Einzelbild herunterladen
 

M

Einrückungsgebühr: -

Dit8gesp. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk die Igeln. Zeile im Neklameteil 4.50 Mk Finanzinserate 1.70 Mk. Offertgebühr30 Pfg. Bezugspreis: Viertel- jäbrl. 14.40 Mk.,monatl. 4.80 Mk., f. Postbezug viertel» iäbrl. 15.90 Mk..monatl.5.30Mk. DieNummerLOPsg.

Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankkurt a. M.

Amtliches Organ für SlaSl- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. JndermüLl«.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Rtchard Hultscb: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport I. V.: Richard Hultsck: für Ameisen u.Reklamen August Brodt, alle in Hanau «.Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

MkW

Ar. 167

Mittwoch den 29. Juli

1921

Das Neueste.

Die neuerdings auftretenden Gerüchte, daß das Reichskabinett zum Rücktritt entschlossen sch sind unzutreffend.

Der von Holland erlangte Kredit von 150 Millionen Goldmark soll auf 200 Millionen erhöht worden sein außerdem stellen englische Großbanken Deutschland für Brotgetreideeinkäufe zunächst drei Millionen Pfund Sterling zur Ver­fügung.

England ist gegen eine Truppenverftärkung m Oberschlesien.

! - Der Landarbeiter streik im Kreise Stralsund in Pommern hat sich jetzt auch auf die Insel Men ausgedehnt.

Meldungen aus Moskau zufolge ist die Stobt Taschkent durch einen Zyklon zerstört wor­den. Der Schaden ist sehr groß.

Die irische Frage.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Dinge in Irland gewendet haben, so daß berechtigte Hoffnungen auf eine Verständigung mit der Londoner Reichsregierung gegeben sind. Noch vor wenigen Monaten sah alles nach Mord und Bmnd aus, ja, bis in die letzten Wochen, als schon die Rede von Unterhandlungen des Füh- Ms der Aufständischen mit dem Ersten Minister ging, geschahen noch schwere Verbrechen, wenn auch nicht auf feiten der Truppe und Polizei, denen fa manche Roheit vorgeworfen wird ob mit Recht oder Unrecht, sei dahingestellt, so doch sicherlich auf selten der Sinnfeiner. Man erfuhr nicht ohne Staunen, daß der Obmann der irischen Verschworenen, wie man sie wohl nennen darf, Semon de Valera, heimlich aus Amerika nach Jcknd gereist war, um dort die Führung zu freilich noch aus dem Versteck vor britischen Behörden. Es wurden unter der Hand Anstalten für eine Waffenruhe getroffen, indes kam es zu keiner Verständigung, weil die bestens ausgerüsteten Sinnfeiner nicht auf die Forderung eingehen wollten, die Waffen erst niederzulegen. Dann kam, im Dezember, die Re­gierung mit einem Besserungsantrag zu ihrem neuen Homerulegesetz hervor, um Zeit zu ge- sninnen für den Fall, daß die Südirland zuge- Mte Sonderverwaltung nicht zustande käme: die elsdann eintretende Regierung als Kronkolonie, »Iso der wirkliche Verlust der Selbstbestimmung, leite nicht schon durch das jetzige, sondern das schende Parlament beschlossen werden. War dies ichon ein versöhnlicher Schritt, noch deutlicher bat die Gesinnung der Londoner Regierung Her­der, als sie den in Irland viel angefochtenen Träger der Gewaltmaßnahmen, Lord French, don dem Posten eines Statthalters abrief und

den katholischen Lord Edmund Talbot er- Ichte, der dann den Namen eines Lord Fitz-Alan' Muahm. Ueber allem dem herrschte Totschlag M Brand.

Nun sehen sich die Gegner am Verhandlungs- '1$ in die Augen: Lloyd George, der erklärt <âe, wenn er de Valera kriege, werde er ihn schießen'lassen, und de Valera, der den Ersten Minister einen Banditen genannt hatte, den er tagen würde. Dazu Sir Hamar Greenwood, der Minister für Indien, der die ganze Zeit so über­aus scharf das Auftreten der öffentlichen Ge- Mten in Irland geleitet und verteidigt hatte, Md der Sinnfeiner Arthur Griffith, den der- ^be Hamar Greenwood acht Monate lang hinter Meß und Riegel gehalten hat. Sogar der seit Wren im Sinne der Versöhnung wirkende Graf Mniett, dem die Sinnfeiner den Sohn erschossen Mu, ist zur Stelle. Wenn man doch bedenkt, M General Sir Nevil Macready, der Befehls- riu d^ staatlichen Streitkräfte, mit dem militä- w^ Führer der Aufständischen Michael ®lns über die Waffenruhe unterhandelt, so M ^gegeben werden, daß sich manche Sinnes- »nung auf beiden Seiten vollzogen haben muß. J.B liegen die aufregenden Wochen, wo man 2, Hungertode des Bürgermeisters von Cork wlzegensah, zweifelnd, ob jenials eine Verstän- zu erreichen sei.

^ZUdes haben die Iren in ihrer langen Ge- r ^ als die Pfleger der wunderlichsten ^i^üche kenntlich gemacht. Man braucht sich an die eine Erscheinung aus unsern Tagen I * innern: ihre starke und leistungsfähige Be- £ E Kriege gegen Deutschland und die B ^ viele unter ihnen Made im irischen mit Deutschland angesponnen hatten, des s s andern Seite ist die stete Bereitwilligkeit die britischen Staatsmannes Huffällig, no^ svyfest gefaßten Meinungen abzu- "' toenn sie den Zielen der Politik unbe- es eine Kunst, in der Lloyd George höchsten Uebertreibuna gebracht ÈoL

London, 19. Juli. Sowohl de Valera wie Sir James Craig hatte heute längere Bespre­chungen mit dem Ersten Minister. Die Unter­handlungen mit de Valera werden am Donners­tag fortgesetzt. Sir James Craig erklärte nach seiner heutigen Unterredung mit Lloyd George, er sei sehr zufrieden mit den Anstrengungen die zur Erreichung des Friedens gemacht würden. Die »Sinnfeiner und die britischen militärischen Behörden in Irland haben ein Abkommen ge­schlossen. wonach alle Beschränkungen für Messen und Märkte aufgehoben werden, wogegen die Sinnfeiner alle Mitbürger auffordern, mitzu- helfen die Gräben anzufüllen und andere Ver­kehrshindernisse zu beseitigen sowie die Brücken wiederherzustellen, um die Abhaltung von Messen und Märkten zu erleichtern.

Der Friede mit Amerik«.

Gedankenaustausch zwischen Dresel und Dr. Rosen.

Paris, 19. Juli. DieChicago Tribune" meldet aus Paris: Der ehemalige amerikanische Geschäftsträger Dresel hatte gemäß direkten Aufträgen aus Washington Unterredungen mit dem Außenminister Dr. Rosen über das Pro­blem, wie die Friedensbedingungen zwischen Deutschland und Amerika festgestellt werden könnten. Der Korrespondent "des Blattes er­fährt über diese Besprechungen mit einer hohen deutschen Persönlichkeit, daß die amerikanische Regierung Anregungen der deutschen Regie­rung zu haben wünsche, wie der Friede in Wirklichkeit gestaltet werden könnte, da durch die Friedensresolution die Situation nur unbe­deutend geändert wurde, wie sie seit dem Waffenstillstand bestand und Deutschland sich infolgedessen in einer komplizierten Lage be­findet. Gemäß den Erklärungen dieses Diplo- maten erhielt der Geschäftsträger Dresel vom Washingtoner Staatsdepartement zahlreiche Anfragen, die er dem deutschen Auswärtigen Amt vorzulegen hatte. Danach erklärte die­selbe Persönlichkeit es als falsch, als ob eine offizielle Note in die Hände der deutschen Re­gierung gelangt sei. Es wird angenommen, daß der Gedankenaustausch zwischen Dresel und Dr. Rosen die Stellung des Präsidenten Harding in dieser Frage bedeutsam erleichtern würde. Der deutsche Diplomat erklärte, daß Deutschland bei der Unterzeichnung des Ver­sailler Friedensvertrages sich gegen dieses Do­kument erklärte, und die Tatsache, daß die Ver­einigten Staaten diesen Friedensvertrag nicht ratifizierten, den Abschluß eines Separatfrie­dens noch schwieriger gestaltete. Deutschland blicke auf die Vereinigten Staaten als die ein­zige hierbei uninteressierte Macht, welche an der Ausarbeitung des Friedensvertrages mit­wirkte. Deutschland hoffe deshalb, Amerikas Unterstützung bei der Lösung der Saarfrage, der schlesischen Frage, der Danziger u. a. Fra­gen, welche Deutschland als ungelöst betrachtet, zu erhalten.

Es wird erklärt, daß bei den Erörterungen, die zwischen Dr. Rosen und Dresel stattfanden, Deutschland diese Fragen nicht sämtlich erörtern kann, weil Amerika sie gemeinsam mit den Ententemächten seinerzeit gelöst habe.

Das Programm der Abrüstungs- Konferenz.

Parrs, 19. Juli. Wie demNewyork He­rold" aus Washington berichtet wird, deutete das Staatsdepartement in großen Zügen den Standpunkt der Vereinigten Staaten zum Programm der Abrüstungskonferenz wie folgt an:

1. Die Vereinigten Staaten bereiten selbst kein Programm vor und erwarten, daß sich die Konferenz selbst darüber schlüssig werde, und mit ihrer Einladung verfolgen die Vereinigten Staaten mit das allgemeine Ziel.

2. Sie rechnen darauf, baß sich die Machte vor dem Zusammentritt der Konferenz auf diplomatischem Wege über die zu beratenden Fragen einig werden. . ,

3. Jede beteiligte Macht könne im Voraus gewiß sein, daß sie durch ihre Zustimmung zur Beratung eines besonderen Gegenstandes nicht auf ihr Recht verzichte, später die Beschlüsse der Konferenz zu billigen oder abzulehnen.

4 Die Verein. Staaten suchen den Ein­schluß einer Unzahl von Problemen in das Konferenzprogramm zu verhindern, die mit dem Zwecke der Konferenz nichts gemein haben und ihren Erfolg in Frage stellen können. .

Rom, 19. Juli. Die Nachricht, daß Präsi­dent Harding dem Vatikan eine Einladung zu der Abrüstungskonferenz geschickt habe, wird dementiert. Ebenso die Nachricht, daß der Vatikan Schritte unternommen habe, um an dieser Konferenz teilzunehmen.

London und der Vriandsche Vorstoß.

England betrachtet die französische Aktion in Oberschlesien als Provokation.

Paris, 19. Juli. Dem Londoner Korrespon­dent derChicago Tribune" zufolge würde die französische Aktion in Oberschlesien von Eng­land als Provokation angesehen werden. Ofsi- zielle englische Kreise in London drücken die Meinung aus, daß Frankreich aus eine deutsche Insurrektion hinarbeite, welche eine Ruhrbe­setzung und die Auferlegung einer größeren militärischen Truppenlast auf Deutschland recht­fertigen würde. Eine Persönlichkeit in hoher Stellung habe der Meinung Ausdruck gegeben, daß England allmählich zu demselben Beschlusse gelangen würde wie Amerika, sich von allen kontinentalen europäischen Angelegenheiten zu­rückzuziehen. Man ist auch über die fortdau­ernden, durch Frankreich erfolgenden Ver­tagungen des Obersten Rates in England ver­stimmt und nimmt an, daß Frankreich diese Verzögerungen bis nach der Washingtoner Konferenz im Monat November fortsetzen wolle.

Bemerkenswert ist ein Zugeständnis des Matin", daß die Sage in Oberschlesien sich nicht verändert habe, sondern im Gegenteil nach dem Rückzug der deutschen und polnischen Truppen nunmehr bloß lokale Elemente da sind, die Unruhe hervorrufen könnten.

Gegen den Vorschlag einer Sachverstândfgen- Lommission.

Aus dem Haag, 19. Juli. Aus London wird gemeldet-: LautDaily Telegraph" hat die britische Regierung in Paris mitteilen lassen, daß sie in dem Vorschlag einer Sachver­ständigenkommission für die Regelung der oberschlesischen Frage keine wesentlichen Vor­teile erblicke. Wenn die Kommission sofort er- daß sie im Laufe dieses Monats zu einer Ent­scheidung käme, und ein weiterer Aufschub der Regelung der oberschlesischen Frage wird von England für sehr gefährlich angesehen.

ÄAslsnöskredU Mr Geireideeinkäufe.

Berlin, 19. Juli. Es ist in den letzten Tagen zwischen der Einfuhrgefeüschaft für Getreide und Futtermittel mit Zustimmung des Reichs- ernährungsminifteriWNs und des Reichsfinanz­ministeriums ein Abkommen mit einer größeren Gruppe englischer Großbanken (u. a. Baring, Kleinworr, Norgen, Rothschild und Schroeder) getroffen worden, nach welchem der Einfuhrge­sellschaft ein Kredit in Höhe von zunächst drei Millionen Pfund Sterling in der Weise zur Verfügung gestellt wird, daß für die zu tätigenden Brotgetreideeinkäufe von Uebersee die Verschiffer auf genannte Banken Wechsel mit viermonatiger Laufzeit ziehen. Auf diese Weise können noch die erforderlichen Mengen Brotge­treide im Auslands zu recht günstigen Beding­ungen erworben werden.

Zum Morde Gareis.

Der bayerische Mchrheitssozialist Auer zweifelt am politischen Mord Gareis.

Der Mehrheitssozialist und bayerische Land- tagsabgeordnete Auer erklärte vor einigen Tagen in einer Parteiversammlung in einem kleinen Ort des Bayerischen Waldes, Teisnach, daß,er es nicht für erwiesen halte und daher auch nicht daran glaube, daß der Anschllig auf den Abg. Gareis ein politischer Mord sei.

Das berichtet der DsggendorferDonau­bote" und derVorwärts", das Zentralorgan der S. P. D. bemerkt, daß Auer offiziell bestätigt habè. diese Aeußerungen über den unpolitischen Mord Gareis getan zu haben.

*

Bei der großen und gehässigen Redeschlacht im Reichstage hatten damals bei der S. P. D. noch nicht die geringsten Zweifel bestanden, daß die Tat eventl. auch aus anderen Gründen ge­schehen sein könnnte. Die Reaktion, die, Einwoh­nerwehr mußten es unbedingt gewesen sein. Jetzt endlich findet ein Abgeordneter den Mut zu be­rechtigten Zweifeln. Den Sturm im unab­hängigen Lager, der nun folgen wrd, kann man sich leicht ausmalen. Jedenfalls wird die S. P. D. nun gezwungen sein, chre Parteimeinung er­neut kundzutun.

Aus der Hat Regieruugserklürung.

Die politische Orientierung nicht geändert.

Rom, 19. Juli. Die Kammer hat gestern ihr« Arbeiten wieder ausgenommen. Die von B o - n o m i verlesene Regierungserklärung besagt, die allgemeine politische Orientierung habe sich nickt geändert, aber die SReaternna

Wolle ihren Standpunkt in der Außenpolitik klar­legen. Diese Politik sei der Anlaß zur Minister- krise gewesen. Den Verpflichtungen, die Italien in vollkommener Freiheit übernommen habe und durch die es gebunden sei, wolle Italien nicht nur mit vollkommener Loyalität treu bleiben, sondern es sei auch der Meinung, daß man im Rahmen der Bündnisse und Freundschaften an dem Wiederaufbau eines besseren Europas ar­beiten könne. Für immer von den Bedrohungen des zertrümmerten Reiches befreit, könne Italien an diesem Werk mit arbeiten gemäß seiner ruhm­vollen Ueberlieferung. So komme es, daß Italien, gleich nachdem die Vereinigten Staaten den ersten Schritt zur Abrüftungskonfermz getan hätten, diesem Plan sofort und mit ganzem Herzen an­hängen. Während es bereits begonnen habe, sein stehendes Heer zu verringern, und nachdem ein gleichartiger Vorschlag vom Völkerbundsrat ge­billigt wurde. Bonomi sprach dann über die adriatische Frage und meinte, daß das Problem in seinem hauptsächlichsten Teile durch den Vertrag von Rapollo gelöst sei, dessen Klauseln beobachtet würden; denn über jedem nationalen Streben stehe die Ehre Ita­liens. Dieser Vertrag werde mit der größten Freimütigkeit durchgeführt werden, ohne die In­teressen und Gefühle Italiens außer Acht zu lassen. Es'sei tlar, daß die Durchführung dieses Vertrages die größten Schwierigkeiten für die Grenzfestsetzung des corpus separatem von Fiume beseitige. Die Regierung sei der Meinung, daß diese Frage vor allen Dingen vom wirtschaft­lichen Standpunkt aus geprüft werden müsse, um die wirtschaftliche Zukunft Fiumes zu sichern. Unter diesen Umständen werde es leicht sein, einen gangbaren Weg für die Unterhandlungen zu finden, sobald erst der Staat Fiume endgültig gebildet fein werde. Jugoslawien und Fium: würden dann ihrerseits die Grenzfrage wiede' Bildu^ eines Konsortiums d-r drei ©tonten verknüpft sei. Auf diese Weise würde es möglich sein, Fiume das Hinterland zu sichern, für dessen Erzeugnisse Fiume der natürliche und wirtschaft­liche vorteilhafte Sammelpunkt sei.

Ein Hilferuf an die deulsche Regierung.

Ludwigshafen, 19. Juli. Der Stadtrat von Ludwigshafen hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig einen von sämtlichen Parteien einge­brachten Antrag angenommen, in dem u. a. heißt:

Der Stadtrat der Arbeiterstadt Ludwigshafen erkennt an, daß die Reichsregierung durch pünkt­liche Erfüllung der uns in dem Londoner Ulti­matum auferlegten Verpflichtungen alles getan hat, um die Aufhebung der Sanftionen zu be­schleunigen. Mit umso größerer Enttäuschung stellt er aber auch fest, daß alle Beweise besten Willens bis zur Stunde ohne Erfolg geblieben sind. Die wirtschaftliche Not steigt aufs höchste. Der Zusammenbruch ist kaum aufzuhalten. Die Industrie bleibt ohne Aufträge, Betriebsstill­legungen mußten bereits vorgenommen werden, neue stehen bevor. Dazu wird die ohnedies schon unerträgliche Wohnungsnot in Ludwigshafen durch die Notwendigkeit der Unterbringung der mit bem Vollzug der Sanktionen beauftragten Organe aufs äußerste gesteigert. Durch das neu.- aufgerissene Loch tm Westen strömen dauernd unnütze Waren herein, die die Kraft unseres Geldes vermindern und wichtige Zweige unseres Wirtschaftslebens gefährden. Zum Schluß bittet der Stadtrat die Reichsregierung dringend auch weiterhin unermüdlich mit allen Mitteln die Aufhebung der Sanktionen betreiben zu wollen.

Polittsche Lagesberrchle.

Ministerialdirektor Wiedenfeld deutsche» Vertreter in Moskau. Wie dieDeutsche Allgem. Zeitung" Hörr, hat Ministerialdirektor Dr. Wie­denfeld gestern die Leitung der Abteilung für Außenhandel des Auswärtigen Amtes nieber« gelegt, um die Vertretung der deutschen Han« delsinteressen in Moskau zu übernehmen. Wie­denfeld wird Mitte August nach Moskau ab­reisen.

Ein Wechsel in der englischen Besatzungs crtiiee. DerLokalanz." meldet aus Köln: Wi< dieCologne Post" berichtet, kündigt ein von britischen Kriegsamt erlassener Armeebefehl einen Wechsel in den englischen Besatzungstruppen an Die Bataillone, die die Rheinarmee ablösen kommen von den Heimatstandorten nach Köln,

Neue Schießereien in Gleiwitz. Nach einet Meldung desBerl. Tagebl." haben in den letzten Tagen in einzelnen Gegenden bei Gleiwitz neue Schießereien bei Insurgenten statt gefun* den. In Peiskretscham richteten polnische Bai^ den druck Laudaranaten aroßen Sckaden an,.