Einzelbild herunterladen
 

Mauer »Anzeiger

Ei nrückungs gebühr:

Die8gesp. Kolonelzeile oder deren Räum 1.50 Mk die 4gesp. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk.. Finanztnserate 1.70 Mk. Offertgebühr 30 Pfg. B e z u g s v r e i s: Viertel- jäbrl. 14.40 Mk.,monatl. 4.80 Mk.. f. Postbezug viertel- jährl. 15L0 Mk. monatl.5.30Mk. Die Nummer 20 Pfg.

Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.

General-Anzeiger

Derlagsleitung: Ad. Jndermühle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: Hit lokalen und provinziellen Teil

Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Sanau Reklamen Auguft^Brodt. allein Hanau er Maim 7 ° Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage

Fernlvrechan schlüge Nr. 1237 und 1238.

Nr. 206

Samstag den 27. August

1921

Das Neueste.

Erzberger ist gestern mittag bei Bad Griesbach von zwei Burschen durch zwölf Revolverschüsse getötet worden.

Wie die Blätter aus Breslau melden, hat das englische Truppenkommando in Oberschlesien verfügt, daß innerhalb des Besatzungsgebiets der englischen Truppen sämtliche Gemeindewehren aufzulösen und unter Aufsicht englischer Offiziere neu aufzustellen sind.

Das in Amerika noch der Beschlagnahme unter­liegende deutsche Vermögen beträgt 314179 463 Dollar.

Die ersten Vertreter der amerikanischen Hilfs­komitees für Rußland sind nach Riga abgereist.

De Valcra wurde wiederum zum Präsidenten der Irischen Republik gewählt.

Erzberger ermordet.

Offenburg (Baben),. Aug. Der Reichskagsabgeoronele Erzberger ist heute mittag auf dem badischen Kniebis bei Bab Griesbach ermordet aufgefun­den worden.

Der Abgeordnete Matthias Erzberger ist, nachdem er dem am 26. Januar d. Js. auf ihn oerübten Attentat entgangen ist, nunmehr einem zweiten Attentat zum Opfer gefallen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern nachmittag die Mordnachricht, die wir durch Aushang in unse­rer Expedition mitteilten, in unserer Stadt. Die Aufnahme der Meldung in der Bevölkerung war eine verschiedene: während auf der einen Seite besonders darauf hingewiesen wurde, daß Erzberger ein Verhängnis für das Deutsche Reich und für das deutsche Volk gewesen ist, daß Deutschlands Unheil eng verknüpft ist mit dem Namen Erzberger, wurde andererseits das Ver­werfliche dieser Tat, die mit erschreckender Deut- lichkeit zeigt, bis zu welchem Grade die Verwil- der Sitten bei uns gediehen ist, hsrvor- Wvben. Auch wir verwerfen diese Tar aupMas Merentschiedenste, ganz gleich, welche Gründe hier mitspielen mögen; denn Mord ist Mord. Wir verabscheuen und verurteilen dieses revo­lutionäre Kampfmittel unter allen Umständen und lassen keine Entschuldigung dafür gelten, wie sie auch lauten mag. Daß es sich bei diesem schändlichen Verbrechen um einen politischen Mord handelt, bedarf wohl kaum besonderen Beweises; denn Erzberger war verhaßt und man fürchtete im Herbst sein Wiederauftreten auf der politischen Bühne. Früher betrachteten wir den Austrag politischer Leidenschaften mit dem Revolver in der Faust immer als das zwei­felhafte Vorrecht von Staaten im Range Vene­zuelas und anderer, in denen die Politik von Abenteurern das Schicksal des Landes bestimmte. Leider Gottes scheint seit den Tagen des Um­sturzes auch unser Volk so tief gesunken zu fein, daß man den Mord zu dem, fast möchte man sagen nicht mehr außergewöhnlichen politischen Kampfmitteln zählt. Die Schuld der Männer, die den Revolver in die Politik eingeführt haben, rächt sich bitter. Wir gleiten unaufhaltsam wei­ter auf der Bahn der Revolverpolitik abwärts. Das sollte und müßte unserem Volke eine ernste Mahnung sein, die politischen Kämpfe sachlich und in Uebereinstimmung mit den Gesetzen des Landes zu führen. Die Erbitterung gegen den Ermordeten war in allen Kreisen des Volkes fraglos eine ganz außerordentliche die uner­hörte Führung der Waffenstillstandsverband­tungen, wobei Erzberger, man kann ruhig lagen, leichtfertig Ehre und Ansehen des Deut­schen Reiches und des deutschen Volkes ver- chacherte,. die verbrecherisch-leichtsinnige Finanz- und Steuerpolitik sind nur eine Auslese aus der für Deutschland geradezu verhängnisvollen Tätigkeit Erzbergers aber diese Erbitterung, vie der Kampß gegen Erzberger überhaupt, sichtete sich nicht gegen die Person, frühern gegen das System, das er m der Politik eingeführt hat. Person und Sache wollen unterschieden sein. Das Attentat ist ein Bewers, ° unser Volk der politischen Kinderstube noch früge nicht entwachsen ist, solange es seine Mel- Nungsverschiedenheiten dadurch auszufechten sucht, daß es den Haß aufruft und den Gegner persönlich bekämpft. Diese Art des person- sschen Kampfes führt, wie man sieht, rn letzter uinie zu Mord und Totschlag. Hiergegen sich zu s-enden, ist Aufgabe aller Parteien. Wrr müssen von der leidigen Angewohnheit, nicht die vache, sondern nur immer die Person zu sehen. M Kamps, den wir führen, ist ein solcher um ^sichten, Auffassungen, Weltanschauuno^ um ^üge an sich, und dieser Kampf ist mit geistigen Waffen zu führen, nicht aber mit dem Revolver.

Mit Erzberger ist ein Mann aus dem Leben schieden, der, wie schon oben angedeutet, im Parteileben, wie in unserem deutschen 23olte Oberhaupt, eine große Rolle gespielt hat. Be­rits mit 28 Jahren ist er als Vertreter eines Wahlkreises feiner württembergifchen Heimat in

den Reichstag eingetreten und hat sich dort der Zentrumspartei angeschlossen, in der er gar bald, ausgestattet mit reichen Gaben, durch unermüd­lichen Fleiß letztere Eigenschaften werden ihm auch die politischen Gegner stachrühmen müssen ein unentbehrlicher Berater und richtung­gebender Mitarbeiter der Partei wurde. Sein Einfluß war sehr groß. Wir erinnern nur an dasAufstechen der Eiterbeule" durch Dernburg und die Bildung des Bülow-Blockes. Er wuchs aber besonders während des Weltkrieges, sodaß die Reichsregierung Erzberger Vertrauen /chenkte und ihn des öfteren ins Ausland schickte. Seinen Höhepunkt aber erreichte der Einfluß Erzbergers in den schicksalsschwersten Stunden des Deutschen Reiches, als letzterer im Walde von Compiegne die Waffenstillstandsver- Handlungen mit Foch führte und das deutsche Volk verkaufte, nachdem er bereits vorher mit feiner Juliresolution und verschiedenen weiteren Machenschaften mit anderen zusammen der Heimat den Dolchstoß, von dem sie nicht wieder genesen sollte, in den Rücken gegeben hatte. Die Art dieser Waffenstillstandsverhandlungen, die Aus­lieferung der Kriegsflotte und so vieles andere haben Erzberger in allen Kreisen, denen das Wort Vaterland noch nicht ein bloßes Phantom geworden ist, den fragwürdigen Beinamen eines Reichsverderbers" eingetragen. In Erzberger bildete sich immer mehr und mehr der T y p d e-s Kompromißpolitikers heraus, der es fertig brachte, als Zentrumsmann, als, um mit dem Rechtsbeistand Erzbergers, Justizrat von Gordon zu reden, Erfüller des Johannes-Evan­geliums der Tat, den Geschäftsführer der So­zialdemokratie und den des Zentrums in einer Person zu spielen und dabei auch noch für sich selbst gut und reichlich zu sorgen. mit ihm muß ein für allemal gebrochen werden. Dies geschieht aber nicht dadurch, daß man Leute burd), Meuchelmord beseitigt, Henn durch Gewaltakte gegen das Leben wird nie eine Idee, ein System vernichtet werden können. Dies sollte das deutsche Volk an der Bahre Erzbergers endlich lernen. R. H.

Matthias Erzberger wurde am 20. 9. 1875 zu BuUenhausen geboren, besuchte das Seminar Saulgau, studierte in Freiburg (Schweiz) Staats­recht und Nationalökonomie, war zwei Jahre im Schuldienste tätig und widmete sich seit 1896 der Schrifsttellerei. 1897 wurde" er als Delegierter zum Züricher internationalen Arbeiterkongreß entsandt. Er gehörte der Bolkspartei für das kathol. Deutsch­land, dem Vereine Arbeiterwohlfahrt und dem Au­gustinusverein an und verfaßte mehrere Schriften kolonial- und sozialpolitischer Natur. Von 1903 bis 1918 war er Mitglied des Reichstages für den Wahl­kreis 34 (Württemberg), als solches in der Reichs- schuldenkommisfion tätig, 191920 Mitglied der ver­fassunggebenden deutschen Nationalversammlung, 1918 Staatssekretär, 1919 Reichsminister ohne Porte­feuille, vom Juni 1919 bis zum Mai 1920 Reichs­minister der Finanzen.

Das Atlenlat

Bad Griesbach, 26. Pug. Heute vormittag 11 Uhr war der Reichstagsabgeordnete Erzberger mit dem Reichstagsabgieordneten Dr. Diez auf einem Spaziergange nach dem Kniebis begriffen. Die beiden Herren wurden von zwei gutgeklei­deten Herren überholt, die bald darauf an einer Wegkehre vor ihnen standen. Ohne ein Wort zu sagen, feuerten die jungen Leute aus kürzester Entfernung auf Erzberger und Diez eine große Anzahl Schüsse ab. Diez wurde in die Schulter getroffen und sank zu Boden. Erzberger suchte Schutz in einer Böschung, wurde aber von den Mördern verfolgt und durch einen Kopfschutz ge­tötet. Insgesamt sind 12 Schüsse auf ihn abge­feuert worden. Von den Tätern, die mit großer Kaltblütigkeit zu Werke gingen und sich vorher mit einem Straßenwärter unterhalten hatten, liegen genaue Beschreibungen vor, doch konnten sie bis jetzt nicht ftstgenommen werden. Gegen Abend wurde die Leiche Erzbergers, nachdem die Gerichtsbehörde den Tatbestand ausgenommen hatte, nach Griesbach geführt und hier aufgebahrt. Erzberger weilte mit seiner Frau und Tochter schon seit acht Tagen zur Erholung in Griesbach. Dr. Diez, den ein Kurgast nach Griesberg ge­leitet hatte, wurde im Krankenhaus Oppenau untergebracht.

Berlin, 26. Aug. Bei der Reichsregierung lief folgendes Telegramm des Amtsgerichts Ober­kirch baden ein: Reichsfinanzminister a. D. Erz­berger wurde laut telefonischer Meldung des Postamtes Griesbach heute früh auf dem Wege zur AleMnderschanze bei Griesbach, Amt Ober­kirchbaden, erschosien. Die Täter find bis jetzt unbekannt. Vom badischen Staatsministerium wird das Attentat bestätigt. Danach wurde Erz­

berger von zwei Burschen, die ihm offenbar auf- lauerten und sich ihm in den Weg stellten, ange­fallen und durch 12 Kopfschüsse getötet. Der Ab­geordnete Diez-Radolsszell, der Erzberger beglei­tete, wurde durch Schusse an der Hand verwun­det. Nach einer anderen Meldung soll auch Diez schwer verletzt sein. Auch nach der Mitteilung des badischen Staatsministeriums sind die Täter noch nicht ermittelt.

Beileidstelegrmmne der Regierung.

Berlin, 26. Aug. Der Reichspräsident richtete an die Frau Erzberger folgendes Beileidstele­gramm:

Tief erschüttert durch die Nachricht von dem Verbrechen, dem ihr Gatte zum Opfer fiel, spreche ich Ihnen meine-herzliche Teilnahme aus. Möge Sie das Bewußtsein trösten, daß in lebhafter Entrüstung über die abscheuliche Bluttat weite Kreise des deutschen Volkes an Ihrer Trauer aufrichtigen Anteil nehmen.

Der Reichskanzler richtete folgendes Tele­gramm an Frau Erzberger:

Ich erfahre soeben in tiefstem Schmerz den gewaltsamen Tod ihres Herrn Gemahls. Zu dem grausam harten Schicksals schlag, der Sie umb Ihre Familie in dem verabscheuungswürdigen, feigen Meuchelmord an Ihrem Gatten betroffen hat, unterbreite ich Ihnen meine innigste Teil­nahme. Gott möge Ihnen die Kraft geben, diesen schwL?^ Schlag zu überwinden, der einem ar­beitsreichen, dem Dienste der Allgemeinheit uner­müdlich gewidmeten Leben ein jähes Ende be­reitete.

An den Abgeordneten Dr. Diez in Oppenau telegraphierte der Reichskanzler: Die furchtbare Nachricht von dem fluchwürdigen Verbrechen, das ein feiger Meuchler an unserem Parteikollegen beging, hat mich tief erschüttert. Daß nicht auch

Völkerbundsral und Oberschleslen

Paris, 26. Aug. Wie der Sonderberichter, statter der Agentur Havas berichtet, ist Graf Jschii und der belgische Delegierte Hymanns in Genf eingetroffen. Graf Ishii habe aus freien Stücken es selbst übernommen, den Bericht in der oberschlesischen Frage zu erstatten. Der Ha- vasberichterstatter meint, daß man die Bedeutung des Berichtes, den Graf Ishii seinen Kollegen in drei Tagen unterbreiten werde, nicht übertreiben dürfe. Der Präsident des Völkerbundsrates hat übrigens selbst dafür Sorge getragen, den Cha­rakter dieses Berichtes genau zu umschreiben, als er Quinones de Leon gebeten habe, dem Rate einen objektiven Bericht über die Tatsachen und besonders über die Schwierigkeiten, auf die der Oberste Rat gestoßen sei, zu erstatten. Getreu der Bitte, die er damals an den spanischen Ver­treter gerichtet habe, bemühe sich Graf Ishii in dem Bericht, den er in Genf ausarbeitet, keine Lösung des oberschlesischen Problems ausfindig zu machen oder irgend einen Vorschlag zu unter­breiten. Das Dokument, das er am Montag sei­nen Kollegen unterbreitet, würde teils eine Wie­dergabe der schon bekannten Briefe, wie des Briefes Briands an den Grafen Ishii und die Antwort des letzteren sein, teils eine Uebersicht über die Stücke der Dossiers, die der Berichter­statter jetzt in seinem Besitz habe. Nach der Ver­lesung dieses Berichtes wird der Präfidentbericht- e^statter seinen Kollegen das Wort geben zu einem MeinunzLaustausch über das Verfahren, das man zweckmäßig anwenden wolle. Man glaubt, daß diese erste Beratung den Rat zwei bis drei Tage beschäftigen werde, aber die Frist, die notwendig sein wird, bevor der Rat sein Gutachten er­statten kann, hängt offensichtlich von dem Ver­fahren ab, das man einschlagen wird. Nach Havas gibt man sich in den Kreisen des Völker- bundsrates vollkommen Rechenschaft darüber, daß die öffentliche Meinung aller Länder eine mög­lichst rasche Lösung der oberschlesischen Frage wünscht.

Betriebsrätewahlen in Oberschlesien.

Kattowitz, 26. Aug. Bei den Betriebsräte­wahlen auf der Gleiwitzer Grube haben die deut­schen Gewerkschaften alle 13 Sitze erhalten, wäh­rend sie früher nur 7 Sitze hatten. Bei der staat­lichen Grube in Knurow hatten die Deutschen bisher gar keinen Sitz. Bei der Neuwahl haben die deutschen freien Gewerkschaften von 13 Sitzen 8 erhalten. Bei der Ferdinandsgrube hatten die Deutschen früher 2 von 11 Sitzen. Die Neu­wahlen brachten ihnen 5 Sitze. Die Polen haben also überall zahlreiche Sitze ver­loren.

Die Wiesbadener Besprechungen-

«pieskade»,, 26. Aug. Zwischen den Ministern R«t h«n«u «nd Loucheur haben beute die au­

gekündigten Verhandlungen begonnen. Er fände» zwei mehrstündige Sitzungen statt und zwar wurden am Vormittag allgemeine Fragen beh«ndelt. Am Nachmittag wurde absatzweise der Text der Haupt­abkommenr über Sachleistunge» durch« gesprochen. Einige Punkt« bleiben der mar» gigen Erörterung Vorbehalte». Während dessen vereinigten fick die beiderseitigen Referenten, um die Nebenabkommen in RestitutionStragen zu beraten. Diese Besprechungen werden heute abend und «argen fortgesetzt. Zwischen den Ministern sollen morgen zwei weitere Besprechungen stattfinden, die sich auf die noch zu klärenden Punkte bei Hanptabkomme»« und auf die Einzelberatung der Nebenabkommen erstrecken werden.

Protest gegen den Raub der Danziger Eisenbahnen.

Danzig, 26. Aug. Heute nachmittag fanden vier große Protest Versammlungen gegen den Raub der Danziger Ei­senbahnen statt. In allen Versammlungen die von insgesamt über 20 000 Personen besucht waren, wurde einstimmig die Entschließung an­genommen, in der es u. a. heißt: Die Entschei­dung des Oberkommissars, die die Verwaltung aller Vollspurbahnen der polnischen Eisenbahn- verwaltung überträgt, bedeutet eine gröbliche Verletzung des Artikels 104 des Friedensver­trages und der Danzig-polnischen Konvention vom 9. November 1920 sowie eine schwere Ver­gewaltigung der verfaffungsmäßigen Rechte, na­tionaler Selbständigkeit und der wirtschaftlichen Interessen des Freistaates. Es ist unmöglich und widerspricht auch völlig der Danzig-polnischen Konvention, daß auch nur ein Teil der Frei- ftaatbahnen der polnischen Verwaltung unterstellt werde, denn die Konvention gewährleistet , Sie Beibehaltung der im Eisenbahndienste befind­lichen Beamten, Angestellten und Arbeiter und stellt ihre wohlerworbenen Rechte sicher. Vom

Danziger Bevölkerung mit allem Nachdruck und allen zu Gebote stehenden Mitteln gewahrt wer­den. Nur durch die Erfüllung dieser Forderungen wird ein friedliches Nebeneinanderleben der bei­den Nationen zu erreichen sein.

Danzig, 26. Aug. Der Senat beschloß in bet heutigen Sitzung, gegen die Entscheidung des Oberkommissars des Völkerbundeschom 15. Aug. 1921 in der Eisenbahnfrage gemäß Artikel 39 der Danzig-polnischen Konvention einen Appell an den Rat des Völkerbundes zu richten, nachdem die in den letzten Tagen geführten Verhand­lungen zu einem befriedigenden Ergebnis, nicht geführt haben. Die Berufung Danzigs wird sich hauptsächlich richten 1. gegen die Entscheidung, wonach der Freistaat Danzig lediglich die Stra­ßenbahnen und Schmalspurbahnen in ihrem Ge­biet zugewiesen werden, 2. gegen die Ueber» Weisung der Verwaltung, der Aeberwachung des Betriebes der Hafenar sckKißbâen an die pol­nische Verwaltung, 3. gegen die Zuweisung des Eisenbahndirektionsgebäudes an Polen und 4. gegen die Zuteilung der Verivaltung der Eisen bahn-Hauptwerkstätten an Polen.

Die Sleuergefetze.

Berlin, 26. Aug. Von zuständiger Seite Wirt mitgeteilt: Die Entwürfe der neuen Steuergesetze wurden nunmehr der Presse zugänglich gemacht. A»4 dem Entwurf der Gesetzes zur Aenderung bei Körper» s ch a ft 8-S t e n e r g c s e tz e» dürsten die Vorschriften bei Artikel« 4 über die Rückwirkung bei Gesetze« zur» zeit von besonderer Bedeutung sein. Die erhöhten Steuergesetze sollen nach dieser Vorschrift dm Ergeb­nissen der Geschäftsjahre unterliegen, die nach dem 81. Dezember 1920 zu Ende gegangen sind. Die Er­werbsgesellschaften werden also gut daran tun, bei der Verfügung über die Gewinne dieser Geschäftsjahre darauf zu achten, daß ihnen die zur Bezahlung der wesentlich erhöhten KörperfchaftSstener erforderlichen Mittel verfügbar bleiben.

Die Teuerungszulagen.

Berlin, 26. Aug. Nach Abschluß der viertägigen Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Verhandlungrkommission der Beamten und Arbeiter beriefen die in Betracht kommende» Verbände ihre zuständigen Körperschaften nach Berlin. Die Tagungen müssen bis 30. August, abends 6 Uhr, beendet sein weil die neuen Bezüge mit größter B-fchleuxigunz zur Auszahlung komme» sollen. Die Verhandluiigs kommissisn erklärte sich einmütig bereit, den Mit. gliedern ihrer Verbände die Vereinbarungen zur An . nähme zu empfehlen.

Zurückziahung der «tmer«imif*<n Truppen- Au« Washington wird gemeldet: Van hohen amtlichen Kreisen wird mitgeteilt, daß die Zurückziehung der amerikanischen Truppen vom Rhein crnstlich in Erwägung gezogen werden soll, sobald Senat und Reichstag dm FriedenSvertra, unter- zeichnet habt«. '

-------------*

Mâre MlitifLe Mcktiâlert Seite S^k F -