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General-Anzeiger

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Amtliches Organ für Stadt- und LanSLrers Lamu Reklamen Auguü ^1^^ -. Main. ' Rotationsdruck der Waisenyausbuchdruckerer Hanau.

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KR«SLW«

Sic. 182

Samstag den 6. August

1921

Das Neueste.

_ Der kachderstä«digc»cm»schuß der Alliierten Mck, daß el ihm unmöglich ist. zu einer Einigung !, kr Frage der deutsch-polnischen Frage in Ober« |A r" kommen.

i Nach demPetit Parisien wurde gestern abend jn London bekannt, daß der dortige japanische Bot- I M« Hayasai von der französischen Regierung auf« ! «filiert wurde, gleichzeitig mit dem japanischen Bot- sjaster in Pari» an der Tagung deS Obersten Rater I jiihmiebmex.

- Wie auS Washington gemeldet wird, hat die f?an)5ftf6e Regierung ofsiziell wissen lassen, daß sie im 1. November al» den Tag de» Zusammentritts in Nrüstung»konferenz ««nimmt.

- Die britische ReichSkonferenz swurde gestern ge- ! schlsssw.

.- Amtlich wird au» Belgrad gemeldet, daß i gerbten im Weltkriege mindest«»» eine Million Mschc» verloren hat«.

Dor -er Entscheidung.

I Sin Warnruf in letzter Stunde. Keine Eini- I guna im Sachverständigenausschuß. Ein

Weißbuch über Oberschlesien.

Wir stehen am Vorabend der Entscheidung I über das Schicksal Oberschlesiens durch den I Obersten Rat, der am Montag vormittag 111 Uhr zusammentritt. Die Sachverständigen- I tommiffion der Alliierten, die zur Vorbespre- s chung der einzelnen Teilungspläne eingesetzt I worden war, ist, wie aus einer kurz vor Redak- siionsschluß etngegangenen Meldung desEcho I de Paris" hervorgeht, bis zur Stunde noch zu seiner Einigung in der Frage der deutsch­ipolnischen Grenze gekommen; die Kommission beschränkt sich darauf, die verschiedenen Lö­sungsvorschläge dem Obersten Rat zu unter« «eit. ahne ttoe MteÄ

Jem oder jenem Plane zu nehmen. Briands Älchöerständigenausschuß hat demnach absolut keinen Zewck gehabt, höchstens den, daß die Lösung der oberschlesischen Frage um einige Tage hinausgezögert worden ist. Der Oberste Rat wird nun die Entscheidung treffen müssen und Lloyd George wird Gelegenheit haben, zu zeigen, ob er stark genug ist, feinen früher oer« tretenen Grundsatz, daß Oberschlesien ungeteilt w Deutschland fallen muß, auch aufrecht zu er« halten.

Es ist wohl nicht nötig, die Geschichte, wie j die Abstimmung in Oberschlesien entgegen den Wünschen Frankreichs in den Friedensvertrag * hineinkam, die Geschichte der Vorbereitung bie« l Ier Abstimmung und die Geschichte der Abstim- mmg selber heute zu wiederholen, sie ist mit lmvergänglichen Schriftzügen in die schmerz- i volle Erinnerung des deutschen Volkes einge­schrieben, denn selbst der glorreiche Abstim- lnungssieg wurde durch ein unsäglich in ibermär« Ws Schachergeschäft zwischen Frankreich und Men seiner schönsten Früchte beraubt. Um« lomefjr aber muß man seiner Verwunderung «usbruef geben» wenn man die Tagesordnung Obersten Rates Auslegung der Volksab­stimmung liest. Man fragt sich unwillkürlich »ach bem Sinne einer Abstimmung über die Zugehörigkeit eines Landes. Wenn, wie dies Oberschlesien geschah, eine überwältigende «ehrheit für Deutschland entschied, so war die Ivivstverständliche Folge die Rückgabe des gan= 3« Landes an Deutschland und seine Räumung durch bie feindlichen Streitkräfte. Vielleicht Wie sich etwas anderes erwarten lassen, wenn in Nordschleswig eine zonenweise Abstim­mung vorgesehen gewesen wäre, oder wenn »an sich die Zuteilung des Landes etwa nach Gemeinden vorbehalten hätte. Aber von alle- °em war nicht die Rede, weil sich die Franzosen, Zutreiber der Polen, in ihrer vollendeten -Ukènntnis von Land und Leuten der Einbil- Mg Hingaben, die oberschlesische Bevölkerung wirklich so polnisch, wie es ihnen die Hetzer om Schlage des früheren deutschen Reichs- "grabgeordneten Korfanty vorgegaukelt hat- ^' In diesem Zusammenhangs darf nicht °«.8essen werden, noch einmal darauf hinzu- daß die Abstimmung mit Sicherheit 2 ^ günstiger ausgefallen wäre, wenn ihr zwei Jahre ungerechtester Herrschaft der Unzosen und schrankenloser Gewalttaten der vorausgegangen wären. Ist also die uhre Gesinnung der feindlichen Machthaber, ° wit -er lügnerisch im Munde geführten Ge- nichts zu tun haben, dem deutschen , endlich ohne Hüllen offenbar geworden, I Derbanten wir das dem laut genug kundge- Letten Willen des oberschlesischen Volkes, tantt 3u bleiben, well es deutsch ist und deutsch /..^gesichts dieser Tatsache fordern wir in fiter Stunde gleich dem Gesamtvorstand der

B!MWm»IMMEMaui8aifeaM8Ea^^ 4^»M1M ttN'EM

Vereinigten Verbünde heimattreuer Ober« chlesier (siehe weiter unten) unser Recht, das uns gehört, nachdem die oberscklesische Bevölke­rung am 20. März in überwiegender Mehrheit eierlich vor aller Welt kund getan hat, daß sie Tiit ihrer Heimat zu Deutschland gehört. Jede Teilung dieses Landes, ober Errichtung einer Autonomie, ober Hinausschiebung der Rege­lung dieser Frage muß vom deutschen Volke als ein unerhörter Bruch des Versailler Vertrages gebrandmarkt werden. Soll Gerechtigkeit in der Welt herrschen, so muß, wie auch das eng­lische BlattObserver" dieser Tage sehr richtig sagte, aus geographischen, mirs« chaftlichen und politischen Grun­zen ganz Oberschlesien ungeteilt, also auch mit Pleß und Rybnik, an Deutschland fallen Wir fügen noch hinzu, auch aus Gerechtigkeitsgründen, denn an einer Volksabstimmung ist nichts auszulegen, sie steht da wie eine rocher de bronce. Wir fordern sofortige Regelung der oberschlesischen Frage d. h. Rückgabe ganz Oberschlesiens an das deutsche Mutterland! R. H.

Berlin, 5. Aug. Der Gesamtvorstand der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier faßte folgende Entschließung:

Am Vorabend der Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens durch den Obersten Rat erheben die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier noch einmal auf Grund des feier­lich verbrieften Selbstbestimmungsrechtes die Forderung: Das deutsche Oberschlesien ist eine unzertrennliche wirtschaftliche und kulturelle Volkseinheit. Es ist ein lebendiges Glied des deutschen Volks- und Wirtschaftskörpers. Das oberschlesische Volk hat sich nach den obersten de­mokratischen Grundsätzen für Deutschland ent­schieden. Es darf nicht wie eine Handelsware und jede

st eilte? Stückes von

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schliessen bedeutet eine ständige Bedrohung des europäischen Friedens. Darum muß Oberschlesien sofort dem deutschen Mutteânde zurückgegeben werden.

München, 5. Aug. Die Land tags fraktisn der Bayerischen DoKspartei, der Deutsch-Demokra­tischen Partei und des Bayerischen Bauernbun­des erlassen folgende Kundgebung:

Die Entscheidung über das Schicksal Ober­schlesiens steht unmittelbar bevor. Mit dem deut­schen Vofle missen wir uns eins in der Forde­rung, daß Oberschlesien ungeteilt bei Deutschland verbleibt. Historisches Recht, politische Vernunft, die Bestimmungen des Versailler Vertrages und das Ergebnis der Volksabstimmung erheischen ge­bieterisch diese Losung. Für unser Volk und unsere oberschlesischen Landsleute, die durch die Abstimmung und ihr tapferes Aushalten in Not und Tod ihre Treue zur deutchen Heimat be­siegelten, erheben wir nochmals unsere Stimme. Im Namen von Reckt und Freiheit fordern wir ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien von den­jenigen, in deren Macht die Entscheidung liegt.

Keine Einigung im Sachvcrftändigen-Ausschuß.

Paris, 5. Aug. DerTemps" schreibt in sei­nem heutigen Leitartikel, daß die alliierten Sach­verständigen sich über die Teilung Oberschlesiens nicht einigen könnten. Es laufe das Gerücht um, der Oberste Rat werde ein anderes Mittel suchen, um das Problem zu lösen. Er werde nur einen Teil des Gebietes zwischen Polen und Deutsch­land aufteilen und den Rest für 15 oder 20 Jahre unter einer alliierten oder internationalen Ver­waltung belassen. Dieser Rest werde dann von dem Industriegebiet gebildet, also von dem Be­zirk, der fast ausschließlich den Wert Oberschle­siens ausmache. DerTemps" ist der Ansicht, eine derartige Lösung hätte bedingt, daß Polen und Deutschland sie im voraus annehme, denn der Vertrag von Versailles sehe weder eine Teilung in drei Abschnitte, noch ein Provisorium unter einer interalliierten oder internationalen Be­hörde vor. Die Regierungen von Berlin und Warschau wollten aber, daß das oberschlesische Problem unverzüglich gelöst werde. Das sei auch das Interesse Frankreichs und der Wunsch Eng­lands und Italiens.' Das Blatt sagt, man müsse â Realitäten schaffen und die Gronzlrnie ziehen.

(Letzte Meldung.)

Paris, 6. Aug. Wie dasEcho de Paris" miteilt, hat der Sachverstanoigenausschuß in sei­ner gestrigen Sitzung anerkannt, daß ihm un­möglich gewesen ist, zu einer Einigung in der Frage der deutsch-polnischen Frage in Ober- schlesien zu kominen. Er habe deshalb beschlossen, daß er sich darauf beschränken werde, dem Ober­ste» Rat einen Bericht vorzulegen, in dem die verschiedenen Lösungen, die vorgeschlagen seien, angeführt werden, und daß die Argumente mitge­teilt werden, die jeder eiuzel'le Borschlaa auf

beiden Seiten ausgelöst habe. Der Bericht wird auch statistisches Material enthalten.

Ein deutsches Weißbuch über Oberschlesien.

Das deutsche Plebiszitkommissariat in Ober­schlesien gibt unter dem TitelDer polnische Auf­stand in Oberschlesien und die Mitschuld der Franzosen Mai bis Juli 1921" ein Weißbuch heraus. Das Duck beschäftigt sich, den Blättern zufolge, ausschließlich mit den Vorgängen, die sich im Stao,.-.eis Gleiwitz und im Landkreis Ost-Gleiwitz zugetragen haben. Es gibt nur einen kleinen Ausschnitt aus den jüngsten Lei­den der deutschgesinnten Oberschlesier. Der erste Teil handelt von den polnischen Gewalttätigkei­ten. Ueberlebende erzählen in allen Einzelheiten die Hinmordung ihrer nächsten Verwandten. Der zweite Abschnitt belaßt sich mit den Verschleppun­gen und Verhaftungen und zählt 340 Namen auf, deren Träger allen Kreisen und Ständen der deutschgesinnten Bevölkerung angehören. Ein weiteres Kapitel bringt Tatsachen über die Zwangsaushebungen, die polnische Insurgenten unter der deutschen Bevölkerung vornahmen. Das vierte Kapitel behandelt die Teilnahme kongreß- polnischer Truppen. So lag in Laband ein Ka­vallerieregiment aus Kongreß-Polen und ein Feldartillerieregiment: ferner stand dort ein Panzerzug, der aus Polen gekommen war. Das letzte und umfangreichste Kapitel ist überschrieben Die Mischuld der Franzosen". Es enthält eine Anzahl genau substantierter Zeugenaussagen über eine Reihe derjenigen Fälle, in denen fran= zösische Offiziere und Mannschaften mit den pol­nischen Insurgenten Hand in Hand arbeiteten. Von Eiseuöahnbeamten wird unter Anführung genauer Einzelheiten geschildert, wie Franzosen und Polen gemeinsam gegen Eisenbahnzüge aus­schwärmten. Zahlreiche Photossr>Lphien halten die polnft^ - azoische Verbrüderung im Bilde fest. So stellt z- B. eine ^otographie die Weihe äi^^luraeäffaLne -ar, die von einem fran- zösischen Offizier, die Hand am Käppi gegrüßt! wird.

Amerikas Teilnahme an der Sitzung des Obersten Rates.

London, 5. Aug. Wie Reuter erfährt, hat Harding die Einladung, zu der am 8. August beginnenden Tagung des Obersten Rates einen Vertreter zu entsenden, angenommen und da­bei die ernste Hoffnung ausgesprochen, daß die direkt beteiligten Mächte schleunigst eine ge­rechte und befriedigende Regelung der ober­schlesischen Streitfrage herbeiführen und damit eines der Haupthindernisse beseitigen, die jetzt einem dauernden Frieden im Wege stehen.

London, 6. Aug. Der amerikanische Botschas- ter Harvey reift morgen nach Paris ab, um der Sitzung des obersten Rates beizwohngen. Prä­sident Harding bestimmt die von Harvey einzu­nehmende Haltung in einem Schriftstück, in dem er die Einladung zum Obersten Rat annimmt. Harding erklärt darin, Amerika habe ein lebhaf­tes Jnterefse an den angemessenen wirtschaft­lichen Vergleichen und einer gerechten Regelung der Weltproblemc. Es wünscht deshalb, mit dem Obersten Rat bei ter Erörterung dieser Fragen mitzuwirken. Die sich aus dem Kriege ergebenden wirtschaftlichen Fragen interessieren die Ver­einigten Staaten, mögen sie nun die Rehabili­tierung Europas und das Wohlergehen Amerikas berühren, oder unmittelbar den amerikanischen berühren. Harding betrachtet die tatsächliche An­erkennung einer Politik der offenen Tür, die die gleiche Handelsmoglichkeit gewährt, als wesent­lich für die Wiederherstellung einer normalen Tätigkeit in der Welt.

Der Unabhängige Brettscheidi über das Kabinett Wirih.

Paris, 6. Aug. Reichstagsab geordneter Breitscheidt, der sich gegnwartig in Paris aufhält, veröffentlicht heute imPopulair" einen,Artikel, worin er erlärt, die augenblkickliche deutsche ^Re­gierung teile die Auffassung seiner Partei über die Notwendigkeit zu revarieren. ObMar sie bte Innere- und Finanz-Politik des Kabinetts Wirth nicht teile, müsse man doch anerkennen, daß sie den ernsten Wunsch habe, die Verpflichtungen zu erfüllen, die der Friedensvertrag von Versailles Deutschland auferlegt habe. Die Regierung habe nicht das Ultimatum inzig und allein deshalb angenommen, um das Land aus einer vorüber­gehenden gefährlichen Lage zu retten und um Zeit zu gewinnen, sondern weil sie von dem auf­richtigen Wunsche beseelt sei, endlick die Polittk der Kernest Machenschaften zu verlaffen, und um einen Weg zu gehen, den ihr dos Gewiffen und der Vertrag vorsckreibe. Man würde in Frank­reich gezwungen auzuerkennen, daß die Regie­rung Mrth sich nach dieser Richtung nicht be­gnügt habe, Worte zu sprechen ohne ihnen Taten folgen zu lassen. Die Regierung habe auch ihre Unterschrift nicht unter das Ultimatum gesetzt.

um Oberschlesien zu retten, sie habe einfach ge­zahlt, was sie für möglich gehalten habe. In einer Rede des Reichskanzlers in Bremen habe er Gerechtigekit verlangt, aber er sagte nicht, daß Dutschland das Recht habe, Oberschlesten ungeteilt zu verlangen. Deutschland hoffe âr, daß der Oberste Rat eine Lösung finden werde, die das Ergebnis der Volksabstimmung berück­sichtigt und Deutschland die Möglichkeit zum Leben lasse. Breitscheidt sagt schließlich, die Ä deutstben würden bei allen bürgerlichen Parteien Unterstützung finden, wenn -er Oberste Rat «in« Entscheidung treffen werde, die das Industrie­gebiet Polen zuerkennt. In diesem Falle sei das Schicksal der Regierung Wirth be­siegelt. Entweder werde sie sofort durch ein rechtsstehendes Kabinett ersetzt werden, oder eS dürften neue Reichstagswahlen staftflnden mit dr Parole: Oberschlesien, die für die Nationa­listen besonders günstig ausfallen würden. ^nn Wirth jetzt verschwinde, dann bedeut dies^eine Ermutigung für affe reaktionären Kräfte in Deutschland. Breitscheidt schließt seinen Aufsatz indem er sagt: Die Pagiffziekung Europas müßte das politische wl aller Staaten sein. Die Rei­nigung der sranwsifch-deuschen Atmosphäre sei dann grundlegende Bedingung.

Zur Kungersnol tn Russland.

Kopenhagen, 5. Aug. Nach Meldungen bet Sowjetzeitungen sind von einer totalen Miß­ernte 19 Millionen Menschen mit einem Vieh­bestand von 13 Millionen Stück, von einer schleckten Ernte 11 Gouvernements mit einer Bevölkerung von 29 Millionen Menschen be­troffen. Im ganzen sind über 28 Millionen Menschen in Rußland von einer totalen oder teilweisen Mißernte betroffen. Hiervon ge­hören 7% Millionen Menschen der Industrie- bevölkerung an.

Kopenhagen, 5. Aug.Politiken" wird aus i Riga telegraphiert: Pom 25. bis 27. Juli fand auf Anregung des amerikanischen Roten Kreu­zes in Riga eine Konferenz von Vertretern Lettlands, Litauen und Estlands statt, um eine Organisation zu schaffen zum Kampf gegen die Einschleppung von Krankheiten aus Rußland nach den Ostseeprovinzen und Westeuropa. Die Konferenz beschloß u. a., ein Büro mit sani­tären Sachverständigen aus den Ostseeprovinzen ^u errichten; ebenso soll ein Quarantänelager in Dunaburg geschaffen werden.

PoMsche Tagesberichte.

Ein Zwischenfallt Im Schlafwagen des v-Zuges B»rlin-Norddsich hat sich seinerzeit der französische Kapitän Langevin, der in verbots­widriger Weise rauchte, der Feststellung seiner Personalien widersetzt und war schließlich auf Veranlassung des Zugpersonals durch die Poli­zei aus dem v-Zug entfernt worden. Wie die eDutfche Allg. Ztg." erfährt, hat jetzt der Ver­treter des Generals Rollet, General Master- man, eine in einem außerordentlich schroffen Ton gehaltene Note an die deutsche Regierung gerichtet, in der die Amtsenthebung des betr. Polizeibeamten, Entschuldigung und deren Ver­öffentlichung in allen größeren Zeitungen ver- langt wird. Den Blättern zufolge wird die Re­gierung zunächst, bevor sie zu der Note Stellung nimmt, den tatsächlichen Sachverhalt einwand­frei feststellen, da in der Schilderung des Vor­falles noch verschiedene Widersprüche bestehen.

Die neuen Steuervorlagen. Gestern setzte das Reichskabinett die Beratung der neuen Steuergesetzvorlagen fort. Auch die oberschlesi­sche Frage wurde lautDeutsch. Allg. Ztg." in dieser Sitzung berührt. Die Beratung über die Steuergesetzentwürfe konnte noch nicht zu Ende geführt werden.

Die Kohlenförderung des Ruhrbeckens (einschließlich der linksrheinischen Zechen) im Juli ist nach den vorläufigen täglichen An- schreibungen auf 7,83 Millionen in 26 Arbeits­tagen zu veranschlagen. Im Juni hat die För­derung 7,75 Millionen Tonnen in 25^ Ar- beitstagen betragen. Die arbeitstägliche Für- derung wird sich voraussichtlich auf 301200 Tonnewstellen gegenüber rund 307 000 Tonnen im vorhergehenden Monat.

Ausstand der Landarbeiter um Leivzig be­endet. Nach einer Meldung desBerl. Lokal- anzeiger" ist der Ausstand der Landarbeiter auf den Gütern um Leipzig beendet. Die Arbeit ist gestern überall wieder ausgenommen worden.

Derdivig«" BrotpreiS im Eaargrbiet. Die Rc»icru»g»k»m«isüon vom Saargebiet hat unter Würdi-uxz der WirjschaMage im Saar»ebiet be­schlossen, den zukünftigen Preis für ein Vierpfundbrol für das neue Wirtschaftsfavr auf 8 Mk. z» verbilligen und die gesamten Mehrkosten von 70 Millionen Mark auf die Landerkasse zu übernehmen.