SanauerS Anzeiger
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«
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M. 164
Samstag den 16. Juli
1921
Das Neneste.
- _ An Berlin fand gestern eine Kundgebung grein ungeteiltes deutsches Oberschlesien statt, ter Gerhard Hauptmann das Hauptreferat
Der Oberreichsanwalt beantragte gegen U beiden U-Boot-Offiziere Dithmar und Boldt E«n versuchten Mordes je 4 Jahre Zuchthaus. - Die Verhandlungen zwischen der deutschen Md der französischen Regierung über die Lieft- M von Holzhäusern für Nordfrankreich führten ^ Bestellung von 66 Probehäusem mit 87 Woh- innigen
- Der preußische Landtag hat gestern nach finer Sitzung, die den ganzen Tag in Anspruch K^nt, den Notetat gegen die Stimmen der bei- j^^ozialdemokratischen Parteien und der Kom- Misten angenommen. Damit ist der Versuch der ^stldemokvaten, das Kabinett Stegerwald vor Wm der Sommer-ferien des Landtags zur iemiffton zu bringen, gescheitert.
- Das deutsche Plebiszitkommifsariat wurde rchelöst. Zur Wahrnehmung der deutschen Jn- terffen Oberschlesiens wollen sich die deutschen Parteien und sonstigen deuffchen Organisationen vberschlesiens zu einem Volksrat zusammenschlie- jin, an deffen Spitze Dr. Lukaschek tritt.
— In Duisburg sind 22 Personen nach dem Genuß von Fleffch an Tyvhus erkrankt. Bis jetzt Mei Personen gestorben.
- Der Konnmtnistenführer Hölz wurde gestern B dem Moabiter Gerichtsgefängnis nach der ^tmsonstalt Münster i. W. gebracht.
verhärt Kauptmann über Ober* schlossen.
Line imposante Kundgebung.
Berlin fand gestern abermals eine für ein ungeteiltes deutsches
Wsien statt, die, wie uns gemeldet wird, zu den einorucksvollsten gehören soll, die die haupfftadt je gesehen hat. Tausende drängten sich in dem bis zum letzten Platz gefüllten Saal der Philharmonie. Hunderte mußten, ohne Maß zu finden, umkehren. Die Versammlung wurde eingeleitet durch Beethovens Cho- nl: „„Die Ehre Gottes in der Natur" und von dem Vorsitzenden Dr. v. Harnack mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Nach ihm ergriff ßerhart Hauptmann das Wort, der in Nister SKlnde einen warnenden Appell an den Obersten Rat richtete. Dem berühmtere Dichter, der eigens aus Schlesien herübergekommen war, um für fein Heimatland zu zeugen, wurde von der Ver- itttmttlung ein nicht endenwollender Beifall durgebracht. Gerhart Hauptmann führte ^twa tos:
. Gn Oberster Rat zu Paris, bei dem wir und Stimme nicht haben, wird darüber Beschluß fassen, ob wiederum ein Teil vom deutschen Nationalkörper abgenommen und
sten Rat vor Ausübung der Gewalt im Zustande des Friedens. Es geht nicht an, daß einer den Pflug führt und in heiliger Wehrlosigkeit arbeitet, während ein sanktionierter Gewaltmensch mit dem Schwert in der Hand ihm den Stier vom Pfluge nimmt. Wir warnen den Obersten Rat schließlich und endlich deshalb, weil ihm nicht daran liegen kann, unauslöschliche heimliche Brandherde zu schaffen, die das Werk des Friedens bedrohen. Ein neuer Weltbrand würde den letztenRest menschlichen Wohlstandes und menschlicher Gesittung hinwegraffen, die Gebäude menschlicher Kultur dem Boden gleichmachen und Aschenhaufen zurücklassen. Es war unbedingt ein großer Augenblick, als der mächtige europäische Staatsmann Lloyd George sein Wort vom „fair play" in das Chaos warf. Ich sage: Ein Mann, ein Wort! Ich baue darauf und glaube daran. (Beifall.) Und wir nach dem Licht des Friedens Hungernden haben von jenseits des Ozeans eine andere Stimme, die Stimme Hardings gehört, die eine Zeitung, „Sun", das heißt Sonne, das erste Licht, nannte. Wie finster muß dieser Sonne die Welt erscheinen, wenn sie selbst, so entzückt, das erste Licht begrüßt. Diese arme Sonne hat recht, es sind finstere Zeiten! Aber eine Stimme rief: Waffen nieder! von jenseits des Ozeans. Das will bedeuten, daß diese Stimme „Friede, Friede!" rief. Fort mit den Taten der Gewalt! Und also möge es endlich Licht werden! (Stürmischer Beifall.)
Nach Gerhart Hauptmann sprach zunächst als Vertreter der Deutschen Volkspartei der frühere Rektor der Universität in Berlin, Geheimrat Dr. Kahl, hierauf der oberschlesische Zentrumsabgeordnete Hörschel, der ein erschütterndes Bild der Leiden der oberschlesischen Bevölkerung aus den letzten Monaten entwarf,
die demokrat e Partei, der frühere Außenminister Dr. Koster für die soziali stische Partei und endlich der Historiker Professor H ö tz s ch für die Deutschnationalen.
Besonders bemerkenswert war es, daß die Redner der rechtsstehenden Parteien aufs schärffte die Behauptung Briands zurückwiesen, daß die von Frankreich widerrechtlich bis zum heutigen Tage aufrecht erhaltenen Sanktionen als Stärkung des Kabinetts Wirth in Deutschland wirken könnten. Nachdem Prof .Harnack in dem Schlußwort die eindringliche Mahnung an das Weltgewisien gerichtet, in Oberschlesien in Gemäßheit des Versailler Friedensvertrages zu entscheiden, dort an der alten Stätte deutscher Kultur und deutschen Gewerbefleißes keinen neuen europäischen Brandherd zu entzünden, wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in welcher es heißt:
Die von allen Parteien aus allen Schichten der Bevölkerung gebildete Versammlung verwahrt sich mit aller Schärfe gegen die Behauptung, daß Tatsachen in Oberschlesien zugunsten Polens sprächen. Polen hat kein Recht auf das Land, dessen Kultur von den frühesten Anfängen an ausschließlich deutsches Gepräge trägt. Das deutsche Volt kann es nicht hinnehmen, daß Teile des oberschlefischen Bodens durch Machtspruch vom deutschen Mutterland abgetrennt werden. Die unerhörten Leiden der Bevölkerung während der acht Wochen, in denen sie unter der Herrschaft polnischer Insurgenten gestanden haben, zeigen, was die deutschgesinnten Oberschlesier bei einem Uebergange an Polen zu erwarten haben, umsomehr als Polen in bereits abgetretenen Gebieten vor aller Well zeigte, daß es nicht in der Lage ist, den vertraglich übernommenen wirksamen Schutz den Deutschen zu gewährleisten.
Polnische Offenherzijsteiten.
Breslau, 15. Juli. Die „Schlesische Zeitung' veröffentlicht ein im Lomnitzhotel in Beuth en -gefundenes geheimes Schriftstück folgenden Inhalts:
„Streng geheim zu halten! Rundschreiben an alle Kommandostellen. — Wenn es bisher den Militävabteilungen nicht gelungen ist zu erreichen, was sie sich vorgenommen haben, vor allen Dingen, wenn sie durch bk Franzosen in manchen Orten daran gehindert tourben, sollen sie sich doch nicht verleiten lassen, deshalb gegen die Franzosen feindlich vorzugehen. Diese sind unb bleiben unsre Freunde und Verbündeten, die ihre eigene Taktik und ihre eigenen Ziele verfolgen. Wenn es auch manchmal so aussieht, als ob deren Handlungen gegen uns gerichtet wären, so ist dies doch nicht der Fall,' denn die Franzosen müssen auf die Verbündeten Mcksicht nehmen und vorsichtig arbeiten. Wenn Sie die Taktik der Franzosen genau verfolgen, werden Sie finden, daß es ihnen nur darauf ankommt, das Deutschtum auszurotten. Auf dem Lande geben sie uns Polen selbst die Deutschen in die Hand, damit diese Absicht schneller durchgeführt wird. Sie werden auch dafür sorgen, daß wir durch eine andere Macht in unserem Vorhaben nicht gestört werden. In
ben Städten bemerken wir freubigft, daß die Unterdrückung der Deutschen durch sie selbst besorgt wird. Andernfalls werden sie es dazu bringen, daß auch die Städte in unsere Hand kommen. Vor allen Dingen ist erforderlich, daß sie durch die polnischen Truppen nicht gestört werden, damit andere Mächte von diesem Vorhaben nichts erfahren. Dieses Rundschreiben darf nicht in unrechte Hände kommen. Große Vorsicht ist geboten.'
Hinausschiebung der Entscheidung über Ober- schlesien.
Paris, 16. Juli. Pertinax teilt im „Echo de Paris" mit, daß die Tagung des Obersten Rates, die für Ende Juli vorgesehen war, jedenfalls aufgeschoben werde. Ministerpräsident Briand sei vor die Frage gestellt gewesen, daß der Oberste Rat Ende dieses Monats oder erst im Herbst zusammentrelen werde. Man könne voraussehen, -atz sich der französische Ministerpräsident für eine weitere Vertagung aussprechen werde. Es wird also erst im Herbst über Oberschlesiev und über die Aufhebung der wirtschaftlichen und militärischen Sanktionen im Rheinlande entschieden werden.
Paris, 15. Juli. Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur Havas glaubt zu wissen, daß Briand heute der britischen Regierung mit- teilte, daß er mit ihr bezüglich der Entsendung einer Mission von Diplomaten, Sachverständigen und Ingenieuren nach Oberschlesien einig sei, die an Ort und Stelle die Frage einer Teilung des Abstimmungsgebietes prüfen soll. Bekanntlich hatten Lord Curzon und Briand in chren Besprechungen vom 18. und 19. Juni
nungen), drei Doppelhäuser und sechs Einzelhäuser von Typ 2 (MeisterwohnmMn) und nein Einzelhäuser von Typ 3 (Beamtenwohnungen) zusammen 27 Häuser mit 34 Wohnungen.
2. Häuser gemischter Bauweise (Holzgerippe Außenwände aus Zementplatten, Innenwand, aus mit Kalkputz versehenen übertünchten Gyps- platten) und zwar zwei Doppelhäuser und zwei Einzelhäuser von Typ L zwei Doppelhäuser unk sechs Einzelhäuser von Typ 2 und drei Einzelhäuser von Typ 3, zusammen 15 Häuser mit IS Wohnungen.
3. Holzhäuser und zwar 10 Doppelhäuser von Typ 1, 10 Doppelhäuser von Typ 2 und vier Einzelhäuser von Typ 3, mit zusammen 34 Wohnungen.
Das „ßod) tat Westen".
Einigung über die Einfuhrregelung.
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beschlossen, die interalliierte Kommission in Oppeln aufzufordern, einen gemeinsamen Tei- lungsvorschlag zu unterbreiten, da andernfalls ständige betgegeben würden, -en zu erleichtern. Man geht nunmehr zu letzterem Vorgehen über. Da man der neuen Kommission die nötige Zeit lassen muß, um sich über die wirtschaftliche Lage zu unterrichten, die die Teilung frassen würde, deren Entwurf sie dem Obersten Rat unter-
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Berlin, 15. IM. Wie mehrfach gemÄder wurde, nahmen Staatssekretär Hirsch im Reichs- wrrtschaftsminrsterium und der Reich skomnnssar für die Ein- imd Ausfuhr Trendelenburg an den Verhandlungen mit der französischen Regierung in Paris Ende voriger Woche und Anfang dieser Woche teil. Hierbei wurden deutscherseits auch die Mißstände zur Sprache gebracht, die durch die Einrichtung des alliierten Zollregimes im Rheinland infolge der durch das „Loch im Westen' erfolgenden Enfuhr von großen Mengen unerwünschter Waren für Deutschland entstanden. Französischersets wurde offiziell erklärt, dich Frankreich arG dem gegenwärtigen Zustand im Rheinland keinerlei Sondervorteile^ für seinen Handel erstreben wolle. Die Unterhändler einigten sich über ein Programm hinsichtlich der Einfuhrregelung. welches es der deutschen Regierung hoffentlich ermöglichen wird, alsbald auf, die Handhabung der Ein- und Ausfuhrbewilligung im Rheinland Einfluß zu nehmen. Dabei soll auch anderen Bedürfnis Deutschlands auf ..Aung der Devisenbeschaffung für Die Re
“item anderen Staatswesen angeleimt werden M. Gewalt ist Gewalt. Wir sind ein besiegtes Volk, ein Volk, das im Kriege Gewalt
im Kriege Gewalt
SW Gewalt unterlegen ist. Also entzog man uns, meinethalben im Sinne des irrtümlichen ^danken Gerechtigkeit, gewaltsam die Verjüng über unseren Landesteil Oberschlesien. Entzogen, wie man sagen mag, mit Recht der Gewalt. Man brachte aber dem Gerechtigkeits- Mhl. schlechthin der rechtlichen Welt, doch noch Opfer, dem in Frage stehenden Landes- unb seinen Bewohnern anheim zu geben, "urch Plebiszit zu erklären, ob es bei dem an- Htammten Nationalkörper bleiben oder von M abfallen will. Da die Stimmenmehrheit entscheiden sollte, wurde durch Stimmenmehr- M entschieden, und zwar, wie nicht anders zu «warten war, nicht für den Abfall, sondern für «n Verbleiben beim alten Reich. Wir sind ein Wes Volk. Es ist die allerbitterste Wahr- M daß es 1921 überhaupt noch Sieger und Völker geben kann und insonderheit den europäischen Völkern ein so wie wir % Skger entmündigtes Volk. Ich sage das M els Deutscher, sondern als Europäer, Dee Europa ist. Wir warnen den Ersten Rot vor einer Politik der in Perma- erklärten Gewalt. Die Gewalt im Rah- N d*s Krieges besitzt immerhin eine getniffe einen gewissen Adel, die der Gewalt r mieden vollständig fehlt. Die Gewalt, die ^^edenszuftand geübt wird, ist etwas, wo- h $ ßch die Menschheit bis ins letzte hinein k,^°u°lisiert. (Zustimmung.) Es würde Ge- iti» ein, im Frieden geübt, darüber soll sich täuschen, wenn man unseren Reichs- 2 P^d^ften vom Reich losreißen, uns »Nehmen und einem anderen Verbände an- uvern wollte. Wir. warnen also den Ober-
breiten wird, so ist es nicht wahrscheinlich, daß die alliierten Regierungschefs über die ober- fchlesische Frage vor dem Monat September beraten können.
Korfanty will nach Paris.
Berlin, 15. Juli. Nach einer Meldung des „Oberschlesischen Kuriers" soll Korfanty, der sich gegenwärtig in Warschau befindet, in den nächsten Tagen nach Paris reisen, um dort nochmals den polnischen Standpunkt in der oberschlefischen Frage darzulegen.
Deutsche Finanzagenten in Amerika.
Paris, 15. Juli. Wie die Chicago Tribune aus Newyork meldet, sind dort eine Anzahl deutscher Finanzagenten eingetroffen, um mit den dortigen Banken über die Anleihe von 49 Millio- nen Dollar zwecks Ankaufs von Getreide zu verhandeln. Außerdem fanden Besprechungen über eine Anleihe in Höhe von 20 Millionen Dollar statt, die zu gleichen Teilen von Newyork und London gewährt werden soll. Auf di« Anleihen würden Vorschüsse für eine Frist von 30 Tagen bis zu einem Jahre gegeben werden.
Deutsch-amerikanische Handelsbeziehungen.
Die zur Zeit in Berlin weilenden Vertreter der amerikanischen Handelskammern haben gestern gelegentlich eines Empfanges des Vorstandes der Berliner Handelskammer Gelegenheit genommen, sich mit führenden Persönlichkeiten des Berliner Wirtschaftslebens über di« Be I e b u n g des deutsch-amerikan i sch en Handels auszusprechen. Die amerWnrifchen Gäste waren mit den deutschen Kaufleuten darin einig, daß eine Wiederherstellung des alten Verhältnisses vertrauensvoller Zusammenarbeit zwffchen Amerika und Deutschland dringend erforderlich sei.
Bestellung von Holzhäusern.
Berlin, 15. Juli. Die Verhandlungen zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die Lieferung von Holzhäusern fürNordf r ankre i ch führten zur Bestellung von 66 Probehäusern mit 87 Wohnungen. Die Häuser sollen mit größter Beschleunigung vergeben und in den verstörten Gebieten aufgestellt werden. Es handelt sich um folgende Konstruktionen:
1. Häuser halbgemischter Bauweise (Außenwände aus Holz, Innenwände aus übertünchten Gypsplatten), und zwar vier Doppelhäuser und
parationen Rechnung getragen werden. Die französische Regierung wird der deutschen Regierung ihre Wünsche wegen der stanzösischen Einfuhr mitteilen. Hierüber soll im August weiter verhandelt werden. Die Tragweite der getroffenen Abmachungen wird sich erst übersehen lassen, wenn die diesbezüglichen Anordnungen der Rheinlandkommission getroffen werden. Die anderweiten Bemühungen der deutschen Regierung, die Alliierten von der Notwendigkeit zu überzeugen, den Ge- samüomplex der Sarcktionen, insbesondere der für die deutsche Wirtschaft so schädflchen Eingriffe in das deutsche Zoll- und Steu:rwesen sowie die Zwischenzollinie endlich außer Kraft zu setzen, werden selbstverständlich dadurch man
berührt.
Der Friedensvertrag ein Kriegs vertrag.
Stockholm, 15. Juli. „Aftonbladet" schreibt zu Briands Ausführungen im Senat bezüglich der Reichsgerichtsurteile: Wenn Briand seine Erklärung mit den Worten einleitete, laßt uns Deutschland zeigen, daß wir die Macht haben, so ist dies bezeichnend für den Standpunkt, zu de mbie französische Siegespolitik gelangt ist. Es ist jetzt nicht mehr die Rede von Friede und Gerechtigkeit, sondern von Macht. Was früher abscheulich und preußisch bezeichnet wurde, ist jetzt ehrenhaft französisch. Kann man überhaupt noch von einem Friedensvertrag sprechen? Ist es nicht ein ausgeprägter Kriegsvertrag? Wo ist der Friede, den der Vertrag bringen soll? Es ist Krieg in Oberschlesien, Polen und Kleinasien. Nach den Beschlüssen Briands soll es auch Krieg in der Rheinprovinz geben. Mit einer solchen Politik macht man nicht Frieden, sondern Krieg. Die Deutschen haben Grund zu glauben, daß es niemals die Absicht Frankreichs war, das Reichsgericht in Leipzig feine Aufgaben losen zu lassen, sondern daß es nur einen Vorwand sucht, den Friedensvertrag in einen Kriegsver- trag zu verwandeln, sobald es ihm genehm ist.
fünf EinäeMufer . VM Ttzp. 1 (Aèeite«voh-tMben.
gelangt ist. Friede und
Politische Tagesberichte.
— Der Urheber des Anschlages auf die Berliner Siegessäule. In Wildbad wurde der Dezernent der Berliner Kriegsbeschadigtenfürsorge, der den Namen Dr. Max Rudolph führte, verhaftet. Es stellte sich heraus, daß sich unter diesem Namen der langgesuchte Franzke verbirgt. bei bei dem Anschlag auf die Siegessäule von fernen Genoffen als Ucheber bezeichnet wurde. ,
- Der hessische Landtag hat sich noch vierwöchiger Tagung, in der eine ganze Reche von Gesetzesvorlagen erledigt wurde, Ns zum Oktober vertagt. Der Präsident teilte am Schluffe ter Tagung mit, daß die Neuwahlen in H^stn^ der Metten HMste des Septencher staSfin-M