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Generm-Anzelger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«

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Nr. 165

Montag den 18. Juli

1921

sa

Das sogenannte oberschlesische Problem ist lân längst zu einer europäischen Schmach ge­worden, an der der polnisch-französische Kul- torsievel nahezu ausschließlich die Schuld trägt. M diese Schmach soll in nächster Zeit durch den Obersten Rat in Permanenz erklärt wer­den, indem man dem deutschen Volke den wertvollsten Teil des oberschlesischen Industrie- bezirkes rauben will, was ein neuer Rechts­bruch unerhörter Art bedeutet. Diese Teilung des rein deutschen Gebiets sollte bekanntlich in zehn Tagen erfolgen, doch sie wird, wie wir bereits in unserer Samstag-Ausgabe meldeten, <er Voraussicht nach vertagt werden, weil Mn gewaltsame Aktionen der Deutschen in Oberschlesien befürch- fet Briand hat dem deutschen Außenminister Dr. Rosen am Samstag nachmittag durch den französischen Botschafter Laurence längere Mitteilungen übermitteln lassen, in denen er­sterer erklärt, daß die Haltung der Deutschen in Oberschlesien immer bedrohlicher werde. Der deutsche Selbstschutz sei nicht entwaffnet, sondern nur beurlaubt; die Studenten seien in ihre Heit- Mtsorte zurückgeschickt worden, seien aber be­reit, auf den ersten Ruf hin wieder nach Ober- Mefien zu eilen. Unter diesen Umständen käme angesichts des Druckes der duetschen Be- brahung die französische Regierung nicht da­ran denken, in den nächsten Tagen die endgül­tige Entscheidung in der oberschlesischen Frage M treffen. Oberschlesien brauche Verstärkung kessranMschen Militärs, um bei der Entschei- bmg des Obersten Rates sofort jeden Aufstand *lWen zu können, ML fcâä^

btt Briand diesebestimmten Angaben ge- Wpft hat? Der Bericht des französischen Bot- chafters Laurent beginnt:Die sehr bestimm- m und eingehenden Berichte des Generals Le Rond und die dringenden Mitteilungen ier polnischen Regierung . - ." Le Rond und immer wieder Le Rondl, der

«Iles nur Erdenkliche tut, um seinen polnischen Schützlingen den Raub, den er, derTreu- hènder", ohne Schwertstreich ihnen überließ, in erhalten. Und unter derpolnischen Re- lierung" ist kein anderer als Korfanty, der Irheber des ganzen polnischen Aufstandes, zu Uchen, der den seit einigen Tagen angesagten neuen polnischen Aufstand als von General Höser und seinem Selbstschutzprovoziert" Hin­tellen möchte.

, Man könnte aus der Haut fahren, wenn man üe infamen Verdächtigungen dieser beiden Hetzer liest und dabei weiß, daß die Dinge umgekehrt liegen, daß gerade die Polen seit einiger Zeit zu filtern neuen Aufstand rüsten. Es ist kein Wort Herf genug, um diese erbärmliche Handlungs­weise zu brandmarken. Das gleiche gilt aber auch ton den französischen Forderungen, die an Drei- Weit nicht mehr zu überbieten sind. Briand er­hubt sich gegenüber Deutschland eine Sprache, ^jncn nicht für möglich halten sollte, die, da sich um eine französische Sonderaktion handelt, aW eine Brüskierung der Verbündeten Frank- ^chs bedeutet. Er fordert von der deutschen Re- ^ung, daß sie Maßnahmen ergreift, damit die Zerreißung des oberschlesischen Gebietes und die ostschanzung des wertvollsten Teiles an Polen einen Widerstand findet Die Regierung, die in Wer Zeit wiederholt für ein ungeteiltes deut- Oberschlesien ein getreten ist, soll Maßregeln die die Zuschiebung oberschlesischen beut= wn Gebietes an Polen noch erleichtern. Ist es !W Wahnsinn? Hieße es nicht den von den ^frnteftaaten zu begehenden Rechtsbruch von der Wischen Regierung zu sanktionieren? Die Wische Regierung hat alles getan, was sie tun onnte. Die hat die Selbstschutzfonnationen auf- Wsi und hat auch wiederholt an die deutschen Werschlesier die Mahnung gerichtet, trotz der täglichen Leiden Selbstbeherrschung zu üben ? "sehr kann sie nicht tun. Oder soll sie etwa Wiche Proteste gegen die Vergewaltigung Ober- ^süns noch verbieten?

Wir hoffen, daß die Reichsregierung gegen die ^lsch^fyauzösischc Verdächtigungen und For- WMn ganz energisch Stellung nimmt und M wieder mit einer Unterwerfungsnote ant- Mt. Wenn wir auch wissen, wie wenig Frank- A unsere Proteste beachtet, so dürfen wir uns W Koch lange nicht auf den Standpunkt stellen, "ulles ruhig hinzunehmen und unseren Mund L k en- Wir können nicht oft genug protestieren

Weltgewissen wachzurufen denn einst J? der Tag kommen, an dem letzteres,erwachen Jt' <w dem alle Vergewaltigungen wieder gut- werden können. Dies sollte Frankreich ^uken. wenn es letzt alles auf eine Karte setzt,

um Polen rechtswidrig das Industriegebiet zu­zuschanzen An den Oberschlesiern liegt es jetzt, die Ruhe zu behalten und sich nicht provo­zieren zu lasten. Wir wissen, daß wir damit schier unmenschliche Selbstbeherrschung verlangen, aber sie muß ausgebracht werden, um zu vermeiden, auch nur den Schein eines Vorwandes für die neue polnische Erhebung zu geben. Oberschlesier harret aus! einst kommt der Tag der Er­lösung. R. H.

Das Anliegen des ftanzösischen Botschafters.

Der französische Botschafter Laurent führte bei dem deutschen Außenminister Dr. Rosen folgendes aus:

Die sehr bestimmten und eingehenden Berichte des Generals Le Rond und die dringenden Mit­teilungen der polnischen Regierung lassen keinen Zweifel über den infolge des Verhaltens der Deutschen immer drohender werdenden Charakter der Lage in Oberschlesien, und zwar ioegen der Nichtablieferung der Waffen, wegen der Aufrecht­erhaltung der deutschen Banden im Abstimmungs­gebiet selbst oder an seinen Grenzen und wegen der Gefahr einer gewaltsamen Aktion in Ober- schlesien, sei es vor der Mitteilung einer Entschei­dung der Mächte oder sei es unmittelbar danach, wenn Deutschland nicht voll beftiedigt wird. Die ungeheuerlichen Aeußerungen und unmittelbaren Herausforderungen des Generals Höfer bestätigen die Schwere des in Oberschlesien sich vorbereiten­den Angriffs. In dem Abstimmungsgebiet selbst mehren sich die deutschen Attentate, die besonders gegen die französischen Truppen und Beamte ge- finh ^ip ' Moender

lön bie

Am 4. Juli wurde M , tategre

in Beuchen ermordet Am 8- Juli wurde in Ra- tibor ein Ad-utant des französischen Kontrolleurs in seinem Hotel angegriffen und konnte sich nur dadurch retten, daß er sich in seinem Zimnier^ver­barrikadierte. Am 12. Juli wurde der französische Hauptmann Lux in seinem Hause von einer An­zahl bewaffneter Männer angegriffen. In Oppeln wurde Leutnant Duval mit einem Dolch bedroht; er konnte sich aber, ohne verwundet zu werden, los­machen. Eine Bombe wurde in der Nähe eines Hotels geworfen. Ein französischer Beamter, der als Untersuchungsrichter fungiert, Schädlin, wurde aagefallen, seiner Brieftasche und seiner Papiere beraubt und heftig verprügelt, ohne daß die Polizei einschreiten wollte.

Die häufige Wiederholung dieser Attentate ist bezeichnend. Bei den Verhaftungen ergab sich, daß die Urheber dieser «Verbechen Mitglieder, von Freikorps sind, die nicht zu diesem Gebiet gehören. Die Selbstschutzformationeu sind nicht entwaffnet und nur zum Sckein beurlaubt worden. Es ist festgestellt worden, daß von den 40 000 Mann nur 10 000 Mann aus dem Gebiet selber stammten.

Weitere 10 000 sind in Gruppen verteilt im Ge­biet versteckt. Von den 20 000 Mann, die abtrans- ' portiert wurden, ist der größte Teil in Mittel­und Niederschlesien geblieben. Die _ Studenten wurden in ihre Heimatsorte zurückgeschickt, sind aber bereit, auf den ersten Ruf hin wieder herbei- zueilen; ein Teil von ihnen wurde nur für einige Tage in Urlaub geschickt. So bleiben die deut­schen Banden Gewehr bei Fuß, sei cs in dem Abstimmungsgebiet, sei es an seinen Grenzen. Die Stämme dieser Bataillone, die zur Bildung der Armee dienen, wurden nicht ausgelöst, sondern werden fortführend vermehrt. Das Kommando bleibt am Platz; General Höfer ist in Brieg. Die Waffen wurden den Kontrolloffizieren nicht über­geben, die nur auf 250 Gewehre und unbrauch­bares Maschinengewehr Hand hatten legen können, während 20 000 Mann mit modernen Waffen versehen waren Auf diese Weise behalten die Selbstschutzorganisationen ihre Waffen, halten ihre Bestände aufrecht und sind bereit, auf das erste Zeichen hin einzugreifen. Die Verantwort­lichkeit der Regierung bleibt ebenso wie bisher voll bestehen, weil sie die Rekrutierung, den Transport und die Bewaffnung derSelbstschutz- truppen sowie ihre Zusammenziehung und ihren ; Fortbestand in Oberschlesien duldet.

Unter diesen Umständen kann angesichts des Druckes der deutschen Bedrohung die französische Regierung nicht daran denken sie ist überzeugt, daß die Alliierten ebensowenig daran denken, nach einer oberflächlichen Prüfung von einigen Tagen durch eine Sachverständigenkommission eine endgültige Entscheidung in der oberschlesischen Frage zu treffen, die unmittelbar den Angriff einer wirklichen, aus Aufständischen gebildeten deutschen Armee hervorrufen und ohne Zweifel durch eine Abwehraktion der Polen beantwortet werden würde. Die verbündeten Regierungen würden sich dann in die Krieasereigniffe hinein­

gezogen sehen. Sie würden es nämlich nicht zu­lassen können, daß der Vertrag von Versailles verletzt und ihre Entscheidung mißachtet wird. Die französische Regierung, die auf Wunsch ihrer Verbündeten durch die Zahl der Truppen und Beamten, die sie nach Oberschlesien entsandt hat, und durch den Vorsitz in erster Linie die Verant­wortung trägt, hat mit Rücksicht auf die schwere deutsche Bedrohung Vorkehrungen getroffen, um unverzüglich eine Division zur Verstärkung nach Oberschlesien zu senden, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und der drohenden Gefahr zu be­gegnen.

Im Anschluß an diese Eröffnungen stellte der französische Botschafter an die deutsche Regie­rung folgende Forderungen:

1. Es wird von Deutschland jede Maßregel verlangt, die notwendig ist, um die Selbstschutz- und Freikorps-Organisationen zu entwaff­nen» aufzulösen und von der Grenze Ober­schlesiens zu entfernen.

2, Deutschland wird aufgefordert, alle notwen­digen Maßregeln zu treffen, damit die Entschei­dungen der alliierten Mächte und die Ausführung des Friedensvertrages in Oberschlesien keinen Wider st and finden.

3. Deutschland hat alle Maßregeln zu treffen für eine schnelle Beförderung der Ver- stärkuttgen, die eventuell nach Oberschlesien ge­sandt werden sollen.

Entgegnungen des deutschen Außenministers.

Der Minister dos Aeußern hat bei Entgegen­nahme dieses Schrittes des französischen Botschaf­ters sofort mit großem Nachdruck darauf aufmerk­sam gemacht, daß schon seit Wochen und na­mentlich seit der sogenannten Säuberungsaktion ähnliche und noch viel schärfere Klagen täglich und stündlich von deutscher Seite in Oberschlesien erhoben werden. Dr. Rosen hat den französischen

Beginn __T-,

deutschen Kabinetts an deren Wirksamkeit un­zweideutig zum Ausdruck gebracht und als die Ueberzeugung der Reichsregierung ausgesprochen habe, daß die polnischen Insurgenten nur äußer­lich entwaffnet seien, in Wirklichkeit aber im Lande verblieben und dort ihre terroristische Tä­tigkeit weiter ausüben würden. Am 7. Juli hat der Minister des Aeußern ferner dem ftanzösischen Botschafter durch die Kattowitzer Großindu­striellen Mitteilungen machen lasten, durch die die Richtigkeit dieser Voraussage bestätigt wurde. Diese Mitteilungen eines Kattowitzer Augen­zeugen, vor denen die französische Regierung Kenntnis hat, enthielten tatsächlich Angaben darüber, daß nur die polnischen Regulären und ein Teil der Haller-Soldaten über die Grenze abtransportiert seien und zwar um jenseits weiter ausgebildet und zu Stammformationen für den vierten polnischen Ausstand zusammengefaßt zu werden; daß die Waffen nicht ab geliefert, son­dern versteckt und, um gegen Beschädigung durch Näffe geschützt zu fern, zum Teil in eigens dazu hergestellten Zinkkisten vergraben seien; daß Plünderungen und Verschleppungen nach wie vor stattfänden und daß die Organisation der Insur­genten voll bestehen geblieben sei. Durch die Amnestie, die sogar Herrn Korfanty den Verbleib in Oberschlesien ermögliche, sei hierzu jede ge­wünschte Erleichterung geboten.

Nach diesen vorläufigen Erwiderungen behielt sich der Minister des Aeußern die endgültige Stellungnahme der deutschen Regierung aus Grund eingehender Prüfung aller in der Eröff­nung des ftanzösischen. Botschafters enthaltenen Punkte vor.

Der Terror der Polen.

Oppeln, 16. Juli. In Paulsdorf, Kunzen­dorf, Bierthowitz, Kochlowitz und Antonien­hütte bestehen Gemeindewachen, in den ersten vier genannten Orten mit 3040 Mann, wäh­rend sie in Antonienhütte stärker sind. Die Ge­meindewachen setzen sich nur aus Polen zu­sammen. Der äußere Eindruck in den oben genannten Orten ist ein ruhiger. Ueberall finb auch am 15. Juli noch weißrote Abzeichen vor­handen. Größtenteils hängt der weiße Adler aus Pappe an den Häusern. Die Werke haben weißrote Fahnen. Der Mittelpunkt dieses Ge­bietes ist die Antonienhütte. Hier finden sich die Insurgenten der umliegenden Ortschaften zu Versammlungen zusammen, die teils öffent­lich, teils geheim sind. Internationale Be­satzungstruppen sind in diesem Gebiet nicht vorhanden. Infolgedessen sind die Insurgenten unbeschränkte Herren. Noch vor wenigen Tagen hielten die Jnsurgentenführer Franz Gaber aus Antonienhütte und Gablicek aus Bierthowitz öffentliche Versammlungen auf dem Marktplatz in Antonienhütte ab. Dort wurden Schauermärchen über den deutschen Selbstschutz verhandelt, der gefangenen Polen die Hände abgehauen und Polenfrauen den

Leib ausgeschnitten habe. So wird überall in diesem Gebiet eine systematische Hetze gegen die Deutschen getrieben. Ein Polenführer na­mens Padura hielt auf der Zeche Aperbrand (?) eine geheime Versammlung ab, in der er zum Schluß darauf hinwies, daß jeder Insurgent sich bereit halten müßte, dem neuen Aufruf Folge zu leisten. Die Gemeindewache der An­tonienhütte besteht aus 4050 Mann. Der Führer ist ein ehemaliger Zuchthäusler Flo­rek. Am 9. Juli erschien ein Lastauto mil Franzosen unter Führung eines Offiziers. Es wurde in verschiedenen Häusern nach Waffen gesucht. Gefunden wurde natürlich nichts außer einem unbrauchbaren Gummiknüppel. Es is! auffällig, daß neuerdings, wie vor dem dritter Aufstand, die jungen Leute der Werke un Antonienhütte herum nachts mit Waffen nact Myslowitz an die polnische Grenze gehen und dort bleiben. Das Gleiche ist auch im Kreist Rybnik der Fall, wo die Insurgenten auch öffentlich am Tage, die Gewehre an Bindfaden über die Schulter gehängt, in der Eisenbahn­richtung Pleß-Kattowitz abfahren.

Völkerbund und Rüstungen.

Paris, 16. Juli. Die gemischte Kommission des Völkerbundes für die Herabsetzung der Rüstungen ist, wie angekündigt, heute vormit­tag unter dem Vorsitz des französischen Ver­treters Viviani zusammengetreten. Mit Ausnahme des schwedischen Delegierten Bran- ting, der sich vertreten ließ, sind sämtliche ein­geladenen Delegierten erschienen. Unter ihnen sind für England Fisher, für Italien Schanzer. Frankreich wird u. a. durch Marschall Fayolle vertreten. Außerdem hat das internationale Arbeitsamt drei Vertreter entsandt; als Ver­treter der Arbeiter den französischen Gewerk­schaftsführer Jouhaux, den holländischen Ge-

In seiner Eröffnungsrede sagte Viviani u. a., er werde sich an dem vorläufigen Posten, den er einnehme, nicht gestatten, eine Methode einer allgemeinen Diskussion festzulegen. Eine ähnliche Rolle, wie die Konferenz von Brüssel, die nur die Grundlage für spätere Entscheidun­gen des Obersten Rates geliefert habe, werde auch die jetzige Tagung spielen können. Bei dieser Auffassung werde er in keiner Weise be­hindert durch die große und edle Initiative, die vor einigen Tagen Präsident Harding ergriffen habe. Er sei sich bewußt, daß die Arbeiten, die die Tagung vorbereiten werde, von den Regie­rungen nicht übersehen werden könnten. Im weiteren Verlaufe begrüßte der englische Dele­gierte ebenfalls den Schritt Amerikas. Er stellte mit Nachdruck fest, daß der Völkerbund nur mit Freuden alle die besonderen Konferenzen be­trachten könne, die in der Absicht abgehalten würden, schrittweise zu einer Lösung des allge­meinen Problems der Abrüstungen zu gelan­gen. Er hoffè, daß die Frage der Rüstungs­einschränkungen zur See in Washington gelöst werde. Was die Frage der Landrüstungen be­treffe, so bemerkte Fisher, es sei angebracht, Vorsicht zu beweisen, so lange Deutschland und Rußland außerhalb des Völkerbundes blieben und man der loyalen Ausführung der deutschen Verpflichtungen nicht unbedingt sicher sein könne. Der Italiener Schanzer drückte eben« falls seine Sylnpathie für die Initiative des Präsidenten Harding aus. Er erklärte sich ein­verstanden mit dem Engländer Fisher in dem Wunsche, etappenweise und mit Vorsicht vor­zugehen, indem man Rücksicht auf die allge­meine Weltlage nehme. Er betonte aber die Tatsache, daß die Kommission energisch ihren Willen zum Ausdruck bringen müsse, in dem Sinne zu arbeiten, den die Vollversammlung des Völkerbundes festgelegt habe.

Im Verlaufe der Diskussion bestimmte der Ausschuß, seine Arbeiten durch eine allgemeine Prüfung des Abrüstungsproblems zu beginnen und Unterkommissionen zu ernennen, die beauf­tragt werden sollen, besondere Fragen rote Waffen- und Munitionshandel und Durch­suchungsrecht zu behandeln. Des ferneren er­klärte der Italiener Schanzer, man müsse aus die besonderen Notwendigkeiten gewisser Staa­ten Rücksicht nehmen, deren nationales Gebiet mehr oder weniger schwer zu verteidigen sei.

f die Verteidigung der Kolonien und Aufrechterhaltung der öf

Auch au

aus die Aufrechterhaltung der öf­fentlichen Ordnung im Innern müsse Rücksicht genommen werden. Auch er ist mit dem Engländer Fisher der Ansicht, daß das Budget ein Kryterium bilde, um sich Rechenschaft über den Stand der Rüstungen abzulegen. Mav müsse noch andere Elemente in Betracht ziehen namentlich den Wert des schon vorhandene« Kriegsmaterials zu Wasser und zu Lande, (Fortsetzung des Konferenzberichts Seite ^