Einzelbild herunterladen
 

Hanauer W Anzeiger

Einrückungsgebühr:

Die 8gelv. Kolonelzeile oder deren Raum 1.80 Mk die 4gelv. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk., Finanztnierate j.70Mt. Offertgebübr30 Pfg. Bezugspreis: Viertel- iäbrl. 14.40 3RLmonatl. 4.80 Mk.. f. Postbezug viertel» täbrl. 15.90Mk. monatl.b.30Mk. DieNummerAlPsg.

Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.

v> . u «. , .._ ................ ,^»«

Gèneral-Anzsiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: iiir lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan Reklamen August Brodt, alle in Hanau a. Main. ' Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und'Feiertoge

Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

03

Nr. 185

Mittwoch den Ist. August

1921

Die Pariser

Die Berichte -er interalliierte» Kv Premiere. Ein «s^xrrmiL ^

satz der Unteilbar

Der zweite Sitzungstag des Obersten Rates scheint die Teilnehmer, wie wir wenigstens den englischen Nachrichten, die uns kurz vor Redak­tionsschluß zuyegangen sind, entnehmen, einem Kompromiß näher gebracht zu haben. Für den eisten Augenblick bekommt man beim Lesen der gestern gehaltenen Reden den Eindruck, als ob Aoyd George an seinem bisher eingenommenen Standpunkte der Unteilbarkeit des oberschlesi­schen Jndustriebeckens und der Ueberweisung desselben an Deutschland feschalten wollte. Doch die englischen Blatter, die anscheinend besser unterrichtet sind, weisen bereits aus die Preis­gabe dieses Standpunktes zugunsten eines Kom­promisses hm, eines Kompromißes, das eine Durchschneidung des umstrittenen Industriege­bietes vorsieht. Lloyd George käme damit Briand entgegen und dieser scheint dieser Lösung nicht ablehnend gegenüberzustehen. Die Sachverständigenkommission hat den Auftrag bekommen, einen neuen Grenzplan festzulegen, der ein Kompromiß berücksichtigen soll. Der neue Plan dürfte in der heutigen Sitzung vor­gelegt werden.

Paris, 9. Aug. Havas. In der zweiten Sitzung des Obersten Rates ergriff an erster Stelle General Le Rond das Wort, um für die Notwendigkeit der Entsendung von » n v e rstärkungen vor der An- kündiAung der Entscheidung des Obersten Rates ein#! treten. Es gäbe eine deutsche und eine polnische Gefahr. Die Bevölkerung fei nicht entwaffnet, die Freikorps nicht aufgelöst. Deutsche und Polen könnten jeden Augenblick über 100 000 Kämpfer verfügen. Le Rond nannte Oberschlesien einen Vulkan, dessen Aus­bruch immer zu befürchten sei. Der englische Qberkommifsar Sir Harald Stuart er­kannte an, daß die Bevölkerung noch immer Waffen besitze, er erklärte jedoch, daß die Trup­pen des Generals Höfer sich nur erhoben, um die polnischen Aufständischen zu bekämpfen. Es sei nicht zu befürchten, daß die Deutschen die Waffen wieder er­greifen würden, wenn keine polnischen An­ariffe erfolgten. Er schloß, indem er sagte, die Entsendung von Truppenverstarkun- genseiunnötig, aber ein rascher Ent­schluß und die Aufrechterhaltung der Einheit der alliierten Aktion sei geboten. Der ita- lienifche General Martinis erkannte an, daß die Truppen, über welche die Oberkommission wrfüge, ungenügend seien. Er sprach sich für einen raschen Entschluß aus und die sofortige Zuteilung der Gebiete an Deutschland und Po­len, damit die alliierten Truppen sofort nachher zurückgezogen werden könnten.

Hierauf ergriff

Lloyd George das Wort zu längeren Ausführungen über die anglilche These. Er bezeichnete das oberschlesische Problem als eines der verwickeltsten, das je den obersten Rat beschäftigt habe. Die Verant- Wortlichkeit der Alliierten wäre ungeheuer, wenn nach der erfolgten Entscheidung ein Kon­flikt entstehen würde. Lloyd George erklärte, die Regelung der schlesisch-polnischen Grenze gehe besonders die drei Mächte an, die die Auf­stabe übernommen hätten, die Volksabstimmung

eben Bestimmungen des Friedensver- durchzuführen, also Frankreich, Ita­lien und Großbritannien. Diebeiden letzten Mächte hätten in dieser Frage eine ? > e m l i ch g l e i ch e A n s i ch t, der französische Standpunkt aber sei verschieden. Man müsse versuchen, die in Frage kommenden Thesen °uszu gl eichen, denn der Weltfriede hänge von der Entscheidung, die getroffen werde, ab.

Regelung der Frage könne nicht auf Kosten Mehrhell der Bevölkerung Oberschlefiens geliehen. Zur näheren Kennzeichnung dieser Mehrheit entwickelte Lloyd George die Ge­schichte Ober sch leslens, das zum Teil

und zum Teil österreichisch gewesen sei, Deshalb habe man auch auf der Friedenskonfe- ^nz nicht zugestanden, daß seine Bevölkerung fin homogenes Ganze darstelle. Diese Ansicht m durch das Ergebnis der Volksabstimmung bestätigt worden. Man dürfe nicht aus ^berschlesien ein neues Elsaß- Lothringen machen. Die Gesamtbevölke- runa von 5 200 000 Menschen enthalte nur 1200 000 Polen. Das britische Reich

Konferenz.

inmissare. Reden -ee alliierten Sets 2Lrgr. Der englische Grund­tzett ausgegeben? würde niemals eine Lösung anneh­men, die darauf keine Rücksicht nehme.

Lloyd George schlug alsdann vor, die Frage noch einmal durch Sachverständige prü­fen zu lassen; sein Vorschlag wurde angenom­men. Diese Prüfung müsse auf folgender Grundlage erfolgen: Alle Stimmen müßten für die Zuteilung des Gebietes an die eine oder die andere Macht gezählt werden. Diese Zuteilung könne nicht gemeindeweise erfolgen, sondern entsprechend der Mehrheit, die sich herausgestellt habe. Einzig und allein die I n - du st riegebiete bildeten ein unteil­bares Ganzes. Die Industriezone, die viel ausgedehnter sei, als es der französische Vorschlag vorsehe, fei eine künstliche Schöpfung.

Das Industriegebiet müsse Deutschland zuge- sprochen werden, das dort die Mehrheit er­langt habe.

Die industriellen Gemeinden seien voneinander untrennbar, denn sie bildeten eine eigene wirt­schaftliche Einheit. Lloyd George sagte zum Schluß, er verstehe vollkommen den Wunsch Frankreichs, Garantien in Bezug auf seine Sicherheit zu haben. Der Oberste Rat werde sicher darauf Rücksicht nehmen. Wenn Frankreich aufs neue ungerechtfertigt ange­griffen werde, so werde das gesamte briti - ! ch e R e i <y wie «n^et^MM^MMM seiner Seite stehen. Aber Frankreich sei augenblicklich nicht in Gefahr, und es müsse von seinem Siege nur mit Mäßigung und Billigkeit Gebrauch machen.

Der Berichterstatter der Agence Havas fügt diesem Bericht hinzu, der Eindruck, den man aus der heutigen Vormittagssitzung gewonnen habe, sei der, daß man sich einem K o m p r o - m i ß nähere. Die Tatsache, daß man die Sach­verständigen gebeten habe, die Frage aufs neue in Betracht zu ziehen, scheine ein günstiges An­zeichen . Es sei auch möglich, daß die privaten Unterredungen, die Briand und Loucheur heute beim Frühstück mit Lloyd George und Lord Curzon hatten, geeignet seien, eine Verstän- d i g u n g zu begünstigen.

In der gestrigen Nachmittagssitzung hat, wie die Havas-Agentur beachtet, zunächst Minister­präsident

Briand

das Wort ergriffen, um den f r a n z ö s i s ch e n Standpunkt darzulegen. Er sagte zuerst, die Politik Frankreichs bestehe nicht darin, einem Verwundeten auf dem Schlachtfelde das Leben zu nehmen, aber nach jedem Kriege gebe es Sieger und Besiegte. Der Friedensoertrag von Versailles spreche sogar klar aus, daß die Besiegten auch noch die Verantwortlichkeit des Krieges trügen. Frankreich wünsche ebenso wie seine Verbündeten, den Besiegten ein gerechtes Schicksal zu bereiten, aber nicht etwa ein privi­legiertes Schicksal. Die Alliierten hätten be­schlossen, einem Volke zum Wiederauf- stehen zu verhelfen. Das sei das pol» Nische Volk. Indem sie diesen Beschluß ge­faßt hätten, hätten sie sich auch verpflichtet, ihm Die Lebensmöglichkeit sicher zu stellen. Die Grenzfrage fei sofort den Mitgliedern der Frie­denskonferenz gestellt worden und das Problem in ethnographischer Hinsicht besonders studiert worden. Einstimmig hätten die Mitglieder der Friedenskonferenz Oberschlesien Polen in den Friedensbedingun- gen zugesprochen. Dadurch habe man Hoffnungen erweckt. Briand sagte, man könne deutsche Werke anführen, so u. a. Brockhaus Konversationslexikon, das Oberschlesien niemals jür vollkommen oeutsch erklärt worden sei. Der französische Ministerpräsident sprach alsdann das Ergebnis der Volksabstimmung durch unb sagte, die Stimme eines Arbeiters' habe den gleichen Wert wie die Stimme eines Bauern, aber es gäbe eine moralische Erwägung, die im Zweijels,aUe wie die Interpretation der Volks­abstimmung herangezogen werden müsse. Man habe die Ausgewanderten abstimmen lassen, und ihre Stimmen könnten doch ni.»t den glei­chen Wert wie die der Einwohner, die im Lande geblieben seien, haben. Diese seien auch viel in­teressierter an dem endgültigen Schick,at ihrer Heimat. Von den 200 000 Ausgewanderten, die an der Abitimmuno teilaenommen batten,

hätten 180 000 für Deutschland gestimmt. Im ganzen genommen habe das Ergebnis der Volksabstimmung gezeigt, daß der deutsche Be­wohner im Osten, der polnische im Westen webnt. Geographisch genommen sei also bis Lösung leicht unb wirtschaftlich? Fragen kämen nur im polnischen Lieile in Betracht. Es gebe dort bedeutende deutsche Industriezentren. In­dem man einige von diesen Industriezentren

Siert habe, habe man das Industriedreieck

, aber um zu beweisen, wie künstlich diese Schöpfung sei, genüge es daran zu erinnern, daß 1870 in Kattowitz nur ein Gasthaus sich be» funden habe. Im Industriebecken hätten die Polen 30 000 Stimmen Mehrheit erzielt. Die ethnographischen Erwägungen müßten vorherrschen. Sie hätten d ie fran­zösische Regierung geleitet und in ihrem Entwürfe erhalte Deutschland die Mehr­heit der Stimmen, die für Deutschland gestimmt hätten, aber auch Polen. Der englische Plân jedoch habe diesen Vorzug nicht; beim er will 70 Proz. der polnischen Stimmen Deutschland übertragen, während er nur 11 Prozent der deutschen Stimmen Polen zuspreche. lLoyd George habe heute vormittag bemerkt, damit das Jndustriedreieck leben könne, müsse man ihm die Arbeiterzentren der ländlichen Kommu­nen angliedern. Wenn diese Arbeit gemacht werde, bleibe das Dreieck trotzdem eine Enklave in der polnischen Masse, und um es dem deut­schen Gebiet anzugliedern, stelle sich die Frage des Korridors. Briand schloß mit der Er- klärung,

wenn sich die Alliierten nicht einigen können, werden die Folgen unberechenbar sein.

Die französische Regierung sei sich dieser Gefahr immer bewußt gewesen und habe die Frage ge- *' ëteva^Nw»* «MU WOl^e Wille der Alliierten es gestatten werde, über das oberschlesische Problem eine Lösung zu fin­den, entsprechend der Billigkeit der Bestimmun­gen des Versailler Friedensvertrages und den Ergebnissen der Volksabstimmung. Die fran­zösische Regierung werde alles in diesem Sinne tun, was von ihr abhänge.

Ministerpräsident B o n o n i appellierte als­dann im Namen Italiens an die Solidarität der Alliierten, um zu einer einstimmigen Entschei­dung zu gelangen. Der Vertreter Japans, Baron Hayashi, drückte den Wunsch aus, daß eine Einigung über eine gemeinsame For­mel gefunden werde. Die Sitzung des Ober­sten Rates war um 6.55 Uhr zu Ende.

D!e Tagung der Sachverständigen.

Paris, 9. Aug. Um 3% Uhr nachmittags haben sich die juristischen Sachverständigen und die alliierten Oberkommissare in Oppeln gemäß dem Anträge von Lloyd George zu einer neuen Sitzung zusammengefunden. Nach dem Temps" lauten die neuen Instruktionen, die den Sachverständigen für ihre Beratungen ge­geben wurden, wie folgt:

1. Jede Stimme muß nach ihrem Wert in Betracht gezogen werden. Man kann nicht zu- lassen, daß die Stimme eines Bauern mehr wert sei, als die eines Handwerkers, noch daß das Industriegebiet als eine künstliche Schöpfung angesehen werden könne.

2. Die industriellen Einheiten, die sich zu­gunsten Deutschlands mit 2 gegen 1 Stimm* ausgesprochen haben, müssen Deutschland zuge- sprachen werden.

3. Die dem Industriegebiet benachbarten Ge­biete müssen den Gegenstand ernsthafter Prü­fung bilden, damit festgesetzt werde, in welcher Weise sie diesem Industriegebiet angegliedert werden können.

Die Sachverständigen haben den ganzen Nachmittag getagt. Sie werden am Mittwoch vormittag ^9 Uhr zu einer neuen Sitzung zu­sammentreten, um dem um 11 Uhr sich versam­melnden Obersten Nat den neuen Entwurf zur Beratung vorzulegen.

Lloyd Georges Grundsatz der Anteil- darkett ausgegeben?

London, 10. Anzust. Lloyd George? gestrig« Rede auf der Pariser Konferenz bildet das Haupt- thcma der Press« Der Ton der Blätter ist bezüglich der Aussichten auf eine Beilegung der obcrschlesischen Frage zuversichtlich.Daily Telegraph" zusolge be­sieht guter Grund zu der Annahme, daß bie intet» nationale Spannung wegen Oberschlesien beträchtlich nachgelassen bat und ba^ mehr Aussicht auf eine Lösung besteht. Das Blatt erklärt, Lloyd George habe den Standpunkt der englischen Regierung, da» das oberschlcsiiche Jubustriedreicck zu Deutschland gehöre, im Obersten Rat erneut mit Nachdruck

hervorgeboben. Das Blatt weist jedoch ans die Möglichkeit hin, daß ein Kompromiß auf der Grundlage der Preisgabe des Grundsatzes der Unteilbarkeit des ober» f chl esiTch Ln Ind u strredrei eck« g«fu n der» werden könne. Offiziell liegen dem Blatt zufolge keine Anzeichen dafür vor, es sei jedoch wie verlautet, Tab­sache, daß jetzt sowohl auf englischer wiqsmr franzö­sischer Seite die Neigung vorhanden wärt, enfë Grenz­linie, die da? umstrittene Gebiet durch­schneide, in Erwägung zu ziehen. Wenn dies auch nicht die beste Lösung sei, so sei sie doch die am besten erreichbare.

Daily Mail" berichtet, daß der Sachverständigen­ausschuß so gut wie angewiesen worden wäre, ein« Teilung des umstrittene» Industrie- dreieck« von Beuthen-Gleiwitz und Kattowitz zwischen Polen und Deutschland vorzuschlagen, das die englische Negierung birher Deutschland zuteilen wollte.

Der diplomatische Berichterstatter des »Daild Ebronicleâ meldet aus Paris, man nähere sich eine, Lösnng des oberschlesiichen Problems. In gutunter- richteten Kreisen glaube man, daß der Oberste Rat bald eine Regelung der oberschlesischen Frage erzielen werde. Die Sachverständigen hätten sich bereits an die Festsetzung einer neuen Grenzlinie gemacht, die von Norden nach Süden statt von Osten nach Westen verlauf«. England müsse den Polen in dem Jndustriedreieck Boden überlasten und Frankreich müsse dagegen einen Teil des ganzen noch unent­wickelten Gebietes von Pleß und Nyb»ik Deutschland zugestehen. Ein Punkt der Eindruck gemacht habe, sei der, daß in 15 Jahren das Jndustriedreieck wahr­scheinlich von viel, weniger wirtschaftlichem Werte fein werde, während der nicht auSgebaute südliche Bezir! entsprechend im Wert« steigen werde.

Die polnischen Rüstungen.

Wie dasB. T." meldet, haben die Insur­genten, die lebhafte Vorbereitungen zur Erobe­rung Oberschlesiens treffen, eine Reihe Licht­signale verabredet, die vom militärischen Haupt­quartier in Sosnowice als Zeichen des Be­ginns des neuen Aufftandes abgegeben werden sollen. In der Stadt Beuchen haben die Eng­länder Vorbereitungen gegen Ueberraschungen getroffen. In Godullahütte haben gestern die Polen ein großes Freudenschießen veranstaltet, wobei auch Handgranaten geworfen wurden.

Den Blättern zufolge drangen gestern abend bei Rosenberg starke polnische Banden über die Grenze. Deutsche Apobeamte und Engländer trieben die Polen nach einem größeren Gefecht über die Grenze zurück.

Wie derBerl. Lokalanzeiger" meldet, haben die Polen in ChwaUowitz, südlich Rybnik, zwei Deutsche erschossen und zwei verwundet.

Eine polnische Drohnole.

Berlin, 9. Aug. Die polnische Regierung hat in letzter Stunde vor den entscheidenden Ver­handlungen m Paris nochmals dem Obersten Rat eine Note überreichen lassen. Diese Note ist nichts anderes als eine feierliche Ankündi­gung eines neuen Aufstandes in Oberschlesien, wenn in Paris nicht die Entscheidung fällt, die man in Polen will, b. h. die Zuteilung des ge­samten Industriegebiets an den polnischen Staat. Die Note führt aus, daß nach dem Kor- fantyschen Maiausstand infolge des Einflusses der polnischen Regierung zwar eine Beruhigung der Geister in Oberschlesien eingetreten sei, doch sei dies nur zeitweilig gewesen. Jetzt könne nur eine rasche und mit dem Versailler Vertrag übereinstimmende Entscheidung eine Beruhi­gung herbeiführen. Die Note betont ferner, die polnische Regierung habe alle Mittel er» schöpft, um die Autorität für die Entscheidung ues Obersten Rates zu sichern.

Die kleinasialische Frage.

Paris, 10. Au,. Der Schluß der gestrigen Sitzung bei Obersten Rate» wurde mit der Prüfung der lle>nasi«tische» Fr«g« ausgesüllt. SS äußerte sich Marschall Foch und der englische Oberst Heywood, der kürzlich an der griechiiche» Front gewesen ist. Die beiden militärischen Sechverständißen erklärte«, über da« endgültige Ergebnis des türkisch-griechische» FcldzuzcS könne man vielleicht erst noch Monote« ur­teilen, da die endgültige Eatichcidung solange hinous- geichoden werden könnte. Die Absicht der Alliierten sei, in diesem Kampfe neutral zu bleiben. Sine andere Handlungsweise fei nicht möglich, da beide krieg­führende Parteien bis zur Stunde eine Bermittlung nicht angenommen hotten.

(Weitere PolitisLe Nachrichten auf Seite M