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! Nr. 177

General-Anzeiger

Vertagsleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RichardSuItsch:iür lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Sanan I Reklamen August Srobt. aHe^tn öanau^

Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerer Hanau. Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Montag Sen 1. August

1921

Das Neueste.

- Zwischen London und Paris hat eine Ver- Migung stattgefunden. Die alliierten Regie- pntgen werden in Berlin einen gemeinsamen I Khntt unternehmen.

i. - Die Reichsbank hat sich in Holland einen Leiteten Kredit von 50 Millionen Goldmark be- ; «afft.

I - Auf einen Appell des Ministers Dr. Her- i M an das Quäkerkomitee haben die Deutsch­amerikaner beschlossen, drei Millionen Dollars iAifMbringen für die Kinderspeisung in Deutsch- kttb vom August 1921 bis einschließlich Juli 11922.

- In Hamburg fand gestern eine Riesen- Demonstration für die schwarz-weiß-rote Handels- iftzge statt.

- Die Danziger Gewehrfabrik ist auf Be­schluß des Völkerbundrates am Samstag ge^los- fen worden. Infolgedessen sind geoen 1300 Ar- beifet, Angestellte und Beamte entlasten worden.

Nach einer Mitteilung von zuständiger Nesse befanden sich am 1 Juli in Avignon und ^en ange^lânen Gefangenenlagern noch 111 deutsche Kriegsgefangene, die wegen gemeiner Vergehen von der französischen Regierung zurück­gehalten werden.

Die Botschafter Englands und Javaris haben sich zu Hughes beoeben und eine Vertagung fcr Konferenz von Washington beantragt.

LerslSndiguna zwischen Paris und London.

Liu gemeinsamer Schritt der verbandsmächks in Berlin.

topftet ließ gestern cwenL .den MMler- «äfibenten dringend verständigen, daß Die bri- nfrfje Regierüng sehr gern dem Vorschlag Bri­ands zustimme und dementsprechend ihren Bot­schafter in Berlin beauftragen werde, sich sei­nem französischen und feinem italienischen Kol­legen anzuschlietzen, um einen gemeinsamen Lchritt bei der deutschen Regierung zu unter­nehmen und dieser mitzuteilen, daß sie sich be­reit halten solle, auf jede mögliche Weise den Iransport von alliierten. Truppen, den die Lage in Überschlesien jeden Augenblick erfordern sönne, zu erleichtern. Lord Curzon schlägt den 8 August für den Zusammentritt des O b er­sten R a t e s vor, da sich der itaNenische Mini­sterpräsident nicht früher nach Paris begeben lönne; Lloyd Georges werde den Sitzungen des Obersten Rates, die, falls der Wunsch der fran­zösischen Regierung dahin gehe, in Paris statt- finben würden, beiwohnen.

Der Ton der englischen Antwort fei sehr herzlich, der britische Botschafter habe seine leb« hstste Genugtuung darüber ausgedrückt, daß sich sie Mißverständnisse der letzten "geaufgeklärt hätten.

Paris, 31. Juli. Wie Havas meldet, hat «riand gestern abend dem französischen Bot- Wfter in Berlin Laurent Weisung erteilt, sich seinem englischen und italienischen Kollegen an« ^schließen zu einem Kollektivschritt bei der putschen Regierung, um diese aufzufordern, M sie sich bereit halten soll, mit allen mög« MN Mitteln den Transport der alliierten Puppen durch Deutschland zu erleichtern, wel­chen die Lage in Oberschlesien jeden Augenblick »forderlich machen kann. Wahrscheinlich kann ^er Kollektivschritt nicht vor Montag unter» kommen werden.

Zwischen Paris und London hat also eine Wänbigung stattgefunden Lloyd George fl ueni französisch-itnperialistischen Drängen un= siegen und die Folgen dieser Kuhhandels- kolitik -gehen auf Kosten Deutschlands. Wir gerben heute oder morgen einen Köllektivschrilt er Ententeregierungen in Berlin zu erwarten M>èn Die deutsche Regierung kann diesem Schritt ruhig entgegensahen, und sie wird auf s.^. Cntentevorschlag auch eingehen können, da 61° den Durchzug von Verbandstruppen nicht »weigert, sondern nur erklärt hat, daß ein Res Verlangen nicht von einer Macht, Jon» R von der Gesamtheit der Verbandsmächte werden müsse. Wenn diese London- M er Verständigung auch noch nickt die doU« Rotge Ueberbrückung des zwischen Frankreich I., England tiefgehenden Konfliktes bedeutet, L^n man an diesem Beispiel der Entsendung ^^ppen nach Oberschlesien, die Lloyd Ge- iJe Zunächst ganz entschieden ablehnte, wieder tJ^1 daß Lloyd George nicht in der Lage ist. 1WthWfen. Wie immer ist ein Schwach- s Au Englands wahrzunehmen, sodaß der JW der Lage in Der oberschlesiscken Frage genug unterstrichen werden kann. Wjr

müssen uns dabei vergegenwärtigen, daß bisher jedes Zeichen von Bereitwilligkeit Lloyd Ge­orges zu einer Verständigung alsvald von Bri­and zur Geltendmachung immer noch weit­gehenderer Forderungen benutzt wurde. Er wird auch diesmal an seiner bisherigen Praxis fest- halten.

Die französische Presse über das Kompromiß.

. Die Pariser MorHenpresse spricht sich mit Be­friedigung über das englisch-französische Kompro­miß aus nimmt es aber mit Zurückhaltung auf.

^etit Paristen" schreibt, alle Welt wünsche mit Lloyd, George, daß dieser Kompromiß der Vorbote eines noch vollkommeren Einvernehmens sei. Es handle sich jetzt darum, den. schwierigen Uebergang zum Obersten Rat zu vollziehen. Man könne fast sagen, das Geschick hätte den französi­schen, politischen Geist auf die Probe stellen wol­len, indem er dieses Mal die heikelsten Friedens- Probleme aufgeworfen habe. Gemäß des Verfail. ler FriedenSvertraoes handle es sich heute darum, nicht diese , oder iene wirtschaftliche oder strate­gische Theorie in Betracht zu zieben, kond^n auf der Karte daS zu beachten, was als Wille der oberschlesischen Bevölkerung durck di« Volksab­stimmung zum Ausdruck gekommen sei. Gewiß müßten die geogravt-'^-n ^-wst.gunaen eine Rolle spielen, aber nur eine untergeordnete. Wenn man ü-ck entschieden an diese SW^ett heilte, sei eS wahrscheinlich, daß eine Verständigung auf der Grundlage ähnlich d«r, die Sforza vorgeschla­gen habe, schnell erzielt werde. DerMat in" führt aus: Ein Sprichwort sage: Ende gut, alles gut. Für den gegenwärtigen Tall sei dieses Wort nicht zutteffend. Von dem Bittern der Ausein- andersttzungen werde immer etwas ubrio bleiben, waS die Erörterung beeinflusse, Die Lösung der Streitfrage über die B ersâk" ng der Truppen habe sich rascher vollzogen, als man Witte an­nehmen können. P'm ^ ' " d e Vars 5* schreibt Pertiner, man könne nur sagen, daß man die Fassade gerettet habe, denn die Frage Weibe bestehen, welcke Kontingente nn^ Oberschlesien geschickt und wann sie dorthin abgehen werden. Nach seiner Anffckst 'wird der Oberste Rat nicht nur das obersch^"'^ Problem in seiner Gesamt­heit erörtern, sondern viel allgemsiner die Hal­tung festlegen, die Deutstbland gegenüber einzu- nehmen sei. In ihrer Note vom 29. Juli hätten die englischen Minister an die Versickerungen erinnert, die von Millerand-Lord Derhp am 9. April 1920 gegeben und am 11. April sckriftlick wiederholt worden seien. Frankreick M^ zum Ausdruck bringen wollen, daß an dem Tage, an dem es eine unabhängige Wandlung für notwen­dig halte, es gleickzeitig auck mit dem Ver^win- ben des Bündnisses rechne. An diesem Gehgnksn will Pertiner festhalten, trotz der, wie er sagt, von Zeit zu Zeit von Briand gesungenen Kouv- lets über die Politik der Allianzen. Man werde alles mögliche tun, um die während des Krieges entstandene engere Verbindung zu retten, aber man werde, di« größten nationalen Interessen ihr nicht opfern. Die letzte Auseinandersetzung habe in gewisser Beziehung gezeigt, daß man ge­zwungen sein könne, seine Zuflucht zu freien Entschließungen zu nehmen. Der Aunenblick sei gekommen, um das Opfer klar zu umschreiben, die man für die gemeinsame Sache vom französi­schen Entgegenkonirnen nicht erlangen könne. Pertiner vertritt den Stondtpunkt, daß man seit dem Wafffenstillstand sich mit den Engländern niemals auSgesvrochen habe, daß man von der Hand in den Mund gelebt habe und sich darauf beschränkt habe, die gerade auf der Tagesordnung stehenden Fragen nicht zu verwickeln. Am besten werde man di« Beziehungen zwischen Briand und Lloyd George charakterisieren, wenn man sie als gegenseitige G«he>n"''Kkrämerei b-s«ichne. Oeuvr e" ist befriedigt, empfindet aber doch eine gewisse Beunruhigung und wirft bie Frage auf, ob die Vertreter der drei alliierten Groß­mächte die sachlichen Fragen mit Herzlichkeit in Angriff nehmen würden, nachdem man über eine Formfrage so stark aneinandcro«'-n^n sei. Es handele sich nicht nur um die oberkchle^iche Fraa« iodern auch um das Problem der Sanktionen und der Reparationen sowie um den Konflikt im Orient.Er« Nouvelle" bemeßt nach­dem man nun die Streitigkeiten beteiligt habe, müsse man an das Morgen b-'-k-N. D'« Hanvt- sache sei gewesen, den ftanzösisch-englilchen Mei­nungsaustausch frei und fter mühet bemusterten. Das sei geschehen. Frankreicks Vackbarn sei«" vielleicht erstaunt gewesen, daß Frankreich auch an seinen Gedanken sesshafte und bei der ^ele- genbeit sie entschieden "'m A"sbn'ck zu brinren verstehe. Sei dies das Ereignis, dann habe man e? nicht tu bedauern, denn es scheine dock, daß Franste ick in Verdun ück feine Mündigkeit er­rungen habe. DerF iga r o" ist her Ansicht daß die Entente cordiale aus der Krisis gestärkt

hervorgehe, jedoch seien noch nicht alle Schwierig, leiten geregelt. Man müsse sich auf ernste Erörte­rungen gefaßt machen DerGaulois" schreibt man habe den Eindruck, daß der tote Punkt über­schritten sei. Das Blatt ist der Ansicht etwas mehr Diskretion und Stillschweigen über die Verhandlungen würden dem guten Einvernehmen und der Schnelligkeit der angestrebten Lösungen nicht schaden. Im Gegenteil, dann hätte wenig­stens Deutschland nicht die Befriedigung und den Vorteil, den Familienstreitigkeiten beizu- wohnen. Der sozialistischeP o p u l a l r e" vertritt die Meinung, seit gestern sei die Ent, sendung von Verstärkung nicht mehr eilig. Im Grunde genommen lagen französische Zugeständ- niste vor. Dafür werde England wahrscheinlich dem fron-ösischen Prestige die nötigen Gefällig­keiten erweisen. Die Komödie gebe zu Ende. Man möge nicht versuchen, die noch einmal von vorne anzufangen. DasJournal des De- b a t t s" spricht in der Frage der Entsendung von Truppenverstärkungen von einem provisori­schen Abkommen. Man müsse sich hüten, dieser Verständigung eine Bedeutung zu geben, die sie nicht babe. Viele Zeitungen schienen zu glauben, daß die Entente aus dieser Krists verstärkt her- vorgehe. Das sei nmgkücklicker Weise nicht der Fall. Je mehr man für Wiederherstellung einer Union 'wischen Großbritanien und Frankreich sei, umsomehr müsse ein vollkommener Freimut zur Regel werben. Die Episode der lebten 14 Tage hätte Zeugnis für den gesunden Verstand der Staatsmänner abgelegt. Diese manöverierten ge­geneinander wie rivalisierende Fraktionsfüßrer in einem Parlament, und da sie des Krieges überdrüssig feien, hatten sie sich auf eine mittlere Formel geeinigt, wie man das bei einer Debatte tue, deren Ende nicht abzufehen fei. Das sei kein Grund zum Enthusiasmus. Der Gegenstand des Streites, die Frage der Verstärkungen, sei nicht geregelt. In Wirklichkeit ^abe der LMerver recht, der heute sage, eS habe sich ein tiefer Konflikt ge­zeigt in den Ansichten, in den Wünschen, ja koear in den Interessen. Er zeige sich eine große Dis'e- renz in der Politik, ja bis zum gewissen Maße ein direkter Konflikt in der Politik. Der Temp s" sagt: Die Ereignisse gäben der Bo, litik recht, die es sich zum Gründest mache, eher an das zu denken, was eint und nicht was trennt, allo jener Politik, die Briand angewandt habe, als er nach Paris zuräckgekebrt sei. Die klarste Lehre sei, daß man Außenpolitik nicht w'« einen Protest noch nach der Art einer Polemik führen könne. Die französische Diplomatie könne ihr Recht nicht geltend machen indem sie plädiere, denn zwischen den Völkern gebe er keine Gerichte dje Recht sprechen, noch Gendarmen, die Desehle auSführen. Man müsse jedem fein Metier über­lasten. Der Diplomat könne nickt wie ein Advokat oder ein Zeitungsschreiber handeln. Das Blatt macht auch darauf aulmerklam, daß der französi­sche Botschafter in London vor 8 Tagen am Quai d'Qrsah auf die Stimmung in England aufmerksam gemacht habe. Als man ihm dann Weisungen erteilt habe, hätte man darauf Rück­sicht nehmen können Der Temvs tritt dafür ein. daß man bei der Beratung des Obersten Rates nicht über die oberschlesische Frage himveggehe und daß man in der jetzt beginnende Wocke '«de Indiskretion und jede Propaganda vermeidet, die im Volksabstimmungsgebiet Unruhen her­vorrufen könnten. Wenn man die Frage der Sanktionen regeln wollen, was Frankreich keines­wegs zu verhindern suche, müsse sie, e^cr F^am unterbreitet werden, die nickt v^lit'lchen Erwä- gimgen eiti^r^f ^; DaS sei der Garantieaus- sck"ß. E- l-r besonders kompetent über die Maß­nahmen zu beraten, d'e die Reparationszahlun­gen garantieren könnten.

Eine Rede Lloyd Georges.

London, 31. Juli. (Reuter.) Bei der Ent­hüllung eines Kriegerdenkmals in Thame ^Grafschaft Orford) hielt Lloyd George eine Rede, in der er sagte, er glaube, daß Frankreich und Großbritannien auf dem besten Wege zur Verständigung seien. Die Schwierigkeiten seien beigelegt.Wir erkannten" so fuhr Lloyd George fortvöllig die größeren Opfer an, die Frankreich einen Anspruch darauf geben, daß seine direkteren Interessen in einigen dieser Fragen Berücksichtigung finden. Das britische Reich hatte nur das eine Interesse, daß der so teuer erkaufte Friede ein wirklicher und sofor­tiger Friede werde. Wenn es so schien, als ob es in den europäischen Fragen immer hemmte, immer zur Geduld riet, immer auf Mäßigung drängte, so geschah das, weil dieser furchtbare Krieg uns den Wert des Friedens gelehrt hat Seien wir darauf bedacht, unsern Kindern nicht das Vermächtnis eines konzentrierten Hasses zu hinterlassen- der eines Tages ausbrechen könnte! Aus diesem Grunde wird die ganze Macht des

britischen Reiches, die im August 1914 in den,,.

Krieg geworfen wurde, heute in die Wagschale des Friedens geworfen."

(Das sind zwar schöne Worte Lloyd Georges, aber sein« Daten sprechen absolut nicht für diese; benn wenn es ihm an einem wirklichen Frieden gelegen wäre, dann durfte er Briands Drängen nicht immer gleich die Zügel schießen lassen Auch Lloyd George weiß eS, daß Frankreichs Politik gegenüber Deutschland Hatz «rzeugenmuß; die Saat des Hasses ist zu groß, zu grausig, als daß sie eines Tages nicht aufgehen würde.)

Slic wieder Krieg!"

Berlin, 31. Juli. Unter dem Losungswort Nie wieder Krieg!" wurde heute im Berliner Lustgarten eine riesige Kundgebung der Mehr« heitSsozialiften, der Unabhängigen, der Gewerk- schafiSkommisston, des Friedensbundes der Kriegsteilnehmer und weiterer sechzehn Organi­sationen veranstaltet. Etwa dreißig Redner sprachen gegen den Revanchegeist und für eine friedliche Außenpolitik, für einen neuen Geist in der Jugenderziehung und für Sicherung der republikanischen Staatsform. Alle Redner hoben hervor, daß der Krieg weitergehe, so in Polen und der Türkei. Immer noch schmachteten zahl­reiche Kameraden in Gefangenschaft. Bei Sie­ger und Besiegten sei der wirtschaftliche Druck ungeheuer. Ungeheuer seien auch die Menschen­opfer und die finanziellen Verluste. Der Kriegs­gedanke müsse allgemein bekämpft werden. Das wichtigste fei die Propaganda für die Verweige­rung des Kriegsdienstes, der Munrtionsher- stellung und der Waffentransporte. Die Reden fanden brausenden Beifall.

Aebnstche Friedenskundgebungen wurden an etwa dreihundert anderen deutschen Orten so­wie in England, Frankreich und den Vereinig­ten Saaten veranstaltet.

L tg^f LsivnaNie wieder.Krieg!" ist s» verüândli^ *«* sie vnck in den westesten Sfirtrerfraftn -âoerkmL ffn&en MrOe, h. b. nack der Gvr«che des Herzen? nnd be8 fkestMS. Die Svrastie der Herrens ist aber nichl die Sprache der rauben Tatsachen. Der beiße W.msch, -firfte ein veraehsicher fein, denn wenn wir den Gcismt- ein^rm! der WestpoNtik in zwei Worten zusammen. WWn wollen, so sind eS diese: Allgemeiner Mißtrauen und allaemeine? Nüstungs- sieter! Das ist das Ergebnis der Weltkrie-eS, der unter der Parole beschlossen wurde, das angeblich militaristische Deutschland zu Sehen zn schlagen und dadurch den Krieg durch ,den Krieg zu verewigen. Aebnlich liegen die Dinge auch hOtte wieder, nur mit bem Unterschied, baS an Stelle Deutschland* diesmal Japan steht, «n Stelle der Haager Konferenz, die in Aussicht genommene Ab- rüstnnoskonstren, in Wnibinzton. Wir werden morgen näher darauf zurickkommenl.

Der franzöfi'che Gewerkfchafls- Kongretz-

P«rtS, M. Juli. Die TsgeSordnnng, die bet GewerkschgstS'sngrek van Lille gestern genehmigte, wurde mit 1572 Stimmen der AndLnger der Allge­meinen ArbeiterverbaudeS angenommen: die Minder­heit, zu der die Anbânger der MnSknucr Internatio­nale gehören, erhielt für ihre Tagesordnung 1325 Stimmen; 66 Delegierte enthielten fiA der Abstimmung.

Paris, 81. Juli. Wie das Kommunistenblatt L'Jnternationale de Lille berichtet, bat bie radikale Minderbeit der (LewerkschastskongresseS, also Anhänger der Moskauer Jnternationnle, heute getrennt getagt Die Kommunisten haben einen ausführlichen Aus­schuß eingesttzt, woraus sich schließen läßt, daß sie die Absicht bähen, den Allgemeinen Arbeiterverband zu »erlassen.

Pari», 81. Just. Die Tagesordnung, die bei GewerkschaftSkongretz von Lille mit etwa 250 Stimmen angenommen bat, fußt auf den Beschlüssen, die vom Kongreß in AmienS angenommen worden und in> zwischen von allen anderen Tagungen der Allgemeinen ArbciterverbandcS bestätigt worden sind. Der Kongreß gibt der C. @. T. den Auftrag, die Verwirklichung eine» Mindestprogramms zu erstreben, namentlich aber für den Wiederan'bcn der verwüsteten Gebiete einzn- treten, für Nationalisterunr der öffentlichen Dienste, für Einfübrnng der Sozialversicherung, für Arbeiterkontroll« und schließlich auch für Widerstand gegen die Ve- ürebnnoen die Söhne Serabjufeben und die Arbeitszeit zu verlängern. Schließlt» wird in her Tagesordnung gesagt, daß bei der augenblicklichen Weltlage jede de- wildere Frage jedem Land überlassen werden müsse, das; aber internationale Lösungen wünschenswert seien. Der Kongreh erkläre daher, datz er sich der gewerk­schaftlichen Internationale von Amsterdam anschließe.

Der Kunger in Sowjei-Rutzlan-.

Perlin, 31. Juli. DemBerl. Tageblatt" wird aus Wien gemeldet: Berichten au» DtoSkau zufolge befinben sich etwa 6 Millionen Auswanderer an» dem Wolga-Gebiet dorthin nnterwegS. Am 20. Juli er­reichte bie Menge Tambow. Dort wurden die Ge- schärte und ^Magazine geplündert, die Pferde der dortigen Feuerwehr und Kavallerie geschlachtet und ay Ort und Stelle verzehrt.

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