Hanauer »Anzeiger
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General-Anzeiger
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F-rniorechonschlLss« Nr. 1237 und 1233.
Nr. 203
Mittwoch den 31. August
1921
Das Neueste.
— Durch eine Verordnung des Reichspräsidenten ist der Ausnahmezustand in Mitteldeutschland, soweit er noch besteht, mit Wirkung vom 1. September auf- gehsben.
— Der Fähnrich Ortwig v. Hirschfeld bestreitet sede Schuld an der Ermordung Erzbergers.
— Lant der Schlesischen Zeitung wurden auf der Thaussee zwischen Pcuke und Bohrau die Leichen von Kitt Selbstschutzleuten aufgesunden. Sie wiesen Schuß- und Schlagwunden auf.
— Die Metallarbeiter von Halle haben in einer Versammlung mit 2957 gegen 235 Stimmen die Ablehnung des Schiedsspruches des SchlichtungSausschusseS beschlossen, sodaß der Streik weitergebt.
— Die Transportarbeiter im Berliner NährnngS- mittelgroßhandel sind infolge von Lohndifferenzen heute in den Streik getreten. Einem Berliner Blatte zu- fo!<e sind gestern in ganz Mecklenburg die Transport- «rbeiter in den Streik getreten
— Nach einer Hovasmeldung des .Intransigeaut" aus Konstantinopel hat die kemalistische Regierung beschlossen, eine diplomatische Mission nach Waihington zu schicken._____________________________________________________________
Zur Verordnung des Reichspräsidenten.
Vor Vertretern der Presse wurde von einem Vertreter der Reichsregierung zu der Verord- tiung des Reichspräsidenten eine authentische Interpretation gegeben, die besonders beachtenswert ist. Nach dieser authentischen Interpretation werden als Vertreter der republika- nisch-demokratischen Staatsform nicht nur beamtete Personen des Reiches bezeichnet, sondern alle diejenigen, die für diese Staatsform und für die Einrichtungen des Staats durch die Tat in Wort oder Schrift eintreten. Die Interpretation bedeutet also in dieser Beziehung eine Verschärfung der Verordnung. Von der Regierung wird der Einwand, daß hier
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Androhung von Gewalttaten gegen irgen welche „Personen verstoße an sich gegen die Strafgesetze, die Verordnung sei jedoch ganz besonders zum Schutz der republikanisch-demokratischen Staatsform ergangen, und daraus leite sich auch die Erweiterung des Schutzkreises her. — Von der Regierung wird betont, daß der in der Kabinettssitzung beschlossene Aufruf die authentische Erläuterung und Begründung des Sinnes der Richtung, der Meinung und der Ursprünge der Verordnung darstelle. Die Reichsregierung, so wird erklärt, sei sich zwar dessen bewußt, daß über die Wertung der Verordnung im einzelnen eine Einigkeit der Auffassungen in den verschiedenen Lagern nicht herzustellen sei. Die Reichsregierung habe jedoch schon seit Wochen-die Bestrebungen mit Besorgnis verfolgt, die an döN Grundlagen der bestehenden Staatseinrichtungen zu rütteln versuchten. Man könne zur Regierung stehen, wie man wolle, aber man könne ihr nicht das Recht absprechen, sich zur Wehr zu setzen, wenn versucht werde, die Grundlagen der bestehenden Staatseinrichtungen zu unterwühlen. Diese Bestrebungen seien um so gefährlicher, als die Regierung die schwersten Aufgaben in der nächsten Zukunft vor sich aufgetürmt sehe. Wir gingen einem außerordentlich harten Winter entgegen. Dazu komme eine ungeheure Steuerreform und Hand in Hand damit eine gewaltige Belastung der Einzelwirtschaft, verbunden mit einer Teuerung für alle Lebensnotwendigkeiten. Auf diesem Boden könnten naturgemäß alle Keime der Staatsverdrossenheit, ja der Reichsverdrossenheit emporschießen. Um so dringlicher erforder- lich sei eine ganz energische Unterdrückung verrohter Kampfmethoden. — Weiterhin fei der Grund zu der Verordnung vor allem in unsrer außenpolitischen Lage zu sehen. W'r stünden mitten drin in der Liquidation des Krieges. Noch seien die Grenzen des deutschen Raterlandes nicht gezogen. Der Kampf um ^berfchlefien, um den die Regierung begriffen pt werde durch die innerpolitischen Zer- s^ungsversuche und Zwistigkeiten äußerste erschwert. Die Aussichten, „diesen âampf glücklich zu überstehen, wären äußerst Bering, wenn die Regierung sich uuht imstande Seige, mit aller Energie Ruhe zu schaffen. ^as Ausland, das uns Oberschlesien streitig machen Mo, suche auf jede Weise die deutsche Repu- als ungeeignet dafür hinzustellen, daß ihm ^berschlesien verbleibe. So werde von diesem AuÄand darauf hinzuweisen versucht, daß man Zerschießen nicijt einem Staatswesen aus- lefern dürfe, das so wenig innerlich gefestigt Nb unb dem nach allen Anzeichen ein revolu- "vnärer Unifturz drohe, und zwar ein Umsturz W von der linken Seite, sondern, nach den fünften provozierenden Kundgebungen der ^stten Wochen, von der reaktionären nutio- AistiiLen.
zu seyen. Wir Liquidation des
Die Ausführungsbestimmungen.
Laut „Berl. Tageblatt" genehmigte der Reichsratsausschuß gestern die vom Reichsminister des Innern zu der Verordnung des Reichspräsidenten ausgearbeiteten Ausführungsbestimmungen. Mit der Durchführung der Ausführungsbestimmungen sollen die örtlichen Polizeibehörden beauftragt werden.
Verbotene Zeitungen.
Berlin, 30 Aug. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August verbot der Reichsminister des Innern das Erscheinen fol- oender Zeitungen auf 14 Tage: Das „Deutsche Abendblatt" (8 Uhr-Ausgabe des „Deutschen Tageblattes"). Berlin, das „Deutsche Taaeblatt", ..Deutsche Zeitung", Berlin, das „Deutsche Wochenblatt", Berlin-Friedenau, das „Svandaucr Tageblatt", Spandau, „Miesbacher Anzeiger", Miesbach (Oberbavern), „Völkischer Beobachter", Völkische Taaeblatt", Snandau. „Münchener Beobachter", München, „Süddeutsche Zeitung", Stuttgart, „Hamburger Warte", Hamburg.
Das Tragen von Uniformen.
BerUn, 30. August. Auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung ordnete der Reichspräsident zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet an: Zum unbeschränkten Tranen von Militäruniformen sind nur die Angehörigen der Wehrmacht berechtigt. Ehemalige Angehörige der bewaffneten Macht, denen die Berechtigung zum Tragen der Militärunisorm verlieben wurde, dürfen hiervon bis aus weiteres nur au? besonderen Anlässen Gebrauch machen, die der Reichskanzler bestimmen wird. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von 500 bis 10 000 Mark bestraft und haben den Verlust der Bercchtianng des Tragens ber lluiform zur Folge.
voller Kraft
Berechtigung gemöß Abst 1 verlustig gegangen ist, wird m:t Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft.
Auf der Suche nach den Mördern?
Berlin, 30. Aua. In der Mordsache Erz- beraer nahm die Abteilung la. des Berliner Nolizeinräfidmms wegen des Verdachts der Täterschaft zwei junge Leute feTt, namens T. und W. Nach der bestimmten Brandung einer Reugin soll W. am Samstag nach der Tat in einem Berliner Kino sichtlich zusammengesckreckt fein, als durch die Presse irrtümlich die Nachricht von der Festnahme der Mörder Erzbergers bekanntgeaeben wurde. Aus die Frage der Zeugin, ob W. denn den Mörder kenne, bade die'er seinen Freund T. als einen der Schuldigen genannt. Nach den sofort vorgenommenen polizeilichen Ermittlungen wer T. in der für die Ausführung der Tat in Betracht kommenden Zeit, nämlich vom 19. bis 28. August. von Berlin abwesend. Auch weilte W. vom 25. bis 27. Auaust fern von Berlin. Beide Personen traten einen Alibibeweir an, der gut Zeit der Nachprüfung unterliegt.
Vernehmung des Fähnrichs von Hirschfeld.
Berlin, 30. Aua. Zu den Ermittelungen des Berliner Polizeipräsidiums wird nutgcteUt: Die am 29. August festgenommenen T. und W. sind gestern wieder entlassen worden, da ihnen der angetretene Alibibeweis gelungen ist. Der ehemalige Fähnrich Ortwig von Hirschfeld, der bekanntlich bereits im Januar ds. I». auf Erzberger geschaffen hat und deshalb bestraft, von der Strafanstalt aber im April infolge Krankheit auf vier Monate beurlaubt worden ist, hat sich im Laufe des gestrigen Tages auf dem Berliner Polizeipräsidium 'eingefunden und ist hier sofort eingehend zur Mordsache Erzberger gehört worden. Nach seiner Beurlaubung aus dem Strafgefängni» am 27. April 1921 hielt sich von Hwckseld seit Ende Juni in Calmbach an der Enz auf. Am Tage der Mordtat will sich von Hirschfeld ununterbrochen in Eglmbach aufgehalten haben und von dort am 29. August nach Weimar abgefahren sein. Calmbach liegt nur etwa 35 Kilometer vom Tatort entfernt. Die Beschreibung, die von den Augenzeugen über einen in Griesbach erkannten Täter gegeben wird, trifft als auf von Hirschfeld zu. Unter diesen Umständen ist Ortwig von Hirschfeld vorläufig in Hast behalten worden umsomehr, als auch die auswärtige Polizei- behörde den Verdacht der Täterschaft des Genannten geäußert hat.
Berlin, 30. Aug. Mehrere Blätter berichten aus Oppenau, daß die Spur der Mörder Erzbergers gefunden ist. Sm Gasthaus „Zum Hirschen" in Oppenau seien zwei Tage, nachdem Erzberger in Griesbach angekommen sei, zwei junge Leute im blauen Anzuge eingetroffen, oie dann -täglich Ausflüge in den beschriebenen englischen Suortaiuüaen aemackt haben. Sie
find am Mordtage früh um sieben Uhr fortgegangen und um vier Uhr nachmittags zurückgekehrt. Dann haben sie ihre blauen Anzüge wieder angelegt und sind ab er erst. Der größere Blonde soll ein verkrüppelter Ohr gehabt haben. Auf dem gefundenen Papierschnitzel stehen Worte der Zentrumspartei aus Beuron. Sm Kloster Beuron hat Erzberger einige Zeit gewohnt.
Die Drohbriefe an Erzbergen nicht politischen Inhalts.
Karlsruhe, 30. Aug. Nur Offenburg wird gemeldet: Die Wachkontrolle über die von Frau Erzberaer den Behörden übergebenen Drohbriefe ist beendet. Der Inhalt der Drohbriefe meist auf eine Reihe politischer und auch finanzieller Auseinandersetzungen mit seinen persönlichen Gegnern hin. Politische Gegnerschaften wurden durch die Drohbriefe nicht enthüllt.
Ein Kundgebung der Demokratischen Partei.
Berlin, 30. Aug. Die Abendblätter bringen eine Kundgebung der Leitung der Deutschen Demokratischen Partei in der es heißt: Die verbrecherische Hetze, die seit anderthalb Jahren gegen die deutsche Republik und die deutsche Demokratie von rechts und links betrieben wird, hat zu furchtbaren Folgen geführt, die jeder verantungsbewußte Politiker vorausfah. Dir politische Kurzsichtigkeit weiter Kreise erleichterte den Desperado-Politikern ihre Geschäste. Die Deutsche Demokratische Partei ist berufen, alle Volkrmassen in Treue zur Republik, zur Demokratie und zur Verfassung zusammenzuführen. Davon hängt die Gesundung Deutschlands ab. Eine geschlossene Front aller '-Berfaffungsfreunbe ist im ganzen Lande mit den beiden anderen Regierungsparteien zu bilden. Wir treten mit
inter die DeriaHungsmäijiae
Umbildung der preutz. Regierung?
In preußischen Parlamentskreisen wird nach den Vorgängen der letzten Tage, wie das „Berl. Tagebl." berichtet, mit besonderem Nachdruck auf die Erklärung des Ministerpräsidenten Stegerwald im Hauptausschuß des preußischen Landtags hingewiesen, daß er einer Verbreiterung der Regierungsbasis durchaus sympathisch gogenüber- stehe. Stegerwald hatte in Frankfurt eine eingehende Aussprache mit dem Reichskanzler Dr. Wirth und anderen führenden Politikern des linken Zentrumsflügels über die Regierungskrise in Preußen. Es sei daher nicht unwahrscheinlich, daß noch vor Zusammentritt des Landtags am 28. September die Frage der Umbildung des preußischen Kabinetts durch Hinzuziehung der sozialistischen Parteien akut werde.
Mißhandlung eines Ministers.
Braunschweig, 30 Aug. Mit Rücksicht auf die Unruhen unter der Arbeiterschaft sollten in der Waggonfabrik in Delligsen die Arbeiter entlassen werden. Die braunschweigischen Minister Steinbrecher, Antrick und Oerter begaben sich zu den Werken, um eine Einigung mit den Fabrikleitern und den Arbitern herbeizuführen. Die Versammlung wurde jedoch durch Kommunisten gewaltsam unterbrochen. Darauf bcaaben sich die Minister nach Delligsen, um in der Wirtschaft Mittagesien einzunehmen. Als es vor der Wirtschaft erneut zu Unruhen kam, versuchte Minister Oerter durch eine Ansprache die Menae zu beruhigen. Darauf erhielt er mit einem Stock einen Schlag über den Kopf, sodaß er eine stark blutende Wunde davontrug. Infolgedessen mußte er sich in ärztliche Behandlung begeben.
Das deulsch-ttalienische Abkommen.
Berlin, 30. Aug. Im Auswärtigen Amt wurde, wie bereits gestern gemeldet, am 28. ein vorläufiges Abkomnten mit Italien unterzeichnet, das folgenden Wortlaut hat:
Die Regierung des Deutschen Reiches und die italienische Regierung haben das Bestreben, die gegenseitigen Handelsbeziehungen zu regeln und zu erleichtern. Es wird nachstehendes vorläufiges Abkommen geschlossen:
Art. 1: Die deutsche Regierung und die ita- lienis ':e Regierung werden sich ohne Rücksicht auf gegenteilige Lerfügungen, die gegenwär- tig Gültigkeit haben oder in Zukunft erlassen werden konnten, die Erteilung von E i n - u n d Ausfuhrbewilligungen für die in den Listen A, ß, C und D ausgeführten Waren gegenseitig erleichtern und bei Prüfung der einzelnen Fälle mit möglichstem Wohlwollen verfahren. Für die Ausfuhr solcher Waren, die in Anlage D aufgeführt sind, wird sich die deutsche Regierung von dem Grundsatz leiten lassen, nach Deckung des inländischen Bedarfs, den Anträgen auf Ausfuhrbewilligung die im Verhältnis rur Deckmm des aniu&cnbcn Staa
tes stehen, grundsätzlich zu willfahren. Du Bestimmungen des Abs. 1 beziehen sich aud auf Waren, die durch Postpaket zum Versank gelangen.
Art. 2: Die deutsche Regierung und die italienische Regierung werden in Bezug auf den gegenseitigen Warenverkehr keinerlei neue Verfügungen und Maßnahme« verwaltungstechnischer Art, Verbote oder Bestimmungen treffen, welche im Gegensatz M dem Geist und Wortlaut dieser Abmachung geeignet wären, die sich daraus ergebenden Vorteile ganz oder teilweise aufzuheben. Sollt« sich trotzdem aus schwerwiegenden Gründen eine der beteiligten Regierungen genötigt sehen, derartige Verfügungen, Maßnahmen, Verbote oder Bestimmungen zu treffen, so wird sie sich vorher mit der anderen Regierung in Verbindung setzen, um im gegenseitigen ehe» Verständnis Abhilfe zu schaffen. Gelingt dieses nicht, so finden die etwa erlassenen Ein- und Ausfuhrverbote auf Waren, die am Tage des Inkrafttretens derselben bereits zur Beförderung aufgegeben worden waren, keine Anwendung.
Art. 3: Die auf Grund dieses Abkommen« eingsführten oder ausgeführten Waren muffet von einem Ursprungszeugnis begleitet sein Diese Bescheinigungen sollen von den zuständig gen Behörden kostenfrei ausgestellt und beglaubigt werden.
Art. 4: Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung und Durchführung der vorstehenden Abmachung sollen von einer gemischten Kommission entschieden werden, die für jeden einzelnen Fall aus einer von der deutschen Regierung unb einer von der italienischen Regierung zu ^ nennenden Person zusammengesetzt wird urib an einem von diesen beiden Personen zu »er- emoatenbeu M^ianiniemncfa■ ân auen ^ len^ wo sich die bethen Komnnssionsmitglieder nicht einigen können, entscheidet ein von ihnen hinzuzuziehender Schiedsrichter. Können sie sich auch über die Person des Schiedsgerichters nicht einigen, so soll um dessen Ernennung der schweizerische Bundespräsident gebeten werden. Berlin den 28. August 1921.
gez.: Haniel von Hainhausen. 1. s. gez.: Alfredo Frassati. 1. s.
Der Krieg in Kleinasien.
Eine Schlappe der Griechen.
Paris, 30. Aug. Nach einer Hâs-Meldvn- aus Konstantinopel tobt die Schlacht am Sakharia an der ganzen Front in voller Wucht weiter. Beide Teile mâten den Sieg. Es sei daher klug, zu warten, bevor man daS endgültig« Ergebnis beS Kampfes meldet. Die militärische», Operationen stellen zwei Phasen dar. 1. Während die griechische Armee auf der Linie Fski-Schehir-, Afiun-Karrahiffar und der Gegend von Jfichifl« operierten, zogen sich die nationalistische»« Truppen auf das rechte Ufer des SaÄaria zurück, wo sie sich auf einen ernsten Widerstand vorbereiteten. Am 19. August erhielten die griechischen Truppen, den Befehl zum Voririarsch und erreichten ohne großen Widerstand das linke Ufer des Sakharia. 2. Die nationalistische Armee verstärkte ihren Druck auf die beiden Flügel des griechischen Heeres nördlich von Bilodjik und südlich von Afiun-Karrahiffar und Tschobaular. was von einem griechischen Bericht vom 24. August bestätigt wurde. Das Gros der türkischen Armee massierte sich auf dem rechten Ufer des Sakharls und seinen Nebenfluß des Ghöksö. Die gri«h«- schen Truppen unternahmen eine doppelte Ein- kreisungsbetvegung im Norden in der Nähe von Gordium und im Süden durch die Salzwüste. So ist die gegenwärtige Lage. Nack: den letzten Nachrichten ist die griechische Einkreisungsabteilung, die durch die Ebene von Haymana vorriickt«, in der Nähe von Basdagh auf türkische Kräfte ge* ktoßen und konnte ihre Bewegung nicht ausfG- ren. Die griechische Armee ist also gezwung«, die Schlacht in zwei verschiedenen Gruppen anzunehmen, die durch die Massiv des Bosboph getrennt sind. Ein Erfolg bet kemaliftischen Armpe über eine dieser Gruppen könnte den Rückzug bet anderen Gruppen nach sich ziehen.
Konstantinopel, 30. Aug. (Havas.) Amtliche» türkischer Bericht. Die letzten Berichte aus dem Innern bestätigen die griechisckc Niederlage. Die Griechen sollen bereits mit der Räumung uw Eski-Sckehir begonnen und die Stadt in Sami gesteckt haben.
— Bismarcks dritte» Band. Der fetßert Kaiser Wildelm II. gestattete den Abdruck der *•■ ** und Kaiser Friedrich verfaßten Briefe im dritten Band« von Bismarck« Gedanken und Erinnerungen. Dpr Verlag Cotta bat eine namhafte Summe fit dn v»m el,«maligen Kaiser zu bestimmenden wohltätige««»«« im Beriüauua aeftcUL