Hanauer
Einrückung« gebühr:
Die Seele. Kolonelzeile oder deren Raum I LN Mk, die igel». Zeile im Reklameteil 4.50 Mk„ Finanzinserate 170 Sil. Off«rtgebübr30 Psg. Bezugs o reis: Viertel» iâbrl. 14.40 Mk..monatl. 4.80 Mk„ f. Postbezug viertel» iiirl. 15.90 Mk. monatl.5.3NMk. Die Nummer 20 Psg
Postlckeck-Konto Nr. 26659. Frankiurt o. M.
General-Anzeiger
Berlaasieituna: Ad. Indermuble.
Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RichardöuItsÄ:iür lokalen und provinziellen Teil sowie Sport J. V.: Richard Hultsch: für Anzeigen ».Reklamen August Brodt. alle in Hanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenbausduchdruckerei Hanau. Fernlvrechanlcblüsie Nr. 1237 und 1238.
AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Sanaa
Erscheint täglich mü Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Sir. 161
Mittwoch den 13. Juli
1921
Das Neueste.
' — Dir erfahren, daß in Anbetracht der Nichtigkeit der Pariser Beratungen über die Teistungen die Reichsregierung den Staats- Aär Hirsch vom Reichswirtschaftsministerium ^5 deutschen Delegierten nach Paris entsenden jgtlL
. - Den Bestrebungen der Reichsbank, den Kevarationsverpflichtungeu rechtzeitio nachzu- dimnen, ist eS geglückt, durch Vermittlung des Kinkhauses Mendelssohn u. Co. in Amsterdam einen Goldmarkkredit in Höhe von 150 Millionen Mark zu erhalten.
, — Der Oberste Rat soll zur Lösung der ober- schlesischen Frage gegen den 25. Juli zusammen-
— Die Nachricht von der Abberufung Le Konds aus Oberschlesien wird jetzt bestätigt.
' — England und Frankreich werden an der M Harding angeregten Abrüstungskonferenz Wiehmm.
; — Der Londoner Korrespondent des Temps ieri<f)tet, aus Washington wird gemeldet, daß die Arische Bevölkerung die Vereinigten Staaten Ersucht habe, Japan zur Zurückziehung seine? Gruppen auS Sibirien aufzufordern.
, — Wie der New York Herald aus Washington «eibet, hat das Finanzministerium alle Grenz- »chen angewiesen, sämtliche Spirituosensen- dlingen aus dem Ausland vom 15. Juli ab zu
Leipzig—Oberschleste«.
Ein Vergleich.
Die Proqefi« vor dem Reichsgericht in Leip- W «gen die Kriegsbeschuldigten behandeln zum MMlle. die um 7 Jahre zuiücklie^n. Sw Mte Md dem Wllen bet Entento aller Wett K-'einmal vor Augen führon. daß das deutsche Man Barbarei im Kriege alles bisher Dage- vesene übertroffen hat. Wir glauben allerdings nicht, wie wir an dieser Stelle schon zum Ausdruck brachten, daß in Leipzig gerichtlich das jeftgestellt wird, was die Entente von diesen Prozessen erhofft Hierbei ist besonders zu bethen, daß nach Ansicht aller an den Sehniger Prozessen Beteiligten das Gericht seines schweren Amtes mit äußerster Gewissenhaftigkeit waltet und daS Recht so zu finden sucht, wie es sich MS objektiver Würdigung deS Beweismaterials ergibt. In den drei ersten Fällen müssen die er- dnnten Strafen sogar als außerordentlich streng tiyfunden werden. Di« Fälle Stenger-Crusius Nie v. Schack-Kruska haben ebenfalls den größ- fen Teil der feindlichen Anschuldigungen als Anfällig erwiesen, ja im letzteren Falle mußte Wr das Gericht die Feststellung machen, daß di« beiden Angeklagten, die von der französischen Nierung 'als die schlimmsten Verbrecher der Wichte, alS Barbaren gekennzeichnet worden Nn, nur pflichterfüllt«, treue deutsche Soldaten Mesen seien.
Während wir nun in Leipzig über unsere angeblichen eigenen Missetaten zu Gericht sitzen, frschehen in Oberschlesien Dinge, die jedem an- mdigen Deutschen das Blut in den Adern Nen lassen. Die Entente, die bekanntlich allein d'e Gerechtigkeit auf dieser Welt gepachtet hat, W hier hei ihren eigenen Truppen und bei den Men Grausamkeiten gegen wehrlcse Deutsche Weh«», gegen die alles, was in Leipzia verübelt wird als harmlose Spielerei erscheint, ès der Fülle der Vernehmungsportokolle einer Mischen amtlichen Stelle in Oberschlesien geben folgendes wieder:
$ Aussage 1: Am 18. Mai wurde ich von den busurgenten für die polnische Armee angewor- Ich wurde nach der Gegend bei Rybnik ge= wo ich als Patronenträger verwandt "urde In einem Orte bei Rybnik wurden von Franzosen (!) aus Richtung Kattowitz per ^nbah» kommend« Waffen und Munition ter die Insurgenten verteilt. Darunter M.-G. M Minenwerfer sowie Strengstoff. Bei den Änderungen, die von den Kompagnieführern Schley waren, war ich selbst beteiligt. Die ge- Mberten Sachen wurden noch Angaben der nach Warschau abtransportiert. Jeder V», ^f die von ihm geraubten Sachen einen .^ mit seinen Personalien au stieben. Es M gesagt, daß, sobald Oberschlesien vollstän- Jyu Polen käme, jeder die auf diese Weise be- Äeien Sachen non Warschau zugestellt erholte ^er den Kämpfen um Kondrzin wurden etwa Man» vom deutschen Selbstschutz gefangen
Der größte Teil der Gefangenen k.. ^ von den Insurgenten totgeschossen. Auch ^?3dstn haben sich hieran beteiligt. Viele der U ^enen sind buchstäblich verhungert. Ich ^«uch gesehen, wie die überlebenden ®e= dreimal täglich mit Gummiknütteln
geschlagen wurden. Ungefähr jedesmal 15 Schläge Mehrere der Schwerverwundeten, die jo geschlagen wurden, sind hierbei gestorben. Vier Sanitäter, bte zwei Tote aus der Stellung der deutschen Linie entgegentrugen, wurden von den Polen über den Hausen geschossen Bei den Mißhandlungen an den Gefangenen hat sich ein Halleroffizier aus Kongreßpolen besonders hervorgetan.
Verwundet« wurden erschossen. Ich selbst hab« gesehen, wie eine schwangere Frau von zwei Insurgenten vergewaltigt wurde. Die Frau verstarb Die 17jährige Tochter mußte sich ebenfalls hergeben. Ich habe auch gesehen, wie flüchtende Frauen und Mädchen in den Wald getrieben wurden, wo diese, wie mir nachher erzählt wurde, von den Polen vergewaltigt wurden.
Aussage 2: Am 30. Mai wurde das Haus, in dem ich mich befand, von den Franzosen umzingelt und ich wurde verhaftet. Wir wurden einzeln unter Bewachung nach der Kaserne transportiert. Als ich die Wachtstube betrat, kam der Feldwebel der Wache aus mich zu, schlug mich auf beid« Arme und stieß mich in eine Ecke. Ein Franzose riß mir das Band dez Eisernen Kreu, zes aus d«m Knopfloch, warf es aus die Erde, trat es mit den Füßen unb spukte verächtlich darauf. Das Gleiche taten noch zwei andere Franzosen. Nachdem mir alles abgenommen worden war, wurde ich eingesperrt. Da mir nichts nachgewiesen werden konnte, wurde ich wieder freigelassen.
In dieser Zeit kam der Feldwebel auf mich zu und versetzte mir einen Fußtritt, daß ich die Treppe heruntertaumelt«. Nicht genug, brüllte er mich mehrmals in französischer Sprache an „Du deutsches Schwein, du deutscher Hund" und drohte mit der Gummipeitsche. Ich sagte ihm deutsch, ich wolle um mein Eigentum bitten. Dasselbe wurde mir auch «uügehaninsr,bi» auf meinen Spazierstock. Meine Ruhe, die ich bis jetzt gewahrt hatte, brachte diesen Feldwebel aus seiner letzten Ruhe und er sprang wie ein Löwe auf mich zu und hackte mit denFüßen solange auf mich «in, bis ich auf dem Korridor war. Das war bie Entlassung eines wehrlosen, unschuldigen Deutschen.
Wer vor uns hätte es jemals für möglich gehalten, daß wir solche gemeine Schandtaten an dem Leben und der Ehre unserer Volksgenossen hinnehmen müssen, ohn« die Möglichkeit, Genugtuung zu erlangen? Wir erleben es leider zu deutlich, daß das Recht und die Gerechtigkeit sich nur dann Bahn brechen, wenn hinter ihnen die organisier Volkskraft deS Staates als Schirmherrin seines Rechtes steht. Wann wird Deutschland aus dem Zustande der Rechtlosigkeit wieder erlöst werden.
Die Abrüstung.
Eine Erklärung Lloyd Georges.
Lloyd George sprach gestern im Unterhause über die Fragen des Stillen Ozeans und des feinen Ostens. Er verwies hierbei auf seine Erklärung vom 7. Juli, als er über die Verhandlungen Rede und Antwort stand, die als Ergebnis der Beratungen tm Reichskadmeti zwischen den Vertretern des britischen Di? ujes. der Vereinigten Staaten sowie Japan und Chino stattfanden. Der Standpunkt der amerikanischen Regierung hat uns gestern abend erreicht. Er ist durchaus befriedigend. Auch die chinesische Negierung antwortete in beftie- digendem Sinne. Von der japanischen Regierung ist eine formelle Antwort noch nicht ein- getwffen, aber es liegt aller Grund vor zu glauben, daß sie in demselben Geiste lauten wird. Die allgemeinen Prinzipien der Reich-» Politik im Stillen Ozean und im fernen Osten sind die ersten Gegenstände gewesen, die rn den Tagungen des Reichskabinetts erörtert worden sind, wobei sie besonders den englisch-japanischen Vertrag sowie auch die Zukunft Chinas und den Einfluß beider Fragen auf die Beziehungen des britischen Reiches zu den Vereinigien Staaten im Auge hatten. Wir ließen, fuhr Lloyd George fort, uns durch drei Haupterwägungen leiten:
1. In Japan haben wir einen alterprobten Bundesgenossen. Der Vertrag zwischen ihm und uns war von gleichem Nutzen, nicht nur für beide Reiche, sondern auch für den Frieden im fernen Osten.
2. In China befindet sich eine große Bevölkerung mit großen inneren Entwickelungsmög- lichkeiten, die unsere Freundschaft hoch veranschlagt und deren Interessen wir zu fördern suchen.
3. In den Vereinigten Staaten sehen mir immer ein Volk, das unseren eigenen Zielen und Idealen sehr nahe steht und mit dem au
überlegen und zusammen zu wirken nicht nur unser Wunsch ist und in unserem Interesse liegt, sondern auch ein tief eingewurzeller Instinkt gebietet.
Wir stimmen, fuhr Lloyd George fort, in diesen Beziehungen alle überein, und bei Zweck unserer Erörterungen war nur, ein Mittel zu finden, um diese drei Faktoren mit-, einander zu vereinigen- in der Politik, um die Gefahr eines schweren Kostenaufwandes für den Stillen Ozean zu beseitigen und die Entwicklung aller legitimen und nationalen J.rrer- essen im fernen Osten sicherzustellen. Mit Rücksicht auf die Entscheidungen der britischen jun- ?!ifchen Autoritäten, daß keine Kündigung des englisch-japanischen Vertrages stattgefunNen bäte, bleibt derselbe in Kraft, bis er gekündigt wird, doch ist es der Wunsch des briti;d)e'i Re r es und Japans, daß der Vertrag tn vollkommene Uebereinstimmung gebracht wi d mit dem Pakt des Völkerbundes, und wo der Betrag und der Pakt miteinander in W der» streit geraten, die Bestimmungen des Pa'vs cehen zu lassen. Dem Völkerbund ging eine en' stiechende Mitteilung zu. Das Reich-kabi nett war sich im allgemeinen einig über des mus die breiteren Gesichtspunkte der bcrW.hn Pol fit mit Bezug auf den fernen Osten sn- g».,L Lloyd George wies darauf hin, düs: er das erste Prinzip der britischen Politik war, n.'tni fd)aftlid) mit den Vereinigten Straten zusammenzuarbeiten, wovon der Fried: und hos Wohl der Welt hauptsächlich aoaänze Wir wünschen, fuhr Lloyd George fort, die enge Freundschaft und das Zusammenwirken mit Japan zu pflegen, dessen größtes Verdienst es war, daß es die Einflüsse und das Wirken der beiden größten asiatischen Mächte miteinander in ■Uebereinstimmung âachre, wyhurch eine .hLQ. vorragende Gewähr für das Gedeihen des britischen Reiches und des Friedens im fernen Osten geschaffen wurde. Wir erstreben auch die Handhabung der offenen Tür in China, um dem chinesischen Volke eine wahrhafte Gelegenheit zu schaffen für eine friebfame Entwicklung Wir wüns hen auch die Lebensinteressen des britischen Reiches auf dem Ozean zu wahren und jeden Wettbewerb zwischen den Mächten des Stillen Ozeans auszuschalten. In Uebereinstimmung mit dem Ersuchen des Rcichs- kabinetts lud Lord Curzon die Regierungen Amerikas, Japans und Chinas ein, mit Bezug auf diese Fragen ihre Ansichten zur Kenntnis zu bringen. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Austausch von Ansichten über die Fragen des Stillen Ozeans und des fernen Ostens zu einer Konferenz führen werden. Der Standpunkt des Präsidenten Harding ist heute morgen bekannt gegeben worden. Er enthält eine wichtige Einladung zu einer Konferenz zur Beschränkung der Rüstungen. Wir begrüßen mit der größten Freude die kluge und zuvorkommende Initiative des Präsidenten Harding. Die Welt hat stets die Augen auf die Vereinigten Staaten in Bezug auf einen solchen Schritt gerichtet, und ich vertraue darauf, daß das Unterhaus ihn als eine Tat von steigender staatsmännischer Bedeutung betrachtet und ihn von Herzen verfolgt zu sehen wünscht. Ich brauche wohl kaum zu sagen, daß von feiten des britischen Reiches kein Versuch unterlassen wird um ihm zu diesem Erfolg zu verhelfen, und daß das Reich den liberalen und fortschrittlichen Geist, der ihn beseelt, in vollstem Maße teilt.
Frankreich nimmt die Einladung an.
Paris, 12. Juli. Die französische Regierung hat die Einladung der amerikanischen Regierung zu einer Konferenz in Washington angenommen und Ministerpräsident Briand hat davon der Kammer und dem Senat Mitteilung gemacht Er erklärte in der Kammer, er glaube sich zum Wortführer der ganzen Kammer zu machen, wenn er dem Staatschef danke, der diese edle Initiative ergriffen habe. Präsident Harding habe den pazifistischen Gefühlen, die Frankreich gezeigt habe, Anerken- nung gezollt dadurch, daß er bei der Einladung sofort an Frankreich gedacht habe. Die französische Regiening habe sich beeilt, die Einladung anzunehmen, da sie darin die Möglichkeit sah, an einem Uebereinfommen teilzunehmen, die den Stillen Ozean betreffen werde und das Frankreich nicht gleichgültig sein könne, da auch Frankreich dort große Interessen zu vertreten habe Frankreich habe auch in der Konferenz die Möglichkeit, noch einmal zu be« weisen, daß es der Friedenssache beiß ergeben (?!) sei, für die es so viele Opfer aebracht habe. Frankreich gebe zur Konferenz
ohne Hintergedanken und es sei besonders erfreut, daß diese Konferenz unter dem Vorsitz des Präsidenten Harding stattfinde. Frankreich werde jedes Mittel versuchen, das geeignet erscheine, die Rüstungen zu beschränken und die ungeheuren Lasten zu vermindern, die auf allen Völkern ruhen, allerdings unter Wahrung aller Momente, die für seine nationale Sicherheit notwendig seien. Vielleicht finde man auch eine neue Gelegenheit, um Abkommen zu treffen, die es gestatteten, ein von allen Völkern begrüßtes Ziel zu erreichen. Minrster- präsidem Briand sprach die Hoffnung aus, daß die Konferenz den endgültigen Weltfrieden herbei führen und Frankreich auf diese Weise zur Sicherhest führen werde, auf die es Anrecht habe.
Im Senat versuchte der rechtsstehende Senator Delahaye eine Diskussion unter der Begründung herbeizuführen, Frankreich würd« das Opfer einer Kombination werden, die es schwächen wolle. Der Senat lehnte jedoch eine Interpellation über diese Frage für den Augenblick ab und vertagte sich.
Aeutzerungen des Reichskanzlers.
Paris, 12. Juli. Penö Sauret, der Stuber« Berichterstatter der „Oeuvre" hatte eine Unterredung mit dem Reichskanzler Dr. Wirtb, der ihm sagte, da Deutschland sozusagen keine aniländischrn Werte imd feine internationalen Zablungsmittel mehr besitze, sönne eS nur durch Lieferungen und Arbeit bezahlen. Die 26 prozentige Wb gab« von der Ausfuhr berücksichtige weder die der- sckiedenartige Sage der einzelnen Industrien, noch die 'Begebungen der Weltwirtschaft. Es sei unmöglich, ■'ah die Abgabe in dieser Form bestehen bleibe. Sie laste nicht nur auf dem Export, sondern zwinge auch Deutschland, seine Einfuhr herabzuietzen und zwar in einem solchen Maye, day dadurch die anderen Länder -cLällch-^MM würden. Der Reichskanzler erklärte, er habe Vertrauen zu den moralischen und trcknischen Hilfsmitteln Deiitschlands. Es sei notwendig, daß die Umuftion sich auf ein größtmöglichstes Ergebnis organisiere. Die große Masse des deutschen Volles habe aus alle Abenteuer verzichtet und wünsche nichts anderes, a 8 in Frieden zu arbeiten. Das deutsche Volk habe den Weg zur Demokratie gefunden und in diesem Geiste begebe eS sich an das Werk der Reparationen. Deutschland babc die wirtschaftliche und politische Unterstützung bei Auslandes, besonder« aber Frankreich«, notwendig, um seine Verpflichtungen zu ernillen. Er wäre eine wesentliche Unterstützung für leutfdilanb, wenn vor allen Dingen der Haß verschwinden würde. Ta« System der Revaratione» könne nur durch ein internationaler Abkommen festgesetzt werden. Zu der Zukunft werde sich notwendigerweise ein Znsanlmenarbeiten ergeben müssen, vielleicht auch ui , ew.sser Beziehung eine Arbeitsteilung mit den Gläubigerstaaten, vor allen Dingen aber mit Frankreich. Der Reichskanzler sprach die Hoffnung ant, daß die jetzt im Gange befindlichen Verhandlungen über Einzeliragen für den W ieder- a u s b a u zu einem Ergebnis führen würden und trat lebbatt für die Aufhebung der Sanktioner ein, die wenn sie aufrecht erhalten würden, die öffentliche Meinung vergüten und erregten. Auch bei overichlejische Problem bedeute eine große Geiahr für die deutsche Demokratie. Eine Ent» Uteionng, die dem bemoh atifeben Geist und dem Selbst- beftuiiuutngsredjt der Völker entgegengesetzt wäre, müßte töllich sein für den Geist, der heute bei oeutidK Volk beseele und darauf auSgehe, da» Ultimatum zu erfüllen.
Po!itt?che Tagesbsrichle.
— Eine griechische Offensive? Nach einex Havasmelduug aus Athen sollen Depeschen aus Smyrna ankündigen, daß die griechischen Truppen die Offensiv« begonnen hätten. An vier Punkten der Front hüten sie rasch einen Vormarsch begonnen. Sie hätten auch bereits . die Stadt« Hassan, Pascha, Agranos und Xenikeni besetzt. Die griechische Gesandtschaft in Paris verbreitet andererseits eine Athener Meldung vom 11. Juli, in Der mitgeteilt wird, die Offensive habe noch nicht begonnen und die Berichte von feindlicher Seite über Gefechte an verschiedenen Stellen der Front feien falsch.
— Der Friedensvertrag von Trimron. Der französische Senat bat in einer Nachtsitzung den Friedensvertrag von Trianon angenommen. Es wurde eine Tagesordnung gutgeheißen, durch die die Regierung besonders aufgeforbert wird, baldigst einen Bericht über das Ergebnis der Aus- sührung der verschiedenen Friedensverträge mit Mitteleuropa vorzulegen. Im Lauf« der Debatte ergriff Ministerpräsident Briand das Wort und sagte u a. Frankreich habe ein Interesse daran, Deutschland alle jungen Völker gegen« übcrzuslrUen. die auS der ehemaligen Österreichs -chen Monarchie bervorgegangen seien. In bie» :em neuen Europa zahle Frankreich nur Freund«. Frankreichs Rolle sei deshalb, jenen Staaten, zu helfen und sie zu einer wirtschaftlichen Union vorzubereiten