Jlt. 268
Samslag den 3. September
Seile 3
Landkreis Kanan.
* Großkroüenburg, 3. Septbr. (Gottesdienst.) Für die evangelischen Einwohner findet morgen vormittag 11 Uhr PfarrgotteZ- dienst in der alten Schule statt.
g. Windecken, 3. Septbr. (D i e F e r i e n - Strafkammer in Hanau) beschäftigte sich gestern mit einer Sache, die bereits acht Jahre zurückliegt, die durch die Kriegsverhältnisfe und das Verschwinden des Hauptbeteiligten aber erst jetzt zur Erledigung kam. Im Jahre 1912 arbeitete bei dem Schreinermeister Aom. Joh. M. hier der damals 19 Jahre alte Geselle Max Z. aus Nehesdorf, der von dem Meister bald darauf in intimer Umarmung mit der Meisterin angetroffen wurde. Der Geselle kam zur Entlassung, aber auch die Frau verließ bald Darauf den Ehemann M und zog mit den Möbeln nach Hanau, wo sie als Köchin in Stellung trat. Da der Meister M. den Verdacht hegte, daß die Beiden ihm nach dem Leben trachteten, verabredete er mit einem späteren GefAlen, daß dieser zum Schein mit der Frau M. ein Liebesverhältnis anknüpfen und dann die Beiden ausforschen sollte. Dies geschah auch und Richard D., der neue Geselle, erhielt von dem Z. ein Fläschchen mit Mohnsamen, das er seinem Meister unter den Kaffee schütten sollte. D. händigte dem M. das Fläschchen aus, das sich aber als unschädlich erwies. Zwischen den Dreien wurde dann besprochen, daß ein stärkeres Gift beigefdiafft werden sollte. D erhielt dann von Frau M. einen Brief, in dem diese ihm mitteilte, daß Z. ihm am Wartbaum das Gewünschte überbringen würde. Am 14. August erschien Z. denn auch an dem verabredeten Ort, wurde aber hort von dem Gendarmen, der von M. verständigt worden war, untersucht und ihm ein Fläschchen abgenommen, das jedoch leer war. D., der den Z. später am Wartbaum antraf, erhielt dann das richtige Fläschchen, das er wieder seinem Meister übergab und dessen Inhalt sich als Arseniklösung herausstellte. Inzwischen ist sowohl der Meister M. sowie dessen Ehefrau, die ebenfalls angeklagt war, verstorben, sodaß die Angelegenheit in der gestrigen Verhandlung nicht soweit aufgeklärt werden konnte, um den Angeklagten zu überführen. Insonderheit konnte nicht festgestellt werden, ob Z. den fraglichen Brief der Frau M. diktiert hat. Der Angeklagte wurde deshalb aus tatsächlichen Gründen freigesprochen.
Dugendsonnlag in Winüecken am 28. August 1921.
Wieder einmal ein Jugendsonntag in unserem alten schönen Städtchen Windecken. Eben- schön aber so ganz anders als jener herrliche Tag, den wir im Juni vorigen Jahres in unse-
Tlnzahl der Jugendvereine
waren, war etwas anderes; unser Jugendsonn
tag war nur für die Jugendvereine in der Pfarreiklasse Windecken bestimmt; doch daß der Mädchenbund Hochstadt als unser lieber Gast den Festtag verschönern half, wurde von uns allen recht begrüßt. Wirkte der vorjährige Lugendtag durch die große Schar der Besucher aus Nah und Fern, durch die Wucht der Worte, wit denen die Führer der Jugend ihre großen Aufgaben, ihr Recht und ihre Pflicht klarzu- mochen suchten, so war es diesmal mehr die Jugend selbst, die in den Vordergrund trat und hie Charakter und Verlauf des Festes in eigen- tumlicher Weise bestimmte. Alle Teilnehmer hatten den unmittelbaren Eindruck der Frische und Ursprünglichkeit, der Wahrheit und Freude: der Wert des Festes lag in seinem strudelnden Leben, in seinem seihen Geist.
Wohl nicht den geringsten Anteil an dem Zelingen des Jugendsonntags hatte der Mann, )en das Evangel. Konsistorium zu Cassel zum Hauptamtlichen Jugendpfarrer für unseren Konsistorialbezirk berufen hat, Herr Pfarrer Schmidt aus Cassel. Er war der Gebende schon n dem ersten Teile unseres Jugendtages, dem ^eftgottesdienst in unserer Kirche, der um '510 Uhr begann; das mit Laubwerk und blumen festlich geschmückte Gotteshaus wurde )te Stätte einer erhebenden Feier. Der Mäd- henbund Windecken, unterstützt von einem Lchülerchor, eröffnete sie mit dem Gesang „Nur mit Jesus will ich Pilger wandern". Nach t nem Orgelvorspiel sang die Gemeinde das Morgenlied: „Morgenglanz der Ewigkeit . $ad) der Festliturgie bestieg Herr Jugeno- psorrer Schmidt die Kanzel, um uns an yand des Jesuswortes Matt. 18, 3 hinzuweisen und hinzuführen auf den „Weg ins Kinderland . an diesem Land ist helles Licht, wahre Frer- heit, echte Güte zu finden; doch nur der gelangt dorthin, der sich bewußt ist, kein fertiger Mensch zu sein, der in sich die Sehnsucht tragt, dämmer und reiner zu werden; den gatten unb Selbstzufriedenen ist der Weg versperrt. Aber auch alle Sehnsucht bleibt unbefriedigt, bis jer Mensch den gefunden hat, der die Men- Äni aus schuldbeladenen Sündern wieder zu Kindern macht, aber nicht zu spielenden und ündüch denkenden und handelnden, sondern zu Gotteskindern mit einem so gehorsamen Her- èkn, mit einem so ruhigen Gewissen, mit solch leuchtenden Augen, wie sie den Kindern eigen sind; Jesus Christus ist es, der den Alten ihre Jugend wiedergeben, der dec Jugend ihre Straft erhalten will und kann. — Dw ließ wohl bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck zurück. .
Um 2 Uhr fanden sich die verschiedenen Jugendvereine und die Kirchenchore von Niederissigheim und Roßdorf in dem Saale der Gastwirtschaft „Zum goldenen ^omen zur Nachfeier zusammen. Auch Windeckens Man- 8yt und Frauen waren in stattlicher Anzahl
erschienen. Sie haben es sicher nicht bereut, denn es war viel Schönes, was sie sahen und erlebten. Mit dem gemeinsamen Gesang: „Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre" wurde die Feier begonnen, worauf Herr Metropolitan D. Henß in seiner Begrüßungsansprache als Leitmotiv der Nachfeier den alten Turnerwahlspruch aufstellte: frisch, fromm, fröhlich, frei. Nach dem Gesang des Mädchenbundes Hochstadt: „In der Welt ist's dunkel" und dem Vortrag des Gedichtes: „Dein Platz" durch zwei Hochstädter Mädchen fang der Kirchenchor Niederissigheim den gemischten Chor: „Herr, deine Güte reicht so weit", der den Sängern und dem Dirigenten zur Ehre gereichte. Darauf erzähste Herr Jugendpfarrer Schmidt in überaus ansprechender Weise von seinen Erlebnissen und Erfahrungen in seiner Jugendarbeit, von Freud und Leid, von Hoffnungen und Enttäuschungen; aus allem aber klang als tiefer Grundton seine Liebe zur Jugend, das Vertrauen zu seiner guten Sache und die Ueberzeugung, daß es auch in der Jugendarbeit heißt: „Durch Kampf zum Sieg! — Nach dem Vortrag eines Chores des Roßdorfer Kirchenchores unter Leitung des Herrn Pfarrer Heyde und eines Schülerchores der hiesigen Volksschule waren wir Zeugen eines überaus anmutigen Spieles der Schülerin Johanna Kaschke und ihrer Freundin Erika Henß, die nach dem bekannten Tonstück „Großmütterchen" einen von ihnen selbst erfundenen und eingeübten Reigen tanzten. Ich habe selten so viel Grazie, so viel natürlichen Schönheitssinn, ein solch reines Aufgehen in edlen Bewegungen gefunden, wie bei diesem Kinderpaar. Der jubelnde Beifall zeugte davon, daß der Reigen seinen Eindruck nicht verfehlt hat. — Nach einer Kaffeepause begab sich Jung und Alt in den Garten der Gastwirtschaft, der mit seinem Rasenplatz, mit seinen schönen Bäumen einen hervorragend geeigneten Platz für die Fortsetzung der Feier bot; und dieser Teil des Nachmittags erwuchs ganz aus sich selbst heraus: in sprudelnder Fülle wechselten Lieder und Chöre, Ansprachen, Reigentänze und Spiele; nur einiges möchte ich hervorheben: den gemeinsamen Gesang zu Beginn „Im schönsten Wiesengrunde", der gleich das Band um alle schloß; die beiden schönen Reigen des Hochstädter Mädchenbundes, der Schwedentanz des Windecker Mädchenbundes. Auch der Kirchenchor Niederissigheim erfreute uns noch einmal mit einem Chor: „Heimat, Heimat aus der Ferne". Herr Pfarrer Lipp- hardt, rief dann in feiner Ansprache den Freunden und Freundinnen zu: „Singt, spielt, tanzt nur ruhig, doch sorgt dafür, daß darüber nicht der Ernst in den Aufgaben des Lebens, der Sinn für das Ewige, das Ebenbild Gottes verloren geht; denn das bleibt doch das Wichtigste!" Herr Pfarrer Heyde ergriff sodann das Wort, um im Namen der Gäste den lieben
ken, besonders denen, die das Fest vorbereiteten; zu danken vor allem dem Herrn Jugendpfarrer Schmidt, der uns an dem Tage so viel Wertvolles gegeben hat, aber auch dem dankte er, der uns den herrlichen Sonnenschein bescherte, der uns einen solch erhebenden Tag verleben ließ. Mit dem Wünsch, daß die Jugendarbeit auch dazu dienen und helfen möge, das deutsche Familienleben zu stärken und auszubauen und damit auch unserem geliebten Vaterland den besten Dienst zu leisten, schloß er seine ernsten Worte. Nach dem Gesang des Roßdorfer Kirchenchores: „Seht, wie die Sonne dort sinket" hatte der Nachmittag sein Ende erreicht. Nur die Jugend konnte sich noch nicht trennen und tanzte rafda noch, ehe auch Herr Pfarrer Scbmidt Abschied nahm, einige Reigen und Spiele, die noch einmal einen Höhepunkt darsteltten. Im Kinderland sind wir gewesen, ein einzigartiges Fest haben wir gefeiert und deshalb werden wir diesen Jugendsonntag so bald nicht vergessen! H. L.
Sporl-Nachrichten.
Sporlplatzeröffnung der Turngesellschaft 1881 e. D. Hanau im Spiel gegen die Ligaelf der Spielvergg. Rückingen - Langendiebach (Liga),
Wie bereits mitgeteilt, findet am morgigen Sonntag die Platzeröffnung der Hanauer Turngesellschaft statt. Der Platz befindet sich unweit der Lamboystraße bei der Bezirksschule 5 an der Blücherstraße. Bereits vormittags 10 Uhr treffen sich die Jugendmannschaften, während um 2 Uhr die beiden zweiten Mannschaften und um 4 Uhr die ersten Mannschaften antreten und zwar in nachstehenden Aufstellungen:
Spielvgg. Rückingen-Langendiebach (Ligaelf):
Nagelschmidt
Hußlein Wilhelm I Werner Franz Binsack
Bach Schömber Schad Gerlach Fucker.
Furngesellschaft 1881 e. B. Hanau:
Sachs III Daßbach Hartung Grebe Sachs 1 Müller Barthel Eichhorn
Kammandel Gick Langenheim.
Eintracht Windecken — Teutonia Gondsroth.
Die 1. Mannschaften obiger Vereine treffen sich am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz in Windecken zum fälligen Retourspiel. Im Vorspiel mußte die Eintracht nach erst kurzer Lebensdauer gegen die flinke Gästeelf eine Niederlage einstecken. Nächsten Sonntag wird sie ihr nunmehriges Können in neuester Aufstellung offenbaren. Der Besuch des vielver- sprechenden Treffens wird jedem warm empfohlen. Spielbeginn 3% Uhr.
Aus Nab und Fern.
mc Frankfurt «. M., 1- Septbr. In dem neu erbauten Postamt Frankfurt-Süd wurde mit der Einrichtung eines 5. Fernsprechamtes begonnen, das bis zum Frühjahr nächsten Jahres betriebsfertig sein soll. Das 6. Frankfurter Fernsprechamt wird im neuen Postamt Frankfurt-West ebenfalls noch im Laufe des Winters in Angriff genommen.
mc. ^ranfhtrt a. M., 2. Sept. Die Mttall- geüllsckiast beging vor einigen Monaten in her Stille da? Jubiläum ibres vierrimätrigen Bestellens. Ganz überraschend wurden nun die Angestellten durch eine Jubilâumszuweisuna beglückt, indem am Mittwoch pro Dienstjahr jedem Angestellten 500 Mark überreicht wurden. Einer derselben, der 37 Jahre bei der Rirma tätig ist, erhielt das nette Sümmchen von 18 500 Mk.
mc. Frankfurt *. M., 2. Sevt. Am Aller- beibgentor wurde in der Zeit von 6 bis 11 Uhr heute erstmals der Kelterobstniarkt ab«ebalten. Es wurden im Gan^eu acht Fuhren aus der Hanauer, Fuldaer. Gießener und Bensheimer Gegend angesahren, die sofort verkauft wurde». Der Zentner kam auf 45 bis 78 Mk. In den nächsten Tagen rechnet man mit einer bedeutenden Verstärkung der Anfuhr. — Nach Beendigung der Herbstmesse verwandelt sich die Festhalle in einen ZirkuS. Direkter Stosch-Sarra- ianni stellt über Winter in bie gewaltigen Râ«me und eröffnet ben größten Zirkus Europas mit 15000 Sitzplätzen.
Mieden, 2. Eevt. Durch Ungeschicklichkeit einer Radfallrers ist eine biestge Familie in Kummer versetzt worden. Der 15 jährige Hermann Allel fuhr am verflossenen Donnerstag in schnellem Tcmvo einen Berg hinunter und überfuhr dabei dar 3^/7 jährige Söhnchen de« BaKnarbeiterS Fell. Das Kind wurde ins Krankenhaus zu Fulda gebracht, wo es inzwischen gestorben ist.
Ma«r, 2. Sept. Vorgestern abend ist der Landwirt I. Zinn 2. auf tragische Weise aus dem Leben geschieden. Er geriet beim Transport der Dreschmaschine nach seinem Hof unter da« vordere Rad der Strohpresse und erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß er nach etwa 2 Stunden verstarb. Man mußte ihn mittels Brecheisen unter der Maschine Hervorbolen.
Schachten, 1. Septbr. Hier erkrankte eine ganze FamMe nach dem Genich von Pilzen an Vergiftungs-Erscheinungen. Durch rechtzeitig? ärztliche Hilfe sind sämtliche Erkrankten der Gefahr enthoben. Der Vorfall gebietet wieder aller- größet Vorsicht beim Genuß von Pilzen.
Aschaffenburg, 2. Sept. Die Erhitzung der politischen Gemüter hat in den letzten Tagen dazu geführt, daß man an alle« möglichen Orte» und natürlich auch hier Svure« bet Mörder aber gar sie selbst gefunden zu haben glaubte. Hier waren es nicht nur einzelne Leute, die beschworen, die beiden Attentäter auf Rädern oder Motorrädern in höchst verdächtigem Aussehen haben varbeiflitzen zu sehen, sonder« auch hiesige Witte mußten herbaltcu. Ein Telegramm au« der Mordgegend forberte nämlich die Kriminalpolizei zu Nachforschuu«en in einem Aschaffenburger Gastbau« ans. Die Aufforderung wurde gewissenhaft befolgt, aber leider ohne jede« Ergebnis.
Lohr «. M., 2. Sept. Im Main ertrunken ist gestern der hier zur Kur weilende F. Schwab aus "-—«w "“ zwei Booten fuhr eine kleine Gefell
kleidete sich 'Vm
Die beiden Boote fuhren voraus. Al« sich die Gesellschaft nach kurzer Weile nach dem Begleiter umsah, war er nicht mehr zu sehen. Die angestellte Suche war verzeblich.
Sprechsaal.
(Unter Verantwortung der Einsender».)
Zur Reichsindexziffer. Entgegnung von Dr. H.
Dem Verfasser der „Abwehr" des Ortskartells Hanau des Deutschen Veamtenbundes beehre ich mich folgendes zu erwidern:
1. Die Ueberschrift meines Artikels hieß: „Zur Reichs indexziffer". Also die lokalen Verhältnisse der Stadt Hanau oder unserer Provinz oder die Ergebnisse des statistischen Landesamtes sind nicht Gegenstand der Betrachtung.
2. Bei der objektiven Darstellung lag es mir absolut fern, die Beamten in ihrer Besoldungsbewegung zu bekämpfen oder zu hindern. Was den Verfasser zu diesem Verdachte berechtigt, ist unverftündlich; von „Dialektik" und „Künsten" daher keine Rede.
3. In dem Schlußsätze meines Artikels heißt es wörtlich: „Wenn auch eine bemerkbare Steigerung zu verzeichnen gewesen wäre, so würde die Kurve aber immerhin noch nickst die Höhe erreicht haben, die sie am 1. Januar dieses Jahres gehabt hatte." — Wer unvoreingenommen lieft, findet kein Wort darin, das zu dem falschen Schlüsse Anlaß gibt, daß „heut e" — am 26. August — diese Höhe noch nicht erreicht sei. Da der Kernpunkt des Artikels einen Vergleich der Indexziffer für Juni und Juli bildet, so ist auch von jedem klardenkenden Menschen herauszulesen, daß sich diese meine Schlußfolgerung nur auf diesen Zeitraum bezieht. und nicht auf den Monat August oder gar den 26. August, ganz abgesehen davon, daß der Artikel sehr bald nach Bekanntwerden der Indexziffer für Juli geschrieben wurde und vor feiner Veröffentlichung schon einige Tage bei der Redaktion lag.
4. Im übrigen ist festzustellen, daß es dem Verfasser nicht gelungen ist, meine Ausführungen auch nur in einem Punkte zu widerlegen. E r geht von den örtlichen Verhältnissen aus und zieht den Monat August in den Rahmen feiner Auslassung und ich beschränkte mich auf diè Monate Juni und Juli und gehe vom Reich aus — daher auch der Name
Reichs indexziffer.
a) weibliche: Dienstmädchen. - ' l Offene Lehrstelle«:;
3 Gärtner-, 2 Silberschmiede-. 3 Former-, f Tapezier- und Polsterer-, 1 Schmiede-, 1 Schnei, Der Mühlenbesitzer Heinrich Thylmann zu s der-, 1 Friseur- sowie 1 taufm. Lehrling (männ, Kilianstädten, Kreis Hanau, beabsichtigt, sein lich Md weiblich 15—16 Jahre), 2 Verläufe«
MW AMMMSkS.
weglichen 0,25 Meter hohen Staubohle zu erhöhen. Er beantragt
a)
1. gemäß §§ 86, 379 ff. des Wassergesetzes vom 7. April 1913, (G. S. S. 53 ff.) die bisherigen Rechte sicherzustellen, gegebenenfalls zu verleihen, das Wasser der Nidder durch den vorhandenen Betriebsgraben, Kartenblatt 3, Parzelle 28 und Parzelle 58 teilweise abzuleiten und zmn Betrieb der auf Kartenblatt 3, Parzellen 55, 57, 59 und 60 be
b)
findlichen Mühle zu gebrauchen.
das aus der Nidder abgeleitete zum MLH-- lenbetrieb gebrauchte Wasser durch den Untergraben, Kartenblatt 3, Parzellen 58. teilweise 31 und 70, in die Nidder wieder- einzuletten,
c) das Wasser der Nidder an der AbiettunyS- stelle durch ein Wehr bis zu dessen Krom (+ 110,75 N. N.) aufzustauen:
2. das dauernde Recht (§ 46 ff.) des Wasser« gesetzes) zu verleihen,
das Wasser der Nidder an der Ableitungsstelle bei niedrigen Wafferständen bis auf 111,00 Meter N. N. aufzustauen:
3. gemäß § 25 der ReichsgewerLeordmmg die gewerbspolizeiliche Genehmigung für die Stau, erhöhung zu erteilen.
Evläuterungsbericht, Uebersichtsvkm und die weiteren technischen Unterlagen liegen 2 Wochen lang, beginnend mit Ablauf des Tages, an dem das letzte diese Bekanntmachung enthaltende Blatt ausgegeben ist, während der Disniststunden im Geschäftszimmer des Bürgermeisteramts in Kilianstädten zur Einsicht aus.
Widersprüche gegen die Sicherstellung und Verleihung sowie Ansprüche auf Herstellung und Unterhaltung von Einrichtungen (§ 50 des Wassergesetzes) oder aus Entschädigung, sowie etwaige Einwendungen gegen den aewerbepM. zeilichen Genehmigungsantrag sind innerhalb der genannten Frist bei dem Bürgermeisteramt in Kilianstädten oder dem Bezirksausschuß in Cassel (Regierungsgebäude) schriftlich in zwe Ausfertigungen oder zu Protokoll anzubringen.
Daselbst und innerhalb derselben Frist fint auch etwaige andere Anträge auf Verleihung des Rechtes zu einer Benutzung des Wasserlaufes durch welche die von Heinrich Thylmann zu Kilianstädten beabsichtigte Benutzung beeinträch tigt werden würde, mit Unterlagen einzureichen.
Diejenigen, welche innerhalb obiger Frist keinen Widerspruch gegen die Sicherstellung trat Verleihung oder die gewerbliche Arilaae erheben, verlieren ihr Widerspruchsrecht.
Ferner können nach Ablauf der Frist gestellte Anträge auf Verleihung in diesem Verjähren nicht berücksichtigt werden.
Nach Beginn der Ausübung des verliehenen Rechtes können wegen nachteiliger Wirkung nni noch die im § 82 und im § 203 Abs. 2 des Wasser, gesetzes bezeichneten Ansprüchen geltend gemacht werden.
hoben hat, auf erlegt werden.'
Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Widersprüche usw. wird Termin auf Samstag den 5 November 1921, vormittags 8^ Uhr in Kilianstädten an der Kilianstädter Mühle hiermit anberaumt.
Zu dieser Erörterung werden der Unternehmer sowie diejenigen, welche Widerchrüche oder Ansprüche erhoben oder Anträge gestellt haben, hierdurch mit der Eröffnung vorgeladen. daß im Falle des Ausbleibens die Erörterung gleichwohl stattfinden wird.
Cassel den 24. August 1921.
Namens des BezirksmEschusses,
Der Vorsitzende. I. V.: Schulte.
B. A. V. 207/6 21.
Äie&Hmte
Lebensmittelvers orgnng für die Woche vom 5» bis 10. September 1921.
1. Brot: Die Wochenration beträgt 1800 Gr Ausgegeben wird ein Brot auf de Lebensmittelmarke Adrian zum Preise von 6.20 Mk.
2. Mufflers Kindernahrung: Ohne Marken. Preis pro Dose 3.50 Mk.
3. Kindergerstenmehl: Ohne Marken. Preil pro Paket 2.50 M.
4. Zucker: Auf die Lebensmittelmarke Gisela gelangen 600 Gr. Zucker zum Preise von 4.— Mk. pro Pfund zur Ausgabe.
Hanau den 3. September 1921.
Der Magistrat. Abilg. Lebensmittelamt.
-- A
Als Arbeitsuchende sind z. Zt. gemeldet:
a) männliche: Kontoristen, Bürogehilfen, Buchhalter, Techniker, Gärtner und Gartenarbeiter, 1 Landwirt (Flüchtling), 1 Lademeister in Hüttenwerekn. Juwelenarbeiter. Fässer, Silberarbeiter, Kettenmacher, Spengler und In« stalateure, Eisendreher, Eisenformer. Gußputzer Maschinen- und Motorschloffer, Sleftromon teure) Metallschleifer, Sattler u. Tapezierer. Bürsten« bohrer, Holzdreher. Weinküfer. Bäcker. Metzger Schneider, Schuhmacher, Photographen, Fokin- siecher, Ziseleure, Heizer- und Maschinisten Bijouteriezeichner, Zementardeiter, Fuhrleute, Kvffenboten. Hausburschen, Packer, Lagerarbei« ter, Bauhilfsarbeiter. Taglöhner aller Art.
b) weibliche: Kontoristinnen, angehende Stenotypistinnen, 1 Pianistin. 2 Poliseusen, 1 Zisairrenarbeiterin, Näherinnen, Arbeiterinnen- Monatsmädchen.
Offene Stelle«:; '