Einzelbild herunterladen
 

General-Anzelger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kana« Reklamen August Stobt. allein Sanau^^ y Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Veriagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil

Einrückungsgedübr'.

Die8ge!v. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk., die ,^!v. Zeile im Reklameteil 4.50 Ml.. Finanzinserate 1 /vMk. OffertgebübrAlPsg.Bezugsvreis: Viertei» fâbtl. 14.40 Mk..monatl. 4.80 Mk.. f. Postbezug viertel« Mrl. 15,90 9Rf. monatl.S.ZttMl. DieRummerAlPfg.

PoMckeck-Konto Nr. 26659. Frankkurt a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernivrechanschlüsie Nr. 1237 und 1238.

Sir. 181

1921

MB

Das Neueste.

Im Sackwerständiqenaursclmß der Alli'srten ist k bst ^berlchlesischcn Frage noch keine Einigung riiklt worden.

- 3m Danziger Senat kam e» gestern zu schweren j^r-ihtnotn.

- Die knalische Regierung bat die amerikanilche ^rnng wissen lassen,, daß ihr der 11. November H tai der Abrüsiungrkonserenz genebm sei.

- Kestern unterzeichneten die Vertreter der italie- Mn Sasialiken und der Fakzisten in Segtn»art ,, Präsidenten der Kammer, de Nicola, «n Abkommen, mit bt» sie sicb verpflichten, die gegenseitige Bc. lâmpfunii kinzustellen und Zusammenstöße zu »er« Min.

- I« Jugoslawien wurde die .Kommunisien- («tralt verstastet, alle Eemeindevertretungen mit jmmiiniftiiÄer Mebrbeit werden ausgelöst.

-. Die große Nationalversammlung von Angora P beschlossen, daß alle ihre Mitglieder an der Vcr> lndißiiiig des Vaterlandes teilnehmen sollen, die niliiârischen oder medizinischen Mitglieder an der ^ront, die anderen bei VerwaltungSarbeiten hinter btt Front.

- Nach einer Meldung aus New Dork hat Mustapha Bernal Pascha sein Hauptquartier in Aleppo ansge- Idilagen. Man rechne jeden Augenblick mit dem Los- irttbtii der griechischen Offensive.

Die schwarze Schmach Frankreichs.

Dieser Tage erwiesen einige junge marok- imische Offiziere, die erst vor kurzem von der ranzösischen Offizierschule ausgemustert war­en waren, der Stadt Mainz die hohe Ehre jres Vejuchs. DasEcho du Rhin", das die roße Bedeutung dieses Besuchs richtig erfaßt alte, hob in seinem Bericht rühmend hervor, üß die jungen Leute sämtlich guten marokkani- ^Fsmllien entstammen und daß sie mtt Diz die französische Offiziersuniform tragen. Wr Stolz ist mit Rücksicht auf die recht endlichen Träger der Uniform noch verstând- ch. Weniger verständlich ist allerdings die lusgeblajenheit desEcho du Rhin", das nicht weniger stolz darauf ist, aus diesem Anlaß ein oblied auf die farbigen Besatzungstruppen an- immen zu können und dabei von der gegen- eitig aufrichtigen und loyalen Annäherung chcht, die sich zwischen Frankreich und seinen farbigen herausgebildet habe.

Von der Loyalität Frankreichs gegenseine iraoen Schwarzen" kann man sich leicht über- Mgen. Die Quelle dafür bildet zwar nicht die n Mainz erscheinende französische MUitärzei- ung, sondern eine andere Art schriftlicher Be­ichte, die das angeführte Blatt allerdings auf tinen Fall, auch nicht im Auszug wiedergeben Bürbe. Gemeint find die Berichte der franzö- |Wn Militärspitäler im Rheinland, in denen

jo gerühmten Marokkaner und Neger im Winter wie die Fliegen hinsterben. Alle haben M Tuberkulose. Und dieses Frankreich, dessen Loyalität dasEcho du Rhin" gar nicht genug Hervorheben kann, setzt offenbar mit Absicht die Angeborenen seiner afrikanischen Kolonien den rauhen Wintersrösten unseres Klimas aus. alele werden jedenfalls nicht heimkehren, um französischer Loyalität" berichten zu tonnen.

. Denn diese Heimkehr gerade fürchten Frank- teichz besorgte Staatsmänner. Und vielleicht mchten sie auch nicht grundlos, daß Frank- y Farbige, die die Handhabung europä- Wr Kriegswaffen erlernt haben, diese Kennt- W noch einmal zu einem anderen Zweck ge* rächen könnten als pour la gloire de rarice. Diese hysterische Angst, diese ständige purcht vor Bedrohungen bald am Rhein, bald n Der Uebersee, läßt dem angeblich loyalen streich jebes Mittel erlaubt erscheinen, das ^^ââ)tposition zu sichern geeignet ist.

lange wird es aber dauern, bis Frank- eigene marokkanische Osfiziere, in deren Autät es scheinbar doch bedeutend weniger Frauen jetzt als dasEcho du Rhin", hinter kommen werden? Heute werden iJc "V.lfiziere" noch mit jenen augenblicklich in ö°v.^eri Journalen üblichen Phrasen ge- bie die Herzlichkeit der Gefühle Frank- [: 5 für Marokko nicht laut genug ausdrücken toioh Heute bilden die schwarzen Truppen, ,.i,. "^freche Hubert Jacques schreibt,Frank- Wacht am Rhein", und sie tun das, wie mit vollendeter Unverschämtheit hinzufügt, Korrektheit und Disziplin, die sich die qien etcn Gegenden Frankreichs und Bel­dos ?Dn den sogenannten zivilisierten Sol- des Kaisers gewünscht hätten."

-im - Borniertheit, dieses vertrottelte Ge- !kn e? Quf Deutschland, das in einem impoten- ausgedrückt wird, ist wirklich Mu' ^derbieten. Vor kurzem erst hatte der ^deulland entsandte Korreivondent des

Manchester Guardian" das Betragen der far­bigen Truppen als tierisch im gröbsten Sinne bezeichnet und gleichzeitig erklärt, daß der bloße Anblick der Farbigen in den Straßen und Eisenbahnstationen eine Beleidigung und Er­niedrigung selbst für den fremden Besucher bilde. Das verblödete Gerede eines Hubert Jac- aues und jener französischen Militärs, deren Sprachrohr er bildet, wird die Richtigkeit des englischen Urteils niemals verdunkeln können. Aber man kann daraus schließen, daß es noch ziemlich lange dauern wird, bis man in Frank­reich den Sinn jenes Urteils ganz verstanden haben wird.

Die Furcht vor Eingeborenenaufständen, deren berufene Führer und Organisatoren die auf französischen Kriegsschulen erzogenen far­bigen Offiziere werden könnten, kommt in Frankreich nicht mebr^zur Ruhe. Darum ist auch die Annahme nicht unberechtigt, daß man in Frankreich den Sinn des Wortes von der schwarzen Schmach einmal noch ganz gut, noch peinlich gut verstehen wird, Heute, bei der ständigen Wiederbelebung des Blödsinns von der Loyalität und den Verdiensten der schwar­zen Truppen kann sich dieser Ausdruck in Frankreich allerdings nur auf etwas ganz an­deres beziehen: auf die Verfinsterung in den Gehirnen, die so unsinniges Zeug produzieren/ wie Hubert-Jacques imEcho du Rhin".

Die Znduftrie für ein ungeteiltes Oderfchlesien.

Der Reichsverband der deutschen Industrie erläßt folgende Kundgebung:

Am 8. August fällt nach den Beschüssen der Entente die Entscheidung über Oberschlesien und damit die Entscheidung über Gedech und Verderb dieses Landes. Oberschlesien ist nach den klaren Bestimmungen des Versailler Vertrags das

Vertrages am 20. März erfolgten Abstimmung in überwältigender Mehrheit für ein Verblei­ben beim Deutschen Reiche entschieden. Eine Teilung Oberschlesiens widerspricht somit dem Wortlaut des von den allierten Mächten unter­zeichneten Vertrages. Die Forderung der Er­haltung Oberschlesiens als wirtschaftlick-e und po­litische Einheit beruht nicht nur auf rechtlichen, sondern auch auf natürlichen und wirtschaftlichen Gründen. Oberschlesien ist mit allen Lebensfäden mit dem teutschen Mutterland verbunden. Be­züglich seiner Ernährung ist es von jeher auf den Bezug von Lebensmitteln aus den benach­barten deutschen Provinzen angewiesen gewesen, und seine industrielle Abhängigkeit von Deutsch­land ist noch stärker als die landwirtschaftliche. Die Lebensfähigkeit Oberschlesiens ist daher durch sein ungeteiltes Verbleiben bei Deutschland be­dingt, und seine Loslösung würde eine jede Ar­beit für die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Mitteleuropas aufs äußerste erschweren, wenn- nicht völlig unmöglich machen. Es ist ein inte­grierender Bestandteil des deutschen Wirtsâsts- körpers. Daher werbe, wie letztüin von führen­den Persönlichkeitsn der oberichlcsischen In­dustrie und auch vom Reichskanzler mehrfach be­tont worden ist, im Falle der Loslösung Ober- schlesiens von Deutschland and) mit der Er­füllung der burA die Annahme des Ultimatums Deutschland den alliierten Mächten gegenüber a-uferlegten Verpflichtungen nicht mehr gerechnet werden können, da sich Deutschland nach Verlust von Elsaß-Lotbrittgen mehr als bisher,auf bi oberschlesische Eisen- und Stapfprs-urtisn und ebenso auf die oberschlesische Kohienproduktion stützen muß. Der Reichsverband her deutschen Jndrchrie verlangt mit allem Nachdruck, _ daß Oberschle sn e n. auch mit Rücksicht auf den unlösbaren technischen Zusammeuhanq des In­dustriegebiets. ungeteilt beim ^Deut­schen Reiche verbleibt, und sieht h cerin die alleinige Voraussetzung für die Erhaltung Oberschlestcnr als blühendes und zukunftsreiches Wirtschaftsgebiet.

Forderungen der polnischen Aufständischen.

Berlin, 4. Aug. DaS in Berlin erscheinende polnische BlattDziennik Berlinski" meldet ans Beuchen : Im Hinblick auf die nahe Sitzung des Obersten lltateS veröffentlicht der Verband ehe­maliger polnischer Aufständischer eine Reihe von Forderungen. Darin heißt es u. a: Lloyv George hat in Irland wohl noch nicht dre Lehre erhalten, daß nationale wirtsckxrftliche Bestre­bungen nicht durch Bajonette entschieden werden können. Wir wollen glauben, daß die Vertreter von Frankreich, Italien und Amerika dem eng­lischen Protest nicht beistimmen. Wir erklären, daß wir die Vergewaltigung unserer Forderun­gen durch den Obersten Rat für eine Kampfes- anfage ansehen. Die Gewalt wird gegen eine einheitliche Front stoßen. Die Bajonette fürchten mir nicht

Die Pariser Tasung. Noch feine Eulignug im Sachvekktän-igen-Attsschutz.

Paris, 5. Aug. Vertinnx stellte beute im .Echo dc Pari»" wiederum fest, daß der Sachverständigen- Du»schuß in btr oberichlesiichkn Frage n»ch zu keinem Srgebnii gekommen sei. Im Gegenteil, erscheine er io, a!» ob die Habgier der englischen Regierung da» Industriegebiet nicht teilen welle. Noiwendigerweii? bunden sich so die französische und die englische Re­gierung gegenüber.

Zunahme des FlüchtlingsstromeS.

Denlhen, 4. Aug. In der Stadt hat erneut ein starker Flnchtlingsstrom besonder» au» den Landge­meinden Friedciirlssitte, Hubertu»öütie und Hobenlinde eingesetzt. Auch von Glciwitz wird ein starker An­wachsen de» Flüchtlingsstromes gemeldet. AuS dem Kreise Tbarnowitz mehren sich die Klagen der deutschen Bevölkerung über Uebergriffe der polnischen Ortswehr.

Polnische Agilalivn in Oslpreutzen.

Königsberg, 4. Aug. In dem masurischen Gebiet und insbesondere im Strebe Marienwer­der arbeitet eine sehr eifrige polnische Propa­ganda mit den verwerflichsten Mitteln, um die Stimmung der dortigen Bevöflerung zu unter­graben. Dabei arbeitet man auf polnischer Seite außerordentlich geheim, sodaß es nur in den wenigsten Fällen gelingt, den versteckten Flug­blattverbreitern auf die Spur zu kommen. In den polnischen Piopagandaschriften wird offen ausgesprochen, die Entscheidung über Danzig, das Memefland, Littauen und Ostpreußen werde fallen, wenn die oberschlesische Frage für Polen günstig erledigt ist. In Pomerellen beschmutzen die deutschfeindlichen Agitatoren die Deutschen mit den niedrigsten Beschuldigungen, indem sie behaupten, die Deutschen hätten die Teuerungs­krawalle in Pomerellen hervorgerufen, und fer­ner seien sie es gewesen, die das Ordensschloß Mewa in Brand gesteckt hätten, um die dort un­tergebrachten 600 polnischen Soldaten ums Le- en Instanzen in

ten schärfste Aufmerksamkeit.

Polnische Kriegsfällen an der deutschen Ostgrenzr

Königsberg, 4. Aug. An der oftpreußischen Grenze haben, wie berichtet wird, die Polen etwa 100 Kilometer von der Grenze entfernt schwere Geschütze und Maschinengewehrnester mit _ der Front nach Deutschland angelegt. Diese Festun­gen sollen den Zweck haben, einen Angriff auf Ostpreußen ins Werk zu setzen, falls Deutsch­land in die Lage versetzt werde, sich in Ober­schlesien gegen einen polnischen Ueberfall zu ver­teidigen. Eine Bande von polnischen Spionen arbeitet in Ostpreußen. Im litauisch-polnischen Konflikt besteht neuerdings die Gefahr, è- die Truppen Zelizowskis auf Ostpreußen abgedrängt werden, und in polnischen Kreisen rechnet man in solchem Falle damit, daß Ostpreußen gezwun­gen werden würde, seine Neutralität aufzugeben und dadurch ein deutsch-polnischer Kriegsfall ent­stehen könnte.

Ausregende Szenen im Danziger Parlament.

Verhaftung zweier Kommunisten.

Danzig, 4. Aug. Im Danziger Volkstage kam es heute nachmittag zu schweren Zusammen­stößen zwischen den Linksparteien und dem Se­nat. Die Verhandlung begann mit einer sehr erregten Anklagerede des Führers der unabhän­gigen Sozialdemokraten Mau, der die Senats­mitglieder mit schweren Schimpfworten^ belei­digte. Die Erregung wurde dadurch sehr ge- ueigect und die Sitzung mußte unterbrochen wer- -den. In der Hauptsaci-e hatten die Angriffe ih­ren Grund in der Anwesenheit eines Komman- 065 der Sipo im Volkstagsgebäude unmittelbar neben dem Plermrsitzuiigssaal. Die Sipo war schwer bewaffnet u. a. auch mit Handgrarmten. Die Linksparteien verlangten Abzug der sipo und verhinderten durch andauernden Lärm eine Verhandlung des Parlaments. Als nach wieder­holter Vertagung der kommunistische Abgeordnete Schmidt gegen einen deutsch-nationalen Red­ner tätlich wurde, erschien ein Kommando der Sipo in Stärke von einem Offizier und 14 Mann im Sitzungssaal und verhaftete auf Veranlassung des Senators des Innern Schümmer die beiden Abgeordneten Schmidt und Rahn von der Lk- P. Bezirk Danzig. Die Linkspa leien begleiteten die Verhaftung mit ungeheurem Lärm und ver­hinderten jeden weiteren Versuch der bürger­lichen Parteien, in eine sachlick>e Beratung ein­zutreten. Unter großer Erregung wurde um 6 Uhr abends die Sitzung endgültig geschlossen, nachdem die Oppositionsparteien auch den Se- notspräsidenten, der eine Erklärung abgeben wollte, daran verhinderten. Das Volkstagsge­bäude und das Regierungsviertel waren durch Sipo abgesperrt.

*

Ueber diese Vorgänge in der gestrigen Sitzung deS Danziger Voftstagès veröffentlicht der Senat eine Erllärung, in der es heißt:

Nach Artikel 13 der Verfassung übt der Präsi­dent im Volkstage Polizeigewalt aus. Aus Grund dez ihm zustehenden Rechtes hat der Prä­sident des Volkstages unter dem gestrigen Tage dem Senat eine schriftliche Erklärung ausgehän­digt, in der es u. a. heißt: Auf Grund des Art. 13 der Verfassung habe ich zur Ausführung der Polizeigewalt dem Ersuchen der Mehrhettspar- teien des Volks tag es stattgegeben, ein genügend starkes Polizeiaufgebot in das Haus des Volkes zu legen Ich ermächtigte die polizeilichen Or­gane, die nötigen Vorkehrungen zur Aufrechter­haltung der Ordnung und Sicherheit durch Ab­wendung aller Gefahren und ungesetzlichen Ver­brechen zu treffen. Die Abgeordneten Schmidt und Rahn haben in fortgesetzter Handlung, zu­letzt durch tätliche Berührungen und Bedrohung des zur Rede zugelassenen Abgeordneten Nie­huus. der eine Erklärung der stärksten Partei des Volkstages abgeben wollte, ein Verbrechen, ge­mäß § 105 des Strafgesetzbuches begangen, wo- nach derjenige, der die gesetzgebende Versamm­lung zur Fassung oder Unterlassung von Be­schlüssen nötigt, mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren bestraft wird. Nach § 21 der Verfassung darf ein Abgeordneter bei der Ausübung der Tat oder spätestens einen Tag später mit Ge­nehmigung des Volkstages verhaftet werden. Die Verhaftung der beiden Abgeordnetne ist unmit­telbar nach dem Begehen der Tat erfolgt. Der Senat hat durch diese Festnahme den Terror, der von der äußersten Linken schon seit Wochen auf die Mehrheit des Hauses ausgeübt wurde, ein Ende zu machen-versucht. Hoffentlich wird diese Maßregel genügen, um die parlamentari­schen Arbeiten des Volks tage? in Zukunft sicher- zustellen. Der Senat billigt das entschlossene Ein­greifen des Senators deS Innern. Wenn es nicht gelingt, den Terror der äußersten Linken mit gesetzlichen Mitteln zu beseitigen, so würde dies ein sreiwilliges Abdanken der verfassunoS'

,en Staatsgewalt bedeuten und die urcheib vollsten Wirkungen für das junge Staatswesen in sich schließen.

Vereitlung eines Kommunistenputscher»

AuS Kreisen des Danziger Senats wird noch be­kannt, daß die Kommunisten für gestern eine groß an- geteilte Aktion geplant hatten, um die Gewalt im Freistaat Danzig in die Hände zu bekommen. So i ollen u. a. Beschlüsse über die Verteilung der Staat», gemalt unter die einzelnen kommunistischen Füdrer gc- mßt worden fein; ferner sollen, wie aus Schriftstück««. Die Vorgelegen haben, bero ergebt, der Vizepräsident de« Senats, Dr. Zehm, und Senator Schümmer beseitigt werden.

Porrrische Tagesberichte.

Die Entwaffnung. In 'Erfüllung der Lon­doner Entwaffnungsnote der Entente sind, den Blättern zufolge gestern wiederum 190 Offiziere der Reichswehr entlassen worden. Es handelt sich hierbei um die Verringerung der Offiziersstellen, wie sie General Rollet zwecks Einreihung, der höheren Verwaltungsbeamten beim Militär in die erlaubte Zahl von 4000 Offizieren gefordert hatte.

Die neuen Steuerberatungen des Ka­binetts. Gestern nachmittag fand eine KabinettS- sitzung stttt. die sich, wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, mit her Wsiterberatung der neuen 'Steuervorlagen beschäftigte. Die Bera­tungen des Kabinetts über die neuen Steuerge­setze stehen dem Blatte zufolge vor dem Abschluß. Eine ausführliche Mitteilung darüber ist in kür­zester Zeit zu erwarten v

Vr'i' dentenwahl in Baden. Bei der gestrigen Schlußsitzung des badischen Landtages wurde die Wadi des Staatspräsidenten, dessen ein« täbrige Ämtsdauer abgelaufen ist vorgenommen. Einstimmig wurde der Iustizminister T r un k »um Staatspräsidenten wiedergewaiüt. Zum Stellver­treter wurde der Minister des Innern Remmel« gewählt. Beide nahmen die Wahl unter dem Bei­fall des Hauses an. .

Die Wlrt'chaftskrite m der Tichecho-El»« malet.Bravo Lido" erfährt, daß die Myslo- witzer Eisenwerke bereits 5000 Arbeiter ent- lassen haben; weitere Entlassungen sollen folgen. Auch die Prager Eisenindustrie-Gesellschaft bat ihre Betriebe eingeschränkt, wodurch ebenfalls einige Tausend Arbeiter brotlos geworden sind. In allen Industriegebieten erfolgen Einschrän- kirngen. Im Anschluß an diese Feststellungen spricht sich das Blatt für die Teilnahme der So­zialisten an der Regierung aus, damit die Ar­beiterschaft dem Ansturm des Kapitalismus nicht unterliege. . _

Tie amerikanischen Truppen in Deutsch­land. (Durch Flintspruch.) Bei Vesprechun, mehrerer Entschließungen über sie Zurückzichun, her amen, konischen Truppen au» Deutschland erklärte Porter. Vornrender des Aurschusse» de» Repräsentantenhaus-» für au»»ärNze Angelegenheiten, nach seiner persön­lichen Ansicht würden die amerikanischen Truppe« bi» zur Siegelung der Verhältnisse zwischen Deutichlan» iiiid Amerika bleiben. Er glaube, daß diese R«s«lt'»g in zwei di» drei Monaten erfolgen werde.

(WeiterePolitische Nachrichten" Seite L),