht aus fünf größeren Wandteppichen, einem Baldachin, einer großen und mehreren kleinen Decken, die sämtlich aus verschiedenen FedÄn in Natur geknüpft sind, eine mexikanische Handarbeit von größter Kunst­fertigkeit.

aMn»MMMBWMWMBM»WMil^«

Wenn Täualixg« durch irgend welche Um- tânde Nicht durch die Mutterbrust gestillt werden önncn, so reiche man ihnen das bereit» durch Genc- rahonen bewährte Nestle» Kindcrmchl, welche« durch seine stets gleichbleibende Reinheit und Güte die ab­solute Sicherheit bietet, dem Wachstum und Gedeih« der Kinder förderlich zu ftüu