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Hanauer M Anzeiger

General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der 6omt» und Feiertage

»r. 187 EUtzvoch den 24. August 1921

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RiLarWHultsch: für lokalen und provinziellen TeN sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Einrückungsgebühr:

DieSgelp. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk die 4gesp. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk., Finanzinserate 1.70Mk. Offertgebübr 30Pfg. Bezugsoreis: Viertel- jährl. 14.40 Mk.,monatl. 4.80 Mk., f. Postbezug viertel- iäbrl. 15.90Mk..monatl.5.30Mk. DieNummer20Pfg.

PostscheS-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

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Das Neueste.

Das Plenum der Reichstages wird zu einer Tagung erst auf den 27. September einberufen werden.

Der preußische Landtag wird am 28. September zusammentreten.

v Die in Berlin stattfindenden Verhandlungen über den Friedensvertrag zwischen Deutschland und Amerika werden jetzt durch das amerikanische Staats­departement bestätigt.

Der spanische Botschafter Quino ner de Leon hat die Berichterstattung in der oberschlesischen Frage vor dem Völkerbund abgelehnt.

DieRigaer Rundschau" teilt mit, daß sich in MSkau ein deutsches Hilfskomitee gebildet hat, da? Don dem ZentralvollzugSrat die Genehmigung und den speziellen Auftrag hat, den notleidenden Wolgadeutschen z« helfen.

Der Chef der schweizerichen politischen Depar­tements teilte dem Vertreter Litauens in der Schweiz mit, daß der Schweizer Bundesrat die Republik Litauen de jure anerkannt bat.

Eine Konstantinopeler Meldung Londoner Blätter besagt, daß die Griechen einen neuen Sieg bei Anghari davongetra-en hatten. Die kemalistischeu Truppen sollen sich auf dem Rückzug auf Angora befinden.

Die Forderungen der Beamten und Arbeiter.

Wie bereits gemeldet, haben am Montag im Reichsfinanzministerium die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Organisatio­nen der Beamten und Arbeiter begonnen. Die Beratungen konnten zwar gestern noch nicht zu Ende gebracht werden, doch ist in den meisten Punkten ein Uebereinkommen erreicht worden. Zunächst schilderten der Reichskanzler, der Reichsverkehrsminrster Groener und der Reichs­postminister Giesberts in längeren Ausführun- die politische und wirtschaftliche Lage des

Ken die politische und wirtsci

Metchcs. Der Reichsiau, b^ Befriedigung der Ansprüche, welche von den Eisenbahnern und einem Teil des A. D. G. B. erhoben worden sind, eine Mehrbela - stung von 14 Milliarden betragen würde, daß für die Gehaltswünsche, die der Deutsche Beamtenbund aufgestellt hat, sogar 16 bis 18 Milliarden erforderlich seien. Weder für die eine noch für die andere Forde­rung sei Deckung vorhanden. Sie würden den Etat sehr wesentlich belasten. Der Reichs­verkehrsminister Groener sprach über die Verhältnisse bei den Reichseisenbahnen. Im ganzen und großen habe die letzte Tarifer­höhung nicht die üblen Folgeerscheinungen ge­zeitigt, die man vielfach befürchtet Habe. Der Personenverkehr sei befriedigend, dagegen seien die Einnahmen bei dem Güterverkehr ganz wesentlich zurückgegangen. Große Ausfälle er­leidet die Eisenbahn in Oberschlesien. Die neue Materialsteigerung, die etwa 10 v. H. betrage, erfordere Mehraufwendungen in Höhe von rund einer Milliarde. Hierzu kämen noch an­dere Betriebsausgaben, etwa in gleicher Höhe, sodaß das Defizit für das Jahr 1921 sich nicht in so engen Grenzen be­wegen werde, als man im Etat an­genommenhabe. Die Absicht, das Defi­zit bis zum Apru 1923 zu beseitigen, werde sich nicht durchführen lassen. Infolgedessen habe man im Reichsverkehrsministerium bereits an eine neue Tariferhöhung gedacht, die sich auch wohl kaum werde umgehen lassen.

R e i ch s p o st m i n i st e r G i e s b e r t s er­klärte, die Post habe einen ungedeckten Fehl­betrag von über 2 Milliarden, der unbedingt beseitigt werden müsse. Er halte deshalb eine Erhöhung aller Post-, Fernsprech- und Tele­graphengebühren im Verhältnis 1 zu 10 für notwendig, sodaß also ein Brief künftig 1 M k. kosten würde. Weiterhin müsse eine erhebliche Erhöhung der Telegrammgebühren durchgeführt werden, da dieser Betrieb, der nod) niemals rentabel gewesen sei, jetzt besondere Aufwendungen für Neu- und Umbauten ver­lange. Das Personal müsse seinerseits alles tun, um den unhaltbaren finanziellen Verhält­nissen ein Ende zu machen. Jeder Beamte und jeder Arbeiter müsse intensivste Arbeit leisten, und er müsse im Interesse des Staates sich ge­fallen lassen, daß seine Arbeitskraft voll ausge- autzt werde.

Vorschläge der Regierung.

Dann teilte Geheimrat Kühnemann vom Reichsfinanzministerium mit, daß die Re­gierung Maßnahmen treffen werde, um alle Vvch ausstehenden Forderungen aus der Bejol- vungsordnung den Beamten sofort zu erstatten. Ferner sei die Regierung bereit, einen Alisgleich Teuerungszuschläge in den fünf Ortsklassen »orzunehmen, und zwar derart, daß die Dcffe- senz zwischen Ortsklasse A und E anstatt 15 v. H. wie bisher, in Zukunft nur noch 10 H. betragen solle. Dagegen könne die ^cegie- vung der Forderung der Organisationen auf

gleichmäßige Ephöhung der Zuschläge für alle Beamten nicht zustimmen. Sie sei dagegen be­reit, die einzelnen Teuerungszuschläge in den verschiedenen Ortsklassen um je 15 v. H. zu er­höhen, daß also in Ortsklasse A zum Beispiel eine Erhöhung von 70 auf 85 v. H. erfolgen würde. Man sei auch bereit, die Stundenlöhne der Arbeiter um 55 Pfg. gleichmäßig zu er­höhen.

Diese Vorschläge der Regierung wurden von sämtlichen Vertretern der Beamten und Arbei­ter als unzureichend bezeichnet. Man einigte sich nach langer Debatte auf einen Kompromiß­vorschlag, der vorsieht, daß die Zulagen um 20 v. H erhöht werden. Sodann machten die Regierungsvertreter den Vorschlag, eine wei­tere Erhöhung der Kinderzulagen um 25 v. H. zu genehmigen, so daß in Ortsklasse A 200 v. H., in B und C 175 v. H. und in D und E 150 v. H gezahlt werden. Für die Diätare wurde zugesagt, daß sie jetzt in den beiden ersten Jahren 90 v. H. des planmäßigen Beam­teneinkommens, im dritten und vierten Jahre 95 v. H. und vom vierten Jahre ab das zustän­dige Beamtengehalt erhalten sollen. Den Ar­beitern wurde nach dem Vorschlag der Regie­rung eine Aufbesserung des Stundenlohns um 85 Pfg. zugesichert. Diese Zusicherungen der Regierung wurden von den Organisationsver- tretern nicht ohne weiteres aage = nommen, da die Gewerkschaften von der Forderung einer Mindestgarantie nicht ab­gingen. Die ursprünglichen Zugeständnisse der Regierung würden für das Reich und die Län­der eine Mehrausgabe von 5 Milliarden er­fordert haben, während fich diese Zahlen durch die nachträglichen Bewilligungen auf 8 Milliar­den erhöhen.

nannt wird.

W ergebnislos.

Die gestrigen Verhandlungen zwischen den Regierungsvertretern und den Beauftragten der Beamtenorganisationen und der Gewerk­schaften, bei denen der Reichskanzler wiederum den Vorsitz führte, haben zu keiner Einigung geführt. Der Reichskanzler erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Regierung sich die Forderungen der Gewerkschaften nicht in allen Punkten zu eigen machen könnte. Um den Ab­bruch der Besprechungen zu vermeiden, erklärte der Reichskanzler schließlich, daß er heute die Besprechungen in der Reichskanzlei fortzusetzen wünsche, und daß er zu dieser Sitzung die Frak­tionsführer des Reichstages laden werde.

Essen, 23. Aug. Vier Vergarbeiterverbände, nämlich der Verband der Bergarbeiter Deutsch­lands» der Gewerkverein christlicher Bergarbei­ter Deutschlands, die polnische Berufsvereini­gung, Abt. Bergarbeiter und der Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter Deutschlands, er­lassen heute einen Aufruf an die organisierten Bergarbeiter Deutschlands, in dem es u. a. heißt: Kameraden! Vier Bergarbeiterverbände haben für die Arbeiter aller Bergbaureviere Lohnerhöhungen gefordert. Die Verhandlungen in Berlin am 19. August d. Js. haben noch kein Ergebnis gezeitigt. Eine Erhöhung der Löhne für alle Kameraden ist aber infolge der Steige­rung der Lebenshaltungskosten unbedingt er­forderlich. Die Organisationsvertreter werden alles äufbieten, um die Lohnbewegung zu einem erfolgreichen und schnellen Abschluß zu bringen. An alle Kameraden ergeht der dringende Ruf, in dieser Lohnbewegung gewerkschaftliche Dis­ziplin zu üben und sich nicht voreilig in Putsche und Arbeitsniederlegungen einzulassen.

Aufhebung der militärischen Sank- Honen rechts des Rheins

Herabsctzuna der Besatzuttgsarn»-« abgcichttt.

Baris. 23. Aug. DerTemps" meldet, daß die am 18. August abgebaltene Sitzung der mili­tärischen Sachverständigen die Aushebung der militärischen Sanktionen rechts des Rheins ge­billigt habe, dagegen die Herabsetzung der Stärke der linksrheinischen Besadungrarmee einstimmig abgelehnt habe.

Entsprechend dem Beschluß der Sachverständigen wird demTemps" zufolge der Antrag Frankreichs auf der nächsten Sitzung des Obersten Rates lauten.

Mit der Aufhebung der militärischen Erpresser mahn ahmen rechts des Rheins, wie es hier durch die militärischen Sachverständigen der Alliierten beschlossen worden ist, wird die Zusage eingelölt. die auf der letzten Tagung des Obersten

Rates gegeben worden ist.

Di« amerikanischen Besatzungtruppen Rhein.

am

Ler den

Jpu. Washington, 24. Aug. Der Bericht HeercastaatSsckretär» WeekiS, daß Deutschland .. Vereinigten Staaten für die Koben der amerikanischen Besatzungstruppen am Rhein 240 Millionen Dollar

schuldet, hat im Senat Aufsehen erregt. In erster Linie wird die Stärke der BesatzungSarmee, die gegen­wärtig 13 750 Mann beträgt, als zu hoch angesehen. Der Vorsitzende der Senatskommission für auswärtige Beziehungen wird im Senat voraussichtlich darauf hinwirken, daß mit dem Abschluß der Handelsvertrags mit Deutschland sofort die amerikanische Besatzung am Rhein vollständig zurückgezogen werde. Das Ab­geordnetenhaus wird eine Entschließung gleichen Inhalts vorlegen.

Zum Frieden mit Amerika

Washington, 24. Aug. Die erste amtliche Be­stätigung der Berliner Meldungm, wonach Verhand­lungen über den deutsch-amerikanischen Friedensver­trag schweben, kam gestern aus dem Staatsdepartement. Er wird zugegeben, daß die Verhandlungen auf Er­suchen der Vereinigten Staaten geheim geführt werden. Weiter wird binzugefügt, daß die Regierung der Ver­einigten Staaten nicht der Ansicht sei, daß solche Ver­handlungen öffentlich in vorteilhafter Weise geführt werden können. Ferner wird angekündigt, daß eine endgültige Verlautbarung vor Wochenende erwartet werden könne.

Vom Völkerbund.

QuinoneS de Leon lehnt ab.

Paris, 23. Aug. Nach gewissen, aus Madrid hier eingetroffenen Nachrichten soll QuinoneS de Leon das ihm von Vicomte Ishii gemachte Anerbieten, als Be­richterstatter des ausführenden Rates des Völkerbundes in der oberschlesischen Frage zu fungieren, zurück- gewiesen haben.

Paris, 24. Aug: Nach einer Blâttermeldung aus Madrid erklärte man dort in politischen Kreisen, daß die Ablehnung QuinoueS de Leon durch die Tatsache erfolge, daß Spanien in den Völkerbund unter Um­ständen die Rolle des Schiedsrichters zu spielen habe, und deshalb die Hand frei haben wolle.

Lymans Berichterstatter.

Paris, 24. Aug. In hiesigen offiziellen Kreisen das; der belaiiLe Delegierte H y.m a n §

Verzögern unb nicht beschleunigen.

Paris, 23. Aug. ImEcho de Paris' wird âürgeführt, daß die oberschlesische Frage die Rückkehr der Hohenzollern herbeiführen könnte, denn in der Diplomatie sei eine Sache niemals verloren, solange sie nicht beendet wurde. Uavorhergesche Ereignisse könnten alles umssürzen, deshalb niüsse man ver­zögern und nicht beschleunigen, wenn man eine un­günstige Entscheidung befürchte (h

Tkuppenlranspdrle nach Oberfchlesien.

Berlin, 23. Aug. Für die Verstärkung der interalliierten Truppen in Oberfchlesien werden, wie bereits gemeldet wurde, zwei britische Bataillone und eine französische Brigade vom Rheinland nach Oberschlesien befördert. Die Transporte beginnen am 25. August und laufen die Strecke MainzBischofsheimFrank­furt a. M.-Süd Hanau-Ost Flieden Blankenhain Gerstungen Weißenfels Taucha Dobrilugk Sagan Arnsdorf Liegnitz Mochlern BrockauKarlsmarkt Oppeln. Täglich werden vier Züge gefahren. Die Btvölkerung der von den Transporten be­rührten Gebieten wird zur Vermeidung von unliebsamen Zwischenfällen darauf hingewiesen, daß er im allgemeinen Interesse liegt, diesen Transporten keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten.

Der Kreis Lablinitz für Deutschland.

Lublinitz, 24. Aug. Durch Vermittlung der englischen Obersten Biel wurde an Lloyd George und an den Völkerbund folgender Telegramm abgesandt:

Sämtliche Frauen von Stadt Lublinitz bitten dafür eintreten zu wollen, daß der Kreir Lublinitz bei Deutschland verbleibt".

Ein weitere» Telegramm ging an den eng- lischen Vertreter in Oppeln.

Die irische Frage.

London, 23. Aug. In amtlichen Kreisen rechnet man mit der Möglichkeit, daß die irische Antwort unentschieden aurfallen wird. Doch ist es schwer, irgendwelche ernsthaften Voraus, sagungen zu machen über die Entschließung des Parlaments, weil selbst die Ansichten guter Kenner der Verhältnisse sehr geteilt sind.

Dublin, 23. Aug. Der heute stattgehabten Sitzung der Nationalkonvents der Sinnfeiner mißt man größte Bedeutung bei. Es ist wahr­scheinlich, daß das irische Geheimparlament der 26 Grafschaften in seiner Antwort an Lloyd George die Angaben berücksichtigen wird, die ihm in dieser Sitzung gegeben wurden. Man will aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren haben, daß der Nationalkonsent sich für die Annahnre der Bediirgungen Lloyd Georges aus­sprechen werde. Der Konvent besteht in der Tat aus einer größeren Zahl Leute, die ge­mäßigter sind al» das Geheimparlament, dessen

Mitglieder unter schwierigen Verhältnissen ge­wählt wurden und größtenteils Gefangenschaft erdulden hatten.

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Eifenbahnerslreik in Posen nnb Pomerellen.

Berlin, 23. Aug. Im ehemals preußischen Teilgebiet der Republik Polen ist seit heute früh der Eisenbahnerstreik ausgebrochen, weil die polnische Regierung die Forderungen der Eisen­bahner nicht erfüllt hat. Es streikt der Direk­tionsbezirk Posen und ein Teil der Direktion Danzig-Pomerellen. Züge, die mittags unter­wegs waren, wurden bis zum Reiseziel durchge­führt, danach aber vom Personal verlassen. Auch die Werkstätten und das Direktionsbüro streiken. Als Militär auf dem Posener Bahn­hof erschien, wurde auch das Elektritätswerk außer Betrieb gefetzt. Posener Pressemeldungen bestreiten, daß eine Militarisierung der Bahnen im Posenschen geplant sei, doch veröffentlicht gleichzeitig das dortige Generalkommando den Einberufungsbefehl zu vierzehntägigen Uebun­gen für alle demobilisierten und beurlaubten Eifenbahntrupven der Jahrgänge 1885 bis 1892. In Warschau streiken die Angestellten der Trambahnen und Vorortkleinbahnen. Die Nor­malspurbahnen in Kongreßpolen und Galizien verkehren.

Danzig, 23. Aug. In Dirschau haben die ge» samten Betriebswerkstätten, die Nebenwerkstatt, der Güterbahnhof Liebenhoff, sowie die Gas­anstalt auf dem Bahnhof und das dortige Wafferpumpwerk den Betrieb eingestellt. Sämt­liche Betriebe sind durch militärische Wacht­posten besetzt. Die Zahl der Streikenden be­läuft sich in Dirschau allein auf mehr als 4000 Mann. Eine Abordnung von Streikenden wird in Warschau beim Ministerium die Forderun»

bahnarbeiter in Posen hielten gestern eine Sitzung ab, die ergebnislos verlaufen ist. Eine Gefahr für die Reisenden besteht nicht, hin­gegen sind die deutschen Lokomotivführer in Gefahr, als Streikbrecher angesehen und behan­delt zu werden.

Berlin. 24. Aug. DieVoss. Ztg." meldet aus Danzig, daß der Eisenbahnerstreik in Pomerellen und Posen sich weiter ausgedehnt hat. Sowohl in Posen wie in Pomerellen ruht der gesamte Eisenbahnverkehr nahezu voll­ständig.

Dom kommunistischen Parteitag.

Jena, 23. Aug. An der heute stattaefundene« allgemeinen Aussprache beteiligte sich u. & auch Frau Klara Zetkin. Sie ist zwar mit dem Aus­schluß Dr. Levis nicht einverstanden, aber sie fügt sich wie alle anderen, um die Einheit bei kommunistischen Partei nicht zu stören, weil dies« die Vorbedingung des Proletariats dar ganzen Welt sei. Die Märzaktion sei trotz aller an ihr geübten Kritik ein Fortschritt gewesen, weil sie ein Kampf von Arbeitern und ein Kampf gegen die Stagnation und Passivität war. Die Rednerin verhöhnte den äinseligmachenden Kampf mit gesetzlichen Mitteln, wie er von der Sozialdemokratie gepredigt werde. Es omme da­rauf an, sich ohne AuZlegerei, ohne Tendenz- riecherei nach rechts und nach links auf der Boden der Beschlüsse des Moskauer Kongresses zr stellen. Die Politik der Selbstzerfleischung musst unterbleiben, die der Waffenschärfung «rufrechter­halten werden. Eine straffe disziplinierte zen­trale Organisation sei unentbehrlich.

Die nächste, ebenfalls sehr temperamentvâ Rednerin, Frau Wagner, wandte sich mit Ent­schiedenheit gegen die sogenannte Offensivtheorie, von der die große Masse des deutschen Proleta­riats nichts wissen wolle. Solange diese nicht für die Kommunistische Partei gewonnen sei, sei jeder Schritt über die Propaganda hinaus gefährlich. Erst in den letzten Kämpfen sei die Einheit und Stärke der Partei errungen worden. Ms letzter Redner des heutigen Tages gab Reichstagsabge- ordneter Braß der Meinung Ausdruck, daß es sich erst in den nächsten Monaten erweisen werde, ob die Partei innerlich wirklich fest geschlossen sei und die Massen für sich habe. Besser wäre es mach seiner Meinung gewesen, erst engere Füh­lung mit den Massen zu nehmen und den Partei­tag vier Wochen später abzuhalten. Auch er wandte sich gegen den Versuch, den Parteitag auf die Offensivtheorie festzulegen. ; t^a - \$;

Heimkehr auf Uvi-xo« und «iVkriiN» Wie batB. T." erfährt, sollen in nächster Zeit noch weitere 33 (Befangene ax8 Avignon in die Heimat entlassen werden. Ferner sind au» langjähriger Ge­fangenschaft in Sibirien wieder, 15^Hei»kthrer ^i« Sager Lechfeld eingetragen. ^