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Anzeiger
General-Anzeiger
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Ar. 193 Freilag den 18. August 1921
Das Neuesle.
— Der Völkerbundsrat ist auf den 29. August zu einer außerordentlichen Sitzung nach Genf einbcrnfen worden.
— Die deutschen und polnischen Parteien und Sederkschasten in Oberschlesien erlassen Aufrufe, in denen vor Gewaltätizkeiten gewarnt wird.
— Korfanty ist von Paris abgereist und kehrt und) Oberschlesien zurück.
— Die Interparlamentarische Konferenz hat einen tlntra« Brantings auf Einschränkung der Rüstungen mit 12 gegen 18 Stimmen angenommen.
— Lloyd George gab gestern einen Bericht über die Reichskonferenz und erklärte, daß das englisch- japanische Bündnis weiter bestehe.
Tagung des Dölkerbun-srates.
Abgabe des Gutachtens Ende September.
Paris, 18 .Aug. Der derzeitige Vorsitzende des Völkerbundsrates, Vicomte Jfhij, berief, wie Havas mitteilt, den Völkerbundsrat für den 2 9. A u g u st zu einer Sondersitzung nach Genf ein, um über das Schreiben des Vorsitzenden bes Obersten Rates wegen der Festsetzung der aberschlesischen Grenze Stellung zu nehmen. In den Kreisen, die dem Völkerbund nahesteben, erklärt man dazu, daß die Gründe, die den Baron Jshij an einer früheren Einberufung des Rates verhindert hätten, folgende seien: Die auf den 1. September einberufene ordentliche Sitzung des Rats konnte nicht ausfallen, weil sie die Arbeiten der Völkerbundsversammlung, die am 15. September beginnen, vorbereiten soll. Es war aber wünschenswert, die Sondersitzung des Rates so nahe als möglich an die ordentliche Sitzung heranzulegen. Die sachlichen Vorteile einer solchen Zusammenlegung seien klar. Es komme hinzu, daß verschiedene Mit- gM>er des Dölkerbundsrates noch in ziemlich **w Ferne abwesend üâ^ die Prüfung der oberfchlesifchen Krätze im Schöße des Völkerbundes bereits begonnen. Bourgeois, der in Evian in Sommerfrische war, habe z. B. Gelegenheit gehabt, mit Balfour in St. Gervais zusammenzukommen. Auch in Paris hätten Besprechungen zwischen verschiedenen Mitgliedern des Völkerbundsrats stattgefunden. Man fei sich einig in dem Gedanken, daß die oberschlesische Frage außerordentlich wichtig und daß vor allem eine Einigung des französischen unb des englischen Delegierten wünschenswert sei. Man glaubt, daß der Rat Ende September sein Gutachten über die oberschle- fische Frage werde abgeben können.
(Man wird in den letzten Tagen immer deutlicher, daß die Lösung der oberschlesischen Frage weder heute noch morgen geschehen wird, sondern daß die Entscheidung um Monate hinausgeschoben werden soll und daß die Anrufung des Völkerbundsrates nur eine Verschiebung der Verantwortung und Vertagung des politischen Kampfes zwischen England und Frankreich auf unbestimmte Zeit bedeutet. D. Red.)
Paris, 19. Aug. Wie der „Petit Parisien" nach Erkundigungen im Völkerbundskreisen wissen will, wird der spanische oder brasilianische Delegierte zum Berichterstatter für die oberschlesische Frage gewählt werden, -r- Der diplomatische Mitarbeiter der „Chicago Tribun" glaubt zu wissen, daß der Völkerbundsrat eine Kommission zur Prüfung der Frage einsetzen wird.
Die englisch-französischen Beziehungen.
Jpu. Paris, 19. Aug. Der „Petit Parisien" beschäftigt sich in einem offiziösen Artikel mit den gegenwärtigen französisch-englischen Be- zichungen. Frankreich habe den Eindruck, daß £5 fortwährend an einen Widerstand Englands stoße und daß dieser Widerstand die Ziele Deutschlands betreibe. Diese Empfindung, die das französische Volk errege, dürfe man nicht Wurzel fassen lassen. Alles Hänge davon ab, ob es in Zukunft anders werden und ob sich Frankreich und England über eine Politik gegenüber Polen und Deutschland verständigen könnten. — Im übrigen hält das Blatt zugleich eine Aufrechterhaltung des Bündnisses und eine gewisse Handelsfreiheit für beide Mächte in Europa für notwendig.
Aufruf der Oberfchlefier.
. Laktowitz, 18. Aug. Der A u f r u f, den die deutschen Parteien und Gewerkschaften auf Grund einer in einer gemeinsamen Sitzung der polnischen und deutschen Vertreter getroffenen Abmachungen erlassen haben, hat folgenden Wortlaut:
Oberschlesier! Der Oberste Rat beschloß ür die endgültige Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens das G u t a ch t e n d e s «älterbundes einrubolen. Die dadurch
entstehende Verzögerung müssen wir mit Ruhe und Zuversicht ertragen. Von der Bekanntgabe des Obersten Rates über seinen Beschluß kamen die Vertreter der polnischen Parteien und Gewerkschaften mit uns zusammen, um g e m e i n- schaftlich eine Beruhigung der Bevölkerung zu erreichen. Wir erklären feierlichst, daß wir gegen jede gewaltsame Lösung der oberschlesischen Frage sind. Die deutschen Parteien und Gewerkschaften wollen mit den polnischen Parteien und Gewerkschaften im Interesse der Wohlfahrt der Bewohner Oberschlesiens und im Interesse der Menschlichkeit die nationalen Gegensätze in friedlicher und gerechter Arbeit überbrücken. Wir achten das nationale Empfinden und die politischen und wirtschaftlichen Anschauungen eines jeden. Aus dieser Achtung heraus verurteilen wir vorbehaltlos jede Gewalttätigkeit gegen Andersdenkende, jede Bedrohung des Lebens, der Gesundheit und des Eigentums. Wir wollen durch einen paritätischen, von Vertretern der beiden Nationalitäten zusammengesetzten Ausschuß im Einvernehmen mit allen Stellen, welche uns ihre Hilfe leihen, dafür sorgen, daß jeder seinem Berufe nachgehen und seinen Wohnsitz nach Belieben nehmen kann. In der Zusammenarbeit mit allen friedlich und gerecht denkenden Menschen wollen wir durch Einwirkung auf unsere Mitbürger für die Sicherheit und die Ordnung sorgen. In ehrlicher aufrichtiger Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Friedens bitten wir die gesamt? Bevölkerung um ihre Unterstützung. Der Geist der Versöhnlichkeit soll auch nach der Entscheidung herrschen. Die polnischen Parteien und Gewerkschaften haben erklärt, einen Aufruf gleichen Sinnes erlassen zu wollen.
Kalkowitz, 18. Aug. Der Aufruf, den die polnischen Parteien und Gewerk- W u H «MMMMMMM^^MWâ Sitzung der polnischen und deutschen Vertreter getroffenen Abmachungen heute erlassen haben und der im Wortlaut dem deutschen Aufruf gleicht, ist unterzeichnet vom Obersten Volksrat für Oberschlesien gezeichnet Josef Rymer, sowie von den Vorsitzenden der nationalen Arbeiterpartei, der polnischen sozialen Partei, der christlichen Volksvereinigung, der polnischen Volkspartei für Schlesien, der oberschlesischen Volkspartei, der polnischen Berufsvereinigung, dem polnischen Zentralverband der Gewerkschaften und dem Verband der schlesischen landwirtschaftlichen Vereine.
Die Tiroler für Obrrschlefiens Freiheit.
Innsbruck, 18. Auz. Bei der beute veranstalteten Kundgebung bei Tiroler Volkes für Ober- schlesien wurde eine Entschließung angenommen, worin an den Völkerbund die Forderung gerichtet wird, dem oberschlesischen Volke die Freiheit wiederzugeben.
Freilassung gefangener Oberfchlefier.
Wie aus Breslau gemeldet wird, werden die von den Polen noch in den Lagern jenseits der Grenze festgeyaltenen 250 deutschgesinnten Oberschlesier durch Vermittlung der interalliierten Kommission in den nächsten Tagen freigelassen werden. Ein Transport von 50 Mann passierte bereits am Donnerstag die Grenze bei Myslowitz.
DieInlerparlamenlarische Konferenz.
Stockholm, 18 .Aug. Die Interparlamentarische Konferenz behandelte heute die A b - rüstungsfrage. Referent war der frühere schwedische Staatsminister V r a n t i n g. Seine etwas zahm gehaltene Resolution ging anderen Neutralen nicht weit genug. Namentlich der Däne Borgbjerg betonte, daß nach der deutschen Abrüstung nun endlich auch die siegreichen Großmächte mit solchen Maßnahmen beginnen sollten. Die Resolution Branting wurde aber schließlich mit 42 gegen 18 Stimmen angenommen, nachdem ein Vorschlag auf eine schärfere Fassung nur die Zustimmung neutraler Gruppen und der deutschen Delegierten gefunden hatte.
Der ehemalige holländische Finanzminister T r e u b erstattete sodann den Bericht über das internationale wirtschaftliche und finanzielle Problem und den Völkerbund. Sein Resolutionsvorschlag forderte besonders die völlige Freigabe des Außenhandels in allen Ländern. In der Debatte wandte sich das Mitglied der deutschen Gruppe Hermann Müller gegen diese Forderung mit dem Hinweis, daß Deutschland weder die Einfuhr noch die Ausfuhr freigeben könne, weil es mit ganz außerordentlichen Kriegsentschädigungsverpflichtungen belastet sei. Deutschland könne unter keinen Umständen etwa die Einfuhr von Luxuswaren gestatten und auch nicht die Ueberwachung des Exports aus der Hand geben, da man noch nicht wisse, welche Maßnahmen notwendig seien, um die Schadenersatz-
verpflichtungen zu erfüllen. — Die Resolution Treub wurde dann nur insoweit angenommen, als sie sich für die Einsetzung besonderer Kommissionen für ein eingehendes Studium des ganzen Fragenkomplexes ausspricht. Einstweilen will sich die Interparlamentarische Union auf seinen bestimmten Lösungsvorschlag festlegen.
Lloyd George über die Reichskonferenz.
Das englisch-japanische Bündnis besteht weiter.
London, 19. Aug. Lloyd George gab gestern im Unterhause eine Darlegung über die Verhandlungen der Reichskonferenz der Ministerpräsidenten und erklärte, daß die freiwillige Mitwirkung der verschiedenen Dominions während des Krieges bewiesen hätte, daß das britische Reich nicht auf Einbildung beruhe, sondern auf greifbarer Wirklichkeit. Wir haben, so erklärte Lloyd George, mit den Vertretern der britischen Dominions die gesamte Außenpolitik besprochen. Die Mitwirkung der Vertreter der Dominions gibt England neue Kräfte. Wir sind glücklich darüber, auf die Mitarbeit derselben bei der Leitung der Geschäfte des Reiches zählen zu können, da sie befähigt sind, die Ereignisse mit größerer Ruhe zu beurteilen und sie von anderen Gesichtspunkten zu betrachten. Bezüglich der Frage der Verteidigung des Reiches erklärte Lloyd George, daß das britische Reich eine Flottenmacht haben müsse, die jeder anderen Macht in der Welt gewachsen sein müsse. Man sei allgemein der Ansicht, daß die gesamten Lasten der Verteidigung nicht dem Mutterlande allein zufallen dürften. Die Frage, wie weit die Dominions dazu beitragen sollen und die beste Art ihrer Beteiligung müßte den Dominions und Indien zur Entscheidung über- sollen und denen man nichtoiktieren könne, da alle natürlich daraus bedacht seien, ihre eigenen Interessen in dieser Hinsicht zu wahren.
Hinsichtlich des englisch-japanischen Bündnisses erklärte Lloyd George, daß sich das Bündnis gegen niemandrichte, sicherlich nicht gegen die Vereinigten Staaten. Der Hauptgrundsatz der britischen Politik bestehe darin, mit den Vereinigten Staaten in genau der gleichen Uebereinstimmung zu leben, wie mit irgend einem anderen Lande. Für einen Engländer wäre es übrigens wirklich schwierig, einen Amerikaner als Ausländer zu betrachten. DasBündnisbe st eheweite r, bises gekündigt werde. Wenn man die Frage der Erneuerung erwäge, so müsse man in Betracht ziehen, wie es bisher gewirkt habe. Der letzte Krieg fei die wahre Probe dafür gewesen, Jedermann müsse zu dem Schluß kommen, daß das Bündnis von dem japanischen Verbündeten loyal und treu ausgelegt und durchgeführt wurde. Lloyd George erklärte, man könne den Japanern jetzt nicht einfach sagen, wir danken Euch, Ihr habt uns in unseren Schwierigkeiten beigestanden, wir brauchen Euch jedoch nicht mehr. Gehabt Euch wohl! Das britische Reich müsse sich wie ein Gentleman benehmen.
Die irische Frage.
London, 18. Aug. Dar Sinnfeiner Parlament hielt heute in Dublin eine Geheimsitzung ab, um die Antwort auf das britisch« Angebot, Irland alle Rechte einer Dominions innerhalb de» Reiche» zu gewähren, zu beschließen. In Dublin ist man nicht geneigt zu glauben, daß die Verhandlungen von einem plötzlichen Abbruch bedroht werden. „Pall Mall and Globe" zufolge wurde nachmittag» in amtlichen Kreisen in London die irische Frage optimistisch beurteilt. Man glaubt, daß die Frieden»- verhandlungen mit Irland nach Empfang der Antwort de» Sinnfeiner-Parlaments nicht nur weitergehen werden, sondem daß sie sich auf einer Linie bewegen, die den Waffenstillstand nicht gefährden werde.
London, 18, Aug. Das britische Kabinett ist heut« vormittag zusammengetret«n, um di« irische Frage zu erörtern. „Evening Standart" will wissen, daß auch für den Fall ein«» Abbruches der Verhandlungen es nicht in der Absicht der Regierung liege, den Waffenstillstand aufzuheben. Falls die Einnfeiner sich Gewalttätigkeiten zuschulden kommen ließen, würde die Regierung die Sinnfeinerbehörden auffordem, diesen ein Ende zu machen. Wenn e» not- wendig werden sollt«, zu militärischen Maßnahmen zu greifen, so würden diese in einem Ausmaß« durchgeführt werden, wie es bisher noch nicht erreicht worden sei. Die Maßnahmen würden dann auch von einer scharfen Seeblockade begleitet sein.
Die Silfe für Ruhland-
Berlin, 18. Aug. Die Vertreter des deutschen Roten Kreuzes auf der vom Präsidenten Ador für den 15. August nach Genf einberufenen Konferenz für die russische Hilfsaktion sind soeben zurückgekehrt. In zehn von der Konferenz angenommenen Resolutionen, die von Genf aus unmittelbar dem Präsidenten des Obersten Rates und dem Völkerbund mitgeteM werden, kommt in erster Linie die Unparteilichkeit der Hilfsbestrebungen des Roten Kreuzes für die Notleidenden Rußlands zum Ausdruck. Eine internationale Kommission des Roten Kreuzes soll alsbald die Arbeiten für die Hilfsaktion zu Gunsten aller von der Hungersnot heimgesuchten Distrikte im Osten aufnehmen. Es wurde beschlossen, diese Kommission aus Vertretern der Regierungen und freiwilligen Hilfsgssellschaften, insonderheit jener Roten Kreuze zusammenzusetzen, die bereits begonnen haben, sich aktiv an dem Hilfswerk für Rußland zu beteiligen, oder die die Absicht dazu haben. Man bekannte sich zu der Auffassung, daß angesichts des Problems, Millionen hungernder Menschen zu ernähren und Rußland in der Not zu helfen, engste Fühlung der freiwilligen Hilfsorganisationen mit den Regierungen erforderlich sei. Die weiteren Vorarbeiten dieser Kommission werden von Genf aus geführt. Die Konferenz beschloß, Dr. F. Nansen und Herbert Hoover die Leitung des ganzen Hilfswerks anzutragen? Es fei an dieser Stelle nochmals erwähnt. daß die sanitäre Hilfsaktion des deut- fchen Roten Kreuzes unabhängig davon seinen Fortgang nimmt.
Kopenhagen, 18. Aug. Der Zeitung „Politiken" wird aus Riga telegraphiert: Die Verhandlungen zwischen Amerika und Sowjetrußland sind eingestellt worden. Die Gründe hierfür werden streng geheim gehalten. Es ver-
Aus Moskau wird gemeldet, daß auf sämtlichen Eisenwerken im Ural die Arbeit eingestellt worden ist. In Westsibirien wurde die C r n t e durch Heuschreckenschjwärme 3er« st ö rt.
Aus dem besetzte« Gebiet.
Rigorose Maßnahme der französische« Saar» bergverwaltung.
Grz. Saarbrücken, 18. Aug. Die französische Eeneraldirektion der Saarbergwerke arbeitet mit allen Mitteln die deutschgesinnten Bergleut« au, dem Saargebiet zu vertreiben. So wurde einer Anzahl von Bergleuten; die । dreimonatliche Kündigung zugestellt mit ber Aufforderung, mit dem Tage de» Austritt» di« Dienstwohnung zu räumen. Um gleichzeitig zu verbäten, daß die Gekündigten mit Rücksicht auf die herrschend« Wohnungsnot trotz der Aufforderung in den Dienstwohnungen zu verbleiben, wird angekündigt, daß der Arbeitslohn für den letzten Monat einbehalten werde, falls bi» zum bestimmten Termin die Dienstwohnungen nicht geräumt sind. Mit derartigen Mitteln will die französisch« Verwaltung die deutschen Saarbergleute zwingen, aus dem Saargebiet auszuwandern und die frei« gewordenen Stellen an Französlinge abzutreten. Das Emser Ein- und Ausfuhramt unter bei alliierten Kontrolle.
Grz. Bad Ems, 18. Aug. Dar Emser Ein« und Ausfuhramt, das jedes Gesuch um Einund Ausfuhr erst dem Unteraurschuß der intrr. alliierten Kommission in Koblenz zustellen muß wird hierdurch außer Stand gesetzt, seine Auf gaben pünktlich zu erfüllen. Gr »ergehen durchschnittlich 10 Tage, dir das Amt in Stand gesetzt wird, die von Koblenz aus kontrollierten Bewilligungen auszustellen.
Politische Tagesberichte.
— Verschiebung der Zusammentritts des Reichstags. Wie die Blätter aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist mit dem Zusammen, tritt de» Reichrtagr am 6. Septemter nicht mehr zu rechnen. Die Einberufung wird vielmehr auf ein zur Zeit noch nicht feststehende» späteres Datum verschoben werden. Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hört, werden außer den großen Steuergesetze» eine Reihe neuer Gesetzesvorlagen dem Reichstage zugehen, da. runter die im Anschluß an dar Washingtoner Uebereinkommen vom 23. November 1919 aus, gearbeiteten Gesetzentwürfe über das Arbeitrrecht.
— Eine Demonstration in Stettin. Wi« aus Stettin gemeldet wird, kam er dort zu eine« Demonstration gegen den Brotwucher und gegen die indirekte Steuerbelastung. An der Demonstration nahmen etwa 5000 Personen teil, meist Werftarbeiter. Zu Zusammenstößen ist er »licht, gekommen.