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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlaasleitung: Ad. Indermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport J. V.: Richard Hultsch: für Anzeigen u. Reklamen A u g u st B r o d t. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanan. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

M. 160

Dienstag den 12. Juli

1921

Das Neueste.

Der Hauptansschuß des preußischen Landtages »âW gegen die drei sozialistischen Parteien in der Kksamtabftimmung den Notetat an und vertagte sich tonn bis zum 28. August.

Englische Blätter bezeichnen die Abberufung der MzSsischen Delegation au» Leipzig als eine politische De»onstratlon Frankreichs.

Die belgische Negierung hat ebenfalls die Ge- rijHatten aus Leipzig zurückgezogen.

Ministerpräsident Briand sprach gestern über die äanzisische Politik gegenüber Deutschland und be- jiichnete da» Leipziger Gerichtsverfahren als ein xheatcrstück.

Harding ging diit dem Borschlag einer Ab- riistMgskonferenz schon über die Resolution Borahs hinaus. Washingtoner Meldungen besagen, daß eine rachmalige Erweiterung wahrscheinlich sei, sodaß nicht tme Fünfmächtekonfercnz, sondern eine W e l t k o »- seren z stattsinden würbe.

Polen- Posen und wir.

Es mögen fünf Monate her sein, da veröffent­lichte der Kurjer Poznanski eine Entschließung der polnischen Vertreter Pommerellens, in der es unter anderem hieß: Warschau soll Posen die gleiche achtungswerte und unbestechliche Verwal­tung, das gleiche hochentwickelte, bürgerliche Recht und Gerichtsverfahren, die gleichen so­zialen Einrichtungen, die den Bürger, den Bauer unb den Arbeiter schützen, die gleiche wirtschaft­liche Bedeutung der Kommunalverbände, die vor- ,Glichen Kunststraßen, Krankenhäuser und fon= sägen glänzenden Einrichtungen geben, die das Miet unter preußischer Herrschaft besaß.

In der Entschließung wird die Tüchtigkeit deutschen Wesens zugegeben. Es klingt sogar eine Art Sehnsucht heraus aus den Worten der Po- senn Polen nach den Vorkriegszeiten, als das zu Preußen gehörte. Der Posener erst unter Warschauer Regime genau, 'was deutsche Kultur, was deutsch« Arbeit ge­wesen ist. Als der Krieg zu Ende gegangen war, und als die Ostprovmz an das neu erstandene Nachbarreich abgegeben werden mutzte, verließen zahlreiche Deutsche Posen, um der polnischen Herrschaft zu entgehen. Sie hatten das ist gewiß auch manchen Grund, der sic zum Wan­dern zwang. Und doch ist es bedauerlich, daß die Deutschen, die dort in Amt und Steilung, in iberuf und Besitz waren, nicht mehr Zähigkeit be- wiesen haben. Es galt dem Land, nachdem die Herrschaft verloren gegangen war, das Wesen und die Eigenart beutseyer Kulrurhöhe zu erhalten. Die Kultur kann nicht erhalten bleiben, wenn die Träger zuin Wanderstab greifen und sich neue Äo-nsitze suchen. Männer lassen sich nicht von der Mißgunst des Geschickes unterjochen und An­gehörige starker Natconen wissen sich auch als Minderheit durchzusetzen, sofern sie nur den fejien Willen haben und einig sind in ihren Be­strebungen.

Deutschland hat Posen verloren und Deutsch­land muß Posen zurückgewinnen. Nicht mit dem Schwèrr. Aber mit seinem Geist, mit seiner Kultur und mit seiner Wirtschaft. Die beutmK âirtschaft kann kaum große Absatzgebiete für veredelte Waren in Sündern finden, die so stark produzieren, wie England und in Staaten, welche nach der Jnbeptznahme deutscher Kohlen- Md Eisenvorkommen dazu übergehen, Industrie­staat zu werden, wie Frankreich.

Anders der Osten. Der Osten braucht sogar wehr als unsere Waren. Er will auch erflogen sein. Der Pole ist darauf angewiesen, mit Aus­ländern Hand in Hand zu arbeiten. Er wird dort Weifen, wo ihm die schnellsten Erfolge und die größten Gewinnchancen geboten werden. Wir Russen bieten und wir müssen Besseres bieten als Engländer und der Franzose. In vieler Hin- stcht haben wir ein leichteres Arbeiten. Wir gren- sfn in breiter Front an Polen. Ueberall in -tolen sind Deutsche bodenständig. Die deutsche iraluta steht niedrig. Der Pole kann also leichter uns, als in den Ententeländern laufen. Es v lohnende Arbeit, die im Osten winkt. Der Zutsche kann, wenn er geschickt vorgeht, berufen 'M die wirtschaftliche Not des Ostens zu be- jedin.

-» Notwendig ist es, daß gesunde politische Ver- Mtnisse eintreten, die den wirtschaftlichen Auf- n11 ermöglichen. Daran haben Deutschland und Men beide ein gleiches Interesse. Es mutz mög- S loch, eine Art Annäherung der Völker, die aufeinander angewiesen sind, zu schaffen. Mclcch muß die Hetze im Osten gegen das ^?utld)tum aufhören, dürfen Vorfälle, wie in Itrotoo und Bromberg nicht vorkommen. Die W wird von selbst aufhören, wenn der Pole erkennt, datz er die Ortsständigen und mit den deutschen Wissenschaftler und den Mfwann braucht. Daß solche Ansichten sich in rAen Polnischen Schichten Bahn zu brechen trcicvn, geht aus der eingangs erwähnten Mel­

dung hervor. Ist der Deutsche das, was er stets im Osten war und wieder sein muß, der Träger der Kultur, dann wird es möglich sein, daß das in Posen bodenständige Deutschtum durch seine Theater und Schulen für immer weitere Verbrei­tung der Kenntnis deutschen Wesens auch in den ferneren östlichen Gebieten tätig sein kann.

Aus Oberschlefien.

Die sogenannte Sforza-Linie.

Die meist gut informierte ZeitschriftEurope Nouvelle" veröffentlicht einen T e i l u n g s - plan bezüglich Oberschlesiens, der von den Alliierten bereits angenommen fein soll und der in seinen wesentlichen Grundzügen sich der Sforzalinie nähert. Danach soll Deutschland die zehn nördlichen und westlichen Kreise mit insgesamt 478 009 Einwohnern, ferner die Kreise Groß-Strehlitz, Tost und Tarnowitz mit 135 700 und Gleiwitz und Hindenburg mit 178 900 Einwohnern erhalten, während die Kreise Veuthen, Kattowitz, Königshütte, Pleß und Rybnik mit insgesamt 477 900 Einwohnern an Polen fallen sollen.

Polnische Terrorakte.

Aus den Landkreisen des obsrschlesischen Jndustriebezirkes werden Blättermeldnugen zu­folge zahlreiche Terrorakte gemeldet. Die deut­schen Flüchtlinge kehren mit ihren Familien zu Hunderten in die Städte Beuchen, Gleiwitz und Kattowitz zurück. da in den meisten Orten, die ohne interalliierte Besatzungen sind, Mißhand­lungen, Verschleppungen und Bedrohungen Deutscher an der Tagesordnung sind. Bei Neu­hof im Kreise Natibor fand ein Gefecht polni­scher Insurgenten mit der Ortswehr statt, wobei fünf Polen erschossen wurden.

Deuthen, 11. Juli. Gestern wurden acht aus Godullahütte stammende Männer, Ange­stellte des deutschen Ptebiszctkommiparials in Beuchen, auf dem Wege vom Heimatorte von einer etwa zwanzigköpfigen Bande überfallen. Der Angestellte Stefan Orlowski wurde durch drei Kopfschüsse niedergestreckt. Der Angestellte Kulik wurde festgenommen und soll nachts nach Polen verschleppt worden sein. Ein dritter An­gestellter wurde festgenommen, doch gelang es ihm zu entfliehen. Die übrigen flüchteten und gelangten auf Umwegen nach Beuchen zurück. Orlowski wurde von dem jüngst aus dem Beu- chener Gerichtsgefängnis entsprungenen, des Raubmordes angeklagten Anton Musfal er­schossen, der von einer Reihe Zeugen einwand­frei erkannt wurde.

Sattowih, 11. Juli. Samstag nachmittag drang eine große Bande bewaffneter Insurgen­ten in das Lager der Notstandsverjorgung in Bogutfchütz ein und plünderte es aus, ohne irgendwie behindert zu werden. Innerhalb zwei Stunden wurden hauptsächlich Kleidungsstücke, Schuhe und dergleichen geraubt. Auf dem Bahnhof in Myslowitz bemächtigten sich frühere Insurgenten eines Waggons und beschlagnahm­ten 5000 Liter Spiritus.

Pogrome in Neupolen.

Blättermeldungen aus Danzig zufolge ver­üben die in Posen eingetroffenen polnischen In­surgenten aus Oberschlesien ©emalttätigfeiten gegen die deutsche und jüdische Bevölkerung. In Jarotschin wurde eine Anzahl Familien zur Flucht gezwungen.

Briand über die franz. Autzenpolttik.

Paris, 11. Juli. In der heutigen Vor­mittagssitzung der Kammer stand die Beratung eines Gesetzentwurfes auf der Tagesordnung, der Kredite für Syrien und Cilicien für das Budgetjahr 1921 verlangt. Abg. Soulië erklärt. Deutschland weiß uns stark am Rhein. Es sucht uns in Syrien Schwierigkeiten zu schaffen. Die Truppen von Kemal Pascha sind zum größten Teil von Deutschen befehligt. Deshalb müsse man wachsam am Rhein bleiben. Vergessen wir es nicht, so sagte er weiter, daß

jede Niederlage in Syrien auch eine Nieder­lage in Europa

oedeutet. Ministerpräsident Briand er- hart m einer Zwischenbemerkung, es Hanois sich nur darum, zu wissen, ob man mit den Tür­ken Krieg führen will. So stelle sich die ganze Frage. Im weiteren Verlaufe erklärte der Mi­nisterpräsident seine Politik imOsten und fügt hinzu, daß wesentlich sei, wie man sich in Syrien halten könne. Davon hänge die ganze französische Politik im nahen und fernen Osten ab. Im weiteren Verlauf der Debatte schnitt alsdann der Abg. Fribourg die Frage der

Lburteiluna der Krieasbeschuldigtea in Leipzig

an. Er sagte» man könne sich allerdings fra­gen. ob man die Lage des Ministeriums Wirth verstärke ober schwäche, wenn man die Frage in her französischen Kammer anschneide. Es sei 3u befürchten, daß durch die skandalösen Ent­scheidungen des Reichsgerichts in Leipzig der Trcumph der Alldeutschen sichergestellt werde. Das Ministerium Wirth würde alsdann nur eine emfache Schutzwand fein, hinter der sich bte Reaktion und der Militarismus verstecke, um aufs neue Vorbereitungen zur Förde­rung des Weltkrieges (?!) zu treffen. Er forderte den Ministerpräsidenten auf, zu er- Nâren, daß angesichts einer derartigen Haltung Deutschlands Frankreich die Möglichkeit der Aufhebung der Sanktionen nicht ins Auge fas­sen könne.

Der Ministerpräsident ergreift sofort das Wort, um sich nochmals über die französische Politik in Syrien und Cilicien auszusprechen. Auf die von dem Abg. Fribourg angeschnittene Frage erklärt er, die äußere Lage Frank­reichs sei im Augenblick nicht beunruhigend. Im Gegenteil, um seine Interessen zu verteidi­gen, verfüge es über die notwen­dig e K r a f t. Die öffentliche Meinung in Deutschland könne durch den alldeutschen Geist vergiftet werden. Sie könne sich auch weigern, aus den vergangenen Ereignissen zu lernen. Ja, man könne sogar von einer Revanche sprechen. Frankreich st ehe aber am Rhein. Deshalb könne Frankreich nicht gestatten, daß Deutschland sich so gestalte, daß es für Frank­reich bedrohlich werde.' Werter hob Briand hervor, daß die Frage der Aburteilung der Kriegsbeschuldigten im Ultima­tum besonders erwähnt wurde. Deutschland tat so, als wolle es die Aburteilung vornehmen.

Die französische Regierung mußte zu ihrem Be­dauern feststellen, daß die Anwesenheit der sranzosilchen Abordnung in Leipzig voMlUMM, oom 5. zwecklos war, da es sich doch nur um ein Thea- ' terstück (Unerhört! D. Red.) handelt. Ueber-

gehend zu den Ereignissen in Oberschlesien, sagt Briand, daß in gewissen Gebieten die franzö­sischen Truppen sich in einer schwierigen Lage besanden. Man habe beunruhigende Augen­blicke durchlebt. Er habe alles getan, um zu vermeiden, daß das Land in ein Abenteuer ge­stürzt werde. Kammer und Senat hätten feine Haltung gebilligt. General Lerond habe in bewunderungswürdiger Weise unter undank­baren Umständen seinePflicht erfüllt. Oberschlesien sei kein deutsches Gebiet. Es werde durch die Interalliierte Oberkommission verwaltet.

Ueber den

Zwischenfall in Veutheu

Sber Ministerpräsident: Aus Anlaß der inft eines englischen Bataillons hätten etwa hundert Personen eine Kundgebung ver­anstaltet, nicht für die Engländer, aber gegen die Franzosen. Als einer der Unteroffiziere durch die Menge hindurchgehen wollte, seien Revolverschüsse abgegeben worden. Major Montalegre, der den Lärm gehört habe, sei auf die Straße gegangen und durch eine Kugel von hinten getötet worden. Es handelt sich um ein feiges Verbrechen. (Zuruf rechts: Und die Sanktionen!) Briand fährt fort, indem er die Tapferkeit und die Verdienste des verstorbenen Majors unterstreicht, der Zwischenfall habe sich nicht aus deutschem Gebiet abgespielt. Es sei oeshalb Sache des Oberkommisfars gewesen, die Angelegenheit zu untersuchen. Es seien zahlreiche Haussuchungen abgehalten morden, um die Schuldigen auszufinden. Reichsminister Dr. Rosen habe beim französischen Botschafter eine einfache Höflichkeitsdemarche unternom­men.

Ministerpräsident Briand trägt dann von neuem den

französischen Standpunkt in der oberschlesischen

Frage

vor. Die französische Regierung halte sich nur an den Friedensvertrag. Die Tatsachen scheinenzuGunstenPolenszuspre- ch e n. Es müssen schon zwingende Beweis­gründe erbracht werden, um zu anderen Er­gebnissen zu kommen. Die Verbandsmächte sind nur die Vertreter der Gerechtigkeit. (Diese Ge­rechtigkeit kennen mir zur Genüge. D. Red ) Sie wollen nichts anderes als die ehrliche und genaue Durchführung der Bestimmungen des Friedensvertrages, die die Abstimmung nach Gemeinden vorsah unter gerechter Berücksich­tigung der geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Es müssen nun Vor­sichtsmaßnahmen ergriffen m e r den. Nun gut. wir werden sie ergreifen.

Zum Schluß faßt Briand die gegenwärtige Außenpolitik nochmals kurz zusammen und sogt: Wenn unglücklicherweise die Alldeutschen die Uebermacht gewinnen und wenn es ihnen gelingen sollte, das Ministerium Wirth zu ver­treiben und Deutschland wieder in eine Politik zu stürzen, die für Frankreich gefährlich wäre, dann möge jeder missen: Frankreich be­sitzt alles, was es braucht, um die Lage wieder herzustellen.

Paris, 11. Juli. Bei der Erörterung über die syrische Frage erklärte Ministerpräsident Briand in der Kammer noch, daß infolge neuer Abmachungen die Politik Frankreichs schärfer festgelegt werden müsse. Es handle sich darum, die Frage der Abänderung des Vertrages von Sevres zu lösen, die für den gesamten Verband eine gemeinsame fei. Frankreich könne Cilicien nicht räumen, bevor dort sichere Zustände herrschten. Die Kämpfe feien eingestellt worden. Auf diese Weise spare man kostbares französi­sches Blut. Es wird Sache der Nationalisten fein, Frankreich die nötigen Bürgschaften zu geben. Frankreich denke nicht daran, irgend­welche Eingriffe in das Nationalitätenprinzip vorzunehmen oder sonstwie in die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Türkei einzu­greifen. Bezüglich Syriens handle es sich nicht darum, das Land zu kolonisieren, oder ein Pro­tektorat zu errichten. Die örtliche Verwaltung werde die Versöhnung der verschiedenen Grup­pen und Richtungen der Bevölkerung sichern müssen. Frankreich werde seinen Ueber- lieferungen nicht untreu werden. Es werde inSyrien bleiben und sein Werk nicht im Stiche las sen.

Aebergabe der Schuldverschreibungen«

Berlin, 11. Juli. Gemäß Artikel 2a des Zahlungsplanes des Reparationsausschusies

. Mur ist DMtfchland verpflichtet, dem Ausschuß bis 1. August Schuldverschreibungen für 12 Milliarden Goldmark als Ersatz für dre Schuldverfchreibungen, welche aus Grund des § 12b, Anlage 2, Teil 8 des Reparationsver- trages von Versailles bereits übergeben sind oder noch übergeben werden müssen, auszuhän- digen. In Erfüllung dieser Verpflichtung wurde dem Reparationsausschuß zum 1. Juli durch dre Kriegslastenkommiffton eine Schuld­verschreibung übergeben, deren wichtigste Be­stimmungen sind: ~

Das Deutsche Reich schuldet dem Inhaber dieser Schuldverschreibung 12 Milliarden Mark in Gold, in dem vom 1. 1.1914 gesetzlich be­stimmt gewesenen Gewicht und Feingehalt. Diese Schuldverschreibung wird in Mark in Gold vom 1. Mai ab mit fünf Prozent ihre- gesamten Nennbetrages verzinst, vom 1. Ma ab jährlich mit ein Prozent der unter Zuwach- durch Tilgung ersparten Zinsen durch Rück­zahlung zum Nennwerte getilgt Unbeschade der Bestimmungen 248 und 251 des Vertrages von Versailles haften für die Schuldverschrei­bung der gesamte Besitz und alle Einnahme- quellen des Deutschen Reiches und der deut­schen Staaten an erster Stelle. Insbesondere ist der Zins- und Tilgnngsdienst durch die jährlich von Deutschland gemäß Artikel 4 des Zahlungs- planes zu bewirkenden Zahlungen sichergestellt.

Als S i ch e r h e i t für diese Zahlungen be­stimmt dre deutsche Regierung an erster Stelle:

a) die Erträgnisse aller deutschen See- und Landzölle, insbesondere aller Ein­

und Aussuhrabgaben,

b) dre Erträgnisse aus der Abgabe von 25 P r o z e n t auf den Wert der gesamten deut- sehen Ausfuhr, die nicht bereits einer ander­weitig auferlegten gleichen oder höheren Ab­gabe unterworfen ist,

c) die Erträgnisse derjenigen direkten oder indirekten Steuern oder irgendwen eher sonstigen Fonds, die von der deutschen Re- gierung oorgejchiagen und von dem gemäß Ar- titel 6 des Zahlungsplanes gebildeten Garantre- komilee in Ergänzung ober als Ersatz für bte oben unter a und b genannten Fonds angenom­men werden. Die Schuldverschreibung ist jetzt und künfti g befreit von allen deutschen Steuern und Lasten aller Art. Das Deutsche Reich wird auf Verlangen des In­habers ober des Reparationsausschusses im Umtausch gegen diese Schuldverschreibung kostenlos mit Zinsscheinen ausgeftattete Teil- jchuldverschreibungen von gleichem Nennwert abzüglich etwa schon getilgter Beträge aus- neben. Die Form, der Inhalt, der Betrag, der -Zahlungsort und die Währung, in welcher die Zahlungen zu erfolgen haben, werden von dem Reparationsausjchuß bestimmt. A

(Weitere Politische Nachrichten Seite 3J^