Mauer »Anzeiger
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General-Anzeiger
Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.
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Amtliches Organ für Slaöl- und Landkreis Kanan ^1°™^^^
' 3 • ’ Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage
FernivreLanschlüsse Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 190
Dienstag den 16. August
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Das Neueste.
— In Oberfchlesien herrscht bis zur Stunde foube.
— Chamberlain teilte im Unterhause mit, daß Lloyd George heute nachmittag im Unterhause eine Erklärung abgeben werde, über die Sitzung des Obersten Rates in Paris, über Oberschlesien und vielleicht auch noch über andere Fragen.
— Sm Unterhause teilte Lloyd George mit. daß die britische Regierung mit der Regierung der Bereinigten Staaten über einen Mandatsentwurf betreffend die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika in Verbindung stehe.
— Der im Casseler Bezirk ausgebrochene Streik der Eisenbahnarbeiter scheint durch das Eingreifen der Kommunisten weitere Verbreitung anzunehmen.
— Eine Windhose richtete an den Hochwaldbeständen des Riesengebirges ungeheure Schäden an. Ueber 20 000 Festmeter Holz wurden gebrochen, auch einige Ortschaften wurden schwer heimgesucht.
— Die Konferenz des Internationalen Ee- verkschaft^bundes hat eine Hilfsaktion für Rußland beschlossen. Eine Million Mark wurde sofort mr Verfügung gestellt.
Oberschtesien.
Ein Aufruf der Reichsregierung.
Der Reichspräsident und die Reichsregie- ding erlassen folgenden Aufruf:
Die Entscheidung über Oberschlesien ist Biber Erwarten nicht gefallen. Der Spruch ft vertagt worden. Die Leidenszeit des »berschlesischen Volkes hat noch nicht ihr Ende gefunden. Es gilt, in zäher Ausdauer weiter auszuharren. Oberschlesierl Unsere Sache ist gerecht. Die Gerechtigkeit wird und muß siegen, wenn das Selbstbestimmungsrecht der
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überwältigender
gesprochen. Euer und des Reiches Wohlergeh^ hängt davon ab, daß Oberschlesien beim Reiche verbleibt. Oberschlesier! Ihr habt bisher trotz
schwerster Herausforderungen musterhaft Ruhe und Ordnung bewahrt. Die berechtigte Abwehr der Gewalttaten der polnischen Insurgenten hat Euch die Welt nicht verargt. Bewahrt auch weiterhin die Selbstzucht, die Euch bisher ausgezeichnet hat! Laßt die kühle Ueberlegung nicht schwinden! Laßt Euch durch nichts zu unüberlegten Handlungen verleiten, die Eurer gerechten Sache nur Schaden bringen wurden! Mit Euch hofft das ganze deutsche Volk, daß der Tag nicht fern ist, an dem die Schranken zwischen Euch und dem Mutterlande wieder fallen und an dem das Selbstbestimmungsrecht der Völker in der Wiedervereinigung Oberschlesiens mit Deutschland, dem es seit sieben Jahrhunderten angehört hat, Anerkennung findet, zum Besten Oberschlesiens, des. Deutschen Reiches, des wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas und des Friedens der Welt!
Dis zur Stunde alles ruhig.
Berlin, 15. Aug. Nach hier vorliegenden Nachrichten ist bis zur Stunde in Oberjchlesisn alles ruhig, trotz des großen Gefühles der Enttäuschung, das die weitere Hinausschiebung der Entscheidung über Oberschlesien in der gesamten Bevölkerung heroorgerufen hat. Bis zum 5- August war allerdings die Gefahr eines neuen polnischen Aufstandes sehr groß. Der für diesen Tag als Einleitung einer neuen Erhebung geplante General st reik scheiterte jedoch vor allem an der Kampfes- wüüigkeit der polnischen Bevölkerung. Die Gefahr eines neuen polnischen Aufstandes liegt also weniger bei der Masse der polnisch gesinnten Oberschlesier, als vielmehr bei den noch amtierenden polnischen Aufstandsbehörden, die angeblich nur Liquidationszwecken dienen sollen. In Wirklichkeit zielt aber ihre Tätigkeit dahin, durch lokale Zwischenfälle die deutsche Bevölkerung zu provozieren, um sie zu Unbesonnenheiten zu verleiten. Deutscherseits durchschaute man aber die Absichten der polnischen Aufstandsbehörden. Alle deutschen Stellen sind bemüht, die Bevölkerung zur Ruhe zu er ermahnen, damit derartige polnische Pläne
Scheitern kommen. Zur Beruhigung der Bevölkerung wird auch beitragen, daß die Lutsche Regierung ab morgen die Erwerbs- tosenfürsorgè in Kraft setzt.
Die deutsche Regierung tut also alles, um dre oberschlesische Bevölkerung in Ruhe zu halten.
'Theatralische Austnachung" der Pariser Verhandlungen.
London, 15. Aug. Der Berichterstatter der âeftminister Gazette" schreibt zur oberschlesischen Frage, man sehe in Paris die franzö- Ich -polnische Sache als verloren
a n. Es wäre für Briand vielleicht doch günstiger gewesen, wenn er eines der von Lloyd George angenommenen Kompromisse angenommen hätte. Es sei so gut wie sicher, daß die Delegierten Englands, Italiens und Japans im Völkerbundsrate in der oberschlesischen Frage denselben Standpunkt einnehmen werden, wie Lloyd George. Die Anzeichen deuten darauf, daß auch China und Spanien, wahrscheinlich auch Brasilien, den englischen Standpunkt vertreten. Es bestehe demnach die Gefahr, daß die Isolierung Frankreichs noch deutlicher zu Tage treten werde. Frankreich habe selbst dazu beige- tragen, daß es in eine solche Lage kam, da es seine europäische Politik auf das militärische und politische Bündnis mit dem imperialistischen und, wie fast immer, unfähigen Polen aufbaute. Der Zusammenbruch einer solchen Allianz werde ein harter Schlag für die französische Politik sein. Die ftanzösische Diplomatie habe seit dem Waffenstillstände, besonders in den letzten 18 Monaten, immer auf das falsche Pferd gewettet. Man könnte eine außerordentliche Zahl von Mißerfolgen anführen. Das polnische Pferd seiein sicherer Verlierer.
Weiter schreibt der Berichterstatter des liberalen Blattes: Der Oberste Rat, wie er bisher bestand, ist auf jeden Fall tot. Die Methode der hastigen Zusammenkünfte, die angesichts der ganzen Welt in Szene gesetzt würden, wurden zu einem boxermäßigen Zweikämpfe von Staatsmännern. deren Gegensätze offenbar wurden. Die fieberhafte Aufpeitschung der öffentlichen Meinung war tatsächlich nur Zeitungsmeinung. In der Tat kümmert sich das ftanzösische Volk keinesfalls um Oberschlesien- Die theatralische Aufmachung dieser Verhandlungen und der völlige Bankerott der europäischen Diplomatie, der hier zu Tage trat, sind jetzt
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Wunder, daß Amerika, dessen Sympathie und Mitwirkung ttotz allem nötig ist, von so traurigen Zuständen angeekelt, Europa den Rücken wendet.
Die Tagung -es Völkerbundes.
Jpu. London, 16. Aug. Der Völkerbundr- rat hat die Sitzung zur Besprechung der ober- schlesischen Frage auf den 22. August einberufen.— Wie der „Daily Telegraph" dazu erfährt, soll der Völkerbundsrat nur einen neuen Vorschlag machen, wie der Grenzstaat am besten auszugleichen ist, aber selbst keine Entscheidung treffen, weil er dazu nicht befugt ist. Ueber die Beschlüsse muß der Oberste Rat dann endgültig beschließen.
Die Sanktionen.
Jpu. London, 15. Aug. Nach dem Urteil amtlicher Stellen in Loudon ist die Aufhebung der militärischen Sanktionen, die sich aus Duisburg und Düsseldorf beziehen, Anfang September bestimmt zu erwarten, wenn sich inzwischen keine Zwischenfälle ereignen. Die Angelegenheit ist nochmals in der Finanzkonferenz zur Sprache gekommen, wo man zu der Einsicht gelangte, daß die erheblichen Kosten der Besatzung, worüber innerhalb der Alliierten ein ernster Streit bezüglich der Verteilung entstanden ist nicht berechtigt seien. Die Besetzung auf der rechten Rbffn- seite im Gebiete der Brückenköpfe, die zur Einrichtung der Zollstotionen seinerzeit veranlaßt wurden, will Frankreich beibehalten, nachdem die Zollstationen aufgehoben sind.
GRZ. Brüssel, 15. Aug. Im „Peuple" stellt der belgische sozialdemokratisch« Minister Brougnores mit Nachdruck fest, daß die Besetzung Düsseldorfs überhaupt nicht im Versailler Vertrag vorgesehen sei. Die über Düsseldorf verhängten Maßnahmen bezeichne: er al» bart und erdrückend für die Bewohner. Die Tatsache, daß dort Kasernen richtet würden, errege Zweifel an der ^Aufrichtigkeit der französischen Gesinnung, da anfänglich immer nur von einer vorübergehenden Besetzung gesprochen worden fei. jetzt aber ein dauernder Aufenthalt der Truppen vorbereitet werde.
Slitli gegen Fran kreichs Gewaltpolitik.
Rom, 15. August. Der frühere Ministerpräsident Nitti unterbricht fein lange» Stillschweigen und übergab der amerikanischen United Preß folgendes Interview über Otrrschlksien und den europäischen Frieden: Nach dem Frieden habe der Geist der Gewalt ««gewollt in den Siegerstaaten den R e ch t» g e - danken verdrängt und diejenigen Lösungen für die großen Probleme durchdringen lassen, welche keinen dauernden Frieden garantieren, sondern een Siegern deren Rechte sicherten. Die Moral des Kriege» besiehe barm, daß die Sieger frei über die Besiegten verfügten. Polen, Südilawien, Rumänien, Griechenland hätten übergroße Volk«,reinde Gebiete ein* nerkibt erhalten, so daß ihre friedliche Entwicklung gestört und die Zukunft bedroht sei. DlcV-!k»abstiNimu>lg in Oberschlesien fei trotz Ententebesetzung und offener Parteinahme eine« Verbündeten für Polen, also trotz ungünstigster Voraussetzungen, für Deutschland günstig ausgefallen. Trotzdem wolle der Verband nun den Volksentscheid nicht oder nur teilweise gelten lassen. Rian wolle Deutschland in der Grundlage seiner Produktion treffen, fein Eisengewerbe lähmen oder e» Internat lenalen Einflüssen unterstellen. Das beweise,
daß der Verband er nicht auf Zahlung der Reparationen abgesehen habe, für die b«8 Wieder- aufblühen der deutschen Voraursetzunr sei,sondern anfbie Auflösung Deutschlands, ferner daß nicht Rechttbe- griffe die VerbandSvolltik führen. Worte, wie Frieden, Demokratie, Gerechtigkeit im Munde der Staatsmänner de» Verbände» seien nur ein mech a- nischeS Geplapper, schließt Nitti.
Kerabsetzung -er Kohlenlieferungen.
Paris, 15. Aug. Wir der „Temps" mitteilt, hat die Reparationskommiffion die Kohlenlieferungen, wie sie im Abkommen von Spa vorgesehen waren, vorübergehend h «rab- gesetzt. Diese Herabsetzung wurde von der Kommission für notwendig gehalten, um dem augenblicklichen Produktionrdèfljit Deutschland» Rechnung zu tragen. Das theoretische Programm von 2,2 Millionen Tonnen monatlicher Gesamtlieferungen an die Alliierten bleibt aufrecht« erhalten. Man sei sich aber darüber einig geworden, daß man von Deutschland mit besonderer Dringlichkeit die Lieferung von 1,6 Millionen Tonnen Kohlen verlangen müsse, wovon Frankreich und Luxemburg 1,1 Millionen Tonnen zuständen. Das sei die Grundlage, auf bet dir Lieferungen gegenwärtig vor sich gingen.
Internationale LZtlfe für Rutzlan-.
Die am 13. und 14. Awgust in Berlin versammelte internationale Konferenz des Internationalen Gewerkschaftsbundes nahm folgende Entschließung an:
„Die Konferenz des Internationalen Gewerk- schaftsbundes, Sitz Amsterdam, die am 13. und 14. August in Berlin über die Hungersnot in Rußland beriet, erklärt ihr tiefstes Mitgefühl mit dem russischen und georgischen Volk, insbesondere mit der notleidenden Arbeiterschaft in den beiden
Ländern. Die Konferenz nimmt Kenntnis von 1„ . - .
Lolidairitätskund8ebungen und Sanjtgs sich-dtN neuen Bedingungen anzupassen
I Aktionen, die die Arbeiterschaft der angeschloffenen Organisationen bereits in die Wege geleitet hckt. Sie beschließt, die schon im Gange befindlichen Sammlungen im Interesse ihrer sofortigen wirksamen Verwendung zusammenzufassen, zu erweitern und zu zentralisieren und bestimmt zu diesem Zweck folgendes: 1- Das Büro des Internationalen Gewerkschaftsbundes w.ird beauftragt, sofort einen Aufruf an das internationale Proletariat zu erlassen. 2. Die gewerkschaftlichen Landeszentralen aller Länerd haben die Sammlungserträge der ihn angeschlossenen Verbände und der sonstigen-Organisationen, die sich an dem Hilfswerk beteiligen, zu zentralisieren. 3. Die von den Landeszentralen zentralisierten Beträge werden in Gemäßheit der Anwendungen des Büros des Internationalen Gewerkschaftsbundes dem Sekretariat des Internationalen Gewerkschaftsbundes zur Verfügung gestellt. 4. Die von dem Internationalen Gewerkschaftsbund zentralisierten Fonds sollen soweit wie möglich zur sanitären Hilfeleistung und zur Beschaffung von Lebensmitteln verwendet werden. Die erste Expedition wird sofort organisiert und unter Kontrolle des Internationalen Gewettschaftsbundes nach Rußland entsandt. Die Summe von einer Million Mark wird sofort aus den Mitteln des Internationalen Gewerkschaftsbundes bereit gestellt. Die Landes zentralen werden ferner ersucht, Vorschüsse zu diesem Zweck zu gewähren. Mit dem Roten Kreuz wird unter Wahrung der Unabhängigkeit der gewerkschaftlichen Aktion auf technischem und organisatorischem Gebiet eine Ver- binbung hergestellt, um di« Transportsrage zu lösen. Die Landerzentralen sind außerdem verpflichtet, auf ihre Regierungen den stärksten Druck auszuüben, um diese zu unverzüglicher Hilfeleistung für das russische Volk zu bewegen. Zur Bekräftigung dieser Beschlüsse erklärt die internationale Gewerkichaftrkonferenz, daß di« unternommene Aktion durch ihre rein menschlichen Ziele angesichts der weitumfassenden Solidarität über allen politischen Meinungsverschiedenheiten steht. Sie ist ein proletarische, Werk, an dem die Arbeiter jeder Richtung teilnehmen müssen trotz der Schwierigkeiten und schweren Lasten,' welche auf die Arbeiterschaft aller Länder drücken.
An der Konferenz nahmen außer dem Büro des Internationalen Gewerkschaftsbundes Vertreter Frankreichs, der Schweiz, Schwedens, Dänemarks, Luxemburgs, Lettlands und Deutschlands teil.
Bor einer antibolschtwistischen Revolution?
London, 15. Aug. Aus Helfingrfors wird gemeldet, daß Maxim Gorki dort erklärt habe, daß jeden Tag in Rußland eine antibolschewistische Revolution ausbrechen kann.
Merèschkowskij an Gerhart Hauptmann.
Der russische Dichter MercschkowSkij bat einen Brief an Gerhart Hauptmann gerichtet, worin er sagt: Lenin hat dem russischen Volke die Schlinge um den Hals gelegt und bic anderen Völker haben sie rugejogen.
Ehe man nicht die Rätegewalt gestürmt bat, kann man den Millionen der zugrunde gehenden Menschen nicht helfen. Er geschieht ein Verbrechen, wie er seit Anfang der Welt nicht da war. Ein Häuflein von Verbrechern • ermordet ein ganzes Volk und alle anderen Völker waschen sich die Hände oder helfen den Mördern. Man kann vor Grauen den Verstand verlieren. Der Hunger ist der Dolch in den Händen der Bolschewisten. Sie geben ihren Leuten zu essen und halten alle anderen an der Grenze der Hungertod«», wie man einen Ochsen mit Hilfe einer Nasenringe» führt, den man ihm durch die Nase gezogen hat. Da» ist daS ganze Geheimnis.
Der ungarische Ministerpräsident Graf B e t h l e n erklärte einem Journalisten über die Lage in Sowjet, rußland it. a., daß die Gerüchte über die Hunger-not in jeder Hinsicht übertrieben seien, um damit auf di, Hilfsbereitschaft der anderen Völker zu spekulieren und die Lebensmittel alr Unterstützung zu erhalten, b« Rußland nicht durch Kauf erwerben könne. Du bolschewistische Propaganda bilde dii größte Gefahr für den europäischen Frieden Die Morkauer Provagandazentrale verfüge über ganz, Armeen von Agenten, die reichlich mit Geldmittel» versehen seien und die unter dem Deckmantel einet Handelrmission mitunter verkappte bolschewistisch« Propaganda trieben.
Politische Tagesberichte.
— Danzrg'PolnischesWirtschaftsabkommeu UeberdasDanzig-PolmscheWittsch,ftsabkom»eri wurde gestern vormittag im Hauptausschuß bei Danziger Volkstages vom Senator Jewelowrki, der diese Verhandlungen von Anfang an führt«, Bericht erstattet. Mittags wurden die Dettreter der Presse Danzigs vom polnischen Generalkommissar, Minister von Plucinski und nachmittags vom Senator Jewelowrki empfangen. Es wurden Einzelheiten auf den verschiedensten Gebieten, der bis zur Unterzeichnung fertigen Vereinbarungen bekannt gegeben und in bei Hauptsache betont, daß das Wirtschaftsleben
versuchen mW«, â k-Ätl^ ^^M keine Wirtschaftrgrenzen zwischen Danzig und Polen mehr geben und sowohl Plucinski wie auch Jewelowski hoben hervor, daß die Vereinbarungen zwischen den beiden Regierungen eine große Umwälzung
sveziell für Danzig, bedeuten würden, daß aber zu hoffen sei, daß diese Umwälzung befruchtend auf den Handel und die Snöuftrie Danzig» wirken werde.
, — Ein Kongreß zur FestizuNg des Wechsel« kurse». Au, Washington wird gemeldet: Sie Beamten des Schatzamt«» ziehen die Einberufung einer internationalen Kongresse, von Finanz- leutrn in Erwägung, der möglichst mit der Abrüstungskonferenz zusammenfallen soll. Dieser Kongreß soll die Festigung de» Wechselkurse» zur Folge haben.
— Entlassung Gefangener von Avignon. Auf Anordnung von Pari» werden von den 125 Gefangenen verschiedener Staatsangehörigkeit, die zur Zeit im Strafgefängnis von Aoigno» Strafen wegen Vergehen gegen da» bürgerlich« Gesetzbuch verbüßen, 40 in ihre Heimat entlasser werden, darunter 34 Deutsch«.
— Di« Jndttstriekris« im Saargebiet. Du infolge der erzwungevrn Frankenc«tlöbnung erheblich gewachsenen Produktlonkkostrn des ©aargebiets habe« neuerding» wieder außerordentlich schwere Rückwirkxngen auf den Arbeitsmarkt ausgeübt. Die Absatzstockung zwang nicht nur die Völklinger Hütt«, sondern auch daS ManneSinannröhrcnwerk zu umfangreichen Sir heiter« entlaffungen. Jetzt ist man zu erheblichen Lob». Übungen geschritten. Vom 1. September ab werden die Löhne um 15 Centimes (1.25 Mark) pro Stunde gekürzt, während die Teuerungszulagen gänzlich in Wegfall kommen sollen.
— Kranzösisch-polnische Absichten auf das Memrl» »biet. Zu den polnischen Xbfichte» auf da« M:mel,ebiet wird der „Sö»i,«b-r,er-Hartungschen Z«i» tung" von hefonberer Seite geschrieben: War die politische und staatliche Zukunft de« Memelgebiet» betrifft so deuten «lle Anzeichen darauf hin, daß Frankreich auch da« Memelgebiet seinen guten Urennden Polen Zuschlägen will. Noch vor mehreren Monaten gab c» keinen Bewohner polnischer Rationälität im Mcmel- gebiet. Vor kurzem errichtete der polnische Staat i» Memel ein Berufrkonsiilat. Zwar versichette der polnische Konsul, Polen dächte nicht baren, Ansprüche auf da» Me«el»etiet zu machen. Aber mit diese» Tage setzte trotzdrm eine friedliche Eroberung de« Gebietes ein.
— Der Krieg in Klein-Asien. Au» der Umgebung von Angora wird gemeldet, daß die Türken ne diesem Bezirk einen Kampf mit den Griechen zu vermeiden suchen und ihre Kräfte weiter westlich einsrtze« wollen. Die aus Silben kommenden Berichte lassen nicht vermuten, daß die Griechen zu einer größere» Operation Vorbereitungen getroffen haben. Du Fühlung zwischen den beiderseitigen Truppen geht immer mehr verloren, woran« aber anzunehmen ist daß in den nächsten Wochen sich nicht» ereignen,wird. Aus den Berichten au» Pari» wird die vestätiguug für die türkische Auffassung gesunde», daß die Entente sich nicht in den Streit einmischen kann. Die Türken lühlen sich vollkommen sicher und befriedigt solange de» Griechen verboten bleibt, die Gebietszone vymÄon« stautuiopcl zu betretet^