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General-Anzeiger

Anzeiger

AmMches Organ für Stabt- « LanSLreis Kanan

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richardöultsch:für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport J.V.: Richard Sultick; für Anzeigen «.Reklamen August Brodt. alle in Hanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau. Fernspreâanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

gr. 169

Freitag den 22. Juli

1921

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Das Neueste.

Das amerikanische Staatsdepartement leiste mit, daß es nicht ausgefordert worden sei, . der oberschlesischen Frage zu intervenieren y Märte, daß die Veränderungen in dem mstrittenen Gebiet nicht bedeutungsvoll genug eien, um von sich aus eine Intervention in Raffung zu ziehen.

- Das japanische Kabinett hat beschlossen, p der Konferenz von Washington teilzunehmen, ß fol aber ersucht haben, von dem Programm lie Frage der Souveränitätsrechte über Schan- und Aap auszuschließen.

- Marschall Foch soll eine dringende Jn- toftion an den französischen Vertreter der Mnalliierten Kommission in Sofia gesandt ân, in der es heißt, daß die Entwaffnung julgariens ohne wettere Verzögerung beendet leiden müsse.

- Die englischen Bergarbeiter erklärten sich [estern bereit, vom 4. August an einer Lohn- embsetzung von 2 Sh. täglich zuzustimmen.

- Die Griechen haben Eskischeher besetzt-

Polnisch-französische Ausilanüsvor- berettungen.

Aufsehen erregende Mitteilungen.

Anläßlich einer Proteftversammlung in dieslau machte Dr. Kleinert aufsehener- Wnde Mitteilungen über das Zusammenarbei- M ton Franzosen und Polen in Oberschlesien ^Vorbereitung eines vierten pol-

ij^en Aufstandes. Am 10. Juli wurde

in französisch- polnischer Aktionsausschuß gebü­ßt, der die Aufgabe hat, die Franzosen dabei zu wterstützen, in allen Ortschaften polnische Orts-

zsbehörden sowie die Gruben- und Polize Haltungen zu überwachen. Ein polnischer Ge- imbunb mit dem Sitz in Orczecze arbeitet da- _in, durch Terror eine Massenaus- anderung der Deutschen zu er­ging e n. Hinsichtlich der polnisch-französischen ine sind es die Engländer, welche die Neutra- it ernst nehmen. Die französische Division, die

Oberschlesien geschickt werden soll, soll dieses Hindernis durch das militärische Uebergewicht der Franzosen beseitigen. General Le Rond läßt durch zahlreiche Spione nicht nur die Deutschen, ^bern auch die ihm unangenehmen Engländer Armchen. In einem Rundschreiben an die fttlnzösischen Truppenkommandanten und Kreis- ionirolleure ordnete er an, daß sämtlichen polni- M Verwaltungs- und Militärstellen jede Unter- Wung zu gewähren sei und daß das neutrale Erhalten der Engländer durch energisches Dor­schen gegen die deutsche Bevölkerung abzuschwä- sei. In Kattowitz wurde eine Ueber- ^chungs stelle eingerichtet, die vermittels eines D Bßen Agentenapparates die gesamten englischen «ßnahmen in Oberschlesien zu überwachen hat. Wie derLokalanzeiger" aus Oppeln meldet, men die französischen Kreiskontrolleure Be- simnungcn erlassen, wonach der BegriffJnsur- genten" nur auf Deutsche beschränkt wird,, die der Kampffront zur Abwehr des polnischen MfftandeZ gestanden haben. Die ehemaligen Pol- Aschen Platzkoinmandanten, die sich während des Aufstandes die öffentliche Gewalt angeinaßt Men, seien nicht als Insurgenten zu bezeichnen. Kreiskontrolleure gewähren ihnen die wei- tte Ausübung ibre Amtsgewalt.

. Aach einer Meldung desBerl. Tagebl." in den Landkreisen Hindenburg die Poli- Memlt weiter durch polnische Insurgenten ®%ü&t. In Markoschau, Biskupitz und Kun- Mdorf sind bekannte Jnsurgentenführer Mit- »ueder der Gemeindewachen.

, Aach derSchles. Landesztg." hat ein unter ^nung eines französischen Hauptmanns steben- .^cheimkomitee die Aufgabe, mißliebige uhchMsinnte Personen aus Oberschlesien ver- Dwden zu lassen. Aus den Kreisen Kosel, und Neunkirchen sind bereits etwa 80 spurlos verschwunden. Trotz aller Be- uhungen konnte bisher über den Verbleib die- ^ Personen nichts fest gestellt werden. Die da- ^^don.den oberschlesischen Zeitungen geörach- Aachrichten werden von der Zensur gestrichen.

Zunahme des Bandenunwesens.

in 211 3uli. Wie dasBerliner Tage- si^âet, nimmt das polnische Bandenun- ^ oberschlesischen Industriegebiet einen größeren Umfang an. Als Beamte der k/Mchungspolizei in den Ortschaften Ianow, Virkental, Boguschütz, Eichenau âilhelminenhütte ihren durch den Putsch len ^rochenen Dienst wieder aufnehmen wall- es zu ernsten Zusammenstößen mit polnischen Snfuraenten, die lick bewaffnet

in den Ortschaften herumtreiben. Die Beamten wurden gezwungen, wieder abzuziehen. In Biskupitz halten die Insurgenten die durch den Ort fahrenden Straßenbahnen an, mißhandeln die Passagiere und durchsuchen sie nach Waffen. In Myslowitz üben die polnischen Aufstandsbe­hörden immer noch Gewalt aus.

Am Sie Tagung von Boulvgne.

Briand beharrt auf seinem Standpunkt.

London, 21. Juli. Wie das Reuterbüro

Briands Ant-

meldet, verlautet, daß, obgleich wort auf die letzte britische Verbalnote, betr. Oberschlesien und den Obersten Rat, noch nicht

eingegangen sei, die britische Regierung doch mehr oder weniger über den Inhalt der von Frankreich zu erwartenden Antwort unterrich­tet ist. Inzwischen ist es durchaus verkehrt, an­zunehmen, daß der Bericht der alliierten Ober- kommissare die Ansicht der britischen Regierung irgendwie abändere. Tatsächlich bestätigt sein allgemeiner Inhalt den britischen Standpunkt, daß der Oberste Rat die Frage regelt. Briand ist noch immer der Ansicht, daß, solange der gegenwärtige Zustand in Oberschlesien andau­ert, irgendeine vom Obersten Rat getroffene Entscheidung nicht ausgeführt werden könne, Er ist ferner der Meinung, daß eine so wich­tige Frage genauere Unterhandlungen erfor­dere, die nicht in wenigen Tagen beendet wer­den können. Briand geht Samstag in Urlaub und ist der Ansicht, daß der Oberste Rat vor August nicht zusammentreten könne.

Paris, 22. Juli. Die französische Note auf die englische Antwort in der oberschlesischen Frage ist gestern durch den ftanzösischsn Bot­schafter in London Lord Curzon überreicht worden. Der Inhalt entspricht den gestrigen Angaben. Wie derTemps" mitteilt, hat n^ ^------ ^ppunkt auf

schlesische Frage zu regeln und dann, wenn es notwendig erscheinen sollte, Truppen zu ent­senden.

Reichskabinetl und die Oberschlesiernote.

Das Reichskabinett hat sich, den Blättern zufolge, gestern mit der Antwort auf ine von dem französischen Botschafter Laurent dem Reichsminister Dr. Rosen in der oberschlesrschen Frage gemachten Eröffnungen beschäftigt. Es wurde festgestellt,' daß die Antwortnote noch einiger tatsächlicher Ergänzungen bedarf. Der Zeitpunkt der Uebergabe der Note steht daher noch nicht fest.

Briand wird an das Rnhrgebiek erinnert

Paris, 21. Juli. Wie die Havas-Agsntur mitteilt, hat der Abacordnete Peyroux heute an den Ministerpräsidenten einen Brief gerichtet und ihn an die Erklärung erinnert, die er am 24. Mai auf der Kammertribüne abgegeben,habe. Ministerpräsident Briand habe erklärt, daß in dem Augenblick, in dem die deutsche Regierung die Verpflichtungen, die sie in Versailles über­nommen habe, nicht erfülle und ihren bösen Willen offenbare, Frankreich das Erforderliche veranlassen werde, nachdem es seinen Alliierten davon in Kenntnis gesetzt habe. Das bedeute, so schreibt der Abgeordnete, daß Frankreich das Ruhrgebiet besetzen werde, wenn die Ver­sprechungen der deutschen Regierung nicht gehal­ten würden. Nach dem Abgeordneten Peyroux er­fülle seit acht Tagen die deutsche Regierung nicht nur ihre Versprechungen nicht, sondern der Reichskanzler Wirth und auch der Minister Ra­thenau bewiesen der gesamten Welt, daß sie Frankreich noch einmal betrogen hätten, deshalb gestatte er sich, den Ministerpräsidenten an, seine Erklärung zu'erinnern, da er überzeugt sei, daß nur die Besetzung des Ruhrgebietes Frankreich und seine Alliierten vor unangenehmen Ereig­nissen bewahren könne.

Wettere Nuslanöskredtte-

Berlin, 21. Juli. Bei Bekanntgabe des Kre­dites von 150 Millionen Goldmark wurde mit­geteilt, daß die Verhandlungen mit den inter­nationalen Finanzkreifen zwecks Beschaffung weiterer Kredite fortgesetzt werden. Wir er­fahren heute von der Reichsbank, daß es durch die Vermittelung des Bankhauses Mendelssohn u. Co. in Amsterdam gelungen ist, inzwischen einen neuen Kredit von 50 Missionen Goldmark für die Reichsbank zu beschaffen. Die Ver­handlungen wegen fernerer Kredfte schweben noch.

Die Verwelschimg des Saargebieles.

Auf dem Wege zur Derwelschung des Saargebietes sind die Franzosen unter eifriger Mitwirkung der Saarregierung neuerdrngs be­strebt. in den oberen Klassen der Volksschule

den obligatorischen französischen Unterricht ein- zusühren. Bezeichnend für die Verschlagenheit der französischen Propaganda ist folgender Trick: Es wurde an die Lehrerinnen des Saar­gebiets eine Rundfrage gerichtet, wer französi­schen Unterricht erteilen könne. Auf diese An­frage hin meldeten sich ungefähr 300 Lehre­rinnen. Die Regierung bestimmte, daß diese 300 Lehrerinnen sich einer neuen Prüfung zu unterziehen hätten und daß die 30 besten Prüf­linge auf Kosten der Regierung zu einem sechs­wöchentlichen Kurs nach Paris, Le Havre oder Genf geschickt werden würden. Die Damen mußten sich der Prüfung unterziehen, falls sie nicht das Recht auf Anstellung verlieren woll­ten. So hat die französische Propaganda sich wieder, wie seinerzeit mit der gefälschten Ad­resse der 150 000 Saarländer, einen pracht­vollen Anlaß konstruiert, um der Welt zu be­weisen, daß das Saargebiet französisch denke, da 300 Lehrerinnen, ungefähr 90 Proz., sich zur Uebernahme des französischen Unterrichts ge­meldet hätten.

Die irischen Verhandlungen.

London, 21. Juli. (Reuter.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß Lloyd George und de Valera ihre Besprechungen heute fortgesetzt haben. Die Grundlage für eine formelle Kon­ferenz ist bisher nicht gefunden worden. de Va­lero kehrt morgen nach Irland zurück und wird Lloyd George nach Unterredung mit sei­nen Parteigenossen weiteres mitteilen.

London, 21. Juli. Dis heutige Besprechung des Premierministers mit de Valera dauerte nahezu eine Stunde. Wie verlautet, umfaßte sie folgende Punkte: 1. Homerule für Südirland nach dem Vorbild der britischen Dominions, 2. Sicherheiten für Ulster, 3. wichtige Zuge- ltändrüüe auf finanziellem Gebiete, 4. Ab­

schen und südinschen dem de Valera das Foreign office verlassen hatte, stattete General Smuts dem Premier­minister einen halbstündigen Besuch ab.

Die griechischäkischen Kämpfe.

Paris. 21. Juli. DerTemps" veröffentlicht ein Telegramm, das die griechische Gesandtschaft in Paris vom Athener Ministerium für auswär­tige Angelegenheiten erhalten habe: Am Diens­tag sei nach erbittertem Kampfe von den grie­chischen Truppen Eski-Schehir genom­men worden. Der König habe sich gestern mit seinem Generalstab nach Uschak begeben. Die griechische Armee setze die rasche Verfolgung des Feindes fort. Nach einem Athener Telegramm, das derTemps" wiedergibt, ist das griechische Hauptquartier nach Kutahia verlegt worden. Dre griechischen Verluste von Kutahia, das inzwischen genommen sei, seien sehr schwer gewesen.

Athen, 21. Juli General Polymenakos, der Befehlshaber der griechischen Division, die Eski- Schehir eingenommen hat, setzte den König tele­graphisch von der Einnahme der Stadt in Kennt­nis, ebenso von der Begeisterung, mit der die ganze Bevölkerung ohne Unterschied der Nasie und der Religion die Befreiung von dem kema- listischen Joche feiere.

Paris, 21. Juli. Nach einer Meldung aus Athen, die derTemps" veröffentlicht, ist König Konstantin in Begleitung des Oberkommiffars für Syrien Sterogades nach der Front ab gereist. Die Königin von Griechenland wird demnächst nach Athen zurückkehren. Vor der englischen Ge- ' saudtschaft in Athen hätten Ovationen der Menge stattgefunden. .

Angora, 21. Juli. (Offizieller türkischer Kriegsbericht.) Brussa-Abschnitt: Die feindliche Vorhut befindet sich auf der Linie Pelidi-Nazif Pascha Die Griechen steckten die Ortschaften in der Ebene in Brand. Von Jenidsche her nimmt der Feind die Richtung auf Harmanlik. Uschak-Abschnitt: Der Feind geht in der Rich- tung auf Kedus-Altintach vor und konnte bis zur Linie Kabadji-Kara Agatsch-Kinchir-Baglcrich konimen. - Afium Karahifsar-Abschnitt: Der Feind wurde auf der Linie Resil Baba-Kiâiladjik einen Tag aufgehalten zur Deckung des Rückzuges der türkischen Truppen.

(Nach diesen Berichten scheinen^ die Griechen doch einen Erfolg verzeichnen zu können, wenn es sich nicht nur um einen Rückzug der Türken handelt, der den Zweck hat, die Anfangskraft der Griechen zu verzetteln und dann den eigentlichen entscheidenden Kampf aufnehmen. D. Red.)

KUferuf Moskaus an Amerika?

Nach einer Meldung des Ukrainischen Pressedienstes aus Lemberg hat sich die russische Sowjetregierung vertraulich an die Vereinigten Staaten mit der Bitte um ausgiebige Hilfe gegen die Hungersnot gewandt. Von Washing-

ton aus wurde die HUfeleistung von Bedin­gungen abhängig gemacht, unter denen genannt werden:

Sofortige Demobilisierung der Roten Ar­mee; sofortige Wiedereinführung aller poli­tischen Freiheiten, namentlich der Freiheit der Person und der Presse; sofortige Ausschreibung von Wahlen für eine konstituierende Ver­sammlung.

Wettbefreier unter sich.

Den Vertretern der Deutschen Kommunist^ schen Arbeiterpartei ist es auf dem Kongreß der Dritten Internationale in Moskau herzlich schlecht ergangen. Sie kamen ziemlich geschwollen dort an in der Hoffnung, lebhafte, ungeteilt« Anerkennung für ihre Mordbrennereien in Mit­teldeutschland zu erhalten. Als aber über di« Taktik des Kommunismus dort gesprochen wer den sollte, wurde den Vertretern der Deutscher Kommunistischen Arbeiterpartei nur eine halb­stündige Redezeit zugebilligt. Nach den Erfah­rungen in deutschen Parlamenten weiß man, das Kommunismus ohne Wortschwall ein Messe, ohne Schneide ist, und daß ein richtiger Kommu- nistt erst einige Stunden geredet haben, muß, um das zu sagen, was gebildete Menschen in we­nigen Minuten erklären können. Man k-nn der Vertreten, der Kommunistischen Arbeiterpartei die Entrüstung nachempfinden, die eine derartig« reaktionäre Vergewaltigung ihres weltbefreien­den Redebedürfnisses in ihnen wachrufen mußte. Sie beMhmen sich denn auch so, wie es sich für einen richtigen Kommunisten geziemt. Sie ver­zichteten auf das Wort und verließen mit den obligaten kommunistischen Spektakel das Lokal. Später scheint ihnen aber diese Enthaltsamkeit wieder leid geworden zu sein, und sie sind wohl in den Kongreß zurückgegangen, was ihnen je­denfalls nicht gut bekommen ist. Denn, wie wir

mit bewaffneter Macht aus der Sitzung der Drit­ten Internationale entfernt, in die Bahn gesetzl und unter Bewachung abgeschoben. Darob wird die Kommunistische Arbeiterzeitung, das Blati der K. A. P. D., gräßliche Wutorgien feiern müssen, denn schon ehe ihr dieser Hinauswurf be­kannt war, widmete sie der Dritten Internatio­nale folgende Freundlichkeiten:

Was tat die Exekutive der Dritten Inter­nationale? Sie traf die Entscheidung, bevor die Frage der K. A. P- D. aufgerollt werden konnte vor den Delegierten aller Länder. Sie stellte überraschend diese Frage an den Anfang des Kongresses. Sie billigte eine halbe Stunde Rede­zeit zu. In einer halben Stunde sollte die Frage zweijähriger, revolutionärer Kämpfe entschieden werden, entschieden werden von Hunderten von Delegierten, die wenig oder gar nichts um die Sache wußten. Man wollte eben die Vergewaltigung der Revolution. Unter der demagogischen Maske: die K. P. D. kann noch später zu allen Fragen sprechen, erbat und erhiell man von feigen oder unwissenden Delegierten die Vorwegnahme einer Entscheidung, die nur nach tiefgehender Erörterung gefällt werdeir konnte. Die Delegierten der K. A. P. D. haben die richtige Antwort gegeben. Sie haben es ab­gelehnt. durch Beteiligung an einer Farce sich mtschuldig zu machen an einer Täuschung des internationalen Proletariats.

Nachdem die Dritte Internationaledie Re­volution vergewaltigt", ist die Gründung einer Merten Internationale die dringendste Forde­rung des Tages. Moskau hat sich als Sitz krasser Reaktion erwiesen, und somit wird Hamburg wohl demnächst der Ausgangs- und Mittelpunkt der wirklich wahren und echten Weltrevolution sein.

PslMsche Tagesberichle.

Zurückziehung dec amerikanischen Trup^ pen? Wie âus Washington gemeldet wird, wurde im Senat eine Resolution des Republi­kaners Borah eingebracht, die das Kriegsdspar- tement um Aufschluß über die Kosten der Unter­haltung der amerikanischen Truppen in Deutschland ersucht. Es wird angenommen, daß hinter der Resolution ein Antrag auf Zu­rückziehung der Truppen steckt. Ein iveiteres Telegramm aus Newyork lautet: Harding sieht sich neuerdings einem Vorstoß einer Anzahl von Senatoren gegenüber, die für Zurückziehung der Truppen vom Rhein eintreten.

Unlerseebootskommandant patzig in Dänemark verhaftet. Wie die Kopenhagener ZeitungKlokken 5" erfährt, hat die dänische Staatspolizei den ehemaligen deutschen Unters seebootskommandanten Patzig, der sich seiner Verantwortung vor dem Leipziger Relchsgerichts durch die Flucht nach Dänemark entzogenchatte,, in Odense verhaftet«