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Sir. 179
Mittwoch den 3. August
1921
Der Reichskanzler über Oberschlejien.
gilt Appell: Achtel das Selbstdestirymungsrecht des vberhchtehifchen Volkes!
Reichskanzler Dr. Wirth sprach, gestern 1 tbeni) in einer von etwa 5000 Personen besuchten j sittlichen Versammlung, die von der Handels- imimer Bremen einberufen war, über die ivirtschastliche Lage. Er führte u. a. aus:
W ich heute morgen in die Stadt kam, bin ich nicht hergekommen, um eine Rede der Resig- miion zu halten, nicht um Sie zu unterrichten »cn den täglichen Sorgen und Mühen, von denen die Regierung erfüllt ist, sondern ich bin gekommen, um Ihnen Worte der Ermunte-^ rung, des Trostes und der Aufmun-i jèlu n g zu sprechen, damit wir in diesem großen gewaltigen Schicksal, das unser Land betroffen hat, uns nicht allein dem Schmerz hingeben, sondern ich will Sie aufrufen, mit uns und mit Fen deutschen Regierungen mutig durch Arbeit,' durch freiwillige Arbeit, den Weg zur Freiheit zu gehen. (Bravo.) Ich weiß, daß die Arbeit, die mir verrichten müssen, in unserem deutschen Va- lerlanbe getragen sein muß von dem G e d a n - ke n h 0 h.er Ideale, datz wir aber gerade in diesen Idealen in unserem deutschen Volk nicht einig sind Die einen schauen rechts, die andern links und hiebet andere schauen auf den dornigen Pfad, der uns allein durch Arbeit vorwärts dringen kann zur Freiheit. Mir kommt es nicht darauf an, Illusionen zu wecken; Illusionen haben wir früher genug gehabt im Weltkriege. Nicht um Illusionen zu wecken bin ich hergekommen, sondern um Ihnen zu sagen, daß wi'r uns nur durch treue Pflichterfüllung, durch harte eiserne Arbeit den Weg zur Kr räh e i t b a hm e n MW- M bâ â den letzten Wochen und Monaten manche Ent- iäufchung erlitten, aber das eine hat sich doch gezeigt: .
Wir sind nicht Jllusionsmänner gewesen.
Denn man einmal in der Politik eine feste Rich-
Gewalt, ob die Unvernunft oder die wirtschaftliche Vernunft in Oberschlesien herrschen sollen.
Ich habe genügend dargetan, wie wichtig es für die ganze Welt ist, daß anstelle des Machtgedankens der Gedanke des Rechts zum Durchbruch kommt. Wir hören Stimmen des Rechts und des Friedens in der ganzen Welt. Aus Amerika, aus England hören wir diese Stimmen. Wenn diese Stiinme auf der ganzen Welt rechtzeitig im Toben des Weltkrieges zur Geltung gekommen wäre, die Welt stände heute anders da, als in dem jetzigen ungeheuren Elend. Wir wollen jede Stimme des Rechtes und der Vernunft, ob sie jenseits des Meeres oder jenseits des Kanals ertönt, mit Dankbarkeit begrüßen. Mit herzlicher Freude haben wir gehört, daß aus dem Munde führender Staatsmänner auf der Seite unserer früheren Gegner das Wort vom Glück und der Wohlfahrt der Völker wieder öffentlich ausgesprochen wird.
Liebe Volksgenossen! Das deutsche Volk weiß I von vergangenem Glück und Wohlfahrt zu erzählen. Waren es nicht glückliche Tage, wo die Welt auch in Bremen in Frieden ihren Geschäften nachgehen und den Werken der Wohlfahrt und des 103talen Gedankens leben konnte? Wenn wir heute das Wort „Glück und Wohlfahrt" auf die Lippen nehmen, fo tun wir es in dem Gefühl. Glück und Wohlfahrt verloren zu haben. Das große Weltgeschehen hat diesen Friedensgedanken verschüttet und allein Machtgedanken zur Geltung gebracht. Wir sprechen von Glück und Wohlfahrt, weil dieses Land der Sehnsucht hinter uns liegt. Aber wenn drüben heute von Glück und Wohl-
wrsönlich erkämpfe und für das ich jederzeit bereit bin einzutreten, ist das der demokratischen Freiheit der deutschen Volksrepublik. (Beifall.) Wir verlangen, daß man unsere Ideale und unser aufrichtiges Streben achtet. Muß nicht heute allen, )ie an dem Geschick Europas mitarbeiten wollen, klar sein, was es bedeutet, den größten Teil des deutschen Volkes zu mißachten, das sich jetzt in den bitteren Stunden der Erfüllung des Ultimatums beleben lätzt durch den Gedanken, durch
) bem ^beu'toen H»!r I
dem der Wafenstillstand — ...-------- _,„ - - Waffen genommen hat, dieses Ziel, die Wohlfahrt und das Glück der Völker tu erneuern, wirklich das Ziel der führenden Männer gewesen ist? Schauen Sie hin auf die Politik der letzten drei
Arbeit zur Freiheit zu kommen Ich frage vor aller Welt: Haben Sie je ein Volk gesehen, das solche ungeheure Opfer auf sich nimmt, wie sie durch unsere Steuergesetzgebung gerade auch von den Lohn- und Gehaltsempfängern von der deutschen Arbeiterwelt, von der Angestelltenschaft und Beamtenschaft verhängt werden? Hat uns nicht der große Gedanke geleitet, durch Arbeit, durch Opfer die junge deutsche Republik wieder zur Freiheit und zu neuer Wohlfahrt zu führen Die Wohlfahrt aller Völker ist eng unter einander verflochten. Sieht die Welt um uns nicht ein, daß man heute ein Volk nicht isolieren kann? Schauen Sie hinüber nach England. Sind dort nicht 2 Millionen Arbeitslose, die um ihr täglich Brot ringen? Schauen Sie hinüber nach Amerika. Sind es dort nicht doppelt so viele wie in England? Schauen Sie rings herum, wie das Wirtschaftsleben zusammengebrochen ist, wie die tausende wirtschaftlicher Fäden zerriffen worden sind durch das große Schicksal der europäischen Kriegskatastrophe. Wie war es im Jahre 1914? Heute sind es sieben Jahre danach. Was stand am Eingang dieser siebenmhrigen Epoche? Ein Ultimatum, das unglücklichste, was die Welt gesehen hat, jenes Ultimatum an Serbien. Und ist es jetzt nicht wieder ein Ultimatum gewesen, das für. die Welt entweder das Zeichen der Verständigung oder vielleicht noch einmal, das Zeichen neuer Zerstörungen für Europa fein kann?
lange bauern. Für Deutschland ist nur eine Lösung annehmbar: DaSungcteilteOberschlesien.)
PariS, 2. August. Wie au» London Verlautet, find die Aussichten auf eine Einigung der Sachverständigen über die oberschlesische Frage ziemlich gering.
Die TageSordnun« deS Obersten Rate».
Paris, 2. Aug. Der »Jntransizeant" hält e» nicht für ausgeschlossen, daß auf der in der nächsten Woche 'tettfinbcnben Tagung bei Obersten Rates nur folgende zwei Fragen besprochen toerben:
1. eventuelle Entsendung von Verstärkungen,
2. Teilung Oberschlcficx».
Dann würde man zunächst abwarten, wie die Entscheidung der Alliierten von Polen unb Deutschland ausgenommen wcr»e. Der Rest der Tagesordnung würde den Gegenstand bilden, an der die Belgier und wahrscheinlich auch andere beteiligte Alliierte teitnehmen worden unb auf bet Lloyd George nicht mehr erscheinen werde.
Polnischer Terror.
SISttermelbungen aus Beuchen zufolge deuten alle Anzeichen auf einen neuerlich bevorstehenden polnischen Putsch hin. Der polnische Terror greift immer weiter um sich. Aus Nikischacht haben die Grubenbeamten vor "iffen. Auch in Gieschewal ne Deutschgesinnten von
hing eingeschlagen hat und wenn man diese Rich-; hing innehält, dann muß man doch in der Welt i Beachtung finden. (Sehr richtig.) Diese Beachtung in der Welt baut sich auf auf deutsche Eha- reterfestigkeit. (Bravo.) Der Weg, der uns vor- - gezeichnet ist, ist der Weg des Rechts, ist der iÜLeg, der nicht bezeichnet wird durch das blanke Tchwert, ist der Weg, der dorthin weist, wohin Oie Lehnsucht aller Völker geht: es ist der Weg i der Barmherzigkeit und Liebe; er weist zum wah.
ren Menschentum, der Weg, auf den die Welt ein Aecht hat, es ist der Weg zum Glück und zur Wohlfahrt! (Brova und Händeklatschen.) Es
' wird mancher unter Ihnen sein, der an den ab $ tat Fahnen hängt. Ich nehme es niemanden
übel. Das ist Historie. Manchem wird es schmerz- 1 ; M sein, wenn er an die alten. Zeiten denkt. I
ton die heutige Politik des Reiches sann sich | I N umkleiden mit Illusionen der Macht, denn j I diese Faktoren sind nicht mehr vorhanden, sondern
das heutige Reich und seine Führer müssen sich wappnen mit Geduld, in der Ueberzeugung, daß drr Kern der Welt und ihrer Geschichte ein mo- I Escher ist. (Händeklatschen) und ich glaube, ge- I Ade inmitten der großen strebsamen Arbeiterwelt I Bremens, von deren Arbeit ich heute morgen ein I Zeugnis bekam, inmitten der strebsamen Kauf- I Mannschaft Bremens, das der Ausgangspunkt ist I M das Emporblühen des Welthandels, daß hier | Gedanke des Vertrauens Würfeln fasten muß I der großen moralischen Weltauffassung, die I T Rechsbewußtsein Deutschlands immer ausge- I ^chnet hat. Ich sagte vorhin, daß mancher nur I Trauer Abschied nimmt von dem Gedanken.
I nicht die Macht allein die deutsche Politik
I zieren kann. Wir haben diem Macht nicht, wir
^eren kann. Wir haben diese Marbt nich
Men aber auch, was gerade' die Macht in den
Monaten für Unheil geschaffen hat. Wollen wisse?, was Macht ist. wenn sie brutal mitz- °Echt wird, dann, liebe VolkSgenvffen, schauen auf Oberschlesien Dort ha>i die Macht, und hte polnische Macht, nicht ganz hNe Verbindung mit Mächten, die Z Gedanken des Reckrts hätten Hochhalten müh dort hat der Gedanker der Diktatur ein Hanif ' *
endes, blühendes L and, Ober-
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an brn Rand des Verderben? gebracht.
wollen keine Diktatur in der Welt, wir wol- eines, daß deutsches Land. das durch utzche Arbeit und durch deutsche Kultur zu
®Iüte embotgema^b^n ist. daß dieses Land M unter polnischer Diktatur dem Ruin preisae- b ° " wird (Bravo.) Dort bähen Sie den MS- - ^.der Gewalt gesehen und ich glaube, nie- k. nL’n Bremen verkennt den grc^n Gedanken Ufr ^unde, die uns bevorsteht, wo sich seinen
’ °« in Oberschlesien das Recht oder ob die
dem Terror fliehen müssen. Auch in Gieschewal und Janow wurden die Deutschgesinnten von polnischen Banden zur Flucht gezwungen. Aus Laurahütte und Nicolau werden Zusammenrottungen ehemaliger Insurgenten gemeldet, die schwere Gefahren für die deutschgesinnten Teile der Bevölkerung befürchten lassen. Die zuständigen Kreiskontrolleure sind eindringlich auf die Sturmzeichen im oberschlesischen Industriegebiet aufmerksam gemacht worden.
Nach einer Meldung des „Berliner Lokalanz. aus Rvbnik wurde der Markscheider-Assistent Wrobel won als Ortswehr fungierenden Insurgenten aus dem Werkkastno in Ober-Radoschau mit Gewalt heraus geholt und auf dem Wege
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(Der beim Rel.--------,_.;„„ —, können chn deshalb nur im Auszug wreder-
Jahre, auf die Politik der letzten Monate.
Mit ewigem Drohen tritt man uns gegenüber.
Damit macht man keine Wohlfahrt, sondern nur neuen Hatz. Wir haben in den letzten Tagest wieder erlebt, welche schweren Wolken wieder über un^ei deutsches Vaterland heraufgezogen sind, welche neuen Drohungen ausgesprochen worden sind, während wir glaubten, dem wahren Gedanken der Liebe und der Versöhnung in der Welt zu dienen und damit den Völkern neues Glück und neue Wohlfahrt zu bringen. ^Jch nehme es niemanden in dieser großen Halle übel, wenn Sie an .der Politik der letzten Monate Kritik üben. Ich habe nichts dagegen, wenn hier und dort der Ruf an mich herantritt: Herr Reichskanzler, sic sind einen falschen Weg gegangen! Trotzdem würde ich, wenn noch einmal die schwere Entscheidung zu fällen wäre, eine Regierung zu bilden, wieder allein den Weg des Rechtes geben. Ich würde mich keinen Augenblick besinnen, biete Polirik noch einmal zu machen. (Bravo und Händeklatschen.) Ich habe die Antwort auf das Ultimatum von London gegeben auch unter diesem politischen Gesichtspunkte. Will I man in der Welt den großen Gedanken der so- I zialen Demokratie Rechnung tragen, dann darf man die Politik der deutschen Regierung nicht sabotieren, die getragen ist von dem Vertrauen der arbe'tenden Welt und ßanbelsmelt. Eine solche Sabotage würde ich ausfaßen als eine Sabotage der großen Ideale der Welt. Eine solche Sabotage wäre es, wen trotz der Abstimmung in Oberfchlesien Korfanty und nicht das Recht in Europa zur Geltung kommen würde. Es ist eine große oewaltwe Stunde, die für die Machthaber der alliierten "Mächte in dieser Woche anbebt. Ich weiß nicht, ob man in der ganzen Welt dü Zeichen ber Zeit richtig verstebt. Aber es darf liegt oe-Men daß man den großen Gedanken '"es Selbstbestimunosrechts verletzt in einem Augenblick, wo alle Mächte moralischer Natur m't eherner Stimme in die Welt hinausrufen müßte:
Achtet das Selbstbepimmungsrecht des ober* schlesischen Balkes,
das mit aller Mackst und Klarheit sich ausge- 'prochen bat, achtet den Gedanken der Demokratie in der Welt, den Gedanken der Freiheit, wenn -hr nicht das unglücklich- Europa dem Ruin, dem Elend und endgültigen Untergang weiben rorW. (Bravo und Händeklatschen) Von dlesem Ge- > danken getragen, daß das Recht der L«lbiAe- stimmung Oberschlesiens geachtet werden mutz, haben wir zurzeit unsere Politik eingeschlagen, die Politik her ehrlichen Erfüllung des Friedens- Vertrages. ♦ ) weiß, daß mir in den politischer
I Ideen nicht alle einig sind. Mein Ideal, das id
geben.)
Dr. Wirth führte zum Schluß u. a. aus: Europa kann nicht noch einmal durch neuen Wirrwarr hindurchgeführt werden. Die Todesschatten lagern über dem Kontinent, der der Bringer des Lichtes und der Freiheit für die ganze Welt fein müßte.
Leider regiert in Warschau politische Leidenschaft und grenzenloser Hochmut,
der die Welt nicht zur Ruhe kommen lassen will. Bremen war einer der Orte, von denen deutsche Kultur und deutsche Arbeit in die Länder des Ostens getragen wurden. Deutsche Kultur, deutsche Zivilisation und deutsche soziale Wohlfahrtseinrichtungen stehen in Oberschlesien auf dem Spiele. Oberfchlesien hat unter der deutschen demokratischen Freiheit andere Tage gehabt als unter der Herrschaft der polnischen Rationalisten. Bremens Arbeiterschaft und Kaufmannschaft muß zn,sammenftehen mit der Reichsregierung in der Verteidigung der großen einheitlichen Richtlinien der Reichspolitik, die geleitet sind von dem großen Gedanken der Erfüllung unserer Verpflichtungen gegen das Ausland und geleitet von dem großen Gedanken der Arbeit» des Rechtes und der sozialen Wohlfahrt Deutschlands, und daß mit ihm ein faires Spiel getrieben wird. Das Vertrauen in die europäische Solidarität und das gemeinsame Interesse aller Völker an der Freiheit der Demokratie darf nicht enttäufcht werden!
Die Vorschläge
der SachverstönSiZenkommisfisn.
Paris, 2. Ancmst. Die Gactiuerftänbiceulommiffion, Fe seit Donnerstag bie ober cklenicde Frage prüft, ist noch xu keinem Abickluß gelangt. -trog des strengen Stillichweioen», das über diese Vcrbandlimgen bewahrt wird, awnbt Petit Journal mitieileit zu können, daß da« Studium der rein technisch n und juristischen Fragen fast beendet ist und daß bereit» mit den Br- ratungen über die Teihtngsfrage begonnen werde. Es sollen vier Projekte versiegen :
1. Das Projekt Percival-Marini,
2. DaS Proirtt Korfanty,
». Die DorschlSste des »rufen Sforza und 4. Weucral Le N-uds, die pro»üorischt Lösnttgen empfehlen.
61 scheint, daß die Sachverständigenkommission -eines dieser ^roje fte an nehmen wird, andern daß sie eine T Umiqblinie sucht, die „n a di Möglichkeit allen Jnterci sen gerecht wird." Es ist Mbüverftänbltck daß bei den Anweisungen der Tachvcrständigeukommi'sioil politische Erwägungen eine Rolle spielen. Die verschiedenen Delegierten vertreten ikibstverständlich die Ansicht üurr Regierungen, mit Denen sie in fortwährender Berührung fte. en, so da, die gesamte Konknnlsloii in Wu.lichkeit die Miniaturausgabe des Obersten RateS sei.
(iSenn alle diese Pläne durchberaten werden sollen, wird die Koilicrent bei Obersten Rate» wohl recht
ner Zeit als Führer der OrtswehrM nicht für sie polnische Sache hatte kaufen lassen.
Boykott gegen Ratibor.
Ratibor, 2. Aug. ®eüerx fanden an den Gruben» vlötzen im Rybniker Revier zahlreiche PolenversaMm- Inngen statt. Gegen die Stadt Ratibsr wird ein förm- icfcèr Boykott dnrckgcsührt. Die Bauern der umliegen. reu Döricr dürfen keine Ledendmittel, besonder» keine Kartoffeln und kein Gemüse, auf den Ratiborer Markt bringen. Die Stadtbevölkerung ist dadurch in große Unruhe versetzt.
Die Wirkung der Sanktionen.
Wiesbaden, 2. Aug. Die Handelskammer hat in ihrem Juli-Bericht an das Handelsnnmste- rium über die Wirkung der Sanktionen bei den Hauptindustriezweigen ihres Bezirkes u. a- Folgendes ausgeführt: .
Die Geschäftslage in der chemischen Industrie ist wach wie vor schlecht. Ueber bk Versorgung mit Brenn- und Rohstoffen und Hilss Materialien kann zwar augenblicklich nichts gesagt werden, doch sind die Verhältnise ,'chr schwierig Dies ist in erster Linie eine Folge der Sanktionen die wegen der hohen Abgaben und,Zölle den Versand nach dem unbesetzten Deutschland und dem Auslande erschweren. Arbeitsverkürzungen und Arbeiterentlassungen sonnten bis jetzt noch, wenn auch mit großer Mühe, verhindert werden. Es bestehen aber schlimme Befürchtungen bei werterem Fortbestand der Sanktionen. Die Schaumweinindustrie befindet sich gleichfalls in einer nicht günstigen Lage. Der Versand nach bem unbesetzten Deutschland ist durch die Zollmaßnahmen so gut wie ganz unterbunden, da durch den Zoll die Schaumweine im unbesetzten Deutschland gegenüber der Konkurrenz zu sehr verteuert werden. Arbeitsverkürzungen und Arbcrterentlassun- gen werden hier im August bestimmt erwartet, wenn nicht die Zwangsmaßnahmen unverzüglich aufgehoben werden. Auch im Weinhandel stockt der" Geschäftsverkehr vollständig, was ^uvftach- rich eins Folge der hohen Zölle für Flaichen- weine ist Eine^ Reihe von Weinhandlungen konnte ihren Betrieb nicht oder nicht völlig aufrechter* halten und mußten bereits zu Arbeitsverkurzun- gen schreiten. Nur die Hotelindustrie hat a,s einzige infolge ihrer Eigenart unter den Sanktionen bisher wenig gelitten.
— <v;„ «ngeeianeter belast rfier Offizier, Der PtrroalhtnaSaneidjitn de» belgnchen Obermintar- neruhtS, der mit der Prünmg der Angelegenheiten der in Blloien internierten oder als Kriegsgefangene M TentNanb befindlichen Offiziere beauftragt ist, bt* ickâstiate sich heute mit dem Fall des Generals Weertn onck, der GeneralllabSchef der Festung AnUverpen war und von dem Kommandanten der Festung General de Guise den Austrag erbosten batte, die Kapitulation von Antwerpen zu unterzeichnen. Da» Keucht vett fette den General in die Jnaktivität und erklärte, eaü der General nicht die moralischen Eigmschafte» beiive. Truvvcu in kommandiere«.