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Montag den zs. 31m

A' 17t

Handelsteil des Hanauer Anzeigers

mitgeteilt von dee

Bankhaus Carl Kiefer & Co.« Hanan

Vaehiruek verboten.

Hanau den 23. Juli 1921.

Berliner und Frankfurter Börse am Samstag den 23.7.21 geschlossen!

Wochenschau der Getreide- und Produktenbörse.

m. Mannheim, 22. Juli 1921.

Saaten. Für Oelsaaten machte sich vorüber- rehend auf stärkeres Angebot von Thüringen hin iine schwächere Stimmung bemerkbar, die aber bald wieder durch eine festere Tendenz abgelöst wurde, als die Oelmühlen eine bessere Kauflust be- ksndeten. Für Raps, der anfangs der Woche zu 530 M. angeboten war, verlangt man nunmehr wieder 5^0560 M. ab mitteldeutschen Stationen. Aus Bayern lagen Angebote vor zu 560590 M. für die 100 kg Parität Landshut und Regensburg.

Isenfr flehte lagen weiter fest und blieben infolge der ungflnstig lautenden Berichte bezüglich der Kartoffelernte, gut gefragt Futter­erbsen wurden ab bayerischen und württem- bergisehen Stationen mit 320 M. genannt. In Mannheim disponible Futtererbsen wurden mit 250300 M. je nach Qualität, bahnfrei Mannheim notiert Weisse und grüne Speiseerbsen wurden, je nach Beschaffenheit, mit 320370 M. die 100 kg brutto für netto, mit Sack, bahnfrei Mannheim ge­handelt Rangoonbohnen waren au 195200 M. und Brasilbohnen zu 185190 M. die 100 kg bahn­frei Mannheim am Markte.

Reis lag in dieser Woche wieder fester, in­folge der schlechten Reis-Erntenachrichten aus Indien und infolge der umlaufenden Gerüchte be- inglich eines Ausfuhrverbots ans Britisch.-Indien. Burma 2 disponibel war zu 25,5 sh und per 14. August erwartend zu 21, sh per englische Tonne, Cif Rotterdam offeriert Für in Mannheim dis­poniblen Reis schwankten die Forderungen, je hach Beschaffenheit der Ware, zwischen 600800 M. für die 100 kg brutto für nette, mit Sack, bahnfrei Mannheim.

Mehl. In deutschem Weizenmehl, Basis Spezial- Null wurden Abschlüsse per September zu 655675 M. getätigt. In ausländischem Weizen­mehl lagen Angebote vor in holl. Export Patents disponibel zu 29ü., in amerikanischem Weizenmehl Firls cleer zu 28 fl., desgl. second cleer zu 21 fl. und in Streights zu 28.25 fl., die 100 kg. brutto für netto, bahnfrei Rotterdam.

..Tabak. Inder abgelaufenen Berichtsperiode herrschte feste Stimmung, da der für die Reben io notwendige Regen immer noch nicht eingesetzt hat. Die Nachfrage nach alten Tabaken ist daher stärker geworden und verschiedentlich konnten äbsohlüsse getätigt werden. Verkauft wurden Schneidetabake, je nach Beschaffenheit, zu 1000 bis 1200 M. Die Lage für Rippentabake hat eine Aenderung nicht erfahren.

Rheinschiffahrt. Die Lage am Schiff- fahrt^markte ist recht unerfreulich; durch das anhaltend trockene Wetter geht der Wasserstand les Rheins immer weiter zurück, wodurch die Schiffahrt nahW

Streik der Heizer und Maschinisten unterbindet äen Verkehr derart, dass fast keine Schlepp­gelegenheit vorhanden ist.

Zur Börsenlage.

Die schwankende Devisenlage machte während der letzten Woche ihren Einfluss an den Effekten­märkten nicht unerheblich geltend. Die Rück­gänge wurden jedoch durch die allgemeine Geld­flüssigkeit mehr als ausgeglichen. Dem Publikum bietet sich z. Zt. durch die Ausgabe von Bezugs­rechten und Vertrustungen in unserem Wirtschafts­leben ein besonderer Anreiz, flüssige Mittel anzu­legen. Der Umwertungsprozess der Goldmark- Kapitalien in Papiermark dauert besonders am deutschen Industrieaktienmarkt unvermindert an und führt der Börse stets neue Käuferschichten zu. Dass es bei diesen ständigen Bewegungen auch nicht an unerfreulichen Nebenerscheinungen fehlt, ist leicht erklärlich, jedoch werden diese Er- cheinungen nur vorübergehender Natur sein und

mit der Konsolidierung unserer Verhältnisse ver­schwinden.

Die Tendenz an den Effektenmärkten wird auch für die nächste Zeit noch überwiegend fest bleiben, da durch die uns gewährten Kredite nur eine Hinausschiebung der laufenden Verbindlich­keiten erreicht worden ist. Das Ausland muss

einen Ausweg für seine überflüssigen Waren haben, und es zeigt aus diesem Grunde ein mehr oder weniger grosses Entgegenkommen für uns, das jedoch zum wenigsten in der Auffassung über unsere Verhältnisse begründet ist.

Im Grunde genommen bedeutet die gegenwärtige Aufwärtsbewegung nichts anderes als eine Inflations­hausse, wie wir sie bereits in ihrer ganzen Aus­dehnung kennen gelernt haben. Diese Effekten­hausse unterscheidet sich jedoch von den früheren ganz wesentlich dadurch, dass das Publikum durch Jia VstrböUnleert rraea^nli1 TtrArfl Afi les lind AM Cfthlöm

die Verhältnisse geschult worden ist und an seinem Effektenbesitz festhält. Den Umwertungsprozess

mit einer Baisse zu beantworten ist ebenso un­logisch, als bei der Inflation dem Haussemoment schrankenlos nachzugeben. Die Geschenke, die die Aktionäre heute in Form von Bezugsrechten, Gratisaktien und Superdividenden erhalten haben, werden ihnen eines Tages doch einmal wieder in Form von Aktien - Zusammenlegungen ans der Tasche genommen werden. Wenn man die Wirt­schaftsgeschichte verfolgt, so wird man zu dem Schluss kommen, dass sich die Verhältnisse stets so ansgleichen, dass sie in einer gewissen Logik zueinanderstehen. Gewaltsame Eingriffe haben zu keiner Zeit Nutzen bringen können. Von diesem Standpunkt aus sind auch Sozialisierungs- und alle anderen Zwangswirtschaftsmassnahmen zu betrachten. T.

Disconto-Gesellschaft.

Die ordentliche Generalversammlung wurde von '. Max von Schinckel zum ersten Male eröffnet

D.

und geleitet. Er widmete dem verstorbenen Auf- sichtsratsmitgliede Herrn Kommerzienrat Ernst Ladenburg (Frankfurt a. M.) einen ehrenden Nach­ruf. Die Verhandlungen leitete alsdann der Ge­schäftsinhaber der Bank, Dr. Salomonsohn, mit einer längeren Ansprache ein, in der er folgendes ausführte : Der Abschluss für 1920 weicht in seinen Ziffern wie in seinen Ergebnissen ausserordentlich ab von dem Abschluss vergangener Jahre. Wenn ein solcher Abschluss in Friedenszeiten hätte vor­gelegt werden können, so wüMe eitel Freude alle Beteiligten erfüllt haben. Heute kann dies Ergeb­nis nicht mit Freuden begrüsst werden, denn es ist kein Wiederschein blühenden Lebens, sondern ein

Symptom des Niederganges, z in dem wir uns befinden, und ein Zeichen/der Zerstörung. Wie Rauchwolken, die sich am fernen Horizonte zusammenballen, und vom rosigen Lichte der Abendsonne durchglüht, durch ihren malerischen Anblick unser Entzücken und das Gefühl der Freude erregen, dann aber, wenn der kritische Verstand nach der Ursache forscht, und sich klar

macht, dass diese schöne Erscheinung die Folge ist, das Gefühl der Freude verdrängt wird und Schmerz und Trauer uns packt, so geht es uns auch hier. Wir können, so fuhr der Redner weiter fort, keine dauernde Freude an der Er­habenheit dieser Ziffern und der erzielten Gewinne haben, denn sie sind Produkte des Zerstörungs­prozesses, in dem sich Deutschland befindet, nicht Früchte freudigen Schaffens. Sie werden auch nicht einmal den berechtigten Ansprüchen des An­teilseigners gerecht, der sein Kapital in Gold ein­gezahlt hat und nun trotz der hohen Dividenden­ziffer nur einp bescheidene Rente erzielt.

Fragt man neu, wie diesem Brande, diesem Zerstörungsprozesse Einhalt geboten werden kann, so haben die Geschäftsinhaber der Bank die Ant­wort darauf schon in ihrem Berichte gegeben, wo sie ausgeführt haben, dass eine Heilung nur aus der allgemeinen Erkenntnis kommen kann, dass die Weltwirtschaft ein Einheitskörper ist, für den auch die alte Lehre des Menenius Agrippa Platz greift, dass kein Glied desselben ohne Schädigung des Ganzen seiner normalen Funktion entzogen werden kann. So kann auch die Welt nicht ohne

Deutschland gesunden, und Deutschland bedarf zu seiner Gesundung der Mitarbeit aller Völker. Statt zu wiederaufhauender Mitarbeit sich zu vereinen, sehen wir aber die Völker sich um Frankreich scharen, dessen Wille zur Vernichtung Deutsch­lands sich erhalten hat, und Deutschland immer neue Lasten aufbürdet, die zu tragen es gänzlich ausser Stande ist.

Wenn wir trotz dieser unserer Ueberzeugung von der Unmöglichkeit der Erfüllung des Friedens­vertrages und des Londoner Ultimatums uns bereit gefunden haben, dem Verlangen der Regierung zu entsprechen und

unser Giro

auf die für die Zahlung der ersten Milliarde Gold­mark auszustellenden Reichswechsel zu setzen und deren Zahlung damit mit dem Vermögen der Bank und der Anteilseigner zu garantieren, so haben wir dies nicht leichten Herzens getan, sondern unter Berücksichtigung der Zwangslage, in der sich das Deutsche Reich befand und in der Erkenntnis, dass die Aufbringung der ersten Milliarde keine . unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten würde.

Ans den offiziellen Mitteilungen war inzwischen zu ersehen, dass Mittel und Wege dafür gefunden sind. Selbstverständlich hat die Leitung auch Vorsorge getroffen, dass die Bank durch eine

Rückendeckung seitens der Reichsbank vor ernster Schädigung bewahrt blieb. Im übrigen hat die Bankleitung ihre- Mitwirkung nicht als eine geschäftliche Angelegenheit angesehen, und deshalb eine jede Vergütung dafür ab gelehnt. Auf die Dauer werden die Deutschland auferlegten Ver­pflichtungen nicht erfüllt werden, es sei denn was nicht anzunchmen ist, dass man Deutsch­land freie Bahn lässt, die Welt mit seinen Produkten zu überschwemmen. Eine Umkehr auf dem von der Entente beschrittenen Wego bleibt also die Vorbedingung für den Wiederaufbau der deutschen und der Weltwirtschaft. Aber auch im Innern ist die Umkehr auf dem beschrittenen Wege eine Vor­bedingung der Wiedergesundung. Ohne eine feste, zielbewusste Regierung, ohne die

Wiederherstellung der freien Wirtschaft,

die die Beseitigung des Schiebertums von selbst nach sich zieht, ohne eine strenge, sparsame und geordnete Finanzverwaltung und eine vernünftige und klare Wirtschaftspolitik, und insbesondere eine gerechte und auf realem Boden sich bewegende Steuerpolitik, ist eine Gesundung Deutschlands eine Unmöglichkeit. Zur Erlangung dieser Ziele wird es insbesondere notwendig sein, dass die Ministerien mehr als bisher fachmännisch geleitet und ihre Beamten sachgemäss vorgebildet werden, vor allem aber, dass unsere Wirtschaftsführung wieder mehr durch die Bedürfnisse der Praxis als durch die Theorien mehr oder weniger geist­reicher Professoren, Journalisten oder Gewerkschafts­führer bestimmt werden.

Hiermit soll keine politische Forderung erhoben werden, denn, so hob der Redner hervor, wir wollen keine Politik treiben, namentlich hier in der

sagt werden, dass wir unbedingt zu den alten Formen und Gesetzen unserer Wirtschaftsführung zurückkehren müssen, dass nichts Neues und Besseres gefunden werden kann. Aber wir halten es für unsere Pflicht, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass eine Gesundung Deutschlands wie der Welt auf den bisher beschrittenen Wegen der Verfolgung und Vernichtung einerseits Deutsch­lands, andererseits des Kapitals nichts zu erreichen ist, sondern dassUmkehr notwendig ist.

Leider sind die Aussichten hierfür noch sehr gering. Die politische Konstellation der Welt ist noch so, dass Frankreich der Welt seinen Willen aufzwingt und seinen Annektionsgelüsten fröhnen kann, und im Innern nimmt die Zersetzung der Staats- und Kommunalverwaltung zu, und wird die Gesetzgebung in steigendem Masse von kapital­feindlichen Tendenzen und utopischen Zielen be­herrscht. Das praktische Ergebnis dieser Be­strebungen ist eine

Kapitalflucht in ungeahntem Umfange,

und die Fortsetzung derselben bringt nicht nur nw errwgMiBSBMwaaHiMMP«

die Gefahr einer grossen Steigerung üer v t flucht, sondern auch die Gefahr, dass die Wirt ? lieben Führer Deutschlands den Schwerpunp , Betätigung mehr und mehr ins Ausland 6 und dass die tatkräftige, mit Führereigens?! I begabte Jugend von vornherein ins Ausland drängt wird. » ! |

Die Erkenntnis, dass es auf diesem Weg« . weiter geht, dämmert in weiten Schichte?' Volkes hüben und drüben, ist aber noch > stark genug, um sich durchzusetzen und die^ I gegenstehenden Hindernisse ans dem We<J räumen. Einst aber .muss und wird die Yen ' in der äusseren und inneren Politik wied? Herrschaft gelangen; das ist, so betonte rJ unsere feste Ueberzeugung. Und dies allein 1 uns die Kraft, fortzuarbeiten und die tcu Bürde unseres Amtes zu tragen. Als W dieser Gesinnung wollen Sie, so schloss rJ es anffassen, wenn wir unsere geschäftliche tätigung im vergangenen und laufenden Ri nicht unerheblich ausgedehnt haben und beitu sind, sie noch zu erweitern.

* F. W. Busch A.-G. in L^. scheid. Die Generalversammlung setzte sofort zahlbare Dividende auf 20^ für die Stsi aktien und auf 6% für die Vorzugsaktien I. Ferner beschloss sie die Erhöhung des kapitals um 3,3 Millionen Mark Stammaktien,

1 1

6 Millionen Mark Vorzugsaktien. Sämtliche Alt sind für das laufende Geschäftsjahr voll dividend® berechtigt.

* Eisenwerk Weserhütte

Eine zum 10. August er. einberufene ausserorA« liehe Generalversammlung soll über eine Kapie erhöhung um 6,4 Mill. M. auf 10 Mill. M., I über die Genehmigung der mit der Firma FutterAlwin Hirsch & Co. abgeschlossenen träge Beschluss fassen.

* Deutsche Bergin- A,«G. für Kohlt nnd Erdölchemie In Berlin. Die Bi« für das erste Geschäftsjahr dieser zur Gruppe« Fürsten Donnersmarck gehörigen Gesellst« deren Aufsichtsrat auch Kommerzienrat Dr. Schmidt in Essen angehört, ergibt einen VeM vortrag von 153177 M. bei 1 Mill. M. Aktienkapl® und 17,99 Mill. M. Darlehen des Konsortiums * Kohlechemie in Berlin. Unter den Aktien sie« Patente mit 1,9 Mill. M. und Berginanlage heim-Rheinau mit 16,78 Mill. M.

* I

Belgien und Unionhäfen.

Jpu. Windhuk, 22. Juli. Die Belga wollen sich" von den Unionhäfen unabhängig mackl Es sind jetzt zwei Bahnlinien von der Westkiii Afrikas nach dem Innern im Bau begriffen; I vom portugisiseben Lobity Bay, die von englischen Firma Pauling & Co. gebaut, und eil belgische Bahn von Matadi an der Kongomü*J Letztere wird ein direkter Zugang vom atlantiiM Ozean zum belgischen Kongo - schaffen. Die Zs dürfte nicht ferne sein, wo auch die Südwn TTafén die ihnen gebührende Rolle spielen wer«! sei es nun Lüderitzbucht, Walfiseh-Bay OM Swakopmund.

Bandel In Sportartikeln in Siam

Jpu. New York, 22. Juli. Nach «4 Meldung eines hiesigen Blattes wird in weM Jahren der Import von Sportartikeln in Sid stark zugenommen haben, infolge des lebhafte Interesses für Sport, das in letzter Zeit unter M Jugend von Siam wahrzunehmen ist. Der europära Sport und die europäischen Spiele erfreuen sid einer grossen Beliebtheit und die Sport- und 8p»j artikel müssen alle importiert werden,

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