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Mgen Berwaltungssystem die Umanerken- Mgen bestenfalls in 56 Jahren erledigt sein.

Mr protestieren auf das nachdrücklichste da- MSN, daß die Kriegsopfer 56 Jahre lang auf ihr gutes Recht warten sollen. Bis dahin kön­nen Tausende von Kriegesbeschädigten und Kriegshinterbliebenen verhungern und vor Aend gestorben sein. Außerdem kostet die Un- rulänglichkeit des heutigen Verwaltungsverfah­rens der Allgemeinheit viele Millionen Mark, die der sozialen Fürsorge zugeführt werden könnten. Zur Beseitigung aller dieser Zustände verlangt der Kreisvertretertag im Verwal- tnngsversahren bereits eine Mitwirkung der Kriegsopferorganisationen. Nur hierdurch ist eine sachgemäße und beschleunigte Erledigung her Umanerkennungen gewährleistet. Diese Mitwirkung geschieht durch Einrichtung von paritätischen Rentenkommissionen, in denen die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen ausreichend vertreten sind. Gleichzeitig glauben wir hierdurch eine wesentliche Entlastung der Kammern der Versorgungsgerichte und des Reichsversorgungsgerichts herbeizuführen, die zurzeit infolge Ueberlastung vor dem Zusam- meÄruch stehen. Denn nur durch die Mitwir­kung der Kriegsopfer selbst werden unsoziale Entscheidungen oeryindert, es wird weiterhin verhindert, daß Rentenkürzungen vorgenom­men werden, ohne daß man den Kriegsbeschä­digten überhaupt gesehen hat.

2. Zur endgültigen Umanerkennung der Kriegerhinterbliebenen wird gefordert, daß bei notwendig werdenden ärztlichen Untersuchun­gen von Kriegerwitwen, und Kriegermüttern zur Feststellung der Erwerbsbeschränkung bezw. Erwerbsunfähigkeit Frauenärzte mit langjähri­ger Praxis herangezogen werden. Die massen-

Sn berechtigten Klagen der Kriegerhinter- enen über einseitige zuungunsten der Krie­gerhinterbliebenen geschehene Attestierungen seitens der beamteten Aerzte (Kreisärzte und frühere Militärärzte) müssen eine Neuregelung im Sinne dieser Forderung zur Folge haben.

3. Mit allem Nachdruck protestiert der Kreis­vertretertag gegen die neue Gesetzesvorlage des Reichsarbeitsministeriums, wonach die Spruch­kammern der Versorgungsgerichte auf drei Personen zu beschränken finb und daß sie be­stehen sollen aus: einem Vorsitzenden als Staoäsvertreter, einem richterlichen Mitglied eines ordentlichen Gerichts und einem Versor- Sngsberechtigten. Der Reichsbund verlangt:

e Versorgungsgerichte und das Reichsversor- gungsgericht sind von den Instanzen der Reichs­versicherung zu trennen. Die Unabsetzbarkeit der Dersorgungsrichter und das Mitbestim- mmgsrecht der Organisation bei der Ernen­nung muß gewährleistet werden. Die Spruch­kammern der Versorgungsgerichte bestehen aus drei Personen. Diese setzen sich zusammen aus: Kem Vorsitzenden als Staatsvertreter und zwei Beisitzern aus den Streifen der Verfor- mngsberechtigten mit der Maßgabe, daß bei Verhandlungen in Kriegerhinterbliebenensachen eine versorgungsberechtigte Kriegerhinterblie­bene dem Kollegium angehören muß.

Uns veranlaßt zu diesem Antrag ebenfalls das Gemeinintereste der Sparsamkeit, jedoch dürfen die berechtigten Interessen der Kriegs­opfer nicht unter dem anerkannt notwendigen Sparfamteitsbrang leiden. Dies wäre der Fall, Benn die derzeitige Vorlage des Reichsarbeits- | Ministeriums Gesetz würde. Der den Kriegs- I opfern jetzt gesetzlich zustehende Einfluß und ihre Mitwirkung wäre unterbunden. Wir for- dem auch hier, sachliche Mitarbeit der Kriegs- I ^Organisationen nach wie vor gelten zu las- fm zugunsten der Gesamtheit.

PoliNsche Nachrichten.

Goldwerte.

Seit Reichskanzler Dr. Wirth das Wort von den Goldwerten geprägt hat, ist dies zu einem Schlachtrufe für rechts und links ge­worden, wobei sich die sozialdemokratische Treffe oft mehr von ihren Gefühlen als von vorurtellssteiem Eingehen auf den Gegen­stand ihrer Kritik und chrer Wünsche leiten ließ. Wir sind der Ansicht, daß die Masse des arbeitenden Dolles so mit dem Besitze inner­lich verbunden ist, daß eine Trennung nicht nur den Vermögenden trifft, sondern die Maße selbst verkümmern läßt. Wer sich aus Parteiüberzeugung heraus solcher Einsicht verschließen sollte, lese die folgenden sehr, be­achtenswerten Ausführungen des ob seiner sachlichen Denkweise allgemein hochgeachteten Sozialdemokraten Aug. W i n n i g (Königs­berg) in derDeutschen Allg. Ztg." Dieser auszugsweise wiedergegebene Aussatz sollte namentlich in Arbeiterkreisen sehr zum Nach­denken veranlassen und zur Klarheit bei« tragen. D. Red.)

, Die Flnanzreform umschließt so viele Fragen Geld-, Steuer- und Wirtschaftstechnik, daß k^haupt keiner, auch nicht der gewiegteste H^beifachuiann, sie alle Übersicht und beherrscht. SJ0 größer ist naturgemäß die Möglichkeit, ^^^gnisvoller Irrtümer, um so größer ist auch .^fchl' daß Losungen auskommen und aufge- werden, die einst, wenn sie der Reform ,. Sichtung geben, zu schwerem Unheil führen, schr vorschnell, wie mir scheint, einen |CC^ zwischen den Popiermarktträgern und I u Altmarkt trägern konstruiert und behauptet, k^fer Gegensatz für die Stellungnahme in I iüj^^rkämpfen maßgebend zu sein habe. Es I danach die Papiermarktträger, baß sind I f t et und Angestellten, im weiteren Sinne I v und Gehaltsempfänger und das Han- Ikthf Leihkapital, eine solidarisch verbundene litt Muppe gegen die Goldmarkträger, das sind

von Grund und Boden und anderen I zu bilden.

l'Nhi i,n' wenn man volkswirtschaftlich I M Jit SVw^ .-^ ^:rr -r^ l. -:.-- *-------

Jnteressensolldarität auß rein äußeren Umstän­den folgern. Das aber tut man, wenn man auß dem mit Papiermark arbeitenden Kapital ohne nähere Prüfung den steuerpolitischen Verbünde­ten der in Papiermark bezahlten Arbeiter und Angestellten macht. Und man tut es, wenn man alle Goldmarkträger glatt als steuerpolitische Gegner der Lohn- und Gehaltsempfänger abstem­pelt. Entscheidend kann hier in erster Linie nur die soziale und volkswirtschaftliche Funktion der einzelnen Gruppen von Goldträgern sein. Nur diese Funktion schafft die Zusammenhänge, aus denen sich die steuerpolitische Solidarität ergibt. Indem man eine steuerpolitische Solidarität der Arbeiterschaft mit dem Leih- und HandelskKntal und eine Gegnerschaft zum Industriekapital und zum landwirtschaftlichen Grundbesitz konstruiert, läßt man die durch die volkswirtschaftlichen Funk­tionen gegebenen Zusammenhänge unbeachtet und wählt eine grundsätzlich falsche Front. Der Fehler beruht darin, daß man in durchaus klein­bürgerlicher Auffassung den Arbeiter nur als Konsumenten sieht, seine Eigenschaft als Produ­zent ober einfach nicht beachtet.

Allerdings ist die Auffassung des Arbeiters als Produzenten schwer durchzusetzen, weil sie alte, eingewöhnte Gedankengänge stört. Aber sie ist, darüber kann unter marxistischen Sozialdemo­kraten kein Streit herrschen, die höhere, entwickel­tere Auffassung. Die primäre, volkswirtschaftliche Funktion des Arbeiters ist die Produktion. Seine Stärke liegt in seiner Rolle im Produktionspro­zeß. Hier ruht der Hebel, mit dem er die Welt behegt, nicht im Konsum. Erst muß er produ­zieren, ehe er konsumieren kann. Versagt die Produktion, so ist es mit seinem Konsum eben­falls bald zu Ende. Aus dieser Arrffassung sind die Arbeitsgemeinschaften und ist das DetriebS- rätegesetz geboren, beide die grundiä>l'ch wichtig­sten Erscheinungen sozrâ Art: beide zeigen gleichsam symbolisch die soziale Reife der deut­schen Zustände an.

Ihnen gegenüber würde eine Ausrichtung der steuerpolitischen Front auf Grund jener Formel ein Mckschritt fein. Eine steuerpolitische Solida­rität mit dem Leihkapital ist in Ansehung der sozialen Funktionen der Arbeiterschaft ein Wider, sprach in sich selbst. Eine grundsätzliche Gegen­sätzlichkeit zu den produktiven Sachwerten aber wäre ein Kardinalfehler. Ich spreche hier mit Ab­sicht von den produktiven Sachwerten. Ihre steuerpolitische Behandlung ist, ganz allgemein volkswirtschaftlich, eine Frage erster Ordnung. Man kann ihren Bestand nur aus Kosten des all­gemeinen Ergebnisses der Finanzrnaßnahmen an= greifen. Je mehr ihr Bestand geschmälert wird, um so mehr beschrankt man die Anbaufläche, auf der wir für die Feindmächte ernten sollen. Ihre steuerpolitische Behandlung ist aber insonderheit für die Arbeiterklasse^von der größten Bedeutung.

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duktion und damit die Grundlage für das Leben und Streben der Arbeiterklasse. Eine Steuerpo­litik auf Kosten der produktiven Sachwerte ver­ringert die Produktion, steigert die Arbeitslosig­keit und ist zugleich eine Steuerpolitik auf Kosten der Arbeiterklasse.

Man tröstet sich damit, daß auch bei scharfem Augreifen in die produktiven Sachwerte keine Grube unausgebeutet bliebe, keine Fabrik stillge­legt würde. Selbst wenn es so wäre, so bedeutete das nur, daß eben das Leihkapital an die Stelle der weggesteuerten Werte träte, waS praktisch darauf hinausliefe, daß die Arbeiterschaft in solchem Falle eine doppelte Kapitalrente erarbei­ten müßte, eine für den Fabrik- und Grubenbe­sitzer und eine für das Leihkapital. Dieser Trost ist also nichts als eine Finte, und er wird leider nicht die letzte sein. Wenn die Arbeiterschaft ihre Interessen vom eigenen Standpunkte aus feststellt, so wird sie vor allem berücksichtigen müssen, daß ihr sozialer Zusammenhang mit dem Leih- und Spekulationskap i tal nur gering, mit dem Pro­duktionskapital dagegen ganz unverkennbar sehr groß ist. Das kann zwar nicht dazu führen, das Produktionskapital als ein Pflänzchen Rührmich­nichtan zu behandeln, wohl aber ergibt sich da- vauS die Wblehnung der Bestrebungen, die Re­form vor allemauf Kosten der Substanz*, näm­lich auf Kosten des Bestandes an Produktions- kapital zu machen. Für die Steuerpolitik der Arbeiterklasse muß die Erhaltung der Produk­tionsgrundlagen oberstes Gebot sein.

Das Für und Wider in der Peters­burger Industrie.

Abschluß von Konzessümsverträgea?

Aus HelsingfgrS wird uns geschrieben: Für die in Sowjetrußland herrschende Desorgani­sation des Wirtschaftslebens ist es bezeichnend, daß die bolschewistischen Wirtschaftsorgane nicht wissen, wie sie sich zur Petersburger Industrie stellen sollen. Wohl besitzt Petersburg immer noch zahlreiche Fällen, von denen einzelne, wie fr B. die Putilowwerke zu den größten Ruß­lands gehören. Aber infolge der ungünstigen Lage der Stadt zu den Rohstoff- und Brenn- stoffgebieten nützt die industrielle Anlage hier der russischen Volkswirtschaft sehr wenig, da die Petersburger Werke auß Mangel an Roh- und

Brennstoffen ihren Betrieb immer mehr einstellen müssen. Trotz des ungünstigen Eindrucks, den eine Preisgabe der Petersburger Industrie allenthalben Hervorrufen mußte, hatte sich die Sowjetregierung dazu entschlossen,, die Peters­burger Industrie mehr oder weniger sich selbst zu überlassen. Gegen diese stiefmütterliche Be­handlung protestierte aber der bekannte Sinowjew als Vorsitzender der Nordkommune energisch und wies auf das Unrationelle einer solchen Wirt­schaftspolitik hin. Die Sowjetrezermlg wurde infolgedessen in ihren Entschlüssen wankend und beschloß noch einmal einen Versuch mit der

Petersburger Industrie zu machen.^Wie aber j gewesen,sein. ^Die Kiste gehörte dem Vorzeick^-

hemus, daß di« Bolschewisten eben nicht mehr in der Lage sind, Petersburg von sich auß auf die Beine zu helfen. Die einzige Hoffnung besteht in der Belebung der dortigen Wirtschatf durch die im Petersburger Hafen beginnende Warenbe­wegung. In biefer Richtung bewegen sich auch die Verhandlungen auf bem kürzlich eröffneten Kongreß bet VolkswirtschaftSräte des Peters­burger Gouvernements und zwar finden sie ihren deutlichsten Niederschlag in dem von Sudakow gehaltenen Hauptreferat, dessen Inhalt in großen Zügen vom Petersburger Gewerkschaftsblatt Machowik* wiedergegeben wird. Seiner Ansicht nach erscheint das Wirtschaftsleben Petersburgs seit der Aufhebung der Mockade und dem er­wachenden Interesse des Auslandes an der Wie­deraufnahme der Handelsbeziehungen in Sowjet­rußland in einem ganz neuen Licht«. Auch di« allmählich prâsche Formen annehmende Kon­zessionsfrage sei für Petersburg von größter Be­deutung. Sudakow will von dem Abschluß eines Konzessionsvertrages, der eine bei Moskau be­legene Kugellagerfabrik zum Gegenstand wissen, und ferner spricht er von der unmittelbar bevorstehenden Vergebung von Kon.zessionen auf Kupfergewinnung an mehrere englische Firmem Sache der Sowjetregierung sei es aber, bet Großindustrie, soweit ihre Unternehmungen nicht auf dem Konzessionswege vergeben werden, die sorgfältigste Pflege angedeihen zu lassen. DaS ist natürlich sehr schön gesagt, aber für die Sow­jetregierung unmöglich auszuführen. War doch Petersburg schon vor dem Striepe ausschließlich auf ausländische Brennstoffe angewiesen. Auch gegenwärtig beabsichtigt die Petrokommune 18 Millionen Pud Kehlen auß bem Auslande ein­zuführen, deren Eintreffen aber ebenso fraglich ist, wie die erwartete Auskunft von 10 Millionen Pnd Naphtha aus Südrußland. Sudakow baut vor und erklärt, daß für die nächste Zeit von einer Besserung in der Brennstoffversorgung Petersburg keine Rede sein könne. Die zu lösende Aufgabe bestehe vor allem in einer Konzentration der verfügbaren Strafte auf die wichtigsten Arbei­ten. Mehrere Vertreter des Petersburger Volks- wirtschastssowjets sind kürzlich nach Moskau ge­fahren, um beim Obersten Sowjet der Volkswirt­schaft die Bestätigung des von ihnen ausgearbei­teten Produktionsprogramms zu bewirken. In Moskau ist ihnen aber bedeutet worden, daß schr geringe Hoffnung vorhanden fei. Petersburg mit der. angeforderten Menge von Brennstoffen zu versorgen und eine Herabsetzung des an und für sich schon recht bescheidenen Produktionspro­gramms sich daher nicht werde vermeiden lassen.

Sogar die bisher verhältnismäßig befrie­digend arbeitenden Konfektfâiken Petersburgs sind eingeschränkt worden, und die Herstellung von Konfekt wird in Zukunft in ber Hauptsache

. Die kegting von Betrieben findet natürlich auch in der Provinz statt. So hat kürzlich die große Glasfabrik Drushnogorsk im Streife Jamburg die Arbeit ein= stellen müssen. Die Schmelzöfen sind ausgeblaftn und rund 500 Arbeiter und Angestellte entlassen worden.

Politische Tagesberichte.

Re«erfra«z»fen bei der Zollkontrolle in Lttdwisshafe«. Ludwigshafen ist neuerdinz« mit neuen schwarzen Truppen mit ausgesprochenem Ne«er- typui tesetzt worden. Diese werden fast ausschließlich ans den linksrheinischen Brückenzollwachen verwendet und kontrollieren in letzter Zeit sogar alle Fußgänger, die irgendwie Gepäck mit sich trage«. Auch die kiraßenbahnen »erde« box den Schwarz«« kontrolliert. Dabei bietet ihnen die Zollkontrolle reichlich Gelegen­heit, sich den deutsche, Frauen und Nädche« zu nähern und sie mehr oder weniger zudringlich anzngrinse» und zu betrachten. Abgesehen davon, daß durch die Ler, Wendung der Schwarzen bei der Kontrolle die tx sich schon lästige und verkehrserschwerend« Zollreoiston non der Bevölkerung umso unangenedmer und lästiger empfunden wird, werden diese schwarzen Franzose» dadurch, daß sie mit deutschen Frauen in so übernahe Beziehungen gebracht werden, geradezu zu weiteren Schandtaten ermutigt.

Wahlniederlage bet Moskauanhänger im Metallarbeiterverb and. Bei der Urabstimmung zu den Delegiertenwahlen für den im September in Jena stattfindenden Verbandstag des deutschen Metallarbe iterverb andes in Berlin mürben ins­gesamt 53 517 Stimmen abgegeben. Davon erhielt die Liste A (Amsterdam) 30 523, die Liste B (Moskau) 22 994 Stimmen. Die Liste A ist so- mit mit einem Vorsprung von etwa 8500 Stim­men gewählt.

Aermika und die russisch« Hungersnot. Auf den kürzlichen Aufruf Maxim Gorkis zur Hilfe­leistung für die hnngerleidenden Millionen in Rußland hat Hoover an Gorki telegraphiert, die unerläßliche Vorbedingung für jeglichen Beistand sei di« sofortig« Freilassung der noch in Rußland gefangen gehaltenen Amerikaner.

Kommunistenprozetz in Frankfurt-

Am 17. September 1920 wurde bei einer Frau in Neukölln eine Kiste beschlagnahmt, die außer reichem Propagandamaterial der Kom­munistischen Arbeiterpartei Deutschlands (K. A. P. D.) genaue Aufzeichnungen über die mili­tärisch gegliederten Kamofesorganisationen (K. O.) enthielt, für die sich au* die Bezeichnung Illegale Kampfesorganisation (3. K. O.) nor« findet. Aus Sitzungsprotokollen, Notizbüchern soll sich ein enger Zusammenhang der K. A. P. D. mit der I. K. O. ergeben. Auch soll es der Reichsleitung der K. A. P. D. um mili­tärische Ausbildung der Führer zu tun gewesen sein, denen sogar strategische Aufgaben gestellt worden seien. Die Seele des Unternehmens soll

der 1885 zu Marseille geborene Schriftsteller Geora Viktor Kunz in Neukölln, sein Adsutant ein nicht ermittelter Mann mit Namen Feindt

er von ihrem Inhalt keine Kenntnis erhalten haben.

Im Mai 1920 hatte sich Kunz nach Frank­furt begeben, um hier unter den falschen Na­men Wöllner, Schmidt und Ritter an der Re­organisation der Frankfurter K. A. P. D. und dem Aufbau der I. K. O. zu arbeiten. In ge­heimen Versammlungen sollen verschiedene Kommunisten mit dem Bemerken, daß es bald losgehen würde, auf die I. K. O. verpflichtet worden fein, wobei ihnen bedeutet worden sein soll, daß sie, wenn sie die Ziele der I. K. O. verraten würden, in zwei oder drei Tagen das Licht der Sonne nicht mehr schauen würden. Haussuchungen bei verschiedenen Kommunisten in Frankfurt ergaben das Vorhandensein von Waffen. Bei einer Frau wurde ein Paket mit Dynamitpatronen, bei dem Lohnrechner Wil­helm Lehmann-Frankfurt zwei Bomben und Dynamitpatrone, die von einem Schießmeister in den Schwerspatwerken in Partenstein unter­schlagen waren, vorgefunden. Man fand ein schwarzes Heftchen, das ein Verzeichnis von Bankinstituten, Lebensmittelgeschäften und Be­kleidungsmagazinen, Angabe über Autos und Fahrräder, Namen von als Pioniere ausgebil­deten Genossen enthielt. Mit Lehmann in Frankfurt zusammen soll Kunz im September 1920 einen Raubversuch beim Stadtrat Baer, Feldbergstraße, gemacht haben, um einen hier angeblich vorhandenen Goldvorrat der I. K. O. zuzuführen.

Die Ermitelungen führten schließlich dazu, daß sich heute vor dem Sondergericht beim Reichsgruppenkommando I in Frankfurt zwan­zig Kommunisten aus Neukölln und Frankfurt zu verantworten haben, weil sie nach dem 4. August 1920 ohne Genehmigung der zuständi­gen Dienststellen Personen zu Verbänden mM- tärischer oder polizeilicher Art zusammenge­schlossen oder an solchen Verbänden teilgenom­men oder dazu durch Rat und Tat wissentlich Hilfe geleistet haben. (Verbrechen gegen § 1 der Verordnung des ReichspräDenten vom 30. März 1920 und § 49 des Reichsstrafgesetz­buches.) Unter dieser Anklage haben sich zu verantworten: Der Schriftsteller Georg Kunz (Neukölln), der Vorzeichner Wilhelm Arm­brecht (Neukölln), ferner aus Frankfurt der Lohnrechner Wilhelm Lehmann, der Tapezierer Emil Herwegh, der Maschinist Wilh. Ritter, der Schriftsetzer Georg Waßmuth, der Schneider­meister Albert Bauer, der Schreiner Rudolf Schwarz, der Schreiner Josef Donhrain, der Metzger Johann Förtsch, der Schuhmacher- meister Julius Georg Markloff, der Mechaniker Hans Suchanke, der Handlungsgehilfe Hans Faber, der Schuhmacher Leopold Herzstein, die Arbeiterin Berta Simbel, der Maschinist Karl Heinrich Barthelmeß, der Mechaniker^Wilhelm

MMe MiWm Delr.âchenwahlen.

Die amtlich vorgeschriebenen Formular«:

1. Anmeldungen zu Kirchemvahleu,

2. Verhandlungen über die Anmeldung zur Wöhlerliste können bezogen werden und bitten wir bU verehrt. Pfarrämter um sofortige Angabe der benötigten Anzahl für ihre Kirchengemeinden. Waljm-aus-MönMerel u. Buchhandlung

.Hanauer Anzeiger".

Die Urliste derjenigen hiesigen Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschwo­renen berufen werden können, ist

vom 28. Juli 1921 ab eine Woche lang auf dem Rathaus, Zimmer Nr. 86, während der Dienststunden von 1012X Uhr vormittags auSgelegt.

Hanau den 22. JE 1921.

Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Müller.

Auf Grund der § 8 der Karten, und Lustbar- keMsteuer-Ordnung der Stodtgerneinde Hanau vom 21. April 1920 ordnen wir hiermit an, daß vom 1. August ds. Js. ab die bei kartensteuer- pflichtigen Unternehmungen zu verwendenden Aus­weise (Eintrittskarten) neben den fortlaufenben Nummern (§5 der Steuerordnung) mit einem leicht abtrennbaren Kontrollabriß versehen sein müssen und daß jeder Ausweis (Eintrittskarte) den für jeweils zu entrichtenden Kaffew-EintrittS« preis deutlich aufgedruckt trage« muß.

Hanau den 21. Juli 1921.

_________ Der Magistrat._______________

Die Herren Ferdinand Jäger, J«rn Hein- buch, Peter Herbert, Otto Niedermeyer und Konrad G e r l a n d sind als Ehrenfeldhüter angenommen und verpflichtet worden.

Hanau den 19. Juli 1921.

_________ Der Magistrat._____________

Gefundene und verlorene Gegenstände.

Gefunden: 1 Pfeifenkopf, 1 gold. Zwicket.

B erkoren: Schwarze Brieftasche mit 450 Mark und Ausweis I. R 1 rote Gummi, bademütze.

3 u gelaufen: Grauer Spitz, dunkelgmuv' Wolfshund mit weißen Vorderpfoten.

Entlaufen: Gelbe Bulldogge.

DaS Fundbüro ist nur von 912 Uhr bar*