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Nr. 195

Montag den 22. August

1921

Das Neueste.

Na- einer Hav«rmelßu»g haben sich bie französ., lie englische und die itellenisch« Regierung über die Lntiend»»» box je zwei Bataillonen »ach Oberschleflen geeinigt.

Minister Rathenau und Loucheur, die bei ihrer ersten Begegnung eine weitere Zusammenkunft verab­redete», haben vereinbart, sich tn Wiesbaden am 26. August zu treffen.

Nach ti»erMes>ung an» Warschau ist der ^asnische Rcichitag»abge»rdiis < Made ili zum beooH i figten Minister und Sou^crgesandten bei bet ürutsschen Regierung ernannt worben.

Rach einer Meldung der Korrespondenz »Russische Union" find nach bolschewistischer Feststellung vom 20. Juli bi» zum 2. August 22 000 Ehol«r«fällr vor­gekommen.

Keynes über das Londoner Abkommen.

Zwei Drittel des Einkommens für die Repa­ration.

nard

Augen geöffnet hat lgen des Versailler

Der englische Professor John May Keynes, der der Welt die Augen geöffi über die wirtschaftlichen Folgen ' Vertrages, beschäftigt sich nunmehr mit den Folgen des Londoner Ultimatums. In drei Artckeln, deren erster am Samstag in der Deutschen Allgem. Ztg." erschienen ist, legt er seine Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft dar: Er sagt unter anderem:

Deutschland kann sicher am 30. August die fällige Rate zahlen, teils aus den vor dem t Mai angesammelten ausländischen Guthaben und teils auch aus dem Ertrag der Markver­

saufe, die es in den letzten Monaten an den Mrsen ausgeführt hat. Ferner wird es für die ElS. November 1921 und«

1922 fälligen Raten genügende Deaung finden durch die Kohlen- und sonstigen Sachlieferungen, die zwischen dem 1. Mai 1921 und dem letzten Datum erfolgen. Selbst die Februarrate 1922 ließe sich aus den bestehenden ausländischen Nuthaben und aus den Erlösen des Exports unb der Markverkäufe an den Börsen beschaffen. Ulber schon die Zahlung am 15. April 1922 wird größere Schwierigkeiten bieten. Weitere Raten­zahlungen folgen dann schnell aufetnanber mit 390 Millionen Goldmark am 15. Mai, 500 Mil­lionen am 15. Juli und 390 Millionen am 15. August 1922.. An einem bestimmten Zeitpunkt jedoch, der zwischen Februar und August liegen wird, muß Deutschland der unvermeidlich ein- iretenben Zahlungsunfähigkeit erliegen. Nur bis dahin reicht die Schonzeit, die gewährt ist.

Es gibt nur einen lichten Punkt in diesem iuntlen Bilde. Wenn sich nämlich gewisse Kapi- aften für die Zahlungen nutzbar machen ließen, o besäße Deutschland noch einen wichtigen Ak- lvposten, der bisher unberührt geblieben ist das teutsche augenblicklich noch beschlagnahmte Eigentum in den Vereinigten Staaten. Sein Wert kommt nahe an zwei Millionen Goldmark heran. Wenn diese Summe entweder mittel­bar oder unmittelbar für die Reparationen ver­wendet werden könnte, so ließe sich der Zusam­menbruch entsprechend hinausschieben. Das­selbe würde sich erreichen lassen durch die Ge­währung ausländischer Anleihen an Deutsch­land in einem ausreichenden Umfang, und fou­len es nur dreimonatliche Kredite von Banken sein, gegen die Sicherheit des Goldes der Recchs- hank. Aber all diese Mittel würden sich auf die Dauer als nutzlos erweisen.

Keynes setzt dabei im einzelnen auseinander, !> die Reparationen mehr als die ganzen Staatseinnahmen verschlingen würden. Er ist ter Auffassung, daß sich zwar die Ausgaben reduzieren und die Einnahmen etwas erhöhen ittffen, aber aus dem Staatshaushalt fei eine Deckung für die Reparationen nicht eher zu er- warten, bevor nicht die Ausgaben um die Hälfte vermindert und die Einnahmen verdoppelt wor­ben sind. Dazu stellt er aber die sehr berechtigte Frage:Sollte das jemand für möglich Hai- ten?" Er erwähnt dann die Kosten für den Unterhalt der Besatzungsarmeen und bemerkt dazu:Es ist tatsächlich an der Zeit, daß man sich überlegt, ob man nicht ein im ^ahre 1919 zwischen Clemenceau, Lloyd George und Wilson ^geschlossenes, in Paris unterzeichnetes Ab­kommen in Kratf treten lassen soll, wonach dre von Deutschland für die Deckung der L>rru- bationskosten jährlich zu zahlende Summe aus ^O Millionen Goldmark zu beschranken ist, so­bald die Alliiertendie Ueberzeugung gewonnen haben, daß Deutschland die für feine Entrollst- nung gestellten Bedingungen in beftiedlgender Trise erfüllt hat". Wenn wir annehmen, daß ditfe reduzierte Ziffer im nächsten ^bre, wie es geschehen sollte, wirklich zur Anwendung lammt, so mürben die auf Deutschlands Schul,

tern gewälzten gesamten Lasten, für die Repa­rationen sowohl wie für die Besetzung, ungefähr 75 Milliarden Papiermark betragen."

Keynes kommt zu dem Ergebnis, daß die gegenwärtigen Kosten für die Staatsverwal­tung samt den Ausgaben für die Reparations­ansprüche für den Kopf der Bevölkerung für 1922 den Betrag von 3200 Papiermark aus­machen, während nach den letzten deutschen Sta­tistiken das Einkommen des deutschen Volkes im Durchschnitt 4500 Mark beträgt. Dann kamen wir zu dem Ergebnis, daß nicht etwa nur die Hälfte, sondern gutzweiDritteldieses EinkommensfürdieReparationen beansprucht werden. Die erste Schluß­folgerung, die ich ziehe, ist also die, daß das neue Abkommen über die Reparationen zwar dem deutschen Volke eine Atempause bis 1922 ge­stattet; trotzdem bietet es ebenso wie seine Vor­gänger keine Möglichkeit für eine dauernde Besserung.

Jährlich 100 Milliarden Papiermark Defizit im Reichselal.

In Breslau hielt der Vorsitzende bei ReichSwirt- schaftirat», Ebler von Braun, in einer deutsch- nationalen Versammlung einen längeren Vortrag über die Finartzlage bei Reiche» und die. neue Steuergesetzgebung. Um ein klare» Bild von der Lage zu bekommen, so führte er au», muß man drei der- schieden« Maßstäbe gleichzeitig anlegen: Den Reich«, schuldenstand, den Bedarf bei inneren Haushaltes und das Verhältnis unserer Volkswirtschaft zur Weltwirt- schaft. Nach den amtlichen Unterlagen bei Reichr- fivanzministeri««» betragen die ReichSschulden zurzeit 616 Milliarden Mark gegen vier Milliarden Mark vor dem Krieg«, ohne die Verpflich­tungen, die aus dem Ultimatum erwachsen.

Der ReichrbauSbalt Arbeitet mit einem Defizit von " 'ne die Ultimatums-

au» dem Ultimatum mit jährlich durchschnittlich 58 Milliarden Mark, so daß ein G e sa m td e fr z i t van jährlich etwa 100 Milliarden Papier- mark laufender Aurgaben entsteht. Um diese wenigsten» zum Teil decken zu können, tat der Reichrfinanpninister da» Schlagwort von der Besteuerung der Goldwerte geprägt, wodurch er 80 Milliarden zu erzielen hofft. DaS würde aber letzten Ende» auf eine vermögens- konfiskatian hinaurlaufen und das Gegenteil van dem erzielen, wa» er zu erreichen hafft, da durch die Ent­ziehung des vetrieb»kapital» nicht allein, sondern auch durch die Aufladung neuer Schulden auf den Besitz da» Unternehmertum vöSig zerrüttet würde.

Eine Möglichkeit, die Verpflichtungen de» Ultimatum» auch nur zur Hälfte zu erfüllen, gäbe e» nicht, weshalb man darauf bestehen müsse, daß die uns daraus er­wachsenden Verpflichtungen gemildert würden. Die Neigung dafür sei in den unter einer starken Wirt- schastlichen Depression leidenden Ländern de» Feind- bundeS neuerdings auch gewachsen, weil man erkannt habe, daß Deutschland sich zur Werkstatt der ganzen Welt dadurch gestalte, was die übrigen Länder zu noch größerer Arbeitslosigkeit verurteilen müsse. Die Forderung der Deutschnationalen Volks­partei gehe dahin, daß die Frage der deutschen Schuld vorurteilslos geprüft werde und daß die Reparation», leistungen nicht über das mögliche Maß hina«Sgehen.

Die Deamlen- und AngesleMen-For-erungen.

Berlin, 20. Aug. Die dem Afabund axge> schlofftnen Organisationen, der Bind der tech«ischcn Augestelltc« unb Beamten, ber Zentralverband der Angestellte«, her Deutsche Werkmeisterverdand und der Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellte« habe» ben Legierungen bei Reiche« und Preuße»» u. a. folgende Worderunge« unterbreitet : Für alle Angestellten die Gewährung einer gleichen laufenden T«urruna»z«fchla, von 5060 Mark jährlich die gltich. «ißigc gefifegnng eine» allgemeine« TeuerungSzu- schlage» auf 70 v. H. und «ine» Teuern», »zuschlaze,^ zu de» kfindtrz«s<Pt,e« ans 200 v. H. in allen Ort«. Waffen, bei âutrafttrtten der neuen Behaltlfige mit 1. Juli 1821, bie sofortige »usn«h«e bet «erhand- Inngen zweck, Umwanblxng bei Te»erun,,z»schl»ge, von 5000 Bar! in Grund,«Halt. 2» einer »nt- schließ»», drückt der Buxbelaxbf*u6 bei aigemeinen Deutschen Sewertf*aftlbunbel feine Bereitwilligkeit za weiteren Berbaxbinngen mit dem Deutsch« Beamten, bunbe über bei Sufammengehen mit dem Beamten. Hunde in der Frage her Erdätzung der Beemtexge. kälter axl. Sollte in axgtmtffentr Frist eine Seretx. Harun, nicht z»üa»d<kom««n, so werbe bet Vorstand bei Allgemeinen Deutschen Gewerkschaft»»»»»«» mit den beteiligten Dcrbinden und dem «s«»»nde in 8er- Handlungen treten, um eine Srundlage für die ge- wtrBfBaftlifht Beamtenheweguxg zu schaffen.

OkerfchleftO«.

«attowitz, 21. Au^ Der Deutsche Aurschuß für Oberschlefien teilt mit: Der Bevölkrr«,, bei Kreise» Mosen Berg, die »ei der «Wmt«nn, mit über 80»/. für Deutschland gestimmt hat, hat sich große Sorge be­mächtigt, weil nach Zeitung-bericht über die Ber« Handlungen bei Obersten Matel in Bart» Lloyd George von der Möglichkeit gesprochen haben soll, den Ären Rosenberg ober Teile bei Streife! Polen zuznsprechen all eine Art «u»ta»tschodjtkt für Teile bei Judustrie-j

gebieteS, dak'nach dem englischen Standpunkt unge­teilt bei Deutschland bleiben soll. Diese Sorge der Bevölkerung de« Kreise« ist auch in Eingaben und Beschlüssen zum Ausdruck gekommen, die vor kurzem tn den Zeitungen veröffentlicht worden find. Eine Deriibigung der Bevölkerung und eine zuverlässige Aufklärung über die Frage erschien beSbalo dringend geboten. Der Deutsche Aurschuß für Oberschlesien ist in Erkenntnis dieser Notwendigkeit bei der interalliierten Kommission vorstellig geworden und ermächtigt worden, mitznteilen, daß niemals die Absicht bestanden hat und auch jetzt nicht besteht, den Kreis Rosenberg ober Teile der Kreise» al» AuStauschobjekt Polen zuzu­sprechen. Eine solche Behandlung bei Kreise» würde, wie bie inständigen Vertreter bet Interalliierten Kom­mission tn Oppeln betonten, nicht dem Abstimmungs­ergebnis entsprechen.

Jpu. Beuth eir, 21. Aug. Seuchen, wie Ruhr, schwarze Pocken und auch emrelne Fäll« von Thphu» fordern täglich neue Opfer, viele Schulen mußten Seschlossen bleiben. Eine genaue Zahl der Erkrax- ingen läßt sich nicht seststellen, da bei weitem nicht alle Fälle zur Anzeige kommen. Bifonder» stark treten die Krank-erte« in dm streifen Beuthen und Hindenburg auf. In Hindenburg belaufen sich die Kosten für die hier ausgetretenen Ruhrerkranknngen allein auf 5060 006 Mk. Zweifellos sind dir Krank- heitrn eingeschleppt.

Da« Gutachten bei D-lkve^mrdes.

Paris, 21. Aug. In fernem Schreiben an Brfenb «klärte Bieomte Ishii, seine Ucbeegenfung be^talich der Annahme durch seine Kollezen, fei durch dir Tat­sache gekräftigt, daß der Oberste Rat die Absicht habe, sein Möglichster zu tun, damit in Oberschlesien keine Unruhen entstehen, die die Beratungen bei Rate« be­hindern könne». Jsdii fügte hinzu, er bebe «u» den Besprechungen bei Obersten Rates erfahren, daß dir Sache ohne Vorbehalte ober Obtf*rinfwte*t her Prüfung bei Völkerdundsrate« überwiesen werben sei. der mithin also bal Recht bade, bie Wrage so zu be­handeln, wie ihm die Behandlung ent wirkungsvollsten dünke. Ishii erklärte, gewiß zu sein, daß während der

^schränken und der Unparteilichkeit bei der Prüfung her Frage zu schanren. MMun hvffe er, daß der VS^erSunddrat nicht nur die Einladung bei Obersten Rates annehmen werde, sondern daß er Annen kurzem eine einstimmig gefaßte LSfnng der Frage empfehlen könne.

Die Interparlamentarische Kaaferenz.

Stockholm, 20. Aug. Betreffs der ameri- kanischen Initiative zur Einschränkung der Rüstungen nahm die Interparlamen­tarische Konferenz die von Jalsh-Amerika bean­trage Resolution an, in der es u. a. heißt: Jeder gerechte und wohlüberlegte Borschlag, der aus den Beratungen der Konferenz über die Beschränkung der Rüstungen der Staaten hec­vorgehen könne, fei von den interparlamenta­rischen Gruppen mit stetem und zähem Interesse zu verfolgen, damit er auch von den Regierun­gen der betreffenden Länder angenommen werde." In der Schlußberatung über die FrageJnterparlamentarischeUni- o n und Völkerbund" erklärte Lord Wer- daie-England, es sei gelungen, eine Resolution zustande zu bringen, die die lebhaftesten Hoff­nungen auf die Mitarbeit der Vereinigten Staa­ten zulasse. In der Resolution wird erklärt, es sei dringend notwendig, daß der Völkerbund universellen und umfassenden Charakter erhält, der ihm die Möglichkeit gibt, feine hohe Ausgabe besser zu erfüllen. Nachdem die Resolution vor- getragen worden war, äuF'** ^ Amerika, er fühle sich

getragen worden war, äußerte sich Robinson- Amerika, er fühle sich glücklich, namens feiner Gruppe erklären zu können, daß diese Reso­lution von der amerikanischen Delegation gut­geheißen worden fei. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Prof. Schücking- Deutschland hielt' einen Vortrag über die Orga- nisation des Untersuchungs- und Vermittelungs­verfahrens vor dem Forum des Völkerbundes. Eine Resolution wurde angenommen, in der es begrüßt wird, daß der Völkerbundspakt das Prinzip der obligatorischen Untersuchung und Schlichtung aller Konflikte einfübrt, die nicht einer juristischen Entscheidung unterliegen. Die Konferenz beauftragte chr Büro, den Dortrag Schückings an das Sekretariat des Völkerbundes einzusenden. Die von dem Engländer L « u g h eingebrachte Resolution über die Minde­rung des Paßzwanges wurde ange­nommen. Zu Mitgliedern des Dollziehungs- ausschusses wurden für Plener-Oesterreich und Eickhoff-Deutschland, die ausgeschieden sind, und für Tydemann-Holland, der gestorben ist, Scher- rer-Fyllemann (Schweiz), Scl-anzer (Italien) und Burton (Amerika) gewählt.

Bismarck und die schwarzen Truppen Frankreichs.

Gegen die völkerrechtswidrige Verwendung unzivilisierter Völker legte Bismarck schon

aus einem Runderlaß über die Verletzungen der Genfer Konvention und des Kriegsreckts durch französische Offiziere und Soldaten heißt es wörtlich:

Die von den Turkos und Arabern an den Verwundeten verübten Grausamkeiten und ge­schlechtlichen Bestialitäten sind ihnen selbst nach

dem Grade ihrer Zivilisation weniger anzu­rechnen, als einer europäischen Regierung, welche diese afrikanischen Horden, mit aller Kenntnis ihrer Gewohnheiten, auf einen euro­päischen Kriegsschauplatz führt. DasJournal des Debats" hat sich soviel menschliches Gefühl und Scham darüber bewahrt, um Entrüstung darüber zu äußern, daß Turkos den Verwun­deten oder Gefangenen mit dem Daumen die Augen aus dem Kopfe drücken. Aber dieIn- depedance Algerienne" und nach ihr andere französische Blätter richten an bie neuerdings gebildeten afrikanischen Soldtruppen, die Gums, indem sie ihnen einen Einfall in Deutschland empfehlen, folgende Ansprache:Wir kennen

>âtzen Euren Mut, wir missen, daß j, ungestüm, unternehmend seid; geht und "schneidetKöpfe ab, je mehr, destohoher wird unsere Achtung vor Euch steigen. Fort mit dem Erbarmen! Fort mit den Gefühlen der

Euch, wir i Ihr energi!

Menschlichkeit! Die Gums werden Ehre etn- legen, wenn wir ihnen die Losung geben: Tod. Brand, Plünderung!" Man mag es auf Rech- nung der Turkos schreiben, daß nicht nur Lei­chen, sondern auch verwundeten in dem Dorfe Coulours bei Villeneuve le Roi die Köpfe und in dem Dorfe Auxon bei Troyes und ander­wärts Nasen und Ohren abgescbnitten sind. Die Regierung der nationalen Verteidigung Frank­reichs hat Kräfte entfesselt, welche sie nicht zu beherrschen und nicht innerhalb der Schranke» des Völkerrechts und der europäischen

riegsrechts in einer, trenge genötigt sind, welche wir bedauern und welche weder in dem deutschen Dolkscharakter, noch, nach Ausweis der Kriege von 1864 und 1866, in unserer Tra­dition liegt, so fällt die Verantwortung dafür auf die Personen, welche ohne Beruf und ohne Berechtigung die Fortsetzung des Napoleoni­schen Krieges gegen Deutschland unter Los­sagung von den Traditionen europäischer Kriegsführung übernommen und der französi­schen Nation ausgezwungen haben."

Was würde Bismarck jetzt wohl zu per Schwarzen Schmach sagen?

Politische Tagesberichte.

Russische »onzessi-nen. Di« m Berti* er» scheinende ZeitungGolo» Rvsfii" erfährt au» an­geblich zuverlässiger Quelle, daß zwischen der Gruppe »cutscher, engkischer und amerikanischer Kapitalisten

einerseits und der russischen Sowjetrer.ernng anderer­seits Verhandlungen über die Erteiluing von Kon­zessionen «lm Wiederaufbau von Petersburg mr» übeffa aePbrt werden. Die Konzrsfioue« erstrecken sich auf die Erweiterung und Au»beffernng der -âfen dieser Städte, auf die Wiederherstellung der Kanalifati»» der elektrischen Straßenbahnen und vor allem auf die Instandsetzung der Fabriken. Die Konzrsstonen sollen auf 40 Jahre abgeschlossen werden. Am 26. Aagnst finde in Berlin eine Zusammenkunft der Kapitaliw mit der Sowjetregierung statt, bei der die Einzelheiten

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endgültig besprochen Werben sollen.

-^ Die Kons-lidirrunO >er Schulden der annietWen« Reuter melbet axl Bafbingtox: Heber ben den ber Regierung borgelegtenefebentwurf über bie Hettfoltbierxng bet Schulden bet Alliierten be­richtete bet vorfltztnbe bei Finanzaubschussc» bei SmotS in günstigem Bixne. Die Bearbeit bei Hul« schütze« Nate einen Zuietzantr«», wone# btt S»nsolivierung innerhalb fünf Jetzrm beendet sein K. tx Bericht bei An»schuff«» untertigt Mt box ber Regien«, «»»gesprochene Ansicht; wonech de« »chetzseSeiär weitgehende Vollmachten für Bainatmat St Konsolidierung gegeben werben soll«». Sr «rkemw e Mrpstichtlkng bet Bereinigten Ginnten m, Zm«r-HKln, für 2 aber 3 Sahre zu fhtxben. Fül die haubtfiehlMhen fremden «Bnlbnerftaaten, bie Bor« schüff« anl den Fr«heit»«»lcihe» erhalten hatten, find herein 8 Jahre dieser Stand»», betroffen.

Aus Ungarn. Das ungarische KonMiro mÄdei au® S-egediu, daß eine Abteilung urktza» rischer Gendarmerie und Poli-ettrudpen am Sonntag morgen die Demaâtionslinie übe» schritten haben und in Kis-Sarber eingerückt (Ink Aus Kaposvar meldet die gleiche ©Hk, Ml ungarische Truppen das ^egedin-Dreieck befM haben. In dem von den Serben bisher Veschi gehaltenen Somogyer Komitat sind unSPHche Truphen ein gezogen. In Fünfkirchen ist eefiflhi abend un-arische Gendarmerie ein-e-o-en. â dort die DerwattungSor-ane zu unterstütze tyM« nach dreijähriger Abävesenheit ihre Tätigkeit doH