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General-Anzeiger

Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RichardHultsch:tür lokalen und provinziellen Teil

AmMches Orga« für Clavt- und Landkreis Sana« Reklamen August ^Brodt, allein Hanau q8 Main.

***** Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernsvrechanschlüiie Nr. 1237 und 1238.

Ar. 191

Mittwoch den 17. August

1921

Das Neueste.

In Oberschlesien sind an mehreren Stellen polnische Ueberfâlle zu verzeichnen.

Der französische Abgeordnete Maillard kündigte eine Interpellation in der Kammer über den Obersten Rat an. Er faxte, daß bei einer Zuteilung des Jndustrie- bezirkek Oberschlesiens an Deutschland die nationale Sicherheit Frankreichs in unheilbarer Weise gefährdet werde.

Wie dieTime»" meldet, soll das Mandat über Palästina, über dessen Zuteilung der Völkerbund bestimmen muß, 'wahrscheinlich Großbntanien anvcr- traut werden.

Am Sonntag ist in Niederöstcrreich im 80. Lebensjahre der frühere Reichsratsabgeordnete Georg 1. Schönerer, der als Begründer und langjähriger irühercr Führer der Alldeutschen Partei in Nieder- isterreich im politischen Leben der früheren Monarchie :Ine hervorragende Nolle spielte, gestorben.

König Peter von Jugoslawien ist gestern im kllter von 77 Jahre« gestorben.

Aach der Pariser Konferenz.

Lloyd George über die oberschlesische Frage.

Im Unterhause kam gestern Lloyd George auch auf die letzte Tagung des Obersten Rates zu sprechen und erklärte u. a. folgendes:

Die letzte Zusammenkunft des Obersten Rates sei in vieler Hinsicht die wichtigste seit der Frie- Venskonfexenz gewesen. Es gäbe Fragen, die die Solidarität der Entente bedrohten. Er sei der Ansicht und er sei gewiß, seine Ansicht werde von jedem Mitgliede des Hauses geteilt, daß die Einigkeit der Alliierten eine Ge­währ f ü r d e n Frieden Europas sei. (Beifall.) Ein Bruch, wobei jeder seine"Jnteres- 'mMrfolge ohne Rücksicht auf die anderen, würde Me- Gefahren, und Swgjjite^^

Ansporn zu einer Verständigung schwachen und US Gefahren, die den Weltfrieden bedrohten, un­berechenbar vergrößern. Aus diesem Grunde sei sie letzte Zusammenkunft des O b er- sten Rates eine der bedeutsamsten ge­wesen, die bisher stattgefunden ha­ben und es sei außerordentlich zu begrüßen, daß Mit Schluß der Konferenz eine Entschließung an- genommen wurde, die nicht nur besage, daß die Allianz fortdauern solle, sondern daß der Geist der Allianz so stark wie je zuvor sei. (Beifall.) Die Frage, die die größte Besorgnis verursachte, sti die oberschlesische Frage gewesen, in vieler Hinsicht eine der gefährlichsten und heikel­sten Fragen, die je erhoben worden sind, obgleich an sich verhältnismäßig eines der leichtesten Probleme, die je gelöst werden sollten. Es gebe weite Kreise der öffentlichen Meinung in Frank­reich, die glaubten, daß die Wegnahme der Koh­len- und Eisenlager von Deutschland für die Sicherheit Frankreichs wesentlich sei, er halte dies aber für einen Irrtum. Lloyd George hob zerpor, daß Schlesien keine polnische Provinz sei; dier Fünftel der Bevölkerung seien deutsch mit nner recht beträchtlichen polnischen Beimischung dach der Grenze hin. Die Auseinandersetzung labe sich um das bedeutende I n d u st r i e d r e i- : ck gedreht, in dem die Städte deutsch, die Dör­fer polnisch seien. Betrachte man aber das Ge­biet als Ganzes, so handle es sich in Wirklichkeit um eine deutsche Mehrheit. Die indu­strielle Entwickelung, das Kapital und die Be­völkerung seien deutsch, sodaß nach dein Prinzip: vEin Mann eine Stimnve", das Gebiet den .Deutschen zufallen müßte.

Lloyd George erklärte weiter: Es sei zugege- «n, daß die Bevölkerung Oberschlesiens überwäl­tigend deutsch sei. Bezüglich des westlichen Tei- tes Oberschlesiens, der in seiner überwiegenden Mehrheit für Deutschland stimmte, bestehe unter den Alliierten vollkommene Uebereinstimmung, desgleichen, darüber, daß Pleß und Rybnik. die für Polen gestimmt hätten. Polen zuge- wiesen werden sollten. Die italienischen und britischen Sachverständigen, desgleichen die ita- lienische und britische Kommission stimmten darin überein, daß das sehr wichtige Jndustriedreieck auf der Grundlage der Abstimmung der Bevölke-, rung Deutschland zugeteilt werden müsse. Es wäre dollkoinnren unmöglich, Inseln zu schaffen. Deshalb hätten sie zu beschließen gehabt, an wen des gesamte Gebiet fallen solle. Die französi- ichen Sachverständigen seien ganz anderer An- Rt gewesen. Die italienische und britische Kmn- wission hätten in dieser Frage nur das eine Jn- 'eresse gehabt: Beiden Parteien Gerechtigkeit- widerfahren zu lassen. Die-französische Komis- M hätte genau dasselbe Interesse gehabt, nur baß sie unzweifelhaft durch andere Umstände be­wogen worden sei, die ihr Urteil mitbest,mmten, »amlich die Frage d e r S i che r h e i t, indem iw die Bergwerke, das Zink und Eisen Deutsch­land wegnehmen und Polen aushändigen woll- «n. DieS sei keine Erwägung, die im Friedeus- brrtrag enthalten sei. Der Vertrag gäbe die klar­

sten Richtlinien bezüglich dessen, was in Be­tracht gezogen werden müsse, nämlich die Be­völkerung, sowie wirtschaftliche und geographische Erwägungen. Jene anderen Erwägungen ge­hörten jedoch nicht zu den Richtlinien des Ver­trages und seien deshalb als außerhalb des Krei­ses der Erwägung liegend angesehen worden, so würde dies einen Konflikt in naher Zukunft bestimmt aber in der ferneren Zukunft verur­sachen und in Europa würde eS keinen dauernden Frieden geben. Das Haus werde sich erinnern, daß der Versuch unternommen worden sei, um die Entscheidungen des Obersten Rates vorweg zu nehmen. In Oberschlesien habe ein polnischer Aufstand stattgefunden, der sehr bemerkenswerte Aehnlichkeit hatte mit den gleichen Bewegungen, die bereits in Wilna und an der russischen Grenze stattgefunden haben und wie sie sich vor­her in Oberschlesien ereigneter Man sei in Lon­don der Ansicht gewesen, daß wenn diese Dinge ohne Einspruch geduldet würden, die Herrschaft des Völkerrechts zu Ende sein würde und daß die Gewalt die Oberhand bei der Entscheidung dieser großen Grenzfrage erlangen würde. Dies würde für den Frieden verhängnisvoll gewesen sein. Aus diesem Grunde habe er einen energischen Schritt unternommen, um einen nachträglichen Protest gegen die Anerkennung dessen, was als fait accompli gelten könne, zu erheben. Es sei wesentlich, daß eine Warnung erleid werde, so­weit die Regierung Großbritanniens in Betracht komme, die, wie erfolgreich der Aufstand auch immer für eine Partei gewesen sei, diesen Auf­stand nicht anerkennen könne und daß nur eine Entscheidung das Schicksal Oberschlesiens be­stimme, nämlich die Entscheidung der Körper­schaft, die, vom Friedensvertrag selbst geschaffen, nach den Grundsätzen handle, die im Friedens- Vertrag niedergelegt wurden.

Hilfe aus, die Sir Harold Stuart dabei geleistet habe, der mit großer Urteilskraft, Entschlossenheit und Takt gehandelt habe und dem es im Verein mit den übrigen Kommissaren vor allem zu ver­danken sei, daß der Aufstand in Oberschlesten liquidiert und die Autorität der Alliierten wie­der hergestellt wurde.

Lloyd George erklärte weiter, es sei in der Einberufung der Konferenz des Obersten Rates seinerzeit eine Verzögerung entstanden, und nach einigen Erörterungen sei es bald klar gewesen, daß eine vollständige Uebereinstimmung vollkom­men unmöglich sei. Es habe von Anfang an die Schwierigkeit der Frage der Sicherheit bestan­den. Auf englischer Seite habe man empfunden, daß, sobald die statistischen, geographischen und wirtschaftlichen Fragen besprochen wurden, bei den Franzosen immer die Erwägung der Sicherheit vorherrschte, und daß daher die Franzosen keinerlei Vorschlägen zu­stimmen konnten, die für die übrigen Alliierten annehmbar waren. Unter diesen Umständen be­schloß man in voller Uebereinstimmung die ober­schlesische Frage der schiedsrichterlichen Entscheidung des Völkerbundes zu unterbreiten. Man könne einwenden, daß dies bereits früher hätte geschehen können. Es hätte jedoch bestimmt nicht früher getan werden können, ohne daß man einen politischen Mißerfolg ris­kiert hätte. Eine Schwierigkeit, die bestand, sei die gewesen, daß man zunächst den Aufstand er­ledigen mußte. Man hätte dieses Problem nicht dem Völkerbund übergeben können, da er nicht über die Ausrüstung verfügte, um mit dem Auf­stand fertig zu werden. Der Oberste Rat sei die einzige Körperschaft geioesen, die sich mit dem Aufftand habe befassen können. Er sei sicher, daß der Vorschlag, den Völkerbundsrat entscheiden zu lassen, in dem einzigen Augenblick gemacht wurde, in dem er annehmbar war und Aussicht auf Erfolg hatte.

Lloyd George schloß:'

Es sei nicht seine Aufgabe, dem Böltcrbunds- rat zu diktieren, wie er sich mit dem Problem be­fassen solle. Er nehme jedoch an, daß der Rat nicht versuchen werde, sich selbst damit zu be- fasscit, sondern daß er die oberschlcsischc Frage entweder an einen Ausschuß von Juristen oder an einen Schiedsrichter (Arbitrator) verweisen werde. Es sei sehr wichtig, daß, bevor irgend etwas unternommen werde, Frankreich, Italien und Japan sich verpflichten, die Entscheidung dieser vom Völkerbundsrat ernannten Körper­schaft anzunehmen. Die $ arteten würden zwei­fellos vor dem vom Völkerbund ernannten Ge­richtstribunal erscheinen. Die Frage würde auf Grund fundamentaler dokumentarischer Beweis­mittel verhandelt und das Urteil würde in der gewohnten Weise gefällt werden. Die oberschlcsi­schc Frage sei die wichtigste, die bisher an den Völkerbund verwiesen sei, dessen Ruf, Stellung und Einfluß beträchtlich steigen würde, wenn er dieses außerordentlich verwickelte Problem er­folgreich behandeln könnte.

Italienische Aufklärungen.

Rom, 16. Aug. (Stefani.) Nach Rückkehr von Paris lud der Ministerpräsident Bonomi die Vertreter der Presse zu einer Besprechung ein, um sie über die Pariser Beratungen zu unterrichten. Bonomi erklärte, die italie­nische Delegation habe in Paris gefunden, daß die oberschlesische Frage ziemlich verwickelt ge- avesen sei. Sie habe sich immer bemüht, die Reibungen zu mildern. Eine Zusprechung des gesamten Oberschlesiens an einen einzigen Staat sei ekn stim­mig abgelehnt worden. Da aber keine Einigung hinsichtlich der Zuteilung der Gebiete und namentlich des Jndustriedreiecks möglich gewesen sei, so habe Italien vorgeschlagen, den Völkerbundsrat um ein endgültiges Urteil zu ersuchen. So sei die Gefahr eines Bruches ver­mieden worden. Italien habe für den Frieden gewirkt, um die Allian^inversehrt zu erhalten. Die oberschlesische FrW sei an den Völker­bundsrat verwiesen worden, der seine Meinung dem Obersten Rat mitteilen werde. Dieser werde sie sich zu eigen machen. Bonomi hob hervor, daß die Alliierten die auf die Erhaltung des Friedens gerichtete Initiative Italiens ge­würdigt hätten.

Della Toretta fügte diesen Aeußerungen hinzu, daß die Entscheidung sich mit dem Frie­densvertrag von Versailles in Einklang befinde und daß es sich um einen tatsächlichen Schieds­spruch handele und daß beide Parteien, Deutschland und Polen angehört werden könnten.

Finanzminister S o l e r i machte Mitteilun­gen über die Beschlüsse in der R e p a r a- tio nsfrage. Zwar fei den berechtigten Wünschen Italiens nicht völlig Rechnung ge- tragen worden, die Lage Italiens habe sich in-

?! doch verbt

nanzministsr sollte als Konferenz bevollmäch­tigter Minister gelten.. Bei der Unterzeichnung des Schlußprotokolls hätten jedoch alle Minister ihre Unterschrift ohne Vorbehalt gegeben, mit Ausnahme des Vertreters Frankreichs, der er­klärte, er könne nur mit der vorbehaltlichen Billigung seiner Regierung die Unterschrift geben. Wie Bonomi und Soleri betonten, be­deutet dieser Vorbehalt keine Aufhebung der getroffenen Vereinbarungen, er erkläre sich viel­mehr dadurch, daß die öffentliche Meinung in Frankreich durch die Ergebnisse der Konferenz anscheinend wenig befriedigt sei. Bonomi und Soleri drückten die Hoffnung aus, daß die Frage in freundschaftlicher Weise erledigt wer­den würde.

Schatzminister D e N a v a teilte bezüglich der von Deutschland an Italien zu leistenden Zahlungen in natura mit, Italien wünsche solche Waren und Erzeugnisse, durch die den italienischen eine Konkurrenz nicht erwachsen könne. Er stellte mit Bedauern fest, daß von italienischer privater Seite versucht werde, auch solchen Artikeln den Eingang nach Italien zu verschaffen, die der heimischen Erzeugung Kon­kurrenz bereiten.

Die Einlösung der Reparattons- gulscheine.

Berlin, 16. Aug. Der für die Bearbeitung der Ncparationrsragen gebildete vorläufige^Sonderaukschuß des ReichrwirtschastSratr beschloß bezüglich der Ein­lösung der N c p a r a t i o n s g u t s ch e i n e einen Antrag, daß grundsätzlich dar Reich die durch Ein- beyaltnug der Exportabgabe verlorene Summe er = setzen soll, wobei folgende Möglichkeiten zu unter­scheiden seien: Fand der Verkauf in Mark statt, so findet die Rückzahlung der vollen beschlagnahmten Betrages in M a r k statt. Fand der Verkauf in einer AnèlandSivührung statt, so hat das Reich denjenigen Markbetrag zu ersetzen, welcher den Exporteur in di- Lage setzt, an dem Tage der Auszahlung den durch das Reich beschlagnahmten Betrag in der gleichen ausländischen Währung wieder zu beschaffen. Der Exporteur ist' verpflichtet, den Qmttungischein der e II g l i s ch e-n Regierung unverzüglich zur Einlösung vorziilegen.DicMinisterien haben diefenAnträgen grund­sätzlich zugestiinnit. Die englische Regierung ist gebeten worden, auf dem Reparationkgutschein außer den Pfund- beträgen auch die uriprünglichen Markbeträge angeben zu lassen, an« denen die Psundbeträge errechnet sind. Die englische Rc«ierun« stellt in Aussicht, daß auf den Gut­scheinen entweder der Markbetra, selbst »der wenigsten» der Umrechnungrkui« angegeben wird. Sobald ent­sprechende Weisungen an die englischen Zollbehörden ergangen sind und die Gutscheine die n»twend>«cn An­gaben enthalten, wird von der mit der Einlösung der Rep»ratlou«gutscheine betrauten Fricdeu«vertra«»ab- rechnnngrstellc nicht mehr der Kur« bei Aurstellung»- tage«, sondern der wirkliche Mackbetrag der Aus­zahlung zu Grunde gelegt werde«. Die beteiligten Ministerien sind ferner grundsätzlich bereit, Für die Berechnun, des Markgegcnwertc« ih Zukunft nicht mehr den Kurs des Aurstellungdtage« de« Gutscheins, sondern den Kur» der Tage« der «u«;ah.ung de« Markgegenwerte« zu Ärnndc zu legen, sodaß der Empfangsberechtigte Exporteur

den Markbetrag erhält, der am Au«zablung»ta,e dem Pfnndbetrage entspricht, mit dem der Exporteur bei dem Geschäftsabschluß gerechnet hat. Die in dem An­träge des vorläufigen ReichrwirtschaftSrate« verlangte Unverzüglichkeit der Vorlage reicht nach Ansicht der beteiligten Ministerien aber nicht au», den für den Umrechnungrkur« maßgebenden Tag zweifelsfrei fest« zulegen, da die Vorlage der Gutscheine« bei der Friedensvertragsabrechnungsstelle nicht nur von der Schnelligkeit abbängt, mit der der empfangsberechtigte Exporteur den Gutschein vorlegt, sondern auch noch von einer Reihe von anderen zeitlichen Zufälligkeiten.

ES wird daher versucht, den Tag der Ueberweisung der Markgegenwerte« in anderer weise so festzulegen, daß er vom Willen des Empfangsberechtigten Exporteur» und von sonstigen Zusällixkeiten unabhängig ist. Her­über wird mit der englischen Regierung verhandelt. Dem Wunsche des Aurschusse», der »orlänfigen «eich». wirtschaft»ratc8 gemäß, kann der empfangsberechtigte Exporteur in Zukunst den Gutschein außer unmittelbar bei der Frieden8vcrtragsabrechnung»stellc, auch bei bet Reichrbankanstalt einreicheu, in deren Bezirk er feiner Wohnsitz bat. Die Reichsbankanstalt leitet den Gut­schein an die Friedensvertragsabrechnungsstelle weiter und zahlt dm Markgegenwert für Rechnung bei Reicher an dm empfangsberechtigten Exporteur ans, sobald i» von der FriedenSvertragSabrechnungSstelle darüber verständigt worden ist, daß der Gutschein in Ordnung und wie hoch der Markgegenwert ist. Die von den Reichbankanstaltm berechneten Gebühren von 1 pro Mille für die ersten 10000 Mark und 7» pro Mille für den 10000 Mark übersteigenden Betrag, sowie mindesten» 2 Mark für das Stück und die Kosten der Versendung der Gutscheine nach Berlin, hat brr Auftrag­geber zu tragen.

Eröffnung des Sinnfeinerparlaments.

Irland» Avtonomieverlangen.

Dublin, 16. Aug. Nach einer Reutermeldung vollzog sich die Eröffnung des irischen Parlaments, dar darüber entscheiden s»ll, ob da» irische Volk das englische Anerbieten. Irland Homemle nach Art der Dominions iu gewähren, annehmen ober aber im Kampfe bi» zum Äeußersren, um seine vollständige Unabhängigkeit verharren soll, unter gewaltiger Begeisterung der Bevölkerung. Obwohl e» heftig regnete, warteten ungeheure Volksmassen am Rathause, wo das Parlament zusammentrat. Insbesondere wurde de Valero ein Empfang bereitet, wie er sonst nur Fürsten zuteil wird. Dar Parlament tagte im historische« Saale der Rathauses indem Parnell einer seiner bedeutesten Reden für Irlands Freiheit gehalten hatt«. Parnell» Bild hing über dem Sitze d«r Sprecher». Etwa «2000 Zuhörer folgten den Verhandlungen. Als de Valero und die anderen Mitglieder des Kabinetts den Saal betraten, wurden sie mit Hochrufen empfangen, di« minuten­lang cinbauerten. In irischer Sprache wurde ein Eebet verrichtet. Die Mitglieder des Parlament» leisteten einzeln ben Eid in irischer Sprach«, inbem sie unverbrüchliches Festhalten an dem freien irischen Staate betonten. Nach einer längeren Rede de Valeros vertagte sich das Haus. De Valero führte in seiner Rede u. a. aus, nur auf Grundlage der Anerkennung der Republik könne die Regierung mit einer aus­wärtigen Macht verhandeln. Wir stehen fest bei diesem Grundsatz, erklärte De Valera, und sind bereit für ihn zu sterben, falls er nötig ist.

Polnische Aeberfälle-

Ein heftiger Kampf zwischen Polen und Deutschen.

(Letzte Meldung.)

Beuthcn, 17. Aug. Auf Grund verschiedener Vorfälle waren Anzeichen dafür vorhanden, daß ein plötzliches Losschlagen polnischer ehemaliger Insurgenten für die Nacht zum Mittwoch statt- fiilden sollte. Die Engländer trafen aus diesem Grunde besondere Vorkehrungen und in den Mittagsstunden besetzten sie di Ausgänge der Stadt, um einen Angriff von polnischer Sette sofort zunichte zu machen.

Rosenberg, 17. Aug. In der Nacht zum Montag kam es bei den Dörfern Stenalitz und Klosterlitz an der Grenze zu einem Gefecht mit regulären polnischen Truppen, denen es gelang die beiden Dörfer mit Gewehr- unb Maschinen- gewehrfeuer zu nehmen. Rasch herbeigeeilten deutschen Kräften gelang es, nach heftigem Kampfe, wobei auch Handgranaten verwandt wurden, die Polen über die Grenze zu treiben. Die Polen hatten 24 Tote und eine Anzahl Ver­wundete.

Berlin, 17. Aug. Nach einer Meldung des Lok.-Anz." aus Gletwitz wurde die tonn Zernitz von einer 20köpfigen maskierten Santa überfallen. Die Einwohner wurden beraubt und mißhandelt. In Gleiwitz sind Flüchtlinge «ms Preiwitz eingetroffen, die von den Polen unter Bedrohung ihres Lebens vertrieben wurden. - x

(Weitere.Politische Mieten M.Seite SL