Einzelbild herunterladen
 

Einrückungsgebühr:

Die8gesv. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 TOL, die 4gesp. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk., Finanzinserate 1.70Mk. Ossertgebühr30 Pfg. Bezugspreis: Viertel» iäbrl. 14.40 Mk..monatl. 4.80 Mk f. Postbezug viertel« iäbrl. 15.90Mk. monatl.5.30TOL DieNummer2NPsg.

Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. TO.

General-Anzeiger

Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil R i ch a r d S u l t s ch: für lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Saitau Reklamen August ^Brodt. alle^ i n^ana^a^Main.

* 3 Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage

Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Sir. 210 Donnerstag den 8. September 1921

BMrrM,M,*,~*"^^' " I IIIIHH"* I .........T.ra mwmm n r'' " ^"' ' '"" "---,^^

Das Neueste.

Der Unterausschuß des preußischen Land­tages für die Untersuchung der Unruhen in Mitteldeutschland hat gestern Minister Severing und Oberpräsident Hörsinz vernommen.

Der Belagerungszustand ist gestern mittag für ganz Oberschlesien aufgehoben worden.

In Speyer ist es gestern erneut zu Un­ruhen gekommen.

Nach einer Meldung desDaily Tele­graph" hat 21 obb George die Vertreter der Sinnfeiner eingeladen, sich mit ihm am 20. Sep­tember zu treffen.

Das Burgenland wird noch immer von ungarischen Banden bedroht.

Die Eroberung Angoras durch die Grie­chen wird dementiert.

Der juristische Volkerbundsausschuß hat beschlossen, den Antrag der argentinischen Dele­gation abzulehnen, wonach alle neu entstandenen Staaten auf ihr Verlangen jederzeit in den Völkerbund ausgenommen werden sollen.

Der bayerische Konflikt.

Der Konflikt zwischen München und Berlin ist noch nicht beigelegt und es liegen bisher keine Anzeichen dafür vor, daß diese Beilegung heute oder morgen erfolgen dürfte. Im Gegen­teil. Nach den uns zugegangenen Meldungen ist die Lage nach wie vor äußerst gespannt gespannt weniger wegen der Verordnung des Reichspräsidenten über die Zeitungsverbots, als vielmehr über das Verlangen der Reichs­regierung, bezw. der sozialdemokratischen Par­teien auf Aufhebung des baye - rij ch e n Aus na h m e z u st a n de s. Die bayerische Regierung will diesem letzteren-Ver­langen keinesfalls nachkommen, glaubt ihm nicht nachkommen zu können, weil sie der Auf­fassung ist, daß Bayern den Ausnahmezustand heute noch benötigt, um die Ruhe und Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten. Der bayerische Gesandte in Berlin, Dr. v. Preger, hat einen Vertreter desBerl. Lok.-Anz." auf den außer­ordentlichen Ernst der Spannung zwischen der Reichsleitung und der bayerischen Regierung hingewiesen. Er hat u. a. erklärt, daß es den Anschein habe, als ob es die Reichsregierung auf eine Kraftprobe mit Bayern ankommen lassen wolle. Nachdrücklich hat er seine war­nende Stimme gegen derartige Versuche er- >oben, denn es dürfte nicht übersehen werden, laß hinter der Regierung Kahr zwei Drittel >es gesamten bayerischen Volkes ständen. Aus )cn folgenden Ausführungen Pregers klingt ogar mehr als eine Warnung heraus:Die Regierung Kahr genießt in Bayern eine solch große Popularität, daß ein durch die Reichs­regierung erzwungener Rücktritt des baye­rischen Ministeriums unter Umständen sogar eine Bewegung im Volke auslösen könnte, deren Tragweite vorderhand nicht zu übersehen ist und die dem Gedanken der Reichseinheit auf keinen Fall förderlich wäre." Die Vertreter der bayerischen Regierung, die gegenwärtig in Berlin verhandeln, werden sich wahrscheinlich, töte aus einem unten folgenden Telegramm derVossischen Zeitung" hervorgeht, auf den gleichen Standpunkt stellen, sodaß man dem Ergebnis der Verhandlungen nur mit größter Spannung entgegensehen kann. Wir bedauern diesen Konflikt, der geeignet ist, die heutige oufgereizte Stimmung nur noch zu erhöhen und die politischen Leidenschaften noch mehr aufzupeitschen, außerordentlich und hoffen, daß in letzter Stunde noch die Besonnenheit auf beiden Teilen siegt, damit größeres Unyeu verhütet wird.

Ueber den Ausgang der gestern nachmittag begonnenen Verhandlungen war bisher nichts Näheres zu erfahren. Es heißt aber, daß auf beiden Seiten der ernste Wille vorhanden sei, die vorhandenen Differenzen auszugleichen, was man nur wünschen kann.

Der bayerische Ausnahmezustand unbedingte Notwendigkeit.

In einem Münchener Telegramm derNoss. Ztg." heißt es, daß die bayerische Delegation in Berlin gemäß den Beschlüssen des Miiicherrat^ »om 5. September die Verordnung des Reichs­präsidenten betreffend Zeitungsverbote .aner­kennen soll, sofern die Durchführung den baye­rischen Behörden überlassen bleibt. Dagegen ist der Abordnung nicht gestattet, über die Aus­hebung des Ausnahmezustandes in Bayern zu verhandeln. Sie ist vielmehr beauftragt, der Reichsregierung nochmals darmlegen, dass der Ausnahmezustand zurzeit für Bayern eine unbedingte Notwen­dig k e i t d a r st e l l e. Endgültige Abmachungen wird die bayerische Abordnung nicht au treffen

haben, vielmehr bleibt die letzte Entscheidung der bayerischen Regierung selbst Vorbehalten.

Verhandlungen der S. P. D. mH der U. S. P. D.

Wie der »Vorwärts" meldet, fand am Mitt­woch eine vertrauliche Aussprache von Ver­tretern der 5. p. D. mit solchen der 21. 5. p. D. über die politische Lage statt. Man war sich darüber einig, daß zum Schutze der Repu­blik ein gemeinsames Vorgehen beider Par­teien sich empfiehlt. Hinsichtlich der bayerischen Frage wurde betont, daß die sofortige Auf­hebung des Belagerungszustandes unerläßlich fei. Am Mittwoch abend unterrichteten Per­treter der beiden Parteien den Reichskanzler und den Reichsminister des Innern über ihre Auffassung. Insbesondere betonten sie, daß auf Grund der Verordnung des Reichspräsi­denten neuerdings wiederholt kommunistische Blätter verboten wurden. Sie ließen keinen Zweifel darüber, daß der im wesentlichen gegen die rechksbolschewistische Presse gerichtete Cha­rakter der Verordnung nicht durch untergeord­nete Verwaltungsorgane verwischt und nach links umgebogen werden dürfe. Die Regie­rungsvertreter erklärten, wenn linksstehende Blätter zur Gewaltanwendung gegen die Ver­fassung aufforderken» die Verordnung auch gegen sie Anwendung fände.

Erhöhte Kampfbereitschaft".

DerVorwärts" schreibt in seiner gestrigen Nummer- Für die Arbeiter ist leider wieder einmal die Not­wendigkeit der erhöhten Kampfbereitschaft gegeben. Wir hoffen immer noch, daß cs den einsichtigen bürger­lichen Elementen in Bayern gelingen wird, das ärgste zu verhüten. Wir wünschen aufrichtig, daß

Leider geben die Tatsachen Taitm tinett Schimmer von Berechtigung, ,u baff-^, daß dieser Wunsch in Erfüllung geben wird. So werden in den nächsten Tagen die Massen wieder einmal in der höchsten Not der Reiches zu seinem Schutze und zur Unterstützung einspiingcn müssen. Wir sind uns darüber klar, daß dies so zu geschehen bat, daß außer den Schuldigen möglichst niemand dabei leiden soll. Aber dem Reich muß unter allen Uumstä-'den das Recht bleiben, die RechtSbollchk- Wisten mit affen gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen, auch dann, wenn sie in Bayern sitzen."

Bereit« in der SamStagausgabe stieß das Blatt eine ähnliche Drobung aus:

Das bisherige Verhalten der bayerischen Regierung hat die Arbeiterschaft des Reiches, inSbeionberS aber die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, veranlaßt, Schritte zu unternehmen, die im Falle einer weiteren Sabotage der Anordnungen des Reiches verwirklicht werden können. Die bayerische Regierung soll sich über den Ernst der Situation nicht täuschen, zumal die Arbeiterschaft und insbesondere die Sozialdemokratie bereit ist, alles zu unternehmen, um die Reichscinheit zu schützen und den Maßnahmen der Reichsrcgieruug Nachdruck zu verleihen. Wir glauben richtig in­formiert zu sein, wenn wir darauf Hinweisen, daß die Vorbereitungen zur Verwirklichung dieser Schritte be­reits getroffen sind."

Welcher Art die in Aussicht genommenen Schritte sein sollen, wird nicht gesagt. Wir können sie uns aber denken und verstehen nicht, daß die Regierung eine derartige Auspeitschung der Leidenschaften und Masicuauftcizungcu weiter duldet.

Unruhen in der Rheinpsalz.

Speyer, 7. Septbr Wegen der gewalttätigen Demonstration in der vorigen Woche, wobei be­kanntlich das Regierungsgebäude demoliert wurde. Hatte die Polizei neue Verhaftungen vor­genommen. Die Arbeiter verlangten jedoch die Freigabe der Verhafteten und sind heute vor­mittag in den Streik eingetreten. Um 11 Uhr vormittags wurde das Regierungsge­bäude erneut gestürmt. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Demonstranten, wobei Schüsse fielen. Ein Arbeiter wurde getötet, mehrere schwer verletzt.

Speyer, 7. Septbr. Ueber die Ausschreitungen werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Im Laufe der Nacht waren die vier Rädelsführer, die anläßlich der Kundgebung vor acht Tagen den Bildersturm im Regierungsgebäude veranlaßt hatten, verhaftet und in das Amtsgefängnis übergeführt worden. Von der Arbeiterschaft wurde die Herausgabe der Gefangenen verlangt und, um die Forderung durchzusetzen, der Generalstreik verkündet. Der Parole wurde zum größten Teil Folge gegeben. Frühmorgens schon sammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Amtsgerichts­gefängnis an und versuchte, dieGefange- n c n z u befreien, was ihr aber nicht gelang. Hierauf zog die Menge vor das Polizeigebäude in der Absicht, in dieses einzudringen. Das wurde von der Polizei verhindert, die einige Schreck­schüsse abgab. Die Menge zog dann weiter vor das Rathaus, um sich hier den Eingang zu erzwingen, wobei es zu Zusammenstößen mit der Schutzmannschaft kam, die von der Schußwaffe Gebrauch machte. Hierbei wurden vierArb ei­

ter verletzt, von denen einer gestorben sein soll, jedoch ist diese Nachricht unbestätigt. Auf Seiten der Schutzmannschaft wurden drei Per­sonen schwer mißhandelt. Sämtliche öffent­lichen Gebäude, darunter auch die Post sind geschlossen und für das Publikum völlig unzugänglich. Das R eg ier un g s ge b ä u de i st st a r k besetzt. Per Einwohnerschaft hat sich eine große Erregung bemächtigt. Wie man hört, hat heute vormittag unter Hinzuziehung des Regierungspräsidenten eine Sitzung des Stadt­rates stattgefunden. Es soll beschlossen worden sein, die Freilassung der Inhaftierten zu bean­tragen.

Speyer, 7. Septbr. Aus Anlaß der heutigen Ausschreitungen hat der Provinzdelegierte der Pfalz im Hinblick auf die vormittägigen Vor­kommnisse die Befehlsgewalt über die Gendar­merie und die Polizei in der Kreishauptstadt übernommen und dem Regierungspräsidenten und dem stellvertretenden Bürgermeister in Speyer gegen mittag die Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ordnung zugesichert. Hiernach sind die vor dieser Anordnung erschienenen Zeitungsmel­dungen über gemeinschaftliche Schutzmaßnahmen zwischen den deutschen und französischen Behörden zu berichtigen.

Sie Untersuchung der Marz-Unruhen.

Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages verhandelte gestern in öffentlicher Sitzung über die Un­ruhen in Mitteldeutschland. Auf der Tagesordnung standen Zeugenvernehmungen. Als erster Generalzeuge wurde Staatsminister a. D. Severing vernommen. Er besprach die Vorgänge im Zusammenhang mit dem kommu- nistifchen Parteitage in Halle. Die damalige Ge- Arbeiterschaft sehr ernst 'genommen. DaransU zu erklären, daß in einer Reihe von Ortschaften die Arbeiter noch im Besitz von Waffen waren. Wäh­rend der Tagung der Nationalversammlung war Halle das Zentrum aller Unruhen. Eine Zentra­lisation des Polizeikörpers war auch in der Pro­vinz Sachsen erforderlich. Die preußische Regie­rung ließ sich nicht, wie behauptet wird, durch die Dinge überraschen. Die polizeilichen Kräfte wären stärker eingesetzt worden, wenn nicht die oberschlesische Abstimmung bevorgestanden hätte. Man hatte beobachtet, daß riesige Truppenmassen von den Polen zusammenzezogen worden waren. Ein Einsatz der Reichswehr wäre von den Polen als eine Bestätigung der Alarmnachrichten über Rüstungen in Deutschland ausgeschlachtet wor­den. Die Heranziehung der Reichswehr würde die Sache übrigens noch kompliziert haben. Ueber die Beteiligung von Amts- und Gemeindevor­stehern an dem Aufruhr könne er keine Auskunft geben, da er seit dem 23. April nicht mehr, Mi­nister gewesen sei. Ihm sei nicht bekannt, daß sich Ausländer in besonders großer Zahl im, Auf­standsgebiet aufgehalten hätten. Die Bewaffnung der Arbeiter sei eine Folge der Bewaffnung der Orgesch gewesen. Absurd sei es, von der Existenz einer roten Armee in Mitteldeutschland zu spre­chen. Das gefährlichste sei gewesen, daß die Auf­ständischen in dem Besitz von Dynamit gewesen seien. Eine feste rote Organisation habe jeden­falls nicht bestanden. Die Aufstände feien impro­visiert gewesen und genährt worden durch die Aufrufe von Hölz.

Oberpräsident Hörsing erklärte, man müsse zum Verständnis der Vorgänge vom Kapp-Putsch ausgehen. Als der Aufstand ausbrach, habe er Militär nicht eingesetzt. Hätte man das getan, dann hätte es Blutvergießen ohnegleichen ge­geben. Der Aufstand hätte sich auf das ganze Reich verpflanzt. Eine rote Armee habe es dort weder 1920 während des Kapp-Putsches, noch während dieses Aufstandes gegeben. Grausam­keiten seien beiderseits vorgekommen. 1000 Mann Polizeitruppen, die er zuerst angeforbert hatte, seien auf seine Veranlassung vor Grausamkeiten eindringlich gewarnt worden. Von dieser Seite sei aud) nichts vorgekommen. Dagegen sei es mög­lich, daß von Polizeimannschafteil, die aus an­deren Provinzen kamen. Uebergriffe erfolgt sind. Seitens der Aufständischen seien zahlreiche Uebergriffe und Grausamkeiten vorgekommen. Die Zahl d cr Ausländer sei in der Pro­ll i n z S a ch s e n außerordentlich groß gewesen. Besonders seien viele Russen wäh­rend des Aufstandes in der Provinz Sachsen festgestellt worden, deren Zahl mit 23000 wohl nicht zu hoch angegeben ist. Zur Frage, ob cs eine rote Armee gegeben habe, er­klärte der Zeuge noch, wo konkrete Fälle ange­geben waren, habe er überall Untersuchungen an­stellen lassen, aber auch nicht in einem einzigen Falle sei es ihm gelungen, die Wahrheit solcher Behauptungen festzustellen.

Zur Frage des Einflusses der kommuni-stischen Parteien bekundete Oberpräsident Hörsing, er sei erst seit dem Kampf um das Lcunawerk von einer zentralen Ausstandsparole überzeugt gewesen. Er glaube an einen Zusammenhang zwischen den Vorgängen in Mitteldeutschland und den Auf­ruhrbewegungen in anderen Gegenden. Die Ver­stümmelungen von Leichen seien von denselben Leuten borgenommen worden, die die Polizisten getötet haben. Bezüglich der Mängel in der Be­hördenorganisation bestritt Hörsing, bei der Auswahl der Amtsvorsteher unvorsichttg gewesen zu sein. Die Mitgliedschaft bei der U. S. P. habe er allerdings nicht für einen Hinderungsgrund ge­halten. Nach der Spaltung auf dem Parteitag in Halle wurden aber Kommunisten nicht mehr als Inhaber der Polizeigewalt bestätigt. Die Land­gemeinden seien nicht schuldhast ohne den nötigen polizeilichen Schutz gelassen worden. Die Zahl der Gendarmerie sei unzulänglich gewesen. Auf den Vorwurf, daß die Aktion auf Eisleben mit ungenügenden Kräften unternommen worden sei, erklärte der Zeuge, 1500 Mann habe er nicht nach Eisleben schicken können; denn das tue man nur, wenn man Krieg führen wolle. Ein solches Auf­gebot hätte die Bevölkerung in Aufruhr bringen müssen. (?!) Bezüglich der Behauptung, die Besatzung von Leuna habe in der Nacht be­schlossen, keinen Widerstand zu leisten, und auch tatsächlich keinen Widerstand geleistet, erklärte der Zeuge, noch am Tage vor dem ©türm a u f die Leunawerke hätten an allen Aus ganzen Posten mit Gewehr die Bevölkerung kontrolliert, sodaß man annehmen mußte, daß es die Be­satzung aus einen Kampf ankommen lassen wollte. Von einem nächtlichen Beschluß habe die Polizei auch in keiner Weise Kenntnis erhalten.. Er könne auch nicht annehmen, daß die Polizei ans

in das Werk hineuurewoLn,, .tzabc. Wenn dabei bersagenswerkerwcift eine' AnZaÜ? Leute ums Leben gekommen seien, treffe die Po­lizei kein Vorwurf. Erschießungen Wehrloser nach der Einnahme seien durch die Ermittelungen nicht festgestellt. Daß Notstandsarbeiter, die sich am Kampfe nicht beteiligten, in grausamer Weise in ein Silo untergebracht wurden, dürfte richtig sein. Als die Polizei eingedrungen war, wollte jeder nur als Notstandsarbeiter dabei gewesen sein, nicht aber als Kämpser, die Polizei hätte das aber nicht sofort feststellen können.

Gegen die Farbigen im Rheinland.

Jpu. Amsterdam, 8. Sept. Der holländische Arzt Dr. v an Renesse hat im besetzten Gebiet Beobachtungen über das Verhalten der farbigen Franzosen angestellt und kommt in Vorträgen, die er jetzt in Holland hält, zu dem Urteil, daß Frankreich die Farbigen so­bald wie möglich aus dem Rheinland entfernen mpb, wenn es Ansvruch daraus machen will, die Kultur in Europa Hochzubalten. Dr. van Reneffe schildert, wie diese zum Teil sehr unzivilrsierten Menschen aus ihren Ländern nach Europa deportiert und nach den Schlachtfeldern geführt wurden. Ihre sittliche und religiöse Ent­wicklung war derart minderwertig, dab sie durch den Krieg in starkem Matze verwildern muhten. Dagegen kann Frankreich nichts, unternehmen, aber es muhte nicht zulassen, dah diese wilden Horden nun nach dem Kriege für die Besetzung in Deutschland gebraucht wurden. In dieser Be­ziehung trifft Frankreich allein alle Verantwortung für die Verbrechen und Schandtaten, die von den Farbigen im Rheinland begangen werden. Man kann diese Raffe nicht mit den europäischen Sol- baten auf die gleiche Stufe stellen, was auch in Frankreich hinreichend bekannt ist. Das französisch« System, das bei weiterer Durchführung unsere gesamte europäische Kultur in Gefaho Hringen muh ist verderblich und sollte von denT?ranzosen abgeschafft werden. Im Interesse Frankreichs liegt es wenn es dem Rufe: Weg mit den farbigen Truppen aus dem Rheinland! baldigst Gehör schenkt. Die Vortrüge von Dr. van Renesse haben in Holland einen derartigen Wider­hall gefunden, baâ sich eine Vereinigung gebildet hat, die für die Beseitigung der französischen Farbigen aus dem Rheinlands alle weiteren Schritte unternehmen will.

Eine Intervention für Erhöhung bet Besatznngsznlngc. Wie dieRheinische Zeitung" erfährt, hat Reich-tagrabgeordncter Dr. Meer in der vergangenen Woche in Berlin als Vorsitzender Kl UcbcrwachungrauSschusseS mit den zunächst in Frage kommenden ReichSstellen über die Erhöhung der B« satzungSzulage gesprochen. Der Abgeordnete halt ane erhebliche Erhöhung angesichts der zunehmende» Teuerung für unbedingt nötig. Voraussichtlich werden sich die maßgebenden Fraktionen des Reichstags sofort bei Wiederbeginn der Plenarsitzungen mit der Singel legcnheit befassen.

.(Weitere f£oIititoeMn&^ai^