Beite 2
Montag den 18. Juli
Nr. 1W
Lokales.
Hanan. 18. Juli.
Licht, Lust, Sonne.
„Lasser tuts freilich, höher jedoch steht die Luft und am höchsten das Licht." Arnold Rikli.
Sm unersetzliches Heilmittel gegen viele Krankheiten, welche gegenwärtig bei uns wieder -stark vertreten sind, findet man ohne erheblichen Kostenaufwand draußen in der freien Natur. Icoch fehlt aber bei den meisten Gesunden und Kranken die richtige Würdigung de8 Licht-Luftbades als Heil- und Abhärtungsmittel- Durch "regelmäßige und richtig genommene Licht-Lust- bäder, wenn es dem Körper zuträglich ist auch Sonnenbäder, stärkt und kräftigt man den Körper. Die Haut als Schutz-, Gefühls-, AtmungS-, AuSscheidungs- und Wärmeregulierungsorgan bleibt gesund und reagiert gegen jeden Witte- rmrgsumschürg und kann von einer Erkältung keine Rede sein. — Ist man nicht in der Lage, die Licht- und Luftbäder im Freien zu nehmen, so kann man auch in der eigenen Wohnung in einem gut gelüfteten Zimmer oder auf dem Balkon entweder morgens, mittags oder abends seinen Körper dem Licht und der Luft aussetzen. Am besten aber wirken entschieden die Licht-Luftbäder im Freien. Sie härten den Körper ab, und stärken die Nerven. Je nachdem man sich an die Bäder, das ist die Einwirkung von Licht und Luft, auf den Körper gewöhnt hat, kann inan auch die täglichen Bäder nicht nur bei schönem Wetter, sondern auch ruhig in der kühler werdenden Jahreszeit fortsetzen. Luftabgchärteten bereiten sie auch selbst im Winter großes Behagen. Zu merken ist hier stets: Je kälter die Luft, desto kürzer nehme man das Bad und desto stärkere körperliche Bewegungen sind notwendig. Ja sogar kleine Kinder sollen und müssen schon an das Licht-Luftbad gewöhnt werden. Zuerst in der Wiege, später läßt man die Kinder im Zimmer in leichter Kleidung oder im Hemd umherlaufen und dann nehme man sie mit zum Luftbad, wo erst das richtige Bad beginnt, und der Körper gegen alte Krankheiten abgehärtet werden soll und abgehärtet wird.
Luft und Sonne in die Wohnungen, Werkstätten und Schulen muß die Losung sein. Luft und Sonne auch für Haut und Lunge und deshalb die undurchlässige wü> verweichlichende Kleidung abgelegt. Sie bewirkt vielfach das Gegenteil von dem, was wir von ihr erwarten. Durch zu dichte Kleidung wird der Körper verweichlicht und allerlei Krankheiten der Atmungsorgane, Verdauungsstörungen, Bleichsucht und Nervenleiden sind die Folge. Laßt die Haut Licht und Lust aufnehmen, denn die Luft ist, wegen ihres Sauerstofsgehaltes und physikalischen Wirkungen auf Lunge und Haut, ein unerhebliches Leben s- 'ölÄnènt und Heilmittel. Gesundes Blut und widerstandsfäh^e Atmungsorgane sowie in Uebung erhaltene Hauttätigkeit als natürliche Folge eines richtig geführten Lebens in Luft und Sonne werden bald durch die in ihnen wirkenden Schutzkräste, die den Bestand der Kulturvölker bedrohenden Seuchen niederzwingen. Nur auf diesem Wege können wir zu gesundheitlicher Wiedergeburt kommen. Darum ohne Furcht hinaus in die lachende Natur, heraus aus der dumpfen Werkstatt, dem Büro, der Schule oder wo man sonst seiner täglichen Arbeit nachgeht, in das Licht- und Luftbad, welches so herrlich an der Fasanerie angelegt ist, mit seinen gesonderten Badegelegenheiten für Männer, Frauen und Rin» der, in denen man an Turngeräten aller Art sowie durch Spiel den Körper gesund und frisch erhalten kann. Jeder wird dabei die Wahrheit des Wortes von Schiller erleben „Das Herz geht auf im warmen Strahl der Sonne.und neu er»
Keimgesun-ea.
Roman von Hans Possendorf.
W. Fortsetzung. (Nachdr. verboten.)
Dann spähte er um sich. Ueber das Geländer des Fleets gelehnt, standen müßig einige Schiffs- arbeiter. Ein älterer Mann in blauer Jacke und hohen Stiefeln schien ihm am vertrauenerweckendsten. Er winkt« ihn zu sich heran.
„Wollen Sie sich einige Start verdienen?"
„Warum nich? Wat soll's denn sein?"
„Sehen Sie hier das dritte HauS von der Ecke, das große schwarze? Dort wohnt in der vierten Stage ein Kapitän von Holten. Da geben Sie diesen Brief ab und bringen mir gleich Antwort hierher." Er gab ihm den Brief, in dem er Yami um eine sofortige Unterredung bat.
EndloL schien Georg die Wartezeit. Sollte her Bote etwa gar nicht wiederkommen? War er vielleicht gleich in die nächste Schenke gegangen, anstatt den Auftrag auszuführen? Wie hatte er auch nur so unvorsichtig sein können, ihm das Geld schon vorher zu geben?
Aber endlich kam der Bote doch zurück. Lang, sam und etwas verlegen trat er auf Georg zu.
„Nun" fragte dieser hastig.
„Ich weiß nich, junger Herr ob ich die Sache recht gemacht habe. Eine Viertelstunde lang hab' ich geklingelt, aber da iS wohl niemand zu Hause. Da habe ich den Brief unter der Tür durchgesteckt."
„Davon habe ich doch nichts gesagt." Eine ärgerliche Falte grub sich in Georgs Stirn. „Na, dann hilft es nichts!" Und er wendete sich zum Gehen.
Sie wird wohl bei dem schönen Wetter mit Frau Dingediel einen Ausflug gemacht haben, dachte er und sah nach der Uhr. Es war halb acht, und die Dunkelheit sank bereits herab.
Nun blieb nichts übrig, als die Geliebte hier zu erwarten. Sie würde wohl von St. Pauli- Landunasbrücken Herkommen. Er wollte nicht di
wacht in der erstorbenen Brust die Hoffnung wieder und die Lebenslust".
Eine nicht zu unterschätzende Heilquelle ist die Tonne bei RheunurtiSmus, Gicht und inneren Leiden. Denn das richtige Licht-Luftbad bietet bei heiterem Himmel und mittlerer Temperatur das wonnigst« Gefühl torpedieren Daseins, und befreit wunderbar die Seele von allen trüben Störungen, den Menschen zu neuer Lebensfreude erhebend; denn sie geben hygienisät, soziale und auch ästhetische Grundlagen für die Wiedergeburt unserer durch die Ueberkultur bedrohten Volks
kraft.
—or—
♦
Das Wasser besitzt nach den Angaben von Rikli eine 415mal stärkere Wärmeleitungsfähigkeit und eine 770maI größere Wärmeaufsaugungsfähigkeit als die Luft. Es übt daher eine viel intensivere Reizwirkung auf unser Nervensystem, welches auf atmosphärischer Grundlage geschaffen ist, aus, sondern es bringt auch eine viel schnellere Abkühlung unseres Gefäßsystems zu Wege als die Luft. Wir können, um unseren Körper auf den gleichen Wärmegrad abzukühlen in Luft und Licht 25 bis 30 mal länger mit nacktem Körper verweilen, als im Wasser, welches die gleiche Temperatur hat w« die Luft. — Luft und Licht entfalten Mb er eine viel nachhaltigere Wirkung auf unseren Organismus, als das Wasser. Wenn airch die Heilkraft nicht angezweifelt werden kann, so muß es doch, wenn es sich um Entwickelung von Nervenkraft handelt, die vornehmste Bedingung von Leben und Gesundheit, vor den beiden heilkräftigeren Elementen Luft und Licht entschieden zurücktreten. Das Wertverhältnis der brei Elemente Licht, Lust und Wasser für den menschlichen Organismus gleicht ihrer Bewegungsfähigkeit- Das Licht besitzt die größte, die Llkft die mittlere und das Wasser die geringste Bewegungsfähigkeit ober Geschwindigkeit (Rikli).
(Steuererleichterung für Den Klein ° Wohnungsbau.
Um einen Anreiz zum Bauen zu geben, ist durch den neuen § 59 des neuen Einkommensteuergesetzes (Novelle vom 24. März 1921) vorgesehen, daß Mittel, die für Kleinwohnungs- bauten verwendet werden, unter bestimmten Voraussetzungen vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden können; nämlich einmal Mittel, die der Bauherr selbst verwendet, außerdem aber auch Zuwendungen an gemeinnützige Vereine und Gesellschaften zur Förderung des Kleinwoh- nungsbaus. Die Ausführungsverordnung des Reichsministers der Finanzen vom 12. Juni 1921, abgeändert in Nr. 27 des Zentralblattes für das Deutsche Reich S. 595, dehnt diese Vergünstigung auch auf Zuwendungen aus, die in den Jahren 1920 bis einschließlich 1923 an Länder, inländische Gemeinden (Gemeindeverbände) ober
zum Zweck der Förderung des Kleinwohnungs- bauS gemacht werden. Sie befreit außerdem derartige Zuwendungen von der Erbanfall- oder Schenkungssteuer.
Die Verordnung bestimmt ferner, unter welchen Voraussetzungen Vereinigungen und Gesellschaften als gemeinnützig, im Sinne des § 59, Abs. 1b, des Einkommensteuergesetzes anzuerkennen sind. Dies« Anerkennung ist auszusprechen, wenn die Vereinigung oder Gesellschaft eine Bescheinigung der zuständigen Reichs- oder Landesbehörde darüber beibringt, daß sie von dieser Be- Hörde als gemeinnützig im Sinne reichs- oder barrdesrechtlicher Vorschriften zur Förderung des Siedlungs- und Kleinwohnungswesens anerkannt worden ist. Wird eine solche Bescheinigung nicht vorgelegt, so müssen gewisse, in der Verordnung näher bezeichnete Bedingungen erfüllt werden, die den gemeinnützigen Zweck der Vereinigung einwandfrei erkennen lassen. Die Vereini-
rekt vor dem Hause Posten fassen, aber die Haustür mußte er im Auge behalten. —
Die Zeit verstrich. Ein unbestimmt banges Gefühl begann Georg zu beschleichen. Es schlug halb neun. Kurz nach neun erwarteten sie ihn zu Hause. Die Mutter würde sich ängstigen, wenn er nicht entsprechend der Ankunftszeit des Zuges, ben er angegeben, zu Hause eintraf. Am Ende war Aami doch von der anderen Seite gekommen und war von ihm unbemerkt ins Haus gelangt. Und wenn sie später käme und fände ihn nicht am angegebenen Platz«, dann — nein, «8 half nichts! — Er mußte nun doch seinem Vorsatz entgegen das Haus betreten.
Zum ersten Male nach langer Zeit eilte er wieder bie wohlbekanten steilen Treppen hinauf. Das Herz schlug ihm zum Zerspringen, als er die alte Glocke durch die Wohnung läuten hörte.
Als alles still blieb, riß er noch einmal ungeduldig an ber Glocke — aber ohne Erfolg. So war Aami also noch nicht zu Hause? Wo mochte sie fein? — Und immer stärker fühlte er ein ahnungsvolles, unbestimmtes Bangen.
Da wurde die Wohnungstür der tieferen Etage aufgeriffen. „Wer ist denn da oben", rief eine Frauenstimme.
Georg stieg ein paar Stufen hinab.
„Sie waren wohl schon vorhin mal da, junger Herr?" fragte die Frau mm höflicher, als sie ihn sah.
„Nein, ich nicht", entgegnete er hastig.
„Ach so. ich dachte nur, weil es vorhin schon mal so lang geläutet hat da oben. Ich wollte Ihnen bloß sagen, daß der Kapitän nicht zu Hause ist. Er ist gestern nachmittag schon wieder abgesegelt."
„DaS weiß ich, aber ich wollte —" Georg besann sich schnell, daß er Yami nicht durch eine Frage kompromittieren könnte. „Ich wollte Frau Dingediel sprechen."
„So? Aber die ist nicht mehr beim Kapitän- Dl« ist seit tot gestern weg. Wohin, weiß ich auch nicht»"
gung oder Gesellschaft muß aber zwei Verpflichtungen auf sich nehmen. Einmal muß sie die Einkommensteuer, welche auf die ihr Zugewendeten, von dem Geber nicht versteuerten Beträge entfällt, an die Reichskasse abfübren, sobald vor dem 1. Januar 1939 die Anerkennung als Vereinigung oder Gesellschaft im Sinne des § 59 des Einkommensteuergesetzes rechtskräftig zurückgenommen worden ist. Außerdem muß b?* Vereinigung oder Gesellschaft jede Aenderng ihrer Satzungen und ihres Gesellschaftsvertrages, soweit sie die in § 3 Nr. 2 der Verordnung bestimmten Bedingungen betrifft, dern zuständigen Landesfinanz-amt um- geheitd airzeigen und ihm jederzeit auf Verlangen ihre Satzungen, Jahresabschlüsse und Geschäftsberichte innerhalb angemessener Frist vorlegen.
* Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 18. bis 24. Juli d. Js. zum Preise von 320 Mark für ein Zwanzigmarkstück, 160 Mark für ein Zehnmarkstück. Für 1 Kilogramm Feingold zahlt die Reichsbank 44 600 Mark und für die ausländischen Goldmünzen entsprechende Preise.
* Der künftige Brotpreis. Eine Reihe von Zeitungen brachten am Samstag die Meldung, daß vom 16. August ab der Preis für mattem freies Brot auf 12—15 Mark zu stehen käme. Wie das Wolf-Büro hierzu aus dem Reichsernährungsministerium erfährt, cnkha-lten die Artikel wesentliche Irrtümer. Es ist zutreffend, daß ab 16. August neben rationiertem, auf Brotmarken abgegebenen Brot auch martenfreies Brot von der Bevölkerung bezogen werden kann. Es ist weiter zutreffend, daß das rationierte Brot eine Preiserhöhung erfahren wird, weil das Reich bei seiner finanziellen Notlage nicht weiter in der Lage ist, die bisher zur Niedrighaltung der Brotpreise verwendeten Reichsmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen. Die Erhöhung des Brotpreises für Kartenbrot wird etwa 40 Prozent des derzeitigen Preises betragen, das bedeutet einen Verkaufspreis für 1900 Grannn Brot etwa 7 Mk. Die Schätzungen über den künftigen Preis des aus freiem Mehl hergestellten markenfreien Brotes entbehren jeder sicheren Grundlage. Es ist aber kein Anlaß zu der Annahme, daß dieses Brot 12 oder gar 14 Mark kosten wird. Selbst wenn es aus Auslandsmehl ^ er gestellt würde, könnte es bei dem heutigen Weltmarktpreise für Getreide und dem derzeitigen Valutastand der Mark für einen geringeren Preis als 12 Mark abgegeben werden. Die Kosten für freies Jnlandsgetreide, woraus erftlinig derartiges markenfreies Brot hergestellt wird, werden voraussichtlich noch niedriger, als für Auslandsgetreid« sein. Es darf schon mit Rücksicht auf die ab 16. August einsetzende freie Konkurrenz erwartet werden, daß der Preis für markenfreies Brot nicht ungebührlich gesteigert werden wird. Im übrigen ist von
für freies Mehl oder daraus erbackenes Brot fest- züstrllen. Es würde ihr hierfür auch die gesetzliche Zuständigkeit fehlen.
* Ausstellung „Der Friedensvertrag von Versailles". Der Landesbürgerrat Bremen hat in gemeinsamer Arbeit mit der Reichszentrale für Heimatdienst die wichtigsten wirtschaftlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages graphisch und bildlich dargestellt und dadurch eine Ausstellung geschaffen, die in einer Reihe norddeutscher Städte, dann in Frankfurt a. M. und gegenwärtig in Gießen in allen Kreisen des Volkes starkes Interesse gefunden hat. Dem „Bürgerausschutz Bremen" in Verbindung mit der „Loge An Erwins Dom" ist es gelungen, die Ausstellung auch für den hiesigen Platz zu gewinnen. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt am 24. Juli und bleibt offen bis zum 7. August. Ausstellungslokal ist der Turnsaal des Lyzeums. Wir werden auf Einzelheiten der Ausstellung noch näher eingehen.
„Wer ist denn dann jetzt bei Fräulein von Hân?"
„Bei Fräulein von Holten? — Das Fräulein ist doch wieder mit dem Papa nach Indien."
Ein dunkler Schleier legte sich Georg vor bie Augen und wie von einem plötzlichen Schwindel erfaßt, griff er nach dem Geländer der Treppe. Aber das währte nur einen Augenblick. Dann fühlte er nichts mehr als einen übermächtigen, erstickenden Zorn, eine maßlose und ohnmächtige Empörung, bie ihm jede Beherrschung raubt«. Nun war ihm âs klar. Das war das Werk seines Vaters.
Der Frau war sein jähes Erschrecken nicht entgangen. „Ach, jetzt erkenne ich Sie erst!" sagte sie plötzlich. „Sie sind doch der junge Herr, der früher öfter —"
Aber Georg hörte und sah nichts mehr. Wie ein Wahnsinniger stürmte er die Treppe hinunter.
Die abendliche Hauptmahlzeit war längst beendet. Ab«r Herr und Frau Kuyper, Alida und Kapitänleutnant Doßmar saßen noch plaudernd zusammen um den runden Tisch.
„Ich fange jetzt wirklich an, ânMich zu werden". sagte Frau Charlotte. „Georg müßte doch schon längst hier sein."
„Der Zug wird Verspätung gehabt haben, Mutter
Da schrillte die Klingel durchs Haus.
„Na also! Da hast du dich einmal wieder um. sonst geängstigt." Kuyper blies behaglich den Rauch seiner Zigarre von sich.
Draußen wurde die Korridortür geöffnet und krachend wieder zugeworfen. Eilige Schritte näherten sich. Im nächsten Augenblick stand, noch im Mantel und Hut, Georg auf der Schwelle, totenblaß und mit fliegendem Atem.
Frau Charlotte sprang mit einem Schrei empor: „Um Gotteswillen! Junge! Was ist g«, schehen?"
„Wo ist N-ami von Holten?!" Georg rief es laut aus mit unbeherrschter Stimme. Er bebte am ganzen Körper; seine Augen leuchteten wie
* wetteraner Mühlenvereinigunl
8 -. 6 Müller
m. b. H. Die Organisationsfragen im Müllerei gewerbe, welchen sich seit einiger Zeit die Sus merksamkeit aller beteiligten Kreise in der Erkenntnis ihrer derzeitigen großen Bedeutn«, mehr und mehr zuwendet, haben nunmehr tn der Wetterau ihre praktische Lösung gcfun. den. Unter der vorgenannten Firma mit den S.tz in Bad Nauheim haben sich zehn Wetter auèr Mühlen mit einer Jahresleistung Bou etwa 250 000 Doppelzentner zusammeng« schlossen, um für die wirtschaftlichen Ueber raschuirgen und Schwierigkeiten besser gerüstet fein, welche der Abbau der ZwangswirtschH und die hohpn Weltmarktpreise nach sich stehen Die Genossen haben für ihre Genossenschaft welcher der gesamte Getreideeinkauf und Ben kauf der Mahlprodukte übertragen worden ift mehrere Millionen aufgebracht; es soll sich hj« um einen besonders gründlich ausgebauten sammenschluß im getreideverarbeitenden Erwerbe handeln. Vorsitzender des Aufstchtsrat« ist Herr Mühlenbesitzer Schudt, Görbelhei«., Den Vorstand bilden die Herren Dr. Kratz Bad Nauheim, und Friedrich Hock, der seit herige Leiter des städtischen Lebensmittelamte; in Offenbach a. M.
* Auslandspakete. Von jetzt an werden PH Pakete ohne Wertangabe bis zum Gewicht b» 5 Kilogramm nach Columbien, Costa Riva atz Nicaragua zur Beförderung durch die Hiebet, lande mit holländischen Schiffen der Gefeilscht „Koninklijke West-Indische Maildienst" angenm men. Desgleichen Postpakete ohne Wertangch bis zum Gewicht von 5 Kilogramm nach CW und Peru zur Beförderung über Bremen mit bei alle vier Wochen durch den Panamakanal ntz diesen Ländern fahrenden Schiffen der Deutsch«, Dampfschifsahrtsgesellschaft „Kosmos" und bet Roland-Linie. Der erste Versand von Postpaket«
nach Chile und Peru wird mit dem am 26. Ich von Bremen abgchenden Dampfer stattfiM
Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.
* Ein Opern- und Liederabend. Donne«, tag, 21. Juli, abends 8 Uhr, findet in der Ce«> tralhalle ein Opern- und Liederabend des Frl. Else Gramlich, Opernsängerin am Stabt theater in Bern, und des Herrn Albert Schle- finger, Heldenbariton und Oberkantor di Troppau statt. Zum Vortrag gelangen Arm aus Tannhäuser und Lohengrin, sowie Lieds und Duette von Mendelssohn, Brahms, Loew und Schubert. Karten im Vorverkauf in König! Hofbuchhandlung, Zigarrengeschäft Herkert und Cafe Corso.
* Bücherausstellung. G. M. Alberti's Hs« buchhandlung hat zur Zeit in einem besonders geschmackvoll ausgestatteten Fenster eine grch Anzahl Bücher über Lebenstunst, Hypnotismus usw. des Verlags Wilhelm Möller, Oranienburg, ausgestellt und sich ban^ “ ::“"
di
an eiM
M Periegers betömst^dM vom gesamten, über 6000 Firmen zählende« deutschen, österreichischen, schweizerischen Buch handel sehr großes Interesse entgegengebrech wird. Wir verweisen auf diese Ausstellung 8* diegener populärer Schriften.
* Turngemeinde. Der Kartenvorverkauf für das Verbands-Wetturnen am 23. und 24. W unserer Vereinsmitglieder findet-Dienstag, SIW- woch und Donnerstag, abends von ^9 bis 11 Uhr, im Vereinshause statt. Preis 2.50 M Beikarte 1.20 Mk. Es ist jedem Mitglied- empfehlen, sich an den Vorverkaufsabenden ei« Eintrittskarte zu besorgen, denn sonst muß « den vollen Eintrittspreis von 4 Mark entrichten.
* Gesangverein „Melomanie" (JngrndtuB Heute abend 8 Uhr Bingstunte.
Wetter-Dorausfage
für Dienstag den 19. Juli:
Veränderlich, wenig veränderte Temperen».
die eines Irren. Nun erhob sich auch Kuyper und trat auf ben Sohn zu. Er war niß' so leicht aus der Fassung zu bringen.
„Vor allem verbitte ich mir diesen Ton! M bist wohl nicht ganz bei Sinnen? Im übrige" habe ich dir gesagt, daß die Angelegenheit B mich erledigt ist. Ich weiß nicht, wo Dame ist."
Georg lvar seiner selbst kaum mehr mächM „Du weißt es nicht? Ihr alle wißt es wohl^nW' Hinterrücks geraubt habt Ihr sie mir!"
Alida packte den Bruder bei der Schuld „Georg! Mäßige dich doch! Was ist denn geschehen? Wir wissen ja von nichts!" .
„Nach Indien hat sie Vater geschickt! HeE weggenommen hat er sie mir, wie einem dumme" Jungen ein verbotenes Spielzeug!" . . .
„Schweig!" Mt Donnerstimme f4nc. Kuyper dem Sohne entgegen. „Oder ich bereit dir mein Haus, wenn du noch einmal Worte wagst!" •
Da warf sich Frau Kuyper aufschluchzend schen den Gatten und den Sohn. Auch war auf Georg zugegangen und versuchte ihn 3 beruhigen, während sich Alida an den Arm °- Vaters hing, ben er wie zum Schlage ^^Georg! Vater! Macht uns n^ unglücklich!' bat sie.
Aber Kuyper schüttelte die Tochter ab: Unsinn! Unglücklich! Dumm« Kindereren. habe keine Ahnung davon, daß Fräulein H" . nach Indien gefahren ist. Nahegelegt habe i dem Kapitän allerdings, daß er sie von wegnimmt. Das wird wohl mein 6u«8 ■ fein. Daß er sie mit nach Indien nahm, könn nicht ahnen."
(Fortsetzung folgt.)
W^SnMS^ blühn Wilhelm Brauns, a. w. b. H„ «w«»^ WIluU, Verlangen Sia Grati*bro»chüre__£j^i