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SanauerS Anzeiger

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AmWches Organ für Sladl- und Landkreis Saturn

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Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RichardHultsâ:iLr lokalen undvrooinziellenTeil sowie Sport 5. V.: Richard Hultsch: für Anzeigen u.Reklamen AugusiBrodt.alle in Hanau«.Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fernsvrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

BZ

Nr. 159

Montag den 11. Juli

1921

Das Neueste.

Me Arbeit zur Legung des zweiten Kabels W Deutschland nach Schweden wurde begonnen und soll in diesem Sommer beendet werden.

Die Internationale Frauen-Liga für den Frieden ist gestern in Wien zu einem Kongreß jammert getreten.

Das Kriegsgericht in Casablanca ver- Llieilte zu 5 Jahren Zuchthaus wegen Deser- tatiort drei deutsche Fremdenlegionäre, Paul­mann, Retz und Laurach. Letzterer war früher deutscher Offizier.

Zwischen England und Irland ist ein .Waffenstillstand abgeschlossen worden.

Nach einer Havasmeldung aus Konstan- iinopel hat die englische Polizei etwa 40 Russen, darunter drei Ehess der Handelsmission aus Moâu, verhaftet. Sie sind an Bord eines eng- Wchen Schiffes nach der Krim überführt worden.

Die rumänische Kammer hat die Agrar­reform angenommen.

Eine neue Gefahr.

In den Leipziger Prozessen gegen die von :ber Entente verfolgtenKriegsverbrecher" ist fetzt eine entscheidende Wendung eingetreten, die gegebenenfalls neue politische Schwierig- lkciten Hervorrufen wird. Briand hat die fran­zösische Delegation aus Leipzig zurückgerufen, da die französische Regierung zu der Ueber­zeugung gekommen sei, daß die weitere An­wesenheit einer französischen Abordnung bei den Leipziger Prozessen nicht nur unnütz, fon=

âch lächerlich geworden fei. Für den- Mgen, der sich in den letzten Tagen M M »jeWsischen Presse näher beschäftigt hat, kam dieser Rückzugsbefehl nicht überraschend, denn seit Wochen ging in Frankreich die gesamte Kriegsgreuel-Propaganda mit dem Fall des Generals Stenger hausieren. Der erdichtete Brigadebefehl wurde den Siebenjährigen in der Schule eingetrichtert, und der beschuldigte General lebte in der erhitzten Phantasie der französischen Masse als der Ausbund deutschen Barbarentums. Nun wurde er freigesprochen.

Nachdem man 6 Jahre hindurch den Fall Sten­ger in den blutigsten Tinten ausgemalt und mehrfach den Wortlaut des angeblichen Bri- gadebefehls abgedruckt hatte, stellte sich her­aus, daß dieser Brigadebefehl garnicht exi­stierte, daß er offenbar gefälscht war. Es be­gann ein Toben und Heulen der französischen Presse in allen Tonarten, wobei derJntran- sigeant" den Vogel abschoß, indem er sich in seiner Wut zu der Aeußerung hinreißen ließ, wenn ein halbes Dutzend französischer Flieger die holländische Residenz Kaiser Wilhelms II. mit einem Hagel von Bomben in die Luft

_______... _________ Luft sprengen sollten, so würde das alseine Tat ausgleichender Gerechtigkeit" begrüßt werden. Man fragt sich: Kann das französische Volk, angeblich das ritterlichste der Erde, jemals aus dem Zustande der Kriegspsychose herauskom- wen, kann dieses Volk seinen maßlosen Haß, gepaart mit Grausamkeit, gegen den deutschen Nachbar in absehbarer Zeit bannen? Wir glauben es nicht! Neuer blutiger Haß wird gesät, wie er in den heißesten Tagen des Krie­ges nicht furchtbarer bestanden hat, nur weil mon sieht, daß das jahrelang msihselig auf- stchterhaltene Greuel-Kartenhaus in sich zu- ammenbricht, das Lügengewebe immer faden- ftjeiniger wird. Dieses Zusammenbrechen des Anklagematerials darf aber nach Ansicht der Nanzosen nicht andauern, sonst könnte sich als Ergebnis der Leipziger Prozesse in der Welt e Meinung festsetzen, die Deutschen wären Znrnicht die Scheusäler, als die man sie seit wahren verschrien hat, ja es könnte schließlich N einer glänzenden Rechtfertigung der deut- Mn Kriegführung kommen. Und dann? Clemenceau hat dem finnischen General Man­nheim gegenüber einmal in einer ehrlichen ^mnde ausgeplaudert, die harten Bedingun- gen des Versailler Friedens rechtfertigten sich °uem aus den Kriegsverbrechen, die Deutsch- sich habe zuschulden kommen lassen. Wenn » nun herauskommen würde, daß die den Kutschen zugedichteten Greuelmärchen aus "^..Fingern gesogen waren, dann würden sich Mrlich, um mit Clemenceau zu reden, auch J harten Bedingungen nicht mehr rechtferti- F lassen. Deshalb dieses Toben und Heulen N stanzösischen Presse und die Forderung aus usiieferung derKriegsverbrecher".

..Natürlich verfolgen die Franzosen dabei N politische Zwecke, denn die französische sucht schon seit langem nach einem £ Vorwand, uns aufs neue bedrohen und * Sanktionen ausrechterhalten zu können, u. Druck Gnalrrnhs auf den Abbau der Sank-

geblieben und so wird jetzt die öffentliche Mei­nung Frankreichs aufgepsitscht, damit die Re­gierung es nicht wagen kann, auch nur die ge­ringste Nachgiebigkeit gegenüber diesemnach­weisbar schlechten Willen" Deutschlands zu zeigen, damit sie auch gleichzeitig einen Gründ hat, sich zusammen mit den Belgiern gegen den Wunsch der Engländer auf Beseitigung der Sanktionen zu sträuben. Die französische Poli­tik bleibt die alte: die des Hasses und der Ge­walt, und wir in Deutschland tun gut, immer wieder daran zu denken, daß die hysterischen Franzosen in ihrer blindwütigen sogenannten Politik zurzeit unsere schlimmsten Gegner sind, und daß deutscherseits alles, was zur Erfüllung ftanzöfifcher Wünsche getan wird, vergeblich sein wird. Frankreich wird trotz unserer be­reitwilligen Erfüllungspolitik immer, wie jetzt bei den Leipziger Prozessen, eine Gelegenheit finden, um Deutschlandsbösen Willen" dar­zutun und neue Anschläge auf das deutsche Volk bezw. unser Wirtschaftsleben unterneh­men zu können, d. h. solange das deutsche Volk nicht einig zusammensteht, vielmehr den Fem- den direkt in die Hände arbeitet. Wer in die­sen Tagen die sozialistischen Zeitungen aller Schattierungen gelesen hat, weiß, welch anti­nationale Hetze die Spalten dieser Presse füllte. So lasen wir in einem Sozialistenblatt:Was kümmerts den Herrn General, wenn der junge unglückliche Soldat, vielleicht ein Knabe noch, nach seiner Mutter schreit, was kümmerts ihn, wenn der graubärtige Mann . . . nach seinem Weib und seinen Kindern stöhnt Feinde sind's und sterben sollen sie .-. ." Welche un­verantwortliche, gewissenlose Schreiberei! Darf

er klaren: Sogar Deutsche gibt es, die den Gene­ral als gemeinen Mörder hinstellen! Voll tief­ster Betrübnis müssen alle wahrhaftigen Deut­schen von neuem die erschütternde Wahrneh­mung machen, daß eine Strömung in unserem Volk eine tiefe Kluft aufgerissen hat, die Inter­nationale. Sie treibt eine Hetze um jeden Preis dieFreiheit" billigt sogar die 216= berufung der französischen Rechtsabordnung aus Leipzig und derVorwärts" spendet den französischen Baumschützen, die aus dem Hin­terhalt auf deutsche Soldaten schossen, eine ge­wisse Anerkennung. Die Leidensstationen un­seres nationalen Kreuzweges, die bereits hin­ter uns liegen, sind nahezu unübersehbar. Neue stehen uns bevor. Und die rote Hetze um jeden Preis in Deutschland kann vielleicht das trau­rige Verdienst für sich buchen, die Möglichkeit von neuem mitgeschaffen zu haben, daß soge­nannte deutsche Kriegsverbrecher fremden Staaten, ihrer Parteilichkeit, ihrem Haß und ihrer Willkürschaft ausgeliefert werden oder daß infolge unseresbösen Willens" sonstwie Zwangsmaßnahmen gegen das deutsche Volk ergriffen werden. R. H.

Pvinearv fordert Auslieferung.

Paris, 10. Juli. Der ehemalige Präsident der Republik, Poincarë, schreibt in seinem heu­tigen Artikel imTemps":

Die Aktenzurückziehung vom Leipziger Ge­richtshof, das ist gut. In Frankreich eine Un­tersuchung in absehbarer Zeit einzuleitsn, ist noch besser. Aber das ist nicht genug. Deutsch­land hat sich durch den Vertrag verpflichtet, uns die Schuldigen auszuliefern. Es muß sie uns ausliefern, sonst verleugnet es noch einmal feine Verpflichtungen. Wir sind also nicht nur berechtigt, Düsseldorf, Ruhrorts und Duisburg nicht- zu räumen, sondern stärker denn je die These wieder aufzunehmen, die Millerand im vergangenen Jahre vor der Kammer vertreten hat. Da Deutschland sich in ständiger Auf­lehnung gegen den Friedensoertrag bejin« det, haben die Fristen über die Besatzungs­dauer des linken Rheinufers noch nicht zu lau­fen begonnen. Wenn man Deutschland die neuen Verfehlungen nachsieht, dann kann man nur erwarten, daß die Schwäche immer mehr ermutigt, weil man an unsere Ohnmacht glaubt. Bis jetzt macht sich Deutschland über uns lustig. Lassen wir es gewähren, dann wird es uns schließlich demütigen.

Paris, 9. Juli. In Besprechung der Leip­ziger Urteile schreibt derGaulois" u. a., die Haltung des Reichsgerichts fei eins Lehre für die Verbündeten, die immer aus dem Gefühl der Versöhnlichkeit darauf verzichteten, sich an die Beschlüsse des Versailler Vertrages zu hal­ten und es für richtig hielten, Deutschland die Sorge um die Aburteilung seiner Beschuldigten selbst zu überlassen. Es wäre unter diesen Umständen vorzuziehen gewesen, auf eine Ver­folgung zu verzichten, die Frankreich nur eine uveifelhafte moralische Genugtuung gewäyre Zur Zeit lebe man nicht recht, wie die Leip-

fei einmal begangen und anscheinend sei es zu spät, ihn wieder gutzumachen.

Anabsehbares Anglück durch die Sanktionen.

Löln, 9. Juli. Die Kölner Handelskammer beschäftigte sich gestern erneut mit der Frage der Sanktionen. Der Vorsitzende, Geheimer Kommerzienrat Hagen, wies in einer längeren Ansprache auf die verderblichen Folgen der Sanktionen hin, die noch verstärkt würden durch die eventuelle Zahlung einer Ausfuhr­abgabe von 26 Prozent und die Lage in Ober- schlesien. Der Vorstand der Handelskammer wurde hierauf beauftragt, in einer Eingabe an die Rheinlandkommission zu erklären, daß keinerlei Verantwortung nach irgend einer Richtung hin für die Erfüllung des Ultimatums und für die Fortdauer der Geschäfte in den Rheinlanden übernommen werden sönne, wenn nicht in kürzester Frist die Sanktionen aufgehoben würden.

Der Friede mit Amerika.

Paris, 10. Juli. DieChicago Tribun" meldet aus Washington: Präsident Harding sei zwar der Wiedereinbringung eines radikal ab- gcänderten Versailler Vertrages geneigt, doch werde kaum etwas geschehen, ehe nicht die Ant­wort der Alliierten auf den amerikanischen Ein­spruch gegen die Mandatverteilung durch den Völkerbund eingegangen sei. Der Generalan­walt Daughterty habe dem Kabinett einen Ent­wurf für die Fnedensproklamation vorgelegt, doch werde bezweifelt, daß die Angelegenheit schon völlig reif sei. Inzwischen wisse man in offiziellen Kreisen noch nicht, ob die Vereinigten Sâten sich im Frieden mit Deutschland be- mnoen ooer nuyr. Der Prajidenr sei der An­sicht, daß der Friede hergestellt wurde, als er die Resolution des Kongresses unterzeichnete. Gewisse Kabinettmitglieder seien aber im Zweifel, ob eine weitere Frist zur Herstellung eines technischen Friedenszustandes nötig sei oder nicht.

Deutschland und der Völkerbund.

In Kreisen, die dem Generalsekretariat des Völkerbundes nahestehen, ist man fest über­zeugt davon, daß Deutschland bereits in aller­nächster Zeit sein Aufnahmegesuch dem Völker­bund unterbreiten werde, nachdem es von eng­lischer und französischer Seite die Versicherung erhalten habe, daß seiner Aufnahme aller Vor­aussicht nach keinerlei Schwierigkeiten sich entgegenstellen würden. Eine Reihe bekannter englischer Politiker habe sich seit längerer Zeit um die Sonc.crung der Ansichten der Völker- bundsmitglieder bemüht und sei zu einem durchaus positiven Ergebnis gelangt, das nun der deutschen Regierung mitgeteilt worden sei. Man ist bereits in den genannten Kreisen sehr gespannt darauf, wie die deutsche Delegation, die nach Genf entsandt werden wird, aussehen wird.

(Es ist sehr gütig von der Entente, daß sie Deutschland jetzt für würdig erachtet, in den Bund der Völker ausgenommen zu werden Solange dieser Völkerbund aber nur eine Zweigniederlassung der Entente darstellt und nur dieselben Ziele im Auge hat:Das Recht dem Starken Unterdrückung der Schwachen und Besiegten!" hat die deutsche Regierung keine Veranlassung, ihrerseits die Initiative für Aufnahme m den Völkerbund zu ergreifen. D. Red.)

Die Probleme des Stillen Ozeans.

Beschränkung der Rüstungen.

London, 10. Juli. Der "Observer" schreibt: Der König von England habe persönlich inner­halb der konstitutionellen Grenzen zur Beseitl- cung der Schwierigkeiten eingegriffen, die in­folge eines Irrtums im diplomatischen Vor­gehen in der Frage des Stillen Ozeans ent- finnjin waren, eines Irrtums, der auf die eng­lisch-amerikanischen Beziehungen hätte ungün­stig einwirken können. Auf dem am letzten Donnerstag zu Ehren des belgischen Königs- xnares gegebenen Balle hätte sich König Georg längere Zeit mit dem amerikanischen Botschaf­ter ,'nterhaiien. Jetzt sei der Weg vollständig f-et pr ow Einberufung einer Konferenz über die Probleme des Stillen Ozeans. Die britische Regierung sei bereit, die Konferenz an üem Ort und zu der Zeit anzunehmen, die Präsident Harding wählen wird. Man glaubt, daß auch Supon und China in gleicher Weise dazu ge­neigt sind.

London. 11. Juli. (Reuter.) Infolge des Meinungsaustausches mit den Vereinigten Staaten, Japan und China, der nach der Er­örterung über die Politik im fernen Osten und im Stillen Ozean seitens der augenblicklich in

mmister eröffnet wurde, hat Präsident Harding d'e Jnlliative ergriffen, indem er eine Konfe­renz auf Beschränkung der Rüstungen vor- ichlägt. Dieser Konferenz sollen Besprechungen ü ?r die Lage im fernen Osten und im Stillen L zean zwischen den am meisten beteiligten ötaakn vorangehen. Lloyd George wird beste im Unterlaufe emr Erklärung abge en

Aus Oberschlesie«.

Gegen polnische Priester al» Bandensuhrer.

Brest««, 10. Juli. Der apostolische Delegat für Oberschlesicn Monsignore Ogn, kerra hat an die Oberschlesier einen Erlast gerichtet, in dem er die Oberschlcsier zur Einigung, Mäßigung, zur Gerechtig­keit und zur Versöhnung mahnt und in dem er weiter scharf da» Treiben ster polnischen Priester verurteilt, die auf feiten der Insurgenten gekämpft haben. E» heißt in dem Erlaß:

Mit um so größerem Seelenschmerze erfüllt e» uns, daß wir unter den Insurgenten sogar mehrere sehen, die ohne Scham uneingedenk de» heiligen Amte» als Priester der Kirche den Haß gegen ihre Brüder schüren oder sogar mit eigenen Händen, die doch mit ..dem heiligen Oel geweiht sind, die Waffen führten oder Truppenkommando» führten oder zum Blutvergießen aufforderten. Mit Worten vermögen wir nicht aus« zudrücken, wie weit die Straft unsere» Amte» diese Tat bei jedermann verurteilt, der sie begangen hat. Da» Urteil über sie überlassen wir Gott dem Gerechte«.

Wie die Insurgenten in solchen Fällen handeln, geht daraus hervor, daß die polnischen Blätter die polnische Priester" bei dieser Gelegenheit gestrichen haben.

Korfanty geht nicht znriick.

Beuthen, 10. Juli. Korfanty weigert sich, fein Hauptquartier au» Schoppinitz hinter die Grenze zu verlegen, da er zur Auflösung der Aufständischenver- bânde an Ort und Stelle bleiben müsse. Der fron«

Kommission.

Pari-, 10. Juli. Namens der parlamtntarischcn Gruppe derFreunde Polen»" haben sich die Abgeord­neten Loui» Morin, Rezand und Saget zum Minister­präsidenten begeben und ihm eine Petition mit 650 000 polnischen Unterschriften, hauptsächlich aus intellektuellen Streifen, überreicht, in der die Zuteilung de» Bergwerk»- gebiete» von Oberschlesicn an Polen verlangt wird.

, Politische Tagesberichte.

Unterdrückung der deutschen wirtschaft« lichen Verbände in Polen. Die Gesellschaft kauf­männischer Vereine vom Jahre 1853 in Brom­berg, ein Zweigverein des deutschen Gewerk- schaftsbundes der Angestellten, ist auf Befehl bet Wojowod schaft aufgelöst worden. Der Grund zu dieser Maßnahme dürfte, wie uns von gut infor­mierter Seite mitgeteilt wird, darin zu suchen sein, daß die polnische Regierungsstelle neuer­dings alle Vereinigungen zu unterdrücken sucht, die mit deutschen Verbänden im Reich in orga­nisatorischem Zusammenhang stehen. Offenbar stellt diese Maßnahme nur den Anfang zu einer Reihe ähnlicher, längst beabsichtigter Verfügungen dar, durch die die polnische Regierungsstelle d« deutschen wirtschaftlichen Verbände in Polen an der Entfaltung ihrer Tätigkeit hindern wollen.

Kommunisten-Propaganda. Aus Ant, w e r p e n wird gedrahtet: Mit dem aus Ham­burg angekommenen DampferVirgilio" trafen 3 Kommunisten ein, welche 5000 kommunistische Zeitungen in russischer, französischer und eng­lischer Sprache mitbrachten, die sie an bestimmt« Adressen besorgen sollten. Die Verhafteten er­klärten, die Blätter in Hamburg von dem Vor­sitzenden eines Arbeiterverbandes erhalten zu haben, um sie in Belgien zu verteilen.

Waffenstillstand mit Irland. Die Dub­liner Konferenz zwischen de Valera und den Unionisten des Südens kann bereits einige Er­folge verzeichnen. Erstens ist ein Waffenstill­stand zwischen den beiden Parteien zustande gekommen, zweitens hat de Valero sich bereit erklärt, mit Lloyd George zusammenzutreffen und über die Basis zu beraten, auf der die ge­plante große Konferenz verhandeln soll. Man pcyl, de Valera geht sehr umsichtig ans Werk. Oevor die Konferenz zusammentritt, verlangt er Uebereinstimmung über die Grundlagen der Regelung Wenn man bedenkt, wie weit man noch vor kurzem vom Frieden in Irland ent­fernt war und wie weit nfan sich ihm heute ge, nähert hat, muß man zugeben, daß Lloyd Te­ch, ge mit der Vermiltiungsaktion zufrieden sein rann. Der Londoner Berichterstatter des Petit Parisien" meldet, daß die Sinnfemrr seit 1. Januar 1919 bis 1. Juli 1921 in Irland 395 Polizeiagenten getötet und 651 verwundet haben. Ferner wurden 140 Soldaten getötet und 325 verwundet. Außerdem wurden 8Q Häuser und 522 Polizeikasernen von den Sinnq fcinern völlig zerstört, sowie 367 Kasernen teil^ mH so vernichtet, 2400 Angriffe wurden auf Postanstolten unternommen und in 3211 Fäl­len wurden Haussuchungen in privaten oder

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