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General-Anzeiger
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Nr. 202
Dienstag den 38. August
1921
Das Neueste.
— Eine Verordnung des Reichspräsidenten trifft Maßnahmen zum Schutze der Republik.
— Die Leiche Erzbergers wird zur Beerdigung richt nach Berlin, sondern nach Biberach übèr- gestibrt werden. Die Beisetzung findet morgen mittag 1 Uhr statt. ,
— Der Völkerbundsrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, das ihm von der Pariser Konferenz übertragene Mandat in der oberschlesischen Frage anzunehmen.
— In Berlin ist gestern ein vorläufiges deutschitalienisches Wirtschaftsabkommen unterzeichnet worden.
— Nach einer „Matin"-Meldung aus Belfast ist es dort gestern zu Unruhen gekommen, bei denn zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Von den Aufständischen wurden mehrere Bomben geworfen.
Maßnahmen der Regierung
zum Schutze der Verfassung.
Das Reichskabinett ist gestern unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten Ebert zu einer Beratung zusammengetreten. Gegenstand der Verhandlungen war, wie uns aus Berlin berichtet wird, die innerpolitische Lage, besonders die Ereignisse der letzten Tage. Man erblickte bekanntlich in verschiedenen militärischen Gedenkfeiern der letzten Wochen ein Aufflackern des Militarismus und eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung. Der an dem Abgeordneten Erzberger begangene Mord hat seinerseits diese Befürchtungen gestärkt, so daß das Reichskabinett den Vorstellungen Rechnung tragen Und sich über die Lage aussprechen
Das erste Ergebnis der Beratungen ist
Verordnung des
Grund der Reichsverfassung erlassen worden ist, ferner ein Aufruf der Reichsregierung, den mir unten wiedergeben.
Am Nachmittag haben die Führer der Gewerkschaften im Reichskanzlerhause vorgesprochen und die Wünsche der Arbeiterschaft zur Kenntnis gebracht. Die Forderungen enthielten schärfstes Vorgehen gegen die Reaktion. Insbesondere forderten sie die Aufhebung des Ausnamhezustandes in Bayern, Mitteldeutschland und Ostpreußen, ein Verbot für die Ansehörigen der Reichswehr, an antirepublikani- chen Kundgebungen teilzunehmen, widrigen- alls die sofortige Bestrafung und Entfernung aus der Reichswehr erfolgen müsse, wie überhaupt die Ergreifung energischer Maßnahmen zur Sicherung der demokratischen Republik. — Zu gleicher Zeit hatten sich auch die Führer der Mehrheitssozialisten und Unabhängigen beim Reichskanzler eingefunden. Die Abordnungen betonten dem Kanzler gegenüber, daß zwischen den beiden Parteien nach der vorangegangenen Aussprache völlige Uebereinstimmung über die zur Debatte stehenden Fragen bestehe. Die Abordnungen wiesen auf den Ernst der Lage hin und erhoben eine Reihe von Forderungen, so vor allem rücksichtsloses Vorgehen gegen alle Personen, die sich an der planmäßigen Hetze gegen linksstehende Politiker beteiligt hätten und als die intellektuellen Urheber der letzten Verbrechen anzusehen seien, die Säuberung der Verwaltungskörper im Reiche und in den Ländern von den reaktionären Elementen, demokratische Organisation der Reichswehr und Umgestaltung der Rechtspflege durch Aenderung in der Zufammen- ftfjung der Schöffen- und Geschworenenge- ächte, und energisches Vorgehen gegen jene Staatsanwaltschaften und Richter, deren bls- herige Tätigkeit in der breiten Oeffentllchkeit Mißtrauen erweckt hat. Mit besonderem Nachdruck stellten die Vertreter der beiden Parteien die Forderung, daß der Ausnahmezustand in Bayern unverzüglich aufgehoben wird. Der Reichskanzler erklärte, daß die Reichsregierung gewillt sei, zum Schutze der Republik und der demokratischen Staatsverfassung die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen und wies aus die ue= Kits erlassene Verordnung hin.
Der Aufruf der Reichsregierung
hat folgenden Wortlaut: „ ..
Schon seit geraumer Zeit erfüllt c® Reichsregierung mit Besorgnis, daß die otzen - Lichen Sitten in Deutschland immer mehr in Verfall geraten und die Grundlagen von Reich und Staat zu erschüttern drohen. In emer Zeit, wo alle Kräfte der Nation daran gesetzt we ven müssen, die moralischen, sozialen und, mirtiajaft« sichen Schäden des Krieges zu beseitigen, geh eine zügellose Agitation immer offener ans We r, um die politischen und staatlichen Fundamente zu unteraraben. auf denen sich der Neuibau e
Deutschen Reiches erheben soll. Die Sprache der Presse, welche diesen unheilvollen Bestrebungen dient, wird von Tag zu Tag eindeutiger: sie zeigt, daß die Pläne gewissenloser Elemente und Gruppen, die den gewaltsamen Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung betreiben, in weitere Kreise des Volkes getragen werden sollen. Offen und in rohester Form wird in solchen Organen und in Versammlungen zu Gewalttaten an politischen Gegnern, ja zum Mord aufgefordert. Augenscheinlich halten die Führer dieser Bewegung die Zeit für gekommen, in der die Ziele nicht mehr verschleiert zu werden brauchen, son- derrx offen bekannt werden dürfen. Die Reichsregierung wird von dieser Bewegung als ein Klüngel unfähiger, schwächlicher und undeutscher Politiker dargeftellt, deren Beseitigung patriotische Pflicht sei. Neben und in den Parteien, die in parlamentarischer Opposition stehen, gewinnen in letzter Zeit Organisationen, Vereine. Gruppen und Persönlichkeiten an Bedeutung, die aus Haß gegen die demokratisch-republikanische Staatsform offen zur Verachtung der Verfassung und Uebertretung der Gesetze^auffordern. Die Not des Vaterlandes macht Rs zur doppelten Pflicht, mit harter Hand: diesem Treiben teils gewissenloser, teils verblendeter Elemente entgegenzutreten. Ein schwerer Winter steht Deutschland bevor. Noch lasten auf uns die schweren und drückenden Folgen des verlorenen Krieges, noch ist Oberschlesien dem Reiche nicht gesichert. Seine Rettung, für welche die Regierung seit Monaten zäh und nicht aussichtslos kämpft. kann durch den offenen Ausbruch innerer Zwistigkeiten in Frage gestellt werden. Der politische Kredit des Deutschen Reiches darf nicht erschüttert werden in einem Augenblick, wo wir den Anspruch auf Oberschlesien auf die Grundsätze der Demokratie begründen. Ebensowenig kann es gebüßt werden.
bei schweren uns auferlegten Lasten aufs Höchste angespannt werden muß. Nur durch dauernde ungestörte Arbeit kann es gelingen. Reich und Volk über die schweren Zeiten hinwegzuführen, in denen Teuerung und steuerliche Höchstleistung nebeneinander hergehen. In dieser Lage des Vaterlandes Verfassung und Gesetze antasten oder verächtlich machen, heißt eine zweite, in Wahrheit erst vernichtende Niederlage und damit den Verfall des Reiches vorbereiten.
Die Reichsregierung ist deshalb entschlossen, das zu tun, was die Zeitumstände und die Provokationen der Gegner der Verfassung gebieterisch erheischen. Die Verfassung, welche die demokratischen Forderungen der Freiheit der Presse, Vereine und Versammlungen verwirklicht, gewährt zugleich die Möglichkeit, diese Freiheiten zu beschränken, wenn sie zur Beseitigung der Verfassung selbst und aller Freiheit schlechthin mißbraucht werden. Von dieser Befugnis, die dem Reichspräsidenten zusteht, wird durch den folgenden Erl^ Gebrauch gemacht. Die Regierung hofft und ist überzeugt, daß alle rechtlich denkenden und zum Wiederaufbau des Vaterlandes willigen Deutschen hinter sie treten und mit ihr zum Schutze der Verfassung und der Gesetze zusammenwirken. Sie wird mit unerbittlicher Strenge gegen jede Auflehnung vorgehen und fordert alle Organe des Reiches und der Länder in völliger Unparteilichkeit und ohne Ansehen der Person auf der Verordnung rücksichtslos Geltung zu verschaffen.
Die Reichsregierung, gez. Dr. Wirth.
Die Verordnung d. Reichspräsidenten bestimmt, daß zwecks Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Reichsgebiet
1. periodische Druckschriften, deren Inhalt zu gewaltsamer Aenderung oder Beseitigung der Verfassung, zu Gewalttaten gegen Vertreter der republikanisch-demokratischen Staatsform und zum Ungehorsam gegen die Gesetze auffordert oder anreizt oder eine Billigung oder Verherrlichung solcher Handlungen bar« stellt, oder die verfassungsmäßigen Organe verächtlich macht, bis zu 14 Tagen verboten werden können, und
2. daß Versammlungen, Vereinigungen, Auszüge und Kundgebungen verboten werden können, wenn 'die Besorgnis begründet ist, daß in den Versammlungen Erörterungen stattfinden, die oben genannte Handlungen zum Gegenstände haben.
Gegen die Teilnahme an den sozialistischen Demonstrationen.
Stuttgart. 29. Aug. Die in Stuttgart anwesenden Vertreter des Vorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes haben beschlossen, eine Beteiligung des Bundes an den anläßlich der Vorgänge der letzten Tage gebrachten
Kundgebungen der sozialistischen Organisationen abzulehnen, weil er grundsätzlich auf dem Standpunkt stehe, daß eine geräuschvolle, mehr oder weniger Gewaltpolitik zum Ausdruck bringende Straßenpolitik nicht der geeignete Weg zur Gesundung unserer öffentlichen und politischen Verhältnisse sei.
Die erste Sitzung des Völkerbunds- rales.
Paris, 29. Aug. Amtlich wird aus Genf gemeldet: Der Völkerbundsrat hat beschlossen, die ihm vom Obersten Rat anvertraute Aufgabe zu übernehmen. Die Entscheidung wurde sofort Briand als dem Präsidenten des Obersten Rates mitgeteilt. Die nach ste Sitzung des Völker- bundsrates findet am Donnerstag den 1. September nachmittags statt, um jedem seiner Mitglieder die Zeit zu lassen, von allen Dokumenten bezüglich des oberschlesischen Problems, die vom Obersten Rat dem Grafen Ishii übermittelt worden sind, Kenntnis zu geben.
Aus den Verhandlungen wird weiter bekannt, daß Graf Ishii in einer Note vom 24. August mitgeteilt hat, daß sich in der Sitzung des Obersten Rates vom 12. August jede der im Ober ste« Rate vertretenen Regierungen im Laufe der Beratungen feierlich verpflichtet haben, die Lösung, die durch den Völkerbundsrat empfohlenwerde, anzunehmen.
Genf, 29. Aug. Der Völkerbundsrat hat nach seiner heutigen ersten Sitzung den folgenden Bericht herausgegeben: Gewisse Zeitungen haben angekündigt, daß der Völkerbundsrat bei der Prüfung der oberschlesischen Frage Vertreter D e u t s ch l a n ds und Poflens berufen werde und sie haben als Präzedenzfall angeführt, daß bei der Debatte des Völkerbundes über Wilna ns und bei
Schwedens und Finnlands zugezogen worden waren. Der Rat kann nicht verfehlen, die Frage zu prüfen, ob die deutsche Regierung und die polnische Regierung zugelassen werden sollen, um ihre Mitteilungen vorzubringen. Aber es besteht keine Analogie zwischen der oberschlesischen und der Aalandfrage und dem Problem von Wilna. Der Oberste Rat war es, der mit dieser Frage an den Völkerbundsrat herangetreten ist und nicht Polen und nicht Deutschland. Außerdem ist es .nach dem Vertrag von Versailles, den Deutschland und Polen unterzeichnet haben, • Sache der im Obersten Rat vertretenen Mächte. die Grenze in Oberschlesien zu bestimmen. Für den Völkerbundsrat gibt es keinen deutsch-polnischen Konflikt, gibt es keine Parteien, zwischen denen ein Schiedsspruch zu fällen ist.
Ishiis Bericht.
Genf, 29. Aug. Der Bericht, den der Präsident des Völkerbund srates Ishii heute nachmittag in der Sitzung des Rates über Oberschlesien verlas, erinnert zunächst an die Texte, auf die sich der Rat stützen muß, wenn er die ihm angebotene Aufgabe übernommen hat, nämlich Artikel 11 § 2 der Völkerbundssatzungen, wonach jedes Mitglied des Völkerbundes das Recht hat, die freundliche Aufmerksamkeit der Versammlung oder des Rates auf jeden Umstand zu lenken, der geeignet ist, die internationalen Beziehungen zu trüben, oder den Frieden und das gute Einvernehmen zwischen den Nationen zu stören. Die jüngsten Unruhen in Oberschlesien und _bie Differenzen zwischen den verschiedenen Lösungsvorschlägen in der oberschlesischen Frage bewiesen, daß eine Regelung im Interesse des Friedens und des guten Einvernehmens zwischen den Nationen dringend notwendig ist. Des weiteren stützt sich Ishii auf den Brief des Präsidenten des Obersten Rates vom 12. August, der einen Vorschlag über die „Lösung, die die 'alliierten Mächte treffen sollen" verlangt und endlich auf die Artikel 87 und 88 des Vertrages von Versailles, wonach die alliierten und assoziierten Mächte das Recht haben, den endgültigen Beschluß über die Festsetzung der deutsch-polnischen Grenze in Ober- schlesien zu fassen. Die Aufgabe des Rates besteht also darin, den im Obersten Rat vertretenen Mächten einen Vorschlag zu machen, die Mächte selbst aber haben den endgültigen Entschluß zu treffen. Ishii teilte hierauf anschließend mit daß Briand am 24. August in einer Note an das Pi sidium des Völkerbundsrates mitacteilt habe, daß jede im Obersten Rat vertretene Regierung sich feierlichst verpflichtet habe, die vom Völkerbundsrat anempfohlene Lösung anzuerkennen. Unter diesen Umständen, so erklärte Ishii, hat der Rat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, die übertragene Aufgabe anzunehmen. Ishii prüfte darauf die Frage, ob es sich um eine Entscheidung über das Schicksal des gesamten oberbLlekilchLN
Gebietes oder die Aufstellung einer Grenze handele und kam zu dem Beschluß, an Hand des Artikel 88 und Artikel 90, daß es sich um die Aufstellung einer Grenze handâ. Der Bericht Ishiis untersucht schließlich das Ergebnis, der Volksabstimmung in OGerschlesien, die, wie es wörtlich weiter heißt: „leider nicht derart ist, daß sie die Aufstellung einer Grenze gestattet, die de» Wünschen der Bevölkerung entspricht". Auch ließen die geographischen und wirtschaftlichen Bedeutungen der Ortschaften keine entscheidend« Lösung über die Grenzfrage zu. Die Abstimmung habe gezeigt, daß im allgemeinen in den nördlichen Grenzbezirken und in allen Landwirtschaft treibenden Gegenden sich eine große Mehrheit für Deutschland ergeben habe, während in anbenen Gegenden, besonders im Süden die Mehrheit der Stimmen Polen zugefallen sei. Im Zentrum und' im Osten sei das Ergebnis der Abstimmung sehr verwirkt. In den Gebieten der Metallindustrie der chemischen Industrie, der Kohlen-, Zink- und Eisenwerke habe sich eine Mehrheit für Polen ausgesprochen, aber in den wichtigen Städten habe Deutschland eine bedeutende Mehrheit erhalten. Diese Städte seien aber von Gemeinden mit polnischer Mehrheit umgeben und seien für den Bezug von Rohstoffen von mehr oder weniger entfernten Bezirken abhängig. Sie lägen an der äußersten Grenze Oberschlesiens und von dem Block der Gemeinden mit deutscher Mehrheit entfernt, allerdings seien die dazwischen liegenden Bezirke nur schwach bevölkert-
Die llebergabe Weslungarns.
Bewaffneter Widerstand.
Wiener-Neustadt, 29. August. Nach hier einlaufenden Privatmittellungen ist die Umgebung von Oedenburg von bewaffneten ungarischen Abteilungen besetzt. Nach in Graz nor« eldungen ist die österreichische Gen ... Einmarsch in Westungarn auf bewaffneten Widerstand gestoßen und trat ent« sprechend den Weisungen der Ententeoffiziere den Rückmarsch an die Landesgrenze an. Vor Pinkafeld eröffnete ein 120 Mann starkes ungarisches Militärdetachement aus die voc- rückende österreichische Gendarmerieabteilung das Feuer. Der Kommandant der Abteilung wurde durch einen Oberschenkelschuß verwundet. Auf ungarischer Seite sollen zwei Mann tot und sieben verwundet sein. Die Höhen von Pinkafeld sind beiderseits besetzt. Gegen die bei Burgauberg zu gleicher Zeit norrütfenbe österreichische Gendarmerie wurden Handgranaten geschleudert. Von den Ungarn wurde zu gleicher Zeit aus etwa drei bis vier Maschinengewehren und etwa 70—80 Gewehren geschossen. Der Kornmandant der Gendarmerieabteilung wurde durch einen Halsschuß schwer verwundet. Zwei Gendarmen wurden ebenfalls durch Schüsse verletzt.
Wien, 29. Aug. Die Morgenblätter bringen weitere Einzelheiten über den bewaffneten Widerstand der Ungarn gegen die in Westungarn einmarschierende österreichische Gendarmerie. Sie werfen der ungarischen Regierung HinterhäÜig- keit vor, da hier zweifellos eine planmäßige, wohl vorbereitete Handlung vorliege, die von der ungarischen Regierung geduldet werde. Di« Blätter sehen die Lage als sehr ernst an und erwarten, daß die Entente dafür Sorge, tragen wird, daß Ungarn' seinen Verpflichtungen nachkomme. Es sei selbstverständlich, daß unter solchen Umständen an Verhandlungen, wie sie gestern im Ausschuß für Aeußeres vorgeschlagen worden seien, nicht zu denken sei, da die Dorbedintzuns zu den Verhandlungen die anstandslos« Räumung Westungarns gewesen sei. Auch im Wiener Aus. wär Ligen Amt fei man, wie die „Montagszeitung" meldet, der Ansicht', daß hier nicht nur eine offen, kundige Verletzung des Friedensvertrages, sow dern auch des Uebereinkommens über die Rän mung vorliege, das eine Zwischenzone nicht kenne
Politische Tagesberichte.
— Ein neues Hilfswert der Deutsch-Amrrie kaner. Da» Central Sielief Comite« bereitet gemeinst« mit Amerikanern deutscher Abstammung und Quälern einen neuen Werbefeldzug vor, um für die Fortsetzu«, der Kinderspeisung in Deutschland 3 Millionen Dollar unter den Deutsch-Amerikanern aufzutringen. Dentsch. Amerikaner au» dem Staate Connecticut garantierter 56 000 Dollar bereit«. Die WohltätigkeitSbazar-Ber- einigung in Milwaukee erzielte einen Äeingetmnn »ob 150 000 Dollar. Universitätrproftssor und Geistlich« bereisen da» Land, um eine Beweiung zu organisieren Offiziell wird da» Unternehmen im Oktober zu New Aork mit einer großen Feier eröffnet. Am 6. Oktober wird al» Jahrestag der Landung der ersten dentsch« Ansiedler (dec Pfälzer, die 1687 auf dem Schiff ,Coucmck' unter Pastoviu» Führung nach Geremantown kamen) von allen Deutsch-Amerikanern al» deutscher Sindertaß gefeiert werden. Präsident Harding hnt in emem besonderen Schreiben da» Unternehmen warm bearütt