SanauerS Anzeiger
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General-Anzeiger
AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Aanau
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M. 168
Donnerstag den 21. Juli
1921
HBES
Das Neueste.
_ Wie wir hören, war die deutsche Ant- Aortnote an Frankreich über Oberschlesien ân Gegenstand von Beratungen im Reichs- >inett. Die Note dürfte, wenn ikgend möglich, heute dem französischen Botschafter über- (Xn werden.
— Lloyd George fordert in einer Antwort- Me an Frankreich den Zusammentritt des Obersten. States für den 28. Juli.
— Auf dem Wochenmarkt in Graudenz Destpreußen) kam es zu schweren Ausschrei- [Ungen. Die zum Kauf ausgestellten Butter- Eiervorräte wurden von der Menge zertreten. Die Menge drang in die umliegenden Aeischerlüden ein und nahm große Fleifchstücke L den Haken weg. Der Brotpreis ist von auf 84 polnische Mark gestiegen.
— Die Belgrader Zeitungen veröffentlichen Telegramme aus Skutari, die über einen Aufstand der Miriditen berichten und die Mobili- [ierung aller Albanier von 18 bis 40 Jahren mitteilen.
Französische Annexivnsdokumenle.
Bis zu welchen Unwahrheiten sich die fvan- Ssische Politik zu versteigen wagt, beweist am schlagendsten das „Gutachten", auf Grund dessen mi 19. April in der französischen Kammer das Gesetz zur Schaffung eines Bergamtes für. die Mtsgruben im Saargebiet angenommen wurde. Dieses Gutachten, das demnächst von der Ge- schistsstelle „Saar-Verein" Berlin als eines der nichtigsten Dokumente der französischen Annek- iwnssÄitik im Saargebiet veröffentlicht werden wird, spricht ganz offen aus, Frankreich habe zwei M 'Fâhen im Saargebiet zu erfüllen:. „Die MwMbeir industriell auszubeureu . . .
I - so heißt es weiter — wir müssen diese Aus- DbeütMg dem politischen Ziele unterordnen, das ;besteht, die völlige Rückkehr des Iganzen Saargebiets an Frankreich !Döoizub ereiten." Sodann wird ganz nach 'Item Muster der französischen Propaganda für :I Elsaß-Lothringen von einer „Wiedergut- kmachung des Unrechts von 1815" ge- » stochen. Das ist grotesk, aber es hat seine be- ■ stimmte Methode, eine ganz raffinierte. Die Be- ) I Mnimg ist geradezu grotesk. Nie gehörte das s I raargebiet in seiner tausendjährigen Geschichte ■ zu Frankreich. Nur vorübergehend war es als ; I Grenzgebiet in Kriegszeiten durch Militärgewalt , I kupiert, unter Ludwig XIV., der Revolution • I und Napoleon I. Stets gegen den Willen der . I Vèdöllerung, die gerade 1815, als sie befürchten müssen glaubte, Deutschland werde sie in den ■ I Friedensverhandlungen preisgeben, eine Depu- ' I Mion an den König von Preußen schickte und I Aufnahme in den preußischen Staatsverband I erlangte. Die Okkupation durch die Heere der 11 Evolution und Napoleons wurde von der gan- ' I ft Bevölkerung stets als eine Fremdherrschaft , 1 mgeschen, genau wie die heutige Verfassung von 11 ^ jetzigen Bevölkerung. Es ist darum eine s I Mmlose Tendenzlüge, wenn das „Gutachten" . I französischen Kammer erklärt, „selbst der 11 der Bevölkerung, der sich seit der Trennung ■ I E15 ununterbrochen kundgetan hat, ist der These [ I Mons, den 14 Punkten geopfert worden." 11 Ein tauchte jemals in der Bevölkerung her , I ^sch auf, zu Frankreich zu gehören? Es würde I fallen, auch nur ein Dokument dafür auf- I Ebringen, das all denen entspräche, in welchen I p ^r gesamte Volkswille so restlos für Deutsch- i I Md kundgibt. Nur zweimal kam die Bevölkerung, • I sie ein exponiertes Grenzgebiet bewohnt, i I ihren Willen in politischer Zugehörigkeit 11 s^äusprechen, 1815 und heute. Beide Male . I sie sich widerspruchslos für Deutschland I Es ist barer Unsinn, wenn das Gutachten orner behauptet, die Bevölkerung habe seit ihrer * I genannten „Trennung" unaufhörlich ihre Zu- I lc^^k! zu Frankreich zu erkennen gegeben. Die I Äsonik des Saargebiets im Kriege von 1870/71 ; I tausend Beweise des geraden Gegenteils. Im I ^6ehtct gibt es nur einen einzigen Mann, I p Kin Vaterland offen an die Franzosen ver- (I wollte, c^Ezrat Dr. Muth. Er unterbreit 1 c den Franzosen Vorschläge zur Gewinnung Saargebietes. Damit hat die Bevölkerung I zu tun gehabt, ja nicht einmal seine Partei- I Sobald die Handlungsweise bekannt tz^den war, wurde dieser Mann aus der Zen- ^A'-partei ausgeschlossen und von der Be- I ^ng verfehmt.
' I die Zuneigung der Bevölkerung zu I« I ^Euch so groß ist, warum äußert sie sich nie- 0 I affen? Warum schlägt das Gutachten eine j^^Wigefranzgflsche Propaganda vor. die von ^.,^4enieuren und Beamten des Saarb erg- ! '^-«chstchyr werden soll? Das. Gutachten stellt
deshalb die Behauptung auf, die Bevölkerung sei durch. Zuzug aus dem Rbeinland und aus Preußen zu einer Mischbevölkerung geworden. Es soll damit der Eindruck erweckt werden, als gebe es im Gegensatz zu dieser Zuzugsbevolkerung eine ursprüngliche, die französisch sei. Damit soll wieder die These von her Trennung 1815 gestützt werden. Die Bevölkerung war aber 1815 genau so wie beim Beginn der Okkupation 1793 und genau so wie heute reindeutsch.
Im Saargebiet ist die alte ftanzöüt^. Kolitis am Werk, nach deren Methode der Sonnenkönig, die Revolutionshelden, die Napoleoniden und heute auch die dritte Republik ihre Annexionen vorbereitet: Erst irgendwelche Gerechtsame schaffen oder konstruieren, und dann davon ausgehend das volle Recht auf das Gebiet fordern. Heute erstreckt sich Frankreichs Recht nur auf den materiellen Besitz der Kohlenzechen. Die Rezierungskommisston des Völkerbundes treibt ihm aber schon heute ein Recht nach dem andern zu, schafft ihm Handhaben, die später erst wirkungsvoll im französischen Sinne werden sollen. Aber ein Recht kann Frankreich nicht für sich in Anspruch nehmen: das Recht auf das freie Gefühl, deutsch zu sein, das in der Bevölkerung um so lebendiger lebt, als es immer wieder durch die französischen Angriffe aufgestachelt wird. Trotz allem und allem, was Frankreich versucht, mit Gewalt, List und Verlockung, das Volk bleibt deutsch und kehrt bei der ersten Gelegenheit, spätestens durch freie Willensäußerung nach 13% Jahren zur deutschen Mutter zurück.
Baldige EnffcherSung über Ober- schlesien.
Zusammenkrill Des Obersten Rakes am 28. Juli?
französischen Kollegen Briand ffanbiit» halten, denn er geht auf die Verschleppungs- politik des letzteren nicht ein und fordert in einer Antwort auf die Note der französischen Regierung die Einberufung des Obersten Rates für den 28. Juli. Briand scheint nachgiebig geworden zu sein, denn er hat bereits wieder geantwortet und den Widerstand gegen die Konferenz aufgegeben. Es scheint nur noch eine Meinungsverschiedenheit in der Frage der Sachverständigenkonferenz über das Teilungsproblem, die der Boulogner Konferenz vorausgehen soll, zu bestehen, denn England verzichtet auf diese Konferenz, während Frankreich ihren Zusammentritt bereits für nächsten Montag wünscht.
Ueber den Notenwechsel liegen folgende Meldungen vor:
Paris, 20. Juli. Der britische Geschäftsträger überreichte heute nachmittag Briand die Antwort seiner Regierung auf die französische Oberschlesien-Note. In dieser Note wird die Unterredung bestätigt, die der französische Botschafter de St. Aulaire gestern mit Lord Curzon gehabt hat. Sie weist nachdrücklich auf die Notwendigkeit hin, daß der Oberste Rat am 28. Juli in Boulogne-sur-Mer zusammentrete, ohne das Teilungsproblem vorher durch eine Sachverständigenkommission prüfen zu lassen. Die Frage der Entsendung von Verstärkungen nach Oberschlgsien solle der Entscheidung des Obersten Rates vorbehalten bleiben. St. Aulaire wird morgen im Foreign Office die Antwort der französischen Regierung überreichen.
Paris, 21. Juli. Der englische Geschäftsträger hat gestern nachmittag die Antwort der englischen Regierung auf die französische Note vom 15. Juli übermittelt. Die Antwort besteht laut „Petit Parisien" nur in einer Wiederholung dessen, was Lloyd Georges dem französischen Botschafter im Foreign Office am Tage vorher mitgeteilt hat. England weist auf die ernste Lage in Oberschlesien hin und auf die Notwendigkeit, die oberschlesische Frage unverzüglich zu regeln. Die Note nimmt den Vorschlag, das Problem von einer Sachverständigenkommission prüfen zu lassen, nicht auf und schlägt vor, den Obersten Rat auf den 28. Juli nach Boulogne einzuberufen. Im Falle, daß Lloyd Georges durch die Ereignisse verhindert sein sollte, wird er sich durch Lord Balfour und Lord Curzon vertreten lassen. Da jedoch der erstere feine Ferien am 1. August antrete, müsse eine Entscheidung dort innerhalb zwei Tagen getroffen werden. Auch die Frage der Truppenverstärkungen solle geregelt werden.
Die französische Antwort soll bereits gestern abend an die französische Botschaft in London abgegangen fein. Die französische Regierung erklärte, daß sie einig sei, den effektiven Bestand der Truppen in Oberschlesien zu erhöhen. Ein gemeinsamer Schritt der drei Oberkommissare in Oppeln liege hierüber vor, durch den
Verstärkungen verlangt. werden. Frankreich nehme dieses Verlangen an. Es fei bereit, eine Division zu entsenden. Die französische Regierung verlangt, daß Sachverständige am kommenden Montag zusammentreten und daß der Oberste Rat sich in Boulogne vereinige, sobald diese die erforderlichen Vorarbeiten geleistet hätten.
Paris, 20. Juli. Nach einer Havasmeldung aus Oppeln haben die drei interalliierten Ober- kommissare in einer gemeinsamen Note an. den Botschafterrat auf die doppelte Notwendigkeit hingewiesen, erstens Verstärkungen nach Oberschlesien zu senden, um die Ruhe sowohl gegenüber den Polen als auch den Deutschen zu sichern, und zweitens die Entscheidung über die Teilung des Abstimmungsgebietes so schnell wie möglich zu treffen.
Der .,Temps" gegen die Tagung des Obersten Rates.
Paris, 20- Juli. Der „Temps", der in seinem heutigen Leitartikel Frankreich gegen den Vorwurf verwahrt, als wolle es systematisch den Zusammentritt des Obersten Rates verzögern, während der Friede Europas vielleicht in Gefahr komme, wenn das oberschlesische Problem nicht baldigst gelöst werde, sagt: Der Vertrag »n Versailles setzte fest, daß die zukünftige Grenze Oberschlesiens durch die alliierten und assoziierten Großmächte festgesetzt werden müsse. Diese Formel bedeute unbestreitbar, daß die Vereinigten Staaten an der Entscheidung teilnehmen müßten. Vergeblich werde man betonen, die Vereinigten Staaten hätten den Versailler Vertrag nicht ratifiziert, es bleibe trotzdem wahr, daß die Entente und Deutschland sich gegenseitig verpflichtet hätten, und zwar durch die Stipulierung, die «in Eingreifen der Vereinigten Staaten er- £» w No .«Mbh Obersten Rates nicht für geeignet, um Frankreichs Mitwirkung zu erzielen. Man könne die Angelegenheit im Gegenteil nur auf normalem diplomatischem Wege, also durch die Vermittlung der Botschafter behandeln. Wenn man die sofortige Einberufung des Obersten Rates und eine prompte Regelung des oberschlesischen Problems verlange, so sei das nicht dieselbe Sache. Das Blatt ist nicht der Ansicht, daß der Oberste Rat diese Lösung bringen werde und erklärt, nicht um die Sache hinauszuschieben, sondern um sie zu beschleunigen, verlange es eine neue Diskussionsmethode.
Das Golgatha der Oberschlesier.
Wie die Blätter aus Beuthen melden, wurden dort die ersten Gefangenen aus her französischen Kaserne freigelaffen, die nach der Erschießung des französischen Majors Montalegre von den Franzosen festgenommen worden waren. Die Flüchtlinge gaben furchtbare Schilderungen über ihre Behandlung durch die Franzosen, während ihrer 15tägigen Gefangenschaft. Die acht Gefangenen hatten als Schlafstelle nur eine Pritsche gehabt. Brutale Mißhandlungen waren an der Tagesordnung. Vor ihrer Abführung ließ man die zum Teil schwer Verwundeten durch eine Kompagnie Soldaten Spießruten laufen. Einer der Mißhandelten, ein Schlosser aus Königshütte, hatte drei Bajonettstiche und mehrere Kolbenschläge auf den Kopf erhalten. Die Freilassung erfolgte, da sich die völlige Schuldlosigkeit der Festgenommenen herausstellte.
Blättermeldungen aus Oberschlesien zufolge gehen die französischen Truppen in rigoroser Weise gegen die aus den unter dem polnischen Terror stehenden Landgemeinden in die Städte geflüchteten Deutschen vor. In Gleiwitz wurden ganze Straßenzüge abgesperrt und die Häuser durchsucht. 64 Personen, die noch nicht in ihre Dörfer zurückgekehrt waren, wurden verhaftet. Ein deutscher Flüchtling, der gezwungen worden war, in seinen Heimatort Godulla bei Rhbnik zurückzukehren, wurde dort von den Polen erschlagen.
Sachleistungen zu dem Wiederaufbau-
Di« „Vossische Zeitung" veröffentlicht einen Auszug aus der Verordnung über die Sachleistungen zu dem Wiederaufbau. Die Verordnung geht von der Grundbestimmung aus, daß die für den Wiederaufbau erforderlichen Warenlieferungen nach Möglichkeit auf dem Wege freier Vereinbarung aufzubringen sind. Nur soweit sie auf diesem Wege nicht beschafft werden können, sollen sie von den Leiftungsverbänden angefordert werden. Leistungsverbände sind in erster Linie die Länder. Daneben können aber auch landwirtschaftliche, gewerbliche und kaufmännische Verbände mit Genehmigung des Reichsministers für den Wiederaufbau Leistungsverbände bilden. Die Anforderung der Leistungen erfolgt durch
die Anforderungsbehörden. Diese wenden sich zunächst an die Leistungsverbände, falls aber von den letzteren die Leistung nicht bewirkt toirb, unmittelbar an die Inhaber der Betriebe. Der Anforderung ist unmittelbar Folge zu leisten. Die Durchführung der Anforderung kann mit Geldstrafe bis zu 100000 Mark für jeden einzelnen Fall erzwungen werden. Ueber die Bezahlung her Leistungen wird bestimmt, daß neben einer angemessenen Vergütung für den Wert der Leistung sämtliche Kosten zu ersetzt sind, die den Leistungspflichtigen durch die Leistungen entstehen.
Politische Tagesberichte.
— Die Wertfchätzung der Alliierten sät Wirth. „Daily Chronicle" schreibt, in der Abdankung Wirths sähe man in London keine Vorteile für die Alliierten, da er sein Bestes getan habe, um die Bedingungen des Versailler Vertrages zu erfüllen. Seine Nachfolge wäre beinahe sicher eine Regierung von rechts, die für London und Parks viel weniger annehmbar sei. Ein schneller Zusammentritt des Obersten Rates wäre immer wünschenswerter. Tatsächlich glaubt aber niemand an einen Zusammentritt des Obersten Rates vor September. Die englische Regierung sieht besorgt, daß Frankreich immer mehr eine schlesische Politik auf eigene Faust treibt.
— Deutsche Kommunisten aus Woskau hinausgeworfen. Aus Reval wird gedrahtet: Die Vertreter der Deutschen Kommunistischen Arbeiterpartei sind von der Kongreßtagung der Dritten Internationale mit bewaffneter Macht entfernt, in die Bahn gesetzt und unter Bewachung abgeschoben worden.
— Errichtung von Untcrfünftcn für die Bc- sabung. Auf Einladung mehrerer Großstädte des besetzten Revieres B!te<aaimt'-if^^
Bauer in Köln ein, um mit den leitenden Persönlichkeiten dieser Städte dringende Baubedürfnisangelegenheiten zu besprechen. Die Verhandlungen erstreckten sich vor allem auf die Frage der Errichtung von Unterkunftsgelegenheiten für die Besatzung, insbesondere für die Familien bet Offiziere, Unteroffiziere und Beamten. An den Beratungen nghm auch der Staatssekretär für hie besetzten Gebiete Brugger teil. Das Ergebnis kann als allseitig befriedigend bezeichnet werden.
— Der Frieden von Trianon. Die Botschafter- konferenz hat gestern zum ersten Male in Anwesenheit des amerikanischen Botschafters in Paris, Herrink, als Vertreter der Vereinigten Staaten, getagt. In der Sitzung, die wie üblich unter dem Vorsitze von Jules Cambon stand, wurde beschlossen, als Zeitpunft des Inkrafttretens des Friedensvertrages von Trianon einen Tag der nächsten Woche zuzustimmen und die Beratungen der zu diesem Zwecke erforderlichen Maßnahmen fortzusetzen. ■
— Prügelszenen in der rumänischen Kmnmer. Die „Neue Freie Presse" gibt eine Meldung des Budapester Blattes „As Est" aus Bukarest über große Skandalszenen in der rumänischen Kammer wieder, wo seit einigen Tagen die Verstaatlichung der Werke von Resica verhandelt wird. Der gewesene Handelsminister Taslouanu soll dieser Gesellschaft «inen überaus vorteilhaften Vertrag gesichert und die Mehrheit der Kammer für diesen Vertrag dadurch gewonnen haben, daß Abgeordnete der Regierungspartei unentgeltlich neue Aktien der Gesellschaft erhielten. In der Debatte über den Vertrag protestierte nun die Opposition gegen dessen Annahme und erklärte, daß her Vertrag bloß eingelegt sei, das Vermögen einiger Abgeordneter und Senatoren der Tvarescu-Par- tei zu vermehren. In dem darauf folgenden großen Lärm schlug der Llbgeordnete Goga Tas- lauanu mit der Peitsche ins Gesicht. Taslauanu, rief er dabei, habe das Haus mit Aftien bestochen. Die Schlägerei wurde schließlich allgemein, so daß der Präsident die Sitzung schließen mußte.
— Keine Mobilisierung Rußlands. Entgegen anders lautenden Meldungen hat sich die pol- nische Regierung davon überzeugt, daß in Rußland keine neuen Mobilisationen vorgenvmmen werden. In der »ergangenen Woche haben Truppenverschiebungen stattgefunden, die sich auf die Lage im Kaukasus und Persien beziehen. Aus dem nördlichen und Mittelrußland sind überzählige Regimenter nach dem Süden ttanspor- tiert worden, was von der Sowjettegierung damit begründet wird, daß die Ernährungsftage für die Truppen im Süden günstiger fet als in den nördlichen Garnisonen. Derartige Verschiebungen seien auf Grund der drohenden Hungersnot in die nördliche Distrikten noch weitere zu erwarten.
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